Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer stärker aus: Insgesamt steigt die Zahl der bestätigten Infektionen weiter an. Behalten Sie hier alle Schlagzeilen im Überblick.Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

Coronavirus in Deutschland 2020 - Alle aktuellen Informationen zur Entwicklung

Corona-Virus absichtlich freigesetzt? FBI-Dokument stützt Verschwörungstheorie

Auch junge Menschen gefährdet! 27-Jährige stirbt an Covid-19

Regierung erlässt Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus

SO tödlich ist eine COVID-19-Infektion tatsächlich

Regierung greift durch! Werden die Supermärkte dicht gemacht?

Diese Promis haben sich mit Covid-19 infiziert

Den weltweiten Stand und die Anzahl der Corona-Infizierten können Sie auf dieser Live-Karte der John-Hopkins Universität verfolgen.

+++ 17.04.2020: Reisewarnung: Maas will keine Prognose über Sommerurlaub abgeben +++

Bundesaußenminister Heiko Maas kann noch nicht abschätzen, ob die weltweite Reisewarnung für Touristen vor dem Sommer aufgehoben werden kann. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man keine Prognose darüber treffen, wie lange die Reisewarnung aufrechterhalten wird", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. "Solange es Ausgangssperren gibt in vielen Ländern, wird dort auch kein Urlaub zu machen sein. Wir werden das von Woche zu Woche entscheiden, und wir werden uns versuchen so gut es geht auch europäisch abzustimmen."

Maas hatte Mitte März eine Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen - ein bisher einmaliger Schritt. Sie gilt - wie die Kontaktsperren im Inland - noch bis zum 3. Mai. Die Bundesregierung will Ende April oder Anfang Mai entscheiden, wie es weitergeht. Reisewarnungen gab es bisher nur bei einer Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Kriegsgebiete wie Syrien oder Afghanistan.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich am Donnerstag skeptisch zu Sommerurlauben im Ausland geäußert. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Urlaub in anderen Ländern im Sommer so leicht möglich ist, schätze ich aus gegenwärtiger Sicht eher als unwahrscheinlich ein", sagte er. "Das ist bei der Situation in den Ländern um uns herum, unseren klassischen Urlaubsländern, die wir haben - Spanien, Italien oder Frankreich oder Türkei - eher unwahrscheinlich."

+++ 17.04.2020: Spahn: Erste Zuschläge für heimische Schutzmasken-Produktion +++

Im Kampf gegen das Coronavirus stehen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erste Vereinbarungen für die Produktion medizinischer Schutzmasken im Inland. Nach einer ersten Ausschreibung seien Zuschläge an rund 50 Unternehmen erteilt worden, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Damit sollten ab Mitte August pro Woche zehn Millionen FFP2-Spezialmasken und 40 Millionen OP-Masken hergestellt werden. Damit lasse sich der Grundbedarf für das Gesundheitswesen im Großen und Ganzen decken.

Spahn betonte, dass neben der Beschaffung im Ausland eine solche Unabhängigkeit wichtig sei. Angesichts der Corona-Epidemie ist Schutzausrüstung für das medizinische Personal weltweit knapp.

+++ 17.04.2020: Spahn: Ausbruch ist beherrschbar geworden +++

Die bisherigen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in Deutschland sind nach Darstellung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erfolgreich gewesen. "Der Ausbruch ist - Stand heute - wieder beherrschbar und beherrschbarer geworden", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Mitte März habe es im Ausbruchsgeschehen eine sehr starke Dynamik gegeben. Daher hätten sich Bund und Länder zu einer "Vollbremsung" entschieden.

"Nun können wir sagen, das war erfolgreich. Wir haben es geschafft, das dynamische Wachstum zurückzubringen zu einem linearen Wachstum. Die Infektionszahlen sind deutlich gesunken, vor allem auch die relativen Steigerungen von Tag zu Tag", sagte Spahn. Ermutigend sei auch, dass seit dem 12. April täglich mehr Menschen genesen, als es neue Infizierte gebe.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sprach ebenfalls davon, "dass wir ein wirklich gutes Zwischenergebnis erreicht haben". Es gebe mehrere positive Tendenzen. So habe sich der tägliche Anstieg der Fallzahlen verlangsamt. Momentan liege die Reproduktionszahl bei 0,7. "Das heißt, dass inzwischen im Durchschnitt, aktuell nicht mehr jede Person, die infiziert ist, eine andere Person ansteckt."

Allerdings steige die Zahl der Todesfälle an, sagte Wieler. "In dieser Woche hatten wir tatsächlich den größten Anstieg." Der Anteil der Verstorbenen an allen gemeldeten Fällen liege jetzt bei 2,9 Prozent.

+++ 17.04.2020: Kanzleramtschef Braun: Um Corona-Erfolge beneidet uns die ganze Welt +++

Die Wirksamkeit der in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen hat Deutschland laut Kanzleramtschef Helge Braun große internationale Anerkennung gebracht. Das Virus sei in den letzten Wochen deutlich zurückgedrängt worden, sagte der CDU-Politiker am Freitag im RBB-Inforadio. "Das ist ein Riesenerfolg, um den uns die ganze Welt beneidet", sagte Braun. "Viele meiner Amtskollegen weltweit rufen mich an und fragen: "Wie habt ihr das geschafft?"."

Trotz der Erfolge appellierte Braun weiter an Geduld und Disziplin der Bürger: Es sei wichtig, dass die Infektionskurve jetzt nicht wieder steil ansteige, damit Infizierte und deren Kontaktpersonen nachverfolgt werden könnten.

Braun verteidigte darüber hinaus die Bund-Länder-Einigung zur schrittweisen Öffnung von Schulen. "Wir haben nicht gesagt, dass alle die Schulen am gleichen Tag wieder öffnen müssen", sagte er mit Blick darauf, dass in einigen Bundesländern einzelne Schüler schon Ende April in ihre Klassenräume zurückkehren sollen und in anderen erst im Mai. "Insofern gibt's da nichts zu kritisieren."

+++ 17.04.2020: Lehrerpräsident: Debatte um verkürzte Sommerferien fehl am Platz +++

Für den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, stehen kürzere Sommerferien wegen der Corona-Krise aktuell nicht zur Debatte. "Ich glaube, zum jetzigen Zeitpunkt eine Diskussion um die Verkürzung von Sommerferien zu führen, geht eigentlich fehl", sagte Meidinger am Freitag im "Deutschlandfunk". "Ich glaube auch, dass das gar nicht mal den großen Effekt hat." Vielmehr brauche es jetzt "ein großes Gesamtkonzept".

Eine Verkürzung der Sommerferien hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ins Gespräch gebracht. "Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Augsburger Allgemeine" (Freitag). Ein solcher Schritt böte Schülern die Gelegenheit, den durch die Corona-Pandemie versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte außerdem einen "Corona-Bonus" bei den Schulnoten in diesem Schuljahr vorgeschlagen. Auch für diese Erwägung gab Meidinger noch keine endgültige Bewertung ab. "Jetzt sollen mal die Prüfungen geschrieben werden", sagte er. "Wenn sich tatsächlich herausstellt, dass da eine besondere Situation war, die zu schlechteren Ergebnissen geführt hat, dann muss man sich wirklich diese Geschichte anschauen."

+++ 17.04.2020: Gespräch über Lockerung des Gottesdienstverbots +++

Das im Kampf gegen das Coronavirus verhängte Gottesdienstverbot ist an diesem Freitag Thema eines Treffens in Berlin. Innen-Staatssekretär Markus Kerber kommt mit Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften zusammen. Bei dem Gedankenaustausch soll es unter anderem darum gehen, wie Begräbnisse in Zeiten der Corona-Pandemie stattfinden und ob Gottesdienste künftig unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt werden können.

Zu dem Gespräch sind Repräsentanten der katholischen und evangelischen Kirche, der orthodoxen Christen, des Zentralrats der Juden sowie des Koordinierungsrats der Muslime eingeladen, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte.

Nächste Woche ist eine Unterredung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und den Ministerpräsidenten mit Spitzenvertretern der Religionsgemeinschaften geplant. Der Kirchenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hermann Gröhe, sagte, er hoffe sehr, «dass in Kirchen, Moscheen und Synagogen zeitnah wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden dürfen».

Bund und Länder hatten sich bei ihren Beratungen am Mittwoch darauf geeinigt, dass gemeinschaftliche Gottesdienste noch nicht wieder erlaubt werden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hatte das als unverständlich kritisiert.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime (ZMD), Aiman Mazyek, unterstrich dagegen, der Schutz von Gesundheit und Menschenleben müsse Priorität haben. "So schwer es uns fällt, unsere Moscheen im Heiligen Monat Ramadan weiter geschlossen zu halten, so ist es unsere religiöse und bürgerliche Verantwortung, in der aktuellen Phase genau das zu tun", sagte Mazyek der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Kerber würdigte das Engagement muslimischer Gemeinden im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sie zeigten "ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl und Solidarität für unsere Gesellschaft", sagte der Staatssekretär den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Damit wird der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft erneuert und gestärkt."

Einer Umfrage zufolge halten mehr als zwei Drittel der Deutschen öffentliche Gottesdienste in der Corona-Krise für nicht notwendig. Nach einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa Consulere für die Zeitung "Tagespost" (Würzburg) sind nur zwölf Prozent der Deutschen dafür, Gottesdienste auch während der Pandemie zu erlauben.

+++ 17.04.2020: Schäuble bringt Verkürzung der Sommerferien ins Spiel +++

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat eine Verkürzung der Sommerferien ins Gespräch gebracht. "Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Augsburger Allgemeine" (Freitag). Ein solcher Schritt böte Schülern die Gelegenheit, den durch die Corona-Pandemie versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen.

"Im Moment ist ohnehin noch aus vielen Gründen unklar, wann und wie man im Sommer verreisen kann", sagte Schäuble. "Das Urlaubskonto vieler Eltern dürfte durch die Krise jetzt schon strapaziert sein." Deshalb könne er die verstehen, "die sich fragen, wie sie da noch sechs Wochen Sommerferien organisieren sollen".

+++ 17.04.2020: RKI: Corona-Ansteckungsrate sinkt - Wichtiger Wert unterschritten +++

Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts gesunken. Laut der am Donnerstagabend veröffentlichten RKI-Statistik steckt jeder Infizierte nunmehr weniger als einen weiteren Menschen an, die sogenannte Reproduktionsrate liegt bei 0,7. Das bedeutet, dass die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht, wie das RKI berichtete. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3 - jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

RKI-Präsident Lothar Wieler hatte am Dienstag gesagt, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsste diese Reproduktionszahl unter 1 liegen, derzeit betrage sie 1,2. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Zuge der Ankündigung erster Lockerungen bei Corona-Maßnahmen am Mittwoch deutlich gemacht, dass schon vermeintlich kleine Änderungen der Reproduktionszahl erhebliche Folgen haben können.

Wieler hatte allerdings auch gesagt, für eine Lockerung der Maßnahmen sei nicht nur die Reproduktionszahl relevant, sondern auch der Anteil immuner Menschen in der Bevölkerung sowie die Kapazitäten des Gesundheitssystems. Es gebe derzeit noch keine Hinweise darauf, dass die Coronavirus-Epidemie in Deutschland eingedämmt sei. Es sei aber gelungen, sie zu verlangsamen, vor allem durch das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 77.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 16.04.2020: Auszahlung von Soforthilfe-Zuschüssen des Bundes in Sachsen gestoppt +++

Auch in Sachsen sind betrügerische Webseiten zur Beantragung von Corona-Soforthilfen für Unternehmen aufgetaucht. "Die Auszahlung der Soforthilfe-Zuschüsse des Bundes wird bis zur Klärung des Sachverhaltes gestoppt", teilte die Sächsische Aufbaubank (SAB) am Donnerstagabend mit. "Die Darlehen des Freistaates Sachsen sind davon nicht betroffen." Die Bank habe "alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um Fehlleitungen öffentlicher Mittel zu vermeiden".

Anträge für beide Programme könnten weiterhin gestellt werden, erklärte die Bank. Um Schäden zu vermeiden, sollten Antragsteller beim Aufrufen der Webseite zur Antragstellung auf die korrekte Schreibweise der Internetadresse der SAB achten: https://www.sab.sachsen.de/.

Zuvor war in Nordrhein-Westfalen nach Betrügereien das Soforthilfe-Programm für kleine Betriebe in der Corona-Krise zeitweise gestoppt worden. An diesem Freitag soll es wieder anlaufen und dann auch besser vor Betrug geschützt sein.

Noch vor einer Woche hatte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) gesagt, im Freistaat gebe es bisher keine Erkenntnisse zu möglichen Betrugsversuchen. Sachsen habe verglichen mit anderen Bundesländern auch den Vorteil, dass Anträge nur über ein Förderportal möglich seien.

+++ 16.04.2020: Fallzahlen aktuell: Mehr als 134.400 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 3800 Tote

In Deutschland sind bis Donnerstagabend mehr als 134.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.30 Uhr: Mehr als 131.400 Infektionen). Mindestens 3.800 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.30 Uhr: 3.553). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 77.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 35.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1.070 Toten, Nordrhein-Westfalen mit 28.000 Fällen und mindestens 760 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 26 600 bestätigten Fällen und mindestens 874 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 271,6 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 161,6. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

+++ 16.04.2020: Ein Drittel der Deutschen fühlt sich durch Corona-Auflagen belastet +++

Die Einschränkungen der persönlichen Freiheit zur Bekämpfung der Corona-Pandemie empfindet einer Umfrage zufolge ein knappes Drittel (31 Prozent) der Deutschen als sehr starke oder starke Belastung. Die Mehrheit hat jedoch weniger bis gar keine Schwierigkeiten mit Kontaktverboten sowie der Schließung von Geschäften, Restaurants und Schulen, wie aus dem «Deutschlandtrend» im ARD-«Morgenmagazin» (Freitag) hervorgeht.

Demnach empfinden 43 Prozent die bestehenden Auflagen als weniger stark. Ein Viertel (26 Prozent) fühlt sich durch den Lockdown überhaupt nicht belastet. Dabei haben jüngere Menschen größere Probleme. Bei den unter 40-Jährigen sprechen 41 Prozent von starken bis sehr starken Belastungen und damit doppelt so viele wie bei den über 65-Jährigen (21 Prozent).

+++ 16.04.2020: Rheinland-Pfalz geht bei Ladenöffnung eigenen Weg +++

Rheinland-Pfalz weicht als zweites Bundesland bei der Öffnung der Geschäfte vom Beschluss der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab. "In Rheinland-Pfalz können ab Montag alle Geschäfte öffnen, wenn Waren nur auf bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche angeboten werden. Größere Geschäfte erhalten so die Chance, einen Teil ihrer Verkaufsfläche abzutrennen", sagte Regierungssprecherin Andrea Bähner am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Der Bund hatte am Mittwoch eine Grenze von 800 Quadratmetern genehmigter Verkaufsfläche vorgesehen. "Für uns ist dies ein Gebot der Gleichbehandlung und der rechtlichen Klarheit", erläuterte Bähner die Abweichung.

Für alle gelte natürlich weiterhin die Einhaltung von Hygienevorgaben, Abstandsregelungen und eine Kundenbegrenzung von einem Kunde pro zehn Quadratmeter. Die rot-gelb-grüne Landesregierung empfiehlt zudem beim Einkaufen dringend das Tragen einer nicht-medizinischen Alltagsmaske in Form einer textilen Barriere.

Zuvor hatte Nordrhein-Westfalen auch Einrichtungshäusern und Babyfachmärkten unabhängig von der Verkaufsfläche erlaubt, am Montag wieder zu öffnen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) begründete dies mit einem "klaren wirtschaftlichen Interesse". In NRW habe die Möbelbranche etwa 35.000 Mitarbeiter. Über 60 Prozent aller Küchen in Deutschland würden in Westfalen produziert. Wenn größere Autohäuser unter den Bedingungen des Infektionsschutzes wieder öffnen könnten, sei das auch bei Einrichtungshäusern möglich, sagte er.

Die Grenze von 800 Quadratmetern war unter anderem von der Landesvereinigung der Unternehmerverbände (LVU), dem Bund der Selbstständigen und dem Einzelhandelsverband kritisiert worden.

+++ 16.04.2020: Thüringen will Museen unter Voraussetzungen Ende April öffnen +++

Thüringens Landesregierung will Museen und anderen Kultureinrichtungen unter Auflagen erlauben, in anderthalb Wochen wieder zu öffnen. Die meisten Einrichtungen im Land sind wegen der Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus seit Mitte März für Besucher geschlossen.

Nach der Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länder-Regierungschefs waren am Mittwochabend fortbestehende Maßnahmen aus früheren Beschlüssen aufgeführt worden: Demnach sind unter anderem Museen für den Publikumsverkehr weiter geschlossen. In Thüringen verständigte sich die Landesregierung jedoch am Mittwoch in sogenannten Schlussfolgerungen darauf, dass ab dem 27. April Zoologische und Botanische Gärten, Freilichtmuseen sowie Galerien, Museen und Ausstellungshallen öffnen dürfen. Auch Bibliotheken und Archive dürften wieder Besucher empfangen, hieß es.

Voraussetzung für die Wiederöffnung in Thüringen seien unter anderem Auflagen zu Hygiene und etwa dazu, wie viele Menschen die Einrichtung betreten dürfen, heißt es in den "Schlussfolgerungen". Zudem werde dringend empfohlen, Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Wie genau die Auflagen aussehen und ob einzelne Einrichtungen diese überhaupt erfüllen können, war am Donnerstagmittag jedoch noch nicht klar. Der Beschluss ging zudem nicht auf die Situation von Theatern oder anderen Bühnen ein.

+++ 16.04.2020: Keine Maskenkontrollen im ÖPNV - Verkehrsträger setzen auf Vernunft +++

In Bussen und Bahnen dürfte es nach den beschlossenen Lockerungen in der Corona-Krise bald wieder voller werden - was die Sicherheit angeht, setzen die Verkehrsträger dabei vor allem auf die Vernunft der Menschen. "Wir bitten die Kundinnen und Kunden zum Beispiel vielerorts, sich in den Fahrzeugen zu verteilen, nicht kurz vor knapp zur Haltestelle zu kommen und mehr Zeit einzuplanen", teilte Oliver Wolff, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der Deutschen Presse-Agentur mit. "Bei den Bahnen gilt weiter: Es müssen nicht alle in den ersten oder letzten Wagen einsteigen."

Die Behörden forderte der Verband dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um "die Fahrgastnachfrage in den Spitzenzeiten besser zu verteilen". Hilfreich seien etwa gestaffelte Anfangs- und Endzeiten des Schulunterrichts. "Wir wollen in den Fahrzeugen wünschenswerte Abstände der Fahrgäste untereinander ermöglichen - allerdings kann es zuweilen und für eine begrenzte Zeit zu Unterschreitungen kommen", hieß es.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf eine Lockerung der Corona-Beschränkungen in einigen Lebensbereichen geeinigt. So sollen etwa Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern von Montag an wieder öffnen dürfen. Auch der Friseurbesuch soll vom 4. Mai an wieder möglich sein. Für diesen Tag ist auch eine schrittweise Öffnung der Schulen vorgesehen.

Angesichts des dann zu erwartenden steigenden Verkehrs wird das Tragen von Masken dringend empfohlen - auch im Öffentlichen Personennahverkehr. Kontrollen diesbezüglich werde es aber keine geben, betonte der VDV. Nicht auszuschließen sei, dass einzelne Verkehrsbetriebe etwa den Zugang zu Bahnsteigen auf eine bestimmte Anzahl von Menschen begrenzen, um Ansammlungen zu vermeiden.

+++ 16.04.2020: Bayern lockert Ausgangsbeschränkung minimal - Fahrplan für Schulstart +++

Bayern lockert die Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung des Coronavirus minimal: Ab kommenden Montag ist im Freien auch der Kontakt zu einer Person außerhalb des eigenen Hausstands erlaubt. Diese Änderung, mit der Bayern auf die bundesweit vorherrschende Linie einschwenkt, gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Donnerstag in München bekannt. Zudem beschloss die Staatsregierung Stufenpläne zur langsamen Wiedereröffnung der Schulen und von Geschäften.

Nach den coronabedingten Schulschließungen soll der Betrieb dort ganz langsam wieder anlaufen: Ab dem 27. April sollen Abschlussklassen an den Gymnasien, Real- und Mittelschulen als erste wieder zurück an die Schulen dürfen, ebenso Meisterklassen. Frühestens ab dem 11. Mai sollen an diesen Schulen die Jahrgänge folgen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die jetzigen Neuntklässler an Realschulen.

Die Wiedereröffnung kleinerer Geschäfte erlaubt Bayern, das vom Coronavirus besonders betroffen ist, mit einer Woche Verzögerung gegenüber dem am Mittwoch beschlossenen allgemeinen Bund-Länder-Fahrplan: Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen im Freistaat ab dem 27. April wieder öffnen.

In Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr sollen Menschen in Bayern Schutzmasken über Mund und Nase tragen. Sollte das nicht ausreichen, "erwägen wir dann auch eine Maskenpflicht", sagte Söder.

+++ 16.04.2020: Fallzahlen aktuell: Mehr als 131.400 Corona-Nachweise in Deutschland - 3.554 Tote +++

In Deutschland sind bis Mittwochvormittag mehr als 131.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: Mehr als 128.500 Infektionen). Mindestens 3.554 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 3.222) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 77.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 34.600 nachgewiesenen Fällen und mindestens 995 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 27.600 Fällen und mindestens 708 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 26 000 bestätigten Fällen und mindestens 820 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 265,1 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 158,1. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

+++ 16.04.2020: Pläne für schrittweisen Schulstart in Bayern werden konkreter +++

Nach der Bund-Länder-Einigung über eine langsame Lockerung der Corona-Beschränkungen werden die Pläne für den schrittweisen Schulstart in Bayern konkreter. So zeichnete sich am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ab, dass auch Viertklässler ab dem 11. Mai wieder die Schule besuchen dürfen. Dies sollte am Vormittag in einer Kabinettssitzung besprochen werden.

Schon ab dem 27. April sollen die Abschlussklassen an den Gymnasien, Real- und Mittelschulen wieder zurück an die Schulen dürfen, ebenso Meisterklassen. Am 11. Mai sollen an diesen Schulen die Jahrgänge folgen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen werden, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die aktuellen Neuntklässler an Realschulen - und wohl die Viertklässler.

Wann alle übrigen Jahrgänge zurück an die Schulen dürfen, ist demnach noch offen. Auch die Kitas sollen zunächst geschlossen bleiben - das hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch angekündigt.

+++ 16.04.2020: Ministerpräsident Hans: Zu früh, um über Sommerurlaub zu sprechen +++

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat bei der schrittweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen zur Geduld aufgerufen. "Es ist jetzt zu früh, um über den Sommerurlaub zu debattieren", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im RTL-"Frühmagazin". Man taste sich jetzt ganz vorsichtig wieder an die Normalität heran. "Wir fahren quasi auf Sicht mit beiden Händen am Lenkrad, und ich glaube, dass auch nur dieses Handeln auch letztendlich verantwortungsvoll ist."

Klar sei aber, dass es auch im Sommer keine großen Konzerte oder Massenveranstaltungen geben werde, sagte Hans. "Man kann sich nur schlecht vorstellen, dass man mit Schutzkleidung im Hochsommer auf einem Konzert steht."

Nach fast vier Wochen hatten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch darauf verständigt, erste Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in Deutschland zu lockern. So dürfen kleine und mittlere Geschäfte wieder öffnen dürfen. Die Schulen bleiben dagegen für die meisten Schüler erst einmal dicht, nur für einige Jahrgänge soll es ab dem 4. Mai wieder Unterricht geben - einzelne Länder können vom Termin aber abweichen. Die wegen der Pandemie verhängten Kontaktbeschränkungen wurden bis mindestens 3. Mai verlängert.

+++ 16.04.2020: Bayer will bei Herstellung von Impfstoff gegen Corona helfen +++

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will nach der Zulassung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus bei der Produktion des Mittels aushelfen. Zurzeit halte das Unternehmen schon Kapazitäten vor, um diese bei Bedarf teilweise umwidmen zu können, sagte Unternehmenschef Werner Baumann in einem am Donnerstag veröffentlichen Podcast mit dem Journalisten Gabor Steingart. Baumann rechnet demnach für Anfang oder Mitte 2021 mit der Zulassung eines Impfstoffs. Zurzeit stellt Bayer keine Impfstoffe her, die Produktion müsste erst wieder hochgefahren werden.

+++ 16.04.2020: Industrieverband begrüßt Corona-Lockerungen - Kritik an Details +++

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die ersten Lockerungen in der Corona-Krise für einige Wirtschaftszweige unterm Strich begrüßt, aber auch Kritik an einzelnen Regelungen geäußert. "Mir erschließt sich die 800-Quadratmeter-Grenze zum Beispiel nicht", sagte Industriepräsident Dieter Kempf am Donnerstag im Deutschlandfunk. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder zu öffnen.

Zur Begrenzung des individuellen Ansteckungsrisikos sei diese Größe aber kaum geeignet, sagte Kempf. Stattdessen hätten andere Kriterien - wie etwa die Ausarbeitung von Hygiene-Konzepten - eher ausschlaggebend sein sollen. Auch eine "verbindliche Ansage" zum Tragen von Mundschutz etwa in Geschäften des Einzelhandels hätte er sich gewünscht, so Kempf. Handel und Gastronomie hatten zuvor Kritik an den aus ihrer Sicht zum Teil unzureichenden Lockerungen geäußert.

Die "klaren Entscheidungen" zur Öffnung seien aber grundsätzlich positiv zu bewerten, sagte der BDI-Chef. Nun gebe es einen verbindlichen Fahrplan. Die Unternehmen sollten die Zeit nutzen, um Schutzmaßnahmen für die eigenen Mitarbeiter ebenso wie für Kunden zu installieren. "Das scheint mir sehr wichtig", sagte Kempf.

+++ 16.04.2020: Ministerpräsidentin Dreyer hofft auf Schulöffnungen bis Sommer +++

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hofft auf eine Wiederaufnahme des Unterrichts für alle Schüler noch in diesem Schuljahr. Dreyer verwies am Donnerstag im Deutschlandfunk auf die Kultusministerkonferenz der Länder, die bis Ende April ein Konzept zur stufenweisen Schulöffnung vorlegen soll. "Unser Ziel wäre es, wenn es irgendwie möglich ist, dass alle Schüler und Schülerinnen vor der Sommerpause auch noch mal in die Schule gehen können." Gleichzeitig betonte sie: "Aber das wird natürlich abhängig sein vom Infektionsgeschehen. Wir müssen das betrachten, was passiert nach den Lockerungen."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, dass die Schulen für die meisten Schüler in der Corona-Krise erst einmal dicht bleiben sollen. Nur für einige Jahrgänge soll es ab dem 4. Mai wieder Unterricht geben - einzelne Länder können vom Termin aber abweichen. Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen können schon vorher stattfinden.

+++ 16.04.2020: Corona-Krise: Maskenpflicht in Läden und ÖPNV in Hanau +++

Nach den angekündigten schrittweisen Öffnungen im Einzelhandel ab kommender Woche hat die Stadt Hanau wegen der Corona-Infektionsgefahr für das Betreten der Geschäfte eine Maskenpflicht angeordnet. "Die dringende Empfehlung der Bundes- und Landesregierung, sich mit einem Mund-Nasen-Schutz verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll in der Öffentlichkeit zu verhalten, haben wir dahingehend erweitert, dass ab Montag in Hanau jeder, der ein Ladengeschäft betritt, eine solche Behelfs- oder Alltagsmaske tragen muss", teilte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) mit. Diese Maskenpflicht solle auch im Öffentlichen Personennahverkehr gelten.

Bisher geschlossene Läden mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter dürfen nach einer Ankündigung der Landesregierung vom Mittwoch in Hessen wieder aufmachen. Unabhängig von der Ladengröße gilt dies auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen. Regierungschef Volker Bouffier (CDU) geht davon aus, dass dies im Laufe der kommenden Woche so weit sein wird.

+++ 16.04.2020: Kanzleramtschef: Brauchen sehr kleine Schritte bei Öffnungen +++

Kanzleramtschef Helge Braun hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Lockerung der Corona-Maßnahmen verteidigt. "Es wird immer wieder kleine Schritte geben. Aber wir können nicht mit einem Schlag alles öffnen, weil die Epidemie bleibt", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Sehr, sehr kleine Schritte" bei der Öffnung von Geschäften und Schulen seien notwendig, um das richtige Maß in der Bekämpfung des Coronavirus zu finden.

Braun widersprach Forderungen, Beschränkungen im Handel noch weiter zu lockern. Es müsse dafür gesorgt werden, dass es sowohl in den Geschäften selbst als auch in den Innenstädten insgesamt nicht zu voll werde. "Eine normal gefüllte Fußgängerzone, wie wir das von früher kennen, können wir momentan auch nicht riskieren." Große Geschäfte, die häufig Publikumsmagnete seien, müssten daher noch "eine Weile" geschlossen bleiben, sagte Braun.

+++ 16.04.2020: Merz: Denkbar, dass manche Lockerungen zurückgenommen werden müssen +++

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hält einen zu schnellen Ausstieg aus den Corona-Abwehrmaßnahmen für falsch. "Ich teile die Einschätzung, dass Lockerungen lieber nicht zu früh vorgenommen werden sollten", sagte der Bewerber um den CDU-Vorsitz dem Nachrichtenportal t-online.de. "Ob sie in dieser Form wirklich zielgenau sind, werden wir erst in der Rückschau beurteilen können - es wäre sogar denkbar, dass manche Lockerungen wieder zurückgenommen werden müssen, falls die Infektionszahlen erneut ansteigen."

In erster Linie gehe es darum, das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. "Danach geht es Schritt für Schritt um die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft. Ein bundeseinheitliches Vorgehen ist dabei sicher hilfreich, Alleingänge einzelner Bundesländer eher nicht."

Zu einem anderen Thema - der Frage, wann der CDU-Vorsitzende gewählt wird - sagte er: "Ich gehe davon aus, dass die gesamte Führung der CDU auf dem regulären Parteitag Anfang Dezember in Stuttgart gewählt wird."

+++ 15.04.2020: Habeck: Corona-Beschlüsse "insgesamt angemessen" +++

Grünen-Chef Robert Habeck hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zu einer vorsichtigen Lockerung der Regeln in der Corona-Krise gelobt. Aus Sicht der Grünen seien die Beschlüsse "insgesamt angemessen", sagte Habeck am Mittwoch in Flensburg. "Sie geben eine gewisse Lockerung und damit Licht am Horizont. Aber sie sind vorsichtig genug, so dass wir auch nach unseren Zahlen, nach dem, was wir wissen, nicht in eine zu große Gefahr reinlaufen, das Gesundheitssystem zu überfordern."

Habeck sagte, es sei gut, dass man sich insgesamt geeinigt habe. Die Menschen sollten nicht das Gefühl bekommen, dass es um Parteitaktik gehe. Die Bundesregierung müsse aber besser darin werden, die Voraussetzungen für weitere Lockerungen zu schaffen, etwa mit der Ausstattung mit Schutzmasken und Schutzkleidung. An die Kultusminister der Länder appellierte er, die Kinder, die noch nicht wieder in die Schule oder Kita gehen könnten, nicht alleine zu lassen. Die Chancengleichheit müsse gewahrt bleiben.

+++ 15.04.2020: Merkel schließt Alltagsmaskenpflicht nicht völlig aus +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schließt nicht aus, dass im Kampf gegen das Coronavirus künftig bei bestimmten Gelegenheiten eine sogenannte Alltagsmaske Pflicht werden kann. Merkel sagte am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz mit den Regierungschefs der Länder auf die Frage, warum es nur eine Empfehlung zu solchen einfachen Gesichtsmasken gebe und keine Pflicht: "Wir müssen ja das, was wir fordern von den Bürgerinnen und Bürgern, auch wirklich umsetzen können."

Deswegen sei man schrittweise mit den Alltagsmasken auch weiter gegangen, sagte Merkel. "Umso mehr die vorhanden sein werden, umso mehr wird man vielleicht auch darüber reden, ob es dann noch weitere Schritte der Dringlichkeit gibt. Aber jetzt erst einmal sagen wir: Wer solche Masken hat und wer das erhalten kann, und die sind ja jeden Tag besser erhältlich, der soll die auch benutzen."

Zugleich wies Merkel darauf hin, wie wichtig eine sachgerechte Behandlung der Masken sei. "Sie müssen regelmäßig gewaschen werden beziehungsweise gebügelt, in den Backofen gelegt oder in die Mikrowelle. Auch, wenn sich das etwas sozusagen hausfraulich anhört. Aber das sind die Patentrezepte", sagte die Kanzlerin. "Ansonsten sind sie nicht produktiv im Sinne des Schutzes für andere." Die Masken müssten auch häufiger gewechselt werden.

+++ 15.04.2020: Mehr als 131.400 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 3.500 Tote +++

n Deutschland sind bis Mittwochabend mehr als 131.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.30 Uhr: Mehr als 128.400 Infektionen). Mindestens 3.553 (Vortag Stand 20.30 Uhr: 3.217) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

+++ 15.04.2020: Geschäfte bis 800 Quadratmeter dürfen wieder öffnen +++

In der Corona-Krise sollen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern unter Auflagen ab Montag wieder öffnen dürfen. Dies gilt unabhängig von der Verkaufsfläche auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung erfuhr. Supermärkte hatten ohnehin während der Krise geöffnet.

Die Geschäfte sollen demnach unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen wieder öffnen dürfen.Die massiven Einschränkungen in der Corona-Krise mit der Schließung von Geschäften hatten die Wirtschaft schwer belastet. Der private Konsum ist eingebrochen, wie das Wirtschaftsministerium in einem aktuellen Bericht geschrieben hatte. Wirtschaftsverbände hatten einen verbindlichen Fahrplan über das Hochfahren der Wirtschaft gefordert. Die Politik hatte umfassende Hilfspakete auf den Weg gebracht, um Jobs und Firmen zu erhalten.

Der Handelsverband Deutschland hatte unmittelbar vor der Entscheidung von Bund und Ländern davor gewarnt, zunächst nur kleine Läden zu öffnen. Eine 800-Quadratmetergrenze verlaufe mitten durch die Innenstadt, hieß es. Ein mittelgroßes Bekleidungsgeschäft und der Elektronikhändler zum Beispiel hätten weiterhin geschlossen, Schuhläden und Haushaltswarengeschäfte etwa dürften wieder öffnen.

Alle Maßnahmen im Überblick finden Sie hier.

+++ 15.04.2020: Schulstart in Deutschland schrittweise ab 4. Mai geplant +++

Der Schulbetrieb in Deutschland soll am 4. Mai beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen wieder aufgenommen werden. Anstehende Prüfungen sind bereits vorher möglich. Darauf haben sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

+++ 15.04.2020: Großveranstaltungen bis 31. August grundsätzlich untersagt +++

Großveranstaltungen sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden. Betroffen seien auch Fußballspiele. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch auf dieses prinzipielle Verbot.

Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen demnach von den Länder getroffen werden. Vom Verbot betroffen seien unter anderem größere Konzerte, Schützenfeste oder Kirmes-Veranstaltungen. Diese Einschränkung trage effektiv zur Eindämmung des Corona-Virus bei und sorge zugleich für dringend notwendige Klarheit für Veranstalter, darunter viele Vereine, hieß es.

+++ 15.04.2020: Kreise: Bund und Länder wollen Masken in Handel und ÖPNV empfehlen +++

Im Kampf gegen das Coronavirus wollen Bund und Länder das Tragen von Alltagsmasken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel "dringend" empfehlen. Eine generelle bundesweite Maskenpflicht soll es demnach aber nicht geben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin erfuhr.

+++ 15.04.2020: Bund will Öffnung von Geschäften bis 800 Quadratmeter ermöglichen +++

Der Bund will die Öffnung von Geschäften bis zu einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder ermöglichen. Das sieht eine Beschlussvorlage des Corona-Kabinetts für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Mittwochmittag vorlag. Danach könnten die Länder solche Geschäfte unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen wieder öffnen. Die seit Wochen geltenden harten Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus sollen grundsätzlich bis 3. Mai verlängert werden.

Unabhängig von der Verkaufsfläche sollen nach dem Papier Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen wieder öffnen. Unter gleichen Auflagen sollten auch Kultureinrichtungen wie Bibliotheken und Archive sowie zoologische und botanische Gärten wieder öffnen können. Unter jenen Dienstleistungsbetrieben, bei denen körperliche Nähe unabdingbar sei, "sollen sich zunächst Friseurbetriebe darauf vorbereiten", unter bestimmten Auflagen sowie "unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung den Betrieb am 4. Mai wieder aufzunehmen". Restaurants, Bars und Kneipen sollen wie bisher grundsätzlich geschlossen bleiben.

Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen und Synagogen sowie religiöse Feierlichkeiten und Veranstaltungen sowie Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sollen nach den Vorstellungen des Bundes untersagt bleiben. Hotels sollten auch weiterhin "nur für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung" stehen.

Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen des laufenden Schuljahres sollten nach entsprechenden Vorbereitungen unmittelbar wieder stattfinden können, heißt es in dem Papier weiter. Die Notbetreuung in den Kitas werde fortgesetzt und auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen ausgeweitet. Dadurch solle besonders Eltern in zentralen Wirtschaftsbereichen eine Rückkehr in den Arbeitsalltag ermöglicht werden.

Ab dem 4. Mai sollen nach den Vorstellungen des Bundes prioritär auch die Schüler der Abschlussklassen und qualifikationsrelevanten Jahrgänge wieder in die Schule können, die im nächsten Schuljahr ihre Prüfungen ablegen. Zudem soll die letzte Klasse der Grundschule wieder in die Schule dürfen. Die Kultusministerkonferenz soll bis zum 29. April ein Konzept für weitere Schritte vorlegen, wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen insgesamt wieder aufgenommen werden kann.

+++ 15.04.2020: Debatte über regionale Differenzierung bei Corona-Lockerung +++

Thüringen kann sich regionale Unterschiede bei der Lockerung der harten Corona-Beschränkungen vorstellen. Das sieht ein Papier der Landesregierung vor, das der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt vorliegt. Darin heißt es, "Thüringen sollte - abgestimmt mit den mitteldeutschen Ländern - darauf Wert legen, dass in der Phase der Lockerung der beschränkenden Maßnahmen regionale Differenzierung Beachtung findet". Basis für Entscheidungen zu einzelnen Regionen könnten Empfehlungen von Wissenschaftlern sein. Kriterien wären danach die Infektionsentwicklung und damit die Ansteckungsgefahr in einer bestimmten Region sowie die jeweiligen Krankenhauskapazitäten.

+++ 15.04.2020: Giffey für Kita-Öffnung für Vorschulkinder und Alleinerziehende +++

Bei der Wiedereröffnung von Kitas sollte nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erwogen werden, Kinder von Alleinerziehenden und Vorschulkinder zuerst wieder in die Betreuung aufzunehmen. Sie halte es für wichtig, dass weiter die systemrelevanten Berufe dazugehörten, sagte sie am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Es müsse aber auch Überlegungen geben mit Blick auf Kinder von erwerbstätigen Alleinerziehenden, zudem müssten die Vorschulkinder berücksichtigt werden. Darüber habe sie sich mit ihren Länderkollegen ausgetauscht. "Das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass die in den letzten Monaten vor der Grundschule vorbereitet werden, aus pädagogischen Gründen, und einem Vorschulkind kann man auch erklären, wie Händewaschen geht."

Giffey sprach sich gegen eine weitere Komplettschließung von Kitas aus. "Ich finde nicht, dass wir den Eltern jetzt einfach sagen können: Bis zum Sommer sind alle Kitas dicht", sagte sie dem ARD-"Hauptstadtstudio". Viele Eltern kämen an ihre Grenzen. Homeoffice mit Kleinkindern, funktioniere in der Realität doch nicht so gut. "Jede Maßnahme, die wir jetzt überlegen, muss alltagstauglich sein und das Thema Vereinbarkeit und gerade auch die Frauen dürfen an dieser Stelle nicht herunterfallen."

Seibert: Bei schrittweiser Lockerung jeden Übermut vermeiden

Die Bundesregierung mahnt bei einer schrittweisen Lockerung der harten Beschränkungen wegen der Corona-Krise zu größter Umsicht. "Der Pfad, den wir also in den nächsten Wochen gehen müssen, ist ein schmaler zwischen vorsichtiger, schrittweiser Lockerung und Bewahrung unserer Fortschritte im Kampf gegen die Epidemie", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch nach einer Sitzung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Corona-Kabinett. Dabei war ein Beschlussvorschlag erarbeitet worden, mit dem Merkel am Nachmittag in die Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Lockerungen gehen will.

Seibert sagte, die Bundesregierung eine "das Bewusstsein, dass wir alle zusammen im Kampf gegen das Virus etwas erreicht haben - die Menschen in Deutschland, Bürger und Staat - dass wir aber jetzt jeden Übermut, jede Nachlässigkeit vermeiden müssen, um dieses Erreichte nicht zu gefährden". Damit solle vermieden werden, dass man in eine unkontrollierte exponentielle Verbreitung des Virus zurückfalle.

+++ 15.04.2020: "Bild": Bund für Verlängerung von Kontaktbeschränkung bis 3. Mai +++

Der Bund will den Ländern vorschlagen, die bestehenden Kontaktbeschränkungen für die Bürger noch mindestens bis zum 3. Mai aufrecht zu erhalten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz des Kanzleramts mit den Staatskanzleichefs der Länder vom Dienstag. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über Ergebnisse berichtet.

Ein Eckpunktepapier mit entsprechenden Empfehlungen sollte am Mittwoch (ab 10.30 Uhr) in den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Mitgliedern des Corona-Kabinetts beschlossen werden.

Merkel wollte im Corona-Kabinett demnach einen Beschlussvorschlag des Bundes vorbereiten, der am Nachmittag (14.00 Uhr) bei der Videokonferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten diskutiert und voraussichtlich verändert werde, hieß es weiter. Zugleich wurde aus Bundessicht betont, bei möglichen schrittweisen Öffnungen im Schulbereich sei ein abgestimmtes Vorgehen wichtig.

Aus Länderkreisen hieß es, es seien bei der Schalte der Staatskanzleichefs mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) dem Grunde nach Wege aufgezeigt worden, wie man stufenweise Lockerungen herbeiführen könne. Bis auf Weiteres solle es aber grundsätzlich bei harten Beschränkungen bleiben, so wie in den meisten Nachbarländern um Deutschland herum. Alles andere sei ein Risiko. Im Gespräch sei auch ein Arbeitsauftrag an die Kultusministerkonferenz gewesen, einen Rahmen für die schrittweise Öffnung von Schulen und Hochschulen zu entwickeln. Hier solle der Sicherheitsgedanke im Vordergrund stehen.

+++ 15.04.2020: Lehrerpräsident: Schulstart nächste Woche "definitiv nicht" sinnvoll +++

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat sich erneut gegen einen flächendeckenden Schulstart direkt nach den Osterferien ausgesprochen. "Nein, definitiv nicht", sagte Meidinger am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin" auf die Frage, ob er es für verantwortungsvoll hielte, wenn Schülerinnen und Schüler am kommenden Montag in ihre Klassenzimmer zurückkehren würden. Man müsse den Schulen Zeit geben, um etwa Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln vorzubereiten und um Klassenräume dementsprechend anders zu möblieren, betonte er. "Da brauchen wir schon 'ne Woche, bis wir das alles hinkriegen."

Wenn es zu einer Lockerung des Lockdowns komme, müsse überlegt werden, wie Schulen "sinnvoll schrittweise" wieder öffnen könnten, sagte Meidinger mit Blick auf die Beratungen zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten am Nachmittag. "Das kann sicher nur für einzelne Jahrgangsstufen geschehen, weil wir ja kleinere Gruppengrößen bilden müssen."

+++ 15.04.2020: Medikamentenversorgung in Deutschland auch in Corona-Krise gesichert +++

Trotz Hamsterkäufen und vereinzelten Lieferengpässen müssen sich Menschen in Deutschland derzeit keine Sorgen über die Medikamentenversorgung machen. "Es gibt keine Unterversorgung", sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Zwar gehe die Corona-Krise nicht spurlos an der Produktion von Arzneien vorbei, es gebe aber keinen Grund zu Panik, hieß es.

"Im Augenblick gibt es keinen Grund sich Sorgen zu machen, dass man schlechter als bisher an Medikamente kommt", sagte auch ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbänden. Wie in der aktuellen Pandemie habe es auch in den vergangenen Jahren immer mal wieder Engpässe gegeben. Die Auswirkungen der derzeitigen Pandemie und inwieweit Arzneimittelhersteller zum Beispiel in Indien oder China betroffen sind, könne man noch nicht abschätzen, sagte Kern. Teilweise sei es zu Produktionseinstellungen gekommen. Man müsse wachsam sein und Lieferengpässe als eine verzögerte Folge der Pandemie bedenken.

+++ 15.04.2020: Kubicki: Übertriebene Corona-Maßnahmen im Zweifel stoppen +++

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat die Parlamente in Deutschland aufgerufen, "überbordenden Maßnahmen" der Bundesregierung im Zuge der Corona-Krise im Zweifel einen Riegel vorzuschieben. Kubicki sagte der Deutschen Presse-Agentur, er halte "den häufig verwendeten Begriff der "Lockerungen" für unangemessen". "Der Begriff "Lockerungen" suggeriert, der Staat würde den Menschen im Sinne eines exekutiven Gnadenaktes mehr Freiheiten zugestehen. Tatsächlich handelt es sich um die Rücknahme von Eingriffen in verfassungsrechtlich verankerte Freiheits- und Grundrechte."

Der Bundestagsvizepräsident argumentierte weiter: "Nicht die Ausübung der Freiheitsrechte bedarf einer ständigen Prüfung und Begründung, sondern die Beschränkungen dieser Rechte. Dies hat das Bundesverfassungsgericht gerade in seiner jüngsten Entscheidung zur Religionsausübung noch einmal unmissverständlich festgestellt." Er sei daher "nicht besorgt, dass die Bundes- und Landesregierungen unsere Freiheiten dauerhaft beschränken könnten. Unsere Verfassung stünde dem dankenswerterweise entgegen".

Vertreter der Bundesregierung wie auch von Landesregierungen hatten versichert, dass nach der Corona-Krise die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen wieder vollständig zurückgenommen würden.

Kubicki forderte zudem eine Änderung beim Infektionsschutzgesetz, um eine Informationspflicht der Regierung gegenüber den Parlamenten zu getroffenen Maßnahmen festzuschreiben: "Eine entsprechende Regelung muss die Landes- und Bundesregierungen verpflichten, die Gesundheitsausschüsse der jeweiligen Gebietskörperschaft mindestens alle vier Wochen über die Wirksamkeit und Angemessenheit der Maßnahmen zu unterrichten", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

+++ 15.04.2020: Elternvertreter gegen Kita-Schließung bis zu den Sommerferien +++

Die Bundeselternvertretung der Kindertagesstätten hat den Vorschlag von Wissenschaftlern, jüngere Kinder wegen der Corona-Pandemie bis zu den Sommerferien nicht in die Kitas zu schicken, scharf kritisiert. "Das geht an der Lebenswirklichkeit von Millionen Menschen vorbei", sagte Ulrike Grosse-Röthig, Bundessprecherin der Elternvertretung, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Niemand erwarte "von heute auf morgen" eine vollständige Öffnung der Kitas. Doch 3,7 Millionen Kinder, die zuhause bleiben, würden auch 3,7 Millionen Elternteile bedeuten, die ihrer Arbeit nicht nachgehen könnten.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Montag erklärt, dass die Betreuung von fünf- und sechsjährigen Kindern in Kleingruppen wieder aufgenommen werden sollte. Jüngere Kinder sollten aber bis zu den Sommerferien zuhause bleiben.

Ideal wäre aus Sicht der Elternvertreter eine Rückkehr in den normalen Betrieb "am besten mit viel zusätzlichem Personal, um kleinere Gruppen bilden zu können und so Abstand zu halten". Man werde sicherlich auch darüber nachdenken müssen, mehr Aktivitäten draußen zu unternehmen. Eine Regelung, bei der nach individuellem Bedarf der Familien entschieden wird, welche Kinder in die Kita zurückkehren können, sei gegenüber der kompletten Schließung "nur das kleinere Übel".

+++ 15.04.2020: Verbraucherschützer: Maskenpflicht nur bei ausreichender Versorgung +++

Eine Maskenpflicht zur Bekämpfung des Coronavirus sollte nach Einschätzung von Verbraucherschützern nur bei einer ausreichenden Verfügbarkeit von Schutzmasken eingeführt werden. "Sofern eine Maskenpflicht für bestimmte Lebensbereiche angedacht wird, müssen diese auch zwingend zur Verfügung stehen", sagte Kai Vogel, Gesundheitsexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV), dem "Tagesspiegel" (Mittwoch). Atemschutzmasken seien aber zurzeit vielerorts ausverkauft.

"Die Politik muss dafür Sorge tragen, dass Schutzmasken flächendeckend zur Verfügung stehen, bevor Erleichterungen im öffentlichen Leben erfolgen - und der persönliche Schutz eine der Bedingungen für diese Lockerungen ist", betonte der Verbraucherschützer. Auf keinen Fall dürfe die Schutzkleidung dafür aber aus anderen Bereichen, etwa aus dem Gesundheits- und Pflegebereich, abgezogen werden.

Eine Pflicht zum Tragen einer Maske für Mund und Nase in der Öffentlichkeit wird als eine mögliche Maßnahme diskutiert, um die zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie erlassenen Beschränkungen schrittweise zu lockern.

+++ 14.04.2020: Dreyer will Schulen nach und nach öffnen +++

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, hat einen Stufenplan zur Wiedereröffnung der Schulen angekündigt. "Wir werden beim Schulstart einen Stufenplan vorsehen, um immer wieder sehen zu können, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinische Post" vor Beratungen der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Corona-Krise an diesem Mittwoch. Offen sei noch, mit welchen Klassenstufen man beginne.

"Der Einwand, dass es gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler schwieriger ist, sich an die empfohlenen Hygienestandards zu halten, ist auf jeden Fall nachvollziehbar und gut zu überlegen", sagte Dreyer. Sie befürwortete auch die Verpflichtung, Schutzmasken im öffentlichen Nahverkehr zu tragen. "Einfache Atemmasken können ein probates Mittel sein, um andere zu schützen. Das ist besonders wichtig, wenn der Mindestabstand nur schwer einzuhalten ist, wie in Bussen oder Bahnen."

Dreyer hatte sich Anfang April gegen eine allgemeine Maskenpflicht zur Eindämmung des Virus ausgesprochen. "Wir dürfen nicht suggerieren, dass der einfache Maskenschutz die Lösung des Problems ist. Das wäre das absolut falsche Signal", hatte die Ministerpräsidentin gewarnt. Allerdings hatte sie auch festgestellt, dass viele Menschen das Bedürfnis entwickelt hätten, solche Schutzmasken zu tragen.

+++ 14.04.2020: Zahlreiche Covid-19-Infektionen auf Krebsstationen des UKE +++

Am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) haben sich im hochsensiblen Bereich der Krebsstationen mehrere Patienten und Mitarbeiter mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. "Im Bereich der Onkologie sind in der vergangenen Woche rund 20 Patientinnen und Patienten sowie rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen Covid-19-positiv getestet worden", erklärte UKE-Sprecherin Saskia Lemm am Dienstagabend auf Anfrage. Die zuständigen Behörden seien informiert worden. "Einige dieser Patienten werden entsprechend noch im UKE betreut, andere sind in die Häuslichkeit entlassen worden."

Nach Bekanntwerden der ersten Infektion seien alle Patienten der onkologischen Stationen auf Covid-19 getestet worden. Infizierte seien umgehend auf spezielle Covid-19-Stationen außerhalb des Zentrums für Onkologie verlegt und dort isoliert untergebracht worden. Mitarbeiter der betroffenen Stationen seien einem ausgedehnten Screening unterzogen worden. Die genauen Wege der Infektion würden derzeit aufgearbeitet, könnten aber nicht auf eine einzelne Person zurückgeführt werden, betonte Lemm. Laut einem Bericht des "Spiegel", der zuerst über den Fall berichtet hat, gehen die Infektionen auf eine infizierte Reinigungskraft zurück.

+++ 14.04.2020: Mehr als 128.400 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 3.200 Tote +++

In Deutschland sind bis Dienstagabend mehr als 128.400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.30 Uhr: Mehr als 126.600 Infektionen). Mindestens 3.217 (Vortag Stand 20.30 Uhr: 2994) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 68.200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 33.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 891 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 27 200 Fällen und mindestens 661 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 25.200 bestätigten Fällen und mindestens 756 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 259,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 154,5. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

+++ 14.04.2020: 53 Corona-Infizierte in Pflegeheim - Krankenhäuser vorgewarnt +++

Nach positiven Corona-Tests bei 53 von 70 Bewohnern eines Pflegeheims in der Gemeinde Rümpel bei Bad Oldesloe sind die umliegenden Krankenhäuser vorsorglich alarmiert worden. Bisher seien keine schweren Erkrankungen festgestellt worden und es sei auch kein Infizierter im Krankenhaus, sagte Amtsarzt Jörg Günther am Dienstag in Bad Oldesloe auf einer Pressekonferenz des Kreises Stormarn (Schleswig-Holstein).

Noch steht nicht fest, ob ein Bewohner von der schweren Verlaufsform verschont bleibt. Auch 19 von 58 Beschäftigten des Wohnparks Rohlfshagen sind laut Günther infiziert. Das Heim mit Garten liegt abgelegen, Polizisten kontrollierten am Dienstag die Zufahrt. Das Durchschnittsalter der Bewohner ist 81 Jahre, wie Heimleiter Daniel Schöneberg mitteilte.

Wie das Virus in die Pflegeeinrichtung für Demenzkranke und psychisch Auffällige genau kam, ist laut Günther ungeklärt. Eine Mitarbeiterin habe am 3. April noch in dem Heim gearbeitet, am Tag darauf, einem Samstag, habe sie Krankheitssymptome festgestellt. Nachdem die Mitarbeiterin positiv getestet worden war, sollten alle Bewohner und Mitarbeiter getestet werden. Ein Großteil wurde bereits getestet. Bei 14 Bewohnern und 29 Pflegekräften war der Test negativ. Die Tests von 10 Mitarbeitern stehen noch aus. Ein Heimbewohner lehnte den Test ab.

Es sei nicht zwangsläufig so, dass die erste festgestellte infizierte Mitarbeiterin das Virus ins Heim getragen haben müsse. Denn nachdem sie positiv getestet worden sei, seien innerhalb weniger Tage insgesamt 72 Infizierte nachgewiesen worden. "Es war keine Dynamik feststellbar, wir hatten einen Fall und dann sofort 72 Fälle."

Günther verteidigte den Ansatz, dass auch infizierte, aber symptomfreie Pflegekräfte weiterhin in der Einrichtung die Bewohner betreuten. Dies liege daran, dass Demenzkranke und psychisch Auffällige auf vertraute Pflegekräfte angewiesen seien und Corona-Auflagen ohnehin selber nicht befolgen könnten. Wegen der räumlichen Situation konnten die bislang negativ getesteten Bewohner nicht separiert werden, um die ungewohnte Situation nicht weiter zu verschärfen.

+++ 14.04.2020: Mehr als 127.900 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 3.100 Tote +++

In Deutschland sind bis Dienstagnachmittag mehr als 127.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: Mehr als 126.000 Infektionen). Mindestens 3143 (Vortag Stand 16.15 Uhr: 2942) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 68.200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 33.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 891 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 27.200 Fällen und mindestens 661 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 24.800 bestätigten Fällen und mindestens 702 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 259,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 153,9. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

+++ 14.04.2020:Baden-Württembergs Regierung für Schulbeginn frühestens am 27. April +++

Die baden-württembergische Landesregierung hat sich dafür ausgesprochen, die Schulen im Land frühestens am 27. April wieder zu öffnen. Das geht aus einem Papier des Staatsministeriums für die Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.

In der Schaltkonferenz will Merkel an diesem Mittwoch mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beraten. Dabei geht es unter anderem um die Lockerung der strengen Einschränkungen im öffentliche Leben.

"In der 18. oder 19. Kalenderwoche soll zuerst der Unterricht für die Jahrgänge, die vor Abschlussprüfungen stehen, beginnen", heißt es in dem Schreiben. "Dann folgen die Jahrgänge, die unmittelbar danach folgen." Besonders in Kindergärten und in den unteren Grundschulklassen werde es nicht gelingen, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in der Praxis zu garantieren. Bei den Schülern älterer Jahrgänge könne man mehr Verständnis voraussetzen.

"Das Abflachen der Infektionskurve wird es uns in absehbarer Zeit ermöglichen, erste Schritte zurück in die Normalität zu gehen", heißt es in dem Papier. Darin ist auch die Rede von ersten vorsichtigen Öffnungen in verschiedenen Dienstleistungsbereichen.

Allerdings müssten die Kontaktbeschränkungen vorerst bestehen bleiben - etwa der Mindestabstand von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit und das Verbot von Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen. Auch von einem "Maskengebot" ist die Rede: Im öffentlichen Raum - etwa im öffentlichen Nahverkehr, in Schulen oder beim Einkaufen - sollen künftig möglichst alle Menschen im Land einfache Stoffmasken tragen, um sich und andere zu schützen.

+++ 14.04.2020: Kretschmer will weniger Einschränkungen nach dem 20. April +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat für eine Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen bereits vom 20. April an plädiert. "Wir wollen eine Lockerung in den Bereichen, die gesellschaftlich und wirtschaftlich am wichtigsten sind", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag) vor den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch. Er verwies darauf, dass Deutschland durch schnelles Handeln, das den Bürgern viel abverlangt habe, bisher eine große Tragödie erspart geblieben sei. "Nur weil wir alle diszipliniert waren, haben wir viele Menschenleben retten können."

Die Krankenhäuser hätten ihre Kapazitäten aufgestockt und es könne mehr getestet werden. "Jetzt können wir über weitere Schritte entscheiden." Der Schutz der Gesundheit habe weiter höchste Priorität bei der Umsetzung der Maßnahmen. "Wir werden nicht ohne, aber mit weniger Einschränkungen nach dem 20. April leben können."

+++ 14.04.2020: NRW-Ministerin will Schulen nach Osterferien schrittweise öffnen +++

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen sollen nach den Osterferien schrittweise wieder öffnen. Das sei ihr "festes Ziel", um vor allem die Durchführung von Prüfungen und die Vergabe von Abschlüssen zu ermöglichen, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

+++ 14.04.2020: Sachsen will mit Vier-Stufen-Plan Corona-Beschränkungen lockern +++

Sachsen will mit einem Vier-Stufen-Plan die Auflagen im Kampf gegen das Coronavirus lockern. Details sollen aber erst am Mittwochabend nach der Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und einer anschließenden Sitzung des sächsischen Kabinettes mitgeteilt werden. Sachsen strebe bei der Telefonkonferenz ein einheitliches Vorgehen der Länder an, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Viele Empfehlungen der Wissenschaftsakademie Leopoldina seien auch im sächsischen Plan enthalten. Nicht alles werde auf einmal möglich sein, sagte Köpping. Das weitere Vorgehen erfolge "Schritt für Schritt".

+++ 14.04.2020: Laschet will Mittwoch über Wege aus der Corona-Krise informieren +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will die Öffentlichkeit am Mittwoch informieren, wie es mit den Einschränkungen in der Corona-Krise in seinem Bundesland weitergeht. Das kündigte der Regierungschef am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Düsseldorf an.

Von einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch erwarte er einheitliche Maßstäbe zum weiteren Umgang mit den Einschränkungen, die aber flexible Lösungen für den spezifischen Bedarf eines jeden Landes zuließen, sagte Laschet. Am Donnerstag solle das Landeskabinett in Düsseldorf dann über einen Vorschlag beschließen, wie es mit den Schulen weitergehe.

+++ 14.04.2020: Sanofi und GlaxoSmithkline arbeiten bei Corona-Impfstoff zusammen +++

Die beiden Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline wollen gemeinsam an einem Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 arbeiten. Erste klinische Tests für einen Kandidaten sollen in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres beginnen, wie es bei der Vorstellung der Pläne am Dienstag von Sanofi hieß. Sollten diese erfolgreich verlaufen, könne ein Impfstoff in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein.

+++ 14.04.2020: Weil: Lockerungen werden vorsichtig und schrittweise erfolgen +++

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise vor vorschneller Hoffnung auf umfassende Lockerung der Einschränkungen gewarnt. "Niemand von uns sollte die Illusion haben, dass wir ab nächster Woche unser altes Leben zurückbekommen", sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Hannover. "Auf der Grundlage der aktuellen Erkenntnisse über die Ausbreitung des Virus und die Auslastung unserer Krankenhäuser werden wir allenfalls über erste, vorsichtige Schritte zur Lockerung der geltenden Einschränkungen reden können."

Und auch weitere Schritte könnten jeweils nur stufenweise und unter enger Bewertung des Infektionsgeschehens erfolgen, meinte Weil. "Bis wir aber beispielsweise wieder große Konzerte miteinander besuchen können, wird noch einige Zeit ins Land gehen." Auf der Politik liege derzeit ein erheblicher öffentlicher Druck aus ganz unterschiedlichen Richtungen. "Ein Teil der Bürgerinnen und Bürger hat große Sorgen vor einer zu schnellen Ausbreitung des Virus und ist dementsprechend skeptisch gegenüber der gesamten Exit-Debatte", so Weil. Ein anderer Teil wünsche eine zügige Rückkehr in die Normalität.

Am Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten in einer Schaltkonferenz die Lage bewerten. Zuvor tagt erneut das Corona-Krisenkabinett. "Wir werden sehr genau abzuwägen haben, sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden dieser Verantwortung, so hoffe ich, auch gerecht werden", meinte Weil vor der Bund-Länder-Konferenz.

+++ 14.04.2020: Spahn zufrieden mit Verhalten der Bürger an Osterwochenende +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich zufrieden mit dem Verhalten der Bürger am Osterwochenende gezeigt. Die Einschränkungen wegen der Corona-Krise hätten "eine sehr, sehr hohe Akzeptanz und Unterstützung" in der Bevölkerung gefunden, sagt er am Dienstag in Wiesbaden. Das sei wichtig für das weitere Vorgehen und für mögliche Lockerungen der Corona-Regelungen.

Spahn hatte zuvor an einer Sitzung des hessischen Corona-Kabinettausschusses teilgenommen. Am Vormittag war er außerdem zu Besuch im Uni-Klinikum in Gießen gewesen, um sich dort über die Situation angesichts der Corona-Krise zu informieren.

+++ 14.04.2020: Von der Leyen legt Exit-Strategie aus Corona-Sperren vor +++

Mit einer Woche Verzögerung will EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen an diesem Mittwoch ihre europäische Strategie zur schrittweisen Lockerung der Corona-Auflagen vorstellen. Dies kündigte ihr Sprecher Eric Mamer am Dienstag an. Der Plan soll gemeinsame Kriterien für die schrittweise Aufhebung der Beschränkungen vorschlagen, darunter die Klinikkapazitäten. Die Entscheidung und der Zeitplan liegen aber in der Hand der einzelnen EU-Staaten.

Ursprünglich wollte von der Leyen die Strategie schon am Mittwoch voriger Woche vorlegen. Der Termin wurde auf Bitten einzelner Mitgliedsstaaten verschoben, die vor Ostern kein Signal der möglichen Lockerung der Beschränkungen setzen wollten.

Ein Entwurf der Strategie wurde aber schon bekannt. Das Wichtigste: Die Kommission empfahl darin kleine, streng kontrollierte Schritte der Öffnung, die sich über Monate hinziehen sollen. Zwei Bedingungen sollten vorher erfüllt sein: eine spürbare Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus und eine ausreichende Zahl von Krankenhaus- und Intensivbetten.

Einige Länder haben bereits erste Schritte zur Lockerung eingeleitet, darunter Österreich und Spanien. In Deutschland wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder ebenfalls am Mittwoch beraten, wann und in welchem Umfang eine schrittweise Öffnung beginnen könnte.

+++ 14.04.2020: Günther rechnet mit schrittweiser Lockerung der Corona-Regeln +++

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat eine schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen in Schleswig-Holstein angekündigt. Die Schleswig-Holsteiner müssten sich in der "Phase des Hochfahrens" weiter auf Einschränkungen einstellen, sagte Günther am Dienstag. "Wir werden einen Phasenplan als Landesregierung entwickeln, um eine klare Perspektive zu geben." Die Menschen müssten abschätzen können, ab wann was wieder möglich sein werde. "Das wird sich aber an klaren Kriterien orientieren."

Beim Wiederhochfahren spiele neben dem Verlauf des Infektionsgeschehens auch die Auslastung der Krankenhäuser eine Rolle. "Immer steht im Mittelpunkt, Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen zu schützen", sagte Günther.

Die Landesregierung werde vor den Gesprächen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch definitiv keine Entscheidungen treffen, sagte Günther. Der Regierungschef geht davon aus, dass in einigen Bereichen bundesweit einheitlich vorgegangen wird. Als Beispiel nannte er die Regeln für Kitas und Schulen. Er rechne mit einem Konsens in vielen Bereichen, sagte Günther. Allerdings gebe es unterschiedliche Begebenheiten in den Ländern.

+++ 14.04.2020: Gaststättenverband fordert einheitliches Vorgehen in Corona-Krise +++

Der Gaststättenverband Dehoga hat mit Blick auf eine künftige Lockerung der Maßnahmen in der Corona-Krise ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern gefordert. "Ganz wichtig ist für die Branche und die Bevölkerung, dass die Regelungen verständlich und bundesweit einheitlich sind", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der Deutschen Presse-Agentur. Zudem forderte sie eine frühzeitige Ankündigung möglicher Lockerungen. "Es muss so rechtzeitig sein, dass die Betriebe Zeit für den Wareneinkauf, die Personaleinsatzplanung und für die Umsetzung notwendiger Schutzmaßnahmen haben. Drei Arbeitstage wären ausreichend."

Am Mittwoch kommen die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen, um über die Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise zu beraten.

Hartges geht davon aus, dass Hotels und die Gastronomie in jedem Fall besonders lange von Einschränkungen betroffen sein werden. "Es wird weiter weniger Veranstaltungen, Tagungen oder Kongresse geben." Der Besuch von Clubs, Diskotheken oder Bars sei vermutlich ebenfalls erst später wieder möglich. Hartges forderte deshalb Verpächter auf, den Betrieben entgegenzukommen. "Die Pacht ist für die Unternehmen eine hohe Belastung." In guten Lagen mache sie bis zu 30 Prozent vom Nettoumsatz aus. "Hier gibt es gesetzgeberischen Handlungsbedarf."

+++ 14.04.2020: Noch nicht eingedämmt: RKI rät zu anhaltender Pandemie-Disziplin +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat dazu geraten, die Abstands- und Hygieneregeln auch im Fall einer ersten Lockerung von Maßnahmen streng beizubehalten. Es gebe noch keine Hinweise darauf, dass der Corona-Ausbruch in Deutschland eingedämmt sei, betonte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag. Es sei aber gelungen, sie zu verlangsamen, vor allem durch das Einhalten der Regeln. "Diese Disziplin sollten wir weiter beibehalten", ergänzte er. "Wenn die Mobilität wieder zunimmt, ist das nicht schlecht - aber bitte mit Abstandsregeln."

Im Moment stecke ein infizierter Mensch in Deutschland durchschnittlich 1,2 weitere Menschen an, so Wieler. Um die Epidemie abflauen zu lassen, müsste diese sogenannte Reproduktionszahl unter 1 liegen.

Die Ansteckungszahlen hätten sich - regional unterschiedlich - insgesamt auf einem hohen Niveau eingependelt, erklärte der RKI-Chef weiter. "Wir haben noch keinen eindeutigen Hinweis, dass sie zurückgehen." Ein möglicher Effekt nicht eingehaltener Kontaktsperren über Ostern wird sich wegen der Inkubationszeit, der Zeit für Test und Testergebnis sowie der Meldeverzögerungen erst in etwa 14 Tagen in der RKI-Statistik zeigen.

Nach den Daten, die dem Institut bisher vorliegen, entwickeln rund zwei Prozent der infizierten Menschen in Deutschland eine Lungenentzündung. Rund jeder sechste Infizierte (16 Prozent) kommt wegen schwerer Symptome ins Krankenhaus.

Für Wieler sind zwei wichtige Etappenziele schon erreicht: Die Grippewelle in Deutschland ist zu Ende und kann sich mit der Pandemie nicht mehr überschneiden. Und trotz der Dynamik der Pandemie gebe es zur Zeit keine Engpässe bei den Behandlungsmöglichkeiten, sagte er.

Das Tragen selbstgenähter Mund- und Nasenbedeckung, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, sieht Wieler als einen kleinen zusätzlichen Schutz-Baustein. Jedoch nur, wenn die Abstands- und Hygieneregeln auch weiter streng gewahrt werden. Da sich Symptome erst zwei bis drei Tagen nach einer Ansteckung zeigten, sei die Chance, dass mit der Bedeckung von Mund und Nase weniger Viren in die Umgebung geschleudert würden, größer. Einen wirklichen Schutz aber böten nur Profi-Masken, die Ärzten und Pflegepersonal vorbehalten seien.

+++ 14.04.2020: Studie: Zahl der Covid-19-Toten in Pflegeheimen stark unterschätzt +++

Etwa jeder zweite Todesfall durch das Coronavirus in fünf europäischen Ländern wird einer Studie zufolge aus einem Pflegeheim gemeldet. Eine Forschergruppe der London School of Economics hat für ihre Untersuchung die offiziellen Daten von fünf Ländern ausgewertet: Italien, Spanien, Irland, Belgien und Frankreich. Demnach standen zwischen 42 und 57 Prozent aller Todesfälle in diesen Heimen in Verbindung mit dem neuartigen Erreger.

Die Wissenschaftler betonten am Dienstag, dass ihre Studie nur bedingt aussagekräftig sei: Die einzelnen Länder zählten die Fälle auf verschiedene Weisen; auch die Definition von "Pflegeheim" unterscheide sich von Staat zu Staat. Dies könnte die Ergebnisse beeinflusst haben, erläutern die Experten. Dennoch dürfe das Ausmaß der Infektionen und Todesfälle in den Heimen nicht ignoriert werden.

Eindeutig ist die Lage demnach in Irland, da das Land zentral die Daten zu den Covid-19-Erkrankungen erfasst. Von den bis Samstag 6.444 registrierten Patienten mit der Lungenerkrankung starben 288. 156 von ihnen - also 54 Prozent - waren Bewohner in Pflegeheimen. In Spanien kam das Team sogar auf 57 Prozent. Hier basierten die Zahlen jedoch auf Medienberichten zu den von Regionalregierungen veröffentlichten Statistiken. Belgien kam auf den einen Wert von 42 Prozent, Frankreich auf 45 und Italien auf 53 Prozent.

Kritiker bemängeln seit Wochen, dass in die Statistiken in Großbritannien bislang kaum Todesfälle in Heimen eingehen. Rosalind Altmann, Mitglied des britischen Oberhauses, sagte im BBC-Interview am Dienstag, sie sei ernsthaft besorgt. Bewohner in Pflegeheimen hätten ihr berichtet, das sie sich "wie Lämmer beim Schlachter" fühlten. Auch Senioren müssten angemessen behandelt werden.

Der britische Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert. Es fehlt im Kampf gegen die Pandemie an Klinikpersonal, Betten, Schutzausrüstungen und Tests. Ärzte müssen einer Richtlinie zufolge nach Überlebenschancen entscheiden, wer beispielsweise beatmet wird, falls die Kapazitäten nicht mehr ausreichen sollten

+++ 14.04.2020: Müller sieht Lockerungen von Beschränkungen frühestens ab 27. April +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) geht davon aus, dass die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise nicht vor dem 27. April gelockert werden. Lockerungen könne es "frühestens ab 27. April, eventuell auch erst ab 1. Mai" geben, sagte Müller am Dienstag dem RBB-Hörfunksender Radio eins. "Ab kommendem Montag wird es wahrscheinlich nicht sein", fügte er hinzu. Dann laufen die bisherigen Bestimmungen zu Kontaktverboten, Geschäfts- oder Schulschließungen aus. Müller verwies auf die am Mittwoch geplante Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

+++ 14.04.2020: Spahn informiert sich an Gießener Uni-Klinik über Corona-Lage +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich am Uni-Klinikum in Gießen über die Situation im Gesundheitswesen angesichts der Corona-Krise informiert. Bei dem Besuch am Dienstag sprach er unter anderem mit einer Medizinstudentin, die sich am Eingang der Klinik um Coronavirus-Verdachtsfälle kümmert, sowie mit einem Arzt und einer Krankenschwester vor der Intensivstation. Am Uni-Klinikum in Gießen (UKGM) werden nach Angaben eines Sprechers derzeit 18 Covid-19-Patienten behandelt. Bei Spahns Besuch standen außerdem Gespräche mit der Geschäftsführung und dem Krisenstab des Klinikums auf dem Programm.

Der Bundesminister wurde unter anderem begleitet von Ministerpräsident Volker Bouffier, Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) und dem hessischen Sozialminister Kai Klose (Grüne). Sie alle trugen bei dem Besuch in der Klinik Mundschutz.

+++ 14.04.2020: Söder warnt bei Corona-Exit-Strategie vor Überbietungswettbewerb +++

Vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel über Wege aus den Anti-Corona-Maßnahmen hat Bayerns Regierungschef Markus Söder vor einem Überbietungswettbewerb gewarnt. "Wir brauchen einen sicheren und besonnenen Weg aus der Corona-Krise", schrieb der CSU-Politiker am Dienstag auf Twitter. "Unsere Maßnahmen wirken, aber wir dürfen keinen Rückschlag riskieren." Vorsichtige Erleichterungen könne es nur mit zusätzlichem Schutz geben. "Es sollte kein Überbietungswettbewerb entstehen, der die Menschen verunsichert", schrieb er. Maß und Mitte seien gefragt.

Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Mittwoch in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Mit Spannung erwartet wird, ob und welche Art von Fahrplan es geben wird, um die einschneidenden Maßnahmen wie Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen langsam zu lockern.Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

Die nationale Wissenschafts-Akademie Leopoldina hatte am Montag für einen "realistischen" Zeitplan zurück zur Normalität plädiert. Die Wissenschaftler empfahlen, Schulen "sobald wie möglich" wieder zu öffnen - angefangen bei Grundschulen sowie Unter- und Mittelstufen. Die Leopoldina nannte aber auch viele Voraussetzungen für eine Rückkehr zu mehr Normalität. Zudem liegt eine Ausarbeitung eines von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) berufenen Expertenrats vor.

+++ 14.04.2020: Abstandsregeln: RKI rät zum Schulstart für höhere Jahrgänge +++

Anders als die Leopoldina regt das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) an, Schulen zuerst wieder für die höheren Jahrgänge zu öffnen. Es gehe dabei um die Annahme, dass Jugendliche Abstandsregeln besser einhalten könnten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag. "Das ist eine Entscheidung der Politik", ergänzte er. Es gebe Gründe dafür und dagegen. Vieles sei ein Ausprobieren.

Es gebe derzeit noch keine Hinweise darauf, dass die Coronavirus-Epidemie in Deutschland eingedämmt sei, betonte Wieler. Es sei aber gelungen, sie zu verlangsamen, vor allem durch das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln. "Diese Disziplin sollten wir weiter beibehalten."

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aus Halle hatte am Montag empfohlen, zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe 1 zu öffnen, unter anderem, weil Jüngere mehr auf persönliche Betreuung, Anleitung und Unterstützung angewiesen seien.

+++ 14.04.2020: Mehr als 126.600 Corona-Nachweise in Deutschland - 2.998 Tote +++

In Deutschland sind bis Dienstagvormittag mehr als 126.600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: Mehr als 124.100 Infektionen). Mindestens 2.998 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 2.834) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 68.200 Menschen die Infektion überstanden. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weit darüber liegen - unter anderem, weil zahlreiche milde oder symptomlose Verläufe gar nicht durch Tests erfasst wurden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben den Test-Statistiken zufolge Bayern mit mehr als 33.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 834 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 26.900 Fällen und mindestens 613 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 24.800 bestätigten Fällen und mindestens 702 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 254,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 152,3. Allerdings ist die Anzahl der Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 14.04.2020: NRW-Minister: Kein Normalbetrieb in Kitas und Schulen nach Ferien +++

Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp erwartet keine Rückkehr zu normal geöffneten Schulen und Kitas in NRW sofort nach den Osterferien. "Ich halte es für ausgeschlossen, dass schon am kommenden Montag Schulen und Kitas wieder regulär öffnen", sagte der FDP-Politiker der "WAZ" (Dienstag).

Mit den Kitaträgern werde über einen Stufenplan gesprochen. Ein "Maßnahmenkatalog" mit Hygieneregeln werde vorbereitet. Es werde diskutiert, dass diese zunächst mit älteren Kindern eingeübt und danach jahrgangsweise erweitert werden könnten. "Eventuell könnten wir Ende des Monats damit beginnen, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Umsetzung der Hygienemaßnahmen bis dahin gewährleistet werden kann", sagte Stamp.

Am Mittwoch wollen sich die Regierungschefs der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die nächsten Schritte verständigen und festlegen, wie es nach den Osterferien weitergeht.

+++ 14.04.2020: Branchenverband für vorsichtige Wiederöffnung der Möbelhäuser +++

Die deutsche Möbelindustrie setzt sich für eine Wiederöffnung ihrer Handelshäuser ein, die wegen der Corona-Pandemie seit Wochen geschlossen sind. Der Gesundheitsschutz stehe natürlich ganz oben an, sagte der Geschäftsführer des Verbands der Möbelindustrie, Jan Kurth, der "Neuen Westfälischen Zeitung" (Dienstag). Aber wenn dieser gewährleistet sei, "dann plädieren wir dafür, den Handel vorsichtig wieder hochzufahren".

Der Verbandschef verwies auf die Situation in den Baumärkten, die auch in der Krise nicht geschlossen worden seien. Was dort funktioniere, müsse auch im Möbelhandel möglich sein. Die Kunden hätten längst verstanden, wie wichtig es sei, Abstand zu halten. An diesem Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über eine mögliche Aufhebung von Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie.

Nach einer Umfrage des Verbandes haben bereits 85 Prozent der Möbelhersteller Kurzarbeit angemeldet. Gut die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) habe seine Produktion ganz oder teilweise eingestellt. "Die Ausweichmöglichkeiten auf den Online-Handel sind nur begrenzt", sagte Kurth. Nur bei 29 Prozent der Unternehmen habe der Online-Handel zu einem spürbaren oder gar starken Umsatzanstieg geführt.

