17. Februar 2021 – Ausgabe 8

Leserbriefe zu „Im Wahn der Beherrschbarkeit“ von Thea Dorn

Was für ein schönes Gefühl, die eigenen Gedanken, die man selbst nicht so richtig in Worte fassen kann, morgens in der ZEIT so klug zusammengefasst präsentiert zu bekommen. Frau Dorn bringt hier auf den Punkt, was unsere Gesellschaft in der jetzigen Krise spaltet. Es gibt die einen, die irgendwie überleben wollen. Und es gibt die anderen, die trotz naturgegebenen Risiko leben wollen. Den Irrglauben an die Überwindbarkeit allen Übels auf dieser Welt durch den menschlichen Ideenreichtum gibt es ja nicht erst seit Corona.

Seit langem schwadronieren selbst ernannte Propheten von Selbstoptimierung, Mensch-Maschine-Wesen und Künstlicher Intelligenz als Krone der Schöpfung. Wer sich solche Lebensentwürfe zu eigen machen möchte, kann dies ja gerne tun. Aber jede/r sollte sich frei dafür oder dagagen entscheiden können. Das wäre fürsorgliche Aufgabe der Demokratie gegenüber ihren Mitgliedern. – Michael Hauck

Sie haben mir mir mit Ihrem klugen Artikel „Im Wahn des Beherrschbaren“, DIE ZEIT Nr. 8, aus der Seele gesprochen. Sie haben mich auch erinnert an meine Zeit als Intensivmediziner. Die Frage nach dem Beherrschbaren ist wahrlich nicht nur eine Frage an Covid-19. Beherrschbarkeit ist nahe dran am „Helfersydrom“, an der Unfähigkeit, im Anschluss an die „Beherrschung“ der Notlage eines schwerkranken Menschen das Therapieziel neu zu überdenken und dieses mit der Wirklichkeit zu versöhnen. Inzwischen seit mehr als 15 Jahren nicht mehr im aktiven Dienst, sehe ich, dass unser Denken von damals – „Wir sind

nicht

Herrscher über Leben und Tod“ – in immer neuen Varianten gedacht wird. – Dr. med. Wolfgang Sielemann

Thea Dorn lässt ihren Gedankengang in dem Aufruf münden, dass Demokratien sich zum Anti-Radikalen bekennen müssen, wenn eine lebbare, humane Balance zwischen „gegebener Wirklichkeit“ und „Idee“ gelingen soll. Ihr vorangehender Gedankengang ist ein Dreisprung: Die Welt ist kontingent und prinzipiell nicht beherrschbar. Der Mensch ist prinzipiell den Mächten des Schicksals unterworfen. Das Schicksal beeinflussen zu wollen ist prinzipiell eine Anmaßung. Am Ende dieses Dreisprungs sitzen alle der Aufklärung nahestehenden Konzepte auf der Anklagebank, falls sie es mit ihren Einsichten und Erkenntnissen tatsächlich ernst meinen. Anklagepunkte: Wahn der Beherrschbarkeit. Mangel an Demut vor dem Gegebenen. Mangel an Klugheit und Tatkraft.

Gegenthesen: Radikalität ist ein Ansatz, der an die Ursachen (die Wurzel) von Problemen geht. Es ist keineswegs „schlicht“ oder „mechanisch“, einen radikalen Ansatz zu wählen, wenn das übliche reflexhafte Handeln auf der Symptomebene nicht zur Problemlösung beiträgt. Radikalität und Demokratie sind kein Gegensatz: In einer Demokratie können sich die Menschen durchaus auf einen radikalen Ansatz verständigen (im Totalitarismus dagegen nur unter Gefährdung der eigenen Unversehrtheit). Denkbar ist dies z.B. beim menschengemachten Problem des Klimawandels. Tatkraft und Klugheit sind hier nötig. Auch Paradigmenwechsel sind per se radikal, da sie mit grundlegend anderen Wahrnehmungs-, Erklärungs- und Handlungsmustern einhergehen.

Der von Thea Dorn angesprochen ZEIT-Leitartikel von Fritz Habekuss „In Ruhe lassen“ ist ein Beispiel, das sich mit einem neuen Paradigma gegen den Herrschaftswahn des Menschen über die Natur wendet. „Gegebene Wiklichkeit“ und „Idee“ sind keine Entitäten, die in eine Balance gebracht werden können. Es ist viel einfacher: Ideologiefreie Politik löst Probleme für die Menschen, wie der Artikel „Mehr Staat, weniger Markt“ von Robert Pausch und Mark Schieritz in der Nr-8-Zeit-Ausgabe 2021 so schön zeigt.

Am Ende bleiben Fragen: Geht es Thea Dorn eher um die Rettung des in der Mitte versinkenden Rechts-Links-Gegensatzes? Ist ein aus meiner Sicht undemokratisches Anti-Radikal-Bekenntnis nötig, damit alles eher so bleibt wie es ist bzw. die Mächte des Schicksals ihr Werk vollbringen können? – Reinhard Koine

Vielen Dank für diese überaus brillante und erhellende Analyse über die fortschreitende Einengung des gegenwärtigen Diskurses. Die Parallelen zu anderen hoch aufgeladenen Themenbereichen wie Klima oder Genderpolitik sind frappierend. Jeder Versuch, einen Diskursraum überhaupt nur vorsichtig zu öffnen, ihn geschweige denn einzufordern, wird mit reflexartiger Feindmarkierung beantwortet. Die Schlüsselhoheit zu den Diskursräumen wird dabei unumstößlich nur im eigenen Lager verortet – dem moralischen Superimperativ sei Dank.

Mit ihren Erlösungsversprechen schafft es die schon parareligiös anmutende Vereinigung der No- oder Zero-Covidianer immer erfolgreicher, diese Hoheit auch in den üblichen medialen Diskursräumen durchzusetzen. Was dabei seltsam unbemerkt bleibt ist, dass sich der mantrahaft gepredigte „Strategiewandel“ bei Licht betrachtet ziemlich bald im Ungefähren auflöst und, wenn es allzu eng wird, durch das allmächtige Orakel – das statistische Berechnungsmodell – ersetzt wird. – Till Buchmann

Die Vernunft-basierten Annahmen renommierter Wissenschaftler mit einem „Wahn der Beherrschbarkeit“ gleichzusetzen – gefährliche Polemik, Frau Dorn! Im Gegensatz zur von uns Menschen selbst verschuldeten Klima-Katastrophe sind die Zusammenhänge um die Entstehung der Covid-Pandemie noch nicht geklärt. Ob es sich bei Covid-19 um eine „Katastrophe“ (immerhin eine globale Pandemie mit vielen Toten) oder lediglich um eine „dramatische Herausforderung“ handelt, die nach „abwägenden Überlegungen und differenziertem Handeln“ verlangt? Wie würden Sie denn unser durch die „radikalen Wissenschaftler“ getriebenes Regierungshandeln bezeichnen? Leider wird immer wieder abgewogen und differenziert diskutiert, um letztlich den Lobbyverbänden zuliebe wieder vorschnelle Öffnungen zu beschließen.

Wer ein wenig von Mathematik und Statistik versteht, wird unschwer nachvollziehen können, dass „radikale Zero-Covid-maßnahmen“ für uns alle, für unsere Fürsorge-Bedürftigen und letztlich auch für unsere freiheitliche Demokratie von größtem Nutzen wären. Ist es für Sie so wenig vorstellbar, dass eine Zero-Covid-Strategie letztlich mit viel weniger gesellschaftlichen Verwerfungen dazu führen würde, die Pandemie zu kontrollieren (was in anderen Ländern ja auch gelingt!) und die unmenschlichen Tode in sterilen Kliniken ohne die Hand eines nahen Angehörigen zu beenden? Oder doch lieber beim „zwangsläufig Unvollkommenen, beim Kompromiss, dem Ausgleich, dem Gemäßigten“ bleiben? Frau Dorn, wie zynisch sind Ihre Darlegungen! – Dr. Andrea Klick

Ihr Geschwurbel, zugegebenermaßen auf hohem Niveau, lässt mich am Ende des Textes verwirrt zurück: Sollen wir Ihrer Meinung nach also anerkennen, dass wir es jetzt und künftig mit Pandemien zu tun haben werden, die nunmal einzupreisen sind und dem großen Sterben (nicht nur an der Infektion, sondern auch an den damit einhergehenden „Kollateralschäden“) zusehen? Oder ist ein auf unabsehbare Zeit wiederkehrendes, monatelanges „In den Lockdown-gehen“ mit den dazugehörenden Grundrechtsbeschränkungen mehr in Ihrem Sinne?