+++ 14.04.2020: Leopoldina-Präsident: Stadionbesuche erst in vielen Monaten +++

Der Präsident der Wissenschaftsakademie Leopoldina rechnet über einen langen Zeitraum mit Geisterspielen im Fußball. "Es wird sicherlich viele Monate dauern, es kann bis zu eineinhalb Jahre sein", sagte Gerald Haug den ARD-"Tagesthemen" auf die Frage, wie lange auf Besuche in Fußballstadien verzichtet werden sollte. Der 52-Jährige verwies darauf, dass die Corona-Pandemie erst ende, wenn ein Impfstoff gegen das Virus gefunden sei. Bis dahin sei es "sicherlich klug", nicht ins Fußballstadion zu gehen.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Montag eine Stellungnahme veröffentlicht, die sich mit Schritten zur Lockerung der Beschränkungen in der Corona-Krise beschäftigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet. Am Mittwoch wollen die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten über die weiteren Maßnahmen beraten.

Die Deutsche Fußball Liga hat für den Freitag eine außerordentliche Mitgliederversammlung angesetzt. Dann soll über eine mögliche Fortsetzung der Saison in den Bundesligen im Mai entschieden werden. Die DFL plant vorerst mit Geisterspielen, um zumindest große Teil der noch ausstehenden TV-Gelder und Sponsoren-Einkünfte in Höhe von rund 750 Millionen Euro zu retten.

Leopoldina-Präsident Haug verwies darauf, dass die Stellungnahme der Wissenschaftler nur eine Empfehlung sei. "Der Fahrplan muss ganz klar von der Politik kommen", sagte der Klimaforscher. Ob es bis zur Öffnung der Stadien für die Fans wirklich eineinhalb Monate dauere, müsse man abwarten. Es gebe auch "optimistischere Prognosen", wann ein Impfstoff bereitstehen könnte.

+++ 14.04.2020: Grünen-Chefs fordern stufenweise Öffnung von Kitas und Schulen +++

Die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck haben sich dafür ausgesprochen, Schulen und auch Kitas nach und nach wieder zu öffnen - aber begleitet von Vorsichtsmaßnahmen. Bevor am Mittwoch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten, wie es in der Corona-Krise weitergeht, schrieben die beiden einen Brief an die Parteimitglieder, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Abschlussklassen sollten als erste wieder in die Schulen", heißt es darin. Auch die Klassen eins bis sechs sollten Priorität haben, weil die Betreuung der jüngeren Schüler besonders wichtig sei.

"Kitas sollten schrittweise geöffnet werden", schreiben Baerbock und Habeck - erst für Kinder mit einem Elternteil in sogenannten systemrelevanten Berufen, dann auch für andere, vor allem an Orten mit geringen Infektionszahlen. Sowohl für Schüler als auch Kita-Kinder schlagen die beiden vor, Gruppen aufzuteilen, um sie zu verkleinern. Die Nationalakademie Leopoldina hatte am Montag empfohlen, Kitas bis zu den Sommerferien im Notbetrieb zu lassen, und nur Fünf- bis Sechsjährige mit höchstens fünf Kindern im Raum auf den Übergang in die Grundschule vorzubereiten.

Als Priorität sehen Habeck und Baerbock auch soziale Hilfsstrukturen wie Beratungsstellen und Tafeln, Einzelhändler, die den gebotenen Abstand zwischen Menschen organisieren können, und Industriebetriebe mit den zugehörigen Dienstleistungen, deren Ausfall nicht kurzfristig überbrückt werden kann. Hier seien Lockerungen "besonders dringend". Grundsätzlich müssten aber immer Vorsichts- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Habeck und Baerbock halten regionale unterschiedliche Maßnahmen für notwendig, fordern aber bundesweit einheitliche Kriterien dafür. Kriterien für Lockerungen sollten eine geringe Ansteckungs- und Erkrankungsgefahr sein, Härten für das gesellschaftliche Leben und die Relevanz des jeweiligen Bereiches der Wirtschaft.

+++ 14.04.2020: Maas für einheitliche Corona-App in der EU +++

Außenminister Heiko Maas hat sich für eine einheitliche Corona-App in der Europäischen Union ausgesprochen. "Wichtig ist, dass wir nicht bei einem Flickenteppich aus 27 Corona-Apps und 27 Datenschutzregimen landen, sondern möglichst abgestimmt vorgehen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Damit leisten wir auch einen Beitrag, Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen in der EU schnell und dauerhaft wieder abzubauen."

Eine Corona-App wird laut Maas ein wichtiger Teil der Exit-Strategie sein - allerdings auf freiwilliger Basis. Man müsse nicht die "Big-Brother-Methoden autoritärer Staaten kopieren".

In Deutschland und anderen europäischen Ländern ist die Idee einer solchen App seit Wochen im Gespräch. Es geht darum, Menschen schnell zu informieren, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Nach Angaben von Chris Boos, einem der führenden Forscher des Projektes PEPP-PT, steht die in Europa entwickelte Smartphone-Technologie zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie voraussichtlich bald nach Ostern als konkrete Corona-Warn-App zur Verfügung.

+++ 13.04.2020: Rund 126.600 Corona-Nachweise in Deutschland - mindestens 2.994 Tote +++

In Deutschland sind bis Montagabend mindestens Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: 124.100). Mindestens 2.994 (Vortag Stand 20.15 Uhr: 2830) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 64.300 Menschen die Infektion überstanden. Damit gelten etwa die Hälfte der bisher erfassten Infizierten inzwischen als genesen. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weit darüber liegen - unter anderem, weil zahlreiche milde oder symptomlose Verläufe gar nicht durch Tests erfasst wurden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben den Test-Statistiken zufolge Bayern mit mehr als 33.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 834 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 26.900 Fällen und mindestens 613 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 24.800 bestätigten Fällen und mindestens 702 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 254,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 152,3. Allerdings ist die Anzahl der Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 13.04.2020: Corona: WHO rät zu äußerster Umsicht bei Weg zurück zur Normalität +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der Coronakrise erneut zu äußerster Umsicht bei der Lockerung strenger Maßnahmen geraten. "Jetzt ist die Zeit für Wachsamkeit. Jetzt ist die Zeit sehr, sehr vorsichtig zu sein", sagte WHO-Experte Michael Ryan am Montag in Genf. Wer erste Schritte zurück zur Normalität gehe, müsse mehrere Bedingungen erfüllen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dazu gehöre nicht zuletzt die Fähigkeit, die Infizierten schnell identifizieren und isolieren zu können. Er warnte, dass sich das Coronavirus zwar schnell ausbreite, aber sehr langsam weiche. Das Virus sei zehnmal tödlicher als die Schweinegrippe 2009, so Tedros. Die Menschen müssten auf absehbare Zeit ihr Verhalten ändern und soziale Distanz leben, hieß es.

Zur Frage, ob einmal Infizierte einen Schutz vor Wiederansteckung hätten, hielt sich die WHO zurück. Es gebe noch viel zu wenige Daten, um das wirklich grundsätzlich beantworten zu können. Aktuell gehe man davon aus, dass einmal Erkrankte zumindest für eine gewisse Zeit einen Schutz genießen würden. Wie lange diese Zeit sei, sei aber unklar.

+++ 13.04.2020: Mehr als 70 Corona-Infizierte in Pflegeheim +++

In einem Pflegeheim in Schleswig-Holstein sind 53 der 70 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von den 60 Mitarbeitern liegen bislang 19 positive Testergebnisse vor, wie der Kreis Stormarn am Montag mitteilte. Mit weiteren positiven Testergebnissen sei zu rechnen. Die Einrichtung in Rümpel bei Bad Oldesloe steht seit Donnerstag unter Quarantäne, als die ersten zwei positiven Tests bekannt wurden. Die Bewohner und Bewohnerinnen seien überwiegend dement oder psychisch auffällig.

Bislang wiesen sie keine respiratorischen Symptome wie Atemnot auf, hieß es. Wegen der räumlichen Situation könnten die bislang negativ getesteten Bewohner nicht separiert werden. Das Personal solle vorerst weiterarbeiten, solange es keine Symptome aufweise. Die Bewohner seien schon durch die ausbleibenden Besuche belastet und sollten nicht zusätzlich durch einen Wechsel des vertrauten Personals verunsichert werden.

+++ 13.04.2020: Leopoldina: Schulen so bald wie möglich wieder öffnen +++

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. In der am Montag veröffentlichten Stellungnahme der Wissenschaftler heißt es unter anderem zu den Voraussetzungen, die Infektionen müssten auf niedrigem Niveau stabilisiert und die bekannten Hygieneregeln eingehalten werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet.

+++ 13.04.2020: Kieler Virologe: Ohne Schutzmaßnahmen wären Krankenhäuser voll +++

Für eine Entwarnung in der Corona-Krise gibt es nach Überzeugung des Kieler Virologen Prof. Helmut Fickenscher bisher keinen Grund. "Würde man die Schutzmaßnahmen aufheben, hätten wir höchstwahrscheinlich in kurzer Zeit volle Krankenhäuser", sagte der Leiter des Instituts für Infektionsmedizin der Universität Kiel der Deutschen Presse-Agentur. Dann könnten wegen Überlastung nicht einmal mehr simple Unfälle angemessen behandelt werden. "Die Bremsung muss aufrechterhalten werden", sagte Fickenscher, der auch Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) ist.

Dass die Zahl der Infektionen nicht mehr so stark steigt, sei schlicht die Folge der strengen Schutzmaßnahmen. "Die Entwicklungen in New York und in Großbritannien führen uns ja vor Augen, wie extrem schwer etwas wieder eingefangen werden kann, wenn es außer Kontrolle geraten ist."

Eine Diskussion über Anpassungen in kleinen Schritten sei jetzt ganz wesentlich, sagte Fickenscher. "Eine Exitdebatte muss ständig geführt werden, damit man die jeweiligen Argumente verstehen kann." Dabei spielten so viele Faktoren eine Rolle, dass man mit jeder Entscheidung auch aufs Glatteis geraten könne. Viele schwere Fehler seien denkbar. "Wenn man jetzt zum Beispiel sofort alle Schulen wieder komplett öffnen würde, hielte ich das für einen großen Fehler", sagte Fickenscher. "Mit solchen Situationen bestehen ja noch keine Erfahrungswerte."

+++ 13.04.2020:Kramp-Karrenbauer will möglichst einheitliche Corona-Ausstiegsregeln +++

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer pocht auf ein möglichst einheitliches Vorgehen bei einem schrittweisen Ausstieg aus den harten Corona-Beschränkungen nach den Osterferien. "Es ist wichtig, dass wir möglichst einheitliche Regelungen haben. Alles andere wirft zusätzliche Fragen auf", sagte Kramp-Karrenbauer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Es gebe auch innerhalb der Ministerpräsidentenkonferenz die feste Vereinbarung, "gemeinsam mit der Bundesregierung ein gutes Gesamtpaket auch vorstellen zu können, mit dem man möglicherweise - das hängt von der Entwicklung der Zahlen über Ostern ab - erste Schritte gehen kann", sagte Kramp-Karrenbauer.

Die CDU-Vorsitzende kritisierte, in einem Bundesland seien Baumärkte geöffnet gewesen, in einem angrenzenden Land aber geschlossen. "Da wundert es nicht, dass es sofort einen regen Reiseverkehr dorthin gibt", sagte sie. "Gerade deswegen haben die Länder ein eigenes Interesse daran, möglichst koordiniert vorzugehen." Entscheidend für das weitere Vorgehen werde aber vor allem die Frage sein: "Wirken die Maßnahmen nachhaltig, die wir jetzt ergriffen haben" und seien überhaupt erste Schritte der Lockerung möglich.

+++ 13.04.2020: Hans fordert Corona-Masterplan von Bund und Ländern +++

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans dringt für den weiteren Verlauf der Corona-Krise auf ein abgestimmtes Handeln von Bund und Ländern. In den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) forderte der CDU-Politiker einen "Masterplan für den Umgang mit dem Coronavirus in den nächsten Wochen und Monaten". Das Virus werde uns noch das ganze Jahr beschäftigen. "Es geht nicht um Rückkehr zur Normalität, sondern wie eine neue Normalität aussehen wird."

Der Masterplan müsse sich an nachvollziehbaren Kriterien orientieren, sagte Hans weiter. An oberster Stelle stehe dabei, die Bürger vor Ansteckung zu schützen. Er warnte davor, falsche Hoffnungen auf eine rasche, umfassende Lockerung der Ausgangsbeschränkungen zu wecken. Bund und Länder würden am Mittwoch beraten, "wann und unter welchen Bedingungen die Zeit gekommen sein wird, wieder schrittweise den Einstieg in ein Leben mit weniger Auflagen und Beschränkungen zu finden". Hans betonte: "Wir sind noch nicht über den Berg. Es gilt die Botschaft: Durchhalten und Abstand halten!"

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will an diesem Mittwoch (15. April) mit den Ministerpräsidenten in einer Schaltkonferenz die Lage in der Corona-Krise nach den Ostertagen bewerten.

+++ 12.04.2020: Kommunen: Flächendeckende Corona-Tests Bedingung für Lockerungen +++

Der Städte- und Gemeindebund hat flächendeckende Corona-Tests als Voraussetzung für eine Lockerung der Schutzmaßnahmen genannt. Dazu gehöre der Aufbau eines bundesweit einheitlichen Test- und Meldesystems, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe (online Sonntag/Print Dienstag). "Zudem müssen die Testkapazitäten deutlich ausgebaut werden, damit 80 bis 100 Prozent der Kontaktpersonen von Infizierten innerhalb eines Tages gefunden und getestet werden können." Statt derzeit 60.000 müsse es bis Ende Mai 500.000 Tests pro Tag geben.

Landsberg forderte auch ein "vorsorgliches Schutzmaskengebot" in Geschäften, Behörden und Nahverkehr, "sobald ausreichend Schutzmasken vorhanden sind".

Bei den Lockerungen der Beschränkungen könne es regionale Unterschiede geben. "Auch der Föderalismus hat sich in der Krise bewährt: Die Situation in den Bundesländern und Regionen ist sehr unterschiedlich, weshalb auch die Lockerungsanforderungen dementsprechend Rechnung tragen müssen", so Landsberg.

+++ 12.04.2020: Von der Leyen: Mit Buchung von Sommerurlaub noch abwarten +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angesichts der Corona-Pandemie geraten, mit der Buchung des Sommerurlaubs noch zu warten. "Ich rate dazu, mit solchen Plänen noch zu warten. Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen", sagte sie der "Bild am Sonntag".

Skeptisch äußerte sich von der Leyen zum Beschluss der Bundesregierung, dass Kunden für Reisen, die sie wegen der Corona-Pandemie nicht antreten können, erst mal nur einen Gutschein erhalten sollen. "Europaweit haben die Menschen rein rechtlich die Wahl, ob sie das Geld oder einen Gutschein wollen."

Finanziell nicht notleidende Kunden rief sie allerdings dazu auf, dieses Recht nicht in Anspruch zu nehmen: "In dieser Krise ist die Solidarität aller gefragt. Wem es finanziell möglich ist, der sollte nicht auf Geld bestehen, sondern mit Gutscheinen helfen, dass Reiseunternehmen diese schwierigen Wochen überbrücken können."

+++ 11.04.2020: Viele Ausflügler in Niedersachsen verstoßen gegen Corona-Regeln +++

Am sonnigen Karfreitag haben viele Menschen in Niedersachsen und Bremen auf ihren Ausflügen gegen das Kontaktverbot verstoßen. Allein in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim erstattete die Polizei nach Mitteilung vom Samstag 80 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsverbot und die Kontaktbeschränkungen.

Anders als befürchtet habe sich die Autotuner-Szene nicht zu einem "Car-Freitag" blicken lassen, sagte ein Polizeisprecher. Aber auf den Wander- und Radfahrrouten der Ausflugsregion Emsland sei es "supervoll" gewesen. Auch aus dem Kreis Cloppenburg wurden 36 Anzeigen gemeldet.

Die Landesregierung und andere Behörden hatten vor dem langen Osterwochenende dazu aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Am Karsamstag, an dem die Läden offen hatten, blieb die Lage zunächst ruhig, wie Polizeistellen in Hannover und Bremen mitteilten. "Wenn wir etwas sehen, dann schreiten wir ein", sagte eine Polizeisprecherin in Bremen. Es seien aber keine großen Verstöße gegen die Allgemeinverfügungen gemeldet worden.

+++ 10.04.2020: Brandenburger Polizei: Weniger Verstöße gegen Corona-Regeln +++

Die Brandenburger Polizei ist an Karfreitag zu 159 Einsätzen wegen der Corona-Regeln gerufen worden. Das erklärte Torsten Herbst, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, am Samstag. 151 Platzverweise seien erteilt worden. Im Vergleich zum Samstag vor einer Woche bei ebenfalls schönem Wetter seien das nur zwei Drittel der Fälle gewesen.

"Es verfestigt sich der Eindruck, dass die Brandenburger der Krise den Garaus machen wollen", sagte Herbst. "Wir sind sehr, sehr zufrieden." Zusätzlich seien täglich 150 Bereitschaftspolizisten im Einsatz.

+++ 11.04.2020: 500 Polizisten kontrollieren Ausgangsbeschränkungen in Berlin +++

Die Berliner Polizei kontrolliert am Karsamstag mit rund 500 Beamten die Einhaltung der Corona-Regeln in der Hauptstadt. Bei sonnigem Wetter werden insbesondere Parks und andere Grünanlagen in den Blick genommen, wie eine Polizeisprecherin am Samstag sagte. Es sollen auch Zivilkräfte unterwegs sein.

dpa-Reporter berichteten am Vormittag von langen Schlangen auf Märkten und in Geschäften. Vor manchen Supermärkten standen Berliner fast 100 Meter lang an.

Um die Verbreitung des neuartigen Virus einzuschränken, müssen Menschen einen Mindestabstand von 1,50 Meter halten. Gruppen mit mehr als zwei Personen dürfen nicht zusammen spazieren gehen, es sei denn, sie leben in einem Haushalt.

Bereits am Karfreitag kontrollierten rund 500 Polizistinnen und Polizisten stadtweit die Einhaltung der Maßnahmen gegen das Virus, in der Nacht zu Samstag waren es 140. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben sechs Straf- und 160 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gestellt. Seit dem 23. März (Inkrafttreten der Kontaktsperre) seien bisher fast 1300 Ordnungswidrigkeiten gezählt worden.

Unter der Woche hatte die Polizei mitgeteilt, dass sie zur Überwachung der Corona-Regeln keine Drohnen einsetzen werde. Kontrollen erfolgten stets im persönlichen Gespräch. Um eine Übersicht zu möglichen Ansammlungen von Menschen zu bekommen, sei aber der Einsatz des Polizeihubschraubers vorgesehen.

+++ 11.04.2020: Experten warnen vor gefährlichen Spam-E-Mails mit Formularen +++

Durch Deutschland schwappt aktuell eine gefährliche Welle mit Spam-E-Mails, die vermeintlich vom Bundesgesundheitsministerium stammen. In der Mail werden die Empfänger aufgefordert, sich ein geändertes Antragsformular für "Familien- und Krankenurlaub" anzuschauen, das der Mail als Word-Dokument in der Anlage beigefügt wurde. "Die Datei ist aber infiziert und lädt den Trojaner Trickbot nach", sagte Computerviren-Experte Christoph Fischer der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zum Schluss der Infektionskette werde der Rechner verschlüsselt, um ein Lösegeld zu erpressen.

Die gefälschte E-Mail sehe auf den ersten Blick authentisch aus, warnte Fischer. "Hoffentlich löst das nach Ostern keine große Infektionswelle aus, wenn die Leute im Homeoffice dann diese gefährliche Spam-Mail vorfinden."

Anfang des Monats hatte bereits das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor gefährlichen Spam-Mails mit angeblichem Corona-Bezug im Dateianhang gewarnt, die Schadprogramme verbreiten. Nach einer erfolgreichen Infektion könnten die Angreifer in das Online-Banking der Nutzer eingreifen oder Zugriff auf Unternehmensnetzwerke erlangen, um sensible Informationen auszuspähen oder Daten zu verschlüsseln und dann die Opfer zu erpressen.

Mit Online-Shops machten sich Betrüger zudem die derzeit erhöhte Nachfrage nach Schutzbekleidung oder Atemmasken zunutze. Diese Waren würden nach Bestellung und Bezahlung nicht geliefert oder seien von schlechter Qualität.

+++ 11.04.2020: Kretschmann: Die meisten werden nach Corona-Krise erstmal ärmer sein +++

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erwartet für die Zeit nach der Corona-Krise harte Verteilungskämpfe. "Machen wir uns nichts vor: Das wird eine harte Debatte geben, wer die Kosten für die Rettungspakte trägt", sagte der Grünen-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Letztlich werde die gesamte Bevölkerung dafür bezahlen: "Die meisten Menschen werden nach der Corona-Krise erstmal ärmer sein."

Baden-Württemberg zum Beispiel spanne für fünf Milliarden Euro einen Schutzschirm, der Betrag sei binnen zehn Jahren zu tilgen. "Das heißt: Eine halbe Milliarde im Jahr muss im Haushalt anderswo eingespart werden. Das Geld fällt ja nicht vom Himmel."

+++ 11.04.2020: Zwei Drittel der Deutschen zufrieden mit Corona-Krisenmanagement +++

Zwei Drittel der Deutschen sind zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung im Kampf gegen das Coronavirus - und die Tendenz ist steigend. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bewerteten 66 Prozent das Agieren des schwarz-roten Kabinetts unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Krise eher positiv. Vor zwei Wochen waren es noch 54 Prozent. Der Anteil der Unzufriedenen ist in diesem Zeitraum von 38 auf 27 Prozent gesunken.

Die Bundesregierung hat zusammen mit den Ländern beispiellose Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Am kommenden Mittwoch soll entschieden werden, wie es weitergehen soll. Das Krisenmanagement der Regierung wird über die Parteipräferenzen hinweg überwiegend positiv bewertet, mit einer Ausnahme: Die Wähler der AfD sind zu 52 Prozent unzufrieden und nur zu 45 Prozent zufrieden. Aber auch hier wächst die Zustimmung zum Regierungskurs. Vor zwei Wochen waren noch 68 Prozent der AfD-Wähler eher unzufrieden und nur 27 Prozent zufrieden.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus lobte das Agieren Merkels. "Kanzler bei Schönwetter können viele. Man braucht Leute, die auch in der Krise bestehen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Merkel strahle Sicherheit und Ruhe aus. Und daran werde sich nach Corona jeder Kanzlerkandidat - egal von welcher Partei - messen lassen müssen.

+++ 10.04.2020: Landesregierung unterstützt Heinsberg-Studie mit rund 65.000 Euro +++

Die nordrhein-westfälische Landesregierung unterstützt die sogenannte Heinsberg-Studie des Virologen Hendrik Streeck mit 65.315 Euro. Das geht aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der SPD im Landtag hervor. Demnach werden mit dem Geld Corona-Tests und medizinische studentische Hilfskräfte finanziert.

Die SPD-Abgeordnete Sarah Philipp hatte die Landesregierung auch nach der Bezahlung der Berliner Agentur Storymachine gefragt, die die Dokumentation der Studie unter anderem in Sozialen Medien leistet. Dazu habe man keine Erkenntnisse, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Namen der Landesregierung. Agentur-Mitinhaber Philipp Jessen hatte dem Internetdienst "Meedia" am Donnerstag gesagt: "Natürlich fließen weder Steuergelder noch finanzielle Mittel der Universität Bonn in unsere Arbeit." Die Agentur sei von sich aus auf Streeck zugegangen.

Die SPD-Abgeordnete Philipp nannte die Beteiligung von Storymachine am Freitag einen "unlauteren Wettbewerbsvorteil", selbst wenn kein Geld geflossen sei. Die Agentur könne so schließlich auf ein Referenzprojekt verweisen, das "bestimmt auch andere Agenturen gerne gehabt hätten".

Virologe Streeck von der Universität Bonn hatte am Donnerstag im Beisein von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erste Ergebnisse seiner Studie im vom Coronavirus besonders betroffenen Landkreis Heinsberg vorgestellt und sich für erste Lockerungen der aktuellen Maßnahmen ausgesprochen.

+++ 10.04.2020: Woidke sieht Ausstiegsplan für Corona-Regeln nur unter Bedingungen +++

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat vor einer zu frühen Debatte über das Lockern von Beschränkungen in der Corona-Krise gewarnt. "Erst wenn sich die Situation deutlich und nachhaltig verbessert, werden wir die Schublade mit den sukzessiven Ausstiegsplänen ziehen. Sicher ist: Wir werden nicht von null auf hundert schalten", sagte der amtierende Bundesratspräsident der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. "Es gibt wichtige Voraussetzungen, die wir erfüllen müssen: beispielsweise weiterer Ausbau der Testkapazitäten, eine gute Grundversorgung mit Schutzausrüstung und bedarfsgerechte Ausstattung mit Intensivbetten."

Seit mehreren Tagen wird in Deutschland über mögliche Lockerungen der strengen Regeln gegen die schnelle Ausbreitung des Coronavirus diskutiert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sah am Donnerstag nach den neuesten Infektionszahlen "Anlass zu vorsichtiger Hoffnung". Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) hält es für möglich, das öffentliche Leben nach Ostern behutsam in eine "verantwortbare Normalität" zurückzuführen. Bis vorerst zum 19. April gelten zahlreiche Ausgangsbeschränkungen. Schulen, Kitas und viele Läden sind geschlossen.

Der Brandenburger Regierungschef hält den Zeitpunkt für die Lockerung von Auflagen noch für offen. "Ich beteilige mich nicht an Lockerungsübungen. Wir sind jetzt mittendrin in der Pandemie", sagte Woidke. "Wir werden lange noch mit Einschränkungen zu tun haben, was nicht heißt, dass es nicht vorher in bestimmten Bereichen eine Rückkehr zum relativ normalen Leben geben kann." Er betonte: "Wann das sein wird, ist völlig offen. Wir werden uns am nächsten Mittwoch eng mit der Bundesregierung und den anderen Ländern abstimmen." Die Abstimmung zwischen den Ländern und dem Kanzleramt funktioniere - inzwischen - "wirklich gut". "Es schweißt zusammen. Und was jetzt richtig gut ist: Parteipolitik interessiert nicht."

+++ 10.04.2020: Mittelstand: Wirtschaft schnell schrittweise hochfahren +++

Der Mittelstand hat im Falle von dauerhaften massiven Einschränkungen in der Corona-Krise vor schweren Schäden für die Wirtschaft gewarnt. "In einer gemeinsamen Kraftanstrengung muss es gelingen, die Wirtschaft so schnell wie möglich nach Ostern schrittweise wieder hochzufahren", heißt es in einem Schreiben des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und die Mitglieder des Bundestags. "Es drohen sonst massive Wohlstandsverluste und ein volkswirtschaftlicher Schaden, die über Jahre nicht zu kompensieren sein würden."

Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin heißt es, es bestehe die akute Gefahr, dass die "Nebenwirkungen der Medizin" mehr Schaden anrichteten als die Krankheit. "Allein die Vorlage einer Exit-Strategie ist geeignet, der Wirtschaft und den Beschäftigten wieder Zuversicht zu vermitteln."

Bund und Länder wollen nach den Osterfeiertagen, am 15. und 19. April, beraten, wie es mit den beschlossenen Beschränkungen in der Krise weitergehen soll. Viele Geschäfte mussten schließen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu sind internationale Lieferketten unterbrochen und die Nachfrage ist eingebrochen. Die Bundesregierung und Ökonomen erwarten infolge der Corona-Krise eine schwere Rezession in Deutschland.

In dem Schreiben des Verbandes heißt es, ebenso beispiellos wie die Rettungsmaßnahmen des Staates seien die Eingriffe in die Versammlungsfreiheit, die Bewegungsfreiheit, die Gewerbefreiheit oder die Religionsfreiheit. Dieser Ausnahmezustand dürfe keinen Tag länger als unbedingt notwendig andauern. "Die Corona-Krise bedroht die gesellschaftliche Stabilität unseres Landes."

+++ 09.04.2020: Gericht kippt Osterreiseverbot für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns +++

Wie das Gericht am Abend mitteilte, wurde der umstrittene Paragraf 4a der Verordnung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt. Dieser Paragraf in der Verordnung war erst am Mittwoch neu gefasst worden, um die verbotenen Reiseziele zu präzisieren.

Demnach waren von Karfreitag bis Ostermontag für Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns Ausflüge zu den Ostseeinseln, zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, in Gemeinden direkt an der Ostsee und Boddengewässern sowie zu Tourismuszentren in der Mecklenburgischen Seenplatte verboten worden. Damit wollte die Regierung die Umsetzung der Kontaktbeschränkungen insbesondere über die Feiertage erzwingen.

Für Touristen aus anderen Bundesländer gilt bereits seit Mitte März ein Einreiseverbot nach Mecklenburg-Vorpommern, das zumindest bis zum 19. April bestehen bleibt. Eingeschlossen ist ein Nutzungsverbot von Ferienwohnungen, die Auswärtigen als Zweitwohnsitz dienen.

+++ 09.04.2020: Merkel: keine Verschärfung, aber auch keine Lockerung der Maßnahmen +++

Mögliche Lockerungen der Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Epidemie sind aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nur in sehr begrenztem Ausmaß vorstellbar. "Wir müssen ganz, ganz vorsichtig vorgehen", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Wenn, dann könne man "in kleinen Schritten"" vorgehen und müsse immer wieder die Folgen beobachten. Das Ziel sei weiterhin, das Gesundheitssystem in keinem Punkt zu überfordern.

Merkel machte deutlich, dass anstehende Entscheidungen über eine mögliche neue Phase "auf festem Grund" von Zahlen unter anderem zum Infektionsgeschehen zu treffen seien. Sie verwies auch auf eine nach Ostern erwartete Studie der nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina. Am Dienstag will zunächst die Bundesregierung im Corona-Kabinett beraten, am Mittwoch sprechen dann der Bund und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen.

+++ 09.04.2020: Ostern wird laut Spahn "Weggabelung" für Corona-Auflagen +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat alle Bürger aufgerufen, die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise über die anstehenden Feiertage unbedingt einzuhalten. "Ostern wird eine Weggabelung sein", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. "Bleiben wir auch übers Wochenende konsequent, wird die schrittweise Rückkehr zur Normalität wahrscheinlicher. Werden wir jetzt nachlässig, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verlängerung der Auflagen nötig wird." Spahn äußerte sich zuversichtlich dazu, weil die Gesellschaft in der Krise enger zusammengerückt sei.

Er verwies darauf, dass die Einschnitte in den Alltag Wirkung zeigten und erste Erfolge zu sehen seien. So gebe es bei fast 110.000 Infizierten mehr als 50.000 Gesundete. Die Zahl neu gemeldeter Infektionen flache sich ab. Es gelte nun aber, diese ersten Erfolge nicht zu gefährden. Auch wenn eine schrittweise Rückkehr zur Normalität angestrebt werde, sei man weit davon entfernt, dass alles so werde, wie es einmal war. Es müsse noch über Wochen und Monate etwa auf Festivals, Clubbesuche oder Volksfeste verzichtet werden.

Spahn betonte, das Gesundheitswesen habe bei allen Problemen eine starke Basis, so dass Deutschland bisher "vergleichsweise gut durchgekommen" sei. Derzeit seien rund 3.000 Covid-Patienten in Intensiv-Behandlung, dennoch seien mehr als 10.000 Intensivbetten frei. Möglich seien am Tag bis zu 100.000 Tests, nun auch zusehends in Pflegeeinrichtungen. Sechs von sieben Corona-Patienten würden ambulant in Praxen behandelt, die den "ersten Schutzwall" bildeten.

+++ 09.04.2020:Mehr als 108.200 Corona-Nachweise in Deutschland - 2.079 Tote +++

In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mindestens 108.200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.20 Uhr: mehr als 103.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 2079 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.20 Uhr: 1819). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 46.300 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 28.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 589 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 22.800 Fällen und mindestens 413 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 21.400 Fällen und mindestens 514 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 214,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 130,2. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Bundesland

Infektionen (mindestens)

Tote

Baden-Württemberg

21490

514

Bayern

28053

589

Berlin

4212

37

Brandenburg

1613

35

Bremen

442

11

Hamburg

3370

29

Hessen

5114

92

Mecklenburg-Vorpommern

571

11

Niedersachsen

6845

139

Nordrhein-Westfalen

22849

413

Rheinland-Pfalz

4247

50

Saarland

1842

35

Sachsen

3339

52

Sachsen-Anhalt

1077

16

Schleswig-Holstein

1934

36

Thüringen

1299

20

Gesamt

108297

2079

+++ 09.04.2020:650.000 Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet +++

Die Zahl der Betriebe, die in der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet haben, ist auf 650.000 gestiegen. Das gab die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg bekannt. Dies bedeute eine Steigerung um rund 40 Prozent gegenüber dem jüngsten Vergleichswert. Zum 27. März war die Zahl von 470.000 Betrieben ermittelt worden.

Die Sondererhebung der Bundesagentur gibt keine Auskunft darüber, für wie viele Personen Kurzarbeit angemeldet wurde. Dies ist erst im Nachgang möglich, weil einige Betriebe Kurzarbeit zwar anmelden, diese dann aber nicht realisieren. Außerdem variiert die Zahl der Beschäftigten pro Betrieb stark. Die Bundesagentur geht jedoch davon aus, dass der bisherige Rekord von mehr als 1,4 Millionen Kurzarbeitern aus dem Mai 2009 deutlich überschritten wird.

Die Anzeigen für Kurzarbeit kämen aus allen Branchen, schwerpunktmäßig aus dem Gastgewerbe und dem Einzelhandel.

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, warnte davor, das Verfahren zur Beantragung von Kurzarbeit komplizierter zu machen. Derzeit seien alleine 8000 Mitarbeiter bei den Arbeitsagenturen damit betraut, die Anzeigen zu bearbeiten.

"Es gibt in der Politik eine Diskussion, das Kurzarbeitergeld zu erhöhen oder auszuweiten. Für uns als Verwaltung ist entscheidend, dass wir den Anstieg der Anzeigen nur bewältigen können, wenn das Verfahren weiter so unbürokratisch bleibt, wie es jetzt ist", sagte Scheele. "Es darf nicht komplizierter werden."

+++ 09.04.2020: Umfrage: Mehrheit gegen Lockerung der Corona-Maßnahmen ab 20. April +++

Eine Mehrheit von rund 56 Prozent der Bürger hält eine Lockerung der einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben wegen des Coronavirus ab 20. April für zu früh. Das hat eine repräsentative Civey-Umfrage für das Magazin "Business Insider" ergeben, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Danach halten knapp 30 Prozent Lockerungen vom 20. April an für angemessen, lediglich 9,4 Prozent für zu spät.

Die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind vorerst bis zum 19. April befristet. Bundeskanzlerin Angela Merkel will am 15. und am 19. April mit den Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten, wie es weitergehen soll.

Wie die Civey-Umfrage ergab, sollten aus Sicht der Befragten zuerst Geschäfte sowie Schulen und Kitas wieder geöffnet werden, gefolgt von Friseursalons, Spielplätzen, Restaurants/Cafes, Kirchen, Museen und Fitnessstudios.

Angesichts erster Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus in Deutschland hält Gesundheitsminister Jens Spahn vorsichtige Schritte aus dem staatlich angeordneten Stillstand nach den Osterferien für möglich. Sollte die Entwicklung bei den Infektionszahlen anhalten, "werden wir mit den Ministerpräsidenten über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien reden können", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Donnerstag).

An diesem Donnerstag tritt das Corona-Krisenkabinett der Bundesregierung zu einer weiteren Sitzung zusammen. Ein Thema könnte erneut die Beschaffung von Schutzmaterial sein, außerdem eine denkbare Anhebung des Kurzarbeitergeldes.

Am Nachmittag wollen Spahn, Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, über die aktuelle Corona-Situation in Deutschland informieren.

+++ 09.04.2020: Lehrerverband: Kein "Unterrichts-Vollstart" nach den Osterferien +++

Eine Rückkehr zum normalen Unterricht an den Schulen direkt nach den Osterferien wird es nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes nicht geben. Alles hänge von der medizinisch-virologischen Lageeinschätzung und den Maßnahmen ab, die am kommenden Mittwoch von den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen und verkündet würden, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin mir aber sicher, dass es nach den Osterferien keinen Unterrichts-Vollstart an den Schulen geben wird."

Merkel und die Länderchefs wollen am Mittwoch nach Ostern über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Es geht dabei vor allem um die Frage, inwieweit beschlossene Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen wieder gelockert werden können oder nicht. Sollte bei der Schalte eine Verlängerung oder Verschärfung der bisherigen Maßnahmen vereinbart werden, dann werde es auch keine Schulöffnungen geben, sagte Meidinger. "Wird aber der Lockdown gelockert, kann man auch eine stufenweise Rückkehr zum Schulbetrieb wieder andenken."

Unter stufenweiser Rückkehr stellt sich der Lehrerverbandspräsident, der selbst ein Gymnasium im niederbayerischen Deggendorf führt, beispielsweise eine gestaffelte Rückkehr der Schüler vor, beginnend mit den Abschlussklassen für Abitur, Mittlere Reife und Hauptschulabschluss. Möglich wären seiner Ansicht nach dabei auch Gruppen- und Klassenteilungen, um einen höheren Sicherheitsabstand einhalten zu können.

+++ 09.04.2020: Weil: Länder sollten Corona-Beschränkungen gemeinsam lockern +++

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hofft auf ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer bei der Lockerung der wegen der Corona-Krise verfügten Beschränkungen. "Ich will da nicht mutmaßen, aber es kann mindestens nicht unser Ziel sein", sagte Weil im ZDF-"Morgenmagazin" am Donnerstag auf die Frage, ob unterschiedliche Lösungen - etwa bei Schulöffnungen - denkbar seien.

Zwar habe man in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedliche Situationen - zum Beispiel, was die Zahl der Infektionen angehe, sagte der SPD-Politiker. Dennoch wäre es sehr hilfreich, wenn die Länder "im gleichen Schritt in die gleiche Richtung gehen, dass da keine Verwirrung entsteht".

Die bislang geltenden Maßnahmen zeigten Wirkung, doch man sei noch lange nicht am Ziel, betonte Weil. Nun müsse geschaut werden, wie sich die Situation über Ostern entwickele. "Und niemand soll glauben, dass ab dem 20. April gewissermaßen unser altes Leben wieder schlagartig beginnen kann - mit Sicherheit nicht", sagte er. "Ob es überhaupt Lockerungen geben kann - ich weiß es nicht."

+++ 08.04.2020:40 Millionen Schutzmasken sollen nach Deutschland kommen +++

Die Bundesregierung erwartet zum Schutz gegen Corona-Infektionen eine schnelle Großlieferung von Schutzausstattung für das medizinische Personal. Diese Woche sollen 40 Millionen Schutzmasken nach Deutschland kommen, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Das sei so viel wie in den beiden vorangegangenen Wochen zusammen. Hintergrund ist auch eine Kooperation mit der Lufthansa in einer Art "Luftbrücke" für regelmäßige Transportflüge nach China. Masken und andere Schutzausstattung sind derzeit weltweit knapp.

Die Bundesregierung setzt zugleich auf die Produktion von medizinischen Schutzmasken in Deutschland.

+++ 08.04.2020: Corona-App steht nach Ostern zur Verfügung +++

Die in Europa entwickelte Smartphone-Technologie zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie steht voraussichtlich bald nach Ostern als konkrete Corona-Warn-App zur Verfügung. Das kündigte Chris Boos, einer der führenden Forscher des Projektes PEPP-PT in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. Die App soll Menschen rasch und anonym informieren, wenn sie Kontakt zu anderen hatten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Dies gilt ein technischer Weg, Beschränkungen teils aufheben zu können.

+++ 08.04.2020: Bund und Länder erreichen Einigung in Quarantäne-Regelung bei Einreisenden +++

Rechtzeitig vor dem Osterwochenende verständigten sich Bund und Länder auf die neuen Quarantäne-Regeln für Einreisende. Die Länder haben nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Mittwochabend zugesagt, gemäß der Absprache eigene Verordnungen zu erlassen. Um grenzüberschreitende Infektionsketten zu stoppen, hatte das Corona-Krisenkabinett am Montag beschlossen, für alle Einreisenden eine 14-tägige Quarantäne anzuordnen. Einreisende werden nach der Muster-Verordnung des Bundes verpflichtet, "sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern". Wer gegen die Quarantäne-Regeln verstößt, muss mit saftigen Bußgeldern rechnen.

+++ 08.04.2020: EU-Kommission für Verlängerung des Einreisestopps bis 15. Mai +++

Der weitgehende Stopp der Einreisen in die Europäische Union soll nach Ansicht der EU-Kommission bis zum 15. Mai verlängert werden. Dies schlug die Brüsseler Behörde am Mittwoch vor; die Entscheidung darüber kann jedoch jedes Land für sich treffen. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst für 30 Tage einzuschränken.

+++ 08.04.2020: WHO warnt Europa: Nicht die Zeit zur Lockerung von Corona-Maßnahmen +++

Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor einer frühzeitigen Lockerung der gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erlassenen Maßnahmen. "Jetzt ist nicht die Zeit, um Maßnahmen zu entspannen", sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Mittwoch auf einer online übertragenen Pressekonferenz.

Wachsendes Wissen über Covid-19 und positive Entwicklungen in einigen Staaten bedeuteten noch lange nicht, dass man das Coronavirus Sars-CoV-2 besiegt habe. Vielmehr biete dies die Chance, das Virus besser in den Griff zu bekommen.

Es sei nicht der richtige Zeitpunkt, um das Visier hochzuklappen, sagte Kluge. "Wir haben noch einen weiten Weg in diesem Marathon vor uns." Später ergänzte er: "Ein Land kann Covid-19 nicht alleine bekämpfen oder stoppen." Der Kampf gegen die Corona-Krise müsse vielmehr international abgestimmt ablaufen. Mehrere Länder hatten nach Fortschritten bei der Eindämmung des Virus Sars-CoV-2 erste vorsichtige Lockerungen ihrer in der Corona-Krise erlassenen Maßnahmen angekündigt, darunter Dänemark und Österreich.

+++ 08.04.2020: Laumann will "in Kürze" wieder Besuche in Pflegeheimen ermöglichen +++

Bewohner der nordrhein-westfälischen Pflegeheime sollen trotz der Corona-Krise bald wieder Besuch empfangen dürfen. Er habe bei mehreren Wissenschaftlern Praxisvorschläge in Auftrag gegeben, wie das Leben in den Heimen trotz Virus aufrechterhalten werden könne, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Die Vorschläge werden schon in Kürze vorliegen und dann auch schnell umgesetzt. Wie auch immer geartete Besuche müssen wieder möglich sein."

Die Freiheitsrechte der älteren Generation könnten nicht über einen längeren Zeitraum ausgehebelt werden, betonte der 62-Jährige. "Sie können es den 170.000 Menschen in unseren Pflegeheimen nicht zumuten, dass für sie über ein halbes oder ganzes Jahr hinweg ein Besuchsverbot gilt, dass sie weder Ehepartner, Kinder noch Enkel sehen können."

+++ 08.04.2020: Günther erwartet nur wenige Lockerungen nach dem 19. April +++

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther rechnet nicht mit weitgehenden Lockerungen der Corona-Regeln nach den Osterferien ab 19. April. "Es ist gut möglich, dass es dann erst wenig Erleichterung gibt", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch der "Wirtschaftswoche". Die Ausnahmesituation werde das Leben über geraume Zeit bestimmen. "Zurzeit sind eher die Älteren getroffen, deren Gesundheit stark gefährdet ist." Sie blieben noch länger eingeschränkt.

"Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden hingegen die junge Generation noch stark beschäftigen", sagte Günther. Die Jüngeren müssten hohe Staatsschulden abbezahlen. Deshalb halte er auch nichts von der Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nach weniger Steuern: "Es ist nicht die Zeit, jetzt über Steuersenkungen zu reden."

+++ 08.04.2020: Mehr als 103.200 Coronavirus-Infizierte, mehr als 1.860 Tote +++

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat sich erneut zuversichtlich über die Wirkung der in Deutschland geltenden Einschränkungen im Kampf gegen das neue Coronavirus geäußert. "Es ist auf jeden Fall ein positiver Trend und den bringen wir natürlich zusammen mit den Maßnahmen", sagte Wieler in einem Interview des "Deutschlandfunk" am Mittwoch. "Das heißt also: Die Maßnahmen, die von den politischen Entscheidern eingeführt wurden, diese Maßnahmen helfen. Das ist gut." Er betonte jedoch auch, dass es sich lediglich um eine Momentaufnahme handele. Entwarnung könne noch nicht gegeben werden.

Aktuell liegt die sogenannte Reproduktionszahl laut Wieler bei 1,3 - mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Ziel ist es laut Wieler, den Wert unter 1,0 zu drücken. Dann steckt ein Infizierter im Schnitt weniger als einen weiteren Menschen an, das Virus wird langsam eingedämmt.

Für eine Lockerung der Maßnahmen sei aber nicht nur die Reproduktionszahl relevant, sondern auch der Anteil immuner Menschen in der Bevölkerung sowie die Kapazitäten des Gesundheitssystems, erklärte Wieler.

Die aktuellen Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland laut RKI (Stand: 08.04.2020, 7.50 Uhr)

Baden-Württem­berg: 20.680 (464 Tote)

Bayern: 27.564 (564 Tote)

Berlin: 4.028 (32 Tote)

Brandenburg: 1.472 (22 Tote)

Bremen: 424 (10 Tote)

Hamburg: 3.165 (23 Tote)

Hessen: 4.965 (84 Tote)

"Mecklenburg-Vor­pommern": 555 (11 Tote)

Niedersachsen: 6.385 (121 Tote)

Nordrhein-West­falen: 20.929 (348 Tote)

Rhein­land-Pfalz: 4.148 (45 Tote)

Saarland: 1.637 (23 Tote)

Sachsen: 3.144 (50 Tote)

Sachsen-Anhalt: 1.020 (16 Tote)

Schles­wig-Holstein: 1.827 (28 Tote)

Thüringen: 1.285 (20 Tote)

Gesamt: 103.228 (1.861 Tote)

+++ 08.04.2020:Ärztepräsident erwartet noch massive Einschränkungen für Sommerurlaub +++

Der Sommerurlaub wird nach Überzeugung von Ärztepräsident Klaus Reinhardt in Deutschland noch mit massiven Einschränkungen verbunden sein. "Ich glaube nicht, dass die Deutschen in diesem Sommer schon wieder Urlaubsreisen machen können", sagte der Präsident der Bundesärztekammer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Selbst bei schrittweiser Rückkehr in den Alltag werde die Pandemie das Land noch bis zum Sommer beschäftigen. "Darum glaube ich, dieser Sommer wird anders. Wir werden wohl nicht wie gewohnt ins Auto, in den Zug oder ins Flugzeug steigen und in die Ferien fahren."

Auch würden in Urlaubsländern wie Italien oder Spanien die Probleme noch nicht soweit gelöst haben, dass Tourismus wieder möglich sei. "Ich hoffe aber sehr, dass wir das in Teilen in den Herbstferien machen können - und erst recht im kommenden Jahr", fügte Reinhardt hinzu.

+++ 08.04.2020: Bundesinnenministerium schlägt strenge Quarantäne-Regeln vor +++

Wer in Deutschland gegen die neuen Quarantäne-Regeln für Einreisende verstößt, muss womöglich mit saftigen Bußgeldern rechnen. In einem Entwurf zu einer Muster-Verordnung für die Bundesländer, die derzeit im Bundesinnenministerium erarbeitet wird, heißt es, Einreisende seien verpflichtet, sich "unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in ihre Wohnung oder in die während ihres Aufenthalts geplante Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort auszuhalten". Während dieser Zeit sei es "nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören", heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ausnahmen gibt es etwa für Pfleger.

Wie hoch das Bußgeld jeweils ist, soll davon abhängen, wie groß das Ausmaß der "durch die Tat entstandenen Gefahren für die öffentliche Gesundheit" ist, ob der Betreffende fahrlässig gehandelt hat oder sich uneinsichtig zeigt und ob ein Wiederholungsfall vorliegt.

Wer nach der Einreise gegen die häusliche Absonderung verstößt, soll nach den Empfehlungen des Ministerium zwischen 200 Euro und 25.000 Euro zahlen. Verstöße gegen das Besuchsverbot sollen mit einem Bußgeld von mindestens 150 Euro und höchstens 10.000 Euro geahndet werden. Fährt jemand nicht direkt nach Hause, soll er 50 Euro bis 5.000 Euro bezahlen. Wer seiner Verpflichtung, Kontakt zum Gesundheitsamt aufzunehmen, nicht nachkommt, soll dafür ein Bußgeld zwischen 50 Euro und 2.000 Euro entrichten.

Um grenzüberschreitende Infektionsketten zu stoppen, hatte das Corona-Krisenkabinett am Montag beschlossen, für alle Einreisenden eine 14-tägige Quarantäne anzuordnen. Da außer Berufspendlern, Lastwagenfahrern und anderen speziell definierten Gruppen ohnehin kaum noch Ausländer einreisen dürfen, betrifft diese Regelung in erster Linie Deutsche und Ausländer, die dauerhaft in Deutschland leben. Zuständig für die Verordnung sind die Gesundheitsministerien der Länder.

+++ 07.04.2020: Laschet: Könnte Option sein, zunächst kleine Läden wieder zu öffnen +++

Nach Einschätzung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet könnten in der Corona-Krise bei einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität möglicherweise zunächst kleinere Läden wieder öffnen. "In den Bäckereien wird zum Beispiel der Mindestabstand zwischen den Kunden nach meiner Wahrnehmung fast überall eingehalten", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch). "Deswegen könnte eine Option sein, zunächst die kleinen Läden, in denen sich nicht viele Menschen gleichzeitig aufhalten, wieder zu öffnen."

Bei der Wiederöffnung der Gastronomie könnte es ebenfalls ein Kriterium sein, "wie gut der Schutz der Gäste und Mitarbeiter vor Ansteckung gewährleistet werden kann". Damit sich das neuartige Coronavirus nicht so schnell ausbreitet, wurde das öffentliche Leben in den vergangenen Wochen massiv eingeschränkt.

+++ 07.04.2020: 42 bestätigte Corona-Infektionen in Asylbewerber-Anlaufstelle +++

42 der rund 840 Bewohner der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt in Sachsen-Anhalt haben sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Alle Bewohner der Ende März wegen eines infizierten Bewohners unter Quarantäne gestellten Einrichtung seien inzwischen getestet worden, sagte Landesgesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg. Den 42 positiv Getesteten gehe es gut. Sie wurden aus der Anlaufstelle in andere Einrichtungen verlegt. Wegen der langen Inkubationszeit des Coronavirus bleibt die Quarantäne der Zast dennoch zunächst bestehen.

+++ 07.04.2020: Lufthansaschrumpft Flotte und schließt Germanwings +++

Als Reaktion auf die Corona-Krise schließt die Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Kölner Tochter Germanwings. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte.Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

+++ 07.04.2020: Gericht bestätigt Gottesdienstverbot wegen Corona-Pandemie +++

Der Kasseler Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat den Eilantrag eines Christen gegen das Gottesdienstverbot in der Corona-Krise abgelehnt. Dabei handele es sich zwar um eine in der jüngeren Vergangenheit beispiellose Einschränkung der Religionsfreiheit, erklärte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Diese massiven Eingriffe seien aber durch gesetzliche Grundlagen getragen und zur Erreichung eines legitimen Ziels, der befristeten Verhinderung weiterer Infektionen und der Gewährleistung einer möglichst umfassenden Versorgung von Covid-19-Patienten. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Aktenzeichen: 8 B 892/20.N)

Das Land Hessen hatte am 17. März Schritte beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Die Regierung untersagte dabei Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Einrichtungen anderer Glaubensgemeinschaften. Dagegen hatte ein Mitglied der römisch-katholischen Kirche geklagt: Das Grundrecht der Religionsfreiheit dürfe nicht eingeschränkt werden und das Verbot sei unverhältnismäßig.

Laut den Kasseler Richter ist ein Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zumindest momentan nicht festzustellen. Auch der Einwand des Klägers, die Freiheit der Religionsausübung sei nicht durch Gesetz oder Verordnung einschränkbar, greife nicht. Dieses Grundrecht finde seine Grenzen dort, wo dies zum Schutz der Grundrechte Dritter oder anderer mit Verfassungsrang ausgestatteter Rechtswerte notwendig sei. Dies sei hier in Bezug auf Leben und Gesundheit anderer Menschen der Fall.

+++ 07.04.2020: Sachsen denkt über "schrittweise Lockerung" nach +++

Sachsen will in der kommenden Woche nach einer Beratung von Bund und Ländern über eine mögliche Lockerung der Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus nach dem 19. April entscheiden. Dazu soll es am nächsten Mittwoch (15. April) eine Schaltkonferenz der Länder und der Kanzlerin geben, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag in Dresden ankündigte. Man denke über eine "schrittweise Lockerung" nach - in Abstimmung mit anderen Bundesländern und den Kommunen.

"Wir sollten den Menschen schon in Aussicht stellen, dass die aus unserer Sicht aktuell positive Entwicklung auch zu entlastenden Maßnahmen führen kann", so Kretschmer. Zugleich betonte er, dass die bestehenden Einschränkungen im Freistaat bis zum 19. April aufrecht erhalten werden sollen. Er rief die Sachsen zu Geduld und Disziplin auf - vor allem während der Osterfeiertage. Es gebe derzeit eine "trügerische Ruhe", so der Regierungs-Chef.

+++ 07.04.2020: Spahn: Noch eine Weile auf Partys und Volksfeste verzichten +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat einer vollständigen Rückkehr in die Normalität nach Ostern eine Absage erteilt. "Es wird nicht sofort wieder alles so sein wie vorher", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Stuttgart nach seiner Teilnahme an einer Sitzung des grün-schwarzen Landeskabinetts. Er finde deshalb den Begriff "Exit" auch nicht passend, weil er suggeriere, dass bald alles wieder sein werde wie vor der Corona-Krise. "Wenn, dann geht es um eine schrittweise Rückkehr in den Alltag", sagte Spahn.

Dabei spiele eine Rolle, was am ehesten verzichtbar sei für den Einzelnen und die Gesellschaft und wo die Risiken einer Ansteckung besonders hoch seien. "Das, was sicherlich als letztes wieder möglich ist, das ist im Zweifel die Party und das Volksfest." Bei solchen Veranstaltungen sei das Ansteckungsrisiko besonders hoch. "Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen", sagte Spahn. "Die Lage ist nach wie vor ernst."

+++ 07.04.2020: Corona-Krise: Söder erwartet Maskenpflicht +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erwartet im Zuge der Corona-Krise eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken. "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben", sagte der CSU-Chef am Dienstag in München im Anschluss an eine Kabinettssitzung. Dies sehe er als hochwahrscheinlich an.

+++ 07.04.2020: Von der Leyen plant europäische Exit-Strategie aus Corona-Sperren +++

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will am Mittwoch eine gemeinsame europäische Strategie zur schrittweisen Lockerung der Beschränkungen in der Corona-Krise vorschlagen. Ziel sei ein koordiniertes und einheitliches Vorgehen in der Europäischen Union, sagte ihr Sprecher Eric Mamer am Dienstag.

Einige Länder hätten schon damit begonnen, erste Maßnahmen zur Lockerung anzukündigen, darunter Österreich und Dänemark, so Mamer. Diese Maßnahmen habe man noch nicht bis ins Letzte analysiert. Doch hätten sie den Ansatz, schrittweise vorzugehen, der auch beim Konzept der EU-Kommission eine wichtige Rolle spielen werde. Gut sei, dass die Staaten nicht nur die Kommission, sondern auch die übrigen EU-Länder vorab informiert hätten, sagte Mamer. "Wir halten es für sehr wichtig, dass das in koordinierter Art und Weise passiert." Von der Leyen will am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz über ihre Strategie informieren.

+++ 07.04.2020: Sächsische Ministerin warnt vor unseriösen Schutzausrüstung-Angeboten +++

Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat vor unseriösen Angeboten im Zusammenhang mit Schutzausrüstungen für die Corona-Krise gewarnt. "Leider versuchen Glücksritter, mit falschen Angeboten und der Hoffnung auf Vorkasse, schnelles Geld auf dem Rücken des Steuerzahlers zu verdienen", sagte Köpping der "Sächsischen Zeitung" (Dienstag).

Laut Ministerium trafen in den ersten zwei Wochen der Corona-Pandemie täglich etwa 40 bis 50 Angebote von sogenannten Vermittlern und Zwischenhändlern ein. Meist habe sich jedoch schnell herausgestellt, dass die Ware weder in Deutschland noch im Ausland vorrätig war. Die Anbieter hätten dabei beteuert, Ware gegen Vorkasse beschaffen zu können - und das mitunter bis zu 100 Prozent.

Die Preise seien bis zu zehn Mal so hoch wie vorher, hieß es. "Bei den bisher rund 500 Angeboten hat sich etwa nur jede 20. Offerte als seriös herausgestellt", sagte Ministeriumssprecher Andreas Friedrich. Der weltweite Markt an Schutzkleidung sei "nur auf den ersten Blick weitgehend leer". Es gebe noch Möglichkeiten, "wenn man sich über den Preis einigt". Textilfirmen aus Sachsen lieferten zuverlässig.

+++ 07.04.2020: Ethikrat begrüßt Debatte über Lockerung von Corona-Beschränkungen +++

Der Deutsche Ethikrat hat die Debatte über eine Lockerung der massiven Beschränkungen im öffentlichen Leben im Zuge der Corona-Krise begrüßt. "Es ist zu früh, Öffnungen jetzt vorzunehmen. Aber es ist nie zu früh, über Kriterien für Öffnungen nachzudenken", sagte der Vorsitzende des beratenden Gremiums, der Theologe Peter Dabrock, am Dienstag in Berlin. "Alles andere wäre ein obrigkeitsstaatliches Denken, das bei uns nicht verfangen sollte und mit dem man das so notwendige Vertrauen der Bevölkerung nicht stärken würde."

Es stimme auch nicht, dass man den Menschen damit falsche Hoffnungen mache. "Hoffnungsbilder brauchen Menschen genau dann, wenn sie in einer katastrophalen Situation wie der jetzigen sind. Das motiviert zum Durchhalten", sagte Dabrock. Der Ethikrat warnte, zu häufig werde die Debatte über Öffnungsperspektiven vor allem über den Zeitaspekt geführt. Sachliche und soziale Kriterien würden hintangestellt.

+++ 07.04.2020: Günther hofft auf baldige Lockerung der Corona-Regeln +++

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hofft auf eine schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen nach Ostern. "Wir beginnen also demnächst eine Phase, wo wir aller Voraussicht nach gewisse gesellschaftliche Dinge wieder ermöglichen", sagte Günther der Wochenzeitung "Die Zeit". "Die Schließung etwa von Restaurants und Cafés war auch deshalb nötig, weil der Abstand nicht eingehalten wurde - anfangs war auch nicht das Bewusstsein für die notwendigen Verhaltensregeln vorhanden. Das ist jetzt anders. Da, wo es räumlich möglich ist, den Abstand zu wahren, kann man Regelungen auch wieder lockern."

Günther nannte den 14. April als entscheidendes Datum. Dann wollen die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über eine mögliche Lockerung der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens beraten. "In Schleswig-Holstein wird kurz danach schon Abitur geschrieben", sagte Günther. "Wir müssen den Menschen eine klare Perspektive aufzeigen."

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz nannte den 20. April als denkbares Datum für Lockerungen. "Wie die Mediziner sagen, steht die Welle auch noch vor uns, das heißt, wir werden mit den Schutzmaßnahmen leben müssen, und dann kann man es nur ganz langsam wieder zurück wagen in den Alltag", sagte der Kandidat für den CDU-Vorsitz, der selbst eine Coronavirus-Infektion überstanden hat, am Dienstag im Fernsehsender RTL. Er vermute, entsprechende Schritte werde es frühestens am 20. April geben. "Ich werde erst in der übernächsten Woche wieder nach Berlin fahren, wenn die Beschränkungen gelockert sind, und dann auch an den internen Diskussionen teilnehmen", sagte Merz.

+++ 07.04.2020: RKI will mit neuer App Corona-Verbreitung besser vestehen +++

Merkel berät mit Ministerpräsidenten über schärfere Corona-Maßnahmen.

Foto: dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) will mit Hilfe von Fitness-Armbändern und Computeruhren neue Erkenntnisse zur Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen in Deutschland gewinnen. Dafür veröffentlichte das RKI am Dienstag die App "Corona-Datenspende", die auf Daten aus den Geräten zugreifen kann. Die Nutzung der App sei freiwillig, betonte das RKI.

Das RKI will sich zunutze machen, dass Smartwatches und Fitness-Armbänder unter anderem den Ruhepuls sowie Informationen zum Schlaf und dem Aktivitätsniveau ihrer Nutzer aufzeichnen können. "Bei einer akuten Atemwegserkrankung ändern sich diese Vitalzeichen in den meisten Fällen deutlich. Daher können auch typische Covid-19-Symptome wie Fieber durch die App erkannt werden", erläuterte das Institut.

Die App diene nicht der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, betonte das RKI. Sie solle aber helfen, Infektionsschwerpunkte besser zu verstehen. Das RKI kenne zu keinem Zeitpunkt persönliche Daten wie Name oder Anschrift der App-Nutzer. Man müsse lediglich einmalig die Postleitzahl eingeben. Ortungs- und Standortdaten aus den Geräten würden nicht abgefragt. Die Teilnehmer werden auch gebeten, Geschlecht, Alter sowie grob Größe und Gewicht anzugeben.

+++ 07.04.2020: RKI-Chef Wieler bei Pressekonferenz: "Noch keine Entspannung" +++

Der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat bei der Pressekonferenz am Dienstag über die Corona-Entwicklung in Deutschland gesprochen und dabei erklärt: "Von einer Entspannung kann noch nicht ausgegangen werden – Schwankungen sind immer möglich." Konkret warnte Wieler: "Es ist mit einem weiteren Anstieg der Todesfälle zu rechnen."

+++ 07.04.2020: Japans Regierungschef ruft Notstand für Tokio wegen Coronavirus aus +++

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand für Tokio und sechs andere Provinzen ausgerufen. Die Maßnahme tritt am Mittwoch in Kraft und gilt bis zum 6. Mai für Tokio, die drei Nachbarprovinzen Chiba, Kanagawa und Saitma sowie Osaka, Hyogo und Fukuoka. Damit dürfen die Behörden die Bürger anweisen, in ihren Häusern zu bleiben, sowie die Schließung von Schulen und anderen Einrichtungen verordnen. Eine harte Abschottung wie in Italien oder Frankreich ist das aber nicht. Bürger können bei Missachtung weder belangt werden, noch können Firmen gezwungen werden, zu schließen. Doch dürften die Aufrufe der Behörden psychologischen Druck auf das Volk ausüben, sie zu befolgen.

+++ 07.04.2020: RKI meldet: Zahl der Neuinfektionen wieder gestiegen +++

In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen und der infolge einer Ansteckung verstorbenen Patienten wieder stärker angestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 99.225 bestätigte Infektionsfälle, das ist ein Anstieg binnen 24 Stunden um 3834. Am Tag zuvor hatte das RKI 3677 Neuinfektionen mitgeteilt. Die Zahl der verstorbenen Patienten stieg um 173 auf 1607. Am Montag lag der Anstieg hier noch bei 92 Todesfällen binnen 24 Stunden.

+++ 07.04.2020: Ausgangssperre für Corona-Hotspot Mitterteich in Bayern gelockert +++

Drei Wochen nach dem Verhängen der bundesweit ersten weitreichenden Corona-Ausgangssperre im oberpfälzischen Mitterteich sind die Vorschriften vorzeitig gelockert worden. Seit diesem Dienstag gelten in der Kleinstadt nun dieselben Ausgangsbeschränkungen wie in ganz Bayern.

Das Infektionsgeschehen im Stadtgebiet Mitterteich weise keine signifikanten Unterschiede zum restlichen Landkreis Tirschenreuth mehr auf, hatte der Landkreis am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabes Katastrophenschutz mitgeteilt. Der Erste Bürgermeister Roland Grillmeier habe die Entscheidung begrüßt. Die strengeren Regeln sollten ursprünglich bis einschließlich diesen Donnerstag gelten.

Die 6500-Einwohner-Stadt galt deutschlandweit als einer der Corona-Hotspots. Mitte März war die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten und der dadurch erkrankten Menschen plötzlich besonders gestiegen. Als eine wesentliche Ursache wurde ein Starkbierfest vermutet.

+++ 07.04.2020: Merkel wünscht Premier Johnson viel Kraft +++

In Jena gilt jetzt Mundschutzpflicht.

Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem an der Lungenkrankheit Covid-19 leidenden britischen Premierminister Boris Johnson viel Kraft und gute Besserung gewünscht. Sie hoffe, dass Johnson das Krankenhaus bald wieder verlassen könne, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag auf Twitter. Der Gesundheitszustand des 55-Jährigen hatte sich am Montag derart verschlechtert, dass er auf eine Intensivstation gebracht werden musste. Über den genauen Zustand des britischen Regierungschefs wurde offiziell nichts mitgeteilt.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wünschten Johnson via Twitter eine schnelle Genesung. Johnson habe Außenminister Dominic Raab damit beauftragt, ihn zu vertreten, wo es notwendig sei, hieß es in einer offiziellen Mitteilung der Downing Street. Der Premier hatte seine Infektion mit dem neuartigen Erreger bereits am 27. März öffentlich gemacht. Am Sonntag war er dann zu Untersuchungen in das St. Thomas' Hospital gebracht worden und einen Tag später auf die Intensivstation verlegt worden.

+++ 06.04.2020: Fast 99.000 infizierte Deutsche +++

Mindestens 1575 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1415).

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 25 300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 444 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20 800 Fällen und mindestens 297 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 20 000 Fällen und mindestens 427 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 193,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 118,8. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Suche

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass das Coronavirus auch von der Politik unterschätzt worden ist.

Bild: dpa

+++ 06.04.2020: Airbus unterbricht Produktion wegen Corona +++

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus unterbricht der Flugzeugbauer Airbus seine Produktion in Bremen und Stade. "Mit diesen Maßnahmen reagiert das Unternehmen auf verschiedene Umstände, die im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie stehen", teilte das Unternehmen am Montag mit. Auch am US-Standort Mobile (Alabama) wird die Produktion vorübergehend gestoppt.

An den Standorten seien die Lagerbestände hoch. Außerdem verwies der Konzern auf "Empfehlungen der jeweiligen Regierungen sowie Anforderungen, die sich auf verschiedene Phasen des gesamten industriellen Produktionsflusses auswirken".

In Bremen ruhten Produktions- und Montagearbeiten der Zivilflugsparte seit Montag bis zum 27. April, so der Luftfahrt- und Rüstungskonzern weiter. In Stade habe die Pause bereits am Sonntag begonnen und dauere bis zum 11. April. "In den Wochen danach wird in einigen Produktionsabteilungen jeweils tageweise nicht gearbeitet", hieß es. "Geschäftskritische Tätigkeiten" liefen aber weiter. In Mobile werde die Produktion der Modelle A220 und A320 von dieser Woche an und bis zum 29. April ausgesetzt. Auch dort werden aber einige Arbeiten weitergeführt - "in Übereinstimmung mit geltenden Hygiene- und Abstandsvorschriften (Social Distancing)", wie Airbus betonte.

+++ 06.04.2020: Drei Corona-Tote und 47 Infizierte in Hamburger Pflegeheim +++

Nach Angaben der Behörde vom Montag haben sich in der Einrichtung im Stadtteil Wellingsbüttel mittlerweile 47 Menschen mit dem Coronavirus infiziert: 38 Bewohner sowie neun Pflegekräfte. Die negativ auf Covid-19 getesteten Bewohner des betroffenen Wohnbereichs, insgesamt 19 Senioren, wurden laut Behörde in eine andere Pflegeeinrichtung verlegt, um weitere Infektionen zu verhindern.

+++ 06.04.2020: Merkel dankt Bürgern für Einhaltung von Corona-Auflagen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bürgerinnen und Bürgern für die weitgehende Einhaltung der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus gedankt. "Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken, denn die Regeln werden ja doch von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen eingehalten", sagte die CDU-Politikerin am Montag bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Ende ihrer eigenen häuslichen Quarantäne. Merkel hatte sich zuhause isoliert, nachdem sie Kontakt mit einem Arzt hatte, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Die Einhaltung dieser "sehr, sehr harten Regeln" gerade auch beim aktuellen schönen Wetter leiste einen Beitrag, um Menschenleben zu retten und Pflegepersonal das Leben zu erleichtern, sagte Merkel.

Die Auflagen müssten schrittweise gelockert werden, stellte sie in Aussicht. Es sei aber noch zu früh, um ein Datum zu nennen. Der Gesundheitsschutz stehe im Vordergrund. Es gebe zwar den Wunsch nach einer Lockerung, aber die Diskussion würde sich in ihr Gegenteil verkehren, wenn Menschen wegen einer Überlastung des Gesundheitssystems stürben.

Auf eine Frage nach der Nützlichkeit von Masken für die Bevölkerung verwies Merkel auf Experten, deren Meinung sich inzwischen zum Positiven wandle. Wichtig sei aber der richtige Umgang mit Stoffmasken: "Unsachgemäßer Umgang wäre noch fataler", sagte sie - also regelmäßiges Waschen, eine nicht zu lange Tragezeit, heißes Bügeln oder die Erwärmung im Backofen oder der Mikrowelle. "Dabei nie die Abstandsregeln vergessen", warnte sie. "Die Pflege dieser Masken ist dann auch ganz, ganz wichtig." Es könne sein, dass auch die Regierung für das Tragen werben werde, so weit sei es aber noch nicht.

+++ 06.04.2020: Corona: Metro würde gerne alle Großmärkte für Endverbraucher öffnen +++

Angesichts der Corona-Pandemie würde die Großhandelskette Metro gerne alle ihre 103 Großmärkte in Deutschland auch für Endverbraucher öffnen. Das Unternehmen könne damit einen Beitrag leisten, den erhöhten Bedarf an Grund- und Nahversorgungsangeboten bei den Verbrauchern in der Corona-Krise zu decken, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Voraussetzung für einen solchen Schritt sei allerdings, dass die Bundesländer grünes Licht dafür geben. Vorreiter ist Mecklenburg-Vorpommern. Dort stimmte das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung bereits vor einigen Tagen einer entsprechenden Nutzungsänderung zu. Seit Montag können deshalb in den fünf Metro-Märkten in Wolgast, Greifswald, Wismar, Neustrelitz und Waren nicht mehr nur gewerbliche Kunden wie Gastronomen, Hoteliers oder Kiosk-Betreiber einkaufen, sondern auch alle anderen Verbraucher. Befristet ist diese Genehmigung vorerst bis zum 19. April.

"Wir würden diesen Schritt gerne auch bundesweit tun", sagte ein Metro-Sprecher. Allerdings müssten die einzelnen Bundesländer dazu die Voraussetzungen schaffen. Der Deutschland-Chef der Metro, Frank Jäniche, betonte, Kapazitäten dafür gebe es bei dem Großhändler aktuell durchaus. Schließlich macht er normalerweise einen großen Teil seiner Umsätze mit Gastronomiebetreibern, die ihre Geschäfte wegen der Pandemie schließen mussten.

+++ 06.04.2020: Johns-Hopkins-Uni: Weltweit bereits mehr als 70 000 Coronavirus-Tote +++

Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 70 000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Montagmorgen (Ortszeit) weltweit auf rund 1,3 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorging. In Italien starben demnach rund 16 000 Corona-Infizierte, in Spanien mehr als 13 000, in den USA knapp 10 000 und in Frankreich mehr als 8000.

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten relativ zur Bevölkerungszahl bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben etwa 27 Menschen pro 100 000 Einwohner an dem Virus. In Deutschland waren es dagegen 1,9 Todesfälle pro 100 000 Einwohner, in China 0,24.

Die Webseite der Forscher der Universität Johns Hopkins wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC.

+++ 06.04.2020: Österreichs Bundesland Tirol hebt Covid-19-Quarantäne auf +++

Das österreichische Bundesland Tirol hebt die Quarantäne für das gesamte Landesgebiet mit kleinen Ausnahmen an diesem Dienstag auf. Das teilte Landeschef Günther Platter (ÖVP) am Montag in Innsbruck mit. Die Quarantäne für alle 279 Gemeinden sollte ursprünglich noch bis einschließlich Ostermontag, 13. April, gelten. Seit dem 18. März durften die Menschen in Tirol nur in Ausnahmefällen ihre Wohnorte verlassen.

Von der Aufhebung nicht betroffen seien vorerst St. Anton, das Paznauntal und Sölden, sagte Platter. Das Paznauntal mit dem beliebten Wintersportort Ischgl steht schon länger unter Quarantäne als die restlichen Tiroler Gemeinden. Die Situation in diesen Gebieten solle aber noch in dieser Woche genauer analysiert werden.

+++ 06.04.2020: Trotz Lockerungen in Österreich: Bayerns Regierung bekräftigt Zeitplan +++

Die bayerische Staatsregierung bleibt auch nach der angekündigten Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich beim zwischen Bund und Ländern verabredeten Zeitplan: Erst am Dienstag nach Ostern (14. April) wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. An diesem Zeitplan, auf den sich die Runde zuletzt verständigt hatte, ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

Bayern hatte seine umfangreichen Ausgangsbeschränkungen und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Ausbreitung des Coronavirus zuletzt bis einschließlich 19. April verlängert. Ob und wann und für welche Bereiche die Fristen dann erneut nach hinten verschoben werden müssen, ist offen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat aber wiederholt betont, es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April plötzlich wieder alles so sein werde wie vorher.

+++ 06.04.2020: Bundesregierung beschließt neues Kreditprogramm für Mittelstand +++

Die Bundesregierung hat in der Corona-Krise zusätzliche Hilfen für den Mittelstand beschlossen. Mit einem neuen Kreditprogramm sollen vor allem mittelständische Firmen einfacher mit dringend notwendigen Krediten versorgt werden. Wirtschaftsverbände begrüßten die neuen Hilfen. Der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Joachim Lang, sprach am Montag von einem starken Signal für den Mittelstand.

"Es ist gut, dass die Bundesregierung jetzt die Mittelstandslücke schließt", erklärte Lang. "Für unsere mittelständischen Unternehmen ist es überlebenswichtig, schnell und unbürokratisch Kredite zu erhalten. Dafür ist eine 100-prozentige Staatshaftung für eine klar begrenzte Zeit vertretbar." Mit der umfassenden Garantie des Bundes sollten nun für die Kreditinstitute alle Bedenken ausgeräumt sein, und sie könnten Kredite schnellstmöglich auszahlen. "Es hilft wenig, wenn wir das Virus besiegen, die Nebenwirkungen der Therapie aber so stark sind, dass unsere Volkswirtschaft dauerhaft Schaden nimmt."

+++ 06.04.2020: Gegen Kontaktverbot verstoßen: Polizei löst Musikvideo-Dreh auf +++

Die Polizei hat ein Treffen mehrerer Männer aufgelöst, die trotz Kontaktverbots ein Rap-Musikvideo drehen wollten. Wie die Polizei mitteilte, hatten sich am Sonntag in einem Industriegebiet im nordrhein-westfälischen Siegen elf Männer zwischen 18 und 34 Jahren verabredet. Darunter waren demnach ein Kameramann sowie mehrere Rapper und Tänzer. Extra für den Dreh hatte die Gruppe nach den Angaben vom Montag außerdem sechs schicke Autos angemietet. "Das waren alles sehr teure, hochwertige Wagen", sagte ein Sprecher der Polizei. Die Männer mussten den Dreh abbrechen. Sie erwartet eine Anzeige.

+++ 06.04.2020: Statistisches Bundesamt bietet Infoseiten zu Corona +++

Daten zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie hat das Statistische Bundesamt auf seiner Homepage gebündelt. Auf der Sonderseite "Corona-Statistiken" werden seit Montag Konjunkturindikatoren zur Bewertung der wirtschaftlichen Folgen präsentiert, etwa zur Industrieproduktion oder zum Außen- und Binnenhandel, wie die Behörde in Wiesbaden mitteilte. Gezeigt werden, "statistische Ergebnisse, in denen sich bereits die Auswirkungen zeigen oder in denen Auswirkungen erwartbar sind".

"Die realwirtschaftlichen Konjunkturindikatoren werden in den kommenden Wochen und Monaten stark im Fokus stehen", erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel, am Montag. Weitere Statistiken zu den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen sollen folgen. "Unsere Zahlen werden zeigen, wie schwer sich die Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirkt."

+++ 06.04.2020: Bericht: Auch Bundesregierung plant Lockerungen +++

Die Bundesregierung treibt die Planungen für die Lockerung der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie voran. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Montag unter Berufung auf ein Konzeptpapier des Innenministeriums. Demnach sollten als Erstes der Einzelhandel, Restaurants und in bestimmten Regionen die Schulen wiedereröffnet werden. Großveranstaltungen und private Feiern müssten aber vorerst verboten bleiben. Die Einschränkungen sollen bislang bis zum 19. April gültig bleiben.

+++ 06.04.2020: Kreise: Zwei Wochen Quarantäne bei Rückkehr nach Deutschland +++

Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnhafte Personen, die nach mehrtägigem Auslandsaufenthalt in die Bundesrepublik zurückkehren, sollen künftig zwei Wochen in Quarantäne. Das empfahl das sogenannte Corona-Krisenkabinett nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag den Bundesländern.

+++ 06.04.2020: Österreich will ab 14. April die Anti-Corona-Maßnahmen lockern +++

Markus Söder hält Regierungserklärung zu Coronakrise.

Foto: dpa

Nach Ostern soll in Österreich in der Corona-Krise der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen. Ziel sei es, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien mit. Ab 1. Mai sollen dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden allerdings bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Zudem wird das Tragen eines Mundschutz künftig nicht nur in Supermärkten und Drogerien zur Pflicht.