Man kann grundsätzlich durchaus auch mal dagegen sein ohne zu sagen, FÜR was man eigentlich ist; bei einer Pandemie ist das jedoch eine sehr ungesunde und teure Kombi, da ein Erreger dieser Kategorie nur auf eine Gesellschaft wartet, die sich unter dem Deckmantel der Sorge um die freiheitliche Demokratie verzettelt und ebendiese sowie das Leben vieler Mitmenschen dadurch selbst in Gefahr bringt. – Dr.med.Agnes Maria Bitterlich

„Das Wort „radikal“ hat keinen guten Klang“, schreibt Frau Dorn. „Zumindest nicht in den Ohren derer, die überzeugt sind, dass die pluralistische, auf Ausgleich und Kompromiss angelegte Demokratie die bester aller Gesellschaftsformen ist.“ Ich habe mich sehr gefreut, dass dieser Artikel die bürgerliche Mitte der Gesellschaft anspricht, die ich in der ZEIT zur Zeit stark unterrepräsentiert finde. Nach einer Abgrenzung von rechtsextremen Positionen weist Thea Dorn aber deutlich darauf hin: „Nach einer ähnlich entschiedenen Ablehnung dort, wo sich radikales Denken von der linken Seite in unserer Gesellschaft, in Debatten und Politik ausbreitet, sucht man allerdings vergebens. Im Gegenteil: Klimawandel, Migration, Corona-Pandemie – bei jedem dieser Themen werden radikale Positionen aus dem linken Spektrum mit Ernsthaftigkeit und Sympathie diskutiert, von Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern.“

Frau Dorn spricht sogar von einem „Fürsorgeradikalismus“. „Das Bekenntnis zu Fürsorge könnte der Kitt sein, der uns zusammenhält. Dennoch fürchte ich, dass sich das zivilisierende Potenzial, das hierin liegt, zu einer Bedrohung für unsere freiheitlich verfassten Demokratien verwandeln kann – wenn Fürsorge als Wort verabsolutiert wird und in Fürsorgeradikalismus umschlägt. Dass es in pluralistischen Gesellschaften Gruppen gibt, die radikale Forderungen stellen, ist weder neu noch beunruhigend. Neu und beunruhigend ist, dass spätestens seit der Covid-19-Pandemie der Fürsorgeradikalismus Einzug ins Zentrum der Macht gehalten hat.“

Und er hat offensichtlich dazu geführt, das effektive Demonstrationsverbote und –einschränkungen herrschen, so dass die Bürger ihre Rechte auf diese Art nicht mehr verteidigen bzw. zurückfordern können. Die Grund- und Freiheitsrechte wurden eklatant und dauerhaft eingeschränkt. Und die Folgen der Lockdowns sind verheerend. Beim „Fürsorgeradikalismus“ ist zu fragen, wem die Fürsorge gilt und wem nicht. Die Grundrechte und die Unantastbarkeit der Würde des Menschen sind nicht nur für Sonnentage da, sie sind gerade in komplexen Situationen eine überlebensnotwendige, alternativlose Richtlinie. Wenn das nicht der Fall ist, ereignet sich das, was Wissenschaftler des Internationalen Konsortiums ICSLS in dem weiter unten aufgeführten Text herausgefunden haben. Wir erleben eine SARS-CoV-2-PLANdemie, wie sie uns seit Monaten in Hunderten von Kanälen und Expertisen in neuen Medien von hochqualifizierten Wissenschaftlern als Gesamtbild veranschaulicht wird

Ein bedeutender Teil der Bevölkerung hat sich schon lange von den alten Medien abgewandt. Viele Menschen hierzulande informieren sich über die alten UND die neuen Medien. Manche Bürger aber konsumieren immer noch fast ausschließlich die alten Medien. Den zwei ersten Gruppen von Medienkonsumenten ist es klar, dass es bei der jetzigen Krise gar nicht im Wesentlichen um eine Gesundheitskrise, sondern um die weltweite Schulden- und Finanzkrise geht, die auch von Experten schon seit über zehn Jahren beschrieben wird und die man jetzt wirklich versuchen sollte, demokratisch zu lösen. Wir sollten dringend zu einer wissenschaftlichen Vorgehensweise, einer demokratischen Basis und einem achtsamen Miteinander finden.

(17) Der Great Reset ist da! – Max Otte im Gespräch – YouTube Dr. Markus Krall: Coronavirus ist nicht Schuld an der Krise | WOV Update – YouTube Die Oligarchen nehmen das Heft in die Hand | Christian Kreiß Interview – YouTube Der offizielle Lösungversuch in einigen großen Teilen der Welt durch Ablenkung der Bevölkerung mittels einer PCR-Test-induzierten Plandemie und gleichzeitigem möglichst weltweitem Umbau der Finanzwirtschaft, der Wirtschaft und der Gesellschaft hin zu zentral leicht steuerbaren Einheiten, wird schon lange von unzähligen Fachleuten und Wissenschaftlern analysiert und in Frage gestellt. Siehe das Beispiel China. (14) Dr. Daniele Ganser: Corona und China: Eine Diktatur als Vorbild? (Basel 5. Februar 2021) –

YouTube Ein internationales Konsortium von Wissenschaftlern hat schon seit langer Zeit auf die wissenschaftliche Faktenlage hingewiesen. Drosten-PCR Test, Erneute Überprüfung, Eurosurveillance, Fachexperten, Kritik | Mitdenken-761 Die WHO hat bereits am 20.01.2021 in dieser Richtung reagiert und weltweit aufgerufen, die bis dahin üblichen Testverfahren wesentlich zu verändern, indem statt nicht standardisierter PCR-Test-Verfahren professionelle Diagnostik betrieben wird. WHO ändert Leitlinien für Nutzung von PCR-Tests — RT DE WHO beendet Epidemische Lage von Nationaler Tragweite –

Vera Lengsfeld Die Anzahl der täglichen Fälle ist laut worldometer-Statistik nun drastisch gesunken, z.B. von 845.696 am 8.Januar auf 265.000 am 15. Februar 2021, Auch die Anzahl der täglich PCR-positiv getesteten Toten ist (natürlich zeitversetzt) von 17.589 am 20.1.2021 auf 6.709 am 15.2.2021 gesunken. Beigefügt finden Sie die Website des Konsortiums: International Consortium of Scientists in Life Sciences (ICSLS) – CORMAN-DROSTEN REVIEW REPORT Dort heißt es unter anderem: „Die Folgen von falsch positiven Tests [Hervorhebungen von mir, aus: beigefügter Webseite des Internationalen Konsortiums ICSLS] Gast-Beitrag von Howard Steen & Saji Hameed TEIL 1 – HINTERGRUND (HOWARD STEEN) Im Januar schien es, als stünde die Welt vor einer drohenden Epidemie, verursacht durch ein tödliches neues Virus, und als sei eine schnelle Reaktion auf der Grundlage der zwangsläufig begrenzten Daten von größter Wichtigkeit, um eine mögliche globale Katastrophe abzuwenden.

Eines der wichtigsten Werkzeuge in diesem Kampf, das Virus zu erkennen, zu isolieren und zu unterdrücken, ist der PCR-Test. Die Charité in Berlin unter der Leitung von Prof. Drosten hat den äußersten Ernst der Lage früh erkannt und in Rekordzeit das erste PCR-Testprotokoll zum Nachweis des SARS-CoV-2-Virus entwickelt. Dieses wurde gleichzeitig von der WHO ausgewählt und empfohlen und wurde zur weltweiten ersten Verteidigungslinie. Elf Monate nach Beginn der Pandemie haben wir nun viel mehr über das Virus und die Vielzahl der PCR-Testvarianten gelernt, die durch das Corman-Drosten-Protokoll möglich wurden. Die Mängel des Testprotokolls sind immer deutlicher geworden, und unser Prüfbericht befasst sich mit diesen enormen Bedenken.