Österreich ist damit eines der ersten europäischen Länder, das im Kampf gegen das Coronavirus seine Maßnahmen schon direkt nach Ostern wieder etwas lockern will. Auch in Dänemark hat Regierungschefin Mette Frederiksen angekündigt, das Land wahrscheinlich nach Ostern schrittweise wieder öffnen zu wollen. Einen genauen Plan hat sie aber noch nicht vorgelegt. In Tschechien wird aktuell über kleinere Ausnahmeregelungen für den Handel diskutiert, das Minderheitskabinett ist in dieser Frage aber heftig zerstritten.

+++ 06.04.2020: In Jena gilt jetzt Mundschutzpflicht +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gilt in Jena seit Montag eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz etwa in Geschäften sowie Bussen und Bahnen. Damit soll eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen eingedämmt werden. Im Freien ist der Mundschutz nicht vorgeschrieben.

Nach Angaben der Stadt ist auch kein medizinischer Mundschutz notwendig, es reichen selbstgenähte Masken sowie Tücher oder Schals, die Mund und Nase bedecken. Der Schritt gelte nicht dem Eigenschutz, sondern dem Schutz anderer, hieß es zur Begründung. Ab Freitag (10. April) soll die Vorgabe auf weitere geschlossene Räume inklusive Arbeitsstätten mit mehr als einer Person ausgeweitet werden.

Suche

Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), äußert sich bei einer Pressekonferenz zum Stand der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland.

Bild: dpa

+++ 06.04.2020: Mehr als 95 900 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1400 Tote +++

In Deutschland sind bis Sonntagabend mehr als 95.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 91 100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1415 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1316). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 24 000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 383 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20 500 Fällen und mindestens 258 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 186,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 115,4. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 06.04.2020: Coronavirus: Britischer Premierminister Boris Johnson im Krankenhaus +++

Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seiner Covid-19-Erkrankung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Das teilte der Regierungssitz Downing Street in London am Sonntagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Es handelt sich um einen vorsorglichen Schritt, da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat", hieß es in einer Mitteilung der Regierung.

Der 55 Jahre alte konservative Politiker hatte am Freitag vergangener Woche seine Infektion bekannt gemacht und sich in Selbstisolation in seiner Dienstwohnung zurückgezogen. Doch noch eine Woche später klagte er über Fieber. Ob er seine Amtsgeschäfte weiterführen kann, war zunächst unklar. Sein Stellvertreter wäre nach Medienberichten Außenminister Dominic Raab.

Auch Johnsons schwangere Verlobte Carrie Symonds, hat nach eigenen Angaben eine Woche mit Symptomen der Lungenkrankheit Covid-19 im Bett verbracht. Das teilte die 32 Jahre alte ehemalige Kommunikationschefin der Konservativen Partei am Samstag per Twitter mit. Getestet worden sei sie aber nicht.

+++ 06.04.2020: Queen macht Briten Mut: "Wir werden uns wiedersehen" +++

Königin Elizabeth II. hat die Briten in einer historischen Rede zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufgerufen - und ihnen Mut zugesprochen. "Wir bekämpfen diese Krankheit gemeinsam", sagte die 93 Jahre alte Monarchin in der mit Spannung erwarteten Ansprache, die am Sonntagabend übertragen wurde. "Wenn wir vereint und entschlossen bleiben, werden wir sie überwinden", so die Queen.

Abgesehen von den traditionellen Weihnachtsansprachen ist es erst die vierte solche Rede des seit 1952 amtierenden britischen Staatsoberhaupts. Zuvor hatte sich Elizabeth II. 2002 beim Tod ihrer Mutter, Queen Mum, sowie vor der Beisetzung Prinzessin Dianas 1997 und während des Golfkriegs 1991 an die Briten gewandt. Es war ein nüchterner Auftritt. Die Königin trug ein grünes Kleid mit schlichter Perlenkette und eine passende Brosche. Anders als bei ihren Weihnachtsansprachen waren keine Bilder auf dem Tisch neben ihr aufgestellt, nur eine Porzellanschale mit roten Blumen war zu sehen.

"Ich richte mich an Sie in einer Zeit, die, wie ich weiß, zunehmend herausfordernd ist", sagte die Queen. "Eine Zeit der Unterbrechung des Lebens in unserem Land; eine Störung, die Manche in Trauer gestürzt hat, für Viele finanzielle Schwierigkeiten und für uns alle enorme Veränderungen in unserem täglichen Leben bedeutet."

+++ 05.04.2020: Regierung will Gutscheine für abgesagte Reisen staatlich absichern +++

Nach Kritik an den geplanten Gutscheinen für abgesagte Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen hat die Bundesregierung angekündigt, für die Voucher finanziell einzustehen. "Wir nehmen die Bedenken der Verbraucher sehr ernst. Kein Kunde darf sein Geld verlieren", sagte der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß (CDU) am Sonntag. "Deshalb wollen wir den Wert der Gutscheine staatlich absichern." Zuvor hatten Verbraucherschützer das Vorhaben als "Zwangskredite der Verbraucher an die Unternehmen" abgelehnt und eine Rückzahlung der Reisekosten gefordert.

Bareiß betonte: "Natürlich müssen die Verbraucher ihr Geld zurückbekommen können, wenn sie den Gutschein nicht einlösen und keine Reise antreten." Deshalb würden die Wertscheine zeitlich begrenzt. "Und für all diejenigen, die es besonders hart trifft und ihr Geld schnell selbst brauchen, wird es eine Härtefallregelung geben", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung.

Bei abgesagten Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen sollen die Verbraucher nach dem Willen der Bundesregierung Gutscheine statt einer sofortigen Rückzahlung bekommen. Die Gutscheine sollen bis Ende 2021 befristet sein und für alle Tickets gelten, die vor dem 8. März gekauft wurden. Hat der Kunde seinen Gutschein bis Ende 2021 nicht eingelöst, muss der Veranstalter ihm den Wert erstatten. Die EU-Kommission muss dieser Lösung allerdings noch zustimmen.

"Die Gutscheine sind in dieser schwierigen Lage ein guter Kompromiss, um die Arbeitsplätze bei den Reiseveranstaltern und Reisebüros zu sichern und gleichzeitig die Kundeninteressen zu wahren", sagte Bareiß. Er verwies darauf, dass wegen der Corona-Krise auch 85 000 Mitarbeiter von Reisebüros und Veranstaltern um ihre Jobs bangten sowie die Unternehmen schwer belastet würden."Es kommt nicht nur kein Geld herein, die bereits verplanten Einnahmen werden nun auf einen Schlag vollständig zurückgefordert."

+++ 05.04.2020: 2 Millionen Schutzmasken aus China in Berlin angekommen +++

In Berlin sind zwei Millionen Atemschutzmasken und 300.000 Schutzkittel aus China angekommen. Sie sind am Samstag am Flughafen Leipzig/Halle eingetroffen. Die Bundeswehr habe sie dort abgeholt und nach Berlin gebracht, sagte die Berliner Senatssprecherin Melanie Reinsch am Sonntagmorgen. Die Schutzmasken und -kittel sollen ab Montag in Berlin unter anderem an Kliniken, Pflegeheime und die Polizei verteilt werden. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) twitterte zu der Lieferung der in Berlin dringend benötigten Schutzausrüstung, das seien "gute Nachrichten". In den vergangenen Tagen hatten sich Meldungen über fehlendes Material in Berliner Krankenhäusern und Arztpraxen gehäuft.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte der "Berliner Morgenpost" (Sonntagsausgabe): "Die Ärzte und Pflegekräfte haben derzeit gerade das Nötigste. Alle Bereiche im Krankenhaus, aber auch Pflegeheime, niedergelassene Ärzte oder Dialysezentren sind ausgestattet - für wenige Wochen." Kalayci hatte für die Lieferung aus China die Bundeswehr um Amtshilfe für den Transport der Schutzausrüstung nach Berlin gebeten.

Nach Senatsangaben war zuvor eine Lieferung von 200.000 Schutzmasken auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Der Grund war am Samstag noch unbekannt, der Senat forsche nach, hieß es. Die Masken waren für die Berliner Polizei bestimmt. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte am Freitag mitgeteilt, die Masken seien auf Betreiben der USA "konfisziert" worden. Das Portal "t-online.de" zitierte einen hohen US-Regierungsbeamten mit der Aussage, die Vorwürfe aus Berlin seien "komplett falsch". Die Berliner CDU warf dem Senat "bewusste Irreführung" und "Desinformation" vor.

+++ 05.04.2020:Söder: 500 Euro Bonus für alle Pflegekräfte in Bayern +++

Für ihren oftmals aufreibenden Einsatz in der Corona-Krise will die Staatsregierung allen Pflegekräften in Bayern eine steuerfreie Bonuszahlung von 500 Euro zukommen lassen. "Wir in Bayern reden nicht nur darüber - wir machen das. Wir werden 500 Euro als Bonus an alle Pflegekräfte zahlen", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der "Bild am Sonntag".

Den Bonus sollen nach Angaben eines Regierungssprechers alle Pflegekräfte in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten-, Pflege- und Behindertenheimen bekommen - insgesamt 252.000 Angestellte. Den Freistaat koste dies unterm Strich 126 Millionen Euro.

Die Bonuszahlung soll an diesem Dienstag im Kabinett beschlossen werden und das Geld so bald wie möglich bei den Pflegekräften ankommen.

"Vorläufig" sollen die 500 Euro einmalig gezahlt werden, hieß es. Je nachdem, wie lange der Kampf gegen das Coronavirus dauert, ist damit nicht ausgeschlossen, dass es später weitere Zahlungen gibt. Zusammen mit Nordrhein-Westfalen ist Bayern das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land.

+++ 05.04.2020:Mehr als 91.300 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1300 Tote +++

In Deutschland sind bis Sonntagvormittag mindestens 91.384 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.30 Uhr: 85.559 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.318 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.30 Uhr: 1.154). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 23.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19.400 Fällen und mindestens 250 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 176,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 109,9. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Baden-Württemberg: 18515 (363 Tote)Bayern: 23049 (370 Tote)Berlin: 3626 (24 Tote)Brandenburg: 1388 (24 Tote)Bremen: 388 (6 Tote)Hamburg: 2882 (14 Tote)Hessen: 4325 (48 Tote)Mecklenburg-Vorpommern: 523 (5 Tote)Niedersachsen: 5764 (89 Tote)Nordrhein-Westfalen: 19405 (250 Tote)Rheinland-Pfalz: 3627 (33 Tote)Saarland: 1410 (21 Tote)Sachsen: 2843 (32 Tote)Sachsen-Anhalt: 921 (12 Tote)Schleswig-Holstein: 1638 (17 Tote)Thüringen: 1080 (10 Tote) Gesamt: 91384 (1318 Tote)

+++ 05.04.2020: Rumänien erlaubt Reisen von Erntehelfern ins Ausland +++

Rumänien erlaubt Saisonarbeitern trotz der Corona-Krise ausnahmsweise die Ausreise mit dem Flugzeug ins Ausland. Das teilte Rumäniens Innenminister Marcel Vela am Samstag mit. Dies dürfte insbesondere die Situation deutscher Landwirte, vor allem von Spargelbauern, erleichtern, die dringend Erntehelfer benötigen. Diese kamen bisher zum großen Teil aus Rumänien.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich am Donnerstag geeinigt, 80.000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Um beim Ernten und anderen dringenden Feldarbeiten zu helfen, können im April und Mai je 40.000 Menschen kommen. Zuvor hatte das Innenministerium weitgehende Einreisebeschränkungen für Saisonarbeiter verhängt.

Die rumänische Sondergenehmigung bezieht sich aber nicht auf Personal im Bereich der Medizin und Pflege, wie der Minister betonte. Insbesondere Österreich hatte zuletzt darauf gedrängt, dass Rumänien die Ausreise von Pflegepersonal ermöglichen solle. Allerdings herrscht auch in Rumänien akuter Mangel an Ärzten und Pflegern. Dort weigern sich etliche Fachkräfte zu arbeiten, weil sie in Ermangelung von Schutzausrüstung um ihre eigene Gesundheit bangen und befürchten, ihre Familien und weitere Patienten zu infizieren.

Eigentlich sind Flugverbindungen zwischen Rumänien und Corona-Risikoländern verboten. Auf dem Landweg sind Reisen Richtung Westen nicht möglich, weil Ungarn die Grenzen geschlossen hat. In Rumänien sind bisher 140 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten stieg bis Samstag auf 3616, 430 mehr als am Vortag.

+++ 05.04.2020: Maas ruft zur Einhaltung des Kontaktverbots über Ostern auf +++

Angesichts der weltweit dramatisch wachsenden Todeszahlen der Corona-Pandemie hat Bundesaußenminister Heiko Maas eindringlich dazu aufgerufen, das in Deutschland geltende Kontaktverbot einzuhalten. "Ein Blick über unsere Grenzen zeigt noch viel dramatischer als bei uns, wie tödlich der Corona-Virus ist", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Daraus müsse man Konsequenzen ziehen: "Wir müssen weiter alles tun, um eine zu schnelle Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Das gilt leider auch für die Ostertage - so bitter das für viele Familien und Freundeskreise ist."

In Italien sind bereits mehr als 15.000 Menschen an Covid-19 gestorben, in Spanien rund 12.000 und in Frankreich fast 8.000. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten am Mittwoch dazu aufgerufen, auch zu Ostern private Reisen generell zu unterlassen. Dies gelte auch für "überregionale tagestouristische Ausflüge".

Maas zeigte sich beeindruckt, wie konsequent sich die große Mehrheit der Menschen in Deutschland bisher an die Regeln zur Kontaktvermeidung halte. "Das zeigt auch, wie groß der Gemeinsinn und die Solidarität in unserem Land sind. Genau darauf müssen wir aufbauen, um so gut wie möglich durch diese Krise zu kommen."

+++ 04.04.2020: Mehr als 91 000 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1300 Tote +++

In Deutschland sind bis Samstagabend mehr als 91.100 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 85.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.316 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1150). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 23.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19.400 Fällen und mindestens 250 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 176,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 109,4. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 04.04.2020: Mehr als 85.500 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 1.150 Tote +++

In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 85.559 Infektionen (Vortag Stand 11.00: mehr als 80.500 Infektionen) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18 500 Fällen und mindestens 224 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 160,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 102,9.

Mindestens 1154 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1022) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Baden-Württemberg: 17180 (321 Tote)

Bayern: 20962 (327 Tote)

Berlin: 3486 (22 Tote)

Brandenburg: 1311 (14 Tote)

Bremen: 354 (6 Tote)

Hamburg: 2739 (13 Tote)

Hessen: 4097 (37 Tote)

Mecklenburg-Vorpommern: 501 (5 Tote)

Niedersachsen: 5455 (72 Tote)

Nordrhein-Westfalen: 18557 (224 Tote)

Rheinland-Pfalz: 3466 (30 Tote)

Saarland: 1318 (20 Tote)

Sachsen: 2646 (25 Tote)

Sachsen-Anhalt: 898 (11 Tote)

Schleswig-Holstein: 1568 (17 Tote)

Thüringen: 1021 (10 Tote)

Gesamt: 85559 (1154 Tote)

+++ 04.04.2020: Corona-Bonus für Pflegekräfte im Gespräch +++

Angesichts der Belastungen von Pflegekräften in der Corona-Krise zeigen sich Pflegekassen und Arbeitgeber offen für Bonuszahlungen von bis zu 1.500 Euro. Pflegekräfte leisteten unter Corona-Bedingungen Herausragendes, und dies sollte auch besonders honoriert werden, sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), der auch die Pflegekassen vertritt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). Der Vizepräsident des Arbeitgeberverbands Pflege, Friedhelm Fiedler, sagte der "Bild"-Zeitung (Samstag): "Wir sind offen für einen einmaligen Bonus in Höhe von bis zu 1.500 Euro."

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte angekündigt, in der Corona-Krise Bonuszahlungen für Arbeitnehmer bis 1.500 Euro steuerfrei zu stellen. GKV-Sprecher Lanz erläuterte: "Da diese Prämie am Ende aus den Portemonnaies der Beitragszahler finanziert wird, muss deren Höhe mit Augenmaß festgelegt werden". Hier sollten sich insbesondere Politik und Pflege-Arbeitgeber auf einen Höchstwert verständigen. Es sollte nicht nach Ost oder West, Nord oder Süd unterschieden werden.

+++ 03.04.2020: Mehr als 85.000 Corona-Infizierte in Deutschland - 1152 Menschen tot +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland steigt weiter rasant. Wenn man die Zahlen am Freitagabend auf Grundlage der Meldungen der Landesgesundheits- und Sozialministerien berechnet, beträgt sie 85.432. Das würde im Vergleich zum Vortag (79.450 Corona-Infizierte) einen Anstieg von 7,5 Prozent bedeuten. Bislang sind 1152 Menschen gestorben.

+++ 03.04.2020: Erste Beatmungsgeräte werden nächste Woche verteilt +++

Die ersten zusätzlich vom Bund bestellten Beatmungsgeräte zur Behandlung von Covid-19-Patienten sollen in der kommenden Woche ausgeliefert werden. In einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums, das am Freitag an die Abgeordneten von Union und SPD ging, heißt es, bis zum kommenden Mittwoch sei geplant, "in einer ersten Tranche mehrere hundert Geräte an die Länder zu verteilen". Durch die frühzeitige Auftragsvergabe seitens des Bundes seien "Kontingente auf einem mittlerweile sehr umkämpften Weltmarkt gesichert" worden.

Das Ministerium habe Verträge mit mehreren Anbietern über den Kauf von mehr als 20.000 Beatmungsgeräten geschlossen. Da diese größtenteils noch produziert werden müssten, "laufen sie über mehrere Monate verteilt zu".

+++ 03.04.2020: Kanzlerin kehrt nach Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurück +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Freitag nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurückgekehrt. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, hat sie ihre Geschäfte wieder persönlich in der Regierungszentrale aufgenommen. Selbstverständlich würden dort die bestehenden Abstandsregelungen beachtet. Gespräche mit anderen Regierungschefs führe sie per Telefon oder per Videoschalte. "Jetzt geht die Arbeit wieder aus dem Kanzleramt weiter", sagte Seibert.

Merkel hatte drei Corona-Test machen lassen, die alle drei negativ waren. Sie hatte aber zunächst die Dienstgeschäfte noch aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrgenommen, um die übliche zweiwöchige Quarantäne einzuhalten. Merkel war dort seit dem 22. März, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft.

+++ 03.04.2020: RKI: Maßnahmen zeigen deutlich Wirkung - aber keine Entwarnung +++

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in Deutschland zeigen nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts messbar Wirkung. Ein infizierter Mensch stecke seit einigen Tagen in Deutschland im Durchschnitt nur noch einen weiteren Menschen an, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag. Ein Grund zur Entwarnung sei das aber noch nicht.

+++ 03.04.2020: Politiker prophezeit: Kontaktsperre könnte das ganze Jahr dauern +++

Berlins Innensenator Andreas Geisel geht davon aus, dass die Abstandsregeln noch das ganze Jahr über andauern könnten. Im rbb-Inforadio erklärte er, es gehe darum "die Infektionsgeschwindigkeit so zu verringern, dass wir das Gesundheitssystem nicht überlasten und Zustände wie in Spanien oder Italien verhindern." Er geht aktuell nicht davon aus, dass am 19. April alles zu Ende sein wird.

"Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass wir zwar diesen Lockdown im Laufe des April, Mai dann sicherlich lockern müssen. (...) Aber die Beschränkungen, Abstandsregelungen, die Veränderung unserer Lebensgewohnheiten - ich fürchte, das wird uns das ganze Jahr über begleiten", so Geisel.

+++ 03.04.2020:Heil erwägt Anhebung des Kurzarbeitergeldes +++

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwägt in der Coronavirus-Krise eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes. Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, "ob wir das Kurzarbeitergeld noch einmal anheben können", sagte er der "Rheinischen Post" (Freitag) in Düsseldorf. Zugleich stellte er eine mögliche Verlängerung in Aussicht: "Ihr habt die erleichterten Regeln für Kurzarbeit, mit denen wir Brücken über diese Krise bauen. Wenn es nötig ist, bauen wir die auch noch länger." Das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut IMK hatte sich bereits am Donnerstag für eine Aufstockung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I ausgesprochen, um die Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen.

Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts. In einigen Branchen und Betrieben gibt es tarifvertragliche Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes.

+++ 03.04.2020:Kanzleramt strebt rasche Stichproben mit Anti-Körper-Tests an +++

Die Bundesregierung will im Kampf gegen das Coronavirus sofort nach Vorliegen eines zuverlässigen Antikörpertests repräsentative Stichproben in der Bevölkerung machen lassen. Das kündigte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner" an. Ziel sei ein Überblick, wie groß der Anteil der Menschen in der Bevölkerung ist, die Antikörper gegen das Virus haben. Einen Test auf Antikörper im Blut gebe es schon, er sei "aber noch nicht so genau, wie wir ihn brauchen", sagte Braun.

Der derzeit vorliegende Test könne "den fatalen Fehler machen, dass er einem suggeriert, man sei schon immun und es stimmt am Ende gar nicht". Sobald dies behoben ist, solle "eine große Serie von Menschen, die glauben, sie hätten nie etwas mit Corona zu tun gehabt", freiwillig getestet werden. Dies werde zeigen, wie viele Menschen die Erkrankung "still" durchmachten und wie groß die Infizierten-Dunkelziffer sei.

+++ 03.04.2020: Arbeitgeberpräsident Kramer: Im Mai sollten wir wieder loslegen +++

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer lobt die Krisenpolitik in Deutschland und hofft auf eine baldige Rückkehr zum normalen Wirtschaftsleben. "Im Mai sollten wir nach und nach wieder loslegen können, wenn der Infektionsverlauf dieses wie erwartet zulässt", sagte Kramer dem "Tagesspiegel" (Freitag). "Im nächsten Jahr sollte es wieder kräftig aufwärts gehen, sofern der 'Lockdown' jetzt nicht zu lange dauert."

Nach Einschätzung des Präsidenten der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) kann man "die Kurzarbeit im Sommer im Wesentlichen hinter uns lassen". Dann sei auch "die Chance sehr groß, dass wir schnell an die Phase anschließen können, die wir vor dem Virus hatten".

Die Krisenpolitik von Bund und Ländern sei "grundsätzlich gut und notwendig". Auch die Abstimmung der Politik mit Arbeitgebern und Gewerkschaften funktioniere gut. "Das können wir in Deutschland, und das hilft uns auch diesmal bei der Krisenbewältigung. Es war ja in der Vergangenheit nicht das Gelbe vom Ei, was die große Koalition so alles abgeliefert hat. Jetzt in der Krise funktioniert es aber erstaunlich gut", sagte Kramer. Ob weitere staatliche Hilfen erforderlich sind, könne man derzeit noch nicht absehen.

Kramer verteidigte die Weigerung vieler Arbeitgeber, das Kurzarbeitergeld von 60 Prozent des Nettoeinkommens aufzustocken, wie das die Gewerkschaften immer wieder fordern. "Ein Unternehmen kann aber nicht aufstocken, wenn es überhaupt keine Einnahmen mehr hat", sagte der BDA-Chef. "Der Erhalt des Arbeitsplatzes ist das wichtigste Ziel der Kurzarbeit."

+++ 03.04.2020:Wegen Corona: Giffey plant anderen Berechnungsmodus bei Elterngeld +++

Werdende oder frischgebackene Eltern sollen wegen der Corona-Krise keine Abstriche beim Elterngeld hinnehmen müssen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) strebt dafür eine Änderung im Berechnungsmodus an. Das sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Grundlage für die Höhe des Elterngeldes ist normalerweise das durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Bei Müttern und Vätern, die das Elterngeld jetzt oder demnächst beantragen und wegen der Krise Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, sollen die entsprechenden Monate nicht mit in die Berechnung einfließen, weil das die Elterngeldhöhe negativ beeinflussen würde.

Über diese und weitere Regelungen habe sie bereits mit den Ländern gesprochen, sagte Giffey. Auch mit den Bundestagsfraktionen sei sie im Gespräch, wie das zügig umgesetzt werden könne. "Es wird sich in den nächsten Tagen klären, welchen Weg wir da gehen."

Geplant sind demnach auch Anpassungen beim Elterngeld für Mütter und Väter, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Wenn diese wegen der aktuellen Lage ihre Elterngeldmonate nicht nehmen können, sollen sie diese verschieben können. Auch die Regeln beim Partnerschaftsbonus - eine zusätzliche Leistung, die Mütter und Väter bekommen, die gleichzeitig Teilzeit arbeiten, um sich die Kindererziehung zu teilen - könnten gelockert werden, wenn Teilzeit momentan so nicht einzuhalten ist.

Elterngeld bekommen Mütter und Väter, wenn sie nach der Geburt des Kindes nicht oder vorerst nur wenig arbeiten wollen. Der Staat unterstützt das mit mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro im Monat - abhängig vom Netto-Verdienst vor der Geburt des Kindes. Das Elterngeld wird maximal 14 Monate lang gezahlt, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen. Die Zahlungsdauer kann auch weiter gestreckt werden (ElterngeldPlus). Dafür sind die monatlichen Zahlungen dann kleiner. Laut Familienministerium gibt der Staat jährlich mehr als sieben Milliarden Euro dafür aus.

+++ 03.04.2020:Özdemir fordert mehr Gesundheitschecks an Flughäfen +++

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat stärkere Gesundheitskontrollen an deutschen Flughäfen in der Corona-Krise gefordert. "Mechanismen, die in anderen Ländern selbstverständlich sind, greifen bei uns nicht", sagte der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses der "Welt" (Freitag). "Die Körpertemperatur der Reisenden wird zum Beispiel nicht standardmäßig gemessen. Es ist unklar, ob kritische Fälle in den Flugzeugen getrennt von den anderen Passagieren untergebracht und versorgt werden."

Die Rückholaktion von im Ausland gestrandeten Deutschen begrüßte Özdemir. Die Ansteckungsgefahr dürfe dadurch aber nicht größer werden. Selbstauskünfte von Reisenden wertete er als unzureichend: "Die Menschen wollen in dieser Krisensituation verständlicherweise so schnell wie möglich zurück nach Hause." Da verdränge mancher vielleicht seine leichten Krankheitssymptome.

+++ 03.04.2020: Bürger sollen über Ostern auch auf größere Tagesausflüge verzichten +++

Zur Eindämmung des Coronavirus sollen die Menschen in Deutschland über die Osterferien auch auf Tagesausflüge zu weiter entfernten touristischen Zielen verzichten. Das geht aus dem jüngsten Beschluss von Bund und Ländern hervor, wie ein Regierungssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erläuterte. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch dazu aufgefordert, auch zu Ostern private Reisen generell zu unterlassen. Dies gelte auch für "überregionale tagestouristische Ausflüge".

Dieser ergänzende Hinweis solle verdeutlichen, auch Ausflüge mit oder zu Bekannten und Verwandten zu vermeiden, die mit einer Rückkehr am selben Tag enden, sagte der Regierungssprecher. "Überregional" beziehe sich auf touristische Ziele, die an Feiertagen generell gerne aufgesucht werden, aber durchaus weiter vom jeweiligen Wohnort entfernt liegen. Ziel sei, eine großflächige Vermischung bisher isolierter Kontaktgruppen und auch Kontakte durch mögliches Nutzen des öffentlichen Nahverkehrs zu verhindern. "Letztlich sollen alle Reisen, egal ob von langer oder kurzer Dauer, vermieden werden."

In den Bundesländern beginnen nun nach und nach die Osterferien. Allerdings sind die Schulen bereits bundesweit wegen der Coronakrise geschlossen. Bund und Länder hatten am Mittwoch zudem beschlossen, die generellen Beschränkungen des öffentlichen Lebens, zu denen auch Ladenschließungen zählen, vorerst bis 19. April in Kraft zu belassen.

+++ 02.04.2020: Fast 80.000 Infizierte! Mehr als 1000 Tote in Deutschland +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland ist auf 79.450 gestiegen. Das geht aus den Meldungen der Landesgesundheits- und Sozialministerien aktuell hervor. Das entspricht einem Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vortag mit 72.893 Infizierte. Insgesamt sind hierzulande bisher 1001 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektoon gestorben.

+++ 02.04.2020: RKI: 2.300 medizinische Mitarbeiter in Kliniken mit Corona infiziert +++

2300 medizinische Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern sind laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte das RKI der "Süddeutschen Zeitung" auf Anfrage mit. Erfasst seien in dieser Zählung nur die Mitarbeiter von Krankenhäusern, nicht die von Arztpraxen, Laboren, Senioren- und Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten. Deshalb müsse von höheren Zahlen ausgegangen werden. Für eine Bestätigung war das RKI am Donnerstagabend nicht mehr zu erreichen.

+++ 02.04.2020: Robert Koch-Institut ändert Einschätzung zu Mundschutz +++

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben. Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden. Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt.

+++ 02.04.2020: Müller zur Corona-Krise: "Sind noch nicht über den Berg" +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Menschen aufgerufen, sich weiter konsequent an die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie zu halten. "Wir sehen, dass das Infektionsgeschehen in unserer Stadt so ist, dass unser Gesundheitswesen noch Schritt halten kann", sagte Müller am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. "Aber ich muss auch klar sagen: Wir sind noch nicht über den Berg. Es werden noch harte Wochen auf uns zukommen." Daher könne der Senat die Kontaktsperre auch jetzt nicht lockern, sondern werde sie vielmehr bis 19. April verlängern.

+++ 02.04.2020:Von der Leyen kündigt neue Milliardenhilfen gegen Corona-Krise an +++

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat noch einmal milliardenschwere Hilfen gegen die Wirtschaftskrise angekündigt. "In dieser Coronavirus-Krise werden nur die stärksten Antworten ausreichen", erklärte von der Leyen am Donnerstag bei der Vorstellung ihrer Initiativen in Brüssel. "Wir müssen jedes zur Verfügung stehende Mittel nutzen."

So müsse jeder verfügbare Euro im EU-Budget gegen die Krise aktiviert werden. Alle EU-Regeln würden gelockert, damit das Geld schnell und wirksam fließen könne. Mit einem neuen "Solidaritäts-Instrument" würden zudem 100 Milliarden Euro für Jobs und Unternehmen aktiviert - gemeint ist das angekündigte Kurzarbeiter-Instrument namens "Sure". "Damit bündeln wir die Kräfte mit den Mitgliedsstaaten, um Leben zu retten und Einkommen zu schützen", erklärte von der Leyen.

+++ 02.04.2020: Söder: Brauchen in Deutschland am Ende Milliarden Masken +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder prognostiziert im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von Milliarden Masken. "Wir werden auf Dauer enorm viel Masken brauchen. Ich glaube, dass wir am Ende in Deutschland Milliarden Masken brauchen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag im niederbayerischen Weng (Landkreis Landshut).

Zuerst brauche man die Masken für das medizinische Personal und dann prioritär auch für Alten- und Pflegeheime, sagte Söder. Man brauche die Masken dann aber auch "in der breiten Entwicklung auch irgendwann, wenn es um den Arbeitsschutz geht, um das Miteinander".

Söder und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) besuchten am Donnerstag einen Automobilzulieferer, der seinen Betrieb angesichts der Corona-Krise auf die Produktion von Masken umstellt. Üblicherweise werden in dem Werk der Firma Zettl Zubehörteile wie Sitzbezüge oder Türverkleidungen hergestellt. "Das sind Corona-Schutzmasken", sagte Söder. Diese seien höherwertiger als OP-Masken und "auf dem Weg zu einer FFP2-Maske".

Grundsätzlich unterscheidet etwa das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zwischen selbst hergestellten Masken, medizinischem Mund-Nasen-Schutz und sogenannten filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3). Solche FFP2- und FFP3-Masken dienen auch dem Eigenschutz, die anderen vorrangig zum Schutz der anderen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen des Mundschutz-Trägers.

+++ 02.04.2020: Mehr als 73 900 Corona-Nachweise in Deutschland - 879 Tote +++

In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mehr als 73.900 Infektionen (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 67.100) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 17.200 Fällen und mindestens 197 Toten und Bayern mit mehr als 17.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 241 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 132,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 89,0.

Mindestens 879 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 701) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 02.04.2020: Bayer will möglichen Covid-19-Wirkstoff auch in Europa produzieren +++

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer schafft nun auch in Europa Produktionsmöglichkeiten für den Wirkstoff Chloroquin im möglichen Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Bayer-Chef Werner Baumann kündigte am Donnerstag im Interview mit dem "Handelsblatt" an, dass Produktionsanlagen auch in Europa für die Fertigung des Medikaments Resochin mit dem Wirkstoff Chloroquin angepasst werden sollen. Bisher wird das Mittel, das Bayer in der Krise kostenlos an Regierungen spenden will, nur an einem Standort in Pakistan hergestellt.

Das bereits in den 1930ern entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist schon seit einigen Wochen im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. "Es gibt Hinweise darauf, dass Resochin im Labor und in ersten klinischen Untersuchungen die Viruslast senkt", sagte Baumann dem Blatt. Es seien aber weitere klinische Studien notwendig, um das Verhältnis von Nutzen und Risiko zu klären. Diese würden nun unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO gestartet.

Chloroquin war im März auch außerhalb von Fachkreisen verstärkt ins Gespräch gekommen, nachdem US-Präsident Donald Trump für den Einsatz des Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten geworben hatte. Experten sind angesichts möglicher Nebenwirkungen aber vorsichtig und warnen vor einer Selbstmedikation. So ist etwa in Frankreich die Behandlung von Covid-19-Erkrankten nur bei schweren Verläufen und nach Abstimmungen mit Ärzten erlaubt.

+++ 02.04.2020:Experten: Nach überstandener Corona-Infektion wahrscheinlich immun +++

Experten zufolge sind Menschen nach einer überstandenen Infektion mit Sars-CoV-2 wahrscheinlich zunächst immun gegen den Erreger. Stand heute wisse man, dass der Mensch nach der Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus Antikörper bildet, erklärten die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Gießen. Es sei davon auszugehen, dass der Immunschutz nach der Infektion ein bis zwei Jahre anhält. Diese Annahme basiere auf der Erfahrung mit anderen humanen Coronaviren.

"Aller Voraussicht nach ist man nach Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus mindestens ein paar Jahre lang vor einer erneuten Infektion geschützt", sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Thomas Kamradt. Nach allem, was man von ähnlichen Viren wisse, schützten die als Reaktion vom Körper gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion. Wie lange dieser Schutz anhält, hängt Kamradt zufolge davon ab, in welchem Tempo die Konzentration der Antikörper im Blut, der sogenannte Antikörper-Titer, abnimmt.

Dem ärztlichen Direktor des Instituts für Laborationsmedizin am Marienhospital Stuttgart, Matthias Orth, zufolge lässt sich allerdings noch nicht gesichert sagen, ob die gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion schützen. Noch sei unbekannt, ab welcher Konzentration von Antikörpern ein Schutz besteht und wie häufig doch erneute Infektionen auftreten.

+++ 02.04.2020: Mehr als 100 Corona-Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland +++

Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 113 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 26 aus Italien und zwei aus den Niederlanden. Für Kranke aus Italien sind noch 81 weitere Betten in neun Bundesländern reserviert, für Frankreich sind es weitere 13 Betten in acht Bundesländern. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Italien ist mit mehr als 110.000 Infizierten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in der Europäischen Union. Frankreich hat nach Zählung der Johns Hopkins Universität in den USA knapp 58.000 Infizierte und ist damit hinter Italien, Spanien und Deutschland das Land mit den viertmeisten Fällen, die Niederlande haben knapp 14.000 Infizierte registriert.

Die Patienten aus dem EU-Ausland wurden teils mit der Bundeswehr-Luftwaffe nach Deutschland transportiert. Im italienischen Neapel ist zudem seit Mittwoch ein Team aus Ärzten und Pflegern der Universitätsklinik Jena im Einsatz. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden bereits sieben Tonnen Hilfsgüter - darunter Beatmungsgeräte und Atemmasken - nach Italien geschickt. Weitere Lieferungen seien zugesagt. Zum konkreten Bedarf liefen aber noch Gespräche.

Deutschland hat auch Spanien angeboten, Intensivpatienten in deutschen Kliniken aufzunehmen. Die spanische Regierung sei auf dieses Angebot aber bisher nicht eingegangen, da der Fokus derzeit noch auf der Umverteilung der Patienten innerhalb Spaniens liege, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Es gebe aber eine privatwirtschaftliche Hilfsinitiative der Klinikgruppe Helios, die am Montag ein Team aus fünf Ärzten und einer Pflegekraft sowie Beatmungsgeräte nach Madrid geschickt habe.

+++ 01.04.2020: Bund und Länder wollen Kontaktbeschränkungen über Ostern verlängern +++

Bürgerinnen und Bürger sollen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die bereits geltenden weitgehenden Kontaktsperren auch über Ostern einhalten. Wie Bund und Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, sollen die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder, die Menschen in Deutschland sollten generell auf private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - verzichten. "Eine Pandemie kennt keine Feiertage", so Merkel.

+++ 01.04.2020:CSU strikt gegen aktuelle Lockerungen der Corona-Beschränkungen +++

Die CSU hat sich vor einer Bund-Länder-Schalte zur Bekämpfung des Coronavirus strikt gegen ein Aufweichen der strengen Kontaktbeschränkungen ausgesprochen. In der aktuellen Lage könne keine Entwarnung gegeben werden, "die Situation bleibt ernst", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Mittwoch in einer Telefonschalte mit Journalisten. "Es ist nicht die Zeit jetzt, um über Lockerungen zu reden." Zunächst müssten die vereinbarten Maßnahmen wirken können.

Das Infektionsgeschehen sei etwas gebremst, man bewege sich aber immer noch im Bereich exponentieller Steigerungen, auch wenn sich die Zeit bis zur Verdoppelung der Zahl der Infizierten in Deutschland verlangsamt habe, sagte Blume. Derzeit erlebe man einen Nachlauf von Ansteckungen, die es vor zwei oder zweieinhalb Wochen gegeben habe und sich nun erst in Tests zeigten.

Es sei gut und wichtig, dass Bund und Länder in einem nationalen Kraftakt bisher einmalige Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft beschlossen hätten, sagte Blume. Dies sei "notwendig, damit es nicht zu einer wirtschaftlichen Kernschmelze in Deutschland kommt, die drohen würde, wenn hier nicht so entschlossen gehandelt werden würde". Den Ruf nach einer europäischen Schuldenunion über die Einführung von Corona-Bonds wies er erneut zurück. "Schlechte politische Ideen wie Eurobonds, die werden auch in der Krise nicht zu guten Ideen", sagte Blume.

+++ 01.04.2020: Fast 70.000 Infektionen in Deutschland - Verdopplungszeit steigt +++

Mindestens 67.898 Menschen sind in Deutschland mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur von Mittwochvormittag hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mindestens 15.999 Fällen und 168 Toten und Bayern mit 15.505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Dahinter folgen Baden-Württemberg (120,3) und Bayern (118,6). Die wenigsten registrierten Infektionen pro 100.000 Einwohner hat Mecklenburg-Vorpommern mit 25,6. Für ganz Deutschland liegt der Wert bei 81,7. Experten rechnen für das ganze Land mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Mindestens 721 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Eine nicht unwesentliche Aussagekraft, wie die Maßnahmen funktionieren, hat die Frist, in der sich die Infiziertenzahl verdoppelt. Laut der "Süddeutschen Zeitung" liegt die Zeit, in der sich die Infizierten-Zahlen verdoppeln, in NRW bei 10,2 (Vortag: 9) Tagen, in Bayern bei 6,2 (Vortag: 5). Den größten Verlangsamungseffekt hat nach den Zahlen der Zeitung inzwischen Berlin mit 12,1 (Vortag: 9) Tagen. Für ganz Deutschland lag die Verdopplungsrate demnach am Mittwochvormittag bei 7,1 Tagen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte diese Zahl, also die Verlangsamung der Verdoppelung, zum Maßstab gemacht für mögliche Lockerungen der Maßnahmen. Nach den Worten ihres Kanzleramtschefs Helge Braun (CDU) haben sich die Zahlen bundesweit zunächst noch nach drei Tagen verdoppelt. Das Ziel müsse jedoch sein, dass sich die Infizierten-Zahlen erst nach "10, 12 oder 14 Tagen" verdoppeln. Dann sei voraussichtlich ein Punkt erreicht, an dem das Gesundheitssystem nicht überfordert wird.

+++ 01.04.2020:Laschet beruft "Expertenrat Corona" für die Exit-Strategie +++

Ein "Expertenrat Corona" soll in Nordrhein-Westfalen bei der Bewältigung der Corona-Krise helfen. Jetzt müssten Maßstäbe erarbeitet werden, wie und wann es nach der Krise weitergehe, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag.Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

Dazu brauche es nicht nur Virologen, sondern auch Soziologen, Ethiker, Juristen und Experten aus vielen anderen Fachdisziplinen. Der Rat solle seine Arbeit noch diese Woche aufnehmen, kündigte Laschet an. Jetzt gehe es darum, heute schon über den Tag hinauszuschauen.

"Das Ifo-Institut prognostiziert, dass jede zusätzliche Woche Shutdown (zu Deutsch: Stilllegung) ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts kosten würde - also rund 35 Milliarden Euro", sagte Laschet. "Im schlimmsten Fall sinkt die Wirtschaftsleistung um 20 Prozent. Eine solche tiefe Wirtschaftskrise hat Deutschland noch nie erlebt."

Die Politik könne nicht Ende April einfach verkünden, aus den Beschränkungen auszusteigen und alles wieder zu öffnen, sagte Laschet. "Man muss nachvollziehen können, warum man das macht und was abgewogen wird." Dafür sei der Expertenrat nötig.

Zuerst hatte die "Welt" über das Gremium berichtet. Nach Informationen der Zeitung sollen dem zwölfköpfigen Expertenrat unter anderem der Direktor des Bonner Instituts für Virologie, Hendrik Streeck, der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, und der frühere Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo di Fabio, angehören.

+++ 01.04.2020: Mehr als 67.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 701 Tote +++

In Deutschland sind bis Mittwochvormittag 67.150 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 15.505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten und Nordrhein-Westfalen mit 15.251 Fällen und 148 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 80,8.

Mindestens 701 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Die aktuellen Zahlen des RKI:

Baden-Württem­berg: 13.410 (197 Tote)

Bayern: 16.497 (225 Tote)

Berlin: 2.754 (16Tote)

Brandenburg: 881 (4 Tote)

Bremen: 311 (5 Tote)

Hamburg: 2.311 (14 Tote)

Hessen: 3.445 (21 Tote)

Mecklenburg-Vor­pommern: 406 (3 Tote)

Niedersachsen: 4.382 (42 Tote)

Nordrhein-West­falen: 14.351 (134 Tote)

Rhein­land-Pfalz: 2.899 (23 Tote)

Saarland: 829 (8 Tote)

Sachsen: 2.034 (17 Tote)

Sachsen-Anhalt: 750 (7 Tote)

Schles­wig-Holstein: 1.246 (10 Tote)

Thüringen: 860 (6 Tote)

Gesamt: 67.366 (732 Tote)

Stand: 01.04.2020, 8.15 Uhr

+++ 01.04.2020: Pflegeheim im Odenwaldkreis nach Corona-Todesfall unter Quarantäne +++

Nach dem Tod einer Bewohnerin durch Covid-19 ist ein Pflegeheim im hessischen Odenwaldkreis unter Quarantäne gestellt worden. Die Frau sei am Montagabend auf der Fahrt ins Krankenhaus gestorben, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch. Zu diesem Zeitpunkt habe noch kein Ergebnis des Coronavirus-Tests vorgelegen. Am Dienstagabend habe dann festgestanden, dass die Frau sich mit dem Virus infiziert habe. Zuvor hatten mehrere Medien über die Quarantäne berichtet.

Derzeit lägen zwei weitere positiv getestete Heimbewohner im Krankenhaus, sagte die Sprecherin. Im Pflegeheim selbst wurden neun Bewohner positiv getestet, zwölf Testergebnisse stehen den Angaben zufolge noch aus. Ob auch Mitarbeiter infiziert sind, war zunächst nicht bekannt. Zum Ort des Pflegeheims wurden keine Angaben gemacht.

Mit der Leitung der Pflegeeinrichtung wurde den Angaben zufolge eine intensive Überwachung der betroffenen Bewohner vereinbart. Hausärzte, der Rettungsdienst und die umliegenden Krankenhäuser seien über die Situation informiert, hieß es in einer Mitteilung des Kreises.

+++ 01.04.2020: Merkel berät mit Ministerpräsidenten - Debatte um Maskenpflicht +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) berät an diesem Mittwoch (14.00 Uhr) erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder über den Kampf gegen die Coronavirus-Krise. Dabei soll die aktuelle Entwicklung bei den Neuinfektionen in Deutschland bewertet werden. Es dürfte auch um eine Art Evaluation der bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen gehen. Bund und Länder hatten am 22. März strenge Kontaktbeschränkungen für die Menschen beschlossen, die mindestens bis zum 5. April gelten sollten. Diese Maßnahmen dürften nun verlängert werden. Aktuell wird zudem vor allem über eine Maskenpflicht diskutiert.

Viele Länder hatten Kontaktbeschränkungen allerdings ohnehin schon bis zum 20. April beschlossen - an diesem Tag enden häufig die Osterferien der Schüler. Brandenburg und Sachsen verlängerten die Maßnahmen am Dienstag. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte am Wochenende erklärt, die Entwicklung bei der Zahl der neuen Infektionen gebe der Bundesregierung keinen Anlass, eine Aufhebung von Maßnahmen zu erwägen.

Merkel wird die Telefonkonferenz genauso wie die Kabinettssitzung am Vormittag (9.30 Uhr) erneut von ihrer Berliner Wohnung aus leiten. Sie hatte sich am 22. März in häusliche Quarantäne begeben, nachdem bei einem Mediziner, der sie vorbeugend geimpft hatte, das Coronavirus festgestellt worden war. Auch beim dritten Test der Kanzlerin war am Montag keine Infektion festgestellt worden.

+++ 01.04.2020: Städte- und Gemeindebund gegen Maskenpflicht +++

Der Städte- und Gemeindebund ist gegen eine generelle Maskenpflicht in Geschäften. "Eine Pflicht halte ich in der jetzigen Phase nicht für zielführend", sagte Geschäftsführer Gerd Landsberg MDR Aktuell. Man müsse sehen, dass man im Moment in der Corona-Krise in Deutschland ein Riesenproblem habe, für Ärzte oder Krankenpfleger, Masken zu bekommen. Bei einer Maskenpflicht befürchtet Landsberg Hamsterkäufe. Damit mache man den Markt leer für jene, die die Masken wirklich bräuchten.

Man müsse auch überlegen, was man den Menschen noch alles zumuten wolle: "Wir haben so viele Einschränkungen. Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal abwarten: Wirken diese Einschränkungen? Das werden wir in kurzer Zeit wissen."

Anfang der Woche hatte Österreich eine Schutzmaskenpflicht angekündigt und damit auch in Deutschland eine Debatte über das Thema ausgelöst. Nun sind erste Kommunen in Thüringen vorgeprescht und haben Verfügungen für eine Maskenpflicht in Supermärkten, Bussen und Bahnen angekündigt.

+++ 31.03.2020: Über 67.000 Tote - 701 Tote in Deutschland aktuell +++

Die Corona-Zahlen steigen hierzulande weiter: 701 Menschen sind bereits gestorben, 67.021 sind mit dem Coronavirus aktuell infiziert (Stand 31.03.2020, 20.30 Uhr).

+++ 31.03.2020: Vier Corona-Tote in Schweinfurter Seniorenheim +++

Auch in einem Seniorenheim im bayerischen Schweinfurt ist es zu einer Häufung von Todesfällen nach Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsamt mit, dass in der Pflegeeinrichtung drei an Covid-19 erkrankte Menschen gestorben seien. Alle seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt. Von insgesamt sechs in Schweinfurt nach einer Erkrankung mit dem Erreger verstorbenen Menschen lebten damit den Angaben zufolge vier in demselben Pflegeheim.

Von den aktuell in der unterfränkischen Stadt 195 positiv auf das Covid-19 getesteten Menschen würden 22 in Krankenhäusern behandelt. 515 Kontaktpersonen befänden sich in Quarantäne. 14 mit dem Virus Infizierte gelten inzwischen als geheilt.

+++ 31.03.2020: Spahn und Laschet gegen Maskenpflicht in Deutschland +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen eine Tragepflicht für Schutzmasken in Deutschland ausgesprochen. "In der jetzigen Lage sehe ich keine Notwendigkeit zu einer Verpflichtung", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Düsseldorf. Spahn hatte zuvor zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) das Universitätsklinikum in Düsseldorf besucht.

Der Minister sagte, es müsse unterschieden werden zwischen medizinischen Masken zum Schutz des medizinischen Personals vor einer Ansteckung und anderen in der Öffentlichkeit getragenen - auch selbstgenähten - Masken. Bei diesen gehe es darum, andere nicht anzustecken. Sie könnten "tatsächlich auch eine Hilfe sein dabei, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen". Er nehme wahr, dass es eine zunehmende Bereitschaft gebe, aus Solidarität mit anderen, diese Masken zu tragen, sagte Spahn.

Laschet nannte Spahn Äußerungen "treffend". Man sei jetzt prioritär damit beschäftigt, Masken für den medizinischen Bereich zu beschaffen. "Und wenn es sich gesellschaftlich entwickelt, dass jeder den anderen auch schützen will, dann ist das in Ordnung. Eine Pflicht sehe ich nicht."

+++ 31.03.2020: Sachsen verlängert Ausgangsbeschränkungen bis 20. April +++

Wie andere Bundesländer hat nun auch Sachsen seine Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise über Ostern hinaus bis zum 20. April verlängert. Die Einschränkungen seien Teil einer Verordnung, die die Maßnahmen zugleich rechtssicher machen sollten, hieß es nach dem entsprechenden Kabinettsbeschluss am Dienstag in Dresden. Mit der Verfügung war unter anderem das Verlassen der Wohnung ohne triftigen Grund untersagt und auch der Besuch von Alten- und Pflegeheimen nicht mehr gestattet worden.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle ist in Sachsen auf 2084 geklettert, dort gibt es 13 Todesopfer.

Am Montag hatten bereits Bayern und das Saarland ihre Maßnahmen bis 19. beziehungsweise 20. April verlängert. In anderen Ländern waren sie bereits von vornherein bis zum Wochenende nach Ostern terminiert. Kanzlerin Angela Merkel und die Länder-Ministerpräsidenten hatten am 22. März Kontaktbeschränkungen für mindestens zwei Wochen beschlossen - dies musste rechtlich aber durch die Länder umgesetzt werden.

+++ 31.03.2020: Seehofer fordert Industrie zur Herstellung von Schutzkleidung auf +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat an die deutsche Industrie appelliert, in der aktuellen Notlage an der Herstellung dringend benötigter Medizinprodukte mitzuwirken. Es sei doch richtig, "dass wir die Kraft unserer Volkswirtschaft nutzen, um den Mangel zu beheben" sagte Seehofer am Dienstag in einem Interview mit "Bild Live". Als Lehre aus der Corona-Pandemie solle gesetzlich geregelt werden, dass Medikamente in Deutschland künftig stets in ausreichendem Umfang vorrätig sein müssten, erklärte der Innenminister.

Um fachfremde Firmen in die Produktion von Beatmungsgeräten, Schutzkitteln und Atemmasken einzubinden, brauche es auch kein Gesetz, fügte Seehofer hinzu, denn "soviel moralische Verantwortung ist in unserem Land schon da". Auf die Frage, ob ein solcher Appell an die Industrie nicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommen solle, antwortete Seehofer: "Die Bundeskanzlerin lässt sich von mir nicht vorschreiben, welche Reden sie zu halten hat."

Auf die Frage, welche weiteren Maßnahmen perspektivisch notwendig werden könnten, um eine Überforderung des Gesundheitssystems in der Corona-Krise zu vermeiden, sagte er, denkbar seien zusätzliche Einreisebeschränkungen. Eine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum sei aktuell nicht angezeigt, da es erst einmal darum gehen müsse, medizinisches Personal und die Polizei ausreichend damit auszustatten.

Mit Blick auf die dem Bundesinnenministerium unterstellten Sicherheitsbehörden sagte er: "Ich habe über 1000 Beamte, die in Quarantäne sind, weil sie täglich ihre Pflicht tun." Längerfristig könne aber überlegt werden, ob zu einem späteren Zeitpunkt das Tragen eines Mundschutzes als Begleitmaßnahme zu einem vorsichtigen Wiederhochfahren des Wirtschaftslebens sinnvoll sein könne. Derzeit seien die Kontaktbeschränkungen und die anderen Schutzmaßnahmen noch "alternativlos".

+++ 31.03.2020: RKI: Selbstgebauter Mund-Nasen-Schutz kann für andere hilfreich sein +++

Das Robert Koch-Institut hält auch selbstgebastelten Mund- und Nasenschutz zum Schutz anderer Menschen für hilfreich. "Es hängt vom Material ab", schränkte RKI-Präsident am Dienstag ein. Doch auch ein selbstgebauter Schutz halte Tröpfchen zurück, wenn man huste und niese. "Deswegen ist er für den Schutz von anderen von Relevanz." Deutlich zu unterscheiden sei aber ein einfacher Mund-Nasen-Schutz von den virenabhaltenden Profi-Masken, die im medizinischem Bereich eingesetzt würden. Sie können auch die Träger selbst vor Infektionen schützen.

+++ 31.03.2020: FDP-Politiker fordert Desinfektion vor Geschäften +++

Der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann wünscht sich eine bessere Hygiene in den Läden, die derzeit noch geöffnet haben. "Sinnvoll wäre es, wenn Lebensmittelläden und Apotheken beim Ein- und Ausgang Desinfektionsmittel bereitstellen würden, damit die Kunden vor und nach dem Einkauf ihre Hände desinfizieren können", sagte Ullmann der "Rheinischen Post" (Dienstag). Er wies darauf hin, dass das Coronavirus durch Schmierinfektion übertragen werden könne.

+++ 31.03.2020: RKI: Coronavirus-Sterberate in Deutschland wird steigen +++

Das Berliner Robert Koch-Institut rechnet mit einer Erhöhung der Coronavirus-Sterberate in Deutschland. Im Moment liege die Rate bei 0,8 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag. "Die Meldungen haben aber einen Zeitverzug. Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf", erläuterte er. Das jüngste Opfer ist 28 Jahre alt, sagte das RKI. "Wir haben jetzt ja auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird."

Die aus den erfassten Fällen errechnete Sterberate liegt in Deutschland bisher deutlich niedriger als in der Europäischen Union insgesamt mit etwa 7,6 Prozent. Den Grund für die momentan noch moderate Quote sieht Wieler in frühen und vielen Tests. Deshalb seien in Deutschland auch viele leichte Fälle registriert, die nicht zum Tod führten. Bislang liege das Durchschnittsalter der Infizierten bei 47 Jahren, pro Woche würden rund 350 000 Menschen in Deutschland getestet. Mehr sei im Moment mit herkömmlichen Tests nicht möglich, sagte Wieler.

+++ 31.03.2020: Corona-Infizierter verließ Quarantäne - Kontakt zu zehn Menschen +++

Ein Corona-Infizierter in Schleswig-Holstein hat nach Angaben der Behörden die häusliche Quarantäne verlassen und zu mindestens zehn Menschen Kontakt gehabt. Das sagte eine Sprecherin des Kreises Rendsburg-Eckernförde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Ob der Mann möglicherweise noch mehr Personen getroffen habe, werde derzeit überprüft. Zuvor hatten andere Medien über den Fall berichtet.

Der Mann war Mitte März aus einem Risikogebiet zurückgekehrt, er kam in häusliche Quarantäne. Er wurde positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Der Infizierte sei weiterhin in häuslicher Quarantäne, hieß es.

Der Quarantäne-Bruch fiel auf, als die Behörden die Kontakte eines anderen Infizierten nachverfolgten, um die Infektionskette zu unterbrechen. Dabei wurde festgestellt, dass der Quarantäne-Brecher Kontakt zu dem anderen Corona-Positiven hatte.

Dem Mann droht mindestens ein Bußgeld, möglicherweise auch eine Strafanzeige, sollten weitere Verstöße bekannt werden, sagte die Sprecherin des Kreises.

+++ 31.03.2020:Mehr als 62.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 565 Tote +++

In Deutschland sind bis Dienstagvormittag 62.608 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 14.442 nachgewiesenen Fällen und 130 Toten und Bayern mit 14.437 Fällen und 133 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 120,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 75,3.

Mindestens 565 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Baden-Württemberg: 12257 (163 Tote)

Bayern: 14437 (133Tote)

Berlin: 2581 (13Tote)

Brandenburg: 894 (7Tote)

Bremen: 297 (4 Tote)

Hamburg: 2214 (6 Tote)

Hessen: 3100 (14 Tote)

Mecklenburg-Vorpommern: 366 (1 Toter)

Niedersachsen: 4026 (33 Tote)

Nordrhein-Westfalen: 14442 (130 Tote)

Rheinland-Pfalz: 2686 (19 Tote)

Saarland 800: (9 Tote)

Sachsen: 1930 (11 Tote)

Sachsen-Anhalt: 682 (8 Tote)

Schleswig-Holstein: 1135 (9 Tote)

Thüringen: 761 (5 Tote)

Gesamt: 62608 (565 Tote)

(Stand vom 31.03.2020, 10.15 Uhr)

+++ 31.03.2020:Jena plant Mundschutz-Pflicht in Öffentlichkeit +++

Die Stadt Jena plant in der Coranavirus-Pandemie eine Maskenpflicht. "In einer Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden", teilte die Stadt mit. Die Maßnahme sei vom Fachdienst Gesundheit angemahnt worden. Ziel sei es, die Sicherheit des Personals im öffentlichen Leben zu erhöhen. Neben Masken seien auch Tücher oder Schals als Schutz möglich, wenn sie Nase und Mund bedeckten.

Die Stadt hat nach eigenen Angaben eine Grundausstattung an Masken. Damit wolle man Pflegekräfte, Ärzte, Fahrer im öffentlichen Nahverkehr und andere Menschen in systemrelevanter Infrastruktur versorgen. An die Bevölkerung erging die Bitte: "Nähen Sie sich selbst und anderen Menschen den wichtigen Mund-Nasen-Schutz, um die Verbreitung des Virus einzudämmen."

Die österreichische Regierung hatte am Montag unter anderem eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe in Supermärkten angekündigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus keinen Nutzen im allgemeinen Mundschutztragen. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre, sagte der WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan am Montag in Genf. Vielmehr gebe es zusätzliche Risiken, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren.

+++ 31.03.2020:Innenminister für Beibehaltung der Maßnahmen zur Corona-Eindämmung +++

Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich für eine Beibehaltung der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung ausgesprochen. Die Maßnahmen "müssen in aller Konsequenz aufrechterhalten und durchgesetzt werden", erklärten die Ressortchefs nach Angaben des Bundesinnenministeriums nach einer Telefonkonferenz am Montag.

"Wir sind erst am Anfang der Pandemie und dürfen nicht frühzeitig die notwendigen Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionsketten aufheben", sagte Bundesminister Horst Seehofer (CSU) laut Mitteilung. "Ich appelliere deshalb eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, nicht nachzulassen und sich weiterhin an die Kontaktbeschränkungen zu halten. Das ist zwingend erforderlich, um Leben zu retten."

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Georg Maier (SPD), ergänzte demnach, die notwendigen Kontaktbeschränkungen müssten erst Wirkung erzielen. "Es gibt noch keine verlässlichen Zahlen, ob und in welcher Weise die eingeleiteten Schritte wirken. Deshalb kommt eine Lockerung der Maßnahmen gegenwärtig nicht in Betracht. Die Polizei wird weiterhin konsequent gegen Verstöße vorgehen."

+++ 31.03.2020: Wohnungslosenhilfe warnt vor "Katastrophenszenario" +++

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe warnt vor einer Verbreitung des neuartigen Coronavirus unter Obdachlosen und in den Hilfseinrichtungen. "Wohnungslosigkeit - ob auf der Straße, in einer Unterkunft, immer kurz bei Bekannten oder im Abbruchhaus - ist ohnehin ein Leben in einer Extremsituation", sagte BAG W-Geschäftsführerin Werena Rosenke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Viele der Wohnungslosen gehörten außerdem zur Risikogruppe.

Rosenke forderte, dass Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe besser ausgestattet werden sollten - etwa mit Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln. "Ich hoffe, dass die Ausrüstung kommt, bevor die Situation in den Einrichtungen möglicherweise eskaliert. Wenn es hier zu Infektionen kommt, droht ein Katastrophenszenario, das ich mir nicht ausmalen will." Die Wohnungslosenhilfe müsse Teil der kritischen Infrastruktur werden, mahnte Rosenke.

Die ohnehin schwierige Lebenssituation der wohnungslosen Menschen habe sich durch die Corona-Pandemie drastisch verschlechtert. "Flaschen sammeln, Straßenzeitungen verkaufen, betteln - all das kann nun kaum noch zum Einkommen beitragen", sagte Rosenke. Die Situation sei "ziemlich aussichtslos."

+++ 31.03.2020: Armutsforscher fordert Rettungsschirm für die "Allerärmsten" +++

Der Armutsforscher Christoph Butterwegge hat in der Corona-Krise höhere Hartz-IV-Sätze gefordert und vor einer "Verelendung" in Teilen der Gesellschaft gewarnt. "Von den Rettungspaketen für die Unternehmen kommt im Kellergeschoss der Gesellschaft wenig an", sagte der Kölner Politikwissenschaftler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Zeitung).

Die Corona-Krise wirke "sich nicht allein auf die Immunschwachen, sondern auch auf die Einkommensschwachen fatal aus. Tafeln schließen und Bettler bekommen nichts mehr, weil die Straßen leer gefegt sind und alle eine Infektion fürchten. Damit wird die ohnehin brüchige Lebensgrundlage der Ärmsten vollends zerstört." Butterwegge betonte: "Werden für die Allerärmsten, Obdachlose, Drogenabhängige und Transferleistungsbezieher keine Rettungsschirme aufgespannt, kann es in dieser Personengruppe zu einer seit der unmittelbaren Nachkriegszeit nie mehr gekannten Verelendung kommen."

Zudem sollten nach Butterwegges Ansicht die Regelbedarfssätze von Hartz-IV-Empfängern wegen der Corona-Krise um mindestens 100 Euro erhöht werden. "Einem alleinstehenden Hartz-IV-Bezieher werden für Nahrung und Getränke gerade einmal 150 Euro im Monat zugebilligt", sagte Butterwegge dem RND. Davon könne "niemand gesund leben, erst recht nicht, wenn die Tafelläden wie die Sozialkaufhäuser geschlossen sind und man durch Essen von Obst und Gemüse das Immunsystem stärken muss", sagte Butterwegge, der bei der letzten Bundespräsidenten-Wahl als Kandidat der Linken angetreten war.

+++ 30.03.2020: Über 62.000 Coronavirus-Infektionen in Deutschland +++

In Deutschland sind bis Montagabend 62526 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 14.437 nachgewiesenen Fällen und 133 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mindestens 14.442 Fällen und 130 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 120,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 75,2. Die Zahl der bundesweit registrierten Fälle stieg somit seit Sonntagabend (20.30 Uhr) um rund 3900.

Mindestens 560 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-Jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Auch in Deutschland rechnen Experten mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

+++ 30.03.2020: Infektions- und Todeszahlen steigen weiter - Sorge um Pflegeheime+++

In Deutschland sind bis Montagnachmittag 61.296 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 14.437 nachgewiesenen Fällen und 133 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mindestens 14.219 Fällen und 125 Toten. Mindestens 512 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Coronavirus-Fälle in deutschen Pflegeheimen markieren aus Sicht des Virologen Christian Drosten eine neue Phase, die auch mit mehr Todesfällen einhergeht. Bisher habe Deutschland auch ein bisschen Glück gehabt, sagte Drosten im NDR-Podcast. Infiziert hätten sich zunächst vor allem jüngere Leute wie Skifahrer, die das Virus aus dem Urlaub eingeschleppt und es in ihren ungefähr gleichaltrigen Netzwerken verbreitet hätten. Diese Menschen erlebten zum größten Teil milde Krankheitsverläufe. In einem Alten- und Pflegeheim in Wolfsburg sind bereits 17 infizierte Menschen gestorben, in einem Heim in Würzburg waren es bis zum Wochenende 13.

+++ 30.03.2020: Rund 7000 Corona-Patienten in deutschen Krankenhäusern +++

In den Krankenhäusern in Deutschland werden momentan rund 7.000 Menschen mit Covid-19 behandelt. Davon befinden sich rund 1.500 Patienten auf Intensivstationen, von denen etwa 1.100 beatmet werden müssen. Das teilte am Montag die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auf Nachfrage mit. "Wir haben es geschafft, die so wichtigen Beatmungsplätze im Bereich der Intensivmedizin von ehemals 20.000 Plätzen auf zwischenzeitlich 30.000 zu steigern", sagte DKG-Präsident Gerald Gaß. Die Bundesregierung hatte 10.000 neue Geräte bestellt.

+++ 30.03.2020: Schwere Rezession vorhergesagt - Sorge um Infektionen in Pflegeheimen +++

Die "Wirtschaftsweisen" halten eine schwere Rezession in Deutschland durch die Folgen der Coronavirus-Krise für unvermeidbar. Die deutsche Wirtschaft werde 2020 deutlich schrumpfen, heißt es in einem am Montag vorgelegten Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Wie schlimm es genau kommt, sei noch unklar. Als wahrscheinlichste Entwicklung sehen die Ökonomen derzeit eine Normalisierung der wirtschaftlichen Lage über den Sommer, so dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) unter dem Strich in diesem Jahr um 2,8 Prozent schrumpft. Zum Vergleich: 2009 war die größte europäische Volkswirtschaft in der globalen Finanzkrise um 5,7 Prozent eingebrochen.

+++ 30.03.2020: Bundesregierung: Noch keine Lockerung von Einschränkungen in Sicht +++

Solange sich die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland nicht deutlich verlangsamt, will die Bundesregierung keinen Zeitplan für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität vorlegen. Eine Woche nach der Einführung strikter Kontaktbeschränkungen sei klar, "wir brauchen alle Maßnahmen unvermindert", betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wäre die Erste, die gerne eine Lockerung dieser strikten Maßnahmen verkünden würde, fügte er hinzu. Sie sei aber überzeugt, dass es falsch wäre, jetzt Hoffnungen zu wecken, die dann nicht erfüllt werden könnten. Dennoch sei klar, "es wird eine Zeit danach geben", sagte Seibert. Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich für diesen Mittwoch zu einer Telefonkonferenz verabredet. Thema wird laut Seibert unter anderem eine gemeinsame Bestandsaufnahme sein.

+++ 30.03.2020:Bayern baut Klinik-Kapazitäten für Corona-Patienten weiter aus +++

Zur Versorgung der Corona-Patienten in Bayern will der Freistaat seine Klinik-Kapazitäten mit Hilfskrankenhäusern deutlich erhöhen. Der Plan sehe den Neuaufbau oder die Reaktivierung von bis zu 26 Kliniken vor, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Infolge der steigenden Fallzahlen müsse auch in Bayern weiterhin mit einem deutlich höheren Bedarf an Pflegebetten in den Kliniken für Infizierte gerechnet werden. Auch die Verlegung von Ärzten werde derzeit vorbereitet.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Staatsregierung mitgeteilt, dass sie die Behandlungskapazitäten massiv erhöhen will. So soll unter anderem die Zahl der Intensivbetten an Unikliniken von 600 auf 1200 verdoppelt und Pfleger aus der Rente zurückholt werden.

In Bayerns Krankenhäusern gibt es knapp 4000 Intensivbetten, von denen laut Staatsregierung im Schnitt etwa 20 Prozent nicht belegt sind. Das würde rechnerisch 800 Intensivbetten entsprechen, die für Coronapatienten mit schwerem Krankheitsverlauf frei wären. Die Kliniken treffen aber schon seit Wochen Vorbereitungen, um die Kapazität der Intensivstationen für Coronapatienten zu erhöhen. Dazu werden auch neue Beatmungsgeräte angeschafft.

+++ 30.03.2020:Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen bis Ende der Osterferien +++

Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München.

+++ 30.03.2020:Fast 60.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 472 Tote +++

In Deutschland sind bis Montagvormittag 59.268 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 14.219 nachgewiesenen Fällen und 125 Toten und Bayern mit 13.263 Fällen und 110 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 112,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 71,3.

Mindestens 472 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-Jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Auch in Deutschland rechnen Experten mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Baden-Württemberg: 11536 (128 Tote)

Bayern: 13263 (110Tote)

Berlin: 2462 (11 Tote)

Brandenburg: 833 (4Tote)

Bremen: 290 (2Tote)

Hamburg: 2078 (4Tote)

Hessen: 2943 (11 Tote)

Mecklenburg-Vorpommern: 356 (1 Tote)

Niedersachsen: 3823 (27 Tote)

Nordrhein-Westfalen: 14219 (125 Tote)

Rheinland-Pfalz: 2545 (18 Tote)

Saarland: 726 (7 Tote)

Sachsen: 1816 (10 Tote)

Sachsen-Anhalt: 635 (2 Tote)

Schleswig-Holstein: 1007 (7 Tote)

Thüringen: 736 (5 Tote)

Gesamt 59268 (472 Tote)

(Stand: 30.03.2029, 10.00 Uhr)

+++ 30.03.2020: 40 Menschen in Altenheim in Wildeshausen mit Coronavirus infiziert +++

Nach dem Tod von 15 Menschen mit Coronavirus-Infektion in einem Alten- und Pflegeheim in Wolfsburg kämpft ein weiteres niedersächsisches Pflegeheim mit Infektionen. Tests hätten bestätigt, dass 23 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 17 Mitarbeiter eines Altenheims in Wildeshausen im Landkreis Oldenburg mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert seien, teilte der Landkreis mit. Das Gesundheitsamt habe alle 51 Bewohner und 44 Mitarbeiter getestet, nachdem ein 89-Jähriger mit schweren Vorerkrankungen und Coronavirus-Infektion gestorben sei. Bei allen Erkrankten in der Seniorenresidenz seien bislang milde Verläufe festgestellt worden.

Das Ausmaß der Erkrankungen deute darauf hin, dass das Virus nicht erst vor kurzem in das Heim eingeschleppt worden sei, teilte der Landkreis mit. Die infizierten Bewohner bleiben den Angaben zufolge für zwei Wochen in ihren Zimmern und werden von ebenfalls positiv getesteten Mitarbeitern versorgt - strikt getrennt von negativ getesteten Bewohnern, die in Einzelzimmern untergebracht seien und von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt würden. Das Gesundheitsamt ermittele die Kontaktpersonen der Infizierten.

In einem Altenheim in Wolfsburg waren 15 Menschen mit Coronavirus-Infektion gestorben. Auch in dem Haus, in dem überwiegend Demenzkranke leben, sollten Infizierte strikt von negativ getesteten Bewohnern getrennt werden. Im Hanns-Lilje-Heim leben 165 Menschen.

"Es ist eine fürchterliche Entwicklung", betonte Carsten Harings, Landrat des Landkreises Oldenburg. Dies zeige, "auf brutale Weise", wie wichtig die Beschränkungen wie Betretungsverbot oder auch Kontaktverbote seien.

+++ 30.03.2020: Corona-Maßnahmen bleiben vorerst: Städtetag zeigt Verständnis +++

Der Deutsche Städtetag hat verständnisvoll auf die Einschätzung des Kanzleramts reagiert, dass vor dem 20. April die Beschränkungen in der Corona-Krise nicht gelockert werden. Städtetagspräsident Burkhard Jung machte aber auch deutlich, dass Deutschland den Ausnahmezustand nicht monatelang durchhalten werde. Er könne die Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun gut verstehen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister der Deutschen Presse-Agentur. "Der Erfolg der Maßnahmen zeigt sich nicht nach ein oder zwei Wochen." Es brauche genügend Zeit, um das Gesundheitssystem besser vorzubereiten. Gesundheit und Menschenleben zu retten habe nun Priorität.

"Antworten auf die Fragen in der Bevölkerung zur Dauer der Maßnahmen und zu einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität brauchen wir allerdings auch", sagte Jung. Der Alltag in den Städten habe sich so stark verändert, "dass wir das nicht monatelang durchhalten können". Der Ausnahmezustand müsse vorübergehend sein. "Wir brauchen danach Strategien der Lockerung, eventuell auch erneuter Zügelung und möglicherweise noch gezieltere Maßnahmen, bis wir nach einigen Monaten wieder zur Normalität zurückkehren können."

Die Regierung will nach Ostern entscheiden, wie es nach dem dann folgenden Wochenende weitergeht. In den meisten Bundesländern müssten die Schüler nach den Osterferien eigentlich am 20. April wieder zur Schule gehen.

Diskussionsbedarf sieht Jung vor allem zur Frage, wie Kapazitäten bei Beatmungsbetten für Corona-Patienten klug gesteuert werden. "Dabei wünschen sich die Städte ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund, Ländern und kommunaler Ebene", sagte er. "Besonders beachtet werden muss dabei, wie Personen aus Risikogruppen weiter geschützt werden können." Strategien müssten spätestens direkt nach Ostern gut kommuniziert werden. "Bürgerinnen und Bürger brauchen dringend diese Orientierung, damit sie weiterhin die Maßnahmen akzeptieren können."

+++ 30.03.2020: Regierung ringt in Corona-Krise um Eindämmmung der Lockerungsdebatte +++

Zehntausende Corona-Fälle in Deutschland, und der Anstieg geht weiter: Die Bundesregierung versucht deshalb energisch, die Debatte über eine Lockerung der Abwehrmaßnahmen einzudämmen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) warf den Befeuerern der Diskussion Zynismus vor. "Es geschieht auch, um Leben zu retten, und deshalb ist es aus meiner Sicht zynisch, wenn einige jetzt beginnen, darüber zu diskutieren, das gesundheitliche Fragen hintanstehen sollen und dass wirtschaftliche Fragen vorangehen", sagte er am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin".

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schrieb auf Twitter: "Öffentliche Forderungen nach Lockerung der Maßnahmen sind verfrüht und deshalb falsch, solange eine deutliche Verlangsamung der Zahl der Neuinfektionen nicht erreicht ist!"

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) wies darauf hin, dass einige Bundesländer ihre Maßnahmen bereits auf den 20. April, also das Ende der Osterferien, terminiert haben. Der Bund werde mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch erneut beraten. Die Dauer der Kontaktbeschränkungen richtet sich nach seinen Worten nach der Tragfähigkeit des Gesundheitssystems. Der "essenziellste Maßstab" sei es, dass jeder stationär behandelt werden könne, für den dies nötig sei, erklärte er in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Dazu müsse die Verdopplung der Infektionszahlen von derzeit alle sechs Tage auf zehn oder mehr Tage verlangsamt werden.

Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher (SPD) riet im ZDF bei Maybrit Illner: "Die Wirkungen solcher Maßnahmen kommt eben erst mit einer bestimmten Verzögerung. Deswegen muss man jetzt wirklich die Nerven behalten." Und seine Kollegin in Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), regte in den ARD-"Tagesthemen" gar, "dass wir das Kontaktverbot Richtung Osterferien noch einmal uns anschauen müssen und in meinen Augen eher noch konkretisieren und verschärfen müssen".

+++ 29.03.2020: Novartis prüft Malaria-Mittel gegen das Coronavirus +++

Der schweizerische Pharmakonzern Novartis setzt bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das Coronavirus große Hoffnungen in das Malariamittel Hydroxychloroquin. "Präklinische Studien mit Tieren sowie erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet", sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan der "SonntagsZeitung". Derzeit würden in Europa und den USA Patientinnen und Patienten für klinische Studien gesucht und in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den USA und der Schweiz eine Zulassung per Eilverfahren geprüft.

Zudem würden weitere bereits entwickelte Medikamente untersucht, ob sie für den Einsatz gegen Covid-19 infrage kämen. Auch das Krebsmittel Jakavi sei "sehr vielversprechend", sagte der Novartis-Chef. Außerdem würden das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sowie Ilaris, ein Medikament gegen Fiebersyndrome, auf einen möglichen Einsatz geprüft.

++++ 29.03.2020: 54.212, 397 Tote in Deutschland +++

Die Zahl der Infizierten in Deutschland ist auf über 54.000 gestiegen. Hier die Zahlen

Baden-Württemberg: 10.819 (118 gestorben)

Bayern: 11.862 (85 gestorben)

Berlin: 2337 (9 gestorben)

Brandenburg: 721 (4 gestorben)

Bremen: 278 (2 gestorben)

Hamburg: 1935 (4 gestorben)

Hessen: 2776 (10 gestorben)

Mecklenburg-Vorpommern: 348 (1 gestorben)

Niedersachsen: 3483 (21 gestorben)

Nordrhein-Westfalen: 12.744 (105 gestorben)

Rheinland-Pfalz: 2357 (12 gestorben)

Saarland: 669 (6 gestorben)

Sachsen: 1700 (9 gestorben)

Sachsen-Anhalt: 594 (2 gestorben)

Schleswig-Holstein: 917 (5 gestorben)

Thüringen: 672 (5 gestorben)

Gesamt: Stand 28.03., 19.15 Uhr: 54.212 (397 gestorben)

Stand vom Vortag: 27.03., 20.15 Uhr: 48.354 (306 gestorben)

+++ 28.03.2020: Zwölf Tote - Pflegeheim in Wolfsburg im dramatischen Kampf gegen Corona +++

Nach dem Tod von zwölf Corona-Patienten eines Wolfsburger Pflegeheims werden dort Infizierte von negativ getesteten Bewohnern getrennt. Von etwa 165 Bewohnern seien derzeit 72 infiziert, sagte der Leiter des Wolfsburger Gesundheitsamts, Friedrich Habermann, am Samstag. Die zwölf Bewohner waren innerhalb von nur wenigen Tagen gestorben. "Den ersten Toten hatten wir am Montag zu beklagen", sagte der Leiter des Alters- und Pflegeheims für Demente, Lothar Laubert.

Überraschend viele seien verstorben, ohne dass sie Symptome von Corona hatten, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Für das kirchliche Heim mit oft hochgradig dementen Menschen sei die Situation extrem schwierig, sagte der SPD-Politiker. "Wir stehen aber erst am Anfang der Entwicklung. Das wird für uns alle noch eine sehr, sehr harte Zeit".

"Es tut uns unendlich leid, und wir versuchen alles, um die anderen Menschen noch zu schützen", sagte Mohrs. Alle in dem Heim lebenden Menschen seien mit einem Abstrich getestet worden. Bei negativem Ergebnis werde der Test alle drei Tage wiederholt. In den nächsten Wochen sollen die Infizierten und die negativ Getesteten auf unterschiedlichen Stockwerken leben.

Mohrs kündigte umfassende Hygienemaßnahmen für die Pflegeeinrichtung an. Schleusen sollen verhindern, dass Menschen aus den getrennten Bereichen aufeinander treffen. Er glaube, dass Deutschland noch viele unschöne Situationen ertragen werden müsse. Kurzzeitig sei darüber nachgedacht worden, ein Wolfsburger Hotel für die Pflegepatienten umzurüsten. Vorerst werde dies aber nicht umgesetzt.

+++ 28.03.2020: Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an +++

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

+++ 28.03.2020:Schon mehr als 100 000 Corona-Hilfsanträge im Südwesten +++

Die Zahl der Anträge auf Corona-Soforthilfe hat in Baden-Württemberg am Samstag nach nicht einmal drei Tagen 100 000 übertroffen. "Stand Samstagmorgen sind es 101 418 Anträge", sagte Wolfgang Grenke, Präsident des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK). Die digitale Bearbeitung sei der richtige Weg für die Soforthilfe, so könnten alle Beteiligten zügig arbeiten, erklärte er. Allerdings belege die Flut der Anträge auch in brutaler Nüchternheit, was das Coronavirus dem Südwesten und der ganzen Welt abverlange.

Die große Aufgabe der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern sei, die Anträge zu prüfen und an die staatliche Förderbank L-Bank weiterzuleiten - im Mehrschichtbetrieb und selbstverständlich auch am Wochenende, sagte Grenke. "Bei der L-Bank liegen bereits Tausende Anträge zur endgültigen Bearbeitung und Auszahlung vor." Neben der Bearbeitung der Anträge hätten die Kammern auch zahlreiche Mitarbeiter für Corona-Soforthilfehotlines und die E-Mail-Bearbeitung abgestellt.

+++ 28.03.2020: Zwei Deutsche auf Zypern und auf Kreta gestorben +++

Ein 67-Jähriger Deutscher Tourist ist auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Dies habe das Krankenhaus im türkischen besetzten Nordteil der Insel mitgeteilt, berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK) am Samstag. Vor zwei Tagen war auf der griechischen Insel Kreta ein 42 Jahre alter Deutscher Mathematikprofessor an einer Lungenembolie als Folge einer Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben.

+++ 28.03.2020: Merkel bittet die Bürger um Geduld in der Corona-Krise +++

Mit einer persönlichen Nachricht hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich aus der häuslichen Quarantäne gemeldet und die Menschen in Deutschland um Geduld in der Corona-Krise gebeten. Der Mensch sei "nun mal auf Kontakt und Nähe eingestellt, und darauf freue ich mich dann auch wieder", sagte die CDU-Politikerin, die nach Kontakt zu einem infizierten Arzt derzeit zu Hause bleibt, in ihrem am Samstag veröffentlichten Wochenend-Podcast. "Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält", sagte Merkel. "Ich muss Sie bitten, seien Sie geduldig." Noch gäben die Neuinfektionen keinen Grund, die Regeln zu lockern.

+++ 28.03.2020: Maßnahmen bleiben bis 20. April bestehen +++

Kanzleramtschef Helge Braun betonte, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bis zum 20. April bestehen bleiben."Eines ist allen Modellen gemein, egal, wie wir uns entscheiden: dass die älteren und vorerkrankten Menschen in unserer Gesellschaft wirksam vor einer Infektion geschützt werden müssen, bis es einen Impfstoff gibt", erklärte Braun gegenüber dem Tagsespiegel.

+++ 27.03.2020: "Trooping the Colour": Geburtstagsparade der Queen abgesagt +++

Die traditionelle Geburtstagsparade der britischen Königin Elizabeth II. (93), Trooping the Colour, wird in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. Das teilte der Buckingham-Palast am Freitag mit. Das Event mit Hunderten Gardesoldaten im Zentrum Londons hätte am 13. Juni stattfinden sollen. Nun würden "eine Reihe von Optionen geprüft", hieß es in der Mitteilung.

Höhepunkt der Parade ist, wenn sich die Royals auf dem Balkon des Buckingham-Palasts der jubelnden Menge zeigen und Flugzeuge der Royal Air Force über das Schloss donnern. Das Spektakel findet wegen des besseren Wetters traditionell im Juni statt. Ihren eigentlichen Geburtstag hat die Queen bereits am 21. April.

Elizabeth II. und Prinz Philip (98) hatten sich wegen der Coronavirus-Pandemie bereits vergangene Woche zu einem vorgezogenen Osteraufenthalt auf Schloss Windsor zurückgezogen. Die Queen und ihr Mann gelten aufgrund ihres hohen Alters als besonders durch die Lungenkrankheit Covid-19 gefährdet, die durch das Coronavirus hervorgerufen wird. Berichten zufolge will sich die Queen in den kommenden Wochen wegen der Coronavirus-Pandemie mit einer Ansprache an ihr Volk wenden.

Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass sich Thronfolger Prinz Charles mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert hat. Seine Symptome sollen mild sein. Mit seinen 71 Jahren gehört Prinz Charles jedoch bereits zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko.

+++ 27.03.2020: Hamburg nimmt Corona-Patienten aus Italien und Frankreich auf +++

Zwei Krankenhäuser in Hamburg wollen in den kommenden Tagen bis zu zwölf schwerkranke Corona-Patienten aus Italien und Frankreich aufnehmen, die auf Beatmung angewiesen sind. Das bestätigte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitagnachmittag. "Es handelt sich um bis zu zehn Patientinnen und Patienten aus Italien, die am AK Harburg (Asklepios-Klinikum) behandelt werden sollen. (...) Und es handelt sich um zwei Patientinnen und Patienten aus Frankreich, die am UKE (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) behandelt werden", sagte Prüfer-Storcks bei der Landespressekonferenz.

Die Patienten würden nicht alle gleichzeitig kommen, und es stehe auch noch nicht fest, wann sie kommen. "Im Moment sind wir in einer Situation in Hamburg, dass wir diese Kapazitäten haben, dass wir diese Solidarität auch üben können. (...) Aber natürlich können wir das nicht garantieren über die gesamte Strecke."

+++ 27.03.2020: WHO warnt vor unkontrollierten Medikamenteneinsatz gegen Coronavirus +++

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, Medikamente gegen das neuartige Coronavirus einzusetzen, deren Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen ist. "Die Geschichte der Medizin ist voller Beispiele von Mitteln, die auf dem Papier und im Reagenzglas funktionierten, aber nicht im Menschen, oder die sogar schädlich waren", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Zudem könnten unkontrollierte Versuche Engpässe bei Medikamenten kreieren, die Patienten mit anderen Diagnosen dringend bräuchten.

Unter anderem hatte US-Präsident Donald Trump das Malariamittel Chloroquin ins Gespräch gebracht, und getwittert, es könne vielleicht bahnbrechende Ergebnisse bringen. Prompt versuchten Tausende in den USA, sich das Medikament zu besorgen.

Weltweit starteten am Freitag in mehr als 45 Ländern Tests mit vier Medikamenten oder Kombinationen von Medikamenten, sagte Tedros. Die ersten Patienten wurden in Norwegen und Spanien in die Studie aufgenommen. Es handelt sich um die "Solidaritätsstudie", die durch große Beteiligung schneller Ergebnisse bringen soll als herkömmliche klinische Studien.

+++ 27.03.2020: Mehr als eine halbe Million nachgewiesene Coronavirus-Infektionen +++

Mit dem neuen Coronavirus sind inzwischen nachweislich mehr als eine halbe Million Menschen in aller Welt infiziert. Das sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Freitag in Genf. Mehr als 20 000 Menschen seien an der Lungenkrankheit Covid-19, die das Virus auslösen kann, gestorben. "Dies sind tragische Zahlen, aber wir müssen uns auch daran erinnern, dass es weltweit Hunderttausende Überlebende gibt", sagte Tedros.

Die renommierte amerikanische Johns-Hopkins-Universität hatte in ihrer weltweit beachteten Datenanalyse am Freitag bereits fast 560 000 nachweislich Infizierte. Die wahre Zahl dürfte um ein Vielfaches höher liegen, glauben Experten. Es gibt in kaum einem Land genügend Tests, um die Menschen flächendeckend zu untersuchen.

+++ 27.03.2020:Bei GZSZ und "Unter Uns" laufen ab Montag wieder Dreharbeiten +++

Die täglichen Seifenopern sind ein zuverlässiger Quotenmagnet und brauchen wegen der dichten Taktung ständig Nachschub. Das Coronavirus drohte die Dreharbeiten lahmzulegen. Doch manche Sender wollen nun weiter machen. Vieles ändert sich, Stars schminken sich jetzt selbst.

+++ 27.03.2020: NRW und Niedersachsen verschieben Abiturprüfungen +++

Die angehenden Abiturienten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bekommen mehr Zeit zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen. Die Hauptprüfungen für das Abitur sollen in NRW erst am 12. Mai beginnen und damit drei Wochen später, teilte die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf mit. Die Schüler erhielten damit jetzt Planungssicherheit, damit sie sich bestmöglich auf ihre Prüfungen vorbereiten könnten. "Die Prüfungen werden selbstverständlich unter besonderer Berücksichtigung des Infektionsschutzes stattfinden. Die Gesundheit unserer Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler hat für uns oberste Priorität."

Die Abiprüfungen an Gymnasien, Gesamtschulen, Weiterbildungskollegs und Waldorfschulen sowie an den Beruflichen Gymnasien der Berufskollegs beginnen laut dem Zeitplan am Dienstag, 12. Mai. Letzter Prüfungstermin sei Montag, der 25. Mai. Für Schülerinnen und Schüler, die den Haupttermin nicht wahrnehmen könnten, werde es im Anschluss einen zentralen Nachschreibetermin geben. Durch einen stark verkürzten Korrekturzeitraum können die Abiturzeugnisse dann, wie vorgesehen, spätestens bis zum 27. Juni ausgegeben werden. Allerdings müsse auch der Brückentag nach Christi Himmelfahrt für die Prüfungen genutzt werden, hieß es weiter. Auch die Termine der Abschlussprüfungen an anderen Schulformen und in anderen Jahrgangsstufen seien angepasst worden.

+++ 27.03.2020: Malu Dreyer warnt vor verfrühter Lockerung der Maßnahmen +++

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat vor einer zu frühen Debatte über eine Lockerung der wegen der Corona-Krise verhängten Kontaktbeschränkungen gewarnt. "Ich wage im Moment überhaupt keine Prognose, weil klar ist, dass diese drastischen Maßnahmen ja wirklich auch aus Vorsorge getroffen wurden", sagte sie am Freitag dem Radioprogramm SWR Aktuell. Sie verwies auf die "schreckliche" Entwicklung der Krise im französischen Elsass. "Wir sind gut beraten, dass wir weiterhin etwas Ausdauer haben, dass wir diese Maßnahmen auch durchhalten."

Ähnlich äußerte sich die Ministerpräsidentin auch in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es ist zu früh und kontraproduktiv, schon jetzt über einen konkreten Zeitpunkt zu diskutieren, wann die Maßnahmen gelockert oder sogar ganz aufgehoben werden können", sagte Dreyer. "Wir sollten erst Klarheit darüber haben, ob die Maßnahmen greifen." Es brauche auch eine Strategie, wie das öffentliche Leben wieder aufgenommen werden könne. Das wichtigste Ziel sei derzeit, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. "Ich bin der Bevölkerung sehr dankbar, dass sie sich verantwortungsvoll an die Kontaktbeschränkungen hält und bitte, weiterhin durchzuhalten."

+++ 27.03.2020: Wissenschaftler empfehlen Tests wie in Südkorea +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Wissenschaftler untersuchen lassen, wie sich die Corona-Epidemie in Deutschland ausbreiten könnte. In dem Arbeitspapier sei festgehalten, wie sich die aktuelle Situation auf die innere Sicherheit auswirken könnte, "welche unterschiedlichen Verläufe sind hier denkbar", sagte Ministeriumssprecher Steve Alter am Freitag in Berlin.

Laut "Spiegel", NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" empfehlen die Experten im dem vertraulichen Papier mit dem Titel "Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen", das Virus nach dem Vorbild Südkoreas mit massiv ausgeweiteten Tests und dem konsequenten Isolieren infizierter Menschen einzudämmen. Demnach spielen sie ein Szenario durch, in dem vom 6. April an 50 000 Tests pro Tag möglich sind, vom 13. April an 100 000 und Ende April dann 200 000. Die bisherige Methode nach dem Motto "Wir testen, um die Lage zu bestätigen" müsse abgelöst werden durch den Ansatz "Wir testen, um vor die Lage zu kommen".

Die Wissenschaftler gehen den Berichten zufolge in diesem positivsten Szenario davon aus, dass sich rund eine Million Menschen infizieren und etwa 12 000 sterben würden. Das strenge Vorgehen müsste zwei Monate durchgehalten werden. Danach "müsste weiterhin kontinuierlich hohe Wachsamkeit bestehen bleiben", weil die Bevölkerung nur zu einem geringen Teil gegen das Virus immunisiert wäre.

Minister Seehofer sagte dem "Spiegel", er sei "entschiedener Anhänger der Suppression", also von strikten Maßnahmen, "auch wenn dieser Weg deutlich teurer ist". "Aber er rettet am meisten Leben."

Im schlimmsten Fall, wenn der Staat nur wenig unternimmt, rechnen die Wissenschaftler damit, dass bald 70 Prozent der Bevölkerung infiziert wären. Mehr als 80 Prozent der Menschen, die intensivmedizinische Behandlung bräuchten, müssten dann von den Krankenhäusern abgewiesen werden. Die Todeszahlen würden die Millionengrenze übersteigen.

Die Fachleute empfehlen, den Deutschen diese Gefahr mit einer Aufklärungskampagne vor Augen zu führen, wie es weiter hieß. "Um die gesellschaftlichen Durchhaltekräfte zu mobilisieren, ist das Verschweigen des Worst Case keine Option", steht den Berichten zufolge im Papier.

+++ 27.03.2020: Reisebranche fordert Aussetzung der Erstattungspflicht +++

Die deutsche Reise- und Luftverkehrsbranche fordert angesichts der Coronavirus-Krise eine vorübergehende Aussetzung der Erstattung von stornierten Pauschalreisen und Flügen. Den erheblichen Fixkosten der Unternehmen stünden praktisch keine Einnahmen mehr gegenüber, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben des Deutschen Reiseverbands (DRV), des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft und des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Wegen der Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 seien Tourismus und Luftverkehr fast vollständig zum Erliegen gekommen. "Wenn Unternehmen in dieser prekären Situation gezwungen sind, ihren Kunden die für Reisen, die nicht mehr angetreten werden konnten, gezahlten Reisepreise innerhalb von 14 Tagen zurückzuzahlen, werden viele in die Knie gehen", sagte Norbert Fiebig, Präsident des DRV. Rückzahlungspflichten aus der europäischen Pauschalreiserichtlinie sowie der Fluggastrechte-Verordnung sollten deshalb zeitweise ausgesetzt werden.

Außerdem fordern die Verbände in dem Schreiben, die momentan in Deutschland diskutierte Gutscheinlösung auf europäischer Ebene einzuführen. Nach Vorschlägen aus der Bundesregierung sollen Verbraucher künftig Gutscheine erhalten anstelle von Erstattungen. So soll die Zahlungsfähigkeit von Reiseveranstaltern, Reisevertrieb und Fluggesellschaften gesichert werden.

+++ 27.03.2020: Bundesrat beschließt umfassendes Hilfspaket +++

Der Bundesrat hat das umfassende Hilfspaket gegen die Corona-Krise beschlossen. Es enthält Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger.

+++ 27.03.2020:Bundeswehr setzt 15.000 Soldaten zur Corona-Unterstützung ein +++

Die Bundeswehr setzt zur Unterstützung von Bundesländern und Kommunen in der Corona-Krise 15.000 Soldaten ein. Diese Männer und Frauen seien nicht in Verpflichtungen wie die laufenden Auslandseinsätze eingebunden und stünden nun "in abgestufter Verfügungsbereitschaft", sagte Generalleutnant Martin Schelleis, der den militärischen Unterstützungseinsatz koordiniert und führt, am Freitag in einer telefonischen Pressekonferenz. Bundesweit werde es vier regionale Führungsstäbe geben. Volle Einsatzbereitschaft sei in der kommenden Woche geplant. Die Bundeswehr sei auf eventuelle Lageverschärfungen vorbereitet.

Bis Freitagmorgen seien 200 Anträge auf Amtshilfe eingegangen, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vortag, sagte Schelleis. Er ist Inspekteur der sogenannten Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber der Bundeswehr. Gefragt seien vor allem Unterstützungsleistungen des Sanitätswesens. Er nannte auch sichere Lagerflächen für medizinische Güter, Unterkünfte für die Polizei, Fachkompetenz für ein mobiles Krankenhaus, mobile Rettungsstationen und Teststationen. Allerdings seien Ressourcen auch bei der Bundeswehr begrenzt. Weniger als ein Prozent der deutschen Ärzte seien in der Bundeswehr.

+++ 27.03.2020: Infineon liefert Chips für Beatmungsgeräte +++

Zum Auftraggeber hieß es von Infineon nur, dass es sich um einen weltweit führenden Produzenten von Beatmungsgeräten handle. Dessen normales Bestellvolumen habe sich mit der Order verachzigfacht. Wie viele Geräte sich mit den Chips bauen lassen, sagte die Sprecherin nicht. Es werden aber mehrere pro Gerät verwendet.

Der aktuelle Auftrag dürfte nicht der einzige bleiben: "Wir erleben derzeit eine Hinwendung hin zu medizintechnischen Geräten", sagte Vorstandsmitglied Helmut Gassel. "Zahlreiche Hersteller erweitern oder verändern ihren Produktfokus und fragen bei uns die notwendigen Komponenten an, um schnell der besonderen Nachfrage nachzukommen." Namen nannte Infineon nicht. Der Konzern sieht sich als Weltmarktführer bei Leistungshalbleitern. Man sei froh, damit "zur Bewältigung der Krise beitragen zu können", sagte Gassel.

+++ 27.03.2020: Christian Lindner begrüßt die Debatte über Lockerungen der Maßnahmen +++

FDP-Chef Christian Lindner hat die Debatte über Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen begrüßt. Das sei ein "positives Zeichen" für die Menschen im Land, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. Wann dafür der richtige Zeitpunkt sei, müssten aber die Gesundheitsexperten entscheiden. Dennoch sollte das staatliche Handeln auf die Frage gerichtet sein, wann es wieder ein normales Leben geben könne. Auf Dauer seien die Beschränkungen "untragbar" auch für die wirtschaftliche Entwicklung im Land.

Auf die Frage, ob die Bundesregierung angesichts erster Insolvenzen ihre Strategie wechseln sollte, erwiderte Lindner: "Auch als Oppositionspolitiker sage ich nein." Dafür seien die Voraussetzungen noch nicht gegeben.

Das milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung weist indes nach Lindners Ansicht Lücken auf. Der Mittelstand brauche schnellere Hilfen. Die könnten etwa die Finanzämter leisten, indem sie Steuervorauszahlungen zurücküberwiesen, sagte der FDP-Chef.

+++ 27.03.2020: Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft zu Geduld auf +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht noch keinen Grund, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. "Es kann noch nicht der Zeitpunkt sein", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Im Moment dauere es immer noch nur vier bis fünf Tage, bis sich die Infektionen verdoppeln. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden. Deswegen müsse sie die Menschen in Deutschland um Geduld bitten.

Inzwischen sind in Deutschland mehr als 43 000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mehr als 260 Infizierte sind bundesweit gestorben. Bund und Länder haben beispiellose Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, darunter einen Neun-Punkte-Plan, der zwischenmenschliche Kontakte minimieren soll. Dieser Beschluss war erst am vergangenen Sonntag vereinbart worden. Zuletzt hatte bereits die Debatte darüber begonnen, wann die Maßnahmen wieder gelockert werden können.

+++ 27.03.2020: Zahlen der Infizierten in Deutschland steigen noch immer zu schnell +++Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

43.071, 266 Todesfälle in Deutschland

Nordrhein-Westfalen: 10872 (82gestorben)

Baden-Württemberg: 8441 (76 gestorben)

Bayern: 8842 (52gestorben)

Brandenburg: 579 (1 gestorben)

Berlin: 1937 (8gestorben)

Bremen: 244 (1 gestorben)

Hamburg: 1614 (1 gestorben)

Hessen: 2170 (6 gestorben)

Niedersachsen: 2726 (gestorben)

Rheinland-Pfalz: 1873 (8 gestorben)

Saarland: 540 (3 gestorben)

Sachsen: 1275 (8 gestorben)

Schleswig-Holstein: 685 (5gestorben)

Thüringen: 512 (3gestorben)

Sachsen-Anhalt: 500 (2 gestorben)

Mecklenburg-Vorpommern: 261 (gestorben)

+++ 27.03.2020: Einreisebeschränkungen gelten auch für Asylbewerber +++

Seehofer dehnte die Einreisebeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus auch auf Asylbewerber aus. Sie müssen in der Coronakrise damit rechnen, an den Grenzen nicht ins Land gelassen zu werden.

+++ 27.03.2020: War einer der ersten Corona-Hotspots das österreichische Ischgl? +++

Die Gesundheitsbehörden in Tirol haben Berichte vehement zurückgewiesen, sie hätten im Fall der folgenreichen Erkrankung eines Barkeepers in Ischgl an der Lungenkrankheit Covid-19 zu spät und halbherzig gehandelt. "Das Gegenteil ist richtig. Wir haben immer genau zu dem Zeitpunkt, wo gesicherte Informationen vorlagen, Schritte gesetzt", sagte ein Sprecher der Landesregierung am Montag. Nur durch die vorsorgliche Eigen-Initiative der Behörden sei es überhaupt gelungen, die Bar, in der der 36-jährige Deutsche gearbeitet habe, als möglichen Verbreitungsort zu identifizieren. In Medienberichten war die Rede davon, dass Informationen aus Island über nach ihrer Heimkehr positiv getestete Touristen aus Ischgl verhängnisvoll lange ignoriert worden seien.

In der Stellungnahme des Tiroler Gesundheitsministers Bernhard Tilg vom Montag heißt es, dass am 6. März, als konkrete Informationen über die 15 Namen der isländischen Gäste und ihrer Unterkunftsadressen in Ischgl vorlagen, sofort alle Mitarbeiter der betreffenden Hotels - mit jeweils negativen Ergebnis - getestet worden seien.

+++ 26.03.2020: Deutschland nimmt 47 Corona-Patienten aus Italien auf +++

Deutschland will weitere schwer erkrankte Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. Das Auswärtige Amt berichtete am Donnerstagabend auf Twitter von Zusagen aus verschiedenen Bundesländern zur Behandlung von 47 Intensivpatienten. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb dazu unter italienischer Flagge: "Wir stehen an der Seite unserer Freundinnen & Freunde." Beteiligt sind unter anderem Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hessen und Berlin.

In anderen Bundesländern werden Intensivpatienten aus Frankreich und Italien bereits behandelt. Beide Länder sind von der Pandemie besonders betroffen. Thüringen kündigte an, ein Team der Universitätsklinik Jena zur Versorgung von Covid-19-Patienten nach Italien zu schicken. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Solidarität ist das Gebot der Stunde."

+++ 26.03.2020: Laschet: Einschränkungen wegen Corona-Epidemie bald überprüfen +++

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt darauf, die Einschränkungen von Grundrechten wegen der Corona-Epidemie so bald wie möglich wieder zu überprüfen. "Wir können nicht ein halbes oder dreiviertel Jahr mit einer solchen Art Notstandsgesetzgebung leben", sagte Laschet am Donnerstagabend im Youtube-Livestream "Breaking LAB". "Irgendwann wird man abwägen müssen, wann kommt man wieder ins normale Leben zurück." Das sei wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zum jetzigen Zeitpunkt halte er aber das geltende Kontaktverbot für verhältnismäßig.

Die Hoffnung von Schülern, dass die Osterferien verlängert würden und womöglich direkt in die Sommerferien übergehen könnten, sei wohl nicht realistisch. "Wenn es wieder verantwortbar ist, werden die Schulen wieder geöffnet." Mitte April würden dazu die Daten zu der Epidemie zusammen mit dem Robert Koch-Institut ausgewertet.

+++ 26.03.2020:Niederländisches Königspaar sagt Staatsbesuch in Deutschland ab +++

Das niederländische Königspaar hat wegen der Coronavirus-Krise den für Juni geplanten Staatsbesuch in Deutschland abgesagt. Der Besuch sei bis auf Weiteres verschoben worden, teilte der Hof am Donnerstag in Den Haag mit. König Willem-Alexander und seine Frau Máxima sollten vom 2. bis 4. Juni Berlin besuchen. Es sollte der Abschluss einer Reihe von Besuchen des Paares in verschiedenen Bundesländern sein.

Wegen der Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie könne der Besuch zur Zeit nicht gut vorbereitet werden, teilte der Hof mit. Der Beschluss sei "in gutem Einvernehmen mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier" gefasst worden.

+++ 26.03.2020: Abi-Prüfungen sollen in allen Bundesländern stattfinden +++

Die Schulabschlussprüfungen sollen nach derzeitigem Stand trotz Corona-Krise doch in ganz Deutschland stattfinden. Darauf haben sich die Kultusminister der Länder in einer Schaltkonferenz verständigt, nachdem Schleswig-Holstein zuvor angekündigt hatte, die Prüfungen abzusagen.

"Zum heutigen Zeitpunkt stellen die Länder fest, dass eine Absage von Prüfungen nicht notwendig ist", heißt es in einem gemeinsamen Beschluss. Über das weitere Vorgehen würden sich die Bundesländer eng in der Kultusministerkonferenz (KMK) abstimmen.

Der Beschluss sei einstimmig gefasst worden, teilte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) in Mainz mit. Auch die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) habe zugestimmt.

+++ 26.03.2020: Junge-Union-Chef: Sommerferien notfalls verschieben +++

Wegen der unsicheren Lage an den Schulen bei den Prüfungsterminen kann sich der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, auch einen späteren Beginn der Sommerferien vorstellen. Dem "Focus" sagte Kuban: "Die Sommerferien müssen wir notfalls aufschieben, damit alle Schulabsolventen die gleichen Chancen haben." Die Kultusminister der Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, nach derzeitigem Stand die Schulabschlussprüfungen in diesem Jahr stattfinden zu lassen. Zuvor hatte es vereinzelt Gedankenspiele gebeben, diese ausfallen zu lassen.

Da man nicht damit rechnen könne, dass die Prüfungen vor dem Frühsommer stattfänden, könne ein Aufschub der Ferien für die Abiturienten und Abschlussjahrgänge in einigen Bundesländern eine logische Konsequenz sein, sagte Kuban. Ebenso müssten Einschreibefristen für Studiengänge im kommenden Wintersemester auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. "Der 15. Juli ist definitiv zu früh." Niemand wisse, ob die Schüler bis dahin überhaupt ein Ergebnis hätten, sagte der JU-Chef. Realistisch sei eine Fristende im Frühherbst.

+++ 26.03.2020:Folge der Coronakrise: Kurzarbeit auch beim VfL Wolfsburg +++

Der VfL Wolfsburg hat in der Corona-Krise bei einigen Mitarbeitern auf Kurzarbeit umgestellt. Betroffen sind Mitarbeiter der Niedersachsen unter anderem im kaufmännischen und administrativen Bereich, wie der Fußball-Bundesligist der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag bestätigte. Zuvor hatte die "Bild" darüber berichtet. Die Maßnahme läuft bereits seit Dienstag.

Der VfL Wolfsburg ist eine 100-prozentige Tochter des VW-Konzerns. Volkswagen hat für mehrere zehntausend Beschäftigte in Deutschland Kurzarbeit beantragt. Beim erweiterten Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Auch andere Bundesligisten denken über das Thema nach. Bislang machen vor allem Dritt- und Viertligisten von der Regelung Gebrauch.

+++ 26.03.2020:Autohäuser schicken Mitarbeiter in Kurzarbeit +++

Im deutschen Autohandel gibt es wegen der Coronavirus-Krise nahezu flächendeckend Kurzarbeit. Rund 70 Prozent der Autohäuser und Kfz-Betriebe hätten bereits Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen, berichtete der Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Für die Mitarbeiter im Verkauf hätten sogar 90 Prozent der Betriebe Kurzarbeit beantragt. Das habe eine Umfrage ergeben, an der sich mehr als 1000 Betriebe beteiligt hätten.

In Deutschland ist zur Eindämmung der Pandemie auch der stationäre Autohandel untersagt worden. Das sei für viele Autohändler eine Katastrophe, weil das Verbot die verkaufsstarke Frühjahrssaison treffe. Die dadurch verursachten Umsatzausfälle könnten, abhängig von der Dauer der Krise, für viele Unternehmen existenzbedrohend werden, beklagt der Verband.

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski forderte eine Erhöhung des Kurzarbeitergelds. Ein Kurzarbeitergeld von 60 oder 67 Prozent des pauschalierten Netto-Entgelts werde bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kfz-Gewerbe zu finanziellen Schwierigkeiten führen. Das Kurzarbeitergeld müsse deshalb auf 80 beziehungsweise 87 Prozent erhöht werden. "Da die überwiegend kleinen und mittelständischen Kfz-Betriebe meist nicht über die notwendigen wirtschaftlichen Rücklagen verfügen, um diese Lücke zu schließen, sollte dies auf dem Weg staatlicher Ausgleichszahlungen erfolgen" forderte Karpinski.

+++ 26.03.2020: Jens Spahn spricht von Ruhe vor dem Sturm +++

Spahn bekräftigte, dass Deutschland wegen sehr vieler Tests früh mit Vorbereitungen beginnen konnte. Die Kapazität liege mit 300.000 bis 500.000 Tests pro Woche auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Es sei weiterhin wichtig, dass sie zielgerichtet eingesetzt würden.

Es gehe für die Politik zugleich um Konzepte dafür, dass es "eine Zeit nach Corona" geben werde, in der man weiter gegen das Virus kämpfe, das öffentliche Leben aber schrittweise normalisiere. Dies solle auch bei Beratungen nach Ostern zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten Thema sein. Dabei solle auch darüber diskutiert werden, wie Handydaten im Krisenfall für die Klärung von Infektionsketten zu nutzen seien, machte Spahn deutlich.

+++ 26.03.2020: Steinmeier ruft zu Solidarität auf +++

Angesichts der weltweiten Corona-Epidemie hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bundesbürger und die Staatengemeinschaft zum Zusammenstehen aufgerufen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft würdigte er zugleich die "Heldinnen und Helden in der Corona-Krise" wie Ärzte, Pfleger, Mitarbeiter von Supermärkten und Menschen, die anderen helfen.

Das Gebot der Stunde laute jetzt "Abstand halten" und dies wiederum bedeute Verzicht, sagte Steinmeier. Man müsse darauf verzichten, Eltern und Großeltern zu sehen, sich mit Freunden zu treffen, mit ihnen essen zu gehen, zu feiern oder einfach auch nur nach einem langen Winter gemeinsam in der Sonne zu sitzen. "Darauf zu verzichten, das fällt uns allen schwer, auch mir. Doch nur der Verzicht verhindert, dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben."

Die überwältigende Mehrheit der Menschen habe das verstanden und handele danach, sagte Steinmeier weiter. "Wir spüren miteinander: Unser Einstehen füreinander, unsere Solidarität ist jetzt existenziell wichtig." Solidarität bedeute jetzt, für jene da zu sein, die von den Folgen der Epidemie besonders hart getroffen seien.

Solidarität heiße aber auch, dass der Blick weiter als bis zum nächsten Grenzzaun reichen müsse, sagte der Bundespräsident. Es sei gut, dass Krankenhäuser in Deutschland jetzt auch schwerkranke Patienten aus Italien und Frankreich behandelten. Er wünsche sich mehr solche konkrete Solidarität im europäischen Geist. "Nein, das Virus hat keine Staatsangehörigkeit, und das Leid macht nicht vor Grenzen halt. Aber ebenso wenig sollten wir es tun!"

+++ 26.03.2020: Christian Drosten gibt Pressekonferenz +++

Star-Virologe Christian Drosten äußerte sich zu den vergleichsweise niedrigen Corona-Sterberaten in Deutschland. "Warum wir in Deutschland so wenige Todesfälle im Verhältnis zu den Infizierten haben, ist hinreichend damit zu erklären, dass wir extrem viel Labordiagnostik machen", erklärte der Charité-Arzt bei der heutigen Pressekonferenz. Eine halbe Million Test seien in Deutschlad durchgeführt worden. "Die Labormedizin in Deutschland hat eine sehr große Nähe zum Handwerk." Lokale Labore können schnelle Tests für die Umgebung entwickeln und herstellen.

+++ 26.03.2020: Unikliniken sollen sich stärker vernetzen +++

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus sollen sich die deutschen Unikliniken zusammenschließen und eng über Diagnose- und Behandlungsverfahren sowie Patientendaten austauschen. Das ist das Ziel einer Initiative, die am Donnerstag von der Berliner Charité in Zusammenarbeit mit dem Bundesforschungsministerium gestartet wurde. Das Ministerium unterstütze den Aufbau des Netzwerks mit 150 Millionen Euro, wie Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die Kliniken sollen demnach in einen Erfahrungsaustausch über ihre Maßnahmenpläne im Umgang mit der Pandemie treten. Zudem wird eine Zusammenstellung der Daten aller Covid-19-Patienten angestrebt, um einen Gesamtüberblick über Krankengeschichte und Konstitution der Patienten zu bekommen. Von der Datensammlung erhoffen sich die Initiatoren - der Charité-Vorstandsvorsitzende Heyo Kroemer und der Direktor der Virologie, Christian Drosten - Erkenntnisse für das Pandemiemanagement und die Impfstoff- und Therapieentwicklung.

Die Charité soll das Forschungsnetzwerk der Universitäten koordinieren. "Ich bin überzeugt: Dieses einmalige wissenschaftliche Projekt, dieses Zusammenwirken der Kräfte wird uns in der Behandlung und Erforschung von COVID-19 einen großen Schritt voranbringen", sagte Karliczek. Ziel sei es, voneinander und miteinander zu lernen.

+++ 26.03.2020: Prognose von Stephan Weil: Ist Rückkehr zu Normalzustand möglich? +++

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil macht den Niedersachsen angesichts der Corona-Krise wenig Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr ins normale Leben. Paare sollten beispielsweise damit rechnen, große Hochzeitsfeiern zu verschieben, eventuell sogar auf das kommende Jahr, sagte der SPD-Politiker am Donnerstagmorgen im Interview dem Radiosender Antenne Niedersachsen. Mit Blick auf mögliche Flugreisen in den Sommerurlaub sagte Weil: "Im Moment würde ich nicht besonders intensiv planen."

Auch wenn sich die Situation in Deutschland und Niedersachsen bald beruhige, bedeute das ja nicht automatisch, dass das überall auf der Welt so sein werde. Der Regierungschef riet auch dazu, beispielsweise anstehende Umzüge wenn möglich zu verschieben. Nach Ostern werde die Lage erneut analysiert. Erst dann könne über mögliche Lockerungen der Einschränkungen nachgedacht werden, sagte Weil.

Der SPD-Politiker rechnet insgesamt nicht mit einem raschen Ende der aktuellen Maßnahmen. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) sagte er: "Eine schlagartige Rückkehr zum normalen Zustand ist kaum vorstellbar, allenfalls ein stufenweises Vorgehen, das auch immer wieder überprüft werden müsste."

+++ 26.03.2020: Mehr als 4.000 Neuinfektionen in Deutschland, 207 Corona-Tote +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland ist laut "Focus Online" auf 37.179 gestiegen. Insgesamt gab es in Deutschland bisher 207 Corona-Tote.

Die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder:

Baden-Württemberg: 7252 (56 Todesfälle)

Bayern: 7289 (41 Todesfälle)

Berlin: 1645 (4 Todesfälle)

Brandenburg: 505 (1 Todesfall)

Bremen: 202 (1 Todesfall)

Hamburg: 1450 (2 Todesfälle)

Hessen: 1909 (6 Todesfälle)

Mecklenburg-Vorpommern: 245 (kein Todesfall)

Niedersachsen: 2313 (8 Todesfälle)

Nordrhein-Westfalen: 9686 (66 Todesfälle), Landkreis Heinsberg besonders betroffen

Rheinland-Pfalz: 1637 (6 Todesfälle)

Saarland: 466 (3 Todesfälle)

Sachsen: 1128 (6 Todesfälle)

Sachsen-Anhalt: 420 (1 Todesfall)

Schleswig-Holstein: 609 (4 Todesfälle)

Thüringen: 423 (2 Todesfälle)

+++ 26.03.2020: Ärzte schlagen Alarm: schon bald Mangel an Intensivbetten +++

Wegen der Corona-Krise wird es nach Einschätzung von Ärzten wahrscheinlich auch in Deutschland bald an Betten zur intensiven Betreuung von Schwerkranken fehlen. In einem Schreiben von sieben medizinischen Fachgesellschaften heißt es nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag), trotz Erhöhung der Kapazitäten stünden wahrscheinlich in kurzer Zeit "nicht mehr ausreichend intensivmedizinische Ressourcen" zur Verfügung. Die Ärzte müssten dann Entscheidungen über Leben und Tod treffen.

+++ 26.03.2020: Zwei Ortsteile in Sachsen-Anhalt wegen Coronavirus unter Quarantäne +++

Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten sind zwei Ortsteile der Stadt Jessen (Elster) in Sachsen-Anhalt von der Außenwelt abgeschirmt: Jessen und Schweinitz stehen unter Quarantäne. Seit diesem Donnerstagmorgen, 7.00 Uhr, kontrollieren Feuerwehrleute und Polizisten die Zufahrtsstraßen, wie der Sprecher des Landkreises Wittenberg bestätigte. Die Quarantäne ist bis zum 10. April angekündigt.

Dem Sprecher zufolge sind rund 8000 Einwohner betroffen. Anlass für die Maßnahmen ist ein Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim. Von 16 Infizierten mussten bereits drei ins Krankenhaus gebracht werden.

+++ 25.03.2020: WHO-Chef warnt für zu früher Aufhebung von Corona-Restriktionen +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, die strikten Maßnahmen zur Eindämmung des gefährlichen neuen Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. "Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens (des Virus) erneut zur Schließung gezwungen zu werden", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

+++ 25.03.2020: Kanzleramtschef Braun: Junge dürfen als erste wieder raus +++

Die Bundesregierung will die strengen Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Krise nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun später einmal zunächst für junge und gesunde Menschen wieder lockern. Der CDU-Politiker sagte am Mittwoch in der Social-Media-App Jodel: "Die nächste Phase lautet natürlich: Junge Menschen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, dürfen wieder mehr auf die Straße."

Aktuell hänge viel davon ab, ob die Infektionskurve mit den beschlossenen Maßnahmen flach gehalten werden könne. "Das zeigt sich in den nächsten zwei Wochen", sagte Braun. Dann könne man hoffentlich auch die Frage nach einem Ende der Einschränkungen beantworten.

+++ 25.03.2020: Deutz fährt Produktion herunter und setzt Prognose aus +++

Der Motorenhersteller Deutz hat wegen der Corona-Krise die Prognose ausgesetzt und die Produktion gekappt. Der SDax-Konzern fahre bis zum 17. April den Großteil seiner Produktion herunter, teilte Deutz am Mittwochabend mit. Das liege zum einen an der mangelnden Nachfrage, zum anderen daran, dass der erforderliche Mindestabstand keine effiziente Produktion zulasse.

Die Prognose setzte Deutz aus. Es sei noch nicht klar, wie stark der Coronavirus das Geschäft beeinträchtigen werde. Anfang März hatte Deutz einen Erlösrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und einen Rückgang der Rendite auf den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sondereffekten im mittleren zweistelligen Prozentbereich ausgegeben.

+++ 25.03.2020:Tschechien lässt Gesundheitsmitarbeiter nach Deutschland pendeln +++

Tschechien lenkt bei der strittigen Frage der grenznahen Berufspendler teilweise ein. Angehörige des Gesundheits- und Rettungswesens sowie der sozialen Dienste, die in Deutschland oder Österreich arbeiten, aber in Tschechien leben, dürfen die Grenze nun doch weiter täglich überschreiten. Das habe Innenminister Jan Hamacek auf Grundlage entsprechender Wünsche aus den beiden Nachbarstaaten entschieden, teilte seine Sprecherin am Mittwochabend in Prag mit.

Diesen Berufen komme eine Schlüsselaufgabe bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie zu, hieß es zur Begründung. Für alle anderen tschechischen Berufspendler gilt, dass sie ab Donnerstag in den jeweiligen Nachbarländern für einen längeren - empfohlen wird ein dreiwöchiger - Zeitraum arbeiten müssen. Nach ihrer Rückkehr nach Tschechien kommen sie in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne.

+++ 25.03.2020: Auch zweiter Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ +++

Auch beim zweiten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin mit. "Die Bundeskanzlerin arbeitet weiterhin aus der häuslichen Quarantäne und wird sich Anfang der kommenden Woche erneut testen lassen."

+++ 25.03.2020: Historisches Hilfspaket in Corona-Krise beschlossen +++

Der Bundestag hat ein beispielloses, milliardenschweres Hilfspaket in der Corona-Krise beschlossen. Es umfasst Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Der Bundesrat muss am Freitag noch zustimmen.

+++ 25.03.2020: Bundestag beschließt Nachtragshaushalt - 156 Milliarden neue Schulden +++

Der Bundestag hat einen Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Hilfspakete in der Corona-Krise beschlossen. Vorgesehen sind darin neue Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro. Der Bundesrat muss den Plänen am Freitag noch zustimmen.

+++ 25.03.2020: Abiturprüfungen sollen wie geplant stattfinden +++

In der Kultusministerkonferenz der Länder wurde beschlossen, dass alle Abiturprüfungen trotz Corona-Krise wie geplant stattfinden sollen. Hintergrund für die Gespräche war der Vorstoß aus Schleswig-Holstein, die Abiturprüfungen abzusagen.

+++ 25.03.2020: Schleswig-Holstein zieht Absage von Abschlussprüfungen zurück +++

Schleswig-Holstein will dem Vernehmen nach seine Abschlussprüfungen an den Schulen wegen der Corona-Krise nun doch nicht absagen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen einer Schaltkonferenz der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Es seien bei der Besprechung "sehr deutliche Worte" Richtung Schleswig-Holstein gefallen.

Die Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte am Dienstag angekündigt, wegen der Corona-Krise alle Schulabschlussprüfungen ausfallen lassen zu wollen. Fast alle Länder hätten das in dem Gespräch kritisiert. Es gebe die Tendenz, dass die Länder ihre Prüfungen abhalten wollten.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) wollte sich am Nachmittag (15.30 Uhr) in Mainz zu den Ergebnissen des Gesprächs äußern.

In Hessen und Rheinland-Pfalz finden momentan Abiturprüfungen unter strengen Hygienevorschriften weiterhin statt. Andere Länder haben das Abi und andere Schulabschlussprüfungen verschoben. Lehrerverbände und Bundeselternrat kritisieren das unterschiedliche Vorgehen der Länder. Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, sagte, anstatt - wie zugesagt - eine gemeinschaftliche Vorgehensweise anzustreben, koche jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Das verunsichere Schüler, Eltern, Lehrkräfte und alle darüber hinaus im Bildungssystem tätigen Menschen.

+++ 25.03.2020: Corona-Krise: Union und SPD für steuerfreie Prämien an Mitarbeiter +++

Union und SPD im Bundestag haben sich in der Corona-Krise für steuerfreie Prämienzahlungen an Beschäftigte ausgesprochen. Unions-Fraktionsvize Andreas Jung (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch: "Wir sollten besondere Leistungen in der Corona-Krise steuerlich unterstützen. Wenn ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern einen Bonus für ihren Einsatz bezahlt, sollte dieser von der Steuer frei gestellt werden."

SPD-Fraktionsvize Achim Post sagte der dpa, es gehe darum, außerordentlichen Einsatz etwa von Krankenschwestern, Pflegern oder Kassiererinnen anzuerkennen und zusätzlich zu unterstützen. "Dafür gibt es meiner Einschätzung nach auch eine breite Unterstützung in den Koalitionsfraktionen", sagte Post. "Diejenigen, die unser Gemeinwesen jetzt am Laufen halten, brauchen unsere volle Solidarität.

Zuvor hatten "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" von einer entsprechenden Initiative von Politikern der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag berichtet, zu der auch Jung zählt.

Der Handelsverband Deutschland hatte eine Steuerfreistellung von Sonderzahlungen für Mitarbeiter gefordert. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Dienstag bei "Bild live" gesagt, sein Ministerium prüfe, ob die Boni bis zu einer gewissen Höhe steuerfrei gestellt werden könnten. Das könne in einem bestimmten Rahmen voraussichtlich schnell und unbürokratisch über die Finanzämter funktionieren.

+++ 25.03.2020: Bundesregierung: Vorerst keine Lockerung von Corona-Krisenmaßnahmen +++

Die Bundesregierung sieht vorerst keinen Anlass für Lockerungen der umfassenden Corona-Krisenmaßnahmen. "Wir befinden uns immer noch am Anfang einer Epidemie", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Auch wenn sich ein leichtes Abflachen der Kurve andeute, gebe es weiterhin eine hohe Zahl an Neuinfektionen und keinen Grund für Entwarnung. Es sei daher davor zu warnen, jetzt bereits von einer "Exitstrategie" zu sprechen.

Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass es auf allen staatlichen Ebenen darum gehe, die Virus-Ausbreitung zu verlangsamen und Auswirkungen auf das Gesundheitssystem, die Wirtschaft und jeden einzelnen Bürger abzufedern. Dies stehe jetzt im Mittelpunkt. Bund und Länder hatten zu Wochenbeginn weitere Kontaktbeschränkungen beschlossen, zugleich sind milliardenschwere Hilfsprogramme auf dem Weg.

+++ 25.03.2020: RKI: Zu früh für Bewertung der Eindämmungsmaßnahmen +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hält sich mit einer Bewertung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland zurück. "Wir müssen weiter abwarten, um zu sehen, ob die Maßnahmen greifen", sagte Institutschef Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Im Moment sei es zu früh, um diese Aussagen belastbar treffen zu können. Deutschland stehe erst am Anfang der Epidemie, bekräftigte Wieler. Wie sie sich weiter entwickle, sei völlig offen. Die Zahl der gemeldeten Fälle steige weiter an. Am Montag hatte er von dem ersichtlichen Trend gesprochen, dass die exponentielle Wachstumskurve etwas abflache, dies aber noch nicht bewerten wollen.

+++ 25.03.2020: Alle Bewohner und Mitarbeiter in Würzburger Altenheim werden getestet +++

In der Würzburger Senioreneinrichtung St. Nikolaus, wo inzwischen zehn Heimbewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, werden alle Bewohner und Mitarbeiter auf das Virus getestet. Die Testkapazitäten seien am Dienstag eingetroffen, es sei sofort mit den Tests begonnen worden, sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Mittwoch. Schuchardt ist auch Stiftungsratsvorsitzender des Würzburger Bürgerspitals, zu dem das St.-Nikolaus-Heim gehört.

+++ 25.03.2020: RKI will jetzt auch Menschen die nicht zur Risikogruppe gehören testen lassen +++

Wie "n-tv" berichtet will das Robert-Koch-Institut zukünftig nicht mehr nur Menschen aus Corona-Risikogebieten oder Risikopatienten testen lassen, sondern auch Personen die nicht zu diesen Gruppen zählen. Sie müssen jedoch für einen Test unter "akut respiratorischen Symptomen" leiden.

+++ 25.03.2020: Scholz ruft zu Solidarität in Coronavirus-Krise auf +++

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Bürgerinnen und Bürgern in der Coronavirus-Krise Mut zugesprochen. "Vor uns liegen harte Wochen. Wir können sie bewältigen, wenn wir solidarisch sind", sagte Scholz am Mittwoch im Bundestag zur Debatte um das Hilfspaket der Regierung. "Es braucht mehr als die Regierung", sagte der Finanzminister. "Wir alle müssen uns umeinander kümmern. Dann kommen wir da durch."

Scholz dankte Menschen wie Ärzten, Verkäufern und Busfahrern, die das öffentliche Leben am Laufen halten. "Sie leisten Großes in diesen Tagen."

Die nun nötigen Ausgaben könnten Bund und Länder nicht aus dem laufenden Haushalt oder aus Rücklagen stemmen, betonte der Finanzminister. Deshalb brauche es einen Nachtragshaushalt. Es gehe um eine Nettokreditaufnahme von 156 Milliarden Euro. "Das ist eine gigantische Summe." Sie umfasse beinahe die Hälfte eines regulären jährlichen Bundeshaushalts.

Deshalb sei es wichtig, dass der Bundestag eine Ausnahme von der Schuldenbremse genehmige, sagte Scholz. Die Schuldenbremse ist seit 2009 im Grundgesetz verankert. Sie sieht vor, dass Einnahmen und Ausgaben grundsätzlich ohne neue Kredite auszugleichen sind.

"Wir können uns das leisten. Deutschland genießt höchste Bonität an den Finanzmärkten", sagte Scholz. Das liege daran, dass Deutschland in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet habe.

+++ 25.03.2020: Organisationen aus Gesundheitsbereich besorgt über Versorgungslücken +++

Dutzende Organisationen aus dem Gesundheitsbereich haben von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen gefordert, um das Ausmaß der Corona-Epidemie abzumildern. In einem offenen Brief drückten die Unterzeichner ihre tiefe Besorgnis darüber aus, dass Hunderttausende in Deutschland keine ausreichende Möglichkeit haben, sich testen und behandeln zu lassen oder in Quarantäne zu gehen.

Auch zu Informationen über das Coronavirus und die durch das Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 hätten zu viele Menschen kaum Zugang. Zu den Unterzeichnern des am Mittwoch veröffentlichten Schreibens zählen unter anderem der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband und die Diakonie Deutschland.

Ihre Zielgruppen seien einer besonders hohen Gefahr ausgesetzt, sich anzustecken, so die Organisationen. Darunter seien zum Beispiel Menschen, die obdachlos sind oder in beengten Wohnverhältnissen leben müssen. Sie könnten oft nicht die notwendigen Hygiene- und Selbstisolationsmaßnahmen treffen. Prekäre oder illegale Arbeitsverhältnisse führten dazu, dass sie auch mit für Covid-19 typischen Symptomen noch arbeiten gehen müssten.

+++ 25.03.2020: Bundestag will Boni-Bremse für Firmen bei Corona-Hilfe +++

Der Bundestag will für Firmen, die in der Corona-Krise Staatshilfen erhalten, eine sogenannte Boni-Bremse einführen. Damit solle verhindert werden, dass Manager dieser Firmen Boni, Dividenden oder Aktienpakete erhalten, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine ihnen vorliegende Beschlussvorlage für die Sitzung des Haushaltsausschusses an diesem Mittwoch. Bei Unternehmen, die Eigenkapital oder Garantien aus dem 600 Milliarden Euro starken Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Anspruch nehmen, müsse die Bundesregierung sicherstellen, dass diese "für die Dauer der Maßnahmen keine Dividenden, Boni, Sonderzahlungen in Form von Aktienpaketen oder andere gesonderte Vergütungen (Gratifikationen) neben dem Festgehalt für ihre Organe ausgeben dürfen", heißt es.

Beteiligt sich der Bund demnächst an in Schwierigkeiten steckenden Konzernen wie etwa der Lufthansa oder dem Reisekonzern TUI, erwartet der Bundestag nach Informationen der Funke-Zeitungen, dass der Staat "spätestens nach zehn Jahren" die Anteile wieder verkauft, "außer es sprechen dringende ökonomische oder für die deutsche Wirtschaft bedeutsame Gründe dagegen", lautet eine Vorgabe der Haushaltsexperten von CDU, CSU, SPD und Grünen. Änderungen seien in der Sitzung des Ausschusses am Mittwochvormittag noch möglich.

Der Bundestag entscheidet an diesem Mittwoch über ein milliardenschweres historisches Hilfspaket für Bürger und Unternehmen in der Corona-Krise. Es soll in bisher kaum vorstellbarem Tempo beschlossen werden. Der Bund will mit mehreren Rettungsschirmen und umfangreichen Rechtsänderungen Familien, Mieter, Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise schützen.

+++ 25.03.2020: Grüne: Boni in Einzelhandel und Gesundheitswesen steuerfrei machen +++

Um Beschäftigte im Einzelhandel und im Gesundheitsbereich in der Corona-Krise zu stützen, sollten sie aus Sicht der Grünen steuerfreie Prämienzahlungen bekommen können. "Die Menschen im Einzelhandel und im Gesundheitsbereich machen gerade eine für die ganze Gesellschaft wichtigen Job", sagte die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, der Deutschen Presse-Agentur. "Ihre harte und derzeit auch riskante Arbeit verdient mehr Anerkennung." Die Bundesregierung solle Bonuszahlungen im Einzelhandel und im Gesundheitswesen unterstützen und solche Prämienzahlungen während Corona-Krise von der Steuer befreien.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte ebenfalls eine Steuerfreistellung von Sonderzahlungen für Mitarbeiter gefordert. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte am Dienstag bei "Bild live", sein Ministerium prüfe, ob die Boni bis zu einer gewissen Höhe steuerfrei gestellt werden könnten. Das könne in einem bestimmten Rahmen voraussichtlich schnell und unbürokratisch über die Finanzämter funktionieren.

Göring-Eckardt appellierte aber auch auf den Handel, mit der Zahlung von Prämien nicht auf Finanzminister Scholz zu warten. "Die Supermarktketten machen gerade einen großen Umsatz", sagte sie. "Bei all den richtigen Rettungspaketen für Wirtschaft und Unternehmen dürfen wir auch die Menschen nicht vergessen, die jeden Tag in dieser Krise ganz persönlich an vorderster Front stehen."

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil forderte höhere Löhne für Kassierer und Pfleger. "Wir sehen gerade unglaublich viele Heldinnen und Helden des Alltags. Die haben nicht nur warme Worte, sondern langfristig auch bessere Löhne verdient", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). "Wo das möglich ist, sollten jetzt schon höhere Löhne für Kassiererinnen oder Pfleger gezahlt werden. Aber das kann man nicht staatlich verordnen."

+++ 25.03.2020: Richterbund: Vorschriften wegen Corona dürfen nicht Normalität werden +++

Der Deutsche Richterbund hat davor gewarnt, dass Sondervorschriften in der Corona-Krise zur Normalität werden. "Wichtig ist, dass alle Sonderregeln anlässlich der Corona-Krise nur befristet gelten und ein Enddatum haben", sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). Damit sei sichergestellt, dass Ausnahmevorschriften nicht schleichend zur Normalität werden.

Das Justizministerium arbeitet momentan an einer gesetzlichen Regelung, die eine längere Unterbrechung von Hauptverhandlungen von Strafgerichten für maximal drei Monate und zehn Tage erlaubt. Diese flexibleren Vorschriften ermöglichten, sich im Notbetrieb auf Haftsachen und andere Eilfälle konzentrieren zu können, sagte Rehbehn. Sie dürften aber nur befristet gelten. "Die von der Verfassung gebotene Verhältnismäßigkeit muss bei allen Maßnahmen auch in Krisenzeiten der Kompass politischen Handelns sein."

+++ 25.03.2020: Corona-Krise: 20-Millionen-Euro-Soforthilfeprogramm der Aktion Mensch

Die Aktion Mensch legt wegen der Folgen der Corona-Pandemie ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro auf. Ziel sei schnelle und unbürokratische Unterstützung etwa von Menschen mit Behinderung, deren Assistenzkräfte ausfallen, oder von sozial schlechter gestellten Betroffenen, die etwa wegen der Schließung von Tafeln nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt werden können, teilte die Förderorganisation am Mittwoch mit.

Förderung beantragen können freie gemeinnützige Vereine und Einrichtungen in Deutschland. Sie erhalten bis zu 50 000 Euro für Personal-, Honorar- und Sachkosten. Ambulante Assistenzdienste werden etwa beim Gewinnen von Betreuungs- und Assistenzpersonal unterstützt. Organisationen wie die Tafeln und Archen können Mittel für die Lebensmittelbeschaffung, den Aufbau von Lieferdiensten oder die Rekrutierung neuer Unterstützer und Helfer beantragen.

+++ 25.03.2020: Müller: Berlin will Corona-Patienten aus Italien aufnehmen +++

Berlin will so wie andere Bundesländer schwer kranke Corona-Patienten aus Italien zur Behandlung aufnehmen. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstagabend an. "Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt", sagte Müller in der RBB-Sendung "Wir müssen reden!". "Wir wollen helfen und Patienten aus Italien aufnehmen. Darüber habe ich heute mit dem Charité-Chef gesprochen."

Müller folgte damit dem Beispiel anderer Länderchefs. Bayern will ebenfalls Covid-19-Patienten aus Italien aufnehmen, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Dienstag: "Wir wollen auch da ein Signal der Humanität setzen." Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte die Aufnahme von zehn Patienten aus dem besonders leidenden Norditalien zu. "Wir wollen signalisieren: Ihr seid nicht allein." In Baden-Württemberg, Sachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind bereits erste Corona-Notfälle aus dem Ausland in Kliniken untergebracht.

+++ 24.03.2020:Länder beschließen milliardenschwere Corona-Rettungsschirme +++

Mit Rettungsprogrammen in Milliardenhöhe wollen mehrere Bundesländer gegen die Auswirkungen der Corona-Krise vorgehen. So spannt etwa Bayern den größten Schutzschirm seiner Geschichte auf: In Summe werde die Staatsregierung ein 40 Milliarden Euro schweres Hilfspaket auf den Weg bringen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München. Zum einen sollen zehn Milliarden Euro mehr in den Haushalt gepumpt werden. Zweitens soll ein Bayernfonds bei Bedarf vorübergehende Beteiligungen des Freistaats an Unternehmen ermöglichen. Eine dritte Säule sieht schnelle Kreditbürgschaften für Unternehmen vor.

In Nordrhein-Westfalen beschloss der Landtag am Dienstag einstimmig ein immenses Hilfspaket in Höhe von 25 Milliarden Euro. Mit dem Geld sollen Bürgschaften, Steuerstundungen sowie Soforthilfen für Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige finanziert werden. In Hessen umfasst der Corona-Schutzschirm Hilfen in Höhe von insgesamt mindestens 8,5 Milliarden Euro. Die Landtagsabgeordneten verabschiedeten in Wiesbaden einstimmig den dafür nötigen Nachtragshaushalt und beschlossen, die Schuldenbremse zu lockern.

In Baden-Württemberg sollen mit dem Programm "Soforthilfe Corona" Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen gestützt werden, die durch die Krise in Existenznot geraten. Von den fünf Milliarden Euro, die im Südwesten für Wirtschaftshilfen bereitstehen, sind vier Milliarden für die Soforthilfe verfügbar.

Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz beschloss am Dienstag einen Nachtragshaushalt über 3,3 Milliarden Euro, um den Auswirkungen der Corona-Pandemie entgegenzutreten. Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung legte einen Schutzfonds im Umfang von 1,1 Milliarden Euro auf, um Unternehmen durch die Krise zu helfen. In Brandenburg verdoppelte sich die Höhe eines geplanten Schutzschirms innerhalb einer Woche von 500 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro.

+++ 24.03.2020:Unternehmen können Sozialbeiträge wegen Corona-Krise später zahlen +++

Die Arbeitgeber in Deutschland müssen im Fall einer finanziellen Notlage wegen der Corona-Krise zunächst keine Sozialversicherungsbeiträge abführen. Auf Antrag des Arbeitgebers können die Beiträge stattdessen bis Mai gestundet werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin aus Kreisen der Sozialversicherungsträger erfuhr.

+++ 24.03.2020: Kurzarbeit für rund 80.000 VW-Beschäftigte in Deutschland +++

Bei Volkswagen sollen wegen der Lieferprobleme und Absatzschwäche in der Corona-Krise rund 80 000 Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit gehen. Dies verlautete am Dienstag aus Konzernkreisen. Das Unternehmen hat die deutschen und europäischen Werke sowie weitere Standorte in Amerika und Russland derzeit vorübergehend geschlossen. Als Grund für die beantragte Kurzarbeit hatten die Wolfsburger bereits in der vergangenen Woche die beträchtlichen Arbeitsausfälle in der Produktion sowie in den angrenzenden Bereichen genannt.

+++ 24.03.2020: Schleswig-Holsteins Ministerin plant Absage der Abiturprüfungen +++

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) plant wegen der Corona-Pandemie eine Absage der Abiturprüfungen im Land. Sie werde dem Kabinett am Mittwoch einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorlegen, sagte Prien am Dienstag. Auch die Prüfungen zum ersten allgemeinbildenden und zum mittleren Schulabschluss sollen in diesem Schuljahr nicht abgenommen werden.

+++ 24.03.2020: Rewe plant Bonuszahlungen für Mitarbeiter +++

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe will die Beschäftigten bei Rewe, aber auch bei der konzerneigenen Discounttochter Penny für ihren Einsatz in der Coronavirus-Krise mit einem Bonus belohnen. Dafür werde der Konzern über 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, sagte ein Rewe-Sprecher am Dienstag auf Nachfrage.

"Das sind schnelle und unbürokratische erste Sofortmaßnahmen, um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine klare Botschaft zu geben: Wir sagen nicht nur Danke für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser schwierigen Ausnahmesituation, sondern wir honorieren ihr Engagement zugleich in finanziell spürbarer Weise", betonte der Sprecher. Der jeweilige Betrag ist etwa abhängig von der Funktion und davon, ob Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet wird.

Die Bonuszahlung werde als Guthaben auf die Mitarbeiterkarten gebucht. Das habe den Vorteil, dass der Betrag den Beschäftigten praktisch als Netto-Zahlung zugutekomme.

Auch bei Aldi Süd können sich die Beschäftigten vielleicht schon bald über eine Prämie freuen. "Wir machen uns derzeit Gedanken, wie wir uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz erkenntlich zeigen können", sagte ein Unternehmenssprecher.

+++ 24.03.2020: Kurzarbeiter können mit anderen Jobs hinzuverdienen +++

Beschäftigte in Kurzarbeit können in der Corona-Krise leichter mit einer anderen Tätigkeit Geld hinzuverdienen. "Wer jetzt in Kurzarbeit muss (...), für den haben wir die Zuverdienstgrenzen angehoben", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Dienstag bei RTL/ntv. Es gebe den merkwürdigen Effekt, "dass in einzelnen Bereichen tatsächlich kurzgearbeitet wird, weil die Aufträge weg sind, in anderen Bereichen werden dringend Leute gebraucht".

Als Beispiel nannte Heil: "Da ist eine Wäscherei, die jetzt keine Aufträge hat, aber wir brauchen Leute in der Wäscherei im Krankenhaus."

Man könne nun bis zu 100 Prozent des vorherigen Lohns dazuverdienen, ohne dass das Kurzarbeitergeld gekürzt werde. Heil sagte: "Das ist ein komplexer Gedanke, aber ich finde das ganz wichtig, weil wir jetzt Leute brauchen in der Logistik, in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen, damit unsere Versorgung auch gesichert ist in Deutschland."

Unternehmen können ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schicken, wenn ihnen die Arbeit ausgeht. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt 60 Prozent des Lohns, bei Beschäftigten mit Kindern 67 Prozent. Sozialbeiträge werden den Unternehmen voll erstattet.

Heil rief die Arbeitgeber auf, "wo es geht, Kurzarbeit finanziell aufzustocken". In der Metall- und Elektrobranche und der Systemgastronomie ist dies bereits vereinbart. Ergänzend fließe Grundsicherung in Fällen, in denen das Kurzarbeitergeld nicht reiche, sagte Heil.

+++ 24.03.2020: Spahn will Verschärfung beim Seuchenschutz auf ein Jahr begrenzen +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die geplante Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes auf ein Jahr begrenzen. "Wir sind mit den Fraktionen im Deutschen Bundestag übereingekommen, die zusätzlichen Befugnisse des Bundes im Infektionsschutzgesetz nun erstmal zeitlich auf ein Jahr zu begrenzen", sagte Spahn am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Direkt nach der Krise werden wir dem Bundestag einen umfassenden Bericht vorlegen, was gesetzlich und organisatorisch dauerhaft für künftige Krisen dieser Art geändert werden muss."

Eine entsprechende Forderung hatte FDP-Fraktionschef Christian Lindner aufgestellt. "Damit konnten zunächst einmal unsere Bedenken ausgeräumt werden, dass das Parlament ausgehebelt werden könnte", sagte Lindner nun der Deutschen Presse-Agentur.

Nach dem Gesetzentwurf von Spahn soll der Bund bei einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" mehr Eingriffsmöglichkeiten im ganzen Land erhalten.

+++ 24.03.2020: Wegen Corona-Krise werden in Berlin vorerst keine Wohnungen geräumt +++

In Berlin werden wegen der Corona-Krise nach Angaben von Justizsenator Dirk Behrendt derzeit keine Wohnungen geräumt. Auch Sperren wegen nicht gezahlter Rechnungen für Gas, Wasser oder Strom seien ausgesetzt, teilte der Grünen-Politiker am Dienstag mit.

Wenn Menschen in der jetzigen Krisensituation auf der Straße landen würden oder ohne Heizung leben müssten, wäre das eine unzumutbare Härte, so Behrendt. Zudem wären Räumungen oder Sperrungen für Gerichtsvollzieher aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Sie müssten den persönlichen Kontakt zu Betroffenen herstellen.

Wie mit Vollstreckungen umgegangen wird, entscheiden laut Justizverwaltung aber letztendlich die Amtsgerichte. Sie können entweder Empfehlungen geben oder Anordnungen erlassen.

Das Amtsgericht Spandau hat beispielsweise den Gerichtsvollziehern in seinem Bereich empfohlen, nicht in den Außendienst zu gehen. Die Sperrung von Zählern sowie Räumungen sollen demnach vorerst bis zum 19. April nicht umgesetzt werden.

+++ 24.03.2020: Laschet erläutert Ziele der Pandemie-Bekämpfung im Landtag +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Kampf gegen das Coronavirus als die schwerste Bewährungsprobe in der Geschichte des Landes bezeichnet. Der Blick nach Italien zeige "unermessliche Tragödien", sagte Laschet am Dienstag in einer Sondersitzung des Landtags in Düsseldorf. "Es geht um Leben und Tod." Die drei wichtigsten Ziele seien, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, das Gesundheitssystem massiv auszubauen und die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft abzufedern.

Im Einvernehmen mit den Landtagsfraktionen sollte bis zum Nachmittag im Schnellverfahren ein Nachtragshaushalt in Höhe von 25 Milliarden Euro zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen beschlossen werden. Damit sollen Unternehmen und Arbeitsplätze geschützt werden.

Wegen der Infektionsgefahr hatten sich im Vorfeld alle fünf Landtagsfraktionen darauf verständigt, nur mit einem Drittel ihrer Abgeordneten ins Plenum zu gehen.

+++ 24.03.2020: Altmaier hofft auf Corona-Hilfszahlungen für Firmen noch diese Woche +++

Von der Corona-Krise betroffene Unternehmen könnten laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier noch diese Woche erste Hilfsgelder bekommen. "Es soll so unbürokratisch wie möglich gehen - wo immer möglich, auch elektronisch", sagte der CDU-Politiker am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Einige Bundesländer könnten schon diese Woche zur Auszahlung der Mittel bereit sein. Spätestens Mitte kommender Woche solle dann in allen Ländern klar sein, welche Stellen die Gelder auszahlen.

Die für das Hilfspaket nötige Neuverschuldung verteidigte Altmaier indes. Die Situation sei existenziell für viele Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen. "Innerhalb von wenigen Wochen entscheidet sich, ob diese Arbeitsplätze erhalten bleiben können oder nicht", sagte der Minister. Wenn es außergewöhnliche Herausforderungen gebe, müsse der Staat auch zu außergewöhnlichen Mitteln greifen. Altmaier hofft nach eigener Aussage, dass die Krise in einigen Monaten überwunden ist. "Dann werden wir zurückkehren zur Politik der Sparsamkeit", sagte er.

Dass Deutschland Unternehmen mit Steuergeld aufkaufen könnte, sei indes nur als "allerletzter Ausweg" denkbar, sagte Altmaier - etwa wenn "Firmen so in Schwierigkeiten kommen, dass dadurch auch deutsche vitale Interessen gefährdet sind". Führende deutsche Unternehmen sollten vor Spekulanten oder einer Übernahme durch Konkurrenten geschützt werden.

Der Bundestag soll am Mittwoch im Schnellverfahren mehrere Gesetzesvorhaben beschließen und eine Notfallregelung für die Schuldenbremse in Kraft setzen, die dem Bund neue Kredite in Höhe von 156 Milliarden Euro ermöglicht.

+++ 24.03.2020: NRW erlässt Bußgeld-Katalog für Verstöße gegen Corona-Regeln +++

Nordrhein-Westfalen hat einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die landesweiten Corona-Regeln mit Strafen bis zu 5000 Euro erlassen. Im Wiederholungsfall werden sogar bis zu 25 000 Euro fällig. Der Erlass, der nach dpa-Informationen am Montagabend an die zuständigen Behörden geschickt wurde, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Bei Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht direkt verwandt sind, werden danach 200 Euro von jedem Beteiligten fällig. Verbotenes Picknicken kostet 250 Euro pro Teilnehmer. Wer trotz Verbots Sportveranstaltungen organisiert, zahlt 1000 Euro. Der Verzehr von Außer-Haus-Speisen näher als 50 Meter am Restaurant oder Imbiss kostet 200 Euro. Zusätzliche Bußgelder seien möglich gegen Unternehmen, die von Verstößen profitieren. Teuer werden auch Hygieneverstöße oder Verstöße gegen das Besuchsverbot in Einrichtungen wie etwa Altenheimen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte der "Bild"-Zeitung, die zuerst über den Entwurf des Erlasses berichtet hatte: "Die Lage ist ernst. Es geht um Leben und Tod. Das strenge Kontaktverbot wird sicher helfen, das Ansteckungsrisiko schnell zu reduzieren." So hart, wie man Clan-Kriminalität in NRW bekämpft habe, widme man sich nun der Seuchenbekämpfung: "Null Toleranz gilt auch gegenüber Rechts-Brechern im Kampf gegen das Corona-Virus."

+++ 24.03.2020: FDP will Rettungsfonds auch für Startup-Unternehmen +++

Zum Schutz wichtiger zukunftsfähiger Geschäftsmodelle in der Corona-Krise kommt aus der FDP-Bundestagsfraktion der Ruf nach einem speziellen Rettungsfonds für Startup-Unternehmen. Dieser müsste einen Umfang im einstelligen Milliardenbereich haben, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Bettina Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Der Rettungsfonds würde unmittelbar Liquidität für Startups bereitstellen, indem er 75 Prozent der Investitionssumme übernimmt. Die restlichen 25 Prozent kommen von privaten Gesellschaftern, die sich entscheiden, weiter in das Startup-Unternehmen zu investieren."

Die dramatischen ökonomischen Auswirkungen der Corona-Krise erforderten schnelle, maßgeschneiderte und unbürokratische Hilfen auch für Gründer. "Auch Startup-Unternehmen leiden unter akuten Liquiditätsengpässen", sagte die FDP-Finanzpolitikerin. "Umsatzeinbrüche, Finanzinvestoren, die abspringen, und nur eingeschränkte Möglichkeiten Kosten zu reduzieren, sind ein zerstörerisches Umfeld, das die wachsende, selbstbewusste Gründerszene in Deutschland ausbremst."

Die bisher geplanten Hilfen der Bundesregierung kämen für Startups nicht in Betracht, da sie sich nicht über Bankkredite finanzierten, sondern Investoren Eigenkapital bereitstellten. "Die Regierung vergisst, die Zukunft möglich zu machen. Dabei sind finanzielle Hilfen für Innovationen jetzt wichtiger denn je, um nach der Krise für Wachstum zu sorgen", sagte die FDP-Politikerin.

+++ 24.03.2020: Philologenverband: Zur Not Abitur ohne Abschlussprüfungen möglich +++

Die Vorsitzende des Philologenverbandes hat wegen der möglichen Folgen der Corona-Krise ein Abitur ohne Abschlussprüfungen nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich sehe sie das Abitur nicht in Gefahr, sagte Susanne Lin-Klitzing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). "Je nachdem, wie sich die Corona-Situation entwickelt, können die Prüfungen ja auch einfach etwas später durchgeführt werden", sagte die Vorsitzende der Interessenvertretung der Gymnasiallehrer. Sollte das nicht möglich sein, gebe es Alternativen.

Zwei Drittel der Abiturnote seien bereits durch die Leistungen in den Kursen erbracht. Das letzte Drittel der Note solle eine Prüfungssituation abbilden. "Dafür brauchen wir die Abiturprüfungen aber nicht zwingend. Wir könnten diese Note nämlich auch aus vorherigen Klausurleistungen in den Prüfungsfächern berechnen", sagte Lin-Klitzing und betonte: "Wir können, wenn es notwendig sein sollte, auch ein Abitur ohne eigene Abiturprüfungen hinbekommen."

Dass das Schuljahr wegen Unterrichtsausfalls annulliert werde, schließt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig aus. "Das Schuljahr 2019/2020 wird auf jeden Fall gewertet", sagte die SPD-Politikerin dem RND. Auch sie betrachtet das diesjährige Abitur als gesichert. "Für den Fall, dass Abschlussprüfungen gar nicht durchgeführt werden können, wird es eine entsprechende Regelung geben, bei der die gegenseitige Anerkennung auch gesichert ist", sagte Hubig. Darauf hätten sich die Kultusminister auf ihrer letzten Sitzung geeinigt. Die Schüler sollten durch die besondere Situation keine Nachteile haben.

+++ 24.03.2020: Corona-Patienten aus Italien in Sachsen gelandet +++

Eine Gruppe von in Sachsen zu behandelnden Corona-Patienten aus Italien ist in der Nacht zu Dienstag am Flughafen Leipzig-Halle gelandet. Zwei Rettungsfahrzeuge standen auf dem Flugplatz für den Transport der Patienten ins Krankenhaus bereit.

Am Montag hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) angekündigt, dass Sachsen Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen will. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. "Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können", sagte Kretschmer. Zunächst hatte Kretschmer von sechs Patienten aus Italien gesprochen, am Abend war dann von acht Patienten die Rede, die auf mehrere Kliniken verteilt werden sollen.

Die Patienten waren mit einem Flugzeug der italienischen Luftwaffe nach Deutschland geflogen worden und um etwa 0100 Uhr in der Nacht gelandet, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

Bis Montag waren in Sachsen 865 Infektionsfälle registriert, die meisten in Dresden, Zwickau und Leipzig. Bislang gab es im Freistaat drei Todesfälle durch das neuartige Virus.

+++ 24.03.2020: Altmaier: Hilfsgelder sollen schon kommende Woche bereitstehen +++

Die geplanten Hilfen für die Unternehmen sollen nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sehr schnell fließen. Er hoffe, dass die Gelder in der nächsten Woche zur Verfügung stehen, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen". Er verwies darauf, dass Anfang April für viele wieder Mietzahlungen fällig werden.

Nach dem Kabinettsbeschluss vom Montag soll der Bundestag schon am Mittwoch im Schnellverfahren mehrere Gesetzesvorhaben beschließen und auch eine Notfallregelung für die Schuldenbremse in Kraft setzen, die dem Bund neue Kredite in Höhe von 156 Milliarden Euro ermöglicht.

Der Bund arbeite mit den Ländern unter Hochdruck an einer Vereinbarung über die Umsetzung, sagte Altmaier. Nicht in jedem Bundesland werde die gleiche Behörde zuständig sein. Er hoffe aber, dass man Mitte der Woche sagen könne, wohin man sich in welchem Bundesland mit der Bitte um Hilfen wenden könne. Der Bund setze auf ein unbürokratisches Verfahren und Anträge auf elektronischem Wege. "Wir werden vieles, was an Voraussetzungen notwendig ist, gar nicht sofort überprüfen können und wollen, damit es schneller geht", betonte der Wirtschaftsminister.

+++ 23.03.2020: Erster Corona-Test bei Kanzlerin Angela Merkel negativ +++

Beim ersten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. "Das Testergebnis des heutigen Tests ist negativ", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Weitere Tests werden in den nächsten Tagen durchgeführt."

+++ 23.03.2020: Sachsen nimmt Corona-Opfer aus Italien auf +++

Sachsen will sechs Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen. Das kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag in Dresden an. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. "Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können", sagte Kretschmer. Bis Montag waren in Sachsen 865 Infektionsfälle registriert, die meisten in Dresden, Zwickau und Leipzig.

+++ 23.03.2020: Bundeskabinett sagt Kliniken Milliardenhilfe zu +++

Die deutschen Kliniken sollen mit Milliardenhilfen für besondere Belastungen in der Corona-Krise gewappnet werden. Das sehen Gesetzespläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die das Kabinett am Montag auf den Weg gebracht hat. So soll es für jedes nun frei gehaltene Bett eine Tagespauschale von 560 Euro geben. Für jede neue intensivmedizinische Behandlungseinheit mit künstlicher Beatmung sollen Kliniken 50 000 Euro Bonus bekommen. Um Mehrkosten etwa bei Schutzausrüstung aufzufangen, soll es - für die Zeit von April bis Ende Juni - außerdem einen Zuschlag von zunächst 50 Euro für jeden Patienten geben.

Hintergrund ist, dass die Krankenhäuser planbare Operationen und Neuaufnahmen, wenn medizinisch vertretbar, vorerst aussetzen sollen. Dies soll Kapazitäten freimachen, um für viele Corona-Patienten mit schwereren Krankheitsverläufen vorbereitet zu sein. Außerdem soll die Zahl von bisher 28 000 Intensivbetten verdoppelt werden. Die Hilfen sollen Einnahmeausfälle abfedern und vermeiden, das Kliniken Defizite machen. Der Bund kalkuliert allein für den Ausgleich der Verschiebung planbarer OPs mit möglichen Mehrausgaben von 2,8 Milliarden Euro.

+++ 23.03.2020: Bundeskabinett beschließt beispielloses Hilfspaket +++

Mit einem beispiellosen Hilfspaket unterstützt der Bund Familien, Mieter, Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise. Das Kabinett beschloss am Montag gleich mehrere große Schutzschirme und umfangreiche Rechtsänderungen. Damit die Hilfen rasch ankommen, soll im Schnellverfahren der Bundestag bereits am Mittwoch und der Bundesrat am Freitag den Maßnahmen zustimmen. Für die umfangreichen Hilfen fällt nach sechs Jahren ohne neue Schulden die schwarze Null im Bundeshaushalt - das Kabinett beschloss einen Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von rund 156 Milliarden Euro. Dafür soll der Bundestag am Mittwoch eine Notfallregelung in der Schuldenbremse in Kraft setzen.