Zusätzlich alarmierend und besonders relevant für dieses Argument, da der PCR-Test alle Ebenen der globalen Gesellschaft beeinflusst hat wie vielleicht kein Test zuvor, sind die unvorhergesehenen Konsequenzen, die durch den Anstieg der PCR-Fälle verursacht wurden. Mehr als hundert Regierungen haben diese Ergebnisse genutzt, um noch nie dagewesene Maßnahmen zur Kontrolle der Übertragung zu ergreifen, wie z.B. Lockdowns, die sich irreparabel auf Millionen von Leben und Lebensgrundlagen ausgewirkt haben, und direkte Angriffe auf die Grundrechte und persönlichen Freiheiten der Menschen, was wiederum zu katastrophalen Schäden für ganze Volkswirtschaften führte. TEIL 2 – FOLGEN (SAJI HAMEED) In der Literatur über PCR-Tests ist bekannt, dass es viele Gefahren gibt, wie z. B. operative falsch-positive Ergebnisse, die zu einer Fehlinterpretation der Testergebnisse führen können.

Aus diesem Grund wird von Kurkela et al. [1] empfohlen, die PCR immer nur in Verbindung mit einer klinischen Infektionsdiagnose aufgrund von Symptomen einzusetzen. Schließlich gibt es dokumentierte Fälle von Fehlinterpretationen, die zu Phantom-Pandemien geführt haben, z. B. der Ausbruch von Atemwegserkrankungen in den Jahren 2004-2006, der durch die Verwendung von PCR-Tests fälschlicherweise dem Keuchhusten zugeschrieben wurde [2]. Beachten Sie, dass diese Gefahren durch den propagierten großtechnischen Einsatz der PCR zum Screening der gesamten Bevölkerung multipliziert werden. Um dies in die richtige Perspektive zu rücken, beschreibt das CD-Papier, wie 4 von 310 Tests in den kontrollierten und erstklassigen Expertenlaboreinrichtungen des Chariteé-Instituts falsch-positive Ergebnisse lieferten (d.h. eine Rate von 1,2%).

Übertragen auf den aktuellen Stand in den USA (CDC-Bericht vom 21.11.2020 mit insgesamt 178,1 Millionen durchgeführten Tests) bedeutet dies, dass mindestens 2,3 Millionen Menschen fälschlicherweise als „mit Covid-19 infiziert“ bezeichnet wurden, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Aber angesichts der im vorigen Abschnitt dargestellten Fehler ist die tatsächliche Falsch-Positiv-Rate unbekannt und daher müssen 2,3 Millionen als Minimalschätzung betrachtet werden; die beunruhigende Realität ist also wahrscheinlich viel größer. 1. Die Anzahl der PCR-Tests nimmt täglich zu, was zu einer Rekordzahl von PCR-Positiven führt. Regierungen und Nachrichtenorganisationen zitieren diese täglich und benutzen sie, um ihre eigene Politik zu rechtfertigen. Einige der Konsequenzen dieser Politik sind im Folgenden aufgeführt:

Die Fehldiagnose von PCR-Positiven als Infektionen hat in der Vergangenheit „Kasemien“ (FALLDEMIEN) verursacht, die typischerweise durch eine Inkongruenz zwischen positiven PCR-Testergebnissen und Todesfällen gekennzeichnet sind. Ein relativ aktuelles Beispiel war der Ausbruch der Schweinegrippe im Jahr 2009 [3]; 2. Pauschale Lockdowns wurden allgemein eingeführt und in vielen Fällen von Regierungen auf unbestimmte Zeit verlängert, ohne dass zuvor eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt wurde. Die weitreichenden und katastrophalen Auswirkungen dieser nicht evidenzbasierten Maßnahmen werden jetzt nur zu deutlich: Zu den menschlichen Auswirkungen, um nur einige zu nennen, gehören: a) Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, einschließlich einer Zunahme von Selbstmorden [4];

[Referenzen siehe ICSLS-Website]: International Consortium of Scientists in Life Sciences (ICSLS) – CORMAN-DROSTEN REVIEW REPORT b) abgebrochene oder verzögerte wichtige Krankenhausbehandlungen (z. B. Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes usw.), c) Todesfälle unter älteren Menschen aufgrund der Trennung von Angehörigen, d) unmenschliche Einsperrung und Isolierung älterer Menschen in einer Lebensphase, in der sie den Kontakt zur Familie am meisten brauchen, Zunahme von Totgeburten. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind nicht weniger verheerend; a) Lockdowns haben ein erstes finanzielles Desaster verursacht, dessen Auswirkungen bereits als 3-4 mal größer als die der Finanzkrise 2008 eingeschätzt werden, während die längerfristigen Auswirkungen unbekannt sind [5]; b) Der Verlust von Zukunftschancen für die junge Generation wurde von UNICEF hervorgehoben [6]; c)

Die Weltbank hat festgestellt, dass aufgrund der Pandemiemaßnahmen 88-115 Millionen Menschen im Jahr 2020 in extreme Armut gezwungen sein werden, wobei die Gesamtzahl bis 2021 auf 150 Millionen ansteigen wird [7]; 3. Der Einsatz von Lockdowns und der Glaube an unbewiesene NPIs (nichtpharmazeutische Interventionen), gekoppelt mit dem Auftreten des Phänomens der FALLDEMIE, das durch PCR-Tests ermöglicht wird, hat Regierungen weltweit dazu ermutigt, ihre Bevölkerungen einzuschüchtern, damit sie immer bizarrere und unlogische Einschränkungen befolgen. Der Einsatz psychologischer Techniken, um diese durchzusetzen, umfasst: a) die absichtliche Steigerung der Angst-Taktik über die Medien, um die Einhaltung zu gewährleisten, b) den exzessiven Einsatz von Polizei und Militär, um eine Atmosphäre der unmittelbaren Bedrohung für das Leben zu schaffen, c)

die Suggestion schrecklicher Konsequenzen bei Nichteinhaltung, um Angst einzuflößen, einschließlich der Suggestion an Kinder, dass sie ihre Oma infizieren und töten könnten, d) Die UN hat vor der Tendenz einiger Regierungen gewarnt, die Notstandserklärungen als Deckmantel für repressive Maßnahmen zu verwenden [8]; 4. Verlust von Demokratie und Menschenrechten: Viele Menschenrechte, wie sie in den Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 [9] verankert sind, werden ausgehöhlt oder einfach ignoriert als direkte Folge der neuen Abriegelungsmaßnahmen, die mit PCR-Testergebnissen begründet werden. Die Liste umfasst: a) die Freiheit zu protestieren, b) Gedanken- und Redefreiheit (Artikel 18), z.B. prominente Wissenschaftler, die zensiert werden, weil sie ihre Meinungen und Ideen geäußert haben, c) Pressefreiheit, d) die Freiheit, soziale Kontakte zu knüpfen, e) das Recht, wirtschaftliche Geschäfte zu tätigen, f)

die Verweigerung von Wahlmöglichkeiten für Verbraucher, g) Beschränkungen beim Zugang zu Bildung, h) Beschränkungen beim Zugang zu medizinischer Behandlung / Wahlmöglichkeiten, unmenschliche Behandlung (Artikel 5), z.B. ältere Menschen, die verlassen und allein gelassen werden, um in Pflegeeinrichtungen zu sterben. TEIL 3 – SCHLUSSFOLGERUNG (Howard Steen) Der PCR-Test allein ist in der Lage, eine Nadel im Heuhaufen zu finden, indem er nur einen Teil der Nadel findet. Es ist jedoch wichtig, seine Grenzen zu erkennen: ER IST ALS DIAGNOSTISCHER TEST FÜR DEN EINSATZ IN LABORS DES ÖFFENTLICHEN GESUNDHEITSWESENS UNBRAUCHBAR. Wie wollen wir die Leben von Millionen von Menschen schützen, die hier auf dem Spiel stehen? Ist es nicht unsere Verantwortung, die richtigen Entscheidungen zu treffen, auch wenn das bedeutet, frühere Fehlentscheidungen zu korrigieren? Dies scheint ein entscheidender Moment zu sein und die Augen der Geschichte sind auf uns gerichtet. Ist es nicht an uns, dieser Zeit mit Demut zu begegnen und uns des Vermächtnisses bewusst zu sein, das wir hinterlassen?