Das Hilfspaket umfasst viele Bereiche: Kleine Firmen und Solo-Selbstständige wie Künstler und Pfleger sollen über drei Monate direkte Zuschüsse von bis zu 15 000 Euro bekommen. Über einen Stabilisierungsfonds sollen Großunternehmen mit Kapital gestärkt werden können, der Staat soll sich notfalls auch an den Firmen beteiligen können. Außerdem sollen Vermieter ihren Mietern nicht mehr kündigen dürfen, wenn diese wegen der Corona-Krise ihre Miete nicht zahlen können. Mit erweiterten Regelungen zur Kurzarbeit sollen Unternehmen zudem Beschäftigte leichter halten können, statt sie in die Arbeitslosigkeit zu schicken.

+++ 23.03.2020: Bundesbank rechnet mit ausgeprägter Rezession +++

Die Bundesbank rechnet wegen der Coronavirus-Krise mit einer "ausgeprägten" Rezession in Deutschland. Die Maßnahmen zu Eindämmung der Infektionszahlen hätten massive wirtschaftliche Auswirkungen, hieß es im am Montag veröffentlichten aktuellen Monatsbericht der Notenbank. "Das Abgleiten in eine ausgeprägte Rezession ist nicht zu verhindern." Eine wirtschaftliche Erholung werde erst einsetzen, wenn die Pandemiegefahr wirksam eingedämmt sei.

"Voraussichtlich werden die Auswirkungen der Pandemie die Wirtschaftsleistung mindestens in der ersten Jahreshälfte massiv beeinträchtigen", hieß es im Bericht. Am stärksten betroffen seien eher binnenwirtschaftlich orientierte, konsumnahe Dienstleistungen, die bislang die Konjunktur gestützt haben. Dazu zählt die Notenbank das Gastgewerbe, die Unterhaltungsbranche, aber auch Messebetriebe und Luftfahrtunternehmen. Hinzu kämen auch bei anderen Unternehmen mögliche Arbeits- und Umsatzausfälle infolge von Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen. Zudem dürfte die Nachfrage nach deutschen Exporten in den von der Pandemie besonders betroffenen Ländern erheblich zurückgehen.

+++ 23.03.2020: Bundeswehr kommt im Kampf gegen Corona zum Einsatz +++

Die Bundeswehr hilft bei der Bewältigung der Corona-Krise im Saarland: Drei im Zuge der Amtshilfe genehmigte Abstrich-Stationen sollen wohl am Mittwoch ihren Betrieb aufnehmen, sagte der Sprecher des Landeskommandos Saarland, Oberstleutnant Thomas Dillschneider, am Montag. Die Entnahmestellen werden eingerichtet in Merzig in einer Kaserne, in St. Wendel auf dem Gelände der Heeresinstandsetzungslogistik und in Saarbrücken im öffentlichen Raum. "Über den Ort laufen Abstimmungsgespräche."

+++ 23.03.2020: Sonderkreditprogramm der KfW startet +++

Die Kreditbedingungen seien nochmals verbessert worden. Niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 3 Millionen Euro sollten weitere Erleichterung für die Wirtschaft schaffen. Eine höhere Haftungsfreistellung durch die KfW von bis zu 90 Prozent bei Betriebsmitteln und Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen sollten Banken und Sparkassen die Kreditvergabe erleichtern. Nach Angaben einer KfW-Sprecherin sind die ersten Anträge bei der Förderbank eingegangen und wurden bei Krediten von bis zu 3 Millionen Euro auch bereits automatisiert zugesagt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte: "Wir schützen unser Land, die Beschäftigten und die Unternehmen mit einem beispiellosen Hilfsprogramm. Zusammen mit der KfW sorgen wir dafür, dass die Unternehmen auch in der Krise liquide bleiben."

Die Bundesregierung hatte die unbegrenzten Kreditprogramme bereits angekündigt. Allerdings fordern Wirtschaftsverbände Nachbesserungen. Der am Sonntag bekannt gewordene Schritt der Bundesregierung, bei Kreditsonderprogrammen das Kreditrisiko von 80 auf 90 Prozent zu erhöhen, reiche nicht aus, hieß es etwa von DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Er fordert, dass die Bundesregierung die Hilfskredite zu 100 Prozent absichern müsse. Der Staat sei in der Krise weiterhin kreditwürdig, alle privaten Akteure seien es nicht.

+++ 23.03.2020: Robert-Koch-Institut vorsichtig optimistisch +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass sich der Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland leicht abschwächt. "Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin und berief sich auf tägliche Analysen. Für eine definitive Bewertung sei es jedoch zu früh, wahrscheinlich sei dies erst am Mittwoch möglich.

"Aber ich bin optimistisch, dass diese Maßnahmen schon jetzt sichtbar sind - was sehr früh ist, weil sie ja erst seit einer Woche wirklich gefahren werden", sagte Wieler. Außerdem schließt das RKI demnach aus Handydaten, dass sich die Mobilität in Deutschland zuletzt schon reduziert hat - aber es reiche noch nicht, sagte Wieler. Dieser Effekt werde sich nun aber durch die am Sonntag verkündeten Maßnahmen verstärken.

+++ 23.03.2020: Merkel nimmt per Telefonschalte an Kabinettssitzung teil +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird aus der häuslichen Quarantäne heraus per Telefonschalte an der Sitzung des Bundeskabinetts an diesem Montag teilnehmen. Das sagte ein Regierungssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Wie zuletzt tagen die Ministerinnen und Minister demnach wegen der Corona-Krise nicht wie üblich im Kabinettssaal des Kanzleramts in Berlin, sondern im viel größeren Internationalen Konferenzsaal - so können sie den notwendigen Abstand voneinander einhalten, um Ansteckungen zu verhindern. Merkel hatte sich am Sonntagabend selbst in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt zu einem Arzt hatte, der mittlerweile selbst infiziert ist.

Bei der Kabinettssitzung ab 11.00 Uhr sollten umfangreiche Notpakete für Unternehmen, Beschäftigte und Kliniken beschlossen werden, zudem ein Kündigungsschutz für Mieter, die wegen der Corona-Krise finanzielle Probleme bekommen.

+++ 23.03.2020: Ifo-Institut schätzt Corona-Kosten für Deutschland auf halbe Billion Euro +++

Die Coronavirus-Krise könnte Deutschland nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Jobs kosten. "Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag. "Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro." "Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen", betont Fuest. "Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten." Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs könnten abgebaut werden, mehr als sechs Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen sein.

+++ 23.03.2020: Söder verteidigt Bayerns Alleingang bei Kontaktverbot +++

Nach dem Bund-Länder-Beschluss zu Kontaktverboten im Kampf gegen das Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder das Ausscheren seines Landes verteidigt. Das sei eine "sehr kleine Sache", sagte Söder am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Er habe bereits am Freitag über Ausgangsbeschränkungen entschieden, die Regelung sei "eins zu eins mit Österreich umgesetzt" worden und eine angemessene und notwendige Entscheidung gewesen. Die Betroffenheit der Bundesländer sei unterschiedlich, sagte der CSU-Chef. "Wir haben viel mehr Tote, wir haben höhere Infektionen", sagte er, deshalb müsse er als Ministerpräsident "ein Stück weit schneller reagieren".

Auch bei Schulschließungen sei Bayern "in Stück weit vorangegangen", sagte Söder. "Ich glaube, dass allein die Tatsache, dass wir es am Freitag in Bayern beschlossen haben, über das Wochenende viele, viele Infektionen, die jetzt gekommen wären, verhindert hat." Mit Blick auf mögliche noch strengere Beschränkungen sagte Söder, er hoffe, dass man nun rechtzeitig reagiert habe, aber das könne niemand garantieren. Wichtig sei, gleichzeitig das deutsche Gesundheitssystem hochzufahren. "Wir haben vielleicht das beste der Welt, aber auch das wird überfordert sein, wenn wir jetzt nicht schnell reagieren."

+++ 23.03.2020: Virologin erwartet bald schnellere Coronavirus-Tests +++

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek erwartet noch in diesem Monat einfachere und schnellere Tests auf das Coronavirus. "Was die Tests angeht wird sich die Lage bald entspannen", sagte Ciesek. Ciesek ist eine der führenden Forscherinnen für Sars-CoV-2 in Deutschland und arbeitet am Klinikum der Frankfurter Goethe-Universität. Sie sei sehr hoffnungsvoll, dass es in den kommenden Wochen Tests geben werde, die nicht so anspruchsvolle Laborarbeit erfordern. Verschiedene Firmen hätten schnellere Tests entwickelt, die vielleicht noch im März oder April auf den Markt kämen - zum Beispiel ein System, "mit dem man zum Beispiel in der Notaufnahme in etwa 90 Minuten ein Testergebnis bekommt".

In den USA wurde bereits ein neuer Schnelltest auf Sars-CoV-2 zugelassen. Er soll laut Hersteller Cepheid innerhalb von 45 Minuten eine Infektion nachweisen. In einer Mitteilung der Arzneimittelbehörde FDA hieß es, der Test ermögliche es, "innerhalb von Stunden" Ergebnisse zu bekommen. Cepheid will die Tests ab kommender Woche ausliefern. Er ist für ein Diagnostik-Gerät desselben Herstellers konzipiert.

+++ 22.03.2020: Merkel muss wegen Kontakt zu Corona-Infiziertem in Quarantäne +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

+++22.03.2020: Merkel: Grundgerüst der Corona-Maßnahmen stimmt weitgehend überein +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der Einigung mit den Ländern über massive Einschränkungen der sozialen Kontakte im Kampf gegen die Corona-Epidemie weitgehende Einmütigkeit. Das "Grundgerüst" der Maßnahmen der einzelnen Länder ähnele sich sehr, sagte Merkel am Sonntag in Berlin nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer. Manches werde in den Ländern eben noch spezifisch für die jeweilige Situation geregelt, sagte sie und verwies darauf, dass Länder wie das Saarland Grenzen zu Hochrisikoregionen in Nachbarländern haben. Die Vereinbarung vom Sonntag hätten jedenfalls alle mitgetragen, sagte Merkel weiter.

+++22.03.2020: Bayern setzt Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht um +++

Bayern will das von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Krise vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht übernehmen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus der bayerischen Staatskanzlei.

Im Freistaat würden weiterhin die bereits am Freitag von der Staatsregierung beschlossenen Regelungen gelten, sagte ein Regierungssprecher der dpa in München. Demnach darf weiterhin nur gemeinsam an die frische Luft, wer zu einem Hausstand gehört.Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

Bundesweit schließen müssen jetzt alle Restaurants und Friseure. Darauf verständigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder. "Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet", heißt es in dem Beschluss. Diese Maßnahmen sollen für mindestens zwei Wochen gelten.

+++22.03.2020: Rund 500 Beanstandungen wegen Ausgangsbeschränkungen in Bayern +++

Die meisten Menschen in Bayern haben sich nach einer ersten Bilanz des Landesinnenministeriums an die neuen Vorgaben in der Corona-Krise gehalten. Bis Sonntagnachmittag habe die Polizei landesweit rund 25 000 Kontrollen durchgeführt wegen der Ausgangsbeschränkungen, sagte ein Ministeriumssprecher. Dabei habe es etwa 500 Beanstandungen gegeben.

Seit der Nacht zum Samstag zunächst bis 3. April gelten im gesamten Freistaat weitreichende Ausgangsbeschränkungen, mit deren Hilfe die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden soll. Das Verlassen der Wohnung ist nur noch mit triftigen Gründen erlaubt.

+++22.03.2020: Laschet: "Null-Toleranz" bei Verstößen gegen Kontaktverbot +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat drastische Bußgelder bei Verstößen gegen das Kontaktverbot in der Öffentlichkeit zur Eindämmung des Coronavirus angekündigt. Es könnten Strafen bis zu 25 000 Euro verhängt werden. Es gelte eine "Null-Toleranz-Politik gegen Regelbrecher", sagte Laschet am Sonntag: "Unvernünftige bestrafen - hart und klar."

Der CDU-Vize äußerte sich zugleich skeptisch zum Sinn von Ausgangssperren wie in Bayern. Er halte Kontaktverbote, wie sie mit Bund und Ländern gemeinsam beschlossen worden seien, für zielführender als Ausgangssperren, sagte er in Düsseldorf. Nicht das Verlassen der Wohnung sei die unmittelbare Gefahr, sondern der nahe Kontakt. "Das Ziel, dass Bund und Ländern gemeinsam agieren, ist heute erreicht worden - mit unterschiedlichen Akzenten."

+++22.03.2020: Bund und Länder für Kontaktverbot gegen Coronakrise für mindestens zwei Wochen+++

Die von Bund und Ländern beabsichtigte umfassende Reduzierung sozialer Kontakte im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus soll mindestens zwei Wochen gelten. Das geht aus einem Beschlusspapier von Bund und Ländern hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Berlin vorlag. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten verständigten sich bei einer Telefonkonferenz darauf, Ansammlungen von mehr als 2 Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

+++22.03.2020: Bund und Länder wollen Friseure schließen +++

Bund und Länder wollen im Kampf gegen das Coronavirus unverzüglich Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege schließen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Sonntag vorliegenden Beschluss von Bund und Ländern hervorgeht. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben.

+++22.03.2020: Bund und Länder wollen Restaurants unverzüglich schließen +++

Bund und Länder wollen Restaurants und Gaststätten unverzüglich schließen - wo dies noch nicht der Fall ist. Darauf einigten sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in ihrer Telefonkonferenz. "Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause", heißt in dem Beschluss.

+++22.03.2020: Sachsen verfügt Ausgangsbeschränkung für den gesamten Freistaat +++

Das Land Sachsen verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Von Montag null Uhr an gilt für den gesamten Freistaat eine Ausgangsbeschränkung. Danach ist das Verlassen von Wohnung oder Haus ohne triftigen Grund untersagt, wie Innenminister Roland Wöller (CDU) am Sonntag in Dresden sagte. Wege zur Arbeit und zum Einkaufen bleiben demnach erlaubt.

+++22.03.2020: Kommunen wollen "Hamsterkäufe" unterbinden - "Muss ein Ende haben" +++

Vielen deutschen Supermärkten gehen in der Coronavirus-Krise immer mal wieder vorübergehend Produkte wie Klopapier oder Nudeln aus - die Stadt Hanau sagt jetzt sogenannten "Hamsterkäufen" den Kampf an. Von Montag an dürfen Waren nur noch in haushaltsüblicher Menge an die Kunden abgegeben werden, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Sonntag mitteilte. "90 Prozent der Menschen sind vernünftig, aber der kleine Teil der Unvernünftigen gefährdet zunehmend die Versorgungslage", erläuterte der Rathauschef. Hanau orientiere sich dabei am Landkreis Marburg-Biedenkopf, der eine entsprechende Regelung bereits am Samstag auf den Weg gebracht habe. "Sogenannte Hamsterkäufe sind verboten", heißt es in einer Mitteilung des Kreises Marburg-Biedenkopf vom Samstag.

Er habe am Wochenende mehrere Rückmeldungen bekommen, dass das Kassenpersonal angefeindet werde, wenn es "Hamsterkäufer" um Rücksichtnahme bitte. "Das ist unerträglich und muss ein Ende haben", sagte Kaminsky laut Mitteilung. "Das führt dann auch dazu, dass jene, die sich tagsüber zum Beispiel um Kranke oder unsere Versorgung kümmern, nach Feierabend kein Klopapier mehr bekommen." Hanau begrenzt auch die Zahl von Menschen, die sich gleichzeitig in einem Geschäft aufhalten dürfen.

+++22.03.2020: Laschet und Söder streiten bei Beratungen über Corona-Maßnahmen +++

Bei den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise hat es dem Vernehmen nach einen heftigen Streit zwischen CSU-Chef Markus Söder und NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) gegeben. Laschet habe Söder demnach massiv attackiert, weil dieser bereits am Freitag "ohne Absprache" mit dem Bund und den anderen Ländern eigene Maßnahmen mit Ausgangsbeschränkungen für Bayern verordnet hatte. Söder habe daraufhin damit gedroht, die Schalte zu verlassen. Dies berichtete auch die "Bild"-Zeitung.

Bayern sei über den Verlauf "irritiert", erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen. Laschet habe sich bisher in der Debatte immer sehr zurückgehalten und gezögert, auch als es jüngst um die Schließung von Schulen und Kindergärten gegangen sei. Man vermute daher ein anderes Motiv, es gehe Laschet wohl mehr um seine persönlichen Ambitionen als um die Corona-Krise, hieß es.

Darüber hinaus soll Laschet, so berichten Teilnehmer, in der Telefonkonferenz gemeinsam mit weiteren Bundesländern ein Maßnahmenpapier vorgelegt haben. Dies wurde aber in den Beratungen dem Vernehmen nach nicht weiter verfolgt, da Merkel ihrerseits ein eigenes Papier zur Grundlage machte.

+++22.03.2020: Coronavirus-Infizierte in Unfall verwickelt - Quarantäne-Verstoß +++

Ein Verkehrsunfall einer mit dem Coronavirus infizierten Frau hat für die Polizei in Brandenburg zu einer kritischen Situation geführt. Die Frau erklärte den Beamten am Samstag nach einem nicht von ihr verursachten Zusammenstoß in Müllrose, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die anschließende Unfallaufnahme durch die Beamten sei daher in Vollschutzkleidung erfolgt.

Es habe sich herausgestellt, dass die infizierte Frau widerrechtlich die amtlich verordnete häusliche Quarantäne verlassen habe. Nach einer Information an das Gesundheitsamt sei deswegen Strafanzeige nach dem Infektionsschutzgesetz gegen sie erstattet worden.

Zuvor war ein Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße 87 in den Gegenverkehr geraten und mit dem Auto der Frau kollidiert. Verletzt wurde niemand.

+++22.03.2020: Merkel berät mit Ministerpräsidenten über schärfere Corona-Maßnahmen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten haben am Sonntag ihre Beratungen über weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie begonnen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Teilnehmerkreisen. In der Telefonkonferenz soll es vor allem darum gehen, ob es bundesweite Ausgangsbeschränkungen gibt. Neben Merkel nehmen auch die für den Kampf gegen die Ausbreitung und die Folgen des Coronavirus wichtigsten Minister teil.

So sollen neben Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) auch Innenminister Horst Seehofer (CSU), Außenminister Heiko Maas (SPD), Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) dabei sein.

Einige Bundesländer - allen voran Bayern - haben ihre Bestimmungen bereits verschärft. Wie lange die Beratungen Merkels mit den Regierungschefs der Länder dauern werden, war unklar. Gegen 17.30 Uhr wollte sich Merkel im Kanzleramt zu den Ergebnissen äußern.

+++22.03.2020: Tschechische Grenzen bleiben monatelang dicht +++

Die tschechischen Grenzen sollen wegen der Corona-Gefahr "viele Monate" für Ein- und Ausreisende geschlossen bleiben, mindestens aber ein halbes Jahr. Das sagte der Leiter des tschechischen Coronavirus-Krisenstabs, der Epidemiologe Roman Prymula, am Sonntag im Fernsehsender "Prima". Ausländer dürfen ausreisen, aber nicht wieder einreisen.

+++22.03.2020: Mehr als 28 500 Corona-Infizierte und 1720 Tote in Spanien +++

Im von der Corona-Krise besonders schwer betroffenen Spanien steigt die Zahl der Fälle weiter rasant an. Die Zahl der Infizierten sei auf mehr als 28 500 geklettert, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntagmittag in seiner täglichen Bilanz mit. Das sind 3500 Fälle mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf 1720. Am Samstag waren es in ganz Spanien noch 1326 gewesen. Das ist ein Anstieg der Todesopfer um fast 30 Prozent innerhalb von 24 Stunden.

Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo den amtlichen Angaben zufolge knapp 10 000 Fälle und bereits 1021 Todesopfer verzeichnet wurden. Die Region Madrid funktionierte das Messegelände Ifema am nördlichen Stadtrand der Hauptstadt in ein provisorisches Krankenhaus mit 5500 Betten um. Dort sollen auch Intensivpatienten betreut werden können. Die ersten mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten wurden dort am Sonntag in Empfang genommen.

+++22.03.2020: Risiko-Patienten sollen sich in Großbritannien drei Monate isolieren +++

Bis zu 1,5 Millionen Briten mit Vorerkrankungen sollen sich wegen der Corona-Pandemie zu Hause in eine dreimonatige Isolation begeben. Dazu zählen unter anderem Menschen mit Leukämie, schweren Atemwegserkrankungen wie COPD und Organtransplantierte. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) wird nach Regierungsangaben vom Sonntag die Betroffenen in den nächsten Tagen anschreiben. Wo nötig, könnten die Patienten auch bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten unterstützt werden.

+++22.03.2020: Polizeieinsätze in Thüringen wegen Menschenansammlungen +++

Die Polizei ist in Thüringen in mehreren Orten zu Einsätzen ausgerückt, um die Einschränkungen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus durchzusetzen. Unter anderem in Erfurt, Kahla, Hermsdorf, Leinefelde und Weimar musste sie Menschenansammlungen unterbinden, wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale am Sonntag sagte. So hatten sich in Erfurt am Samstagabend etwa 25 Menschen in einer Bar eingefunden, obwohl Bars wie auch Gaststätten in Thüringen landesweit nicht mehr öffnen dürfen. Der Verantwortliche für das Treffen sei belehrt worden, die Teilnehmer hätten den Raum wieder verlassen. Der Hinweis auf die Menschen in der Bar war anonym an die Polizei gegangen.

Auch in Gartenanlagen oder Garagenkomplexen in Thüringen seien private Treffen mit jeweils mehreren Menschen beendet worden. Die meisten Menschen hätten sich nach einer Belehrung einsichtig gezeigt, sagte ein Polizeisprecher. "Das hält sich im Rahmen." In Weimar allerdings handelten sich vier 16 bis 34 Jahre alte Männer wegen wiederholter Ansammlung im Freien Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ein.

+++22.03.2020: Neun Tote in Pflegeheim - Uniklinik nimmt Einrichtung in Schutz +++

Das Universitätsklinikum Würzburg hat ein Pflegeheim in Schutz genommen, in dem neun Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. "Die Infektionswelle hat die Altenpflegeeinrichtung getroffen, als Covid-19 in Deutschland noch eine Rarität war", heißt es in einer Mitteilung vom Samstagabend. Alle hygienisch notwendigen Maßnahmen würden ergriffen - "aber natürlich ist der Kampf der Ärzte und des Pflegepersonals gegen die Krankheit in einem Pflegeheim noch weitaus schwieriger als in den rund um die Uhr mit ärztlichem und pflegerischem Fachpersonal für Infektionskrankheiten ausgestatteten Kliniken".

Auf der Infektionsstation der Uniklinik werden demnach derzeit fünf Patienten aus dem Heim behandelt. Zehn weitere Bewohner des Heimes seien positiv getestet und bedürften umsichtiger Pflege. "Wir stehen bereit, wenn eine stationäre Behandlung notwendig wird, aber Hut ab vor dem Team des Pflegeheimes, das solche Leistungen erbringt, stets selbst auch bedroht von der Infektion, die aber bei Jüngeren meist nicht so schwer verläuft", sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Georg Ertl, laut Mitteilung.

+++22.03.2020: Landkreise stemmen sich gegen Spahn-Pläne für Infektionsschutz-Reform +++

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gerät wegen seiner Pläne für eine Reform des Infektionsschutzgesetzes in die Kritik. Der Deutsche Landkreistag warf Spahn vor, sich im Zuge der Coronavirus-Krise weitgehende Kompetenzen im Bereich der Länder und Kommunen beim Infektionsschutz sichern zu wollen. Präsident Reinhard Sager sagte am Sonntag in Berlin, Landkreise und Länder gäben ihr Bestes, in der schwierigen Lage abgestimmt und konsequent zu handeln. Die dezentralen Strukturen funktionierten. "Eine Änderung von Zuständigkeiten würde in der Krisensituation eher verunsichern, weil sich neue Abläufe erst einspielen müssen."

Der Entwurf eines Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite soll am Montag Teil der Krisenbeschlüsse des Bundeskabinetts sein. Unter anderem sollen dabei Befugnisse des Bundes zulasten von Ländern und Kommunen ausgeweitet werden. Den Gesundheitsbehörden soll nach Spahns Vorlage auch die Befugnis eingeräumt werden, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln.

+++22.03.2020: Bundesamt: Staatliche Nahrungsmittelreserven werden nicht angetastet +++

Trotz Hamsterkäufen wegen der Coronavirus-Krise ist die Lebensmittelversorgung in Deutschland aus Sicht des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nicht gefährdet. Es gebe im Moment auch "keine Planung, die staatlichen Nahrungsmittelreserven in irgendeiner Form anzutasten", sagte der Präsident des Bundesamtes, Christoph Unger, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Auch die Wasser- und die Stromversorgung seien nicht gefährdet.

Unger riet von Hamsterkäufen ab. "Vorratshaltung ist gut, Hamstern ist unsinnig", sagte er der Zeitung - auch wenn es natürlich mal vorkommen könne, dass es keine Backhefe oder kein Mehl gebe.

+++22.03.2020: Corona-Krise: Regierung plant Nachbesserungen bei Kreditprogramm +++

Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise Nachbesserungen bei Kredit-Sonderprogrammen für mittelständische und große Unternehmen. Demnach soll die staatliche Förderbank KfW bei Betriebsmittelkrediten statt wie bisher 80 Prozent nun 90 Prozent des Kreditrisikos übernehmen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums erfuhr.

+++22.03.2020: Trump will Malaria-Medikament für Covid-19-Behandlung einsetzen +++

US-Präsident Donald Trump wirbt mit Nachdruck für den Einsatz eines Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Der Wirkstoff Chloroquin könne in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin "einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein", warb Trump. Die Kombination solle "SOFORT" eingesetzt werden, forderte er am Samstag über Twitter. "Was haben wir zu verlieren?" fragte er im Anschluss bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Kritiker warnten jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bemühte sich im Weißen Haus dann auch, Trumps Begeisterung etwas zu relativieren: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments, aber keine ernsthaften klinischen Studien. Fauci zufolge gehe es nun darum, das Medikament kontrolliert und begrenzt einzusetzen, um Daten über die Wirksamkeit zu gewinnen.

Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin plant, das Medikament im Kampf gegen Corona-Erkrankungen an Menschen zu testen. Zumindest im Reagenzglas wirke das Malaria-Medikament auch gegen das Virus Sars-CoV-2, wie Institutsleiter Peter Kremsner am Mittwoch erklärt hatte. In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamenten bekommen hätten. "Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet", sagte Kremsner.

Suche

Das neuartige Coronavirus hält mittlerweile die ganze Welt in Atem.

Bild: dpa

+++22.03.2020: US-Experten: Jetzt schon mehr als 300 000 Corona-Fälle weltweit +++

Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten schon mehr als 300 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Fast 13 000 Menschen seien an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, betonten die Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins. Insgesamt gab es demnach bis Samstagabend (Ortszeit) mehr als 303 000 mit dem Coronavirus Infizierte. Zwei Drittel der gemeldeten Covid-19-Fälle entfielen demnach auf nur sechs Länder: China, Italien, Spanien, die USA, Deutschland und den Iran.

Die Webseite der Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte am Samstag noch von 266 000 Erkrankungen und mehr als 11 000 Toten gesprochen.

In den USA ist die Zahl bekannter Erkrankungen innerhalb einer Woche um mehr als das Zehnfache in die Höhe geschnellt. Inzwischen gibt es dort Johns Hopkins zufolge mehr als 24 000 Fälle.

In Deutschland gab es bis Samstagnachmittag mehr als 21.600 bekannte Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Das ging aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigte.

+++22.03.2020: Italien schließt gesamte nicht lebensnotwendige Produktion +++

Die italienische Regierung lässt im Zuge der Coronavirus- Pandemie alle nicht lebensnotwendigen Produktionsaktivitäten schließen. Davon seien unter anderem Supermärkte, Banken, Post und Apotheken ausgeschlossen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Samstagabend. Er sprach von der "größten Herausforderung nach dem Zweiten Weltkrieg". "Wir haben beschlossen, jede produktive Tätigkeit zu schließen, die nicht entscheidend und unerlässlich dafür ist, uns essenzielle Güter und Dienstleistungen zu garantieren."

Das Land hatte am Samstag an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet und damit so viele wie nie seit dem Ausbruch des Virus im Land. Bisher starben 4825 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Das sind 793 mehr als am Vortag. Besonders stark betroffen ist die nördliche Region Lombardei, wo das Virus Ende Februar ausgebrochen war und die Krankenhäuser mittlerweile vor dem Kollaps stehen.

+++21.03.2020: Prüfungen bei Hartz IV sollen ausgesetzt werden +++

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will in der Coronavirus-Krise bei einem Hartz-IV-Antrag die Vermögensprüfung für ein halbes Jahr aussetzen. "Wir sorgen jetzt dafür, dass die aufwendige Vermögensprüfung für sechs Monate ab dem 1. April entfällt", sagte Heil der "Bild am Sonntag". "Außerdem kann jeder weiter in seiner Wohnung bleiben." Die Leistungen der Grundsicherung würden schnell und unbürokratisch gewährt. "Das hilft erst einmal, um nicht ins Bodenlose zu stürzen."

Das Bundesarbeitsministerium rechnet in der Krise mit bis zu 1,2 Millionen zusätzlichen Beziehern der Grundsicherung. In einem Gesetzentwurf, der gemeinsam mit einer Vielzahl weiterer Gesetze in der kommenden Woche beschlossen werden soll, heißt es nach Angaben der Zeitung, allein bis zu 700 000 Solo-Selbstständige und bis zu 300 000 Selbstständige mit Angestellten kämen für eine Antragstellung in Frage. Für den Bundeshaushalt und die Kommunen bedeute das knapp 10 Milliarden Euro Mehrkosten.

+++21.03.2020: Baden-Württemberg will Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen +++

Baden-Württemberg will schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich in Kliniken aufnehmen. Dafür habe das Gesundheitsministerium die Krankenhäuser im Südwesten gebeten, freie Beatmungsbetten zu melden, berichtete die "Schwäbische Zeitung" (Samstag). "Herr Ministerpräsident Kretschmann hat die Unterstützung Baden-Württembergs zugesagt", heißt es demnach aus einem Schreiben an die Kliniken, das der Zeitung vorliege. Ein Regierungssprecher bestätigte am Samstag auf Anfrage, das Gesundheitsministerium sei beauftragt worden, mit der Bitte auf die Krankenhäuser zuzugehen. Die Kliniken sollten durch die Versorgung der Menschen aber nicht in Nöte geraten. "In einer Krise ist Solidarität gefragt - aber im Rahmen des Möglichen."

+++21.03.2020: Scholz zu Ausgangssperren: Alle haben Bedürfnis nach frischer Luft +++

Vizekanzler Olaf Scholz hofft darauf, dass Ausgangssperren in der Corona-Krise nicht zwingend werden. "Gerade in der gegenwärtigen Situation haben alle ein Bedürfnis nach frischer Luft", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Im Kampf gegen die Krise geht es jetzt ja nicht um Gesten. Sondern um Maßnahmen, die helfen. Ich zumindest hoffe, dass uns der Gang in die Natur nicht verwehrt wird - in einer Zeit, in der die meisten Freizeitbeschäftigungen wegfallen."

Die allermeisten Bürger hätten hoffentlich verstanden, worum es jetzt gehe, sagte Scholz. "Vielleicht können wir die Übrigen ein wenig anstupsen, sich zusammenzureißen, damit wir uns alle vor weiteren Einschränkungen der Freiheit schützen." Corona-Partys bezeichnete der Minister demnach als "schlechten Witz".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will an diesem Sonntag mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Anti-Corona-Maßnahmen beraten. Dabei stehen auch Ausgangssperren im Raum. Einzelne Länder wie Bayern sind mit Beschränkungen bereits vorgeprescht.

+++21.03.2020: Über 6700 Corona-Infektionen in NRW - erneut deutlicher Anstieg +++

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen erneut deutlich gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Samstag (Stand 11.30 Uhr) gab es in NRW 6740 nachgewiesene Fälle. Das ist im bevölkerungsreichsten Bundesland ein Zuwachs von mehr als 1000 im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der erfassten Todesfälle in NRW stieg um 6 auf 23.

Weiterhin meldet der Kreis Heinsberg die meisten Infektionen: Die Zahl erhöhte sich innerhalb von 24 Stunden leicht von 874 auf jetzt 916. In Köln gab es 629 Fälle, am Vortag waren es 521. Coronavirus-Infektionen melden inzwischen alle 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW. Das Ministerium betonte, die Entwicklung sei dynamisch. Die Zahlen basierten auf aktuellen behördlichen Meldungen, die das Ministerium erhalte.

+++21.03.2020: NRW-Ministerin kritisiert Söder für Vorpreschen in Corona-Krise +++

Mit scharfer Kritik hat Nordrhein-Westfalens Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf die nicht abgestimmten Entscheidungen in der Corona-Krise reagiert. "Wir haben uns verständigt mit 15 anderen Bundesländern, einschließlich Bayern, dass wir hier gemeinsam einen Weg gehen. Jetzt ist Bayern vorzeitig ausgeschert, wir wollten uns ja noch das Wochenende anschauen, den Samstag, und dann am Sonntag entscheiden, wie es weitergeht", sagte Gebauer im RTL-Nachtjournal in der Nacht auf Samstag. "Ich finde auch, wenn man Vereinbarungen getroffen hat, sollte man sich daran halten." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Freitag angekündigt, dass das Verlassen der eigenen Wohnung ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt sei.

+++21.03.2020: Corona-Zahlen in Spanien klettern: 25 000 Infizierte, 1300 Tote +++

In Spanien steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle weiter drastisch an. Bis zum Samstagmittag meldete das Gesundheitsministerium fast 25 000 Infizierte - 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 1300 nach 1000 am Freitag. Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo fast 9000 Fälle und 800 Todesopfer verzeichnet wurden. Das örtliche Verkehrsministerium kündigte an, ab sofort auch Linienbusse zum Transport der Kranken einzusetzen.

Die Intensivstationen einiger Krankenhäuser seien bereits am Limit, zitierte das spanische Fernsehen die Behörden. In Spanien herrscht seit einer Woche eine landesweite Ausgangssperre. Sie soll zunächst für 15 Tage gelten, könnte aber vom Parlament verlängert werden. Die Behörden hoffen, dass die Ansteckungswelle bald ihren Höhepunkt erreicht und sich die Entwicklung dann verlangsamt.

+++21.03.2020: Hermes führt kontaktlose Paketannahme ein +++

Der Versandlogistiker Hermes hat wegen der Gefahren durch das Coronavirus ein neues Verfahren bei der Annahme von Paketen entwickelt, das ohne direkten Kontakt mit Zusteller und Scanner auskommt. Das teilte Hermes am Samstag in Hamburg mit. Der Empfänger muss nun das Paket nicht mehr auf einem Scanner quittieren, sondern auf dem Paket selbst. Der Zusteller fotografiert die Unterschrift mit dem Zustellcode auf dem Paket, so dass die Zustellung rechtssicher dokumentiert ist. Damit könnten Zusteller und Kunde auf Abstand bleiben und seien besser geschützt. Zudem könnten die Kunden schon bisher die Zustellung an Ablageorten wie auf der Terrasse oder vor der Wohnungstür wählen.

+++21.03.2020:Abstand halten: Polizei kommuniziert über Lautsprecher +++

Abstand halten und Kontakt vermeiden, heißt es angesichts der Corona-Pandemie - das gilt auch für die Polizei. "Abstand ist Anstand", schreibt das Polizeipräsidium Mittelfranken am Samstag auf Twitter. Dadurch sollen die Beamten geschützt werden und weiterhin einsatzbereit bleiben. Deswegen würde man in Zukunft womöglich über die Außenlautsprecher kommunizieren und die Fenster oben lassen.

+++21.03.2020: Verstöße gegen Ausgangsbeschränkung im Saarland +++

Die Polizei im Saarland hat erste Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung festgestellt, die zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verfügt worden ist. In der Nacht zu Samstag habe es etwa 20 Verstöße gegeben, sagte ein Polizeisprecher in Saarbrücken. Es habe sich meist um Jugendliche gehandelt, die sich versammelt hätten. Sie seien größtenteils uneinsichtig gewesen. Die Grüppchen hätten dann aber aufgelöst werden können.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatte das Saarland eine Ausgangsbeschränkung verfügt: Seit Samstag 0 Uhr dürfen die Saarländer demnach die eigene Wohnung nur noch verlassen, wenn sie dafür einen triftigen Grund haben. Das hatte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Freitag angekündigt. Zu den triftigen Gründen gehörten der Weg zu Arbeit, notwendige Einkäufe oder Arztbesuche. Auch gemeinsame Spaziergänge etwa in der Familie mit Abstand zu anderen bleiben weiter möglich.

+++21.03.2020:Mietern soll in Krise nicht gekündigt werden dürfen +++

Mietern soll wegen Mietschulden in der Corona-Krise nicht gekündigt werden dürfen. Das sieht eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft vor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

+++21.03.2020: Bundesregierung plant Neuverschuldung von 150 Milliarden Euro +++

Zur Linderung der Folgen der Corona-Pandemie plant die Bundesregierung in diesem Jahr eine Neuverschuldung von insgesamt 150 Milliarden Euro. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstagmorgen aus Koalitionskreisen. Zuvor hatte der Deutschlandfunk darüber berichtet.

Nach dpa-Informationen plant die Bundesregierung einen Nachtragshaushalt für 2020. Sie will auch die Notfallregelung in der Schuldenbremse ziehen. So soll ermöglicht werden, dass sich der Bund in der Corona-Krise deutlich höher verschuldet als bisher erlaubt. Über die Höhe eines Nachtragshaushaltes war am Freitag noch nicht endgültig entschieden, im Gespräch war zunächst ein Volumen zwischen 60 und 100 Milliarden Euro.

+++21.03.2020: Landeskriminalamt warnt in Corona-Krise vor Betrügern +++

Niedersachsens Landeskriminalamt (LKA) warnt vor Kriminellen, die aus der Corona-Krise Profit schlagen wollen. Die Betrüger suchten nach Ängsten in der Bevölkerung, sagte LKA-Sprecherin Katrin Gladitz der "Braunschweiger Zeitung" (Samstag). "Corona löst derzeit natürlich die größten Sorgen aus. Die Betrüger sind kreativ."

So habe das LKA einen Fakeshop im Internet im Blick, der angebliche Schutzmasken verkaufe. "Bisherige Kontaktaufnahmen zum Provider waren nicht erfolgreich", erklärte Gladitz. Ebenso warnt das LKA vor falschen Polizisten: "Die Täter geben vor, von der Polizei oder vom Gesundheitsamt zu sein. Man müsse angeblich einen Abstrich machen oder man werde angeblich unter Quarantäne gestellt", berichtete die LKA-Sprecherin. Echte Mitarbeiter der Gesundheitsämter und auch Polizisten würden sich ausweisen, stellte Gladitz klar.

Schon das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte vor Betrügern gewarnt, die Schutzanzüge und Mundschutz tragen und versuchen, sich Zutritt zu Häusern und Wohnungen zu verschaffen. Sie sollen unter anderem im Landkreis Nienburg unterwegs gewesen sein.

+++21.03.2020: Ausgangsbeschränkung: Polizei stellt in Bayern kaum Verstöße fest +++

Seit Samstag gelten in ganz Bayern zur Eindämmung des Coronavirus weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Ab Mitternacht wurden zahlreiche Kontrollen zur Einhaltung der Maßnahmen durchgeführt - dabei wurden nach Angaben der Polizeipräsidien vom Samstagmorgen nur wenige Verstöße festgestellt.

Im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz zum Beispiel registrierten Beamte drei Verstöße. In Unterfranken stellte die Polizei mehrere Verstöße fest: Fünf Jugendliche hätten in einem Bauwagen einen Geburtstag gefeiert; drei weitere Personen fielen auf, die um ein Lagerfeuer saßen und tranken. In allen Fällen erhalten die Beteiligten eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung.

Am Freitag hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, dass ab Samstag Ausgangsbeschränkungen für Bayern gelten. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch mit triftigen Gründen erlaubt. Die Ausgangsbeschränkungen gelten zunächst bis zum 3. April.

+++21.03.2020: Mediziner: Immer mehr Jüngere Corona-Patienten auf Intensivstation +++

Auf den Intensivstationen auch in Deutschland werden immer öfter junge mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt. Das habe sich in Italien gezeigt - und "das ist ein Bild, das sich auch in Deutschland ergibt", sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. "Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation."

Wendtner hatte in der Schwabinger Klinik Ende Januar bereits die ersten mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Patienten in Deutschland behandelt. "Auch ein junger Patient ist nicht gefeit davor, einen schweren Verlauf zu haben", warnte der Mediziner. "Das soll wachrütteln, dass man sich an die Hygienevorschriften und Regelungen hält." Die Gefahr durch das neuartige Virus sei anfangs unterschätzt worden - von der Politik wie auch von der Wissenschaft, räumte der Mediziner ein.

+++20.03.2020: Corona-Krise: Sextoys und Kondome stark gefragt +++

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, halten sich die Menschen vor allem zuhause auf - und decken sich mit Sextoys und Kondomen ein. Der Kondomhersteller Ritex etwa teilte mit, dass im Vergleich zum Vorjahresmonat doppelt so viele Kondome gekauft wurden. "Besonders stark haben sich Großpackungen verkauft." Gleitgel werde ebenfalls mehr nachgefragt. Auch der Berliner Hersteller Einhorn teilte mit, dass deutlich mehr der fairen Kondome gekauft würden.

Auch Sexspielzeug wird seit dem Ausbruch der Pandemie beliebter. Die Bestellzahlen bei dem Online-Erotikshop "Eis.de" steigen eigenen Angaben zufolge parallel zum Auftauchen des Coronavirus. Besonders nachgefragt seien aktuell Druckwellen-Vibratoren. Auch im Onlineshop von Orion ist mehr los seit der Corona-Krise, sagte eine Sprecherin.

+++20.03.2020: Erster Todesfall nach Coronavirus-Infektion in Brandenburg +++

In Brandenburg ist erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Ein 81 Jahre alter Mann sei am späten Freitagabend in einer Klinik in Hennigsdorf gestorben, teilte der Landkreis Oberhavel am späten Freitagabend mit. Der Mann sei zuvor mit schwersten Vorerkrankungen in das Krankenhaus eingeliefert und palliativmedizinisch versorgt worden. Ob er an Covid-19 oder einer anderen Krankheit starb, sei daher unklar - ebenso wie die Frage, wo er sich mit Sars-CoV-2 angesteckt hatte.

Auch Thüringen, Sachsen und Berlin meldeten am Freitag den jeweils ersten toten Menschen mit einer Coronavirus-Infektion in ihren Ländern.

+++ 20.03.2020: Neun Coronavirus-Todesfälle in Würzburger Pflegeheim +++

In einem Würzburger Pflegeheim sind nach Coronavirus-Infektionen neun Menschen gestorben. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Landesamts für Gesundheit (LGL) am Freitag auf Anfrage. Die Leiterin der Würzburger Altenpflegeeinrichtung sagte der Deutschen Presse-Agentur, alle Verstorbenen hätten Vorerkrankungen gehabt und seien über 80 Jahre alt gewesen. Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer Covid-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause.

Eine Evakuierung des Heims ist nach Angaben des Landesamts derzeit "aus fachlichen Gründen nicht angezeigt".

Seit dem ersten Todesfall gelten in dem Heim laut dem Landesamt besondere Schutzvorkehrungen. So gelte seit 12. März ein striktes Besuchsverbot. Die Bewohner würden isoliert und dürften ihre Zimmer nicht verlassen. Die Patientenräume würden von Pflegekräften nur in Schutzanzügen und mit Atemschutzmasken betreten.

Auch Reinigungskräfte trügen Schutzkleidung. Weil infiziertes Personal vorübergehend in Quarantäne zu Hause bleiben müsse, würden Mitarbeiter aus anderen Einrichtungen des Heimträgers in dem Haus eingesetzt, sagte die Heimleiterin. Wie das Virus in die Einrichtung gekommen ist, lasse sich nicht mehr nachvollziehen.

+++ 20.03.2020: Auch kommunale Versorger verzichten in Corona-Krise auf Stromsperren +++

Viele Strom- und Gasanbieter in Deutschland verzichten in der Coronavirus-Krise darauf, säumigen Kunden die Energieversorgung abzustellen. Bei den kommunalen Unternehmen würden bei Zahlungsrückständen "fast ausnahmslos" keine Unterbrechungen der Strom-, Gas- und Wasserversorgung in Privathaushalten mehr vorgenommen, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels dem "Tagesspiegel". Das habe eine Abfrage bei den Mitgliedsunternehmen ergeben. Große Versorger wie Eon und die Tochter Innogy sowie EnBW hatten bereits am Mittwoch angekündigt, Strom- und Gasanschlüsse auch bei Zahlungsrückständen nicht mehr abzudrehen.

+++ 20.03.2020: Müller: Berlin plant härtere Einschränkungen für öffentliches Leben +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat angekündigt, dass es auch für die Hauptstadt härtere Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Krise geben wird. Der Senat solle vorbereiten, dass es zu Restaurantschließungen komme, sagte er in der rbb-"Abendschau" am Freitagabend. Bislang müssen diese Lokale ab 18.00 Uhr zumachen. Künftig solle es dann nur noch Abhol- und Lieferdienste geben. Auch Versammlungen unter 50 Menschen sollten untersagt werden, kündigte Müller an.

Einige Bürger hätten immer noch nicht verstanden, dass Deutschland in einer Krisensituation sei, kritisierte der Regierungschef. Auch Berlin werde deshalb zu härteren Maßnahmen kommen. Müller betonte zugleich, er hoffe, dass Ausgangssperren über Monate hinweg vermieden werden können. Die Maßnahmen sollten in enger Abstimmung mit Brandenburg erfolgen.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schränken mehrere Bundesländer das öffentliche Leben bereits noch einmal drastisch ein. Am weitesten gehen dabei Bayern und das Saarland: Dort treten an diesem Samstag Ausgangsbeschränkungen in Kraft, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

+++ 20.03.2020: WHO will auch bei WhatsApp über Coronavirus informieren +++

Die Weltgesundheitsorganisation WHO will auch den Chatdienst WhatsApp nutzen, um Zugang zu Informationen über das neuartige Coronavirus zu ermöglichen. In dem Messenger soll es unter anderem aktuelle Nachrichten, Hinweise zu Symptomen und Schutzmaßnahmen sowie Lageberichte geben, wie die WHO und die WhatsApp-Mutter Facebook am Freitag mitteilten. Den Service soll man über einen Link erreichen, der einen WhatsApp-Chat öffnet. WhatsApp ist ein führender Chatdienst mit mehr als zwei Milliarden Nutzern.

+++ 20.03.2020: Bis zu 800 Mitarbeiter für Corona-Klinik auf Berliner Messe nötig +++

Für das in einer Berliner Messehalle geplante Corona-Behandlungszentrum werden Hunderte Mitarbeiter benötigt. Er rechne damit, dass 600 bis 800 Kräfte mit verschiedenen Qualifikationen, darunter Ärzte und Pflegekräfte, für den Schichtdienst erforderlich seien, sagte Projektleiter Albrecht Broemme am Freitag. Bisher gebe es 30 bis 40 freiwillige Meldungen etwa von Menschen im Ruhestand, obwohl bisher kein öffentlicher Aufruf gestartet wurde. Dies soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen. In der nächsten Woche soll Broemme zufolge der Innenausbau beginnen, um die Messehalle zum Krankenhaus mit bis zu 1000 Betten umzufunktionieren. Zu den Kosten konnte der Ex-Chef des Technischen Hilfswerks noch keine Angaben machen.

+++ 20.03.2020: Hamburg erlässt weitere Beschränkungen im Kampf gegen Corona-Pandemie +++

Hamburg erlässt zur Eindämmung des Coronavirus weiterreichende Beschränkungen. Alle Restaurants werden geschlossen und Ansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt, wie Bürgermeister Peter Tschentscher am Freitag nach einer Senatssitzung mitteilte. Ausnahmen gelten demnach für Lieferdienste sowie für Familien oder Gruppen von Berufstätigen.

+++ 20.03.2020: Niedersachsen schließt Restaurants und Cafés +++

Niedersachsen schließt zur Bekämpfung der Corona-Epidemie ab Samstagabend alle Restaurants und Cafés. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag in Hannover an. Der Außer-Haus-Verkauf von Speisen soll allerdings weiter möglich bleiben. Ähnliche Maßnahmen wurden zuvor auch in anderen Bundesländern beschlossen.

+++ 20.03.2020: Corona-Krise: Bayern will Pfleger aus Rente zurückholen +++

Bayern will in der Corona-Krise Krankenschwestern und Pfleger aus dem Ruhestand zurückholen. "Wir werden jede helfende Hand brauchen", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Freitag in München. Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sollen Pfleger und Krankenschwestern in Teilzeit zudem überlegen, ob sie die Arbeitszeit aufstocken können. "Schon heute wissen wir, dass wir mit einer steigenden Zahl, vielleicht sogar mit einer dramatisch steigenden Zahl, rechnen müssen", sagte Sibler. "Die Herausforderungen werden in den nächsten Tagen und Wochen nochmal unendlich steigen."

+++ 20.03.2020: Rheinland-Pfalz untersagt Versammlungen von mehr als fünf Menschen +++

Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung verschärft im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Einschränkungen für das öffentliche Leben. Sie ordnete am Freitag die Schließung von Gaststätten an und untersagte Versammlungen von mehr als fünf Menschen.

+++ 20.03.2020: Baden-Württemberg schränkt öffentliches Leben weiter ein +++

Baden-Württemberg schränkt das öffentliche Leben wegen des Coronavirus weiter ein. Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen mit mehr als drei Personen sind nicht mehr erlaubt, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Stuttgart sagte. Ausnahmen gebe es für Familien und Paare.

+++ 20.03.2020: Frau flüchtet mit gestohlenem Toilettenpapier aus Drogerie +++

Mit über 30 Packungen feuchtem Toilettenpapier, Desinfektionstüchern und -spray ist eine Frau aus einer Drogerie in Rheinland-Pfalz geflüchtet. Zuvor habe eine Mitarbeiterin des Marktes in Oppenheim (Landkreis Mainz-Bingen) der Kundin erklärt, dass ihr nur eine geringere Menge verkauft werden dürfe, teilte die Polizei am Freitag mit. Ohne zu bezahlen lief die 37-Jährige daraufhin am Donnerstagnachmittag davon. Am Abend meldete sie sich freiwillig bei der Polizei und gab die Sachen ab.

+++ 20.03.2020: Lebensmittelhändler planen keine Öffnung am Sonntag +++

Trotz des durch die Coronavirus-Krise ausgelösten großen Kundenansturms wollen die führenden deutschen Lebensmittelhändler ihre Geschäfte vorläufig nicht am Sonntag öffnen. Bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bekräftigten Edeka, Rewe, Aldi und Lidl am Freitag, dass vorläufig keine Ausweitung der Geschäftszeiten geplant sei.

Sollte sich die Versorgungssituation unerwartet verschärfen, sind die Handelsketten aber offensichtlich bereit, ihre Position zu überdenken. Mehr zum Thema Sonntagsöffnungen während der Corona-Krise erfahren Sie hier!

+++ 20.03.2020: Bremen schränkt Gaststättenbetrieb ein - Keine Speisen im Lokal +++

Bremen folgt dem Beispiel anderer Bundesländer und untersagt wegen der Corona-Krise von Samstag an die Einnahme von Speisen in Gaststätten. Das kündigte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Bremen an. Dies bedeute nicht, dass die Betriebe schließen müssten. "Es gibt nur keine Möglichkeit mehr, in den Lokalen zu speisen." Bislang war dies noch bis 18.00 Uhr möglich. Die Restaurants könnten weiter Speisen verkaufen und ausgeben.

Zurückhaltend äußerte sich Mäurer zu einem Vorstoß Bayerns für weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Er halte es für notwendig, dass derartige Entscheidungen im Konzert aller Länder organisiert würden und nicht ein einzelnes Land vorangehe.

+++ 20.03.2020: EU-Kommission lockert wegen Corona-Krise Haushaltsregeln +++

Angesichts der erwarteten Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Pandemie lockert die EU-Kommission die Haushaltsregeln. "Heute, und das ist ganz neu, aktivieren wir die allgemeine Ausweichklausel", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Nationale Regierungen dürften nun unbegrenzt in die Wirtschaft investieren.

+++ 20.03.2020: Medien-Bericht: Mehr als 120 Corona-Fälle bei Landespolizeien +++

Die Ausbreitung des Coronavirus trifft einem Medienbericht zufolge die Polizeien der Bundesländer. Mehr als 120 Beamte sind infiziert, wie die "Welt" (Freitag) auf Basis einer Umfrage unter den Ländern berichtet. Insgesamt befinden sich der Auswertung zufolge mindestens 1500 Polizistinnen und Polizisten aktuell in häuslicher Quarantäne. Aus Sachsen-Anhalt lagen zunächst keine Zahlen vor.

Demnach ist vor allem die Polizei in Baden-Württemberg mit 30 positiv getesteten Beamten betroffen. Knapp 1000 Polizisten befinden sich dort in Quarantäne. Rheinland-Pfalz meldete 23 Corona-Fälle, Bayern 22. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen wollten dem Bericht zufolge zunächst keine genauen Zahlen nennen, bestätigten aber "eine zweistellige Zahl" infizierter Beamter. Mehrere Länder gaben an, dass sie in den kommenden Tagen weitere Personalausfälle erwarten.

In der Folge sorgt die Corona-Krise in einigen Bundesländern für Einschränkungen im Polizeidienst. Im Saarland etwa seien "einige kleinere Polizeiposten" geschlossen worden, in Thüringen würden "verkehrslenkende Maßnahmen" reduziert, heißt es in dem Bericht. In mehreren Bundesländern wurden zudem Aus- und Fortbildungen vorerst ausgesetzt. Zuvor hatte bereits auch die Bundespolizei angekündigt, dass in ihren Ausbildungszentren kein Unterricht mehr stattfindet.

+++ 20.03.2020: Auch Rheinland-Pfalz berät über neue Einschränkungen in Corona-Krise +++

Auch die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat am Freitag Beratungen über eine Verschärfung der Bestimmungen in der Corona-Krise aufgenommen. "Die Erfahrungen der vergangenen Tage haben gezeigt, dass die Appelle allein nicht die notwendige Wirkung erzielt haben", teilte die Staatskanzlei in Mainz mit. Daher seien weitergehende Maßnahmen geplant. "Das scharfe Schwert einer allgemeinen Ausgangssperre" werde zunächst aber noch nicht eingesetzt.

Die Staatskanzlei lud zunächst zu einer Pressekonferenz vor Ort ein, teilte später aber mit, dass Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) und Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) die Öffentlichkeit nur über Internet und live im SWR über die zusätzlichen Maßnahmen unterrichten wollten (14.00 Uhr). Dreyer habe "möglicherweise mittelbaren Kontakt mit einer infizierten Person" gehabt, erklärte die Staatskanzlei. Daher müssten ab sofort alle Menschen Mundschutz tragen, wenn sie in näheren Kontakt zu ihr träten.

+++ 20.03.2020: Corona-Krise: Saarland will Ausgangsbeschränkung erlassen +++

Das Saarland will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Gaststätten schließen und eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Das werde Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) noch am Freitag dem Kabinett zum Beschluss vorschlagen, teilte die Staatskanzlei in Saarbrücken mit.

+++ 20.03.2020: Bei Verstößen gegen Corona-Maßnahmen: Bußgelder bis zu 25.000 Euro möglich +++

Was passiert, wenn Bürger gegen die von Söder verkündeten Corona-Maßnahmen verstößt? "Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Bußgelder bis zu 25.000 Euro möglich." Das erklärte Innenminister Joachim Herrmann am Freitag.

+++ 20.03.2020: Ausgangsbeschränkungen! Söder verkündet neue Corona-Maßnahmen +++

Ab 0 Uhr heute wird es grundsätzliche Ausgangsbeschränkungen geben, das öffentlice Leben wird in Bayern weitestgehend runtergefahren. Jeder kann weiterhin zum Arzt gehen, mit Einschränkungen in bestimmten Bereichen. Das teilte Söder am Freitag mit. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

Suche

Österreichs Kanzler Kurz will ab 14. April die Anti-Corona-Maßnahmen lockern.

Bild: dpa

+++ 20.03.2020: Anstieg um 36 Prozent: Zahl der Corona-Infizierten in Bayern steigt um 825 +++

Dramatischer Anstieg der Corona-Infizierten in Bayern. Hier haben sich weitere 825 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Freitag auf seiner Homepage mit. Das ist ein Anstieg von 36 Prozent. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 3107 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden.

+++ 20.03.2020: WHO: Verdoppelung der Coronavirus-Fälle weltweit in nur zwölf Tagen +++

Wegen der Coronavirus-Pandemie können weltweit rund 860 Millionen Kinder und Jugendliche nach UN-Angaben nicht mehr zur Schule gehen. Für 300 Millionen Grundschulkinder sei nicht nur der Bildungsmangel eine Gefahr, mahnte das UN-Welternährungsprogramm (WFP) am Freitag in Genf. Vielen fehlten auch die Schulmahlzeiten, oft die wichtigste Ernährungsquelle. Allein das WFP könne neun Millionen Kinder nicht mehr versorgen.

Das WFP versucht nun, die Familien der Schulkinder auf andere Weise zu unterstützen: Nahrungsmittelpakete, die nach Hause geschickt werden, Lebensmittelgutscheine oder Bargeldzuwendungen. Das WFP verpflegt normalerweise Schulkinder in 61 Ländern weltweit.

+++ 20.03.2020: Corona-Krise: 860 Millionen Kinder verpassen Schule +++

Wegen der Coronavirus-Pandemie können weltweit rund 860 Millionen Kinder und Jugendliche nach UN-Angaben nicht mehr zur Schule gehen. Für 300 Millionen Grundschulkinder sei nicht nur der Bildungsmangel eine Gefahr, mahnte das UN-Welternährungsprogramm (WFP) am Freitag in Genf. Vielen fehlten auch die Schulmahlzeiten, oft die wichtigste Ernährungsquelle. Allein das WFP könne neun Millionen Kinder nicht mehr versorgen.

Das WFP versucht nun, die Familien der Schulkinder auf andere Weise zu unterstützen: Nahrungsmittelpakete, die nach Hause geschickt werden, Lebensmittelgutscheine oder Bargeldzuwendungen. Das WFP verpflegt normalerweise Schulkinder in 61 Ländern weltweit.

+++ 20.03.2020: Kreise: Auch Restaurants in Bayern müssen schließen +++

Zur Eindämmung des Coronavirus müssen in Bayern ab Samstag auch Restaurants und Biergärten schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen, auch die "Nürnberger Nachrichten" berichteten darüber. Take-away-Angebote sollen demnach aber weiter möglich sein.

+++ 20.03.2020: Corona-Krise: Zehn Bürgermeisterwahlen in Rheinland-Pfalz verschoben +++

Angesichts der Corona-Pandemie verschieben sich in Rheinland-Pfalz zehn vom 5. April bis 7. Juni geplante Bürgermeisterwahlen. Das Innenministerium habe die zuständigen Aufsichtsbehörden entsprechend angewiesen, teilte die Landeswahlleitung in Bad Ems am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Damit solle die Gesundheit von Bürgern, Wahlhelfern und kommunalen Mitarbeitern geschützt sowie ein landeseinheitliches Vorgehen gewährleistet werden.

Neue Wahltermine stünden noch nicht fest, da die Entwicklungen der Corona-Pandemie so unübersichtlich seien. Möglicherweise würden Termine nach den Sommerferien gewählt, womöglich sogar ein Einheitstermin für alle verschobenen Bürgermeisterwahlen.

+++ 20.03.2020: Dortmund verbietet Ansammlungen von mehr als vier Personen +++

In Dortmund werden wegen der Coronavirus-Pandemie Ansammlungen im öffentlichen Raum von mehr als vier Personen verboten. Das kündigte Ordnungsdezernent Norbert Dahmen am Freitag an. "Oberstes Ziel ist hier, weitere Infektionsketten zu vermeiden", sagte er. Mit dem Verbot wolle man die Grundlage schaffen, um zum Beispiel Partys, wie man sie zuletzt am Dortmunder Phoenix-See gesehen habe, sanktionieren zu können. Es gebe allerdings Ausnahmeregelungen, etwa bei "häuslichen Gemeinschaften". "Die Familie mit drei Kindern darf im öffentlichen Raum noch gemeinsam gehen", sagte Dahmen.

Das Verbot für die ganze Stadt soll in der Nacht zu Samstag beginnen. Bereits am Freitag sollen beliebte Plätze in der Stadt entsprechend kontrolliert werden.

+++ 20.03.2020: Coronavirus-Krise: Knapp 100 nächtliche Verstöße in Berlin +++

Die Berliner Polizei stellt weiterhin zahlreiche Verstöße gegen das Corona-Infektionsschutzgesetz fest. Am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag überprüften Beamte 98 Kneipen, Restaurants, Geschäfte und andere Objekte, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte. Als Ergebnis wurden 91 Anzeigen gestellt, oft wegen der nicht mehr erlaubten Öffnung von Kneipen oder Läden. Die Verstöße verteilten sich über die ganze Stadt.

Auffällig ist, dass es offenbar nachts deutlich mehr gravierende Verstöße gibt. Tagsüber sind es meist Geschäfte, die nicht mehr öffnen dürfen. Die Berliner Polizei will die Kontrollen in der Coronavirus-Krise mit Spezialstreifen fortsetzen. Dazu kämen noch die üblichen Streifenwagen, die sich in ihrem normalen Dienst ebenfalls um das Problem kümmern würden. In Berlin sind Kneipen und Clubs seit dem 14. März geschlossen. Seit dem 18. März mussten auch zahlreiche Geschäfte schließen, Restaurants dürfen noch bis 18.00 Uhr öffnen.

+++ 20.03.2020: AfD-Spitze trifft sich trotz Corona - Beratungen über "Flügel" +++

Ungeachtet der Ausbreitung des Coronavirus hat sich der Bundesvorstand der AfD am Freitag in Berlin versammelt, um über die Folgen der Einstufung des "Flügels" als rechtsextremistische Gruppierung durch den Verfassungsschutz zu sprechen. Zuvor hatten mehrere Spitzenfunktionäre der Partei aus den westlichen Landesverbänden in internen Schreiben an die Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen und Tino Chrupalla Maßnahmen gegen den "Flügel"-Gründer und Thüringer AfD-Chef Björn Höcke gefordert.

+++ 20.03.2020: Bundesregierung erwägt Rettungsfonds mit möglicher Firmenbeteiligung +++

Die Bundesregierung erwägt in der Corona-Krise als zusätzliche Maßnahme einen Rettungsfonds, der auch eine Beteiligung an in Not geratene Firmen vorsehen könnte. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr, wird derzeit in der Bundesregierung ein solcher Fonds beraten, der ein Volumen von rund 500 Milliarden Euro haben könnte. Damit könnten Unternehmen vor der Pleite gerettet werden - auch mit Kapitalzuschüssen. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Beschlüsse gebe es noch nicht, es seien noch verschiedene Punkte offen, hieß es in Regierungskreisen.

+++ 20.03.2020: Ernst der Lage begreifen: RKI mahnt eindringlich zum Abstandhalten +++

Das Robert Koch-Institut hat die Bundesbürger eindringlich zum Abstandhalten und zu deutlich mehr Rücksichtnahme gegenüber Mitmenschen aufgefordert. "Die Jüngeren verhalten sich am unvernünftigsten", sagt Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. "Wir können diese Pandemie nur verlangsamen, wenn wir uns alle an die Spielregeln halten." Viele Menschen seien immer noch nicht bereit, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. "Diese Krise hat ein Ausmaß, das ich mir nie hätte vorstellen können", sagte Wieler als Wissenschaftler.

Nach Umfragen meine noch immer jeder Vierte, das alles sei Panikmache, sagte Wieler. Deutschland habe zwar Zeit gewonnen. Aber es stehe bei den Infektionszahlen vor einer ähnlich exponentiellen Entwicklung wie andere europäische Länder. "Ich möchte, dass alle den Ernst der Lage begreifen", betonte Wieler.

Bundesweit gebe es weiterhin große Unterschiede, sagte Wieler. So seien in Hamburg aktuell etwa 32 Fälle pro 100 000 Einwohner gemeldet, in Thüringen nur 7. Deswegen könnten verschiedene Regionen auch unterschiedliche Maßnahmen fahren. Nach RKI-Schätzungen haben mehr als 1000 Menschen die Infektion schon überstanden. "Es wird aber weiter Schwerkranke geben", betonte Wieler. "Bitte halten Sie Abstand. Und wenn Sie krank sind, bitte bleiben Sie zu Hause!" Solch eine Epidemie habe es noch nicht gegeben. Sie habe eine ganz andere Dimension als eine Grippewelle.

+++ 20.03.2020: Ausgangsbeschränkungen in Österreich bis Ostermontag verlängert +++

In Österreich werden die Ausgangsbeschränkungen zum Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus um drei Wochen verlängert. Sie gelten damit bis Ostermontag, den 13. April, sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag in Wien.

+++ 20.03.2020: Zahnärzte sagen Versorgung trotz Virus-Ausbreitung zu +++

Deutschlands Zahnärzte wollen die Versorgung der Patienten auch bei einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus sicherstellen. Patienten, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben und solche, die unter häuslicher Quarantäne stehen, würden über ein bundesweites Klinik-Netz behandelt, teilten die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) am Freitag in Berlin mit. Dabei handele es ich um Uni-Zahnkliniken, Kliniken mit Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie oder mit zahnmedizinischem Fachbereich. Mit den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Länder (KZVen) sei ein Maßnahmenpaket geschnürt worden.

KZBV-Chef Wolfgang Eßer sagte, Patienten mit Symptomen einer akuten Erkrankung der Atemwege sollten sich - soweit kein akuter Notfall vorliege - erst nach Abklingen der Erkrankung um einen Behandlungstermin bemühen.

Infizierte oder unter Quarantäne gestellte Patienten, die unter Zahnschmerzen oder einem akuten zahnärztlichen Notfall leiden, sollen sich zunächst mit ihrem Hauszahnarzt oder speziellen Hotlines bei den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Länder oder den Landeszahnärztekammern in Verbindung setzen. Diese würden dann die notfallmäßige Behandlung veranlassen.

Vor einer Behandlung im Normalfall sollten Patienten noch einmal mit ihrer Zahnarztpraxis abklären, ob der geplante Termin tatsächlich wahrgenommen werden soll, hieß es auch.

+++ 20.03.2020: SPD-Chefin Esken hält Ausgangssperren für "problematisch" +++

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sieht die Einführung von Ausgangssperren angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus skeptisch. "Ich finde die Idee problematisch, weil dann womöglich der Lagerkoller droht - vor allem, wenn Kinder mit im Spiel sind", sagte Esken dem "Handelsblatt". Sie hoffe, dass Appelle, etwa wie der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch, Menschen zur Vernunft bringe. So lange das Virus grassiere, dürfe es keine größeren Menschenansammlungen mehr geben.

Den Vorschlag ihres Parteikollegen und niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius, wonach der Staat härter gegen die Verbreitung von Falschnachrichten in der Coronakrise vorgehen soll, sieht Esken ebenfalls kritisch. "Von Staats wegen Vorschriften zu machen und die Verbreitung von Desinformation unter Strafe zu stellen - da bin ich vorsichtig", sagte die SPD-Politikerin. Pistorius hatte zuvor die Einführung von Bußgeldern oder Strafandrohungen gegen die Verbreiter von Falschnachrichten ins Spiel gebracht.

Der Gedanke, dass der Staat bestimme, was wahr und was unwahr ist, wecke bei ihr ungute Fantasien. Für Esken stehen stattdessen zunächst "die Internetunternehmen in der Pflicht, die Verbreitung von Fake News einzudämmen und bei Richtigstellungen dafür zu sorgen, dass auch sie eine bessere Reichweite haben."

+++ 20.03.2020: Polizei löst sogenannte Corona-Party von Jugendlichen auf +++

Die Polizei hat am Donnerstagabend eine sogenannte Corona-Party von Jugendlichen in Staßfurt in Sachsen-Anhalt aufgelöst. Die Jugendlichen seien zwischen 14 und 20 Jahre gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei Salzlandkreis am Freitag. Anwohner hätten die Beamten gerufen, weil ihnen eine größere Gruppe feiernder Jugendlicher auf einem Platz aufgefallen sei. Nach Polizeiangaben sangen die Jugendlichen sichtlich gut gelaunt "Corona, Corona". Als die Polizei eintraf, seien noch acht junge Menschen vor Ort gewesen. Nach Feststellung der Personalien und einer Belehrung hätten sich die Jugendlichen einsichtig gezeigt, so der Polizeisprecher.

+++ 20.03.2020: Weitere Beschränkungen in Bayern? - Söder lädt zu Pressekonferenz +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus stehen in Bayern möglicherweise weitere Beschränkungen und Auflagen kurz bevor. Die Staatskanzlei in München lud am Freitag kurzfristig zu einer Pressekonferenz um 12.30 Uhr ein, unter anderem mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) - die Pressekonferenz wird im Internet gestreamt.

Aus Regierungskreisen hieß es am Freitagmorgen, es liefen intensive Gespräche Söders unter anderem mit seinem Kabinett, dem Corona-Krisenstab und Kommunalpolitikern. Diese Gespräche hätten bis tief in die Nacht hinein gedauert und seien am Morgen weitergegangen.

Welche Maßnahmen Söder verkünden würde, war zunächst unklar. Er hatte am Donnerstag aber konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat gedroht, wenn sich die Menschen in Bayern nicht an bereits geltende Beschränkungen und Auflagen halten.

+++ 20.03.2020: Offizielle Statistiken: Nun mehr als 10.000 Coronavirus-Tote weltweit +++

Das Coronavirus hat nach den Daten aus offiziellen Statistiken nun weltweit mehr als 10 000 Menschen den Tod gebracht. Die private Johns Hopkins University im US-Staat Maryland führte in ihrer Liste auf ihrer Homepage am Freitagmorgen 10.031 Tote. Die tatsächliche Zahl abseits der offiziellen Statistiken dürfte deutlich höher liegen, schätzen Experten. Mehr als 244 000 Menschen infizierten sich den von der Universität berücksichtigten offiziellen Daten zufolge bisher mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die tatsächliche Fallzahl dürfte auch hier weitaus höher liegen. Ein großer Teil der in den letzten Monaten erfassten Betroffenen ist längst wieder gesund oder hatte von vornherein kaum oder keine Symptome.

Die Zählung des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Forschungszentrums der Johns Hopkins University wird in der Coronavirus-Krise weltweit als Datengrundlage genutzt.

+++ 20.03.2020: Baden-Württemberg plant Niederlassungsverbot für Gruppen +++

Baden-Württemberg bereitet wegen des Coronavirus ein Niederlassungsverbot für Gruppen auf öffentlichen Plätzen vor. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen.

+++ 20.03.2020: Kanzleramtschef zu Ausgangssperren: Samstag entscheidender Tag +++

Kanzleramtschef Helge Braun hat den Samstag als entscheidenden Tag bei der Entscheidung über mögliche Ausgangssperren wegen des Coronavirus bezeichnet. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Sonntagabend mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz beraten. Dabei dürfte es auch darum gehen, ob und wann Ausgangssperren verhängt werden sollen. Mehrere Regierungschefs hatten am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht.

"Am Samstag verabreden sich die Menschen ja traditionell miteinander, weil sie frei haben", sagte Braun. "Aber das geht abseits der Kernfamilie derzeit nun einmal leider nicht. Das muss jetzt eingestellt werden. Geschieht das nicht, kann es passieren, dass auch in den Bundesländern weitergehende Maßnahmen beschlossen werden, obwohl wir das eigentlich vermeiden wollen."

Man setze darauf, "dass die Bevölkerung die Maßnahmen versteht und bereit ist, ihr Sozialleben einzuschränken. Und wenn wir in Nachbarländer blicken, die schon Ausgangssperren verhängt haben, dann wird klar: Das wäre eine enorme zusätzliche Belastung".

+++ 20.03.2020: Zweiter Corona-Toter in Rheinland-Pfalz +++

In Rheinland-Pfalz ist am Donnerstag ein 80-jähriger Mann aus dem Kreis Mayen-Koblenz am Coronavirus gestorben. Das berichtet der SWR unter Berufung auf eine Pressemitteilung von Landrat Alexander Saftig.

+++ 20.03.2020: Kretschmer sieht Ausgangssperren als letztes Mittel +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht Ausgangssperren als letztes Mittel, um eine Ausbreitung des Corona-Virus in Sachsen zu verlangsamen. Dies geht aus einem Interview hervor, das er der "Sächsischen Zeitung" in Dresden gab (Freitagsausgabe). Eine Ausgangssperre wolle niemand, da sie das Leben massiv einschränken würde, sagte er der Zeitung. "Deshalb setzen wir auf die laufenden Maßnahmen und schauen, ob diese in den nächsten 14 Tagen auch die erhoffte Wirkung zeigen", so Kretschmer.

Schon jetzt werde es aber deutlich mehr Kontrollen und Ansprachen durch die Polizei geben. Individuelle Strafen für Uneinsichtige seien "unumgänglich". Kretschmer zeigte sich enttäuscht darüber, dass sich viele Menschen nicht an die bereits beschlossenen Infektionsschutzmaßnahmen hielten und etwa Biergärten besuchten.

+++ 19.03.2020: Bericht: Kanzlerin und Länder beraten über Ausgangssperren am Sonntag +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen nach einem Medienbericht an diesem Sonntag über Ausgangssperren in der Corona-Krise beraten. Dies berichtete der SWR am Donnerstag unter Berufung auf den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). Mehrere Regierungschefs hatten am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht. "Es hängt von der Bevölkerung ab, ob wir schärfere Maßnahmen ergreifen müssen2, sagte Kretschmann dem SWR. Hintergrund ist, dass viele Bundesbürger den Aufrufen, Abstand zu Mitmenschen zu halten, nicht nachkommen.

+++ 19.03.2020: Thüringen und Bayern verschieben wegen Coronavirus Abschlussprüfungen +++

Nach Bayern und Mecklenburg-Vorpommern verschiebt als drittes Bundesland nun auch Thüringen wegen der Corona-Krise die Prüfungen für das Abitur. Ein neuer Termin stehe aber noch nicht fest, teilte das Thüringer Bildungsministerium am Donnerstag mit. Man wolle dies in Abhängigkeit der Lage entscheiden, hieß es. Der Start für die Abiturprüfungen war zuvor für den 30. April angesetzt.

Am Dienstag hatte bereits Mecklenburg-Vorpommern eine Verschiebung beschlossen und mitgeteilt, dass es im März und April keine Prüfungen zur Mittleren Reife und zum Abitur geben werde.

Bayern hatte ebenfalls angekündigt, den Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai zu verschieben. Am Donnerstag gab der Freistaat zudem bekannt, auch Abschlussprüfungen von Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen neu anzusetzen. "Wir wollen genügend Zeit für die Vorbereitung auf die Prüfungen geben", begründete Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) die Entscheidung. Der mit Lehrkräften, Eltern, Schülern und Direktoren abgestimmte Plan sieht vor, den Start der Prüfungen um 14 Tage nach hinten zu verschieben.

+++ 19.03.2020: Produktionsengpässe bei Corona-Tests +++

Die zur Zeit vorhandene Zahl der Coronavirus-Tests reicht nach Angaben der Pharmaindustrie nicht aus, um wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen weitreichende Tests durchzuführen. "Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem", sagte der Chef der Schweizer Pharmafirma Roche, Severin Schwan, am Donnerstag in einer virtuellen Pressekonferenz des Dachverbands der Pharmafirmen, IFPMA. "Es ist wichtig, dass die Tests zunächst für Risikopatienten und solche mit Krankheitssymptomen sind. Breites Testen ist einfach nicht möglich."

Roche hatte als eine der ersten Firmen Mitte März eine US-Zulassung für einen hochautomatisierten Coronavirustest bekommen. Damit können innerhalb von 24 Stunden bis zu 4000 Proben auf das Virus Sars-CoV-2 getestet werden. Andere Firmen sind nachgezogen. Die Kapazitäten würden stündlich hochgefahren, sagte Severin. Auf Monatsbasis stünden inzwischen Tests im zweistelligen Millionenbereich zur Verfügung.

Medikamente gegen Covid-19 gibt es nach Angaben der Pharmafirmen bislang nicht, obwohl etliche bereits vorhandene Substanzen getestet werden. "Wir haben keine belastbaren Hinweise, dass irgendetwas außer der Standardbehandlung auf Intensivstationen hilft", sagte der Impfstoffchef von Takeda, Rajeev Venkayya.

Bislang sei ein Impfstoff in klinischen Tests, mehrere weitere in der Pipeline, sagte David Loew, Executive Vice President bei Sanofi Pasteur. Venkayya dämpfte aber die Erwartungen: "Die Begeisterung ist immer groß, wenn klinischen Studien beginnen. Aber ein Teil solcher Test, oder die meisten, werden danebengehen." Die Pharmaunternehmen rechnen frühestens in zwölf bis 18 Monaten mit einem Impfstoff.

Der Chef von Eli Lilly and Company, David ARicks, kritisierte das Horden von Medikamenten, sei es bei Patienten zu Hause, Apothekenketten oder auf nationaler Ebene. Die Industrie setze alles daran, Medikamente und Impfstoffe für alle zu produzieren. Die Pharmachefs betonten, dass es keine Profitinteressen gebe. "Dies ist eine Krise der Menschheit, keine nationale Krise", sagte Ricks. Auch die Produktion von Wirkstoffen innerhalb nationaler Grenzen zu gewährleisten sei illusorisch, meinte Schwan. "Man kann nicht die globale Lieferkette in ein Land holen, es wäre schädlich, jetzt die Grenzen zu schließen", sagte er.

+++ 19.03.2020: Coronavirus: Berliner Senatorin plant Rettungsschirm für Obdachlose +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sollen Obdachlose in Berlin mehr Hilfe bekommen. Die Sozialsenatorin der Hauptstadt, Elke Breitenbach, will dafür nach dem Auslaufen der Kältehilfe neue Unterkunftsangebote machen. "Wir brauchen auch für obdachlose Menschen einen Rettungsschirm", sagte die Linken-Politikerin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Wohnangebote sollten allein schon aus Infektionsschutzgründen deutlich über eine Notübernachtung hinausgehen, betonte Breitenbach. "Wir brauchen hier dauerhafte Plätze in Zimmern, hauptamtliche Sozialarbeitende, ein Catering, Security, Drogenhilfe und auch eine extra Betreuung für psychisch kranke Menschen", ergänzte die Senatorin.

Insbesondere die Suchtproblematik müsse dabei mit im Blick bleiben. "Ohne eine kontrollierte Drogenabgabe fliegt uns solch ein Haus um die Ohren. Oder die Leute sind ständig unterwegs. Und wir wollen ja den Infektionsschutz erhöhen." Bisher sei ihr noch keine Coronavirus-Infektion aus einer Obdachlosenunterkunft in der Hauptstadt bekannt.

+++ 19.03.2020: Covid-19: Flixbus stellt Betrieb bis auf weiteres ein +++

Der Fernbusanbieter Flixbus stellt den Betrieb bis auf weiteres wegen der Coronavirus-Krise ab Mitternacht ein. Flixbus werde alle nationalen sowie grenzüberschreitenden Verbindungen von und nach Deutschland ab 17. März 2020, 24 Uhr, aussetzen, teilte das Unternehmen mit.

Das Unternehmen verwies auf die von Bund und Ländern beschlossenen "Leitlinien zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten im öffentlichen Bereich in Deutschland". Diese beträfen auch den Busreiseverkehr. "Flixbus folgt den Anweisungen der Bundesregierung selbstverständlich." Betroffene Fahrgäste würden informiert und erhielten einen Gutschein über den gesamten Ticketpreis ohne Stornierungsgebühr an die bei der Buchung angegebene Email Adresse.

Außerdem fahren voraussichtlich bis Ende April fahren wegen der Coronakrise keine Züge des Anbieters Flixtrain mehr. Betroffene Kunden könnten ihre Tickets "in dieser Ausnahmesituation" in der 2. Klasse der ICE- und IC-Züge der Deutschen Bahn nutzen, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag in München und Berlin mit. "Wir informieren, sobald wir den Betrieb von Flixtrain wieder aufnehmen können", erklärte ein Sprecher der Flixbus Dach GmbH.

Das Unternehmen, das zunächst mit grünen Fernbussen an den Markt gegangen war, bietet seit 2018 auch Zugreisen. Verbindungen gab es zuletzt zwischen Berlin und Stuttgart, Hamburg und Köln sowie Berlin und Köln inklusive Zwischenstopps.

+++ 19.03.2020: WHO-Rückzieher: keine Warnung vor Ibuprofen bei Covid-19-Verdacht +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Warnung vor der Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus zurückgenommen. Das Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Die WHO-Experten hatten Studien und Ärzte konsultiert und seien zu dem Schluss gekommen, dass es über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei Covid-19-Patienten gebe. "Auf der Basis der heute vorhandenen Informationen rät die WHO nicht von der Einnahme von Ibuprofen ab", teilte die WHO mit. Das hatte sie am Dienstag noch getan, und statt Ibuprofen Paracetamol empfohlen.

+++ 19.03.2020: Covid-19: Flughafen Innsbruck stellt ab Montag Betrieb ein +++

Der Flughafen Innsbruck stellt aufgrund der Coronavirus-Krise von Montag an seinen Betrieb ein. Das teilte der Flughafen am Donnerstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Für Notfälle sei man aber jederzeit einsatzbereit, hieß es laut der Agentur. Für die Mitarbeiter sei vom 1. April an Kurzarbeit geplant.

+++ 19.03.2020: Gesundheitsminister Spahn ruft in Coronakrise zu Vernunft auf +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts der Einschränkungen im öffentlichen Leben in Deutschland die Menschen zum Mitmachen und zur Vernunft aufgerufen. "Mein Eindruck ist, dass viele mithelfen wollen und auch zu Hause bleiben", sagte Spahn am Donnerstag in Berlin. Aber man sehe auch, dass es nicht bei jedem angekommen sei. "Ich setze auch einfach auf Vernunft", sagte Spahn. "Wenn wir miteinander verstehen, worum es geht, dass dann möglichst alle es mal zwei, drei, vier Wochen aushalten, auf bestimmte Dinge im Alltag zu verzichten." Partys im Park seien nicht sein Verständnis von Solidarität.

Was die Dauer der Maßnahmen angeht, verwies Spahn darauf, dass zum Beispiel die Schließung von Kitas, Schulen und Geschäften gerade erst wenige Tage in Kraft seien. "Bis sich das in den Statistiken überhaupt bemerkbar machen kann, braucht es eher 10, 14 Tage, als weniger." Mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer sei abgesprochen, dass nach Ostern gemeinsam geschaut werde, wie es mit den Einschränkungen weitergehe. "Das Virus ist da, und das Virus wird für immer bleiben." Es gehe darum, die Ausbreitung zu verlangsamen.

Suche

Jens Spahn fordert die Absage von Großveranstaltungen.

Bild: dpa

+++ 19.03.2020: Alle 16 Minuten ein Coronavirus-Toter in Madrid +++Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

In der besonders heftig von der Coronakrise betroffenen Region rund um die spanische Hauptstadt Madrid ist allein am vergangenen Montag alle 16 Minuten ein Mensch an dem Virus gestorben. Innerhalb von 24 Stunden habe es 88 Todesfälle rund um die Millionenmetropole gegeben, rechnete die Zeitung "El País" unter Berufung auf die Behörden vor. Die Region Madrid ist ganz besonders von dem Virus betroffen.

Bis zum Donnerstag kletterte die Zahl der landesweit Infizierten weiter um 25 Prozent auf mehr als 17 000, rund 6700 davon in Madrid. 767 Patienten sind mittlerweile im ganzen Land an Covid-19 gestorben. Seit dem Wochenende herrscht eine Ausgangssperre.

+++ 19.03.2020: Epidemiologen fordern: Einschnitte müssen über Monate gelten +++

Die starken Einschränkungen durch die Corona-Pandemie müssen nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) über mehrere Monate kontrolliert und unter Umständen auch innerhalb der kommenden beiden Wochen verschärft werden. Ziel müsse es sein, die Kapazitäten der Intensivstationen nicht zu überschreiten, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft (Ulm). Das gelinge nur, in dem das Tempo der Ansteckungen gedrosselt werde.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt nach den Erfahrungen der Forscher nicht linear, weil ein Infizierter im Durchschnitt Analysen zufolge mehr als zwei weitere Menschen ansteckt. Bei einem exponentiellen Wachstum verdoppelt sich deren Zahl also mit jeder Ansteckungsrunde. Dieses Tempo soll gebremst werden, indem neue Ansteckungen so gut wie möglich unterbunden werden. Bereits kleine Veränderungen dieser sogenannten Reproduktionszahl können erheblich sein. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

"Um die Ausbreitung des Virus völlig in den Griff zu bekommen, ist es auch entscheidend, wie die Gesellschaft die Regeln befolgt und sich einschränkt", sagte Rafael Mikolajczyk, Direktor des Instituts für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik in Halle/Saale am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Je mehr das verstanden wird, um so weniger müssen die Maßnahmen verschärft werden."

+++ 19.03.2020: Coronavirus: Gewerkschaft der Polizei warnt vor Sorglosigkeit +++

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagt Nachlässigkeit der Menschen im Umgang mit dem Coronavirus. Man setze auf die Vernunft und das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger für die getroffenen Maßnahmen zur Verlangsamung der Coronavirus-Epidemie, betonte die GdP am Donnerstag.

"Großes Unverständnis herrscht jedoch derzeit bei unseren Kolleginnen und Kollegen wegen der zu beobachtenden viel zu großen Sorglosigkeit eines Teils der Bevölkerung", erklärte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek in Berlin. "Unsere Kontrollen zeigen, dass sich noch viele Menschen versammeln und offensichtlich nicht die Gefährlichkeit der Pandemie erkannt haben. Das Ansteckungsrisiko für alle Beteiligten wird so nicht reduziert."

Radek betonte, die Verordnungen der vergangenen Tage würden mit Augenmaß, aber aller Konsequenz durchgesetzt. "Wer dabei den Dialog nicht versteht, muss auch mit empfindlichen Strafen rechnen." Die Polizei helfe nach Kräften mit, eine schnelle Weiterverbreitung des Coronavirus zu verhindern.

+++ 19.03.2020: Strenge Rangfolge bei Coronavirus-Tests empfohlen +++

Coronavirus-Tests sollten nach einer Empfehlung der EU-Kommission nach einer strikten Rangfolge vorgenommen werden und zu allererst für Patienten mit schweren Symptomen in Krankenhäusern zur Verfügung stehen. Die Empfehlung für ein in der Europäischen Union einheitliches Vorgehen bei den Tests lag der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vor. Drive-In-Teststationen wertete die Kommission grundsätzlich positiv.

+++ 19.03.2020: Kretschmann droht mit Ausgangssperre in Baden-Württemberg +++

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat eindringlich an die Bürger appelliert, sich an die Einschränkungen zur Eindämmung des grassierenden Coronavirus zu halten - und schärfere Maßnahmen bei Zuwiderhandlung in Aussicht gestellt. "An die Vorgaben muss sich jeder halten", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Landtags. Ob man in Zukunft ein Ausgangsverbot erteile, wisse man nicht. Man wolle ein solches Verbot vermeiden. Aber wenn sich die Bürger nicht an die neuen Regelungen hielten, werde es wohl kommen. "Es kann nicht sein, dass jetzt junge Leute zu Corona-Partys rennen", sagte Kretschmann. "Wenn nicht alle ihr Verhalten grundlegend umstellen, dann kommen wir um härtere Maßnahmen und Sanktionen nicht herum."

Suche

Trump will Malaria-Medikament für Covid-19-Behandlung sofort einsetzen.

Bild: dpa

+++ 19.03.2020: Kitas in Hamburg bleiben wegen Coronavirus länger geschlossen +++

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus bleiben die Kitas in Hamburg bis zum 19. April geschlossen. Diese Entscheidung teilte ein Sprecher der Sozialbehörde am Donnerstag mit. Eine Notbetreuung sei weiterhin gewährleistet. Für den Zeitraum, für den der Senat die Einschränkungen der Kita-Regelversorgung ausgesprochen habe, würden die Elternbeiträge für die Betreuung vollständig entfallen. Eine Notbetreuung sei weiterhin gewährleistet. Am Mittwoch war bereits die Schließung der Schulen bis zum 19. April beschlossen worden. Ursprünglich sollten die Hamburger Schulen und Kitas nur bis zum 29. März geschlossen bleiben.

+++ 19.03.2020: Regierung plant milliardenschweres Hilfspaket für Solo-Selbstständige +++

Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise ein Hilfspaket von insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für Solo-Selbstständige und andere Kleinstfirmen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

+++ 19.03.2020: Söder droht mit Ausgangssperre für ganz Bayern +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus droht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun ganz konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat. "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein", sagte Söder am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München.

Suche

Winfried Kretschmann droht mit Ausgangssperre in Baden-Württemberg.

Bild: dpa

+++ 19.03.2020: Test negativ: Vizekanzler Scholz nicht mit Coronavirus infiziert +++

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) ist negativ auf das Coronavirus getestet worden. Er werde am Donnerstag nicht mehr aus dem Homeoffice arbeiten, sondern schon am Vormittag zu Beratungen ins Kanzleramt gehen, schrieb der Finanzminister auf Twitter. Am Mittwoch hatte er sich dort mit starken Erkältungssymptomen gemeldet und berichtet, er werde sich testen lassen. "Die Stimme ist noch ziemlich mitgenommen, die Erkältung geht etwas zurück - und der Test war negativ", schrieb Scholz am Donnerstagmorgen.

+++ 19.03.2020: Drei weitere Corona-Tote im Kreis Heinsberg +++

Im Kreis Heinsberg (NRW) sind drei weitere Menschen am Coronavirus gestorben. Das meldet das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg am Donnerstagmorgen. In allen drei Fällen war die Todesursache eine Lungenentzündung – bedingt durch die Coronavirusinfektion. Bei den Todesopfern handelt es sich den Angaben zufolge um zwei Männer und eine Frau im Alter von 83 bis 87 Jahren, die unter Vorerkrankungen litten.

+++ 19.03.2020: Corona-Appell von Promis, Polizisten und Ärzten: "Bleibt Zuhause!"+++

Joko Winterscheidt appelliert an die Bevölkerung. Menschen sollen zuhause bleiben.

Foto: dpa

"Bleibt Zuhause!" Mit diesem eindringlichen Appell wenden sich Prominente, Ärzte und Polizisten an die Bevölkerung, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Moderator Joko Winterscheidt etwa wirbt mit einem Video für das Bundesgesundheitsministerium unter dem Hashtag #WirBleibenZuhause. "Es gibt eine einzige Aufgabe, die wir alle in diesem Land haben: Wenn wir zuhause bleiben können, bleiben wir Zuhause", sagt Winterscheidt. Dadurch soll das Virus eingedämmt und das deutsche Gesundheitssystem nicht überlastet werden. Auch Musiker Clueso, Model Sara Nuru und die Schauspielerin Jeanette Biedermann haben Videos unter diesem Motto hochgeladen.

Aber nicht nur Prominente, auch Polizisten und Ärzte appellieren an die Bevölkerung: Die Bundespolizei Baden-Württemberg twitterte am Mittwoch ein Foto von zwei Polizisten, die Schilder hochhalten: "Wir bleiben für euch da" - "Bleibt ihr bitte für uns daheim". Auch aus verschiedenen Kliniken wie zum Beispiel dem Universitätsklinikum Schlewsig-Holstein gibt es solche Aufrufe. Bis zum Donnerstagmorgen gab es 12.327 Covid-19-Infektionen in Deutschland.

+++ 18.03.2020: Deutschland weitet Einreisebeschränkungen für EU-Bürger aus +++

Deutschland weitet die bereits an fünf Landesgrenzen geltenden Einreisebeschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus nun auch auf Flüge und den Schiffsverkehr aus. Wie das Bundesinnenministerium am Mittwochabend mitteilte, dürfen auch EU-Bürger künftig nicht mehr per Flugzeug oder Schiff aus Österreich, Spanien, Italien, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark nach Deutschland reisen. Wer aus einem EU-Staat kommt, darf aber noch auf einem deutschen Flughafen landen, wenn er von dort aus weiter in sein Heimatland reist.

+++ 18.03.2020: Österreich kontrolliert ab Mitternacht Grenze zu Deutschland +++

Österreich kontrolliert ab Donnerstag, 00.00 Uhr, aufgrund der Ausbreitung des neuen Coronavirus die Grenze zu Deutschland. Das bestätigte das österreichische Innenministerium am Mittwoch in Wien.

+++ 18.03.2020: Kanzlerin Merkel appelliert in Coronakrise an Disziplin der Bürger +++

Mit einem eindringlichen Appell hat Bundeskanzlerin Angela Merkel alle Bürgerinnen und Bürger zu Solidarität und Disziplin im Kampf gegen das Coronavirus gemahnt. "Das ist eine historische Aufgabe, und sie ist nur gemeinsam zu bewältigen", sagte Merkel am Mittwoch in einer Fernsehansprache zur Coronakrise. "Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an", machte die Kanzlerin den überaus großen Ernst der Lage deutlich. Es sei dringend notwendig, dass die sozialen Kontakte auf ein Minimum heruntergefahren werden, damit sich das Virus nicht zu schnell ausbreite.

Diese Situation erfordere ein hohes Maß an Disziplin jedes Einzelnen. Die Lage "ist ernst, und sie ist offen. Das heißt: Es wird nicht nur, aber auch davon abhängen, wie diszipliniert jeder und jede die Regeln befolgt und umsetzt", sagte die Kanzlerin nach einem vorab verbreiteten Redetext der Ansprache, die am Abend von mehreren Sendern ausgestrahlt werden sollte.

Zusätzliche, noch drastischere Maßnahmen wie eine allgemeine Ausgangssperre verkündete die Kanzlerin nicht. Sie sagte aber auch: "Halten Sie sich an die Regeln. ... Wir werden als Regierung stets neu prüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch: was womöglich noch nötig ist."

+++ 18.03.2020: Polizei warnt vor angeblichen Corona-Testern +++

In der Nähe von Leipzig sind nach Angaben der Polizei angebliche Corona-Tester aufgetaucht. Ein 58-jähriger Mann sei am Montagabend von einer unterdrückten Nummer aus angerufen worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ihm sei mitgeteilt worden, dass ein Bekannter von ihm mit einer Coronaerkrankung im Krankenhaus liege. Man würde nun so schnell wie möglich ein Team zu ihm nach Hause schicken, um ihn auf eine eventuelle Coronainfektion hin zu testen.

Am frühen Dienstagmorgen hätten zwei dem 58-Jährigen unbekannte Männer in Schutzanzügen und mit Schutzmasken geklingelt und scheinbar einen Rachenabstrich gemacht, dessen Auswertung etwa fünf Stunden dauern werde. Später erhielt er einen Anruf mit der Nachricht, dass der Test negativ ausgefallen sei. Als sich der Mann beim Gesundheitsamt in Leipzig erkundigte, ob der Test von dort angeordnet worden sei, wurde dies verneint. Die Polizei nimmt an, dass die unbekannten "Corona-Tester" vorhatten, Wertgegenstände zu stehlen.

Polizei und Gesundheitsamt des Landkreises Leipzig wiesen darauf hin, dass das Gesundheitsamt in Ausnahmefällen die Möglichkeit anbietet, zum Test bei körperlich beeinträchtigten Personen nach Hause zu kommen. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes würden sich bei jedem Betroffenen ausweisen und nicht zu nächtlicher Stunde zu Hause auftauchen.

+++ 18.03.2020: Versorger verzichten wegen Coronakrise auf Stromsperren +++

Die großen Energieversorger in Deutschland verzichten wegen der Coronakrise auf die Sperrung von Strom- und Gasanschlüssen säumiger Kunden. "Wir haben die Sperrungen ausgesetzt", sagte am Mittwoch ein Sprecher von Innogy. Auch beim neuen Innogy-Mutterkonzern Eon soll es vorerst keine Unterbrechung der Versorgung geben. Man werde "auf die Sperrung von betroffenen Haushalten weitmöglich verzichten", sagte ein Sprecher der Eon Energie Deutschland der "Welt". Der Energiekonzern EnBW will dem Bericht zufolge bestehende Strom- und Gassperren aufheben.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte die Energieversorger aufgefordert, während der Corona-Krise auf Strom- und Gassperren zu verzichten. Das sei "in Zeiten, in denen der Einzelne aufgefordert ist, überwiegend zuhause zu bleiben" unverhältnismäßig.

Jedes Jahr drohen die Versorger Millionen Haushalten in Deutschland wegen unbezahlter Strom- und Gasrechnungen die Einstellung der Belieferung an. Im Jahr 2018 gab es nach Angaben der Bundesnetzagentur allein beim Strom 4,9 Millionen Sperrandrohungen. Tatsächlich abgestellt wurde der Strom dann 296 000 Haushalten.

+++ 18.03.2020: Erste Ausgangssperre in Bayern verhängt +++

Das Landratsamt Tirschenreuth hat wegen der Verbreitung des Coronavirus für die Stadt Mitterteich eine Ausgangssperre verhängt. Es ist die erste Stadt in Bayern mit einer solchen Maßnahme. Sie soll bis zum 2. April dauern, wie die Behörde mitteilte.

+++ 18.03.2020: Für Tests auf Coronavirus und Ergebnisse müssen Bürger lange warten +++

Bürger, die sich auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen, müssen in Deutschland mancherorts Geduld mitbringen. An einigen Orten sind die Labore überlastet, was zu langen Wartezeiten bis zum Vorliegen des Testergebnisses führt, wie es aus verschiedenen Bundesländern hieß. So müssen etwa getestete Menschen in Hannover der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) zufolge bis zu zwei Tage auf ein Ergebnis warten. In Bayern sind es laut der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) fünf bis sieben Tage.

Gleichzeitig berichten Menschen unter anderem bei Twitter von teilweise langen Schlangen vor Testzentren in verschiedenen Städten. Eine Frau erzählt von chaotischen Zuständen und langen Wartezeiten in der Teststation eines Berliner Krankenhauses.

In Bayern nimmt der mobile Fahrdienst der KVB derzeit nach eigenen Angaben täglich bei etwa 1700 Menschen Abstriche für Tests auf das Coronavirus. Sie würden in Labore gebracht, die jedoch völlig überlastet seien. "Die Kapazitäten sind erschöpft", hieß es.

In niedersächsischen Laboren werde Material für Coronavirus-Tests knapp, sagte ein Sprecher der KVN. Nachschub zu bestellen sei angesichts der weltweiten Nachfrage schwierig.

In Sachsen können nach Angaben von Sozialministerin Petra Köpping (SPD) derzeit 1400 Corona-Tests am Tag durchgeführt werden. Das seien 500 mehr als in der letzten Woche. In den nächsten Tagen sollen die Kapazitäten demnach verdoppelt werden. In Berlin haben laut Gesundheitsverwaltung derzeit sieben Labore eine Kapazität von 2000 Tests pro Werktag. An einer Ausweitung werde gearbeitet.

Bundesweit liegen die Testkapazitäten laut dem Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, bei etwa 160 000 pro Woche. Sie seien noch weiter zu steigern, zum Beispiel unbürokratisch mit Hilfe des Bereichs Tiermedizin. Das sei möglich, da solche Labore etwa durch die Blauzungenkrankheit auf die Testmethode eingestellt seien.

Getestet werden sollen nach Kriterien des RKI nur Patienten, die Symptome haben und in einem der Risikogebiete waren oder in den vergangenen zwei Wochen Kontakt zu nachweislich Infizierten hatten. Bei diesen Menschen sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie tatsächlich mit Sars-CoV-2 infiziert sind.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Dienstag um Geduld und Verständnis für Wartezeiten bei Info-Hotlines und Testergebnissen gebeten.

+++ 18.03.2020: Lohnlücken bei Kurzarbeitergeld sollen abgefedert werden +++

In der Corona-Krise wollen Politik und Sozialpartner Lohnlücken beim Kurzarbeitergeld gemeinsam abfedern. Das sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Mittwoch nach einem Spitzentreffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften am Mittwoch in Berlin. Außerdem sollten "unverhältnismäßige Lohneinbrüche" bei einem Arbeitsausfall wegen notwendiger Kinderbetreuung vermieden werden.

+++ 18.03.2020: Zahl der Corona-Infizierten ist auf über 10.000 gestiegen +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland ist auf über 10.000 gestiegen. Nach Angaben der in der US-Stadt Baltimore ansässigen Johns-Hopkins-Universität erhöhte sich die Zahl der registrierten Infizierten in Deutschland bis Mittwochmittag auf 10.069 Fälle. Insgesamt 26 Menschen starben demnach in der Bundesrepublik bisher am Coronavirus. Die "Bild"-Zeitung hatte am Mittwoch zuerst über die schockierenden Zahlen berichtet.

+++ 18.03.2020: Coronavirus-Pandemie: Stadt Halle bittet Bundeswehr um Hilfe +++

Die Stadt Halle will wegen der Corona-Pandemie die Bundeswehr zur Hilfe rufen. Zudem werde eine Hundertschaft der Polizei angefordert, teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand am Mittwoch mit. Am Dienstagabend hatte die Stadt Halle bereits den Katastrophenfall ausgerufen. Damit könnten wirksamere Maßnahmen zur Eindämmung getroffen werden, teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) mit.

Am Mittwochmorgen seien Meldungen zudem zu elf weiteren bestätigten Coronavirus-Fällen eingegangen. Damit sind in Halle nunmehr 38 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Schon am Dienstag hatte es einen sprunghaften Anstieg der Fälle von 8 auf 27 gegeben. Mittlerweile musste ein Coronavirus-Patient stationär eingewiesen werden. Er müsse intensivmedizinisch versorgt werden, sagte Amtsärztin Christine Gröger.

Einer der neu bestätigten Fälle betreffe das Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau. Eine Mitarbeiterin der Klinik habe sich mit dem Virus infiziert. Eine Station des Krankenhauses sei deswegen unter Quarantäne gestellt worden.

+++ 18.03.2020: RKI: Impfstoff gegen Coronavirus im Frühjahr 2021 realistisch +++

Das Robert Koch-Institut hat Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gegen das Coronavirus gedämpft. "Ich persönlich schätze es als realistisch ein, dass es im Frühjahr 2021 sein wird", sagte Präsident Lothar Wieler am Mittwoch. Alles, was bürokratisch machbar sei, müsse getan werden. Klinische Testphasen aber könne man nicht verkürzen. "Wir müssen ein Sicherheitsprofil haben. Impfstoffe können ja Nebenwirkungen haben."

Zuvor hatte Dietmar Hopp, Miteigentümer des Tübinger Pharmaunternehmens CureVac, davon gesprochen, möglicherweise bereits im Herbst einen Impfstoff liefern zu können. "Jeder wird genauso glücklich sein wie ich, wenn es den Impfstoff früher gibt", sagte Wieler. Die Epidemie werde noch viele Wochen und Monate im Land unterwegs sein.

+++ 18.03.2020: Fast 10.000 Corona-Infizierte in Deutschland +++

Das Coronavirus hält Deutschland fest im Griff: In einzelnen Bundesländern sind Tausende Menschen infiziert. Aktuellen Zahlen zufolge haben sich fast 10.000 Menschen mit Covid-19 infiziert. Nach wie vor wurden die meisten Fälle in Nordrhein-Westfalen gemeldet: 3838 (Stand 18. März, 11.30 Uhr), gefolgt von Baden-Württemberg mit 1641 und Bayern mit 1352 Fällen.

+++ 18.03.2020: RKI bekam von Deutscher Telekom anonymisierte Bewegungsdaten +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat von der Deutschen Telekom kostenlos anonymisierte Bewegungsdaten von Handy-Nutzern erhalten, damit es den Erfolg von Maßnahmen gegen die Coronavirus-Ausbreitung einschätzen kann. "Die Daten zeigen uns, ob insgesamt die Mobilität der Bevölkerung nachgelassen hat", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. "Es sind aggregierte, anonymisierte Daten und keine individuellen Daten", betonte er.

Das Robert Koch-Institut müsse beurteilen können, warum es Rückgänge oder Anstiege bei Infektionszahlen gibt. "Wenn wir sehen, dass die Menschen die Maßnahmen gar nicht umsetzen - und das sehen wir anhand dieser aggregierten Daten - dann sehen wir den Grund dafür, dass die Intervention, die wir wünschen, nicht erfolgreich ist", erläuterte Wieler. Die Daten könne man sowieso kaufen, "wir kriegen sie nur diesmal umsonst". Wieler ging davon aus, dass es wiederholte Lieferungen solcher Bewegungsdaten ans RKI geben wird.

Mit den Daten ließen sich "Bewegungsströme modellieren - bundesweit, auf Bundesland-Ebene sowie bis auf die Kreis-Gemeinde-Ebene heruntergebrochen", sagte eine Telekom-Sprecherin dem "Tagesspiegel", der zuerst über den Schritt berichtete.

+++ 18.03.2020: Promis und Grüne fordern Schutz von Flüchtlingen vor Corona +++

Prominente und Politiker der Grünen fordern in der Coronakrise, Flüchtlinge aus überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln zu holen. "Alleine im Camp Moria auf Lesbos leben derzeit über 20 000 Menschen, obwohl nur Platz für 3000 ist", heißt es in der Petition auf der Plattform Change.org, die etwa Schauspieler Lars Eidinger, Moderator Joko Winterscheidt, Regisseur Volker Schlöndorff und Autorin Sibylle Berg unterstützen. "Quarantäne, Hände-Waschen oder Social-Distancing sind wichtig, aber nicht möglich, wenn man in Moria leben muss." Breche die Epidemie in so einem Lager aus, sei es fast unmöglich, Ansteckungsketten zu unterbrechen.

Die Unterzeichner fordern die Europäische Union und die einzelnen EU-Staaten auf, überfülle Lager zu evakuieren, notwendige Schutz- und Quarantänemaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus' auch in den Lagern umzusetzen, betroffenen Gebieten vor allem in Griechenland mehr zu helfen und den Menschen Zugang zu Asylverfahren zu geben. Die Petition wird von vielen Politikern der Grünen mitgetragen, darunter Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Auch der frühere CDU-Politiker Ruprecht Polenz und der EU-Abgeordnete Nico Semsrott von der Satirepartei Die Partei sind dabei.

"Die Corona-Krise lässt das Leid von Schutzsuchenden, die Gewalt und die humanitäre Katastrophe in den Hintergrund treten", heißt es in der Position. Dabei sei es gerade jetzt wichtig, zusammen zu halten. "Die Zivilgesellschaft wird zeigen, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen, wenn wir niemanden zurücklassen."

+++ 18.03.2020: Tübinger Mediziner wollen Medikament gegen Covid-19 testen +++

Das Tübinger Institut für Tropenmedizin will das Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen testen. Wie Institutsdirektor Peter Kremsner am Mittwoch mitteilte, soll in der kommenden Woche mit einer Studie an Menschen begonnen werden. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Laut Kremsner ist Chloroquin schon sehr lange als Mittel gegen Malaria auf dem Markt. Es wirke aber auch gegen viele Viren - auch gegen Sars-CoV-2, wie zumindest Versuche im Reagenzglas zeigten. In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamente bekommen hätten. "Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet", sagte Kremsner.

Die Tübinger Tropenmediziner wollen mit Chloroquin eine moderat an Covid-19 erkrankte Testgruppe behandeln und einer Kontrollgruppe Placebos verabreichen. Der Antrag für die Studie sollte am Mittwoch bei der Tübinger Ethikkommission eingereicht werden. Medikamente sind immer nur für bestimmte Krankheiten zugelassen, zuständig dafür ist das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm).

+++ 18.03.2020: Bayern ruft Medizinstudenten zum Corona-Einsatz auf ++++

Die bayerische Staatsregierung ruft Medizinstudenten zum freiwilligen Einsatz in der Corona-Krise auf. "Gerade im medizinischen Bereich werden wir in den kommenden Wochen jede Unterstützung brauchen können, um unsere Bevölkerung zu beraten und zu schützen sowie bereits infizierte Erkrankte bestmöglich zu versorgen", teilte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) mit.

"Daher bitte ich unsere Studentinnen und Studenten der medizinischen Fächer, dort anzupacken, wo es nötig ist." Angehende Ärztinnen und Ärzte könnten zum Beispiel bei der Versorgung der Patienten unterstützen oder bei der Beratung der Bevölkerung mitarbeiten - beispielsweise an Telefonhotlines, hieß es in dem gemeinsamen Aufruf von Sibler und den sechs bayerischen Unikliniken. "Wir stehen vor einer großen Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft", sagte Sibler.

+++ 18.03.2020: Söder: Mindestabstände in Supermärkten sollen sichergestellt werden +++

um Schutz vor möglicher Ansteckung mit dem Coronavirus in Supermärkten fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Sicherstellung von Mindestabständen zwischen den Kunden. Er verwies auf Dänemark, wo Klebeetiketten auf dem Boden dabei helfen sollen, dass Kunden an den Kassen ausreichend Abstand zueinander halten. Eine derartige Lösung sei wichtig, sagte Söder am Mittwoch bei einem Besuch eines Supermarkt-Logistikzentrums in Eitting bei München. Abgesehen davon betonte Söder, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sei gesichert. In den vergangenen Tagen hatte er deshalb wiederholt vor Hamsterkäufen gewarnt.

+++ 18.03.2020: RKI: Zehn Millionen Infizierte bei Nicht-Einhalten der Maßnahmen +++

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat vor einem Szenario mit zehn Millionen Coronavirus-Infektionen bis in einigen Monaten in Deutschland gewarnt. Dies könne eintreten, wenn die von der Bundesregierung angeordneten Maßnahmen nicht eingehalten würden, sagte Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. "Wir haben einen exponentiellen Verlauf der Epidemie." Wieler appellierte an die Menschen, ihre sozialen Kontakte zu reduzieren. Das Virus werde nur von Mensch zu Mensch übertragen. Inzwischen habe das RKI knapp 8200 bestätigte Fälle bundesweit gemeldet bekommen, gut 1000 mehr als am Vortag.

+++ 18.03.2020: Angela Merkel wendet sich in Fernsehansprache an Bevölkerung +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Bevölkerung am Abend in einer Fernsehansprache über die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Coronakrise informieren. Die aufgezeichnete Ansprache werde im ZDF nach der heute-Sendung und in der ARD nach der Tagesschau gegen 20.15 Uhr ausgestrahlt, hieß es am Mittwoch in Regierungskreisen. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Fernsehansprache berichtet. Die Kanzlerin werde dabei keine Ausgangssperre oder neue Maßnahmen verkünden, sondern über den aktuellen Stand informieren.

+++ 18.03.2020:BMW stoppt Betrieb in europäischen Werken +++

BMW stoppt wegen wegen der Ausbreitung des Coronavirus seine Autoproduktion in Europa für vier Wochen. Vorstandschef Oliver Zipse sagte am Mittwoch in München: "Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter. Die Produktionsunterbrechung wird voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant."

+++ 18.03.2020: Bayern verschiebt Start der Abitur-Prüfungen wegen Coronavirus +++

Wegen des Coronavirus wird in Bayern der Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai 2020 verschoben. Das teilte das Kultusministerium am Mittwoch in München mit.

+++ 18.03.2020: Von der Leyen: "Wir haben das Virus unterschätzt" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert einen entschlossenen Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Foto: dpa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass das Coronavirus auch von der Politik unterschätzt worden ist. "Ich glaube, wir alle, die wir nicht die Experten sind, haben am Anfang das Coronavirus unterschätzt", sagte sie in der Sendung "Bild live", die in der Nacht zu Mittwoch veröffentlicht wurde. Aber inzwischen zeige sich auch, dass das Virus uns noch lange beschäftigen werde. "All diese Maßnahmen, die sich für unsere Ohren noch vor vierzehn Tagen oder drei Wochen drastisch, drakonisch angehört haben - wir haben verstanden, dass das jetzt sein muss." Das sei sehr schwer. "Aber ich glaube, die Bevölkerung macht da gut mit."

Von der Leyen sagte über die Vorgehensweise des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der den Kampf gegen das Virus als Krieg bezeichnet hatte: "Ich persönlich würde das Wort Krieg nicht nutzen, aber ich verstehe die Motivation des französischen Präsidenten." Denn das Coronavirus sei ein unheimlicher Gegner. "Wir sehen es nicht, es hat keine Farbe, es schmeckt nicht. Wir merken aber, dass es sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitet. Wir wissen auch nicht, wie hart es den einzelnen Menschen betrifft." Es gebe Menschen, die überhaupt keine Symptome hätten, andere milde, dann schwere. Und es gebe Menschen, die innerhalb kurzer Zeit stürben

+++ 18.03.2020: Europa macht die Grenzen dicht - Weitere Rückholflüge starten +++

Nach der Ankündigung der Europäischen Union, keine Einreisen von Nicht-EU-Bürgern mehr zu erlauben, sind erste Reisende abgewiesen worden. Am größten deutschen Airport in Frankfurt am Main war am Dienstagabend laut Bundespolizei ein Flug aus der Türkei betroffen. Wie viele Flüge es am Mittwoch sein werden, war noch unklar, wie ein Sprecher erklärte. Die Europäische Union will mit sofortiger Wirkung für 30 Tage ein Einreiseverbot umsetzen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

Darauf hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Videogipfel am Dienstagabend geeinigt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte daraufhin ein faktisches Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger angeordnet.

Die Bundesregierung will am Mittwoch auch ihre Rückholaktion für Zehntausende deutsche Touristen fortsetzen, die wegen der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Die erste von der Bundesregierung dafür gemietete Chartermaschine der Lufthansa war bereits am Dienstagnachmittag nach Manila gestartet. Insgesamt will die Regierung so schnell wie möglich 30 bis 40 Maschinen auf den Weg in die Urlaubsgebiete bringen. Es ist die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik.

Betroffen sind vor allem Urlauber in Marokko, der Dominikanischen Republik, auf den Philippinen, in Ägypten, auf den Malediven, Malta und in Argentinien. Nach Schätzungen des Auswärtigen Amts sind noch weit mehr als 100 000 Deutsche im Ausland unterwegs. Die "Luftbrücke" soll bis weit in die nächste Woche dauern. Für die Flüge will die Regierung bis zu 50 Millionen Euro ausgeben.

+++ 18.03.2020: Experten: Coronavirus verändert Einkaufsgewohnheiten auf Dauer +++

Die Einkaufsgewohnheiten in Deutschland werden sich durch die Coronavirus-Krise nachhaltig verändern. Der größte Gewinner dürfte dabei der Online-Handel sein. Davon gehen der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH), Kai Hudetz, und der E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein aus.

Die Krise gebe dem Online-Handel noch einmal einen kräftigen Schub, sagte Hudetz. Zwar bekomme auch der Internethandel derzeit die generelle Verunsicherung der Verbraucher zu spüren. Aber wenn noch etwas gekauft werde, dann besonders gerne im Internet. "Es ist damit zu rechnen, dass der Online-Handel auch langfristig von dieser Krise profitieren wird. Auch wenn das Thema Coronavirus vorbei ist, wird weiterhin mehr online eingekauft werden als vor der Krise", prognostizierte Hudetz. Verlierer würden die kleinen stationären Läden ohne Internetangebot sein. "Wer jetzt kein Online-Angebot hat steht ohne funktionierenden Vertriebsweg da und kann die Versäumnisse der Vergangenheit auch kaum nachholen", so Hudetz.

"Die Coronavirus-Krise wird nicht das Ende des stationären Einzelhandels sein. Aber sie wird wie ein Katalysator wirken und das Ende vieler kleiner lokaler Händler ohne Internet-Standbein beschleunigen", ist auch der E-Commerce-Experte Heinemann überzeugt.

+++ 18.03.2020: Experte: Mundschutz selbst nähen ist keine abwegige Idee +++

Mundschutz ist vielerorts knapp, also nähen manche Menschen selbst: Völlig abwegig ist das aus Expertensicht nicht. Wenn jemand beim Tragen eines solchen Mundschutzes ein gutes Gefühl habe, könne man das ruhig machen, sagte der Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, am Dienstag im NDR-Podcast.

Er räumte jedoch mit einem häufigen Irrtum auf: "Man denkt immer, man schützt sich selbst mit der Maske, in Wirklichkeit schützt man aber andere." Bei feuchter Aussprache etwa könne auch ein einfacher Mundschutz grobe Tröpfchen des Mundschutz-Trägers abhalten. Das Einatmen eines mittelgroßen Aerosols, das gerade in der Luft stehe, werde aber wahrscheinlich nicht dadurch abgehalten.

Müsste aus gesellschaftlichem Druck heraus jeder eine Maske tragen, dann fange die Maßnahme an sehr viel Sinn zu machen: Dann sei zu erwarten, dass eine Infektionsausbreitung, allerdings nur im Nahbereich, etwas verringert werde, so Drosten. Wegen der kulturellen Unterschiede zwischen Europa und Asien glaube er aber nicht daran, dass das Maskentragen in der westlichen Gesellschaft Standard wird.

In Tschechien nähen sich derzeit die Bürger diese Masken selbst. Die Regierung in Prag hat sogar beschlossen, dass Läden, die textile Stoffe verkaufen, von den angeordneten Geschäftsschließungen ausgenommen werden, wie ein Sprecher am Montag bei Twitter mitteilte. Die Verkehrsbetriebe in Prag haben angeordnet, dass ab Dienstag nur noch Menschen mit einer Mund- und Nasenbedeckung in Straßenbahnen, Busse und U-Bahnen einsteigen dürfen. "Benutzen Sie bitte einen Mundschutz, einen Schal oder ein Tuch", hieß es.

+++ 17.03.2020: Polizei beendet Schulunterricht und kontrolliert Verbote für Lokale +++

Die Polizei hat in Berlin die Schließung von Bars und Kneipen wegen der Coronavirus-Krise kontrolliert. Auch Unterricht an Schulen beendeten die Einsatzkräfte.

In einem Tweet schrieb die Polizei am Dienstag: "Wenn Sie eine Bar betreiben, die Scheiben abkleben und Einlass nur über Klopfen oder nach Voranmeldung gewähren, dann sind das nicht nur Zustände wie im Chicago der 20er des letzten Jahrhunderts - sondern es löst auch einen Polizeieinsatz aus."

Zudem sei im Wedding an einer Berufsschule noch Unterricht erteilt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Nach der Aufklärung über die Rechtsverordnung zur Eindämmung des Coronavirus hätten "300 Lernende und Lehrende" die Räume verlassen. Auch an einer Berufsschule in Charlottenburg fand Unterricht statt. Das fiel der Polizei bei ihren Kontrollen auf, wie sie bei Twitter schrieb.

Clubs und Bars in Berlin müssen seit dem Wochenende geschlossen bleiben. Seit Dienstag sind auch alle Schulen und Kitas dicht.

+++ 17.03.2020: Coronavirus - Sechster Todesfall in Baden-Württemberg +++

In Baden-Württemberg ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Es handelt sich nach Auskunft des Landesgesundheitsamtes vom Dienstagabend um eine über 80-jährige stationär behandelte Patientin aus dem Ortenaukreis, die bereits am Montag starb. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Baden-Württemberg auf sechs.

Dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium wurden am Dienstagabend außerdem 536 neue bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus mitgeteilt. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Land auf 1641 an; 916 von ihnen sind männlich (56 Prozent).

+++ 17.03.2020: Halle ruft wegen Coronavirus Katastrophenfall aus +++

Die Stadt Halle hat wegen der Coronavirus-Pandemie den Katastrophenfall ausgerufen. Damit könnten wirksamere Maßnahmen zur Eindämmung von Sars-CoV-2 getroffen werden, teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Dienstagabend mit. In Halle habe sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle deutlich erhöht. Einer der neu bestätigten Fälle betreffe die Mitarbeiterin eines Krankenhauses. Eine Station sei unter Quarantäne gestellt worden.

Laut Katastrophenschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt gelten besondere Regeln, wenn der Katastrophenfall ausgerufen wird. So können etwa Sperrgebiete eingerichtet werden. Menschen in einem Katastrophengebiet sind aber auch unter anderem dazu verpflichtet, Anweisungen von Einsatzleitern zu befolgen, Fahrzeuge und andere Geräte zur Katastrophenabwehr zur Verfügung zu stellen oder bestimmte Gebiete zu verlassen.

+++ 17.03.2020: Bund und Länder wollen Zahl der Intensivbetten verdoppeln +++

Bund und Länder wollen im Kampf gegen das Coronavirus die Zahl der Intensivbetten verdoppeln. Die Länder sollten mit den Kliniken nun Pläne erarbeiten, "um dieses Ziel durch den Aufbau provisorischer Intensivkapazitäten zu erreichen", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschluss von Bund und Ländern vom Dienstag. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es derzeit in Deutschland 28.000 Intensivbetten, von denen 25 000 Beatmungsmöglichkeiten haben.

+++ 17.03.2020: Bund und Länder beschließen Krankenhaus-Notfallplan +++

Bund und Länder haben am Dienstag im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus einen Notfallplan für die Krankenhäuser in Deutschland beschlossen. In dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschluss heißt es, durch das "Auf-, Aus- und Umrüsten von Rehabilitationseinrichtungen, Hotels oder größeren Hallen können für die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden". Zuerst hatte "Der Spiegel" über den Plan berichtet.

+++ 17.03.2020: Von der Leyen hofft auf Covid-19-Impfstoff vor Herbst +++

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hofft EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen noch vor Herbst auf einen wirksamen Impfstoff gegen die Krankheit Covid-19. Die EU werde die Tübinger Firma CureVac bei der Entwicklung mit bis zu 80 Millionen Euro unterstützen, bestätigte die CDU-Politikerin in einem am Dienstag auf Twitter verbreiteten Video. "Und ich hoffe sehr, dass wir so vor Herbst Impfstoffe auf dem Markt haben." Diese könnten viele Leben in Europa und dem Rest der Welt retten.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, und weitere Experten rechnen mit einem marktfähigen Impfstoff frühestens nächsten Frühling.

+++ 17.03.2020: Amazon räumt Medikamenten und Haushaltsgütern Vorrang ein +++

Der weltgrößte Online-Händler Amazon priorisiert aufgrund der Coronavirus-Krise vorübergehend Lieferungen von Medikamenten und unerlässlichen Haushaltsgütern. Um die Verfügbarkeit dieser wichtigen Produkte sicherzustellen, würden sie anderen Artikeln gegenüber bis zum 5. April mit Vorrang in der Liefer- und Lagerlogistik behandelt, teilte der Konzern am Dienstag mit. Durch die erhöhte Nachfrage seien derzeit einige Produkte zur Grundversorgung nicht erhältlich, begründete Amazon den Schritt. Auch Deutschland ist laut einem Sprecher von der Entscheidung betroffen, so dass es hier vorübergehend zu längeren Lieferzeiten kommen könnte.

+++ 17.03.2020: Ab Donnerstag Schließungen in deutschen VW-Werken wegen Coronakrise +++

Die geplanten Produktionsstopps in den deutschen VW-Werken wegen der Corona-Pandemie beginnen an diesem Donnerstag. Die Standorte sollen mit dem Ende der Spätschicht dann vorübergehend die Fertigung für voraussichtlich zunächst zwei Wochen aussetzen. Dies teilte der Konzern am Dienstag mit. Ziel ist es, Mitarbeiter vor möglichen Ansteckungen mit dem Virus zu schützen. VW erklärte zudem, dass die Fabriken so "dem sich abzeichnenden Einbruch der Nachfrage auf den Automobilmärkten" begegnen wollen. Es gebe zunehmende Risiken auch bei Zulieferern durch die beschleunigte Infektionsrate.

Volkswagen hatte den Schritt schon grundsätzlich angekündigt, Details mussten aber noch beraten werden. Zunächst hatte es aus dem Konzernbetriebsrat geheißen, die letzte Schicht solle in den meisten Fabriken am Freitag (20.03.) laufen. Die Mitarbeitervertretung bat den Vorstand jedoch dringend darum, einen früheren Beginn zu prüfen - unter anderem, weil Sicherheitsabstände zwischen einzelnen Arbeitsstationen an den Bändern oft nicht einzuhalten seien.

+++ 17.03.2020: Niedrige Coronavirus-Todesrate in Deutschland: Gründe unklar +++

Warum ist die Todesrate unter Corona-Infizierten in Deutschland deutlich tiefer als in den meisten anderen Ländern? Die Experten wissen es nicht, ist die Antwort der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der in der WHO-Region Europa für das Management ansteckender Krankheiten zuständige Arzt Richard Pebody sagte am Dienstag, es könne etwa darin liegen, dass die einzelnen Staaten der Erde die Fälle mehr oder weniger genau zählen oder tatsächlich an der Qualität der Behandlung. "Wir müssen natürlich untersuchen, ob diese Unterschiede real sind", sagte Pebody.

Die europäischen Länder sollten stärker zusammenarbeiten, vor allem etwa bei der Beschaffung von Schutzmaterial für medizinisches Personal im Gesundheitsdienst, forderte der WHO-Regionaldirektor Europa, Hans Kluge. "Wir sehen aber eine positive Dynamik", meinte er. Es sei normal, dazu zunächst jedes Land allein vorpresche, im Laufe der Zeit wachse aber die Einigkeit über den richtigen Weg vorwärts. Die Länder verfolgten gemeinsame Prinzipien zur Eindämmung des Virus Sars-CoV-2, jedes Land bestimme aber individuell, wie es diese Prinzipien am besten umsetzen könne. "Der Schutz der Bevölkerung, die sozialen und wirtschaftlichen Folgen und die Menschenrechte müssen im Einklang gehalten werden", sagte er.

Das in Großbritannien und den Niederlanden diskutierte Konzept das Virus mehr durch die Herdenimmunität und weniger durch strikte Isolation zu bekämpfen, sehen die WHO-Experten skeptisch. Gemeint ist damit, dass sich eine gewisse Immunität in der Gesellschaft aufgebaut hat, wenn grob 60 Prozent der Bevölkerung infiziert sind. Man wisse noch zu wenig über das Virus, sagte Dorit Nitzan, WHO-Koordinatorin für Notlagen. Sich auf das Konzept der Herdenimmunität zu verlassen, sei nicht ratsam.

Zur WHO-Europa-Region gehören 53 Länder, darunter neben der EU etwa auch Russland, die Türkei, Israel, Usbekistan und Aserbaidschan.

+++ 17.03.2020: Zahlreiche Kinos ab sofort geschlossen +++

Immer mehr Kinos in Deutschland bleiben wegen der aktuellen Situation ab sofort geschlossen. So teilten unter anderem die Ketten Cinemaxx und Cinestar am Dienstag mit, dass alle ihre Kinos von der sofortigen Schließung betroffen sind. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kino, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Möglicherweise gibt es einige Kinos, die noch geöffnet haben. Aber ich gehe davon aus, dass in ein bis zwei Tagen bundesweit wirklich alle geschlossen sind."

Wie lange die neue Regelung in Kraft bleiben soll, ist nicht einheitlich geregelt. Einige Städte kündigten demnach an, dass die Kinos bis Mitte April geschlossen bleiben - in anderen ist sogar die Rede von Schließungen bis Mitte Juni. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge rund 4000 Leinwände in mehr als 700 Kinos.

+++ 17.03.2020: Auch VW-Tochter Skoda stoppt vorübergehend Produktion +++

Nach der Konzernmutter Volkswagen hat auch das tschechische Tochterunternehmen Skoda einen vorübergehenden Produktionsstopp beschlossen. Die Werke Mlada Boleslav, Kvasiny und Vrchlabi werden am Mittwoch um 22.00 Uhr heruntergefahren, wie aus einem Brief der Firmenleitung an die Mitarbeiter vom Dienstag hervorgeht. Die Maßnahme gilt zunächst für rund zwei Wochen. Die Beschäftigten erhalten zu Beginn des Produktionsstopps 70 Prozent ihres Durchschnittseinkommens, in der zweiten Woche 75 Prozent. Skoda finanziert dies zunächst aus eigenen Mitteln.

Grund sind die Sorgen wegen einer möglichen weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und den wirtschaftlichen Folgen für die Absatzmärkte. In den tschechischen Skoda-Fabriken arbeiten rund 37 000 Beschäftigte. Damit ist der Autobauer der größte Arbeitgeber in dem EU-Mitgliedstaat. In Tschechien gibt es nach Behördenangaben 396 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus.

Wegen der Coronavirus-Gefahr hatte die Regierung in Prag den Notstand ausgerufen und die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt, aber von behördlich angeordneten Betriebsschließungen abgesehen. "Skoda-Auto ist ein Schlüsselbetrieb für unsere Wirtschaft und hat den größten Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt", sagte Regierungschef Andrej Babis. Im vorigen Jahr liefen erstmals mehr als 900 000 Autos von den Fließbändern der tschechischen Skoda-Werke. Weltweit wurden 2019 mehr als 1,2 Millionen Autos ausgeliefert.

+++ 17.03.2020: Berliner Senat plant Covid-19-Krankenhaus +++

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, plant der Berliner Senat ein Covid-19-Krankenhaus mit der Bundeswehr und anderen Partnern auf der Messe Berlin für bis zu 1.000 Patienten zu eröffnen. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Aussage von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci:"Diese Maßnahme ist eine Ergänzung zu der gut aufgestellten Berliner Krankenhauslandschaft, um möglichen Engpässen zu begegnen."

+++ 17.03.2020: Weitere Einschnitte - In Berlin schließen viele Geschäfte +++

Auch in Berlin sollen Geschäfte wegen der Corona-Krise in großem Umfang schließen. Das hat der Berliner Senat bei seiner Sitzung am Dienstag entschieden. Supermärkte und andere Läden, die der Versorgung der Menschen dienen, Banken, Drogerien und Apotheken sollen allerdings offen bleiben.

+++ 17.03.2020: Klöckner: "Die Lebensmittelversorgung ist gesichert" +++

Die Versorgung mit Lebensmitteln in Deutschland ist in der Corona-Krise nach den Worten von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gewährleistet. "Die Lebensmittelversorgung ist gesichert", sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. "Ich will klar sagen: Die Supermärkte bleiben offen." Alles andere seien Falschmeldungen. Einerseits sei Deutschland mit heimischen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Getreide, Käse oder Schweinefleisch gut versorgt, andererseits gehe es bei Beschränkungen im Grenzverkehr nicht um Warentransporte.

Auch die Versorgung von Tieren sei gesichert, sagte Klöckner. Handelsketten seien bemüht, leere Regale schnell wieder aufzufüllen und die Lieferfrequenz zu erhöhen, wo es temporäre Engpässe gebe. In vielen Supermärkten waren in den vergangenen Tagen immer wieder Nudeln oder Toilettenpapier ausverkauft. Die Ministerin schlug vor, an Grenzübergängen Sonderspuren einzurichten, damit wichtige Warenlieferungen und Tiertransporte nicht stundenlang in Staus feststecken.

Klöckner betonte, dass die gesamte Ernährungsbranche von der Landwirtschaft bis zu den Kassierern im Supermarkt systemrelevant sei und zur sensiblen oder kritischen Infrastruktur gezählt werden müsse, um alle Lieferketten aufrecht zu erhalten.

+++ 17.03.2020: Coronavirus-Zahlen aus NRW: 12 Corona-Tote, Infizierten-Zahl hat sich verdoppelt +++

Die neuesten Corona-Zahlen aus NRW erschrecken: Bisher gibt es ingesamt 12 Corona-Tote in NRW. Die Zahl der Infizierten hat sich laut "Focus Online" in den vergangenen vier Tagen verdoppelt.Die Zahl der Infizierten in NRW liegt nun bei 3060.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: "Die Entwicklung der Infektionen in NRW ist dramatisch. Wir befinden uns in einer schweren Krise. Die Landesregierung arbeitet Tag und Nacht, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Wir werden das nur gemeinsam schaffen, das Virus zu bekämpfen, wenn jetzt alle mitmachen und helfen, Menschenleben zu retten. Es geht um Leben und Tod."

+++ 17.03.2020: Flixbus stellt um Mitternacht Betrieb bis auf weiteres ein +++

Der Fernbusanbieter Flixbus stellt den Betrieb bis auf weiteres wegen der Coronavirus-Krise ab Mitternacht ein. FlixBus werde alle nationalen sowie grenzüberschreitenden Verbindungen von und nach Deutschland ab 17. März 2020 24 Uhr aussetzen, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.

+++ 17.03.2020: Polizei beendet zwei "Corona-Partys" in Franken +++

Zwei sogenannte Corona-Partys hat die Polizei in Franken beendet. Rund 100 junge Menschen hatten sich am Montagabend in einem Nürnberger Stadtpark zum Feiern getroffen und dazu eine mit Generatoren betriebene Musik- und Lichtanlage laufen lassen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. In Schwabach trafen sich den Angaben zufolge 50 Jugendliche in einem Skater-Park und feierten ebenfalls lautstark mit einer Musikanlage. Sie hatten sich offenbar über soziale Medien zu der Feier verabredet.

Hier wie dort stellten Beamte die Anlage sicher und erteilten Platzverweise. Die Polizei appelliere eindringlich, derartige Zusammenkünfte zu unterlassen. Es liege in der Verantwortung jedes Bürgers, die Coronavirus-Infektionsrate so gering wie möglich zu halten und damit lebensbedrohliche Erkrankungen vor allem in Risikogruppen zu vermeiden. Eltern sollten ihre Kinder entsprechend sensibilisieren. Wegen des Coronavirus sind in Bayern bis einschließlich 19. April öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen landesweit untersagt.

+++ 17.03.2020: Bayern schränkt Hotelbetrieb ein: für Touristen geschlossen +++

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schränkt Bayern nun auch den Betrieb von Hotels ein: Diese dürfen nur noch notwendige Übernachtungen anbieten und keine Touristen mehr beherbergen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München mitteilte. Damit setzt der Freistaat in diesem Punkt eine Verabredung von Bund und Ländern vom Montagabend um.

+++ 17.03.2020: Fahrradwerkstätten sollen offen bleiben - Verkauf aber nicht +++

Die neuen Corona-Richtlinien, die eine Schließung zahlreicher Geschäfte vorsehen, betreffen auch den Fahrradhandel - aber das Reparieren von Fahrrädern soll weiterhin möglich sein. Die Verbände der Fahrradwirtschaft versicherten am Dienstag in einem gemeinsamen Statement, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus begrüßt würden. "Wir gehen in der Umsetzung davon aus, dass Fahrradwerkstätten ihre Dienstleistungen weiter anbieten können", heißt es in der Erklärung. "Schließlich wird das Fahrrad in den nächsten Wochen neben dem Auto das wichtigste Verkehrsmittel sein, da es infektionssicher von jedermann genutzt werden kann."

Am Vortag hatten Bund und Länder vereinbart, dass eine Vielzahl von Geschäften geschlossen werden muss. Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, dürfen allerdings offen bleiben. Außerdem heißt es, dass Dienstleister und Handwerker ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen können. Nach Angaben des Verbands des Deutschen Zweiradhandels gibt es in Deutschland etwa 3.800 Verkaufsstellen von Fachhändlern - darunter seien rund 3.000 eingetragene Handwerksbetriebe, die Reparaturen anbieten.

+++ 17.03.2020:#StayTheFuckHome - Frankfurter mobilisiert zur Corona-Quarantäne +++

Mit der millionenfach abgerufenen Webseite #StayTheFuckHome (auf Deutsch: Bleib(t) verdammt nochmal zuhause) ruft Florian Reifschneider (29) Nutzer zur Selbstdisziplin in der Coronavirus-Krise auf. "Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu sensibilisieren und so die Sars-CoV-2 Ausbreitung zu verlangsamen", sagte der Unternehmer aus Frankfurt/Main. "Jeder soll entsprechend seiner Möglichkeiten die Anzahl der physischen Kontakte zu Anderen minimieren."

Die rasche Ausbreitung des Coronavirus habe ihm in den vergangenen Wochen große Sorgen bereitet, erklärte Reifschneider. So habe er begonnen, Informationen auf der Webseite #StayTheFuckHome zusammenzutragen. Bis Dienstagvormittag wurde die Seite mehr als 2,7 Millionen Mal aufgerufen. Dort sind beispielsweise praktische Maßnahmen zu lesen, wie jeder Einzelne seinen Beitrag zur Verlangsamung der Coronavirus-Verbreitung leisten kann.

Reifschneider ist Mitgründer des Software-Unternehmens Rocketloop. Auf die Initiative hätten er und seine Mitarbeiter bislang fast ausschließlich positive Reaktionen bekommen. "Dabei hat uns die Bereitschaft Freiwilliger, die Seite in weitere Sprachen zu übersetzen, am positivsten überrascht." Aktuell gebe es das Internet-Angebot bereits in 20 Sprachen.

+++ 17.03.2020: Europa-Park bleibt wegen Coronavirus mehrere Wochen geschlossen +++

Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park in Rust bei Freiburg, verschiebt wegen des Coronavirus den Start in die diesjährige Saison. Der Vergnügungspark werde die kommenden Wochen geschlossen bleiben und nicht wie geplant am 28. März öffnen, teilte er am Dienstag mit. Als Grund nannte er die von Behörden angeordneten Zwangsschließungen von Freizeiteinrichtungen.

Der Park werde nun frühestens am 19. April öffnen. Dies hänge jedoch von der weiteren Corona-Entwicklung ab. Auch die zum Park gehörende Indoor-Wasserwelt "Rulantica" bleibt den Angaben zufolge bis dahin geschlossen. Sie hatte wegen der Coronavirus-Gefahr am Montag den Betrieb vorerst eingestellt.

Neben Rust blieben nach Angaben des Verbandes Deutscher Freizeitparks in Berlin auch andere Vergnügungsparks und Einrichtungen vorübergehend geschlossen. Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney hatte bereits am Freitag angekündigt, alle seine Freizeitparks für mehrere Wochen zu schließen. Betroffen von der Zwangspause seien die Vergnügungsparks Disneyland in Kalifornien, Walt Disney World im US-Bundesstaat Florida und Disneyland in Paris. Disney-Freizeitparks in Tokio, Hongkong und Schanghai sind schon seit mehreren Wochen zu.

+++ 17.03.2020: Audi stoppt Produktion in Ingolstadt und Neckarsulm +++

Nach Volkswagen hat nun auch Audi auf die Coronokrise reagiert. Das Unternehmen wird laut Nachrichtenagentur Reutersseine Produktion in Ingolstadt und Neckarsulm unterbrechen."Die Produktion in den Audi-Werken wird bis zum Ende der Woche kontrolliert runtergefahren", teilte Audi-Betriebsratschef Peter Mosch der Agentur mit.

+++ 17.03.2020: RKI stuft Coronavirus-Gefahr für Bevölkerung ab heute als HOCH ein +++

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Gefahr für die Bevölkerung durch das Coronavirus ab heute als hoch eingestuft. "Hintergrund sind die steigenden Fallzahlen und die Alarmsignale aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst", sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag. Nun müsse alles dafür getan werden, die Infektionskette zu unterbrechen. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Infektionszahlen sehr viel höher sind, als uns übermittelt", so Wieler.

+++ 17.03.2020: Ikea schließt alle Märkte in Deutschland +++

Der Möbelhändler Ikea schließt ab Dienstag alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland. Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt. Man komme der Verantwortung als großer Einzelhändler nach, erklärte Deutschland-Geschäftsführer Dennis Balslev laut einer Mitteilung. Die Maßnahme gilt bis auf Weiteres. Der Online-Shop soll ebenso wie das Kunden-Servicecenter weiter geführt werden. Ikea ist Deutschlands größter Möbelhändler.

+++ 17.03.2020:Volkswagen will Produktion wegen Coronavirus aussetzen +++

Der VW-Konzern will die Produktion in zahlreichen Werken wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus vorübergehend aussetzen. An den allermeisten Standorten solle an diesem Freitag (20. März) die letzte Schicht laufen, hieß es am Dienstag aus dem Betriebsrat in Wolfsburg.

+++ 17.03.2020: Peter Altmaier bei "Hart aber Fair": Kein einziger Arbeitsplatz geht wegen Corona verloren +++

Frank Plasberg stellte am Montagabend bei "Hart aber Fair" die Frage "Die Corona-Krise - Wo stehen wir, was kommt noch?". AuchWirtschaftsminister Peter Altmaier war im ARD-Talk zu Gast und versicherte hier: "Kein einziger Arbeitsplatz geht wegen Corona verloren". Er selbst hat seine Auslandsreisen bis Mitte Mai abgesagt. "Wir werden diese Ausnahmesituation fünf bis sechs Wochen lang haben!", erklärte Altmaier.

+++ 17.03.2020: Deutsche Kliniken rechnen mit drastischem Anstieg der Corona-Patienten +++

Das Coronavirus stellt die Gesundheitssysteme vieler Länder auf den Prüfstand. Krankenhäuser im Norden Italiens arbeiten an den Grenzen ihrer Kapazität. Was bedeutet die Pandemie für deutsche Kliniken?Gerald Gaß,Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), erklärte gegenüber der Funke Mediengruppe, dass er damit rechne, dass die Zahl der Corona-Patienten in den kommenden Tagen und Wochen drastisch ansteigen werde.

Sollte es bis Ende der Woche 20.000 bestätigte Infektionsfälle in Deutschland geben, so müssen wir laut Gaß damit rechnen, dass in den deutschen Krankenhäusern bis zu 1.500 Patienten behandelt werden müssten. Dies wäre eine Verdreifachung zur aktuellen Zahl. Noch wären die Krankenhäuser damit nicht überfordert, doch nun ging es darum, die Kapazitäten der Intensivstationen von Tag zu Tag auszudehnen.

+++ 17.03.2020: Söder: Brauchen im Kampf gegen Corona mehr Tempo in Deutschland +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert im Kampf gegen das Coronavirus ein noch schnelleres und entschlosseneres Handeln von Bund und Ländern. "Ich glaube, wir brauchen auch ein Stück mehr Tempo in der deutsche Politik", sagte Söder am Montagabend im ZDF. "Die Herausforderung ist größer als gedacht. Wir können nicht endlos darüber debattieren, wir müssen entscheiden." Es gebe in den Ländern "den einen oder anderen, den muss man noch überzeugen". Er sei aber froh, dass am Ende doch alles klappe "und dass wir jetzt im Gleichklang sind", sagte der CSU-Chef.

Ausgangssperren wie in einigen anderen europäischen Ländern schloss Söder erneut nicht aus. "Ich kann Ihnen keine Garantie abgeben, was in einer Woche ist", sagte er, betonte aber: "Wir handeln immer angemessen, wir handeln immer nach Empfehlung der Virologen." Grundsätzlich sagte Söder: "Ich möchte, dass wir keinen Tag zögern, wenn wir die Empfehlung bekommen, jetzt zu handeln."

+++ 16.03.2020:Amazon schreibt 100.000 Stellen wegen Coronavirus-Krise aus +++

Der weltgrößte Online-Händler Amazon will einem starken Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mit einer Einstellungsoffensive begegnen. Das Unternehmen kündigte am Montag an, in den USA 100 000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können. Zudem will Amazon die Stundenlöhne für Beschäftigte in den USA, Kanada und Europa erhöhen. Dafür will der Konzern über 350 Millionen Dollar aufwenden.

In einem Firmenblog stellt das Unternehmen die Stellenausschreibungen wie eine Art Hilfsaktion in der Coronavirus-Krise dar. Während die Pandemie anhalte, helfe Amazon mit seinem Partnernetzwerk Gemeinden weltweit "wie wenige andere es können" - durch die Versorgung mit wichtigen Lieferungen bis an die Haustüren bedürftiger Menschen. Dies sei in Zeiten sozialer Abgrenzung aufgrund des Virus besonders für Ältere und Schwache wichtig. Dass die vielen Bestellungen Amazon gute Geschäfte bescheren dürften, wird in dem Blog nicht thematisiert.

+++ 16.03.2020: Coronakrise: Macron erlässt Ausgangssperre für ganz Frankreich +++

Im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus schränkt Frankreich die Bewegungsfreiheit seiner Bürger stark ein. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen, sagte Staatschef Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache. Auch Sport sei unter bestimmten Bedingungen möglich.

Die Einschränkungen sollen von Dienstagmittag an gelten und für mindestens 15 Tage aufrechterhalten werden. "Wir sind im Krieg", sagte Macron. "Wir kämpfen weder gegen Armeen noch gegen eine andere Nation. Aber der Feind ist da, unsichtbar - und er rückt vor." Zuvor hatten bereits Italien und Spanien eine Ausgangssperre verhängt, auch in Österreich ist das öffentliche Leben stark eingeschränkt worden. Frankreich hatte bereits ab Sonntag alle Restaurants und Bars geschlossen. Auch Schulen, Kindergärten und andere Bildungseinrichtungen, Museen und Bibliotheken bleiben derzeit zu.

Macron rief die Bürger auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten. "Selbst wenn Sie keine Symptome haben, können Sie infiziert sein und andere anstecken." Es drohten Strafen, falls gegen die neuen Regeln verstoßen werde.

Am Sonntag waren die Parks und Märkte in der französischen Hauptstadt noch gut besucht. Auch die erste Runde der Kommunalwahlen, bei denen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im ganzen Land gewählt werden, fand statt - jedoch mit einem Rekordtief bei der Wahlbeteiligung. Die für Sonntag geplante zweite Runde der Wahlen wird jetzt aber verschoben.

Die Hauptstadt Paris hatte bereits vor Macrons Rede angekündigt, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus öffentliche Parks und Gärten zu schließen. "Ab heute werden sich die Dienste der Stadt Paris auf die wesentlichen Aufgaben für die Pariserinnen und Pariser konzentrieren, insbesondere: Müllabfuhr, Sicherheit, Unterstützung der älteren Menschen ...", teilte die Stadt mit.

+++ 16.03.2020: Auch Hamburger Gerichte verschieben Verfahren und Haftantritte +++

Auch an den Hamburger Gerichten werden zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus zahlreiche Verhandlungen verschoben. Stattdessen sollen möglichst nur noch dringende Fälle von den Richtern bearbeitet werden, wie die Justizbehörde am Montag mitteilte. Ein Teil der Arbeiten, wie etwa eine Haftprüfung, sollen demnächst mithilfe von Tablets erledigt werden.

"Auch für die Gerichte gilt, dass wir die Gelegenheiten, in denen Menschen aufeinander treffen und einander anstecken können, vorübergehend minimieren müssen", sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen dazu. Welche Gerichtsverfahren stattfinden oder geschoben werden können, entscheiden die jeweiligen Richter. "Haftsachen und bereits länger andauernde Hauptverhandlungen stehen hier im Vordergrund, denn diese Verhandlungen dürfen nach der Strafprozessordnung nur begrenzt unterbrochen oder verschoben werden." Nicht zeitkritische Gerichtstermine werden dementsprechend verschoben oder zurückgestellt.

Die Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafen, zum Beispiel wenn ein Schwarzfahrer seine Geldstrafe nicht zahlen kann, wird in den meisten Fällen zunächst befristet aufgeschoben. Davon sind etwa 90 Menschen betroffen. Auch der Jugendarrest soll vorübergehend nicht vollzogen werden. In den JVAs können Häftlinge zunächst bis Dienstag keinen Besuch empfangen; künftige Regelungen dazu werden geprüft.

+++ 16.03.2020: Coronavirus: Sachsen will weitere drastische Maßnahmen ergreifen +++

Sachsen will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus weitere drastische Maßnahmen ergreifen. So sollen in den nächsten Tagen unter anderem Bars, Clubs, Diskotheken Sportstätten, Schwimmbäder sowie Spielplätze für den Publikumsverkehr gesperrt werden, erklärte Regierungssprecher Ralph Schreiber am Montag in Dresden. Über die Maßnahmen hatten sich Bund und Länder in einem Katalog verständigt, am Dienstag will sich das Kabinett in Dresden damit befassen und entsprechende Regelungen beschließen.

Restaurants und Speisegaststätten sollen frühestens ab 6.00 Uhr öffnen und müssen spätestens um 18.00 Uhr schließen.

Nicht betroffen von Schließungen sind etwa Supermärkte, Getränkemärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen - für diese Bereiche sollen zudem die Sonntagsverkaufsverbote bis auf Weiteres ausgesetzt werden.

Schreiber sprach von "gravierenden Einschränkungen", die aber notwendig seien, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Voraussichtlich "im Laufe der Woche" sollen die Regelungen für den Freistaat greifen.

+++ 16.03.2020: Die USA testen Corona-Impfstoff +++

Fortschritt im Kampf gegen das Coronavirus. In den USA hat erstmals ein Freiwilliger testweise einen möglichen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus injiziert bekommen. Das sei Teil der ersten Phase des klinischen Tests des Impfstoffs an einem Forschungsinstitut in der nordwestlichen Metropole Seattle, teilten die zum US-Gesundheitsministerium gehörenden National Institutes of Health (NIH) am Montag mit. 45 gesunde freiwillige Teilnehmer zwischen 18 und 55 sollen in den kommenden Wochen an dem Test in dem Forschungsinstitut teilnehmen.

Der Impfstoff namens "mRNA-1273" wird gemeinsam mit der privaten Biotechnologie-Firma Moderna entwickelt. Die erste Testphase habe in "Rekordzeit" gestartet werden können, sagte Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Der gesamte Prozess der Entwicklung eines Impfstoffes wird Fauci zufolge trotzdem voraussichtlich mindestens ein bis anderthalb Jahre dauern. Etliche Labors weltweit forschen derzeit an Impfstoffen gegen Covid-19. Bislang ist noch unklar, wann die Test abgeschlossen sein werden.

+++ 16.03.2020: Schweiz erklärt Notstand wegen Coronavirus +++

Die Schweizer Regierung hat am Montag den Notstand wegen der Ausbreitung des Coronavirus erklärt. Ab Mitternacht müssten alle Geschäfte und Lokale geschlossen werden, teilte die Regierung mit.

+++ 16.03.2020: Coronavirus: Deutlich weniger Betrieb an deutschen Flughäfen +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ist der Betrieb an deutschen Flughäfen eingebrochen. "Das Verkehrsaufkommen der aktuellen Woche bewegt sich unter 30 Prozent des Vorjahresniveaus", teilte der Düsseldorfer Airport am Montag mit.

"Wir spüren das deutlich", sagte auch eine Sprecherin der Flughafens Köln/Bonn. Allein durch die restriktiven Einreisebeschränkungen der Türkei würden täglich rund 20 Flüge ausfallen. Konkrete Zahlen könne man nicht nennen, da sich das Geschehen stündlich ändere, hieß es. Die baden-württembergische Landesregierung will den Betrieb an allen Flughäfen des Bundeslandes wegen des Coronavirus einstellen.

Auch am Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück wurden viele Flüge gestrichen. Zugleich habe die Zahl der Frachtflüge zugenommen, sagte Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung, der Deutschen Presse-Agentur. Weil weltweit so viele Passagierflüge mit Frachtbeiladungen gestrichen würden, ziehe das Frachtgeschäft am Airport Hahn an.

Am Flughafen München ging die Anzahl der Starts und Landungen in den ersten beiden Märzwochen um 16 Prozent zurück. Das Passagieraufkommen sank im gleichen Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent.

+++ 16.03.2020: Vonovia will Mietern bei Finanzproblemen durch Corona entgegenkommen +++

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will Mietern, die wegen des Coronavirus in finanzielle Schwierigkeiten geraten, entgegenkommen. Vonovia-Chef Rolf Buch sagte am Montag, Ziel sei es, den Betroffenen ihre Sorgen um die Bezahlbarkeit ihrer Wohnung zu nehmen. "Wir werden eine gemeinsame Lösung finden", versprach Buch. Er bat gleichzeitig Mieter, die das Unternehmen deshalb kontaktieren um Verständnis, wenn die Antwort etwas länger auf sich warten lasse. Im Moment konzentriere sich das Unternehmen darauf, die für die Mieter wichtigsten Dienstleistungen sicherzustellen.

Rund 85 Prozent der inzwischen 416 000 Vonovia-Wohnungen liegen in Deutschland. Der Dax-Konzern vermietet auch Wohnungen in Österreich und Schweden.

+++ 16.03.2020: Bund und Länder verbieten Gottesdienste aller Religionen +++

Bund und Länder verbieten bis auf weiteres Gottesdienste, Treffen in Vereinen und Busreisen. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervor. Dort heißt es unter anderem unter Punkt drei: Zu verbieten seien "Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften".

+++ 16.03.2020: Bund und Länder: Übernachtungsangebote nicht mehr für Tourismus +++

Bund und Länder wollen mit drastischen Einschränkungen für den Tourismus in Deutschland die Verbreitung des Coronavirus bremsen. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag heißt es, es seien Regelungen zu erlassen, "dass Übernachtungsangebote im Inland nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können".

+++ 16.03.2020: Bund und Länder: Restaurants sollen spätestens um 18.00 Uhr schließen +++

Im Kampf gegen die Corona-Krise sollen Restaurants in Deutschland demnächst spätestens um 18.00 Uhr schließen und frühestens um 06.00 Uhr öffnen. Das geht aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

+++ 16.03.2020: Regierung schlägt Schließung von Läden vor - Supermärkte aber offen

Die Bundesregierung schlägt den Ländern im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Schließung einer Vielzahl von Geschäften vor. Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen demnach allerdings offen bleiben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses zur Coronakrise aus Regierungskreisen erfuhr. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Aus den Regierungskreisen hieß es, natürlich würden auch Supermärkte geöffnet bleiben. Es handele sich gerade nicht um einen sogenannten "Shutdown", bei dem alle Läden geschlossen würden.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat der Kabinettsausschuss den Bundesländern eine neue Liste mit Empfehlungen zukommen lassen, die die sozialen Kontakte im öffentlichen Bereich auf ein Minimum reduzieren sollen. Demnach sollen weiterhin Einzelhandelsbetriebe für Lebens- und Futtermittel, Wochenmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen und Banken und Sparkassen, Poststellen, Waschsalons und der Großhandel geöffnet bleiben.

+++ 16.03.2020: Massive Einschränkungen! Regierung veröffentlicht Knallhart-Plan +++

Im Zuge der Corona-Krise schränkt die Bundesregierung das öffentliche Leben weiter ein. Laut "Bild"-Zeitung gibt es einen Knallhart-Plan, der die Schließung vonBars, Discos, Kirchen, Moscheen, Museen, Messen, Bordelle, Spielhallen, Indoor-Spielplätze, Sportclubs, Fitness-Studios, Bäder, Tierparks, Messen und Outlet-Centern vorsieht.

Offen bleiben sollen hingegen:Wochenmärkte, Lebensmittelmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Drogerien, Banken und Sparkassen, Poststellen, Waschsalons, Tankstellen, Geschäfte für Haustierbedarf und der Großhandel. Diese sollen in den kommenden Wochen auch am Sonntag öffnen dürfen.

+++ 16.03.2020:CDU-Innenpolitiker: Nur Abstand halten kann Ausgehverbot verhindern +++

Ausgehverbote wegen der Corona-Epidemie sind nach Ansicht des CDU-Innenpolitikers Mathias Middelberg in Deutschland nur zu verhindern, wenn sich alle Bürger extrem diszipliniert verhalten. "Wir sollten jetzt alle begreifen: Die Lage ist wirklich ernst. Den Anstieg der Coronavirus-Infektionen werden wir nur bremsen können, wenn jeder Einzelne von uns sein Verhalten radikal ändert", sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Unnötige Sozialkontakte müssten unterbleiben, "ebenso wie Grüppchenbildungen, auch wenn der Frühling und Biergärten dazu einladen".

Er appellierte: "Gesunder Abstand ist jetzt für einige Wochen die beste Form, Aufmerksamkeit oder Zuneigung zu zeigen. Nur so werden wir noch einschneidendere Maßnahmen wie ein generelles Ausgehverbot verhindern können."

+++ 16.03.2020: Erstes Corona-Todesopfer in Hamburg registriert +++

Erstmals ist in Hamburg ein Todesfall infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Es handele sich um einen Bewohner einer Seniorenresidenz, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Montag. Der Mann sei bereits am Freitag gestorben, man habe nun bei Untersuchungen posthum das Virus festgestellt. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

+++ 16.03.2020:Coronavirus-Todesfälle in NRW auf acht gestiegen +++

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Coronavirus-Todesfälle auf acht gestiegen. Nach den sechs bis Sonntagabend bekannten Fällen sind in der Nacht auf Montag im Kreis Heinsberg zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirusinfektion gestorben. Eine 94-jährige Heinsbergerin mit Vorerkrankungen sei an einer Lungenentzündung im Krankenhaus Heinsberg gestorben, berichtete der Kreis am Montag.