Bei unserer erneuten Überprüfung des Testprotokolls zur Identifizierung von SARS-CoV-2, das im Corman-Drosten-Papier (CD) beschrieben ist, haben wir bedenkliche Fehler festgestellt. Wie kann die weitere Verwendung des Testprotokolls nach diesen Erkenntnissen gerechtfertigt werden? Sollten wir uns bei dem Wissen um den Missbrauch und die Fehlinterpretation von Testergebnissen auf globaler Ebene nicht auch Gedanken über den Beitrag dieses Tests zu diesen erschreckenden Folgen machen? Die Entscheidung, welche Testprotokolle veröffentlicht und allgemein zugänglich gemacht werden, liegt in den Händen von Eurosurveillance. Eine Entscheidung, die offensichtlichen Fehler im CD-Papier anzuerkennen, hat den Vorteil, dass menschliche Kosten und menschliches Leid in Zukunft stark minimiert werden können. Ist es nicht im besten Interesse von Eurosurveillance, dieses Papier zurückzuziehen? “

Wenn wir wieder zu einem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs aufgrund aller Expertisen zurückkehren und jede Zensur beenden, öffnen sich realistische Konsens- und Lösungswege. RTV Talk Spezial: Kritik an den Corona-Maßnahmen – YouTube (8) RTV Talk: Corona – Stimmt die Richtung? – YouTube Strategiewechsel nötig: Testen auf T-Zellen-Immunität statt wenig aussagekräftige massenhafte PCR- und Antikörper-Tests Prof. Hockertz: 80.000 Tote durch Corona-Impfung – Blauer Bote Magazin – Wissenschaft statt Propaganda – Gerhard Jahnke

Menschen auszugrenzen kann damit beginnen hochkomplizierte Sprachformulierungen zu verwenden, die kaum jemand versteht. Das ist ihr Thea Dorn in dem Beitrag ‚der Wahn der Beherrschbarkeit‘ mal wieder hervorragend gelungen. – H. Michaelsen

sehen Sie es mir nach, wenn ich nach vielen jahren mal etwas kritik ablassen muss (meist ist man ja doch zu faul dazu). zum artikel auf seite 11/nr. 8: was will uns die autorin mit diesem artikel sagen? es ist schwierig, ihren abgehobenen gedanken zu folgen, sodaß ich nach einer spalte aufgegeben habe weiter zu lesen. geht es manchem autor nur um die darstellung des eigenen ego, wenn er/sie seine leserschaft mit abgehobenen, möglichst schwierig nachzuvollziehenden gedankengängen glaubt quälen zu müssen; oder meint er/sie, dem leser seine dummheit vor augen führen zu müssen.

oder ist es andersherum das unvermögen eines autors, auch komplizierte dinge einfach und verständlich vermitteln zu können? ähnliches gilt übrigens auch für die artikel des herrn dausend (zufällig diesmal auf der gleichen seite), dessen skurrile und abgehoben-verschrobene gedankengänge einem nur die zeit stehlen. eine bereicherung sind sie jedenfalls nicht; und intelligent?? zu guter letzt die frage: wann beenden Sie endlich die fotoserie „du siehst aus wie ich mich fühle“? was soll das?? und wen bringt sowas wirklich weiter?? – johannes müller

Paradoxerweise zieren einen Artikel über die Bedrohung der freiheitlichen Demokratie durch den Radikalismus Helmut Schmidts Worte „Eine Demokratie, in der nicht gestritten wird, ist keine.“ Die Frage ist, ob das Streben nach einem entgültigen „Kompromiss“, einem „Ausgleich“ (Thea Dorn, „Im Wahn der Beherrschbarkeit“, ZEIT 08/2021) die absolute Quintessenz einer Demokratie sein darf. Ist jener „Geist des zwangsläufig Unvollkommenen“ (ebd.) nicht eher Ausdruck einer Vollkommenheit, die eine solche Demokratie zu sein sucht? Der Wunsch nach harmonischer Demokratie der ausgeglichenen, anti-radikalen Balance widerspricht sich mit dem Prinzip ihrer selbst als eine Institution des Diskurses, des Streits.

Im Angesicht irreversibler Klimaschäden sind wohl stärkere Magnetpole notwendig, um die träge Eisenmasse schneller zu bewegen – Radikalismus muss hier neu definiert werden. Die Angst vor dem Verschwinden der Differenzierung ist berechtigt, aber nicht gerechtfertigt: In einer sich globalisierenden Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint, sollte und wird sich auch das Tempo der „Wohlüberlegtheit“ ändern. Demokratie ist der Weg, nicht die Lösung. Denn die Lösung ist der Weg: Nämlich das konstruktive Angehen von Problemen und aktive Handeln. – Moritz Goschkowski

Kann sich die Autorin noch dunkel erinnern, wie falsch sie im Herbst an gleicher Stelle gelegen war, als sie kurz vor dem Hereinbrechen der zweiten Welle der Kanzlerin Angstmache vorgeworfen hat? Diesmal denunziert sie in einem weit zurück greifenden philosophischen Geschwurbel die Wissenschaftler, die für striktere Maßnahmen plädieren, um die Verbreitung des Virus grundlegend zu unterbinden, als Totengräber der freiheitlichen Gesellschaft. Cathy Ahern, die Regierungschefin aus Neuseeland, wird sich darob nicht schlecht wundern, sind doch neben jeder Menge asiatischer Staaten (ja, auch totalitäre sind darunter) auch Australien und Neuseeland dabei, jeden einzelnen Ausbruch rigoros einzudämmen, bislang offenbar mit Erfolg.

Sehr unwahrscheinlich, dass das in Deutschland mitten in Europa gelingen kann, da unsere vielfältigen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sowohl lebensnotwendig sind als auch kaum im Sinne von No Covid zu kontrollieren wären. Aber die tolle Wissenschaftlerin Melanie Brinkmann als Vorkämpferin des Totalitarismus hinzustellen, das ist schon eine sehr steile These von Frau Dorn! PS: Wenn Sie Frau Dorn die Gelegenheit geben, Frau Brinkmann anzugreifen, fände ich es fair, Frau Brinkmann die Gelegenheit zur Verteidigung zu geben, spätestens nächste Woche! – Wolfgang Krott-Roiger

Ich danke Ihnen für Ihren Artikel und für Ihre offene Meinung. Inhaltlich stimme ich Ihnen voll zu: auch für mich liegt, wie so oft der richtige Weg in der „goldenen Mitte“: mit Ausgleich eine annehmbare Lösung für die meisten zu finden. Ich lese Ihre Artikel stets mit großem Interesse und möchte Sie ermuntern, weiterhin mit Ihrer Meinung nicht „hinter dem Berg zu halten“. Auch für Ihre sprachliche Form danke ich Ihnen, da Sie offensichtlich nicht den (radikalen) „gender-Sprech“ verwenden. – Klaus Prinz

Können Sie mir bitte mal erklären, warum Sie der ignorant selbstverliebtem Thea Dorn alle 2 Wochen fast eine Seite der ZEIT einräumen, um ihre kruden Argumente zu verbreiten? – Peter Nunnenkamp

BEIM Lesen dieses Textes geht es mir wie bei vielen kritischen Aussagen zu den Folgen der Pandemie hinsichtlich der von der Politik getroffenen Maßnahmen. Auch hier hat Thea Dorn, deren Texte und Bücher ich schätze und lese, in höchst elaboriertem Sprachcode ihre kritischen Reflexionen präsentiert. Und doch frage ich mich: Was, bitte, hätte sie, wäre Sie verantwortlich Entscheidende, konkret entschieden, damit es ihren Reflexionen besser hätte entsprechen können? Angesichts der Dynamik des Geschehens fürchte ich, dass die Entscheidet immer nur verlieren können, weil wir nicht in normalen Zeiten leben, sondern in einer Pandemie. Insoweit lassen mich solche Text immer etwas ratlos zurück – und ich tendiere dazu, viel Nachsehen mit den Entscheiden zu. haben. – Dr. Margret Ruep

Nicht in jedem Detail möchte ich der Autorin folgen, z.B. nicht in der Verortung von Heiligkeit und Autorität eher auf der rechten Seite des Spektrums(dagegen sprechen m.E. schon einige Beobachtungen im Artikel selbst). Aber in der Grundtendenz spricht mir Frau Dorn aus der Seele. Und ich denke, dass die Inanspruchnahme der Vernunft in einem weiteren Blickwinkel als nur dem epidemiologischen auch einen zutiefst moralischen Blick ermöglicht (was mit „Augen zu machen“ bzw. Vogel-Strauß-Attitüden der „Querdenkerei“ eben nichts zu tun hat). – Josef Brüggemann

Eine wunderbar kluge Analyse von Frau Dorn. In Deutschland leben wir in einer hochzivilisierten Gesellschaft. Vielleicht macht diese Tatsache die Erkenntnis, schicksalhafte Ereignisse nicht beherrschen zu können, noch schwerer. Die Corona Pandemie nimmt zunehmend einen schicksalhaften Verlauf und lässt sich aktuell – allen Maßnahmen zum Trotz – nicht unter Kontrolle bringen.