Im Krankenhaus Erkelenz verstarb eine 81-jährige Patientin aus Heinsberg, ebenfalls an einer Lungenentzündung durch eine Coronavirusinfektion. "Sie war ebenfalls durch Vorerkrankungen bereits gesundheitlich belastet", hieß es. Damit sind allein im Kreis Heinsberg insgesamt bereits sechs Coronatote zu beklagen. Außerdem starb in Essen und in Düsseldorf jeweils eine infizierte Person.

+++ 16.03.2020: RKI: Bitte keine Corona-Partys,Vizepräsident widerspricht Virologen-Aussage +++

Der Club hat dicht, also steigt die Party zu Hause? Von solchen Überlegungen hat das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Coronavirus-Ausbreitung vehement abgeraten. Nach Hause einzuladen oder zu anderen Festen zu gehen, sei im Sinne der Eindämmungsbestrebungen nicht sinnvoll, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Montag in Berlin. "Ich sage das deshalb, weil es inzwischen offenbar bereits sogenannte Corona-Partys gibt, wenn die Clubs geschlossen wurden."

Dem Institut wurden inzwischen mehr als 4.800 bestätigte Fälle von Sars-CoV-2 gemeldet. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern seien die Fallzahlen besonders hoch, sagte Schaade. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl seien aber auch andere Bundesländer stark betroffen: etwa die Stadtstaaten Hamburg und Berlin. Über die Zahl der Infizierten, die im Krankenhaus behandelt werden, habe man keinen systematischen Überblick, so Schaade.Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

Da die Zahlen weiter relativ stark anstiegen, sei es wichtig, die nun eingeleiteten Maßnahmen konsequent umzusetzen. Inwieweit sich die Schließung etwa von Schulen und Clubs auf die Statistik auswirkt, zeige sich voraussichtlich nach zehn bis zwölf Tagen, erläuterte Schaade. Er verwies auf die Inkubationszeit sowie Verzug bei Diagnose und Meldung.

Medienberichte über Aussagen eines Wissenschaftlers, wonach ein acht Wochen lang unerkannt infiziertes Kind 3.000 andere Menschen ansteckt, wies Schaade als "völlig unrealistisch" zurück. Welche Rolle Kinder spielten, um die Infektion weiterzugeben, sei für Sars-CoV-2 noch nicht ganz beantwortet. Klar sei bisher, dass Kinder infiziert werden und das Virus weitergeben können, aber sie hätten weniger Symptome. Die Schulschließungen seien daher "plausibel".

+++ 16.03.2020: Baden-Württemberg stellt Flugverkehr ein +++

Die Landesregierung von Baden-Württemberg will den Betrieb an allen Flughäfen in dem Bundesland wegen des Coronavirus einstellen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen in Stuttgart. Reisende aus dem Ausland würden aber noch zurückgeholt. Wer aus einer Krisenregion komme, müsse in Quarantäne. Der Beschluss soll demnach im Lauf der Woche in Kraft treten.

Baden-Württemberg ist neben Nordrhein-Westfalen und Bayern das am stärksten von der Ausbreitung des Coronavirus betroffene Bundesland. Bis zum Sonntag waren in Baden-Württemberg bei den Behörden 977 Infektionen bestätigt. Drei nachweislich infizierte Menschen sind bisher gestorben.

An den baden-württembergischen Grenzen zu Frankreich und zur Schweiz haben am Montagmorgen verschärfte Kontrollen begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Berufspendler und Fahrzeuge des Warenverkehrs dürfen weiter die Grenzen überqueren. Die Kontrolleure führen Befragungen durch und könnten bei Hinweisen auf eine Infektion oder auf Kontakt zu Infizierten - in Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsämtern - Reisende zurückweisen.

+++ 16.03.2020: Eingeschränkter Betrieb am Frankfurter Flughafen +++

Am Frankfurter Flughafen läuft der Betrieb in der Coronaviruskrise deutlich eingeschränkt. Für den Montag waren aber noch rund 1000 Starts und Landungen geplant, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport am Montag berichtete. Das wären nur rund 400 weniger als im Normalbetrieb. Allerdings sind die Flugzeuge deutlich leerer als sonst, denn statt 170 000 Passagieren wie üblich werden aktuell nur rund 90 000 erwartet. In den Terminals ist deutlich weniger los als üblich.

Grund für den Sparbetrieb am größten deutschen Flughafen sind immer neue Einreisebeschränkungen in verschiedenen Ländern und Flugabsagen der Gesellschaften wegen schlechter Auslastung. Auf dem aktuellen Flugplan stehen aber auch noch Verbindungen in ausgesprochene Krisengebiete wie Teheran oder Madrid.

Der Hauptkunde Lufthansa, der in Frankfurt für mehr als zwei Drittel aller Flugbewegungen steht, hat eine Reduzierung seines Angebots um bis zu 70 Prozent für die kommenden Tage angekündigt. Auch der Ferienflieger Condor streicht sein Angebot in wichtige Ferienziele wie die USA, Karibik und Türkei zusammen.

+++ 16.03.2020: Wegen Corona: Weiter lange Wartezeiten an deutsch-polnischer Grenze +++

Auch einen Tag nach der Schließung der Grenzen Polens zu Deutschland und anderen EU-Nachbarn wegen der Corona-Krise bilden sich an den deutsch-polnischen Grenzübergängen lange Staus. Vor dem Grenzübergang Jedrzychowice an der A4 bei Görlitz gab es am Montagmorgen durch die Kontrollen fünfeinhalb Stunden Wartezeit, sagte eine Sprecherin des polnischen Grenzschutzes. In Swiecko an der A12 bei Frankfurt/Oder mussten Autofahrer vier Stunden warten, ebenso in Olszyna an der A15 in der Nähe von Cottbus.

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hatte Polen am Wochenende an 58 Grenzübergängen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen wieder Kontrollen eingeführt. Internationale Flug- und Zugverbindungen wurden ausgesetzt. Polen können in ihre Heimat zurückkehren, müssen aber für 14 Tage in Quarantäne. Ausländer dagegen dürfen nur in Ausnahmefällen ins Land. Diese gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und für Diplomaten. Für den Warenverkehr gibt es keine Begrenzungen.

+++ 16.03.2020: Pressekonferenz mit Söder: Bayern ruft den Katastrophenfall aus +++

Zum Schutz der Wirtschaft vor den Folgen der Coronavirus-Krise stellt Bayern ein Hilfspaket in Höhe von zehn Milliarden Euro bereit. Dies teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit. Um die Geldmittel bereitstellen zu können, werde die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse zeitlich begrenzt für zunächst ein Jahr außer Kraft gesetzt. In Bayern gelte ab sofort der Katastrophenfall. Seit Montag sind alle Schulen und Kindergärten im Freistaat geschlossen.

Darüber hinaus weitet der Freistaat die Beschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus weiter aus. Auch Sportplätze und Spielplätze sollen gesperrt werden. Ab Dienstag werden Bars, Kinos und Schwimmbäder geschlossen, ab Mittwoch auch ausgewählte Geschäfte, die nicht zur Grundversorgung notwendig sind.

Um die Grundversorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Produkten sicherzustellen, weitet Bayern aber die Ladenöffnungszeiten für bestimmte Geschäfte aus: Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Banken und einige weitere Geschäfte dürfen unter der Woche nun bis 22.00 Uhr öffnen und auch sonntags geöffnet haben. Speiselokale sollen zudem nur noch von 6.00 bis 15.00 Uhr öffnen dürfen. In Innenbereichen soll es Mindestabstände zwischen den Gästen geben.

Ausgangssperren soll es in Bayern zunächst nicht geben. "Das ist derzeit nicht geplant", sagte Söder. Er appellierte aber an alle Bürger, sich genau zu überlegen, welche Orte man besuchen wolle. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nimmt in Bayern seit Tagen rasch zu. Bis Sonntagmittag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 886 Fälle.

+++ 16.03.2020: Ausnahmezustand! Bund erlässt Corona-Regeln +++

Das Coronavirus hat Deutschland weiter fest im Griff. Am Montag bleiben hierzulande erstmals flächendeckend Schulen und Kitas wegen des Coronavirus geschlossen. Auch der Grenzverkehr wird deutlich eingeschränkt. Um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen werden die Maßnahmen immer strenger. Welche Corona-Regeln aktuell für Deutschland gelten, das erfahren Sie hier im Überblick.

+++ 16.03.2020: Wangerooges Bürgermeister: Inselsperrung ist Super-Gau für Tourismus +++

Der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus dürfte den Tourismus auf den Inseln der Nord- und Ostsee massiv belasten. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hatten sich darauf verständigt, die Inseln für Gäste zu sperren. "Aus gesundheitlicher Sicht ist das die richtige Entscheidung, aus touristischer der Super-Gau", sagte Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr (parteilos) am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Mit dem Ostergeschäft rechnet keiner mehr." Dennoch rief er dazu auf, das Beste aus der Lage zu machen, die Gesundheit gehe vor.

Auf Wangerooge gebe es nur einen beziehungsweise vom kommenden Monat an zwei Ärzte, sagte Fangohr. "Für 10.000 Gäste ist das zu wenig." Im Falle gehäufter Infektionen "werden wir das nicht stemmen können". Als Grund für die Abriegelung wurde zuvor genannt, dass die Gesundheitssysteme der Inseln nicht auf eine größere Zahl von mit dem Coronavirus infizierten Menschen vorbereitet sind. Die Maßnahme dient damit sowohl dem Schutz der Inselbevölkerung als auch dem Schutz der Gäste.

Fangohr geht davon aus, dass die Abriegelung nicht nur zwei Wochen, sondern möglicherweise länger dauern wird. Er kündigte an, den Tourismusbetrieben solle vor allem in bürokratischer Hinsicht geholfen werden - "wir unterstützen im Antragswirrwarr".

+++ 16.03.2020: Touristen-Verbot auf Sylt durch Corona-Krise +++

Mitten in der Corona-Krise wurden nun auch die Nordsee- und Ostsee-Inseln abgeriegelt. Darauf einigten sich die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am Sonntag. Seit Montag 8 Uhr gilt nun also eine Anreiseverbot auf Sylt, Amrum, Föhr, Fehmarn und Nordstrand. "Nur noch Menschen mit Erstwohnsitz oder Arbeitsplatz auf den Inseln dürfen rauf", berichtet aktuell die "Bild"-Zeitung. Wer gerade auf einer der Inseln Urlaub gemacht hat, musste abreisen. In Mecklenburg-Vorpommern werden die Maßnahmen laut "Bild" schrittweise eingeführt.

+++ 16.03.2020: Seehofer sicher: Höhepunkt der Corona-Krise noch nicht erreicht +++

Innenminister Horst Seehofer ist sich sicher, dass der "Höhepunkt der Entwicklung noch nicht erreicht" ist. Bereits am Sonntag hatten er, Angela Merkel und weitere Ministerpräsidenten die Schließung der Grenzen und Grenzkontrollen im Süden und Norden beschlossen. "Wir müssen davon ausgehen, dass der Höhepunkt der Entwicklung noch nicht erreicht ist. Die Lage ist also sehr ernst", so Seehofer während einer Pressekonferenz. Wie lange die Grenzen geschlossen bleiben, ist aktuell noch unklar. "Wir müssen von Zeit zu Zeit immer wieder überlegen, was ist notwendig." Die Schließung der Grenzen gilt jedoch nicht für Deutsche im Ausland. "Deutsche Staatsangehörige haben selbstverständlich das Recht, wieder in ihr Heimatland einzureisen."

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat in seinem Land rigoros durchgegriffen. "Es geht darum, dass wir die Ausbreitung verlangsamen. Dass der Höhepunkt der Ausbreitungen nicht mitten in der Grippesaison ausbricht. In Italien ist das Gesundheitssystem fast zusammengebrochen. Darum machen wir alles Menschenmögliche, fahren Österreich auf einen absoluten Notbetrieb runter, damit wir zumindest die Ausbreitung verlangsamen", so Kurz im "Bild"-Interview.

+++ 16.03.2020: Kontrollen an Grenzen im Süden und Norden begonnen +++

Deutschland hat an den Grenzen nach Österreich, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark am Montagmorgen um 8.00 Uhr mit den geplanten Kontrollen begonnen. Dadurch soll eine rasante Ausbreitung des Virus verhindert und die Zahl der Infizierten und Toten kleingehalten werden. Reisende ohne triftigen Grund dürfen daher nicht mehr nach Deutschland einreisen, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte. Der Warenverkehr und Berufspendler seien davon aber nicht betroffen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die Maßnahmen am Sonntagabend angekündigt. Sie waren zuvor von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Seehofer und mehrere Ministerpräsidenten vereinbart worden. Dänemark hatte die Grenze zu Deutschland bereits am Samstag um 12.00 Uhr geschlossen. Ein Verkehrschaos blieb am Montagmorgen zunächst aus.

An der Grenze zu Österreich blieb es kurz vor und zu Beginn der Kontrollen ruhig. Der Verkehr rollte zunächst normal weiter, der Rückstau nach Österreich war gering, wie dpa-Reporter vor Ort berichteten. Auch Raststätten und deren Parkplätze im Grenzgebiet seien auffällig leer.

+++ 15.03.2020: Bayern: Ab Dienstag Kinos zu, ab Mittwoch auch viele Geschäfte +++

Wegen des Coronavirus werden in Bayern ab Dienstag alle Bars, Kinos und Schwimmbäder geschlossen, ab Mittwoch sollen dann auch ausgewählte Geschäfte ihre Pforten dicht machen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen in München.

Demnach bleiben aber trotz der weiteren Ausbreitung von Sars-CoV-2 alle Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogeriemärkte, Banken und Tankstellen weiter geöffnet. Die Grundversorgung werde dadurch aufrechterhalten, hieß es. Gleichwohl bedeuten die Schließungen eine weitere Beschränkung des öffentlichen Lebens in Bayern.

+++ 15.03.2020: Dreyer: Einschränkung des Grenzverkehrs kann wichtiger Schritt sein +++

Einschränkungen im Grenzverkehr können nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus ein wichtiger Schritt sein. "Weltweit führt die Corona-Pandemie zu einschneidenden Maßnahmen, um die Bevölkerung am wirkungsvollsten zu schützen", sagte die SPD-Politikerin am Sonntag.

Bei Einschränkungen des Grenzverkehrs sei ein abgestimmtes Vorgehen der Länder und des Bundes notwendig. "Deswegen ist es wichtig, dass wir heute eine gemeinsame Lösung der Anrainerländer mit der Bundesregierung finden und dass diese Lösung mit unseren Nachbarstaaten abgestimmt ist", sagte Dreyer. Der Schutz der Menschen stehe im Vordergrund.

Wegen des Coronavirus führt Deutschland an diesem Montagmorgen strenge Regeln an seinen Grenzen zu Frankreich, Österreich und zur Schweiz ein. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen. Die Grenze zu Dänemark soll geschlossen werden. Über Einzelheiten will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Sonntagabend um 19.00 Uhr in Berlin informieren.

Dem Vernehmen nach haben sich Kanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, Seehofer, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf die neuen Regeln an der Grenze verständigt. Demnach soll es sowohl verschärfte Kontrollen als auch Zurückweisungen geben.

+++ 15.03.2020: Sechster Coronavirus-Todesfall in NRW +++

In Nordrhein-Westfalen ist eine sechster mit dem Coronavirus infizierte Person gestorben. Ein 81-Jähriger, der vor einer Woche positiv auf das Virus getestet wurde, sei am Sonntag gestorben, teilte die Stadt Düsseldorf mit, ohne weitere Details zu nennen.

Eine 84-jährige Frau aus Gangelt mit ernsthaften Vorerkrankungen war in der Nacht auf Freitag einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Neuss erlegen, wie der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, zuvor am Sonntag mitgeteilt hatte. Auch in diesem Fall sei die Virus-Infektionsquelle noch unbekannt.

+++ 15.03.2020: Fünfter Coronavirus-Todesfall in NRW +++

In Nordrhein-Westfalen ist eine fünfte mit dem Coronavirus infizierte Person gestorben. Eine 84-jährige Frau aus Gangelt mit ernsthaften Vorerkrankungen sei in der Nacht auf Freitag einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Neuss erlegen, teilte der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, am Sonntag mit. Auch in diesem Fall sei die Virus-Infektionsquelle noch unbekannt. "Jede dieser Nachrichten betrübt mich zutiefst. Mein aufrichtiges Beileid gilt der Familie", erklärte der Landrat.

Zuvor war eine 78-Jährige am Donnerstagnachmittag an den Folgen einer Lungenentzündung in einem Heinsberger Krankenhaus gestorben. Das erste Todesopfer in NRW und auch bundesweit war eine 89-Jährige aus Essen, das zweite ein 78-Jähriger aus Gangelt im Kreis Heinsberg. Am Mittwoch starb dann ein 73-Jähriger in einem Heinsberger Krankenhaus.

+++ 15.03.2020: Kreise: Deutschland schließt wegen Coronavirus teilweise Grenzen +++

Wegen des Coronavirus schließt Deutschland ab Montagmorgen weitgehend seine Grenzen zu Frankreich, Österreich und zur Schweiz. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen, zuvor hatte die "Bild Zeitung" dies berichtet. Die teilweise Grenzschließung soll ab Montagmorgen 08.00 Uhr gelten.

Dem Vernehmen nach haben sich Kanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder, Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Saarlands Regierungschef Tobias Hans (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) darauf verständigt. Demnach soll es sowohl verschärfte Kontrollen und auch Zurückweisungen geben.

Der Warenverkehr zwischen Deutschland und den Nachbarstaaten soll nach dpa-Informationen aber weiter gesichert bleiben. Auch Pendler dürften den Plänen zufolge weiterhin die Grenzen passieren. Hintergrund ist nicht nur die Eindämmung des Coronavirus, sondern auch der Versuch, Hamsterkäufe von Ausländern zu unterbinden, die im grenznahen Raum bereits zu Versorgungsproblemen geführt haben, wie die "Bild-Zeitung" ebenfalls berichtete.

+++ 15.03.2020: 1.000 Schüler und 100 Lehrer müssen in Lüneburg in Quarantäne +++

Nach einer bestätigten Corona-Infektion bei einer Lehrkraft an einem Gymnasium in Lüneburg müssen über 1.000 Schüler und rund 100 Lehrer in Quarantäne. Die betroffene Lehrkraft sei zuvor mit einer Schulklasse in Tirol gewesen, teilte die Stadt Lüneburg am Sonntag mit. Aufgrund des großen Kreises von Menschen um die erkrankte Lehrkraft habe das Gesundheitsamt entschieden, die gesamte Belegschaft und alle Schülerinnen und Schüler häuslich zu isolieren. Die Quarantäne gilt - sofern keine Symptome festgestellt werden - bis voraussichtlich zum 25. März.

Unabhängig davon bleibt das Gymnasium wie alle Schulen in Niedersachsen bis zum 18. April 2020 geschlossen. Es könne keine Notbetreuung an der Schule stattfinden, so die Stadt.

+++ 15.03.2020: Bestätigte Corona-Fälle in NRW: Zahl steigt auf 2.100 +++

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist in Nordrhein-Westfalen über die Marke von 2000 gestiegen. Am Sonntag gab es (Stand 11.30 Uhr) 2.100 bestätigte Erkrankungen mit dem Erreger Sars-CoV-2, wie das Gesundheitsministerium in Düsseldorf mitteilte. Am Samstag waren es zur selben Zeit 1.636 Fälle und damit 464 weniger.

Der Kreis Heinsberg bleibt mit 650 nachgewiesenen Infektionen mit großem Abstand am stärksten betroffen. In Aachen und der Städteregion Aachen gab es zusammen 140 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. In Köln, der größten Stadt des Bundeslandes, waren es 129 Fälle. In der zweitgrößten Stadt Düsseldorf waren 36 Fälle bekannt, in Dortmund 19 und in Essen 52.

+++ 15.03.2020: Bahn schränkt Regionalverkehr ein - Verzicht auf Kartenkontrolle +++

Die Deutsche Bahn wird in den nächsten Tagen ihren Regionalverkehr deutlich einschränken. Damit reagiert das Unternehmen auf die geringe Zahl an Fahrgästen als Folge der Coronavirus-Krise, wie eine Sprecherin am Sonntag in Berlin sagte. Außerdem würden in den Regionalzügen bis auf weiteres die Fahrkarten nicht mehr kontrolliert. Dies geschehe zum Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern, sagte die Sprecherin. Zuvor hatte der "Spiegel" über die Maßnahmen der Bahn berichtet.

+++ 15.03.2020: Coronavirus: Zweiter Todesfall in Bayern +++

In Bayern ist ein weiterer Mensch einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus erlegen. Es handele sich um eine 86-jährige Frau aus einem AWO-Seniorenheim, die am Freitag mit Atemnot in das Kemptener Klinikum eingewiesen wurde, wie die AWO Schwaben am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Das Gesundheitsamt Kempten habe das Heim darüber informiert, dass die Erkrankung und der Tod der Frau durch eine Infektion mit dem Virus verursacht wurde. Damit sind in Bayern inzwischen nachweislich zwei Menschen an Covid-19 gestorben. Am Donnerstag war ein Über-80-Jähriger im Klinikum Würzburg der Krankheit erlegen. Bundesweit sind somit neun Menschen an der Krankheit gestorben.

+++ 15.03.2020: Laschet appelliert an Gemeinsinn - "Hamstern unsolidarisch" +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Menschen in Deutschland angesichts der Coronavirus-Krise zu Rücksichtnahme und Gemeinsinn aufgerufen. "Hamstern oder das Stehlen von Desinfektionsmitteln in Krankenhäusern sind unsolidarisch", sagte der Kandidat für den CDU-Vorsitz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Auch seinen eigenen Verwandten würde er von übertriebenen Vorratskäufen abraten, sagte Laschet. "Kauf was nötig ist, vielleicht auch etwas mehr, um Einkaufsgänge zu reduzieren. Aber keine panischen Hamsterkäufe." Denn Deutschlands Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs sei sicher. "Wir erwarten keine Lieferengpässe bei Nahrungsmitteln oder Toilettenpapier", und Supermärkte blieben offen. "Das würde ich einem Angehörigen nahebringen."

Eindringlich warnte der NRW-Ministerpräsident auch davor, die Apotheken zu stürmen. "Wenn jeder anfängt, Medikamente zu horten, die er nicht braucht, bricht auch das beste System zusammen. Das System beruht auf Vertrauen, und jeder trägt dazu bei, dass dieses Vertrauen erhalten bleibt." Gerade jetzt dürfe es keinen "Rückzug in den Egoismus" geben. "Alle sollten sich jetzt auf den Gemeinschaftssinn besinnen, der unser Land stark gemacht hat", betonte Laschet.

+++ 15.03.2020: Coronavirus: Südkorea meldet wieder weniger Neuinfektionen +++

Die Zahl der täglich erfassten Corona-Infektionen in Südkorea ist zum ersten Mal seit mehr als drei Wochen auf unter 100 zurückgegangen. Am Samstag seien 76 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Die Gesamtzahl der Menschen in dem Land, die sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben, erreichte damit 8.162. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um 3 auf 75.

Die aktuellen Fallzahlen bestätigten den Abwärtstrend bei den Neuerkrankungen in den vergangenen Tagen. Südkorea hatte am Freitag zum ersten Mal seit dem Beginn des Ausbruchs im Januar mehr Genesungen von dem Virus gemeldet als neue Infektionen.

Die Behörden warnten jedoch zuletzt mehrmals vor dem Risiko, dass weitere Virusfälle aus dem Ausland eingeschleppt werden könnten. Sorgen bereiten ihnen auch weiter lokale Häufungen von Ansteckungen. Zuletzt wurden in der Hauptstadt Seoul mehr als 100 Infektionen unter Mitarbeitern eines Call-Centers und ihren Familienangehörigen festgestellt.

Die Mehrheit der neu erfassten Fälle konzentriert sich aber erneut in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region. Mehr als 60 Prozent aller Infektionen in Südkorea entfallen auf Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat. Südkorea hatte am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen.

+++ 15.03.2020: Coronavirus: China bestätigt neue 20 Infektionen - 10 Tote +++

In China ist die Zahl der Infektionen durch das neuartige Coronavirus laut offizieller Angaben erneut nur leicht gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Sonntag mitteilte, kamen landesweit 20 Erkrankungen mit der Lungenkrankheit Covid-19 hinzu. 16 der Fälle wurden demnach bei Menschen nachgewiesen, die aus dem Ausland nach China zurückkehrten. Die Kommission führt diese Patienten als importierte Fälle in der Statistik. Zehn weitere Menschen kamen durch das Coronavirus ums Leben, wie die Behörde ferner berichtete.

Seit Beginn der Epidemie im Dezember haben sich nach der offiziellen Statistik insgesamt 80 844 Menschen in Festlandchina mit dem neuen Coronavirus infiziert. Mehr als 65 000 haben die Krankenhäuser wieder verlassen. 3.199 Tote sind bislang in der Volksrepublik zu beklagen.

Die Gesundheitsbehörde hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass China den Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung überschritten habe. Inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle ist, ist jedoch unklar.

+++ 15.03.2020: Berliner Polizei schließt Kneipen +++

Die Berliner Polizei ist am Samstagabend die Kneipen der Hauptstadt abgefahren und hat sie wegen der Coronavirus-Epidemie geschlossen. In Neukölln gingen Polizisten von Bar zu Bar und baten die Kellner darum, alle Gäste hinauszubitten. Ebenso wurden in Wedding Eckkneipen nach und nach geschlossen. Über Twitter bat die Polizei um Verständnis und berichtete, dass es in fast allen Fällen keine Probleme gab: "Unsere Kolleg. melden gerade aus ihrem Einsatz, dass Sie alle volles Verständnis für die Verordnung und die Umsetzung haben. Vielen Dank für Ihre Unterstützung, denn nur gemeinsam wir können #Covid19 eindämmen."

+++ 15.03.2020: Kulturrat für Absage aller Veranstaltungen - Sorge um freie Künstler +++

Zahlreiche Theater, Opern, Konzerthäuser und Clubs sind vorerst geschlossen. Die Vizepräsidentin des Deutschen Kulturrats, Ulrike Liedtke, hält eine Absage aller Kulturveranstaltungen aus Vorsorge vor dem Coronavirus für sinnvoll. "Es sollte auch keine kleinen Veranstaltungen mehr geben", sagte Liedtke der Deutschen Presse-Agentur. "Kompromisse halte ich im Moment für falsch, wenn man die Kette der Ansteckungen unterbrechen will." Kulturelles Leben finde auch statt, wenn man ein Buch lese oder sich eine CD anhöre, es gebe auch Hauskonzerte im Internet. Sie hält finanzielle Hilfe vor allem für freie Künstler für notwendig.

Alle aktuellen kulturellen Veranstaltungsabsagen finden Sie hier.

+++ 14.03.2020: RKI: Bis Samstag fast 3800 Covid-19-Fälle in Deutschland - Acht Tote +++

In Deutschland sind bis zum Samstagnachmittag nach Zählungen des Robert Koch-Instituts 3.795 laborbestätigte Covid-19-Fälle registriert worden - 733 mehr als am Vortag. Acht Menschen seien bisher an der Krankheit gestorben, teilte das RKI am Abend auf seiner Internetseite mit. Die meisten Fälle (1154) meldete weiterhin Nordrhein-Westfalen, wo vor allem der Landkreis Heinsberg betroffen ist. Aus Bayern wurden 681 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet, aus Baden-Württemberg 569.

+++ 14.03.2020: Coronakrise: Berlin verschärft Verbote drastisch +++

Berlin verbietet wegen der Coronakrise ab sofort alle öffentlichen und nicht-öffentlichen Veranstaltungen ab 50 Personen. Das teilte ein Sprecher der Staatskanzlei am Samstagabend mit. Kneipen, Bars, Spielhallen und Clubs müssen demnach schließen. Auch Kinos, Theater und Konzerthäuser dürfen nicht mehr öffnen. Auch der Sportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen ist verboten. Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen ihre Türen schließen. Darüber hinaus dürfen Patienten im Krankenhaus keinen Besuch mehr empfangen - Ausnahme seien solche unter 16 Jahren und Schwerstkranke.

Die gesetzliche Grundlage für die neuen Verordnungen sei das Infektionsschutzgesetz. Die Maßnahmen gelten zunächst bis einschließlich 19. April. Ausnahmen gibt es für Restaurants: Gaststätten, in denen vor Ort zubereitetes Essen verabreicht wird, dürfen öffnen, wenn die Tische mindestens einen Abstand von 1,5 Meter voneinander haben.

Patienten unter 16 Jahren und Schwerstkranke dürften einmal am Tag für eine Stunde eine Person empfangen, sofern diese keine Erkrankung an den Atemwegen habe, hieß es weiter. Auch in Pflegeheimen dürfen Bewohner nur einmal am Tag Besuch empfangen, allerdings niemanden unter 16 Jahren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen.

+++ 14.03.2020: Kölner Dom ab Sonntag nur noch zum Gebet geöffnet +++

Der Kölner Dom ist ab Sonntag nur noch für Menschen geöffnet, die ihn zum Gebet aufsuchen möchten. Das teilte Domsprecher Markus Frädrich am Samstagabend mit Verweis auf das von der Stadt Köln in der Coronakrise erlassene Veranstaltungsverbot mit. Deshalb würden ab Sonntag nur noch einzelne Gottesdienste unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert und von Domradio.de übertragen. Den Dom besuchen normalerweise im Schnitt 16.000 bis 20.000 Menschen täglich. Er ist damit eines der meistbesuchten Gotteshäuser in Deutschland.

+++ 14.03.2020: Weitere Corona-Infektionen im Bundestag bei Grünen und FDP +++

Auch in der Bundestagsfraktion der Grünen gibt es nun einen Corona-Fall. "Einer unserer Abgeordneten wurde positiv auf Corona getestet. Alle erforderlichen Maßnahmen sind eingeleitet", sagte eine Sprecherin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Den Namen des Abgeordneten nannte sie nicht. "Die anderen Fraktionen wurden informiert", sagte sie.

Zudem gibt es in der FDP-Fraktion inzwischen einen dritten Fall, wie ein Fraktionssprecher bestätigte, ohne den Namen zu nennen. Allerdings machte der Abgeordnete Thomas Sattelberger seine Infektion selbst bekannt. Im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er: "Ich bin 70 geworden und weiß seit einer Stunde, dass ich Corona-positiv bin."

Zuvor hatte es in der FDP-Fraktion bereits zwei Infektionen gegeben. Als erstes war eine Ansteckung mit dem Coronavirus beim FDP-Abgeordneten Hagen Reinhold bestätigt worden. Außerdem hatte dann sein Fraktionskollege Alexander Graf Lambsdorff im "Spiegel" über seine eigene Infektion gesprochen.

+++ 14.03.2020: Umfrage: Corona-Pandemie treibt Deutsche um wie kein anderes Thema +++

Die Ausbreitung des Coronavirus bewegt die Deutschen stärker als jedes andere Thema. Für drei Viertel der Bürger (76 Prozent) ist die Pandemie nach dem neuen RTL/ntv-Trendbarometer das wichtigste Thema. Das sei im Themenradar der Forsa-Umfrage der Spitzenwert in diesem Jahr, berichtete RTL am Samstag. Daneben ist die Klimadebatte in den Hintergrund getreten, sie ist der Erhebung zufolge nur noch für drei Prozent der Bürger ein wichtiges Thema, das Flüchtlingsdrama in Syrien, Griechenland und der Türkei hingegen immerhin für 38 Prozent.

Die Corona-Krise schlägt sich auch auf die Wählermobilisierung nieder: So ist der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen der Umfrage zufolge im Vergleich zur Vorwoche von 27 auf 22 Prozent gesunken. Davon profitiert die Union: 29 Prozent der Wahlwilligen würden derzeit CDU/CSU wählen; das ist ein Anstieg um 3 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche in dieser Umfrage. Die Grünen kämen auf 22 Prozent (minus zwei Prozentpunkte), die SPD auf 14 Prozent (minus ein Prozentpunkt). Die Werte der übrigen Parteien bleiben unverändert. Die FDP erreicht demnach aktuell 6 Prozent, die Linke 10 und die AfD 11 Prozent.

+++ 14.03.2020: Bundesgesundheitsministerium warnt vor Falschnachrichten +++

Das Bundesgesundheitsministerium hat die Bevölkerung vor Falschnachrichten und Panikmache in der Corona-Krise gewarnt. "Achtung Fake News", schrieb das Ministerium am Samstag auf Twitter. "Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen."

Ein Sprecherin äußerte sich auch zur Aussage von Minister Jens Spahn, wonach sich alle Reiserückkehrer aus Italien, Österreich und der Schweiz selbst für zwei Wochen in Quarantäne begeben sollten. Dabei handele es sich um eine Empfehlung, erklärte eine Sprecherin.

"Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause", hatten Spahn und sein Ministerium am Freitagabend jeweils auf Twitter geschrieben. Dies gelte "unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht".

+++ 14.03.2020: Zahl der Coronavirus-Infektionen in Bayern auf 681 gestiegen +++

In Bayern steigt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus weiter. Bislang sind im Freistaat 681 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Samstag mitteilte (Stand 13.00 Uhr). Das sind 123 Fälle mehr als am Vortag.

Mit 364 gibt es die meisten registrierten Infektionen in Oberbayern, davon in München 178 Fälle, in Freising 51 Fälle und in Starnberg 34 Fälle.

Zur Eindämmung des Coronavirus liegt das öffentliche Leben im Freistaat weitgehend lahm. Publikumsträchtige Veranstaltungen wurden abgesagt. Ab Montag bleiben bis 19. April landesweit alle Schulen, Kindertagesstätten und Krippen geschlossen. Zudem traten am Samstag von der Staatsregierung verhängte, weitreichende Auflagen für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen in Kraft.

+++ 14.03.2020:Auch Mecklenburg-Vorpommern entscheidet sich für Schulschließungen +++

Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben von Montag an auch in Mecklenburg-Vorpommern Schulen und Kitas flächendeckend geschlossen. Das verkündete Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag am Rande einer Sondersitzung ihres Kabinetts. Die Landesregierung in Schwerin folgt damit den Entscheidungen der meisten anderen Bundesländer.

Schwesig hatte als Reaktion auf die deutlich steigenden Infektionsfälle in Deutschland und auch in Mecklenburg-Vorpommern ihre Minister zu einer Sondersitzung zusammengerufen, um über geeignete Maßnahmen gegen die schnelle Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu beraten.

Bis Freitagabend waren landesweit 33 nachgewiesene Infektionen bekannt geworden, 10 mehr als am Tag zuvor. Größere Sport- und Kulturveranstaltungen im Nordosten wurden abgesagt, die Hochschulen verlängerten vorsorglich die Semesterferien bis Mitte April.

Damit haben jetzt alle Länder ihre Linie vorerst festgelegt. Nächste Woche werden nunmehr in 13 Bundesländern flächendeckend die Schulen geschlossen: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern.

Sachsen will am Montag zunächst die Schulpflicht aussetzen; Lehrer, Schüler und Eltern sollen auf diese Weise Zeit bekommen, sich auf Schulschließungen vorzubereiten. Den genauen Zeitpunkt will die Landesregierung kommende Woche festlegen. Brandenburg setzt den regulären Schulunterricht von Mittwoch an vorerst aus. Der Schulbesuch ist damit weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend. Eine ähnliche Regelung gibt es in Hessen ab Montag.

+++ 13.03.2020: Robert-Koch-Institut: Jetzt mehr als 3000 Infizierte +++

Das Robert-Koch-Institut meldet am Freitag einen Anstieg der bestätigten Infektionen in Deutschland auf 3062.

+++ 13.03.2020: Berlin macht Bars, Clubs und Kneipen ab Dienstag dicht +++

Berlins regierender Oberbürgermeister Michael Müller (SPD) teilte am Freitagabend mit, dass nach den Schließungen von Theatern, Museen und Bibliotheken, ab Dienstag neben den Schulen und die Gastronomie-Betriebe geschlossen werden.Mit der temporären Schließung von Bars, Clubs und Restaurants will der Senat das Ansteckungsrisiko minimieren.Die Maßnahmen sollen zunächst bis Ende der Osterferien (19. April) andauern.

+++ 13.03.2020: Merkel sagt umfassenden Kampf gegen Virus auf allen Ebenen zu +++

Im Kampf gegen die Coronavirus-Krise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Unterstützung für Wirtschaft und Gesellschaft auf allen Ebenen zugesagt. Merkel (CDU) sagte am Freitag in Berlin: "Wir sind gewillt, die Bundesregierung, aber auch die Bundesländer, der Deutsche Bundestag, alles zu tun, was notwendig ist, alles zu tun, was Deutschland braucht, damit wir durch diese Krise möglichst gut hindurchkommen." Die beschlossenen flächendeckenden Schulschließungen, die angekündigten umfassenden Kreditzusagen für Unternehmen und das Kurzarbeitergeld seien bereits weitreichende Maßnahmen.

Die Krise sei umfassend. "Sie ist so, dass wir damit keine Erfahrungen haben." Sie erinnere an die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. "Aber hier haben wir es mit einem Gegner zu tun, wenn ich es einmal so sagen darf, einem Virus, den wir nicht kennen, wo wir nicht wissen, wie wir ihn bekämpfen können, durch Impfungen oder Medikamente, und deshalb müssen wir so agieren, wie wir es möglichst kraftvoll tun können."

Ihr Wunsch sei es, dass alle Bürger Solidarität zeigen, "indem sie Abstand zueinander halten". Dies sei "eine scheinbar paradoxe Sache". Doch den Schwächsten, Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen helfe man am besten, "wenn soziale Kontakte so weit wie möglich gemieden werden".

+++ 13.03.2020: Coronavirus: Fast alle Bundesländer schließen die Schulen +++

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus werden die meisten Schulen und Kitas in Deutschland ab der kommenden Woche geschlossen. Bis Freitagnachmittag kündigten 14 Bundesländer flächendeckende Schließungen an: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, das Saarland, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Es ist damit zu rechnen, dass sich weitere Landesregierungen dieser Entscheidung anschließen.

Die meisten Länder wollen die Schulen und Kitas bis zum Ende der Osterferien geschlossen halten, also bis Mitte oder Ende April. Sachsen will am Montag zunächst die Schulpflicht aussetzen, Lehrer, Schüler und Eltern sollen auf diese Weise Zeit bekommen, sich auf Schulschließungen vorzubereiten. Den genauen Zeitpunkt will die Landesregierung kommende Woche festlegen. In Mecklenburg-Vorpommern will das Kabinett am Samstag entscheiden, ob flächendeckende Schließungen notwendig sind.In Brandenburg soll der reguläre Schulunterricht aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus ab Mittwoch vorerst ausgesetzt werden. Das teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Potsdam mit. Der Schulbesuch sei weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend.

Mehr dazu: Dauer, Gehalt, Schul-Ersatz und Co. - DAS müssen Eltern jetzt wissen!

+++ 13.03.2020: Erste bestätigte Coronavirus-Infektion bei VW in Deutschland +++

Bei Volkswagen gibt es den ersten bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion in Deutschland. Ein Mitarbeiter des Standorts Baunatal bei Kassel sei nach der Rückkehr von einer privaten Reise positiv auf den neuen Erreger getestet worden, hieß es am Freitag aus dem Konzern. Er sei nun in häuslicher Quarantäne. Dem Mann gehe es gut, nähere Angaben machte das Unternehmen nicht. Fünf Kollegen, die Kontaktpersonen waren, seien vorsorglich ebenfalls nach Hause geschickt worden. Man stehe in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden. Die schon länger geltenden Vorschriften zu Hygiene und Gesundheitsschutz an den einzelnen VW-Standorten seien weiterhin in Kraft.

+++ 13.03.2020: Kreise: Sachsen will Schulpflicht aussetzen - Schließungen in Sicht +++

Sachsen will ab kommenden Montag wegen des Coronavirus die Schulpflicht aussetzen. Die Kinder können demnach zu Hause bleiben, eine Betreuung an Schulen wird sichergestellt, war am Freitag aus Regierungskreisen zu erfahren. Lehrer, Schüler und Eltern sollen auf diese Weise Zeit bekommen, sich auf Schulschließungen vorzubereiten. Der genaue Zeitpunkt von Schließungen soll im Laufe der kommenden Woche entschieden werden. Über die Aufhebung der Schulpflicht hatte am Freitag zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet. Mehrere Bundesländer kündigten am gleichen Tag an, den Schulbetrieb wegen Infektionsgefahr einstellen zu wollen.

+++ 13.03.2020: Laschet: NRW steht vor größter Bewährungsprobe der Landesgeschichte +++

Nordrhein-Westfalen steht wegen der Ausbreitung des Coronavirus nach Worten von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wahrscheinlich "vor der größten Bewährungsprobe" in der Landesgeschichte. "Wir haben es mit einem unsichtbaren Gegner zu tun, dessen Bekämpfung unser Land an den Rand seiner Kräfte führen wird", sagte Laschet am Freitag in Düsseldorf.

Nach Einschätzungen von Experten werde sich in den kommenden ein bis zwei Jahren "eine große Zahl der Bevölkerung" in NRW mit dem Coronavirus infizieren - "und das in mehreren Wellen", sagte Laschet. Bei den meisten Infizierten sei der Krankheitsverlauf nicht bedrohlich, aber es sei trotzdem mit einer sehr hohen Zahl von schweren Verläufen zu rechnen. Daher müssen jetzt die "Schwächsten in unserer Gesellschaft" geschützt werden.

+++ 13.03.2020: Baden-Württemberg will Grenzkontrollen wegen Coronavirus verstärken +++

Baden-Württemberg will die Grenze zu Frankreich wegen des grassierenden Coronavirus strenger überwachen. "Es gehört jetzt auch dazu, dass wir dort, wo es notwendig ist, den internationalen Grenzverkehr stärker kontrollieren", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag in Stuttgart. "Insbesondere an der Grenze zu Frankreich werden die Bundespolizei und die Landespolizei Baden-Württemberg die Grenzkontrollen verstärkt intensivieren." Es werde Einschränkungen im Grenzverkehr geben - das sei eine "zwingend notwendige Maßnahme". Zuvor hatte Strobl in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) schärfere Grenzkontrollen gefordert.

Das Robert Koch-Institut hat die an Deutschland grenzenden ostfranzösischen Gebiete Elsass und Lothringen als Coronavirus-Risikogebiete eingestuft.

+++ 13.03.2020: Laschet: Keine Besuche mehr in Pflege- und Altenheimen in NRW +++

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag in Düsseldorf.

+++ 13.03.2020: Übersicht der Schulschließungen wegen Covid-19 +++

Wegen des neuartigen Coronavirus haben inzwischen mehrere Bundesländer angekündigt, Schulen und Kitas vorübergehend ab Montag, 16.03.2020, zu schließen. Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen wollen damit die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Es ist damit zu rechnen, dass sich weitere Bundesländer dieser Entscheidung anschließen. In NRW sollen Schulen und Kitas ab kommender Woche Mittwoch geschlossen bleiben, in BaWü ab Dienstag. In Mecklenburg-Vorpommern betreffen die Schließungen zunächst nur Rostock und den Landkreis Ludwigslust-Parchim.

In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt - einschließlich Berufsschulen - rund 43.000 Schulen mit 11 Millionen Schülern und 820.000 Lehrern. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey verwies auf die Probleme, die flächendeckende Schulschließungen mit sich bringen. Ein solcher Schritt würde Eltern betreffen, die dann in Kliniken, in der Pflege oder Arztpraxen fehlen würden, sagte die SPD-Politikerin der Rhein-Neckar-Zeitung. "Häufig springen die Großeltern bei der Betreuung ein. Damit würden die Älteren gerade aber umso mehr gefährdet."

+++ 13.03.2020: Berlin und Niedersachsen schließen Schulen und Kitas ab Montag +++

Berlin will von nächster Woche an stufenweise Schulen und Kitas schließen und den öffentlichen Nahverkehr auf ein Mindestmaß reduzieren. Auch in Niedersachsen schließen die Schulen ab kommenden Montag.

+++ 13.03.2020: Bayern schließt wegen Coronavirus alle Schulen - Besuchsverbot in Altenheimen +++

Wegen der Coronavirus-Krise schließt Bayern ab Montag alle Schulen. Bis zum Beginn der Osterferien am 6. April werden alle Kindergärten, Schulen und Kitas geschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr. Außerdem erklärte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder: "Wir schränken das Besuchsrecht in Pflege- und Altenheimen ein".

+++ 13.03.2020: Saarland schließt Schulen und Kitas +++

Als erstes Bundesland hat das Saarland in der Nacht zu Freitag bekanntgegeben, dass wegen des Coronavirus landesweit Schulen und Kindertagesstätten bis Ende der Osterferien geschlossen werden. Dies geschehe aufgrund der Situation des Saarlandes als Grenzland, teilte die Staatskanzlei in der Nacht zu Freitag mit. Eine Notbetreuung für Familien werde sichergestellt. Damit solle die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden.

Schulen und Kitas sollen ab kommendem Montag geschlossen bleiben. Am Freitag berät im Saarland die Ministerkonferenz über das weitere Vorgehen.

+++ 13.03.2020: Merkel mahnt in Coronakrise Verzicht auf soziale Kontakte an +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bevölkerung wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus aufgefordert, wo immer möglich auf Sozialkontakte zu verzichten. Auch "alle nicht notwendigen" Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern sollten abgesagt werden, sagte die CDU-Politikerin nach Beratungen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder im Berliner Kanzleramt. "Das ist ein Aufruf an alle", sagte Merkel. Bisher galt die Aufforderung der Bundesregierung, Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern abzusagen.

+++ 13.03.2020: Bundesländer streiten über bundesweite Corona-Schulschließungen +++

Auch die vorübergehende Schließung von Kindergärten und Schulen etwa durch das Vorziehen der Osterferien sei eine weitere Option, sagte Merkel. Die Ausbreitung des Virus werde voraussichtlich vor keiner Region haltmachen. Dazu fanden die Länder in den Beratungen aber keine einheitliche Linie, bundesweite Schulschließungen sind in Deutschland vorerst weiterhin nicht geplant. Viele Länder und auch Bayern wollten am Freitag entscheiden, wann vor Ostern die Schulen geschlossen würden.

Gravierende Spuren werde die Epidemie auch im Wirtschaftssystem haben, sagte Merkel. "Wir haben es mit einem dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun, das heißt, die Zahl der infizierten Personen steigt sehr stark an." Die aktuelle Situation sei "außergewöhnlicher als zu der Zeit der Bankenkrise". Bund und Länder wollen nach den Worten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Wirtschaftskrise in Deutschland als Folge des Coronavirus verhindern:

+++ 13.03.2020: Alarm-Plan für Krankenhäuser wegen Corona - Operationen werden verschoben +++

Um die Krankenhäuser für Coronapatienten frei zu halten, sollen alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe verschoben werden. Dies solle soweit medizinisch vertretbar ab Montag für unbestimmte Zeit gelten, heißt es in einem Beschlusspapier. Söder sagte, man wolle einen "Schutzschirm für Krankenhäuser" spannen. Bund und Länder hätten vereinbart, dafür auch die entsprechenden finanziellen Grundlagen "jenseits des normalen Abrechnungssystems" zu legen. Krankenhäuser, die sich umstellen, müssten die Gewissheit haben, dass sie finanziell entschädigt werden. Der Beschluss legt fest, dass die entstehenden wirtschaftlichen Folgen für die Krankenhäuser seitens der gesetzlichen Krankenkassen ausgeglichen werden.

+++ 12.03.2020: Hessen stellt Abiturienten vorerst vom Unterricht frei +++

Hessen stellt seine Abiturienten wegen der Coronapandemie vom Unterricht frei. Die als Vorsichtsmaßnahme gedachte Regelung gilt vom kommenden Montag (16. März) an bis zum Beginn der Osterferien (6. April), wie ein Sprecher des Kultusministeriums am Donnerstag sagte. Zuvor hatten die Zeitungen der VRM-Gruppe darüber berichtet. Am kommenden Donnerstag (19. März) beginnen in Hessen die schriftlichen Abiturprüfungen. Die Abiturienten sollen die Schule nur noch dazu betreten.

+++ 12.03.2020: Tschechische Bahn stellt Verkehr von und nach Deutschland ein +++

Die tschechische Staatsbahn Ceske Drahy (CD) stellt ab der Nacht zu Samstag den Verkehr von und nach Deutschland ein. "Die Züge werden bis zur Staatsgrenze fahren und dann umkehren", teilte der Konzern am Donnerstag bei Twitter mit. Man reagiere damit auf die Ausrufung des Notstands durch die Regierung in Prag, um eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern.

Die Deutsche Bahn warnte vor Einschränkungen im Bahnverkehr wegen der behördlichen Anordnungen im Nachbarland. Betroffen sind unter anderem die Eurocity-Verbindungen Hamburg-Berlin-Prag sowie die IC-Busse zwischen Leipzig und Prag sowie zwischen Nürnberg und Prag. Auch das tschechische Privatunternehmen RegioJet stellt seine Zug- und Fernbusverbindungen unter anderem nach Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Österreich und die Schweiz ab Samstag ein.

+++ 12.03.2020: Fünfter Coronavirus-Toter in Deutschland gemeldet - Mann in Bayern +++

In Bayern ist erstmals ein Patient nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der über 80-Jährige hatte Vorerkrankungen und sei in der Nacht zum Donnerstag im Klinikum Würzburg gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in München mit.

+++ 12.03.2020: Baden-Württemberg entscheidet Freitag über Schulschließungen +++

Die baden-württembergische Landesregierung will angesichts der Coronavirus-Krise bei einer Sondersitzung des Kabinetts am Freitag über allgemeine Schulschließungen bis Ostern entscheiden. Das bestätigte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Sondersitzung findet demnach um 12.00 Uhr statt und soll eventuell per Videoschalte durchgeführt werden. Dort sollen Maßnahmen beschlossen werden, um das Virus einzudämmen und die Ausbreitung zu verlangsamen.

+++ 12.03.2020: Wolfgang Niersbach in Quarantäne - Sommermärchen-Prozess unterbrochen +++

Der in der Schweiz angeklagte Ex-Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Wolfgang Niersbach, ist wegen eines Coronavirus-Verdachtsfalls in seinem Umfeld in Quarantäne gegangen. Deshalb wurde der Prozess in Bellinzona im Kanton Tessin am Donnerstag bis auf Weiteres unterbrochen. An der Schule von Niersbachs Stiefsohn habe es den Verdachtsfall gegeben, sagten seine Anwälte. Wann die Verhandlung fortgesetzt wird, sagte die Richterin nicht. Ende April verjährt das Delikt.

Niersbach (69) steht im sogenannten Sommermärchen-Prozess um dubiose deutsche Millionenzahlungen im Rahmen der Fußball-WM 2006 vor Gericht. Angeklagt sind auch die früheren Funktionäre des Deutschen Fußballbundes Theo Zwanziger (74) und Horst R. Schmidt (78) sowie der Ex-Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes FIFA, Urs Linsi (70).

+++ 12.03.2020: Erster Corona-Toter in Bayern - 2400 Infizierte in Deutschland +++

In Deutschland sind bislang mehr als 2400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders stark betroffen sind Nordrhein-Westfalen mit mehr als 900, Bayern mit mindestens 500 und Baden-Württemberg mit mehr als 330 Fällen. Fünf mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, ein weiterer Deutscher während einer Reise in Ägypten.

Die Zahlen auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) waren bis zum Donnerstagnachmittag zum Teil deutlich niedriger als die von den Bundesländern veröffentlichten Angaben. Das RKI listet nach eigenen Angaben ausschließlich Fälle auf, die ihm über den Meldeweg oder über offizielle Quellen mitgeteilt werden.

+++ 12.03.2020: Söder warnt vor Corona-Infarkt der Wirtschaft +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat in der Coronavirus-Krise ein "kluges Management" angemahnt und vor schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft gewarnt. "Die Sache ist wirklich sehr, sehr ernst und deswegen muss man vorurteilsfrei, ohne Scheuklappen, entscheidungsorientiert zu Ergebnissen kommen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einem Treffen der Ministerpräsidenten der Bundesländer in Berlin. "Es darf nicht zu einem wirtschaftlichen Corona-Infarkt führen." Man müsse sich "ein kluges Management überlegen. Das sollte sich an der Finanz- und Eurokrise anlehnen", sagte Söder weiter.

+++ 12.03.2020: 1. Coronavirus-Todesfall in Baden-Württemberg +++

Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilt, ist in Baden-Württemberg erstmals ein positiv auf das neuartige Coronavirus getesteter Mensch gestorben. Es handle sich um einen 67 Jahre alten Mann.

+++ 12.03.2020: Großstadt Halle schließt alle Schulen und Kitas +++

Die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt schließt von diesem Freitag an alle Kindertagesstätten und Schulen. Das gelte vorerst bis zum 27. März, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Donnerstag in Halle.

+++ 12.03.2020: RKI ruft junge Menschen zu Solidarität auf +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat angesichts der Coronavirus-Pandemie auch jüngere Menschen zu Selbstschutz und Solidarität aufgerufen. Im Moment sei von einigen aus dieser Gruppe zu hören, dass sie sich von Covid-19 nicht betroffen sähen und die Erkrankung für sich als harmlos einstuften, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade. Zwar seien tatsächlich Ältere und Menschen mit Grunderkrankungen besonders gefährdet. "Aber auch wenn es selten vorkommt: Auch bei jüngeren und gesunden Menschen kann es schwere Verläufe geben, darunter sogar Todesfälle", betonte Schaade.

Alle müssten deshalb die Situation ernst nehmen und sich selbst und andere schützen. "Die Jüngeren sollten sich natürlich bitte auch solidarisch mit den Älteren zeigen, die ein höheres Risiko haben", so Schaade. Den Anstieg der Meldezahlen hierzulande bezeichnete er als "recht schnell", wie auch in anderen Ländern. Ziel der Maßnahmen sei, die Zahlen zu drücken. Man werde anhand der Entwicklung in den nächsten Tagen und Wochen sehen, ob die lokalen Behörden dabei nachsteuern müssten.

+++ 12.03.2020: Abgeordnete fordern zwei Wochen "Corona-Ferien" +++

Drei fraktionslose Bundestagsabgeordnete haben vorgeschlagen, wegen der Verbreitung des Coronavirus alle Schulkinder schon jetzt bundesweit für zwei Wochen in die Ferien zu schicken. Bis zu den Osterferien Ende März abzuwarten oder auf die ersten positiv getesteten Kinder zu warten, um dann nur punktuell Schulen zu schließen, sei "mindestens leichtfertig" und werde der aktuellen Situation in keiner Weise gerecht, erklärten die ehemaligen AfD-Politiker Frauke Petry, Uwe Kamann und Mario Mieruch. Schließlich seien Schulen und Kindergärten grundsätzlich Orte, an denen sich Infektionskrankheiten rasch verbreiteten.

Die Bundesregierung hält flächendeckende Schulschließungen bislang nicht für sinnvoll - auch weil ein Teil der Ärzte und Polizisten sowie andere dringend benötigte Kräfte dann wegen der Kinderbetreuung womöglich nicht zur Arbeit erscheinen könnte.

+++ 11.03.2020: Bund kann 800 Millionen zusätzlich für Kampf gegen Corona ausgeben +++

Die Bundesregierung kann rund 800 Millionen Euro zusätzlich im Kampf gegen die Corona-Epidemie ausgeben. Der Haushaltsausschuss des Bundestags bewilligte dem Gesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin weitere 650 Millionen Euro für die Beschaffung von Schutzkleidung sowie Material für die Intensivpflege. 145 Millionen Euro bekommt das Forschungsministerium für die Impfstoffentwicklung und die Erprobung von Behandlungen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Kreisen des Ausschusses erfuhr.

Bereits bisher hatte der Haushaltsausschuss 348 Millionen Euro freigegeben, unter anderem für Schutzkleidung und die Weltgesundheitsorganisation. Damit belaufen sich die zusätzlichen Ausgaben für die Bekämpfung des Virus insgesamt auf mehr als 1,14 Milliarden Euro.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (SPD) sagte: "Ein wirkungsvoller Impfstoff ist das, auf was viele warten." Die internationale Impfstoffinitiative Cepi werde nun mit zusätzlichen 140 Millionen Euro unterstützt. Eine bereits gestartete zusätzliche Förderung der Medikamentenforschung werde um 5 auf 15 Millionen Euro erhöht. In Deutschland ist unter anderem die Tübinger Biotechfirma CureVac an der Impfstoffentwicklung beteiligt.

Sie hoffe, dass noch vor dem Sommer klinische Studien für einen Impfstoff starten könnte. Insgesamt werde es wohl ein bis eineinhalb Jahre bis zu einem Impfstoff dauern.

+++ 11.03.2020: Erster Abgeordneter hat Corona +++

Jetzt hat es auch einen Abgeordneten im Bundestag erwischt! Wie die "Bild" am Mittwochabend berichtet, gibt es nun den ersten offiziellen Corona-Fall im Deutschen Bundestag. Betroffen sei nach "Bild"-Informationen ein Abgeordneter der FDP. Seit Testergebnis sei positiv, heißt es.Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (77, CDU) hatte am Abend dieFraktionsgeschäftsführer in einer geheimen Sitzung darüber informiert.

Suche

Timo Hübers von Hannover 96 hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Bild: dpa

+++ 11.03.2020: WHO bezeichnet Verbreitung des neuen Coronavirus als Pandemie +++

Die Weltgesundheitsorganisation stuft die Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 nun als Pandemie ein. Das sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

+++ 11.03.2020: Mehr als 1800 Coronavirus-Nachweise in Deutschland +++

In Deutschland sind bislang mindestens 1850 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Nachrichtenagentur dpa hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders stark betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils weit mehr als hundert Fällen. Bislang sind bundesweit drei mit Sars-CoV-2-Infizierte gestorben, alle in Nordrhein-Westfalen.

Die Zahlen auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) waren bis zum Mittwochnachmittag zum Teil deutlich niedriger als die von den Bundesländern veröffentlichten Angaben. Das RKI listet nach eigenen Angaben ausschließlich Fälle auf, die ihm über den Meldeweg oder über offizielle Quellen mitgeteilt werden. "Da gibt es immer etwas Zeitverzug, vor allem in solch dynamischen Lagen." Diese Fallzahlen will das RKI nun täglich gegen 18 Uhr veröffentlichen.

+++ 11.03.2020: Spahn: Corona-Krise "möglicherweise bis zum Jahreswechsel" +++

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es für denkbar, dass die Corona-Krise das Leben in Deutschland bis zum Ende des Jahres beeinträchtigt. "Wir reden hier über Monate, möglicherweise bis zum Jahreswechsel", sagte Spahn am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag. Dort war der Minister nach weiteren Finanzhilfen gefragt worden, um wirtschaftliche Einbußen im Bereich Tourismus und Gastronomie abzufedern. Spahn räumte ein, dass zusätzliche Unterstützung notwendig werde, "wenn das länger als ein paar Wochen geht - und davon ist auszugehen".

+++ 11.03.2020: 1. Fußball-Profi mit Coronavirus infiziert +++

Der erste Fußballprofi wurde in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Dabei handelt es sich um Timo Hübers von Hannover 96. "Da der 23-Jährige seit der Ansteckung keinen Kontakt zu seinen Teamkollegen hatte, ist nicht davon auszugehen, dass sich Mitspieler bei ihm infiziert haben", schreibt der Club beim Kurznachrichtendienst Twitter. Hübers befinde sich in häuslicher Quarantäne.

Suche

Facebook will Fake-News über den Coronavirus löschen.

Bild: dpa

+++ 11.03.2020: Spahn gegen flächendeckende Schulschließungen wegen Corona-Krise +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist weiter gegen generelle Schulschließungen im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Es ist leichter, auf Fußballspiele oder Clubkonzerte zu verzichten, als auf eine Betreuung der Kinder, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Geschlossene Schulen und Kitas hätten auch Folgen für Polizisten oder Angehörige des Gesundheitswesens. Es könne auch fatale Folgen haben, Kinder nun etwa von der Oma betreuen zu lassen, sagte Spahn mit Blick auf das erhöhte Krankheitsrisiko für Ältere. Regionale Schulschließungen wie im besonders betroffenen Kreis Heinsberg seien sinnvoll. "Flächendeckend bin ich sehr zurückhaltend."

+++ 11.03.2020: Merkel ruft Bürger zu Solidarität in Corona-Krise auf +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Bürgerinnen und Bürger zur Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen. Merkel sagte am Mittwoch in Berlin: "Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander schon auf eine Probe gestellt, von der ich mir wünsche, dass wir diese Probe auch bestehen." In der Corona-Krise hat sie zudem ein abgestimmtes Handeln in Deutschland gefordert. "Föderalismus ist nicht dafür da, dass man Verantwortung wegschiebt, sondern Föderalismus ist dafür da, dass jeder an seiner Stelle Verantwortung wahrnimmt", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Alle Ebenen täten gut daran, Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts nachzukommen. Merkel sagte, es müssten nun alle Kräfte eingesetzt werden.

Zuvor hatte Merkel es als zentrale Aufgabe bezeichnet, die Verbreitung des Virus einzudämmen. "Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da, das müssen wir alle verstehen", sagte die CDU-Politikerin. Es gebe noch keine Therapie und keinen Impfstoff. 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung könnten nach Angaben von Experten infiziert werden, wenn das so bleibe.

Zentral sei nun, "dass wir unser Gesundheitssystem nicht überlasten". Die Ausbreitung des Virus müsse verlangsamt werden. "Es ist eben nicht egal was wir tun, es ist nicht vergeblich, es ist nicht umsonst", sagte Merkel. "Es geht also um das Gewinnen von Zeit." Wichtig sei, dass alle staatlichen Ebenen arbeiten könnten. Es sei nicht das Schlimmste, wenn Fußballspiele nicht wie gewohnt stattfinden könnten.

+++ 11.03.2020: 3. Coronavirus-Todesfall in Deutschland +++

Wie eine Sprecherin des Kreis' Heinsberg der "Rheinischen Post" erklärte, ist dort eine zweite Person an den Folgen der Coronavirus-Erkrankung verstorben. Demnach gibt es das dritte Todesopfer in Deutschland.

+++ 11.03.2020: Wegen Coronavirus: Hamburg untersagt große Veranstaltungen +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die Hamburger Gesundheitsbehörde Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen untersagen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch. Damit werden die nächsten Heimspiele der Fußball-Zweitligisten Hamburger SV und FC St. Pauli ohne Zuschauer ausgetragen. Zuvor hatte "bild.de" darüber berichtet.

+++ 11.03.2020: Robert-Koch-Institut meldet fast 1300 Corona-Infizierte +++

Während der täglichen Pressekonferenz zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland spricht das Robert-Koch-Institut aktuell von 1296 Infizierten und weiterhin zwei Todesfällen. RKI-Viz Prof. Schaade warnt zudem davor, Pflegeheime zu besuchen, auch wenn man nur Symptome einer Grippe aufweisen würde.

+++ 11.03.2020: Saarland + Thüringen verbieten Veranstaltung mit mehr als 1000 Teilnehmern +++

Im Saarland wird es vorerst keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern geben. Das hatte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) im Landtag in ihrer Regierungserklärung verkündet. Auch in Thüringen sollen vorerst keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern mehr stattfinden. Eine entsprechende Weisung sei am Dienstag an alle Kommunen gegeben worden, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) in Erfurt. Zudem sollten Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Teilnehmern nach Prüfung nur im Ausnahmefall erlaubt werden.

+++ 11.03.2020: Kultusminister beraten wegen Coronavirus über Abiturprüfungen +++

Die Kultusminister der Länder wollen sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 für die bevorstehenden Abiturprüfungen wappnen. Bei der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag und Freitag in Berlin würden sich die Kultusminister der Länder "intensiv zum Umgang mit den Coronavirus austauschen", sagte die KMK-Präsidentin, Stefanie Hubig (SPD), den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei soll es insbesondere um die Frage gehen, wie das Abitur 2020 unter diesen Bedingungen stattfinden könne. "Das betrifft die schriftlichen Prüfungen mit den zentralen Elementen sowie die Termine für das mündliche Abitur."

In den meisten Bundesländern stehen in den nächsten Wochen die schriftlichen Abiturprüfungen an. "Gleiche Überlegungen müssen selbstverständlich auch für die Prüfungen an beruflichen Schulen, für die Fristen zur Zulassung zum Studium sowie für anstehende Staatsexamina und zentrale Prüfungen an unseren Universitäten angestellt werden", sagte Hubig den Funke-Zeitungen. In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Funke-Informationen bereits einen Notfallplan, der in dieser Woche an den Schulen in NRW verteilt werden soll. Dieser sieht demnach vor, dass Schüler, die wegen der Quarantäne-Regelungen die Abiturprüfung nicht schreiben können, die Klausuren an einem zentralen Nachschreibetermin nachholen. Außerdem sollen Lehrer Unterrichtsmaterial etwa digital oder per Post bereitstellen, um ein faires Prüfungsverfahren sicherzustellen.

+++ 10.03.2020: Merkel rechnet mit sehr hoher Zahl an Coronavirus-Infizierte +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht davon aus, dass sich rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken könnten. 60 bis 70 Prozent könnten sich infizieren, sagte sie nach Teilnehmerangaben in der Fraktionssitzung am Dienstag. Zuvor hatte "Bild.de" darüber berichtet. Die Zahlen hatten Experten wie der Berliner Virologe Christian Drosten bereits vor einiger Zeit genannt. Noch sei unbekannt, in welcher Zeit dieses Infektionsgeschehen verlaufe, betonte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin. "Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger."

Problematisch werde es etwa für das Gesundheitssystem, wenn das Ganze in komprimierter, kurzer Zeit auftrete. "Darum sind die Behörden dabei, alles zu tun, um beginnende Ausbrüche zu erkennen und zu verlangsamen." Mediziner arbeiten zudem an Medikamenten und Impfstoffen. Mit einem Einsatz von Impfstoffen rechnen sie in ein bis eineinhalb Jahren.

+++ 10.03.2020: Merkel über Coronakrise: Unerschrocken das Notwendige machen +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen konsequenten Kampf der Bundesregierung gegen das neue Coronavirus angekündigt. Man werde unerschrocken das Notwendige gegen die Ausbreitung tun, sagte Merkel am Dienstag während der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. Zugleich bedankte sich die frühere CDU-Chefin bei Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für dessen Arbeit. Sie wurde mit den Worten zitiert: "Jens Spahn macht das ganz toll." Die Abgeordneten spendeten demnach daraufhin langen und lauten Applaus.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) kündigte nach diesen Informationen an, seine Fraktion werde wegen des Coronavirus alle internen Veranstaltungen absagen, die nicht unbedingt notwendig seien. Dies gelte aber nicht für Fraktionssitzungen.

+++ 10.03.2020: 35.000 Coronavirus-Tests in Arztpraxen in vergangener Woche +++

Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus sind in der vergangenen Woche in Arztpraxen 35 000 Tests auf den Erreger vorgenommen worden. Das teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Dienstag auf Anfrage mit. Nicht in diesen Zahlen enthalten sind Tests in Kliniken. Die KBV hatte die Bürger bereits dazu aufgerufen, nicht unnötig aus Sorge vor dem Virus in Praxen zu gehen. Sinnvoll seien Tests nur, wenn jemand Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege und Kontakt zu Infizierten gehabt hat. In den Laboren in Deutschland gibt es den Angaben zufolge Kapazitäten für rund 12.000 Tests pro Tag.

+++ 10.03.2020: Landesregierung: Großveranstaltungen in NRW grundsätzlich absagen +++

Wegen des Coronavirus sollen Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich abgesagt werden - oder ohne Zuschauer stattfinden. Das sieht ein am Dienstag beschlossener Erlass der Landesregierung mit entsprechenden Weisungen an die Kommunen vor. "Die Lage ist ernst, aber kein Grund zur Panik oder für irrationales Verhalten", sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Großveranstaltungen müssten nun in den Fokus genommen werden, auch wenn Absagen für Veranstalter teilweise schmerzhaft seien und zu Umsatzeinbußen führten.

Große Messen, Kongresse, Konzerte oder Sportveranstaltungen sollen nun zunächst abgesagt werden. Nach aktueller Erkenntnislage gebe es keine Schutzmaßnahmen, die einen geringeren Eingriff bei gleicher Wirksamkeit böten, erläuterte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Es müsse genau überlegt werden, was verzichtbar sei. Schulunterricht oder der Öffentliche Personennahverkehr seien unverzichtbar, um das gesellschaftliche Leben nicht lahmzulegen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Sonntag empfohlen, wegen der schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Mehrere Bundesländer waren dem schon gefolgt.

+++ 10.03.2020: Brinkhaus: Bundestag gibt bis zu einer Milliarde für Corona-Abwehr +++

Der Bundestag stellt massive Finanzmittel zum Kampf gegen den neuartigen Coronavirus zur Verfügung. "Wir werden zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung stellen bis zu einer Milliarde Euro", kündigte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) am Dienstag vor einer Sitzung der Unionsfraktion in Berlin an.

+++ 10.03.2020: Bayern untersagt Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus untersagt Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Für Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Personen empfiehlt die Staatsregierung die Absage, jeweils nach Rücksprache mit den Behörden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Rande einer Kabinettssitzung am Dienstag aus Regierungskreisen erfuhr.

+++ 10.03.2020: Corona-Fälle in Sachsen-Anhalt - nun alle Bundesländer betroffen +++

Mit ersten Nachweisen in Sachsen-Anhalt sind nun alle Bundesländer in Deutschland vom Coronavirus betroffen. Bei einem Mann Mitte 20 aus Halle sei Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Magdeburg mit. Zuvor hatten mehrere Medien über den ersten Nachweis in Sachsen-Anhalt berichtet. Zudem wurde das Virus bei drei weiteren Männern nachgewiesen. Alle vier Betroffenen seien zuvor in Norditalien gewesen.

Sachsen-Anhalt war das letzte Bundesland ohne bestätigte Infektion mit dem Erreger gewesen. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen hierzulande liegt nach den aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montag bei 1139. Besonders stark betroffen sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Am Montag waren hierzulande die ersten beiden Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt geworden - beide Menschen stammen aus Nordrhein-Westfalen.

Weltweit haben sich inzwischen mehr als 110.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge allerdings wesentlich höher.

Es gibt weder eine schützende Impfung noch eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung Covid-19. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet - oder gar keine Symptome.

+++ 10.03.2020: Appell an Blutspender: Keine Angst vor Coronavirus - Spenden wichtig +++

Das Deutsche Rote Kreuz hat an Blutspender appelliert, nicht aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf das Spenden zu verzichten. Beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost komme es derzeit zu einem verstärkten Rückgang der Spenderzahlen, wie der medizinische Geschäftsführer, Prof. Torsten Tonn, erklärte. Hintergrund sei die Corona-Epidemie, aber auch die jahreszeitlich bedingte Zunahme von Erkältungs- und Influenzaerkrankungen. Die Versorgungslage im Bereich Hamburg und Schleswig-Holstein sei aber auf niedrigem Niveau stabil.

"Es ist wichtig, dass gerade jetzt in einer Frühphase der Epidemie verstärkt gespendet wird, wo die Durchseuchung noch auf Einzelfälle beschränkt ist, um einen Vorrat anlegen zu können, damit die Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden können", erläuterte Tonn.

"Blutspenden ist weiter wichtig", betonte auch der Leiter der Transfusionsmedizin am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf, Sven Peine, am Montag. In der vergangenen Woche sei die Zahl der Spender um etwa 30 Prozent zurückgegangen, am Donnerstag und Freitag sogar um 50 Prozent. Peine vermutet, dass der Rückgang nicht nur mit den Hamburger Märzferien zusammenhängt, sondern auch mit der subjektiven Angst vor einer Ansteckung. Das Infektionsrisiko für Blutspender sei aber sehr gering.

Spenden könne nur jemand, der gesund sei und in den vier Wochen davor auch keine Erkältung oder andere Krankheit gehabt habe. Auch Rückkehrer aus Covid-19-Risikogebieten müssten vier Wochen bis zur nächsten Blutspende warten. Bei einer weiteren Ausbreitung des Virus könnte das die Zahl der potenziellen Spender verringern. Peine schloss nicht aus, dass es zu einer Mangelsituation kommt.

+++ 09.03.2020: Spahn zu Corona-Krise: "Wir werden diese Situation bewältigen" +++

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Deutschen zu solidarischem Handeln aufgefordert. "Wir werden diese Situation bewältigen. Wenn wir alle mithelfen, zusammenhalten und einander auch unter Stress vertrauen", schrieb er in einem am späten Montagabend veröffentlichten Gastbeitrag in der "Bild" und fügte hinzu: "Es geht. Und am besten geht es gemeinsam." Der Höhepunkt der Epidemie sei noch nicht erreicht. "Wir erwarten einen weiteren Anstieg der Infektionen", schrieb Spahn: "Es wird weitere Einschränkungen unseres Alltags geben."

Spahn schrieb, das Coronavirus sei eine große Herausforderung "für uns als ganze Gesellschaft". Das Virus werde den Alltag verändern. "Je weniger Menschen sich gleichzeitig anstecken, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen", schrieb Spahn. Gerade Ältere und chronisch Kranke seien auf eine ausreichende Zahl verfügbarer Intensivbetten angewiesen. "Oberstes Ziel ist es daher, den Ausbruch zu verlangsamen." Klar sei: Die Sicherheit aller gehe vor - auch vor wirtschaftlichen Interessen. Doch das öffentliche Leben einzuschränken, sei keine einfache Entscheidung. Öffentlichkeit gehöre zur Demokratie. "Das soll so bleiben. Deshalb müssen wir behutsam und besonnen vorgehen."

Flächendeckende Schulschließungen sehe er skeptisch. "Weil Eltern dann ihre Kinder betreuen müssen und auch nicht mehr im Krankenhaus arbeiten können."

+++ 09.03.2020: Bundestag schließt Reichstagskuppel +++

Als Reaktion auf die Corona-Epidemie schließt der Bundestag von Dienstag an die Reichstagskuppel und die Dachterrasse für Besucher. Das teilte die Pressestelle des Bundestages am Montag nach Beratungen von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit den Parlamentarischen Geschäftsführern der Fraktionen mit. Über weitere mögliche Maßnahmen soll im Rahmen einer fortlaufenden Risikobewertung entschieden werden. Die begehbare Kuppel des Architekten Sir Norman Foster auf dem historischen Reichstagsgebäude gilt als eine Touristenattraktion. Sie wird laut Bundestag von jährlich mehr als zwei Millionen Menschen besucht.

+++ 09.03.2020: Bayern will Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen untersagen +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen bis zunächst Karfreitag untersagen. Darauf habe sich der schwarz-orange Koalitionsausschuss am Montag in München geeinigt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Die Details sollen am Dienstag in einer Kabinettssitzung beraten und beschlossen werden. Zuvor hatte die "Augsburger Allgemeine" berichtet.

Davon betroffen wären nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch Fußball-, Basketball- oder Eishockeyspiele in den Bundesligen oder der Champions League. Nicht geklärt war zunächst, ob die Spiele abgesagt werden müssen. Möglich wäre, dass die Begegnungen ohne Publikum als sogenannte Geisterspiele ausgetragen werden.

+++ 09.03.2020: Heinsberger Landrat: Keine Kinder oder Jugendliche in Klinik +++

Wegen der Coronavirus-Infektion sind im besonders betroffenen Kreis Heinsberg 15 Menschen in stationärer Behandlung, darunter keine Kinder oder Jugendliche. Betroffen seien vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen, sagte der Heinsberger Landrat Stephan Pusch am Montagabend bei einer Pressekonferenz. Fünf der Patienten würde auf der Intensivstation behandelt. Der Frau eines schwer erkrankten Mannes aus Gangelt gehe es besser, er selbst sei noch in einem kritischen Zustand. Insgesamt seien im Kreis bis zum Abend 323 Infektionen nachgewiesen worden.

+++ 09.03.2020: Coronavirus-Todesopfer aus NRW hatte Vorerkrankungen +++

Bei dem Coronavirus-Todesopfer aus dem Kreis Heinsberg handelt es sich nach Angaben von Landrat Stephan Pusch um einen 78-jährigen Mann aus Gangelt. Er habe sich vergangenen Freitag in einem Krankenhaus in Geilenkirchen gemeldet und sei am Montag um 14 Uhr an Herzversagen gestorben. Der Mann habe bei der Ankunft im Krankenhaus gesagt, dass es ihm seit mehreren Tagen schlecht gehe. Der Mann habe unter Vorerkrankungen wie Herzproblemen und Diabetes gelitten. Er habe vorher eine Karnevalssitzung besucht - wobei noch unklar sei, um welche es sich gehandelt habe, so Pusch.Coronavirus-News aus Deutschland: Pandemie im Griff? Debatte um verkürzte Sommerferien schlägt hohe Wellen

+++ 09.03.2020: Bei Erkältung Krankschreibung ohne Arztbesuch für bis zu sieben Tage +++

Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können sich nun nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt bis zu sieben Tage krankschreiben lassen - zur Entlastung der Ärzte in der Coronavirus-Krise. Patienten müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung am heutigen Montag in Berlin verständigt, wie beide Seiten mitteilten. Die Regelung gilt für Patienten, die keine schwere Symptomatik vorweisen oder offizielle Kriterien für einen Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus erfüllen. Diese Vereinbarung gelte ab sofort und zunächst für vier Wochen.

+++ 09.03.2020: Zwei Coronavirus-Patient in Deutschland gestorben +++

Erstmals sind in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben. Das eine Opfer ist eine 89-jährige Frau aus Essen, die seit Anfang März in der dortigen Universitätsklinik behandelt wurde. Sie sei an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, wie die Stadt Essen am Montag mitteilte. Zu dem oder der anderen Toten wollte der Landrat von Heinsberg am Abend nähere Informationen geben. Am Sonntag war bereits ein Feuerwehrmann aus Hamburg in Ägypten am Coronavirus gestorben.

Der erste bestätigte Fall in Nordrhein-Westfalen wurde am 25. Februar bekannt. Dann breitete sich das Virus weiter aus. Nachgewiesen wurde es zuerst bei einem 47-Jährigen Mann aus Gangelt im Kreis Heinsberg und seiner 46-jährigen Frau. Beide wurden in die Uniklinik Düsseldorf verlegt. Der Mann war zwischenzeitlich in einem sehr ernsten Zustand. Beide hatten zuvor eine Karnevalssitzung in ihrem Heimatort besucht. Die Ehefrau ist außerdem Erzieherin in einem örtlichen Kindergarten.

Um das Virus einzudämmen, standen Hunderte Karnevalisten und ihre Familien vorübergehend und vorsorglich unter häuslicher Quarantäne, außerdem Kinder und Personal des betroffenen Kindergartens - insgesamt waren es rund 1000 Menschen.

Zuletzt lag die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in NRW am Montag (Stand: 10.00 Uhr) bei 515. Das waren 31 mehr als am Vortag, wie aus den Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums hervorging. Mit einem weiteren Anstieg wurde gerechnet.

+++ 09.03.2020: Erste Testimpfungen gegen Corona vielleicht schon nächstes Jahr +++

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus schließt der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, nicht aus, dass vielleicht schon im nächsten Jahr erste Bevölkerungsgruppen durch eine Impfung geschützt werden könnten.

Er rechne mit ersten klinischen Prüfungen in Deutschland im Sommer bis Herbst dieses Jahres und wolle nicht ausschließen, dass dann im kommenden Jahr größere klinische Prüfungen mit Tausenden oder vielleicht Zehntausenden Probanden beginnen könnten, sagte Cichutek am Montag in Berlin. "Man darf hier nichts zu sehr beschleunigen. Wir brauchen verträgliche, sichere Impfstoffe, die dann auch wirksam sind, aber trotzdem haben wir vielleicht die günstige Lage, dass wir hier schon besondere Bevölkerungsgruppen im Rahmen der klinischen Prüfungen auch schützen könnten."

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) rief am Montag mit Blick auf Medikamente und einen möglichen Impfstoff zu Geduld auf. "Die Forschung dauert und wir können an dieser Stelle keine Wunder erwarten", sagte die CDU-Politikerin. Weil es Zeit brauche, lege man so großen Wert darauf, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. "Die Entwicklung des Impfstoffes ist extrem aufwendig." Die Ministerin kündigte weitere 145 Millionen Euro Mittel zur Erforschung des Coronavirus an. Sie rechne damit, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages am Mittwoch die Gelder bewilligen werde.

+++ 09.03.2020: Coronavirus-Verdacht: Bis zu 5000 Menschen in Brandenburg isoliert +++

Nach einem Coronavirus-Verdacht an einer Brandenburger Schule befinden sich 4000 bis 5000 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das sagte der Amtsdirektor der Kleinstadt Neustadt/Dosse, Dieter Fuchs, am Montag der dpa. Zuvor hatte der rbb berichtet.

Lehrer einer Gesamtschule in Neustadt/Dosse (Kreis Ostprignitz-Ruppin) hatten Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Berlinerin. Daraufhin ordnete das Gesundheitsamt die häusliche Isolation an. Das betrifft laut Behörde die Schüler der Gesamtschule, Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter und die Angehörigen. An der Schule lernen Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region. Eine ganz konkrete Zahl von Menschen in häuslicher Isolation konnte Amtsdirektor Fuchs zunächst nicht nennen.

Der Landkreis wollte die Zahl von bis zu 5000 Menschen nicht bestätigen. Derzeit seien noch keine zuverlässigen Erhebungen möglich, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Schule mit angegliederter Grund- und Förderschule wird von insgesamt 730 Schülerinnen und Schülern aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region besucht.

+++ 09.03.2020: Experte: Frühjahr dürfte Coronavirus kaum verlangsamen +++

Das Frühjahr und der Sommer mit wärmeren Temperaturen dürften die Ausbreitung des Coronavirus aus Expertensicht nicht sehr stark verlangsamen. Es sei wohl damit zu rechnen, "dass wir direkt in eine Epedemiewelle hineinlaufen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité, Christian Drosten, am Montag in Berlin. Der saisonale Effekt auf diese Viren dürfte voraussichtlich nicht so groß sein wie auf einige andere Erkältungsviren. Drosten verwies auf entsprechende verfeinerte Modellrechnungen einer Studie aus den USA.

Deutschland habe das Virusgeschehen sehr früh erkannt und sich damit einen extremen Vorsprung in der Erkennung der Epidemie gesichert, erläuterte der Virologe. "Das hat dazu geführt, dass wir jetzt sehr hohe Fallzahlen in den Statistiken haben, ohne relevant große Zahlen von Todesfällen berichten zu müssen." Hintergrund sei, dass viele Labore in der Fläche hierzulande sehr früh aktiv geworden seien und dies kein nationales Institut Tests allein für sich reklamiere. Damit hätten andere Länder einen Monat oder mehr an Zeit verloren. Drosten machte mit Blick auf zu erwartende Todesfälle zugleich deutlich: "Auch bei uns wird sich das ändern, wir sind da keine Ausnahme."

+++ 09.03.2020: Spahn: Alle müssen an Verlangsamung der Corona-Epidemie mitwirken +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat alle Bürger dazu aufgerufen, daran mitzuwirken, die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Ziel müsse es sein, "die Dynamik zu verlangsamen", sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. "Wir müssen den Ausbruch verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem weiter funktionieren kann", betonte er. "Dazu brauchen wir die gesamte Gesellschaft. Wir brauchen jeden einzelnen Bürger und jede einzelne Bürgerin."

Es gehe um die gleichen Verhaltensweisen wie bei einer Erkältung oder Grippe. "Alles genauso machen, als würde man sich im Alltag vor Erkältung oder Grippe schützen wollen", sagte Spahn. Jeder solle jetzt zudem abschätzen und entscheiden, worauf er leichter und worauf er schwerer verzichten könne.

Weltweit haben sich inzwischen weit mehr als 100.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge noch wesentlich höher. In Deutschland stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auf 1112. Das geht aus der Auflistung des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen hervor.

Es gibt weder eine schützende Impfung noch eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung Covid-19. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet, oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen.

+++ 09.03.2020:Erster deutscher Coronavirus-Toter ist Hamburger Feuerwehrmann +++

Der in Ägypten am Coronavirus gestorbene Deutsche ist ein in Hamburg arbeitender Feuerwehrmann mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein. Das sagte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde am Montag. Der 60-Jährige ist der erste Deutsche, der nachgewiesenermaßen an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 gestorben ist. Covid-19 wird vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" hatte der Mann eine Nilkreuzfahrt mit seiner Frau gemacht. Seine Frau sei bereits nach Hamburg zurückgekehrt.

Nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums starb der Mann am Sonntag in einem Krankenhaus.

+++ 09.03.2020: Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland steigt auf über 1.000 +++

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland auf 1112 gestiegen. Das geht aus der Auflistung des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen hervor. Am stärksten betroffen ist demnach weiterhin Nordrhein-Westfalen, dort vor allem der Landkreis Heinsberg.

Weltweit haben sich inzwischen weit mehr als 100 000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge noch wesentlich höher. Es gibt weder eine schützende Impfung noch eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung Covid-19. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet, oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen.

+++ 09.03.2020: GroKo beschließt umfangreiche Coronavirus-Hilfen für Unternehmen +++

Union und SPD haben sich auf ein umfangreiches Paket zur Abfederung von wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise geeinigt. Dazu sollen unter anderem die Hürden für den Bezug von Kurzarbeitergeld deutlich gesenkt werden. Arbeitgeber sollen anders als bisher die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet bekommen, beschloss der Koalitionsausschuss in der Nacht zu Montag in Berlin bei seiner Sitzung im Kanzleramt.

Die große Koalition will zudem ein milliardenschweres zusätzliches Investitionspaket schnüren. "Wir werden die Investitionen des Bundes in den Jahren 2021 bis 2024 um jeweils 3,1 Milliarden Euro verstärken und so vereinbarte Investitionspfade ausbauen und neue Prioritäten in Höhe von insgesamt 12,4 Milliarden Euro ermöglichen", heißt es dem 14-seitigen Beschluss von Union und SPD.

An den Beratungen nahmen neben Merkel, Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und den Partei- und Fraktionschefs von CDU, CSU und SPD zeitweise auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Außenminister Heiko Maas (SPD) teil.

+++ 09.03.2020:Coronavirus: Augsburgs Trainer plädiert für Absage der Länderspiele +++

Trainer Martin Schmidt vom FC Augsburg plädiert wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus für einen Verzicht auf die Fußball-Länderspiele Ende des Monats. "Ich mache mir Sorgen um die Länderspielpause. Da finde ich es sinnhaft, wenn man die aussetzen würde. Weil da verteilen sich alle Nationalspieler in der ganzen Welt", sagte der Schweizer dem Bayerischen Rundfunk nach dem Bundesligaspiel der Augsburger am Sonntag beim FC Bayern München.

Die Bundesligavereine haben zahlreiche Profis, die in zwei Wochen zu ihren Nationalteams reisen würden. Die deutsche Nationalmannschaft soll in Madrid gegen Spanien und in Nürnberg gegen Italien antreten. "Da habe ich Angst", sagte Schmidt für den Fall, dass Spieler von ihren Nationalteams erkrankt zurückkommen könnten. "Dann haben wir ein Riesenproblem. Ich weiß nicht, ob man da nicht besser sagt, bleiben wir in den zwei Wochen daheim und trainieren und konzentrieren uns auf die inländischen Ligen", sagte Schmidt.

+++ 08.03.2020: Erstmals Deutscher nachweislich an neuartigem Coronavirus gestorben +++

Erstmals ist ein deutscher Staatsbürger nachweislich an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 gestorben. Es handle sich um einen 60 Jahre alten Mann, der vor einer Woche nach Ägypten eingereist sei, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Es ist zugleich der erste Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 in Afrika. Aus welchem deutschen Bundesland der Mann stammte, blieb zunächst unklar.

Der Mann sei aus der bei Touristen beliebten Stadt Luxor im Süden Ägyptens in den Strandort Hurghada gereist, teilte Ministeriumssprecher Chalid Megahid mit. Nach seiner Ankunft habe er eine erhöhte Temperatur gehabt und sei im Krankenhaus positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Der Mann sei auf der Intensivstation behandelt worden und habe sich geweigert, in eine andere Klinik verlegt zu werden. Sein Zustand habe sich zunehmend verschlechtert, am Sonntag sei er verstorben.

Ägypten hatte im Vergleich zu anderen Ländern im arabischen Raum zunächst vergleichsweise wenige Sars-CoV-2-Infektionen gemeldet. Vor allem der regionale Nachbar Iran, wo inzwischen nach offizieller Statistik rund 145 Menschen an der vom Virus verursachten Krankheit Covid-19 verstarben, sowie Kuwait, Bahrain und der Irak meldeten Dutzende nachgewiesene Infektionen.

Ägypten, mit 100 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Nordafrikas, meldete bisher 48 Nachweise. Darunter waren 45 Menschen von Bord eines Kreuzfahrtschiffs, das auf dem Nil in Oberägypten unterwegs war.

+++ 08.03.2020: BASF meldet Sars-CoV-2-Fall am Standort Ludwigshafen +++

Beim Chemiekonzern BASF ist ein Mitarbeiter am Standort Ludwigshafen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Die unmittelbaren Kollegen des Mannes aus Neustadt/Weinstraße würden kontaktiert, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Sie sollen wie der Infizierte selbst zunächst in häuslicher Quarantäne bleiben. "Der werksärztliche Dienst der BASF arbeitet weiter eng mit den zuständigen Behörden zusammen und erwägt in Absprache mit den Behörden im Umfeld des betroffenen Mitarbeiters weitere Maßnahmen", heißt es in der Mitteilung.

Der BASF-Konzern besitzt seit der Sars-Epidemie 2003 einen stufenweisen Pandemieplan. Ein Krisenteam analysiert täglich die neuen Informationen über Sars-CoV-2. Wichtig sei, schrittweise und umsichtig zu reagieren, hatte BASF-Chef Martin Brudermüller unlängst betont.

+++ 08.03.2020: Bundesliga vor Geister-Spieltag +++

Wegen des Coronavirus steht die Bundesliga erstmals in ihrer Geschichte vor einem Geister-Spieltag. Nach dem Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen, erklärte die Deutsche Fußball Liga (DFL):

"Selbstverständlich werden sich die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga mit den zuständigen Behörden an den jeweiligen Standorten wie bisher eng hinsichtlich des Ablaufs weiterer Spieltage abstimmen.Gleichzeitig steht es außer Frage, dass die Saison wie vorgesehen bis Mitte Mai zu Ende gespielt werden muss, um Auf- und Absteiger sowie die Teilnehmer für die internationalen Wettbewerbe zu ermitteln. Nur so erhalten Clubs und DFL trotz schwieriger Umstände für die kommende Spielzeit Planungssicherheit. Das DFL-Präsidium wird sich hierzu kurzfristig erneut austauschen und zeitnah ein Treffen der Clubs ansetzen."

Damit könnte auch das bevorstehende Derby (14.03, 15.30 Uhr) zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 womöglich als Geisterspiel stattfinden, was nicht nur für die Fans, sondern auch für die Spieler eine herbe Enttäuschung wäre.

+++ 08.03.2020: Spahn: Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern absagen +++

Angesichts zunehmender Coronavirus-Infektionen in Deutschland empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Zurzeit geschehe dies aus seiner Sicht immer noch zu zaghaft. "Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Von solchen Absagen betroffen könnten unter anderem Bundesligaspiele, Messen und große Konzerte sein.

Spahn sagte, oberstes Ziel sei es, die Ausbreitung des neuartigen Virus zu verlangsamen. "Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen." Zum Thema Großveranstaltungen sagte Spahn: "Nach zahlreichen Gesprächen mit Verantwortlichen ermuntere ich ausdrücklich, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf weiteres abzusagen." Prinzipien für den Umgang mit kleineren Veranstaltungen habe das Robert Koch-Institut (RKI) entwickelt.

Weiter sagte Spahn: "Ich bin mir bewusst, welche Folgen das für Bürgerinnen und Bürger oder Veranstalter hat. Wir werden in den nächsten Tagen darüber sprechen, wie wir mit den wirtschaftlichen Folgen umgehen." Klar sei aber, dass die Gesundheit vorgehe.

Weiter sagte Spahn: "Ich ermuntere auch jeden Einzelnen: Wägen Sie ab, was Ihnen im eigenen Alltag so wichtig ist, dass Sie darauf in den nächsten zwei bis drei Monaten nicht verzichten wollen, sei es der Clubbesuch, die Geburtstagsfeier im familiären Kreis oder die Vereinssitzung. Ich vertraue darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger in diesen Zeiten kluge Entscheidungen für sich und ihre Liebsten treffen. Denn wir schützen mit dieser Vorsicht vor allem unsere älteren und chronisch kranken Mitbürger."

Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Beim RKI waren bis zum Sonntagmorgen 847 Infektionen erfasst. Das sind rund 50 Fälle mehr als am Vortag und mehr als zehnmal so viele wie noch eine Woche zuvor. Die weitaus meisten Fälle bundesweit verzeichnet weiterhin Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg und Bayern. Laut Angaben der Live-Karte zum Coronavirus liegt die Zahl der Infektionen in Deutschland aktuell bereits bei 939 (Stand 15.28 Uhr).

+++ 08.03.2020: Kreis sperrt Krankenhaus in Sachsen-Anhalt wegen Arzt mit Coronavirus +++

Das Krankenhaus im sachsen-anhaltischen Zerbst ist für neue Patienten und Besucher gesperrt. Grund dafür ist, dass in der Einrichtung ein Arzt aus Sachsen arbeitet, der positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde, wie der Landkreis Anhalt-Bitterfeld am Sonntag mitteilte. Der Fall zählt statistisch nicht zu Sachsen-Anhalt, nach Angaben des Sozialministeriums wurde bis Sonntagmittag bei keinem Sachsen-Anhalter eine Infektion mit dem Erreger Sars-Cov-2 nachgewiesen. In allen anderen Bundesländern sind bereits Erkrankungen bekannt.

Der Mann sei zuvor im besonders vom Coronavirus betroffenen Südtirol gewesen und weise leichte Beschwerden auf. Derzeit laufe die Suche nach Menschen, die mit dem Arzt Kontakt hatten, teilte der Kreis weiter mit. Es seien bereits erste Abstriche genommen worden, um sie auf den Erreger zu testen. Mit Ergebnissen sei nicht vor Montag zu rechnen. Zunächst verfügte der Kreis nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt, dass im Zerbster Krankenhaus weder neue Patienten aufgenommen werden noch Besucher ins Krankenhaus dürfen.

+++ 08.03.2020: Fast 850 Corona-Infektionen in Deutschland - 50 mehr als am Vortag +++

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. 847 Menschen haben sich mittlerweile bundesweit mit Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen mitteilte. Das sind rund 50 Fälle mehr als am Vortag und mehr als zehnmal so viele wie noch eine Woche zuvor. Die weitaus meisten Fälle bundesweit verzeichnet nach RKI-Angaben mit 392 weiterhin Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg (182) und Bayern (148). Außer Sachsen-Anhalt sind mittlerweile alle Bundesländer betroffen.

+++ 08.03.2020: Schweiz empört über deutsches Ausfuhrverbot für Schutzmasken +++

Das deutsche Ausfuhrverbot für Schutzkleidung zum Kampf gegen das neue Coronavirus hat laut einem Medienbericht zu diplomatischen Spannungen mit der Schweiz geführt. Wie das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) der "NZZ am Sonntag" mitteilte, habe die Eidgenossenschaft den deutschen Botschafter vorgeladen und sei auch bei den zuständigen Ministerien in Berlin vorstellig geworden. "Bei diesen Kontakten wurden die deutschen Behörden mit Nachdruck aufgefordert, die blockierten Sendungen umgehend freizugeben", zitiert die Zeitung aus einer Antwort des Seco.

Laut "NZZ am Sonntag" wird derzeit ein Lastwagen eines Schweizer Unternehmens von deutschen Zollbehörden daran gehindert, in die Schweiz zu fahren. Der Lastwagen sei mit 240.000 Schutzmasken beladen. Laut dem Seco sei das kein Einzelfall. Die deutsche Bundesregierung hatte am Mittwoch ein Ausfuhrverbot für medizinische Schutzausrüstung erlassen. Da die Schweiz kaum medizinisches Verbrauchsmaterial produziert, wurde sie hart von der Maßnahme getroffen.

+++ 08.03.2020:Coronavirus-Krise: Italien weitet Sperrgebiet drastisch aus +++

Italien sperrt im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus größere Gebiete im Norden des Landes ab. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am frühen Sonntagmorgen an, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Betroffen von den Maßnahmen sind die Region Lombardei und 14 Provinzen. Diese seien Modena, Parma, Piacenza, Reggio Emilia, Rimini, Pesaro und Urbino, Alessandria, Asti, Novara, Verbano Cusio Ossola, Vercelli, Padua, Treviso und Venedig, sagte Conte. Damit treffen die Ein- und Ausreiseverbote mehr als zehn Millionen Menschen bis in die Mitte des Landes.

Italien ist der Staat in Europa mit den meisten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen stetig an. Bis Samstag zählten die Behörden 5883 Menschen mit einer Infektion. 233 Menschen davon sind gestorben.

+++ 07.03.2020: Berliner Polizist mit Coronavirus infiziert +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in der Hauptstadt ist auf 28 gestiegen, wie die Gesundheitsverwaltung am Samstagmittag mitteilte. Unter den Infizierten ist auch ein Berliner Polizist. Das bestätigte die Berliner Polizei auf Twitter. Demnach gehört der Erkrankte zu einerEinsatzhundertschaft. Der Mann befindet sich aktuell in häuslicher Isolation.

+++ 07.03.2020: Zahl der Corona-Infizierten steigt auf 795 in Deutschland +++

Bei immer mehr Menschen in Deutschland wird das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte bis Samstagnachmittag 795 Infektionen erfasst - mehr als zehn Mal so viele wie noch eine Woche zuvor. Außer in Sachsen-Anhalt ist der Erreger in allen Bundesländern nachgewiesen worden. Die weitaus meisten Fälle bundesweit verzeichnet Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg und Bayern.

Weltweit sind inzwischen mehr als 100 000 Infektionen und rund 3500 Todesfälle registriert - die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle dürfte Experten zufolge noch weit darüber liegen. Die meisten Infektionen verlaufen weiterhin mild, ein Großteil der Betroffenen hat kaum Symptome oder kann nach einigen Tagen bis Wochen wieder geheilt aus der Klinik entlassen werden.

+++ 07.03.2020: Corona-Quarantäne für aus Risikogebieten heimkehrende Kinder +++

Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus an Schulen und Kindertagesstätten verschärft das bayerische Gesundheitsministerium die Regeln. Laut einer sogenannten Allgemeinverfügung dürfen Schüler und Kindergartenkinder nach einer Rückkehr aus Risikogebieten - wie zum Beispiel Südtirol - ab sofort für 14 Tage nicht in die Schule beziehungsweise in eine entsprechende Betreuungseinrichtung. Dies teilte das Ministerium am Samstag mit.

Südtirol war vom Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuft worden. Risikogebiete sind laut RKI "Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann". In Italien gehören dazu auch die Regionen Emilia-Romagna und Lombardei sowie die Stadt Vo in der Region Venetien.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte, dass nach Abwägung aller Umstände eine solche allgemeingültige Anordnung erforderlich sei, um die Verbreitung von Sars-CoV-2 in Schulen und bei der Kinderbetreuung zu unterbinden. "Die Anordnung ist nicht befristet." Bei einer neuen Risikoeinschätzung werde die Verfügung gegebenenfalls aufgehoben.

+++ 07.03.2020: Luftverkehrsbranche: Durch Corona-Krise "immenser" Schaden +++

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft sieht wegen der Auswirkungen der Corona-Epidemie einen immensen wirtschaftlichen Schaden für die Branche. Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei jetzt schon sichtbar, dass die Folgen der Coronakrise auf den Luftverkehr gravierender seien als bei vergleichbaren Krisen, wie etwa dem Nachfrageeinbruch in der Finanz- und Wirtschaftskrise oder in Folge des Sars-Virus. "Unsere Unternehmen passen mit großen Anstrengungen ihr Flugangebot an die einbrechenden Buchungen an, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen und Arbeitsplätze zu sichern"

Trotz dieses Gegensteuerns aber sei der wirtschaftliche Schaden immens, sagte von Randow. Deswegen müsse die Politik die Unternehmen unterstützen, "damit diese ein für Deutschland wichtiges Mobilitätsangebot aufrecht erhalten und gravierende Strukturbrüche in der Luftverkehrswirtschaft vermieden werden können".

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition wollen am Sonntagabend über mögliche Maßnahmen sprechen, um wirtschaftliche Auswirkungen des Coronavirus zu begrenzen. Im Gespräch sind etwa eine Ausweitung des Kurzarbeitgeldes sowie eine Aufstockung von Kreditprogrammen.

+++ 07.03.2020:Söder fordert Corona-Notfallkonzept zum Schutz der Wirtschaft +++

Angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus sollte die Bundesregierung aus Sicht von CSU-Chef Markus Söder ein Notfall-Konzept für betroffene Unternehmen erarbeiten. "Es darf aus dem Coronavirus keine zweite Finanzkrise entstehen. Wir wollen keinen Corona-Schock für die deutsche Wirtschaft", sagte der bayerische Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur in München. Zu möglichen Maßnahmen zählten Bürgschaften, Steuerstundungen und "ganz wichtig" Kurzarbeitergeld. "Das ist nötig damit es nicht zu erheblichen Schäden in der deutschen Wirtschaft kommt."

Am Sonntagabend will Söder sich deshalb im Kanzleramt beim Treffen der Spitzen von Union und SPD mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ein "kluges Konzept" einsetzen: "Die Bundesregierung darf die Wirtschaft und die Arbeitnehmer nicht alleine lassen."

+++ 07.03.2020: Corona-Wucher: Ebay verbietet Schutzmasken und Desinfektionsmittel +++

Die Online-Handelsplattform Ebay hat den Verkauf von Atemschutzmasken, Hand-Desinfizierern und anderen antibakteriellen Reinigungsprodukten auf seiner US-Website verboten. Das Unternehmen begründete den Schritt am Donnerstag (Ortszeit) den Nutzern gegenüber mit rechtlichen Bedenken und unfairen Preisen in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus. Das Unternehmen werde alle Angebote außer Bücher, deren Produktbeschreibung in Zusammenhang mit dem Virus steht, im Blick behalten und schnell entfernen. Immer wieder versuchen Verkäufer aus der Angst vor einer Ausbreitung der Seuche Profit zu schlagen. Auch Amazon war bereits dagegen vorgegangen.

+++ 06.03.2020: Coronavirus: Mehr als 600 Infizierte in Deutschland +++

Die Zahl der Coronavirus-Nachweise in Deutschland steigt weiter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete am Freitagabend auf seiner Webseite von inzwischen 639 nachgewiesenen Fällen. Am Mittag war das Institut noch von mehr als 500 infizierten Menschen ausgegangen. Außer in Sachsen-Anhalt ist der Erreger Sars-CoV-2 bislang in allen Bundesländern nachgewiesen worden. Die meisten registrierten Fälle seit Jahresanfang gibt es in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.

+++ 06.03.2020: Lufthansa-Konzern streicht noch mehr Flüge +++

Wegen des Nachfrageeinbruchs infolge des Coronavirus streicht der Lufthansa-Konzern seinen Flugplan noch weiter zusammen. In den nächsten Wochen solle die Kapazität um bis zu 50 Prozent reduziert werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

+++ 06.03.2020:Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Südtirol ab +++

Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus sollen Bundesbürger nun auch von nicht erforderlichen Reisen nach Südtirol absehen. Das Auswärtige Amt erweiterte entsprechende Reisehinweise für Italien, wie ein Sprecher am Freitag in Berlin bestätigte. Abgeraten wird nun von nicht nötigen Reisen in die Regionen Südtirol, Emilia-Romagna und Lombardei sowie in die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. Das Robert Koch-Institut habe nun auch Südtirol als Risikogebiet eingestuft, sagte der Sprecher. Im Krisenstab des Auswärtigen würden die RKI-Empfehlungen regelmäßig beraten.

+++ 06.03.2020: Mehrheit der Deutschen hält Maßnahmen gegen Coronavirus für ausreichend +++

Die Mehrheit der Deutschen hält laut einer aktuellen Umfrage die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus für ausreichend. 69 Prozent der Befragten sind der Meinung, hierzulande werde genug getan, wie aus dem ZDF-Politbarometer hervorgeht. Im Februar waren es demnach noch 80 Prozent. 26 Prozent halten die Vorkehrungen hingegen für zu gering.

39 Prozent der Befragten erklärten zudem, dass sie wegen des Coronavirus Veranstaltungen mit größeren Menschenmengen meiden. 50 Prozent ändern ihr Verhalten den Angaben zufolge hingegen nicht.

+++ 06.03.2020: Spahn gegen Reisebeschränkungen in der EU wegen Coronavirus +++

Trotz der raschen Ausbreitung des Coronavirus ist Gesundheitsminister Jens Spahn gegen Reisebeschränkungen innerhalb der Europäischen Union. "Ich fände jede Maßnahme, die zur Einschränkung des Reiseverkehrs über die Grenze führt, angesichts dessen, was wir über das Virus Stand heute wissen, weiterhin nicht für angemessen", sagte der CDU-Politiker am Freitag vor einem EU-Sondertreffen in Brüssel. "Und wenn wir da einen Konsens hätten heute, fände ich das ein wichtiges Signal."

Die Gesundheitsminister der 27 EU-Staaten trafen sich bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen, um ihre Maßnahmen gegen die neue Krankheit Covid-19 abzustimmen. Die Lage habe sich seither dynamisch verändert, sagte Spahn. Damals sei es darum gegangen, die in China ausgebrochene Epidemie aus der EU fernzuhalten. Das sei auch einige Zeit gelungen. Nun sei die Krankheitswelle angekommen. "Jetzt geht es gemeinsam darum, das gemeinsam einzudämmen", sagte Spahn.

Doch ist der Umgang mit der neuen Krankheit sehr unterschiedlich. Italien etwa hat alle Schulen geschlossen, was in Deutschland als überzogen abgelehnt wird. Die EU selbst hat in der Gesundheitspolitik kaum Kompetenzen, das ist Sache der Mitgliedsstaaten.

Als Felder gemeinsamen Handelns nannte Spahn die Forschung an antiviralen Medikamenten zur Behandlung der Krankheit sowie an Impfstoffen zur Prävention. Wichtig sei ihm zudem, dass man gemeinsam erkenne, in einer neuen Phase angekommen zu sein und alle Politiken entsprechend anzupassen.

Bis Donnerstag waren nach Angaben der EU-Behörde ECDC in der Europäischen Union rund 4.200 Infektionen registriert. In Deutschland waren es laut Robert Koch-Institut über 500 Fälle. In Deutschland wurde noch kein Todesfall dem Virus zugeschrieben, europaweit waren es 112.

+++ 06.03.2020: Virologe: Bundesligaspiele im Rheinland müssten abgesagt werden +++

Der Chef-Virologe der Berliner Charité ist wegen der vielen Coronavirus-Fälle im Kreis Heinsberg bei Mönchengladbach für die Absage von Bundesligaspielen in der Region. "Volle Stadien mit Zehntausenden von Fans - gerade in Gegenden wie dem vom Coronavirus jetzt stark betroffenen Rheinland - müssten aus medizinischer Sicht eigentlich gestoppt werden", sagte Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag).

Das Stadion von Borussia Mönchengladbach liegt keine zehn Kilometer vom Kreis Heinsberg entfernt, der bundesweit am stärksten vom Coronavirus betroffen ist. Die Behörden hatten dennoch entschieden, dass das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr/Sky) stattfinden kann.

Auch der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) äußerte sich in einer Videobotschaft am Freitagmorgen verwundert über diese Entscheidung in der Nachbarstadt. Während im Kreis Heinsberg noch mindestens bis zum Ende der kommenden Woche alle Schulen und Kitas geschlossen bleiben müssten, um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu verhindern, finde wenige Kilometer weiter eine solche Großveranstaltung statt. "Ich würde mir natürlich wünschen, dass man das mal näher erklärt", sagte Pusch. "Beispielsweise, welche Risikoabwägung dem zugrunde liegt, warum man davon ausgeht, dass vielleicht die Ansteckungsgefahr geringer ist als üblich." Eine solche Erklärung der Behörden in Mönchengladbach vermisse er.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am Mittwoch mitgeteilt, das Gesundheitsamt der Stadt Mönchengladbach sehe keinen Grund für eine Absage des Bundesliga-Spitzenspiels.

+++ 06.03.2020: Robert-Koch-Institut meldet 534 Coronavirus-Infiziert +++

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Freitag (Stand: 7 Uhr, 06.03.2020) 534 Sars-CoV-2-Infizierte in Deutschland. Doch die tatsächlichen Fälle dürften weit höher liegen. "Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen zwischen der RKI-Tabelle und Angaben anderer Stellen, etwa der betroffenen Bundesländer, kommen", heißt es in einer RKI-Mitteilung.

+++ 06.03.2020: EU-Gesundheitsminister beraten über Virus - 400 Fälle bundesweit +++

Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus kommen die EU-Gesundheitsminister zu einem weiteren Sondertreffen in Brüssel zusammen. Ziel der Beratungen, an denen am Freitag auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilnimmt, ist eine enge Koordinierung. Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der EU-Behörde ECDC in Europa rund 4.200 Infektionen registriert. Besonders betroffen ist Italien mit laut Zivilschutz 148 Toten und mehr als 3.800 Infizierten. In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher Infektionen bei 400 Menschen nachgewiesen.

+++ 06.03.2020: DTM-Tests in Hockenheim vor leeren Rängen +++

Die Testfahrten der Motorsportserie DTM Mitte März auf dem Hockenheimring finden wegen des Coronavirus unter Ausschluss der Zuschauer statt. Das teilten die Organisatoren am Donnerstagabend mit. Die Tests vom 16. bis 19. März waren wegen der Ausbreitung von Sars-CoV-2 bereits aus dem italienischen Monza nach Deutschland verlegt worden. Die Saison des Deutschen Tourenwagen-Masters startet am 24. April im belgischen Heusden-Zolder.

+++ 06.03.2020:Ex-Schalker Fußball-Profi Poulsen unter Coronavirus-"Hausarrest" +++

Der frühere Schalker Fußball-Profi und jetzige Co-Trainer von Ajax Amsterdam, Christian Poulsen, fehlt dem niederländischen Meister bis mindestens zum 13. März. Der Assistent von Erik ten Hag muss der Zeitung "Telegraaf" zufolge wie zwei weitere Clubmitarbeiter als Vorsichtsmaßnahme zu Hause bleiben. Der 40 Jahre alte Däne war am vergangenen Freitag bei einer Geburtstagsfeier und eine der anderen anwesenden Personen war am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet worden.

"Die drei haben keine Beschwerden. Wenn es bis Donnerstag so bleibt, können sie ihre Arbeit wieder aufnehmen", sagte Ajax-Sprecher Miel Brinkhuis am Donnerstag. Erst wenn bei ihnen Fieber auftreten sollte, werden sie sich einem Test unterziehen.

+++ 06.03.2020:Höhere Beiträge für Privatpatienten wegen Corona unwahrscheinlich +++

In den privaten Krankenversicherungen steht nach Einschätzung von Branchenexperten keine Prämienerhöhung wegen des Coronavirus an. "Eine Beitragsanpassung zum 1. Januar 2021 ausschließlich aufgrund des Virus halte ich für unwahrscheinlich", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), Guido Bader. "Die Leistungen in der PKV für Fälle der neuartigen Lungenkrankheit sind bislang noch vergleichbar mit denen einer stärkeren Grippewelle", erläuterte der Versicherungsmathematiker.

Solche Entwicklungen seien bei den Prämien eingepreist und entsprechend mit Risikokapital unterlegt. Ob die Prämien möglicherweise aus anderen Gründen steigen, sei abhängig vom jeweiligen Tarif und derzeit nicht abzusehen. Auch für Lebensversicherungen sieht Bader keine großen Risiken durch möglicherweise steigende Todesfälle wegen der Lungenkrankheit. "Diese Risiken können Lebensversicherer problemlos abdecken", sagte Bader.

Sorgen bereitet der Branche vor allem die Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten infolge des neuartigen Coronavirus. "Die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank und möglicherweise ähnliche Schritte der EZB tun uns in der Niedrigzinsphase zusätzlich weh", sagte Bader. "Der Anlagenotstand macht den Lebensversicherern wieder zunehmend zu schaffen." Dies belaste die Branche stärker als ein möglicher Anstieg von Todesfällen. In der nun schon seit Jahren anhaltenden Zinsflaute fällt es Lebensversicherern zunehmend schwer, die hohen Zusagen der Vergangenheit zu erwirtschaften.

+++ 05.03.2020: Unterschiedliche Infektionszahlen! Behörden kommen nicht hinterher +++

Offenbar kommen die Behörden in Deutschland nicht hinterher. Während das Robert-Koch-Institut (RKI) um 10 Uhr 349 Sars--CoV-2-Infizierte (davon 175 in NRW) meldet, berichtet das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen selbst bereits 230 Fälle, heißt es bei der "Bild". Das macht einen Unterschied von 55 Coronavirus-Patienten. Das RKI begründet den gravierenden Unterschied mit der "sehr dynamischen Situation". So komme es vor, "dass vor Ort bereits bestätigte Fälle bekannt sein können, bevor uns diese als offizielle Berichte erreicht haben", zitiert die "Bild" das Gesundheitsministerium in NRW.

+++ 05.03.2020: Deutsches Au-pair (20) sitzt wegen Coronavirus in China fest +++

Die 20-jährige Melody Unger ging nach dem Abitur als Au-pair nach Peking. Nun sitzt sie wegen des Coronavirus in China fest. Zum chinesischen Neujahrsfest reiste sie mit ihrer Gastfamilie auf die Insel Hainan. Zuvor gab sie jedoch ihren Pass in einer Behörde in Peking ab, um ihr Visum zu verlängern. Wegen der Verbreitung des Krankheitserregers wollte sie das Land vorzeitig verlassen. Da ihre Gasteltern jedoch aus Angst vor dem Coronavirus nicht nach Peking zurück reisen wollen, kann Melody die Insel ohne Pass nicht verlassen.

Hilfe vom Auswärtigen Amt bekommt sie ebenfalls nicht. "Bedauerlicherweise ist der Reiseverkehr derzeit in China stark eingeschränkt. Einen internationalen Flug können Sie ohne Reisepass nicht antreten", zitiert die "Bild"-Zeitung aus einer Stellungnahme der Behörde.

+++ 05.03.2020: Lehrerverband gegen Schulschließungen wie in Italien +++

Der Deutsche Lehrerverband lehnt flächendeckende Schulschließungen wegen des neuartigen Coronavirus wie in Italien ab. Lange Komplettschließungen ohne "konkret nachgewiesene, bestätigte Verdachtsfälle" halte er für falsch, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das wäre ein Maßnahmenoverkill."

Zwar gebe es auch in Deutschland sehr große Verunsicherung von Eltern, Lehrkräften und Schülern. Diese werde dadurch verstärkt, dass keine einheitliche Verfahrensweise in den Bundesländern erkennbar sei. Letztendlich müsse eine Güterabwägung vorgenommen werden: "Rechtfertigt der Grad der gesundheitlichen Gefährdung, dass mit der Schließung von Schulen Abschlussprüfungen ausfallen und die gesamte Bildungsplanung von Kindern in Gefahr gerät."

Italien hat als bisher am stärksten betroffenes Land in der EU wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus alle Schulen und Hochschulen bis Mitte des Monats geschlossen. Ein entsprechendes Dekret hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Mittwochabend unterzeichnet.

+++ 04.03.2020: Covid-19: Opposition uneins über Krisenmanagement der Regierung +++

FDP und Grüne haben das Krisenmanagement der Bundesregierung gegen das neue Coronavirus unterstützt, von AfD und Linke kam dagegen teils scharfe Kritik. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel sprach am Mittwoch im Bundestag von "Chaos und Kompetenzwirrwarr", etwa wenn sich Menschen aus Risikogebieten testen lassen wollten. Linke-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali kritisierte, es gebe zu wenig sachliche Informationen. Die Regierung hätte sich zudem viel früher etwa mit Desinfektionsmittel bevorraten müssen.

FDP-Chef Christian Lindner begrüßte dagegen, mit welcher "Klarheit, Besonnenheit und Transparenz" die Regierung mit der unsicheren Lage für die Gesundheit umgehe. Er bekräftigte zugleich die dringende Forderung nach einem "Akutplan" gegen wirtschaftliche Risiken. Für die Grünen sagte die Fachpolitikerin Kordula Schulz-Asche, die Regierung handele mit den aktuellen Bemühungen zur Eindämmung des Virus richtig. "Es ist Teil der Panikmache, dass der Eindruck erweckt wird, man hätte alles früher machen müssen."

+++ 04.03.2020: Spahn warnt: Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung noch nicht erreicht +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit weiteren Infektionen mit dem neuen Coronavirus. "Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Bundestag. Die Behörden zielten weiterhin darauf, die Entwicklung zu verlangsamen und einzudämmen. "Die Sicherheit der Bevölkerung geht im Zweifel vor, auch vor wirtschaftlichen Interessen." Spahn rief die Bürger zugleich zu Besonnenheit und Zusammenhalt auf.

Spahn stellte fest: "Aus der Corona-Epidemie in China ist eine Pandemie geworden." In Deutschland habe eine Epidemie begonnen. Inzwischen gebe es rund 240 bestätigte Infektionen, die Lage sei regional aber unterschiedlich. Der Krisenstab der Bundesregierung hat als weitere Krisenmaßnahme beschlossen, dass der Bund dringend benötigte Schutzkleidung für Praxen und Krankenhäuser jetzt zentral beschafft. Zudem werden Exporte weitgehend verboten.

+++ 04.03.2020: Hannover Messe wegen Ausbreitung des Coronavirus verschoben +++

Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschieben die Veranstalter der Hannover Messe die weltgrößte Industrieschau. Das Branchentreffen mit rund 6000 Ausstellern, das vom 20. bis 24. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt geplant war, soll jetzt vom 13. bis 17. Juli stattfinden. Dies teilte die Deutsche Messe AG am Mittwoch mit.

+++ 04.03.2020: Frankfurter Messe verschiebt weitere Veranstaltungen +++

Die Frankfurter Messe hat wegen des neuartigen Coronavirus weitere Großveranstaltungen verschoben. Die auf Veranstaltungstechnik fokussierte "Prolight + Sound" soll nun vom 26. bis zum 29. Mai stattfinden, teilte die Messegesellschaft am Mittwoch mit.

Für die eigentlich parallel geplante Musikmesse in ihrer 40. Ausgabe steht ein neuer Termin noch aus. Allerdings sollen publikumswirksame Nebenveranstaltungen wie die "Musikmesse Plaza" (3./4. April) und das "Musikmesse Festival" (31. März - 4. April) mit Live-Shows an den geplanten Terminen stattfinden. Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Die Messegesellschaft begründete die Verschiebung mit Auflagen des städtischen Gesundheitsamtes, mit denen die Ausbreitung des Virus verhindert werden sollen. Danach hätten die Besucher vor ihrer Messeteilnahme gesundheitlich überprüft werden müssen, ob sie an Covid-19 erkrankt sind. Dies könne von der Messe nicht umgesetzt werden.

Zuvor hatte die Frankfurter Messe bereits die für März geplante Bau-Fachmesse "Light & Building" verschoben. Bereits im Februar hatte die Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente unter den Reiseeinschränkungen gelitten und weniger Besucher begrüßt. Die international tätige Messegesellschaft musste zudem mehrere in China geplante Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit verschieben.

+++ 04.03.2020: Praktikant mit Coronavirus infiziert! Gymnasium in Köln geschlossen +++

Die erste Schule macht wegen Coronavirus dicht. Wie das Rhein-Gymnasium auf seiner Webseite mitteilt, bleibt die Kölner Schule am 04.03.2020 geschlossen. Der Grund: Ein Praktikant sei mit Sars-CoV-2 infiziert. Ob die Schule am Donnerstag wieder öffnet, ist noch unklar. Darüber sollen Gesundheitsamt und die Stadt Köln am Vormittag entscheiden. "Die Examensprüfung, die Klassenarbeiten und Vorabitur-Klausuren und die Schulkonferenz werden verschoben", heißt es weiter.

+++ 04.03.2020: Facebook will Coronavirus-Falschinformationen löschen +++

Facebook will keine Verbreitung von falschen Informationen und Verschwörungstheorien über das neuartige Coronavirus zulassen. Das Online-Netzwerk werde sie entfernen und dabei den Einschätzungen globaler Gesundheitsorganisationen folgen, kündigte Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch an. Zudem werde keine Werbung zugelassen, mit der die Krise ausgenutzt werden solle - zum Beispiel mit der Behauptung, die Produkte könnten die Krankheit heilen.

Für Facebook ist das Vorgehen eine Ausnahme von der Linie, nicht entscheiden zu wollen, was falsch und was richtig ist. So war das Online-Netzwerk für die Entscheidung kritisiert worden, auch nachweislich falsche Aussagen von Politikern unkommentiert auf der Plattform zu lassen. Im Fall der Coronavirus-Unwahrheiten griffen aber die Facebook-Regeln, die es verböten, Menschen in Gefahr zu bringen, erklärte Zuckerberg.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bekomme unterdessen so vielen kostenlosen Anzeigenplatz bei Facebook wie benötigt. Und auch andere Organisationen würden unter anderem mit Gutscheinen für Werbung unterstützt. Forscher erhielten Zugang zu anonymisierten und verallgemeinerten Facebook-Daten, um die Ausbreitung der Infektionen besser zu verstehen.

+++ 04.03.2020: Feuerwehr und Rotes Kreuz: Gut gerüstet für Coronavirus-Patienten +++

Den Rettungsdiensten bereiten die Coronavirus-Infektionen in Deutschland bisher kein besonderes Kopfzerbrechen. Beim Deutschen Feuerwehrverband und beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) heißt es, Krankentransporte mit möglicherweise ansteckenden Patienten gehörten auch jenseits von Coronavirus-Fällen zum Alltag. Nur wenn die Zahl der Fälle extrem ansteigen sollte, könne dies zur Herausforderung werden. Feuerwehr und Rotes Kreuz fahren die Mehrzahl der Rettungseinsätze in Deutschland.

Es gebe jeden Tag einige Patienten, die mit schweren Erkältungssymptomen den Rettungsdienst unter der 112 anriefen und ins Krankenhaus gebracht würden, sagte der Sprecher des Deutschen Feuerwehrverbandes, Carsten-Michael Pix, der Deutschen Presse-Agentur. Aber: "Bislang ist das überschaubar." Die Kollegen in den Rettungswägen seien auf derartige Fälle vorbereitet. "Sie wissen, was sie zu tun haben."

Ein zeitlicher Faktor sei die anschließende Desinfektion der Fahrzeuge. "Die Herausforderung für die Feuerwehr ist, dass die Rettungswagen danach wieder gereinigt werden müssen." Handdesinfektion und Mundschutz gebe es noch ausreichend. Es sei genug Reserve vorhanden, auch wenn die große Nachfrage weltweit auch bei der Feuerwehr spürbar sei.

Auch beim DRK heißt es, bei Material wie Schutzausrüstung gebe es bisher keine Engpässe. "Wie in allen Lagen sind wir durch gegenseitige Unterstützung bemüht, Ressourcen-Engpässe zu vermeiden. Auch im Bereich der Transportkapazitäten treten wegen Covid-19 keine Engpässe auf", sagte eine Sprecherin. Für die Kollegen sei das "ein ganz normaler Infektionsschutztransport".

Die Fahrzeuge des Rettungsdienstes seien ausgestattet für den Fall, dass ein infektiöser Patient transportiert werden muss, sagte die Sprecherin. "Für die geschulten Rettungsdienstmitarbeiter sind Infektionsschutztransporte keine Seltenheit, das Virus Sars-CoV-2 stellt insofern keinen Sonderfall dar. Allenfalls kann das erhöhte Fallaufkommen zu einer echten Herausforderung werden."

+++ 04.03.2020: Radsport: Ein Deutscher unter Coronavirus-Fällen bei UAE-Tour +++

Die bereits abgebrochene UAE Tour der Radprofis hat sechs Coronavirus-Fälle gemeldet - betroffen ist auch ein Deutscher. Ob es sich dabei um einen Fahrer, Betreuer oder Mechaniker handelt, gaben die Organisatoren der Rundfahrt durch die Vereinigten Arabischen Emirate nicht in ihrer Mitteilung am Dienstagabend bekannt. Die sechs Personen, bei denen eine Covid-19-Erkrankung festgestellt worden sei, würden unter den Standards der Weltgesundheitsorganisation beobachtet. Es handle sich um zwei Russen, zwei Italiener, einen Kolumbianer und den einen Deutschen.

Alle Personen in den beiden unter Quarantäne gestellten Hotels, die keinen Kontakt direkt zu den Athleten oder den Teams gehabt hätten, seien auch untersucht worden. Sofern die Tests negativ ausfielen, durften sie die Hotels verlassen. Diejenigen, die weiter unter Quarantäne gehalten werden, sollen noch einmal untersucht werden.

Mitglieder des französischen Radsport-Teams Cofidis hatten angegeben, willkürlich in Abu Dhabi festgehalten zu werden. "Wir werden gegen unseren Willen an einem Ort festgehalten, den wir nicht ausgewählt haben - und das für eine unbekannte Zeitspanne", hatte Cofidis-Teamchef Thierry Vittu in einer Mitteilung vom Dienstag gesagt. "Wenn wir jemanden aus dem Hotel auf dem Flur treffen, rennt er weg. Wir werden wie Pestopfer behandelt", ergänzte Vittu.

Er und sein Team waren in den Vereinigten Arabischen Emiraten bei der UAE Tour im Einsatz. Die siebentägige Rundfahrt war nach fünf Etappen in der Nacht zum Freitag abgebrochen worden, weil zwei italienische Mitglieder eines Teams laut Veranstalterangaben positiv auf das neuartige Virus getestet wurden.

Deutschlands Top-Sprinter Pascal Ackermann und dessen Team Bora-hansgrohe kehrten bereits am Sonntag in heimische Gefilde zurück. Das bestätigte Teamsprecher Ralph Scherzer am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: "Es verlief alles reibungslos." Er schloss aus, dass unter den sechs Erkrankten ein Teammitglied ist.

+++ 03.03.2020: Erste bestätigte Infektion mit Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern +++

Erstmals sind auch in Mecklenburg-Vorpommern zwei Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert. Die beiden Personen aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald seien umgehend zuhause isoliert worden, teilte die zuständige Amtsärztin Marlies Kühn am Dienstag in Greifswald mit. Damit ist der Erreger nun in allen Bundesländern außer in Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden.

Derzeit sind die Verantwortlichen laut Kühn damit beschäftigt, die Kette der Ansteckung nachzuverfolgen und mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln. Der Verwaltungsstab des Landkreises habe Maßnahmen eingeleitet, um einer Ausbreitung des Virus möglichst wirksam zu begegnen. "Wichtig ist jetzt, dass alle Bürgerinnen und Bürger die bereits bekannten Hygieneregeln beachten, um sich selbst und ihr persönliches Umfeld zu schützen", mahnte die Amtsärztin, betonte zugleich aber, dass kein Grund zu Panik bestehe.

Bundesweit wurden bislang knapp 200 Fälle registriert. Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnete aber mit weiteren Fällen und Ausbrüchen in Deutschland. Die meisten Infektionen meldeten bislang die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Am Montagabend waren erste Fälle in Brandenburg, Thüringen und Sachsen bekannt geworden.

In Europa hat Italien die meisten gemeldeten Infektionen, dort sind es über 2.000. Der Ursprung des neuartigen Virus liegt in China. Die Zahl der Todesopfer und Infizierten steigt beständig.

+++ 03.03.2020: Erster Coronavirus-Fall im Saarland bestätigt +++

Im Saarland ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden. Betroffen ist ein Kinderarzt des Universitätsklinikums. Die Person arbeitet am Kinderklinikum und ist mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt, wie Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Dienstagabend mitteilte. Das Gesundheitsamt ermittle nun Kontaktpersonen. Andere seien bereits in Quarantäne. Der Patient sei in der Klinik isoliert. Das Saarland war zuletzt noch eines der wenigen Bundesländer ohne nachgewiesene Sars-CoV-2-Infektionen gewesen.

Derzeit werde das Bewegungsprofil des Mannes nachvollzogen, sagte Staatssekretär Stephan Kolling, der Leiter des Krisenstabes ist. "Wir haben diskutiert, ob eine Schließung der Kinderklinik in Betracht kommt." Man sei allerdings zur Einsicht gelangt, dass man die Klinik nicht werde schließen können. Doch seien die Sicherheitsmaßnahmen erhöht worden. Zudem sei in anderen Kinderkliniken nachgefragt worden, ob es dort notfalls freie Kapazitäten gibt.

Das Saarland war zuletzt noch eines der wenigen Bundesländer ohne Sars-CoV-2-Infektionen gewesen. Bundesweit gibt es mit Stand Dienstagmittag rund 190 Fälle. Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnete aber mit weiteren Fällen und Ausbrüchen in Deutschland. Am stärksten betroffen sind bislang die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Am Montagabend waren erste Fälle in Brandenburg, Thüringen und Sachsen bekannt geworden.

Schwere Verläufe der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sind selten, ein darauf zurückgehender Todesfall wurde in Deutschland bisher nicht erfasst. Bei weitem nicht jeder mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierte erkrankt an der Lungenkrankheit Covid-19. Zudem hat die große Mehrheit der Betroffenen lediglich Erkältungssymptome, die rasch wieder abklingen.

Schwerere Krankheitsverläufe - etwa eine Lungenentzündung - entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Die Isolation der Betroffenen und die Suche nach Kontaktpersonen erfolgt, damit sich die Ausbreitung des Virus möglichst verlangsamt. Dadurch soll möglichst viel Kapazität im Gesundheitssystem erhalten bleiben.

+++ 03.03.2020: Weitere Coronavirus-Fälle in Berlin - Fünf Infizierte +++

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Berlin hat sich auf fünf erhöht - unter den Patienten ist ein Arzt. Es gebe zudem rund 200 identifizierte Kontaktpersonen, teilte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag in Berlin mit. Bis Montagabend waren drei Coronavirus-Infektionen in Berlin bekannt, es wurden am Dienstag dann zunächst zwei neue Fälle diagnostiziert.

Bei den fünf Infizierten handele es sich um eine Frau und vier Männer, darunter ein Lehrer aus Marzahn-Hellersdorf und ein Arzt einer Neuköllner Tagesklinik. Mehrere Kontaktpersonen der Erkrankten seien kontaktiert und isoliert worden; sie sollten getestet werden.

+++ 03.03.2020: Wegen Coronavirus-Gefahr! Leipziger Buchmesse findet nicht statt +++

Wie die "Leipziger Volkszeitung" am Dienstag unter Berufung auf eine Dienstberatung im Leipziger Rathaus, an der unter anderem Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) teilnahm, berichtet, findet die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr nicht statt.

+++ 03.03.2020: RKI: Coronavirus-Nachweise in fast allen Bundesländern - rund 190 Fälle +++

In fast allen Bundesländern gibt es inzwischen nachgewiesene Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Gut die Hälfte der vom Robert Koch-Institut (RKI) bis Dienstagvormittag erfassten 188 Sars-CoV-2-Infektionen wurde in Nordrhein-Westfalen gemeldet. "Mit weiteren Fällen, Infektionsketten und auch Ausbrüchen in Deutschland muss gerechnet werden", betonte das RKI. Neben NRW sind derzeit Bayern und Baden-Württemberg stärker betroffen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte für Mittwoch eine Regierungserklärung zum Krisenmanagement bei Sars-CoV-2 an. Zudem ist ein Treffen mit den Gesundheitsministern der Länder vorgesehen.

+++ 03.03.2020: RKI: 101 Coronavirus-Fälle in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen +++

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus sind in Nordrhein-Westfalen auf 101 gestiegen. Das teilte das Robert Koch-Institut am Dienstag mit (Stand 10.00 Uhr). Damit liegt NRW mit Abstand an der Spitze der Bundesländer. Am Tag zuvor waren zum gleichen Zeitpunkt 86 Fälle in NRW bekannt. Deutschlandweit lag die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen am Dienstag bei 188 Fällen.

+++ 03.03.2020: Aida-Schiff mit 1.200 Deutschen sitzt in Norwegen fest - Corona-Ansteckung befürchtet +++

Zwei deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Aida Aura" stehen unter Verdacht, mit dem neuen Corona-Virus infiziert zu sein. Das Schiff mit rund 1200 Passagieren lag am Dienstagmorgen im Hafen der norwegischen Küstenstadt Haugesund. Ein Arzt der Gemeinde sagte dem norwegischen Rundfunk NRK, beide Passagiere seien vor einer Woche in Kontakt mit einer Person gewesen, bei der das Virus festgestellt worden sei. Diese Person befinde sich aber nicht an Bord. Die beiden Passagiere hielten sich nun in ihrer Kabine auf, bis die Ergebnisse der Tests vorlägen, voraussichtlich bis Dienstagnachmittag. So lange bleibe die "Aida Aura" im Hafen von Haugesund.

+++ 03.03.2020: Aussteller halten Leipziger Buchmesse trotz Corona die Treue +++

Die Aussteller halten der Leipziger Buchmesse trotz der Ausbreitung des Coronavirus die Treue. Es habe bislang nur eine einzige Absage gegeben, sagte Buchmesse-Sprecherin Ruth Justen. Dabei handele es sich um einen Aussteller der integrierten Comic-Messe Manga-Comic-Con, dessen Hauptquartier in Tokio weltweit die Teilnahme ein Großveranstaltungen untersagt habe. Insgesamt werden in diesem Jahr rund 2500 Aussteller bei der Leipziger Buchmesse erwartet - ähnlich viele wie im Vorjahr (2547).

Die Messe soll vom 12. bis 15. März veranstaltet werden. Im Vorjahr waren rund 286 000 Besucher zu der Bücherschau und dem dazugehörigen Lese-Festival "Leipzig liest" gekommen. Ob sich in diesem Jahr die Corona-Sorge auf die Besucherzahlen auswirken könnte, sei nicht vorhersagbar, erklärte Messe-Sprecherin Justen. Es gebe Anfragen, allerdings überwiege die Zahl der Nachrichten, dass sich die Besucher über die Durchführung der Leipziger Buchmesse freuen würden.

Bundesweit waren in den vergangenen Tagen wegen der steigenden Zahl der Infektionen in Deutschland mehrere große Messen abgesagt oder verschoben worden. Dazu gehören die Tourismusbörse ITB in Berlin, die Pro Wein in Düsseldorf oder die Kölner Eisenwarenmesse.

+++ 03.03.2020: Mehrere Bundesländer melden erste Coronavirusfälle +++

In mehreren Bundesländern sind am Montagabend erste Fälle des neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Insgesamt stieg die Zahl der erfassten Fälle damit auf rund 170. Noch keine Meldungen gab es lediglich aus dem Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Damit gibt es in fast allen Bundesländern registrierte Sars-CoV-2-Infektionen - mit mehr als 90 Fällen mit Abstand die meisten in Nordrhein-Westfalen.

Erstmals wurden am Montag Ansteckungen aus Brandenburg (1), Thüringen (1) und Sachsen (1) gemeldet. In Berlin, wo die erste Infektion am Sonntagabend bekannt geworden war, kamen zwei weitere Fälle hinzu. Da eine Lehrkraft unter den Infizierten ist, bleibt nun auch in der Hauptstadt eine öffentliche Schule geschlossen.

Nicht jeder Infizierte erkrankt. Die große Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen.

+++ 03.03.2020: Zwei weitere Infektionen mit neuem Coronavirus in Berlin +++

In Berlin sind zwei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es handele sich um zwei neue Fälle, die nach bisherigen Erkenntnissen nicht in Verbindung mit dem ersten nachweislich erkrankten Berliner stehen, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montagabend mit.

+++ 03.03.2020: Erste Infektion mit neuem Coronavirus in Thüringen +++

In Thüringen ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Das bestätigte der Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montagabend in Erfurt. Es handelt sich um einen 57 Jahre alten Mann aus dem Orlatal, wie das Landratsamt des Saale-Orla-Kreises in Schleiz mitteilte.

+++ 02.03.2020: Sechs neue Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt +++

In Bayern gibt es sechs neue bestätigte Fälle mit dem neuartigen Coronaviurs Sars-CoV-2. Betroffen seien fünf Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Freising und ein Mensch aus München, teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in München mit. Die Fälle im Landkreis Freising stünden im Zusammenhang mit dem Ehemann einer Erzieherin, der ebenfalls positiv auf den Erreger getestet wurde. Mit den sechs neuen Fällen gibt es seit Donnerstag vergangener Woche insgesamt 21 neue bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern.

Im Laufe des Montags hatte das Gesundheitsministerium schon sieben neue Fälle bestätigt. Es handelt sich um zwei Fälle im oberfränkischen Landkreis Bayreuth, zwei Fälle in München und je einen im mittelfränkischen Schwabach, im Landkreis Freising und im Landkreis Ostallgäu.

Damit sind bislang in Bayern insgesamt 34 Patienten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Bei 14 Patienten ist die Erkrankung auskuriert, alle sind wieder aus den Krankenhäusern entlassen worden. Sie standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens. Bei Webasto war im Januar eine Mitarbeiterin aus China zu Besuch, die das Virus in sich trug. Kollegen und teils deren Angehörige infizierten sich.

+++ 02.03.2020: Mehr als 50 Tote nach Coronavirus-Ausbruch in Italien +++

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen ist in Italien auf mehr als 2.000 gestiegen. Mittlerweile sind 52 Infizierte gestorben, teilte der Zivilschutz am Montag in Rom mit. Am Vortag waren es noch 34 Tote. Insgesamt wurden bisher 2.036 Menschen positiv getestet.

+++ 02.03.2020: Internationale Handwerksmesse wegen Coronavirus abgesagt +++

Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München wird wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus abgesagt. Das teilten die Veranstalter am Montagabend in München mit. Die IHM ist mit 1.000 Ausstellern aus 60 Ländern und mehr als 100.000 Besuchern die wichtigste Leistungsschau des Handwerks in Deutschland.

+++ 02.03.2020: Erste Infektion mit neuem Coronavirus in Sachsen +++

In Sachsen ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Es handelt sich um einen Rentner aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, wie der Sprecher des Landratsamtes am Montagabend in Pirna sagte. Der Mann gehörte zu einer Gruppe von Busreisenden, die aus Italien zurückgekehrt war.

+++ Trotz Coronavirus keine Versorgungsprobleme +++

Die Angst vor dem neuartigen Coronavirus sorgt weiter für eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Desinfektionsmitteln. Dennoch sehen die großen deutschen Lebensmittelhändler derzeit keine Versorgungsprobleme. Der Discounter Lidl berichtete, er verzeichne in einigen Regionen und Filialen weiter "deutlich erhöhte Abverkäufe". Besonders groß sei die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln wie Konserven und Nudeln, aber auch nach Hygieneartikeln wie Toilettenpapier und Desinfektionsmitteln.

Auch Rewe meldete eine "bundesweit verstärkte Nachfrage", betonte aber gleichzeitig: "Es gibt keine Engpässe in der Warenversorgung." Um dies sicherzustellen, habe der Konzern die Frequenz der Belieferungen in den Märkten erhöht. Ähnlich äußerten sich Real und Kaufland. Eine Sprecherin von Aldi Süd berichtete von einer höheren Nachfrage "in einzelnen Filialen". Doch sei die Versorgungslage nicht beeinträchtigt.

+++ Bahn droht das Corona-Chaos +++

Wegen des Verdachts auf das Coronavirus bei einem Mitarbeiter ist am Wochenende ein Zug in Hagen von der Bundespolizei gestoppt worden - für etwa eineinhalb Stunden. Das Ganze habe sich aber als Fehlalarm entpuppt, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei danach. Die Beamten seien alarmiert worden, weil den Kollegen des Mitarbeiters Erkältungssymptome bei ihm aufgefallen waren. In der Folge nahm die alarmierte Bundespolizei beim nächsten Stopp des Regionalexpress 7 in Hagen die Personalien von 48 Fahrgästen in dem Zug auf, der von National Express betrieben wurde. Das ebenfalls alarmierte Gesundheitsamt untersuchte den Mitarbeiter und gab dann Entwarnung. Nach rund anderthalb Stunden habe der Zug seine Fahrt fortsetzen können, sagte die Sprecherin weiter.

Wie die "Bild" berichtet, gibt es dazu einenErlass des Bundespolizeipräsidiums. Darin heißt es dem Bericht zufolge, "dass alle Bahnunternehmen Corona-Verdachtsfälle unverzüglich der Bundespolizei melden MÜSSEN – ganz gleich, wer den Verdacht beim Personal meldet! ALLE Passagiere und Zugbegleiter, die sich in räumlicher Nähe zu dem möglichen Infizierten befanden, müssen dann eine "Aussteigerkarte" ausfüllen. Darauf machen sie Angaben zu ihrer Person, ihrem Gesundheitszustand, dem Reiseweg." Bei einer Weigerung soll die "Bundespolizei sogar die Feststellung der Personalien erzwingen" dürfen. Das bedeutet, dass "JEDER Zug sofort gestoppt werden" kann.

+++Über 130 bestätigte Covid-19-Fälle - erster Nachweis in Berlin +++

In Deutschland sind mittlerweile in 10 der 16 Bundesländer Fälle des neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Mehr als 130 Infektionen waren es bis zum späten Sonntagabend nach Angaben der Behörden in den Ländern. Aus dem Saarland und den meisten neuen Bundesländern wurden bis zum Wochenende keine Coronavirus-Infektionen berichtet. Am späten Sonntagabend wurde der erste nachgewiesene Fall in Berlin bekannt.

Besonders stark betroffenen ist der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Dort gab es 65 bestätigte Fälle. NRW-weit sind deutlich mehr als 70 Fälle nachgewiesen. Erstmals wurde am Sonntag ein Fall bekannt, bei dem es keinen Bezug zum Kreis Heinsberg gibt. Das Virus wurde bei einem 51-Jährigen Mann nachgewiesen, der aus dem Iran zurückgekehrt war.

In Baden-Württemberg und Bayern sollen Schüler nach dem Ende der Faschingsferien zu Hause bleiben, wenn sie sich in einem der Risikogebiete aufgehalten haben. Im Südwesten betrifft dies ausdrücklich auch viele Beamten und Polizisten. Als Risikogebiete nennt das Landesgesundheitsministerium die norditalienische Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua (Region Venetien) sowie Teile Chinas, des Irans und Südkoreas.

+++ 117 Coronavirus-Nachweise in Deutschland +++

Bis Sonntagvormittag sind in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 117 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. Noch am Freitag waren es erst 53 Nachweise. Allein in Nordrhein-Westfalen sind es nach der aktuellen Liste mittlerweile 66 Fälle, in Bayern 19 und in Baden-Württemberg 15. Die tatsächliche Zahl der Fälle dürfte etwas darüber liegen, weil neue Nachweise hinzukommen.

So sind es nach einer dpa-Auswertung in Rheinland-Pfalz mittlerweile 3 Fälle statt wie vom RKI gemeldet 2. Im Saarland, und den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin sind bisher keine Fälle von Infektionen mit dem Sars-CoV-2 bekannt geworden. Weltweit gibt es laut RKI 85.207 Fälle, der Großteil davon in China. Die meisten Fälle außerhalb Chinas gibt es mit 2931 nachgewiesenen Infektionen in Südkorea.

+++ 4 weitere Coronavirus-Fälle in Hessen bestätigt +++

Das Coronavirus hat Frankfurt am Main erreicht. In Hessen wurden am späten Samstagabend vier weitere Infektionen bestätigt, wie das Sozialministerium in Wiesbaden auf seiner Internetseite mitteilte. Betroffen seien drei Männer aus der Mainmetropole und eine Frau aus dem Landkreis Groß-Gerau. Damit steigt die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Fälle in Hessen auf acht.

+++ Corona-Verdacht im Regierungsflieger von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller +++

Bange Momente fürBundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am vergangenen Freitag auf dem Rückflug von Indien nach München in einer "Global 6000" der Flugbereitschaft. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wurde das Regierungsmitgliedüber eine mögliche Corona-Infizierung eines Crew-Mitglieds informiert. Erst nach der Landung gaben zwei Amtsärzte nach Gesprächen mit der Crew Entwarnung. Gegenüber der "Bild" erklärt Müller: "Wir wurden bereits im Flugzeug informiert. Natürlich haben wir alle erstmal einen Schreck bekommen. Die Behörden in München haben aber besonnen reagiert und uns umfassend informiert. Es handelte sich eindeutig um eine falsche Information, dass es einen Kontakt der Crew zu einem infizierten Piloten gäbe."

+++ Seehofer zu Coronavirus: Abriegelung von Städten als "letztes Mittel" +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer geht nicht von einem schnellen Ende des Kampfes gegen das neuartige Coronavirus aus. "Ich rechne damit, dass wir zum Jahreswechsel einen entsprechenden Impfstoff zur Verfügung haben", sagte er der "Bild am Sonntag". Bis dahin müsse man das Virus "mit den klassischen Mitteln des Seuchenschutzes bekämpfen. Wir müssen die Infektionsketten konsequent unterbrechen." Auch die Absperrung von Regionen oder Städten schloss Seehofer nicht völlig aus. "Dieses Szenario wäre das letzte Mittel", sagte der CSU-Politiker. Seehofer selbst gibt als Schutzmaßnahme nach eigener Aussage anderen Menschen derzeit nicht mehr die Hand. "Ich sage aber jedes Mal, dass das nichts mit Unhöflichkeit zu tun hat."

+++Erste Coronavirus-Infektion in Bremen +++

Auch in Bremen gibt es den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Es handele sich um eine Frau, die sich noch bis Donnerstag im Iran aufgehalten habe, teilte der Senat der Hansestadt am Samstagabend mit. Das Land am Persischen Golf ist im internationalen Vergleich relativ stark betroffen. Die 1962 geborene Patientin werde derzeit in einer Klinik behandelt, sie zeige nur leichte Symptome. Das Gesundheitsamt sei in direktem Kontakt mit ihr. Ziel sei es, Kontaktpersonen zu ermitteln und erforderliche Maßnahmen einzuleiten.

+++ 4 Kita-Kinder in NRW mit Coronavirus infiziert -Lehrer aus Sauerland infiziert +++

Bei vier Kindern in Nordrhein-Westfalen ist eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Sie gehen in die Kita im Kreis Heinsberg, in der eine an Covid-19 erkrankte Frau als Erzieherin arbeitet. Das teilte der Kreis Heinsberg mit. Allen vier Betroffenen gehe es gut.

Im nordrhein-westfälischen Lüdenscheid ist bei einem Lehrer ebenfalls das Coronavirus nachgewiesen worden. Ein Sprecher des Märkischen Kreises, es seien 36 Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne geschickt worden. Man habe von allen Abstriche genommen, die nun ins Labor geschickt würden. Die Förderschule des Kreises mit 95 Schülern und 20 Lehrern bleibe bis Ende der kommenden Woche geschlossen. Unter den Betroffenen der häuslichen Quarantäne sind vier weitere Lehrkräfte der Förderschule. Der an Covid-19 erkrankten Pädagoge habe nur leichte grippeähnliche Symptome, sagte der Sprecher.

+++ Coronavirus bei Mitabeiter einer Bonner Schülerbetreuung nachgewiesen +++

Der Mitarbeiter einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) in einer Bonner Grundschule ist mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das meldete die Stadt Bonn. In der Nacht habe man von dem Testergebnis erfahren und rufe jetzt alle Eltern an mit der Bitte, die Kinder zunächst zuhause zu lassen, sagte eine Stadtsprecherin. Der Mann habe in Gangelt im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert. Bisher haben alle nun fast 40 Infektionsfälle in NRW einen Bezug zum Kreis Heinsberg, wo auch der 47-Jährige feierte, der als Erstinfizierter in NRW gilt und weiter in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird.

Es handele sich bei dem Erkrankten nicht um einen Lehrer, sondern um den Mitarbeiter eines Trägers, der für die Übermittagsbetreuung zuständig ist. Etwa 180 Kinder besuchen die Clemens-August-Schule, rund 150 von ihnen gehen in deren OGS. Das seien aber nur allererste Zahlen, die noch nicht belastbar seien, betonte die Sprecherin.

+++ Coronavirus aktuell: 38 Infizierte im Kreis Heinsberg +++

Im Kreis Heinsberg ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten auf 38 gestiegen. Am späten Freitagabend sei eine weitere Person gemeldet worden, sagte eine Sprecherin des Kreises am Samstagmorgen. Der Krisenstab werde angesichts der raschen Ausbreitung des Erregers am Vormittag erneut zusammenkommen. Man warte weiter auf die Testergebnisse von Dutzenden Kindern aus der Kita, in der die erkrankte und in der Düsseldorfer Uniklinik behandelte Erzieherin arbeitet. "Dazu liegen uns noch keine Ergebnisse vor".

Patienten waren am Freitag auch aus Düsseldorf und Bergheim gemeldet worden. Alle Infizierten haben laut NRW-Gesundheitsministerium Bezüge zu Infizierten im Kreis Heinsberg. Unter allen 37 bekannten Fällen werden nur die 46 Jahre alte Erzieherin und ihr Ehemann (47) - er gilt als Erstinfizierter in NRW - im Krankenhaus behandelt. Dabei gilt der Zustand des Mannes als ernst, hatte sich aber zuletzt "etwas stabilisiert". Geschätzte rund 1000 Menschen befinden sich als Vorsichtsmaßnahme in häuslicher Quarantäne.

+++ Zweiter Coronavirus-Fall in Hessen nachgewiesen +++

In Hessen ist eine zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Bei einem 29-Jährigen aus dem Hochtaunuskreis sei der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte das Sozialministerium am Freitagabend mit. Der Fall stehe in Zusammenhang mit dem ersten hessischen Coronavirus-Infizierten aus dem Lahn-Dill-Kreis.

Der 29-Jährige zeige milde Krankheitszeichen und sei häuslich isoliert. Er werde engmaschig vom Gesundheitsamt betreut, sein Zustand regelmäßig kontrolliert. Derzeit prüfe das Gesundheitsamt, ob es Kontaktpersonen gibt, die der Mann angesteckt haben könnte.

+++ Coronavirus-Krisenstab rät zu Risikobewertung für Großveranstaltungen +++

Die Bundesregierung empfiehlt im Kampf gegen das neue Coronavirus, Großveranstaltungen von bestimmten Bedingungen abhängig zu machen. Bei der Risikobewertung sollten unverzüglich die Prinzipien des Robert Koch-Instituts berücksichtigt werden, teilten Gesundheits- und Innenministerium nach einer Sitzung ihres gemeinsamen Krisenstabs am Freitagabend in Berlin mit. Bei Anwendung dieser Prinzipien sollten aus Sicht des Krisenstabs "unmittelbar bevorstehende internationale Großveranstaltungen wie die ITB abgesagt werden". Die weltgrößte Reisemesse ITB in Berlin wurde von den Veranstaltern am Freitagabend bereits abgesagt.

+++ Berliner Reisemesse ITB wegen Coronavirus abgesagt +++

Die Reisemesse ITB in Berlin wird wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt. Das sagte ein Messesprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Inzwischen 35 Infizierte im Kreis Heinsberg in NRW +++

In dem stark vom neuen Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Infizierten gestiegen. Von inzwischen 35 nachweislich betroffenen Menschen wird ein Ehepaar im Krankenhaus behandelt. Alle anderen seien nicht stationär aufgenommen worden, sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Freitag. Der Krankheitsverlauf sei bei ihnen vergleichsweise mild.

Ein 47-jähriger Mann aus Gangelt sowie seine Frau (46) werden demnach weiter in der Düsseldorfer Uniklinik behandelt. Der Mann war als erster Patient mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 in NRW identifiziert worden. Er schwebte durch eine Vorerkrankung zunächst in Lebensgefahr. Laut Uniklinik war er am Freitag weiter in kritischem Zustand, dieser habe sich aber etwas stabilisiert. Wo er sich infiziert hat, war weiter unklar. Der "Patient Null" werde vielleicht auch nie gefunden, sagte Pusch.

Unter den 35 Infizierten sind nach Kenntnis des Landrats bisher keine Kinder. Am Freitagabend wurden aber noch Testergebnisse von Kindern eines Kindergartens erwartet, in dem die 46-jährige Infizierte als Erzieherin tätig ist.

+++ Tourismusbeauftragter der Bundesregierung für Absage der ITB +++

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat sich angesichts des neuartigen Corona-Virus für eine Absage der Reisemesse ITB ausgesprochen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, natürlich wäre es nicht schön, wenn die ITB so kurzfristig abgesagt oder verschoben werden müsse. "Aber es gilt auch bei dieser Frage der Grundsatz fürs Leben: Gesundheit geht vor. Das sollten alle, die die Entscheidung treffen müssen, sehr ernst nehmen. Wichtig ist, dass jetzt schnell entschieden wird, damit sich die Leute entsprechend darauf einstellen können."

Die Messe Berlin will bis Freitagabend bekanntgeben, ob die ITB in der nächsten Woche wie geplant stattfinden kann. Derzeit stimme man sich mit Bundes- und Landesbehörden zum weiteren Vorgehen ab, teilte das Unternehmen am Freitagmittag mit. Verwiesen wurde auch auf eine Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung. Die fünftägige Messe mit rund 10.000 Ausstellern soll eigentlich am Mittwoch beginnen.

+++ Zwei weitere Infizierte in Baden Württemberg +++

Zwei weitere Menschen aus Baden-Württemberg haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Im ersten Fall handle es sich um einen Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg, der bei der sogenannten Influenza-Überwachung "herausgefischt" worden sei, teilte das Sozialministerium am Freitag in Stuttgart mit. Das bedeutet, dass Proben im Labor des Landesgesundheitsamtes, die auf Influenza getestet wurden, automatisch auch auf das Coronavirus hin untersucht werden. Dies ist der erste Fall, der auf diese Art ermittelt wurde.

Beim zweiten Fall handelt es sich um einen Mann aus dem Rhein-Neckar-Kreis, der sich am Mittwochabend nach seiner Rückkehr aus dem Ski-Urlaub in Südtirol mit leichten Symptomen in der Notfallambulanz der Heidelberger Universitätsklinik vorgestellt hatte. Der Test fiel am späten Donnerstagabend positiv aus.

In Baden-Württemberg gibt es damit nun zehn Menschen, die sich mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 infiziert haben.

+++ Coronavirus: Experte geht von steigenden Infektionen aus +++

Allein in Nordrhein-Westfalen kamen am Donnerstag 14 neue Fälle dazu, außerdem wurden vier weitere Infektionen in Baden-Württemberg sowie jeweils ein neuer Fall in Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern gemeldet. Zudem infizierte sich ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Das teilten die Klinik und die Behörde für Gesundheit mit. Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne. Auch andere Mitarbeiter gehen in eine häusliche Isolation. Es war die erste nachgewiesene Infektion mit Sars-CoV-2 in Hamburg.

Daneben waren vor mehreren Wochen bereits 16 weitere Sars-CoV-2-Infektionen gemeldet worden - diese Menschen gelten inzwischen alle als virusfrei. Der Virologe Christian Drosten sagte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner": "Wir werden in den nächsten Tagen sehen, dass neue Fälle und kleine Fallgruppen wie die Pilze aus dem Boden schießen werden." Deutschland werde in Europa eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen sein, "weil unsere Bevölkerung sehr reisefreudig ist".

+++ Experte warnt: Impfstoff gegen Coronavirus erst 2021 +++

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte der "Passauer Neuen Presse" , die Technik der Impfstoff-Gewinnung und -Zulassung dauere mindestens ein Jahr. In ein paar Jahren werde man mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heiße und gegen die man impfen könne. "Vor allem müssen wir aber aufhören, Panik zu machen. Das Virus kann bei manchen Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Bei über 80 Prozent führt es aber nur zu erkältungsähnlichen Symptomen. Dies ist aber nicht der Weltuntergang."

+++ Bundesregierung richtet Krisenstab ein +++

Der Krisenstab der Bundesregierung soll nach Angaben von Gesundheits- und Innenministerium unter anderem über den Umgang mit Großveranstaltungen wie Messen beraten. So geht es um Auswirkungen auf die Internationale Tourismusbörse (ITB), die am 4. März in Berlin beginnen soll. Auch für andere Veranstaltungen könnten Kriterien entwickelt werden, nach denen Behörden vor Ort dann über mögliche Beschränkungen entscheiden können.

Die Bundesregierung sucht auch nach Lösungen, um im Kampf gegen das Coronavirus Schutzausrüstung etwa für medizinisches Personal verfügbar zu halten. "Wir müssen uns auf eine Knappheit in dem Bereich einstellen", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

rut/news.de/dpa