Das macht natürlich Angst, aber eine „Fürsorgeradikalität“ , die noch mehr staatliche Eingriffe in das gesellschaftliche Leben fordert, wird sich auf Dauer nicht durchsetzen lassen. No Covid oder Zero Covid Strategien halte ich auch für unrealistisch. Sie gehen nicht nur in Deutschland an der Lebensrealität vorbei, die Virus-Mutationen „ beweisen“ gerade, wie wenig Bestand jeder Inzidenzwert hat und die Zero Covid Strategie scheint zudem auch noch ganz andere Ziele zu verfolgen.

Der Großteil der Bevölkerung hat bisher die Corona – Maßnahmen mitgetragen, den anhaltenden Lockdown ertragen und die wissenschaftlichen Begründungen hierzu akzeptiert. Wie lange diese Bereitschaft noch andauern wird, ist fraglich, der Unmut wächst zusehends. Vertrauen in die Wissenschaft und in die Politik sind in der Corona Krise unerlässlich. Das bedeutet aber auch, dass trotz der Verbreitung der Virus – Mutationen Perspektiven für die Bevölkerung eröffnet werden müssen, die auch ein gesellschaftliches Leben unter der Pandemie zulassen. Geht dieses Vertrauen verloren, öffnet man Tür und Tor für weitere Radikalisierungen und Polarisierungen in der Gesellschaft. Eine Gefahr für jede freiheitliche Demokratie. Darüber sollten sich alle im Klaren sein, die nur ihren Weg aus der Krise für den einzig wahren halten. – Regina Stock

Wieder eine Super-Ausgabe, die aktuelle Zeit! Die Breite des Diskures rund um die Pandemie auch abzubilden, finde ich eigentlich sehr hilfreich. Da die Redaktion und aber offenbar beabsichtigt, Thea Dorn eine ganzseitige dauerhafte Kolumne einzurichten, hätte ich zwei Themenwünsche. Zum einen wäre es neben einer wortreicher ideologischer Mutmaßungen, zunehmend hilfreich zu wissen, wie viele Todesfälle und Intensivbehandlungen pro Tag für Frau Dorn OK wären, jenseits der Tatsache, ob diese von „links“ oder „rechts“ motiviert sind. Zum anderen wäre etwas, was ansatzweise in die Richtung alternativer Lösungsansätze für die konkrete Situation ginge, prima.

In einem Satz einzuräumen, dass das Kümmern um die Betroffenen und sogar um die Umwelt (!) „berechtigte Anliegen“ sind, ist ja immerhin schon ein Anfang. Solange nehme ich mit einer demokratisch gewählten Regierung vorlieb, die sich nicht auf das Privilleg zurückzieht, Fragen zu stellen, sondern für die offensichtlichen Fragen Verantwortung übernimmt, Fachleute um wissenschaftlich hergeleitete Vorschläge bittet und sich der Aufgabe stellt, aus einer Bandbreite von Lösungen unter Unsicherheit konkrete Entscheidungen abzuleiten. Sogar, dann, wenn dabei Fehler passieren. – Alexander Heintz

Thea Dorn rebelliert gegen die von der Politik beschlossenen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung während der Corona-Pandemie. Nachdem sie zunächst in ihrem Briefroman „Trost“, einzelne Maßnahmen der Schutzmaßnahmen aufs Korn nimmt (DIE ZEIT 6/2020), kritisiert sie nun sehr energisch jene Wissenschaftler, die sich für niedrige Inzidenzzahlen einsetzen. Beide Artikel von Thea Dorn sind ein Plädoyer für eine Form von freier Gesellschaft, in der das Weltbild der Individuellen Freiheit präferiert wird gegenüber einem Weltbild von Freiheit in Vernunft und in Verantwortung.

In diesen Zusammenhang sei daran erinnert, daß das in der westlichen Welt verbreitete Weltbild der Individuellen Freiheit den Planeten auf dem wir leben schon nennenswert zerstört hat. Böden, Meere, Wälder, Pflanzen- und Tierarten zerstören sich nicht selber, sondern werden weiterhin vom Menschen und von dem vorherrschenden globalen freien Wirtschaftssystem zerstört. Diese Befunde sind seit Jahren offensichtlich und immer weniger umstritten.

Empfehlungen, die Individuelle Freiheit zukünftig doch weniger exzessiv auszuleben, dabei auch weniger gegen die Natur zu leben, weil dann auch die Natur weniger gegen den Menschen lebt (Fritz Habekuss, ZEIT 3/2021), bezeichnet die Autorin als Illusion („Illusion totaler Beherrschbarkeit“). Analog wirft Thea Dorn nun Wissenschaftlern, die sich für niedrige Inzidenzzahlen einsetzen, „Fürsorge-Radikalismus“ bzw. „sozialer Radikalismus“ vor, die gar die freiheitliche Demokratie bedrohen. Völlig außer Acht läßt die Autorin dabei die Tatsache, daß es erst einmal natürlich unstrittig ist, daß niedrige Inzidenzzahlen, mehr Gesundheit für alle und damit mehr Freiheit für alle ermöglichen können. Warum die Empfehlung zu niedrigen Inzidenzzahlen radikal und demokratiegefährdend sein soll, erschließt sich nicht.

Andere Demokratien haben uns vorgemacht, daß dies gut funktionieren kann. Bei ihrem vehementen Einsatz für Individuelle Freiheit mag die Autorin ggf. einmal in der von ihr selbst geforderten Demut reflektieren, wie groß das Ausmaß an Einschränkungen der Individuellen Freiheit in ihrem bisherigen Leben gewesen ist. Und sich dann noch einmal fragen, ob die Zeichen in der BRD tatsächlich auf Untergang der freiheitlichen Gesellschaft stehen, nur weil bestimmte Gruppen sich energisch für Unweltschutz und andere Gruppen sich energisch für Gesundheitsschutz einsetzen. – Hans-Jörg Glass

Nach Lektüre des anstrengenden, wenngleich doch interessanten Beitrags von Frau Dorn drängt sich mir unwillkürlich der Vergleich mit dem Untergang der Titanic auf: für den Schriftsteller (im vorliegenden Fall Thea Dorn) ist natürlich die Kapelle auf dem sich neigenden Deck, die den Choral am Ende der Reise spielt, ein faszinierendes Sujet. Desgleichen die verzweifelt an die verschlossenen Tore der Aufgänge aus der dritten Klasse Hämmernden oder diejenigen, die sich, mangels Rettungsbooten, von Deck in die eisigen Fluten stürzen.

Aus künstlerischer Sicht verständlich. Den Betroffenen hätte allerdings ein wenig mehr „Fürsorgeradikalismus“ in Form geöffneter Treppenaufgänge und funktionierender Rettungsboote sicher mehr genutzt. Ganz nebenbei: das Unglück, welches ein ehrgeiziger Kapitän durch Wahl einer gefährlichen Route auslöste, hätte all das nicht verhindert, wohl aber die Auswirkungen auf den Einzelnen im Angesicht der Katastrophe deutlich abgemildert. – Jörg Schimmel

Die Dauerpräsenz dieser Autorin in der ZEIT (und in anderen Medien) finde ich langsam bedenklich. Vor Kurzem wurde ihr für die Vorstellung/Bewerbung ihres aus der Dramatik des Pandemiegeschehens schnell verfassten Briefromans fast eine ganze Seite zur Verfügung gestellt und dafür vermutlich auch noch ein Honorar ausbezahlt; aus meiner Sicht ein befremdlicher Vorgang, den ich als Abonnent mitfinanziert habe. In ihrem aktuellen Beitrag thematisiert sie einen „Fürsorgeradikalismus“, den sie, ziemlich diffus, einem linken Lager zuordnet, und namentlich an Vertretern aus der Wissenschaft festmacht, deren Kompetenz unbestritten ist und die, entgegen ihrer Behauptung, nicht für eine Zielinzidenz von Null plädieren (sondern 10).

Wie in vergangenen Beiträgen von ihr, wird mit einer Dauer-Attitüde des Besserwissens und des Belehrens herumgekrittelt, ohne eigene konkrete Vorschläge einzubringen. Was, bitteschön, soll denn in Zeiten einer Pandemie, die bereits Millionen zu Tode gebracht, die Alternative zu verstärkter Fürsorge sein? „Fürsorgeradikalismus“ ist nichts weiter als eine krude Wortschöpfung dieser Autorin (ähnlich wie schon „Angstraumbewirtschaftung“), die sich damit Geltung verschaffen möchte. Der Begriff aber ist keinesfalls dazu geeignet, zu beschreiben, was derzeit unser gesellschaftliches Leben ausmachen sollte, nämlich die dringend erforderliche Fürsorge und Achtsamkeit eines Jeden gegenüber seinen Nächsten. – Daniel Hardt

Bis zum 18.2. hat es gedauert, um neben den Dutzenden alarmistischen und regierungslinie-konformen Artikeln zur Corona-Krise auch mal andere Gedanken zuzulassen. Thea Dorns Artikel über den gefährlichen Radikalismus der No-Covid Strategie gehört insgesamt zum Klügsten, was dazu bisher in die Debatte eingebracht wurde.

Ähnlich revolutionär zur bisherigen Blattlinie verhält sich der Artikel „Neuer Wirkstoff entdeckt“ von Annika Joeres, der tatsächlich die Tradition eines kritischen Journalismus auferstehen lässt. Sie merken, wir haben gelitten in den letzten Monaten. Wenn die aktuelle Ausgabe den Wandel einleitet zu einer ausgewogeneren Berichterstattung und der radikalen Panik-Linie Ihrer „Wissen“-Redaktion zumindest ein Gegengewicht bietet, so gilt: besser spät als nie. – Elisabeth u. Bert Ehgartner

Bitte machen Sie weiter so! Die ausgerufene Katastrophe und das Bild der Apokalypse, welches von vielen Virologen und Politikern geschürt wird, machen mich oft hilflos in meine Argumentation gegenüber anderen. Kritisiert man radikale Maßnahmen in diesem Zusammenhang, wird einem immer wieder unterstellt, wann wäre rücksichtslos und würde die Gefahr des Virus kleinreden. Ich bin kein Freund davon, sich stoisch seinem Schicksal zu ergeben, aber wo sind Gelassenheit und Akzeptanz geblieben gegenüber unserer Vergänglichkeit? Kontrolle und vermeintlich solidarisches Verhalten werden zum Maß aller Dinge und dadurch ad absurdum geführt. Mit ihrer Worten bringen Sie auf den Punkt, was mir wirklich Sorge bereitet. Ich danke Ihnen herzlich, und wünsche mir dringend, dass Sie mehr und mehr Gehör finden! – Britta Jocham

Im brodermäßigen Betroffenheitsgestus reiht Thea Dorn Klimawandel, Migration, Pandemie in einem Atemzug rums! als „linke“ Problemfindungen ein. Und phantasiert von Fürsorgeradikalismus, gleichmacherischer Volksgemeinschaft und Katastrophennotstandsgeilheit der Mächtigen. Ihr Duelldenken führt sie zu einem angeblich radikalfreien Schluß, der nach arischer Ganzheitlichkeit riecht und nach einem naturhaft gesunden Volkskörper, der sich nicht um jämmerliche Analyserei der Weltprobleme schert. Oder gar die feigen Hoffnungen der Geimpften angesichts großer Schicksalsdimensionen?

Diese großen Gedanken sind tatsächlich sagenhaft. Was treibt die wortreiche Autorin, die ungelenken Reaktionen weltweit auf die menschengemachten großen Gefährdungen als sehnsuchtsgetragen von der „Illusion totaler Beherrschbarkeit“ zu denunzieren? Hier werden Gustav und Gasthof radikal verwechselt. Muss sich die ZEIT damit auseinandersetzen? Kann es sein, dass die Philosophin überschätzt wird? Kann ich auf eine Entgegnung in der nächsten ZEIT hoffen? – Hjalmar Kause

Besten Dank für Ihren Artikel „Radikalismus: Im Wahn der Beherrschbarkeit“. Es erfordert Mut, angesichts der Flut an Kritik und aggressiven Beschimpfungen, die Sie nun vermutlich erleben, so deutlich die Absurdität der No-Covid/ Zero-Covid-Strategie darzustellen. Die Illusion unserer jetzigen Gesellschaft, sie könne inzwischen alles kontrollieren und beherrschen, macht mir wirklich Sorgen, ebenso wie die Vorstellung, dass diese demokratieschädigende Corona-Politik (auch ohne „No-Covid“ ), die Vorlage für alle zukünftigen Verbreitungen von Viren sein könnte. Angesichts der Globalisierung werden weitere Pandemien nicht zu vermeiden sein, aber sollen wir deswegen wieder alle Grenzen schließen und zurück ins Zeitalter der getrennten Nationen wandern? Bitte nicht.

Die gewählten Vertreter der deutschen Bürger haben sich zu Beginn der Pandemie das Mantra „Niemand darf sterben“ auferlegt, selbst im Fall des 89-jährigen Mannes, dessen Tod an einer Lungenentzündung, verursacht durch einen bekannten Grippe-Virus, als absolut natürlich angesehen würde. Anders als der Tod an einer Lungenentzündung aufgrund eines Corona-Virus. Wie die aktuellen Vertreter der deutschen Politik aus ihrer einseitigen Strategie, die sich nur auf eine einzigen Sparte der Wissenschaft stützt, aussteigen will, ist mir ein Rätsel. Ich hoffe, sie werden es in naher Zukunft versuchen. Dass sie dann wahrscheinlich Fehler eingestehen müssen, steht dem im Weg. Ich hoffe, Sie erhalten auch einiges Lob – wie meines – für Ihre klaren Worte, und nicht nur unflätige Beleidigungen. Erhalten Sie sich Ihren Mut, ich freue mich auf Ihren nächsten Artikel. – Andrea Beck

Wieder Thea Dorn! (s. Die Zeit 2020 Nr. 24, S. 9) Zusätzlich zu den Klimaaktivisten und den klerikal auftretenden Wissenschaftlern sind diesmal die „Fürsorgeradikalisten“ dran und alle gehören zum (uh!) linken Spektrum. Aber keine Angst, so schlimm ist sie nicht: „Man muss schon ein Zyniker sein...“, „Um Missverständnisse zu vermeiden...“, „Selbstverständlich hat menschliches Handeln Auswirkungen...“. Wir brauchen keine ganze Seite auf der Zeit, um zu wissen, dass wir uns in der Ära des „Auf der einen Seite/Aber auf der anderen“ befinden. Ist es zuviel verlangt: konkrete Vorschläge? – dr. Salvatore Algieri

Mir wird nicht klar, was Sie in Ihrem Beitrag eigentlich sagen wollen. Ja, er ist das absolute Gegenteil von radikal, nämlich wischiwaschi. – Horst Winkler

Der Autorin unterläuft ein Fehlschluss: Weil die Demokratie Jahrzehnte lang vermeintlich „radikale“ Erkenntnisse aus der Wissenschaft ignoriert hat, konnte es erst zum Klimawandel (und anderen Entwicklungen) kommen. Bekennen sich Demokratien also zum Anti-Radikalen, berauben sie sich selbst der Möglichkeit, über den wahren Kern von Problemen zu diskutieren. Bessere Verhältnisse können und werden so nicht entstehen. Im Gegensatz dazu hat Maja Göpel in der Podcast-Folge vom 12.02.2021 im Politikteil spannend ausgeführt, wie Gesellschaft über Transformation diskutieren kann und wie sie gelingen könnte. – Paul Heinrich

Was für eine befremdliche Logik der Autorin, ihr unliebsame Aussagen in eine politische Kategorie zu zwängen: No-Covid oder Zero-Covid sind Strategien „linker Fürsorgeradikaler“!? Der Hinweis von Neubauer auf dramatische Klimaveränderungen an sich schon Zeichen von politischer Radikalität!? Doch was ist daran politisch links? Und was radikal? Es sind zu verhandelnde politische Diskursangebote. – Alfred Bröckel

Was für ein aufgeblasener Unsinn! Welche Arroganz und Diffamierungen gegen WissenschaftlerInnen und KlimaaktivistInnen! Ich empfehle Frau Dorn (die ihren superalbernen Namen dem armen Theodor W. Adorno entlehnt hat) sich in Naturwissenschaften fortzubilden und ein Praktikum auf einer Intensivstation zu machen. Vielleicht erdet sie das. – Sibylle Pouw

Frau Dorn, sollen wir nicht etwas flacher atmen. Und aus „Fürsorge“ z. B. meinetwegen „Vorsorge“ machen? Klingt nicht so abgestaubt. Nicht dass wir in der Assoziationskette sonst noch bei „Almosenradikalismus“ landen....vielleicht auch eine schöne gemeinsame Platform für Linke und Konservative. Und die Vulnerablen/Schwachen freuen sich über alles.

Dass Sie gleich das Abendland retten bzw. die Demokratie. So vulnerabel ist die – glaube ich – nicht. Selbst angesichts der diskursiven Radikalismen, deren vermeintliche Gefährlichkeit Sie so filigran hochstilisieren (fast schon als wäre da eine neue Virusmutante im Anmarsch) wird am Ende nur das demokratische Immunsystem stärken. – Hans Laumert

Sehr treffende Zeitdiagnose. Das Gefühl, der Natur gegenüber „schuldig“ geworden zu sein führt – wie auch in der „Zeit“ nachzulesen – zum Wunsch, nachkommenlos zu bleiben, um Natur und Ressourcen künftig zu schonen. Radikale Spielart des in manchen religiösen Bewegungen praktizierten Flagellantismus, also der Selbstbestrafung bis hin zur Selbstauslöschung. – Dr. habil. Roland Wagner-Döbler

Sie haben völlig Recht: Demokratien dürfen nicht zulassen, den Katastrophenfall als die neue Normalität zu akzeptieren. Sie müssen verhindern, dass aus „dramatischen Herausforderungen“, die noch Spielraum für differenziertes Handeln lassen, „Katastrophen“ werden, die „nur noch Gebote der Not kennen“.Genau das ist richtig verstandene Fürsorge, gegen die Sie aus mir unverständlichen Gründen so polemisch anschreiben.

In der Klimafrage jedenfalls hat es die Politik an dieser Fürsorge aus Angst vor dem Gespenst der Radikalität, das sie offenbar genauso fürchtet wie Sie in Ihrem Essay aber in fast sträflicher Nachlässigkeit fehlen lassen. Wir haben nicht ein Übermaß an Fürsorge, sondern einen eklatanten Mangel. Wertvolle Zeit wurde vertan, so dass jetzt die Spielräume für differenziertes Handeln nun in der Tat gering sind, denn wenn man den Wissenschaftlern glauben darf, ist es schon jetzt fast unmöglich, das 1,5-Gradziel des Pariser Klimaabkommens zu halten, jenseits dessen in der Tat katastrophale Verhältnisse drohen.

Richtig verstandene Fürsorge ist in diesem Sinne eine Prävention gegen Radikalität und Chaos und schwächt die Demokratie nicht, sondern stärkt sie. Und Freiheit und Kompromiss, die als „Laissez faire“ und Freiheit zum Nichthandeln missverstanden werden, schwächen die Grundlagen der Demokratie, auf die sie angewiesen sind. – Dr. Dirk Kerber

Erst nach der dritten (vierten, fünften...?) Lektüre des Textes wird mir endlich klar, worauf die Autorin eigentlich hinauswill. Eine sachlich-fachliche Auseinandersetzung mit der Covid-Strategie, die ich nach dem Untertitel erwartet habe, kann es ja wohl nicht sein; dazu sind ihre Gegenargumente („dass bei sämtlichen anderen Viren – außer den Pocken, J.P. – jegliche Ausrottungsstrategie ... gescheitert ist“) zu dünn und von einer Alternative keine Rede. Zumal Frau Dorn den „deutlichen gemäßigteren Kurs in der Pandemie“, deren Befürworter von den herrschenden Linken angeblich verfemt werden, nur behauptet und nicht einmal skizziert...

Stattdessen konstruiert sie eine Gefahr für die Demokratie, die sie vor allem an der „Radikalität“ der Null-Covid-Verfechter festmacht. Das allerdings ist ein bloßes Spiel mit Begriffen; wenn sich bei mir in der Wohnung oder im Obstkorb der Schimmel breit macht, werde ich auch zum Radikalen, ohne dass mich jemand deswegen als intolerant oder lebensfeindlich zeihen würde. Genauso konstruiert erscheint mir die Unterscheidung der Autorin von „dramatischen Herausforderungen“, die „abwägende Überlegungen“ erfordern, und „Katastrophen“, die nur noch Nothilfe zu lassen – als wäre bei einer Katastrophe jegliches abwägende, differenzierte Handeln ausgeschlossen. Als Quintessenz hinterlässt der Text von Frau Dorn nichts als vage Gefühle, die ich irgendwo zwischen FDP (die Warnung vor dem „Fürsorgeradikalismus“) und AfD einordne (die Klage über einen linken Mainstream“, der blind ist für den eigenen Radikalismus).

Ich halte der Autorin zugute, dass dieser Eindruck von ihr nicht beabsichtigt ist. Ihrem Plädoyer für einen Balanceakt zwischen demütiger Akzeptanz einer unvollkommenen Welt und einem aufgeklärten Bemühen um eine Verbesserung der Verhältnisse, stimme ich voll und ganz zu; meine Bereitschaft, auch Covid 19 demütig zu akzeptieren, hält sich allerdings in Grenzen. So leid es mir tut: Statt aufgeklärtem Bemühen sehe ich in diesem Beitrag nur intellektuelle Miesmacherei. – Josef Pütz

Nach Thea Dorn ist die Idee von Null-Covid ein gefährlicher Radikalismus, der die freiheitliche Demokratie bedroht. Radikal nach Dorn sind aber nicht (nur) die üblichen Verdächtigen von Links und Rechts, sondern ein neuer Radikalismus der Fürsorge sei der Radikalismus des 21. Jahrhunderts. Der wolle zwar „das Lebendige, Verletzliche schützen und bewahren“, aber nur um den Preis der „maximalen (Selbst-)Kontrolle“. Mit dem Fürsorgeradikalismus konstruiert Thea Dorn ein soziopoetisches Instrument, um die Radikalismuszone beliebig ausweiten zu können: Rechte und Linke jeglicher Couleur ebenso wie Menschen, die sich um das Klima sorgen, aber auch Naturwissenschaftler, die im Ringen um die beste Strategie der Pandemiebekämpfung für No-Covid eintreten. Sie alle betätigen sich als Gefährder der freiheitlichen Demokratie.

Und zwar weil sie „Kontrollfanatiker“ seien mit einem Hang zur „Ausweitung der Katastrophenzone“. Insbesondere Christian Drosten habe schon zu Beginn der Pandemie durch seine inkorrekte Wortwahl, die Pandemie sei eine „Naturkatastrophe in Zeitlupe“, „abwägenden Überlegungen und differenziertem Handeln“ den Boden entzogen. Aber die Pandemie ist, nach Dorns atemberaubend feinsinniger Sprachdiagnose, keine Katastrophe, sondern – korrekt(!) bezeichnet – eine „dramatische Herausforderung“.

Hinter Dorns Ausweitung der Radikalismuszone steht ihr „fassungsloses Entsetzen“ über Journalisten, Wissenschaftler und Politiker, „die radikale Positionen aus dem linken Spektrum mit Ernsthaftigkeit und Sympathie diskutieren“. Deshalb fordert sie von allen freiheitlichen Demokraten ein Bekenntnis zum Antiradikalen. Und für alle (Fürsorge-)Radikalen den „Ausschluss vom seriösen Diskurs“. Statt eine Ausweitung der Diskurszone zu fordern, um dem zwanglosen Zwang des besseren Arguments eine Chance zu geben, fordert sie ein Bekenntnis, um Freund und Feind der freiheitlichen Demokratie eindeutig unterscheiden zu können.

Dass sie mit ihrem fürsorgeradikalen Freund-Feind-Schema – glaubt man den derzeitigen Umfragen – die Mehrheit der Bevölkerung zu Feinden der Demokratie stempelt, stört ihren großen Geist auf dem Weg zu (alten) grandiosen Ideen nicht. Denn Thea Dorn ist auf der Suche – gut unterrichteten Kreisen zufolge – nach einem nachadornitischen Pseudonym, das ihrem neuen Geist entspricht. Mein Vorschlag – nomen est omen – : Carla Schmitt. – Elmar Engelmeyer

Ich vertraue Frau Prof. Brinkmann und nicht der kulturgeschwätzigen Frau Dorn.Dass wir mit der Pandemie und den Viren leben müssen, ist klar. Die Frage ist wie? Will ich weiterhin Tote und wirtschaftliche Schäden in Kauf nehmen oder nicht. Und das hat überhaupt nichts mit „Fürsorgeradikalismus“ zu tun, sondern nur mit richtig oder falsch, sinnvoll oder sinnlos. Auch die Wirtschaft begreift mittlerweile (IFO-Institut), dass no covid besser ist als weiterwursteln wie bisher. – Die Gefahr ist nur, dass viele Leute die Meinung von Frau Dorn ernst nehmen, wenn sie eine ganze Seite in der „Zeit“ zur Verfügung gestellt bekommt. – A. Kästner

Die begrifflichen Kurzschlüsse und scheindialektischen Volten dieses Artikels sind zu gezielt, als dass sie sich als bloße Denkfehler entschuldigen ließen. Die Verworrenheit hat System. Könnte es sein, dass dieser Artikel nicht nur von der Sorge um die Demokratie motiviert ist, sondern mehr noch vom Versuch einer Umwertung der Worte? Hoffentlich täusche ich mich. Aber der von Thea Dorn herbeikonstruierte Mythos eines „linken Fürsorgeradikalismus“ erinnert stark an Prägungen wie „Gutmenschentum“ oder „alternative Fakten“. – Dr. Joachim Strelis

In der ZEIT No 8 habe ich heute den Beitrag von Thea Dorn „Im Wahn der Beherrschbarkeit“ gelesen. Danke für diesen klugen und mit sehr viel Vernunft und Realismus durchsetzten Artikel. Ich habe mich gefreut, einen anderen Blickwinkel in Ihrer Zeitung wahrzunehmen. So gefährlich die aktuelle Pandemie und die gesundheitlichen Auswirkungen bei einem Teil sind, umso mehr ist es nach der langen Zeit nötig mit Augenmaß und Realismus in einer globalen Welt zu entscheiden, wie es weitergeht und dabei unsere Gesamtgesellschaft, viele andere Krankheiten, persönliches Leid und unternehmerische Herausforderungen im Blick zu behalten.

Die Ideen wie von Frau Brinkmann sind vollkommen unrealistisch. Unabhängig davon, dass meine persönlichen Forschungen jeder dieser Ideen widersprechen, sollte das jeder mit normalem Menschenverstand erkennen können, wenn er seine persönliche Angst ausblendet. Ich finde es schade, dass Ihre Zeitung bisher diesen Ideen soviel Raum schenkt und wenige andere Einschätzungen zu Wort kommen. Deswegen hat mich heute dieser Abschnitt erfreut. – Andreas Braun

In ihrem Beitrag in der ZEIT Nr. 8 vom 18. Februar 2021 bezichtigt Thea Dorn die Initiatoren und Anhänger der No-Covid-Strategie ebenso wie die Fridays for Future-Bewegung des Alarmismus und des „Fürsorgeradikalismus“. In den auf wissenschaftlicher Evidenz beruhenden Ansätzen bei-der Initiativen sehe sie eine Gefahr für Demokratie und Pluralismus in unserer Gesellschaft. Dabei sind Frau Dorns Ausführungen selbst ein Paradebeispiel für jenen offenkundigen Radikalismus, mit dem die selbst ernannten Hüter von Maß und Mitte jeden durchgreifenden Ansatz für eine wirksame Krisenbewältigung schon im Vorfeld in Verruf bringen, ohne selbst jenseits eines substanzlosen „weiter so“ konkrete Lösungsalternativen zum bisherigen Gewurstel vorzuweisen.

Es fällt mir schwer, in Frau Dorns Ausführungen zu No Covid etwas anderes als Manipulation und Meinungsmache zu erkennen, wenn sie der Leserschaft durch ihre extrem verkürzte und entstellen-de Paraphrasierung dieser Strategie suggeriert, es handle sich dabei quasi um die Errichtung einer Diktatur. Das ist nicht nur albern, sondern zutiefst unredlich.

Es fällt mir schwer, die – zur Rechtfertigung des eigenen Maß-und-Mitte-Radikalismus freilich not-wendigen – Relativierungen und Beschwichtigungen zu ertragen, wenn Frau Dorn in der Covid 19-Pandemie und in der menschengemachten Erderwärmung lediglich „dramatische Herausforderun-gen“ anstelle von Naturkatastrophen sehen will. Angesichts der Verheerungen, die der Klimawandel schon jetzt in weniger begünstigten Regionen der Welt, wie z.B. in Bangladesh, anrichtet, würde es mich sehr interessieren, wie Frau Dorn den betroffenen Menschen den Unterschied erklärt. – Dr. phil. Rüdiger Schniek

In ihrem Artikel weigert sich Frau Dorn die derzeitige Pandemie eine Katastrophe zu nennen. Sie spricht lieber von einer „dramatischen Herausforderung“. Im Angesicht von fast 70.000 Corona Toten in Deutschland und mehr Toten in den USA durch Corona als durch den 2. Weltkrieg, eine schwer verständliche Wortwahl. Eine weitere Nicht-Katastrophe ist in ihren Augen der Klimawandel. Beides – Pandemie und Klimawandel – seien Dinge denen der Mensch „unterworfen bleibt“ und in denen wir „der Natur ausgeliefert sind“. So verharmlost sie auf der einen Seite Pandemie und Klimawandel (und schmeißt ganz nebenbei beides auch noch in denselben Topf) und beschwört gleichzeitig unsere Ohnmacht gegenüber den unabwendbaren Naturgewalten.

Es passiert also gerade etwas, was gar nicht so schlimm ist und gegen das man sowieso nicht viel tun kann, dann lohne es sich doch bitte nicht „radikale“ Maßnahmen wie z. B. NoCovid dagegen zu ergreifen. Diese ungeheuerliche Verharmlosung schmerzt wahrscheinlich nicht nur mich. Sie schmerzt um so mehr, als das wir ja erst durch das Ergreifen ungemein radikaler Maßnahmen eine weitaus größere Zahl an Toten verhindert haben. Warum es dann verboten sein sollte über weitergehende und zielführende Maßnahmen nachzudenken, dafür bleibt Frau Dorn die Antwort schuldig. – Ulrich Kemp

Ich gebe Thea Dorn Recht zu ihrer kritischen Betrachtung der „Fürsorge“ der Regierung in der aktuellen Pandemie. „Fürsorgeradikalismus“ nennt sie es zurecht mit Blick auf die No-Covid Berater der Kanzlerin. Von der Fürsorge ausgehend sind die Grenzen zur Bevormundung (Ich weiß besser, was gut für dich ist, besser als du selbst) schnell überschritten – die Grenzen der Demokratie ebenfalls. Wenn die Bundeskanzlerin sich öffentlich darüber beklagt, dass sie kein Veto-Recht habe, um Schulöffnungen der Bundesländer zu verhindern, zeigt dies das ganze Ausmaß des Problems – und das nach einer Sitzung eines Gremiums, das in der Verfassung dieses Landes überhaupt nicht existiert. – Raimund Helbrich

Oh jeh! Wenn sich eine von einem „Großdenker“ den Namen klaut, ist das noch lange keine Garantie für große Gedanken. Da zischt der „Führsorgeradikalismus“ durchs Gehirn und schwupps, schon wird ein ZEIT-Artikel daraus. Wo ist denn die radikale Fürsorge für unsere Kinder, wo die für überbelastete und unterbezahlte Beschäftigte in Krankenhäusern und in der Altenpflege? Das einzige was in den letzten Jahrzehnten erkennbar war, war die Unterwerfung fast aller Lebensbereiche unter das Diktat der Gewinnmaximierung, also Marktradikalismus. – Udo Kroschewski

Leserbriefe zu „Neuer Wirkstoff entdeckt“ von Annika Joeres

Die Corona-Pandemie offenbart nicht zuletzt die Krise eines Journalismus, der sich die Skandalisierung als wesentliches Stilmittel zu Eigen gemacht hat. Journalisten, die – der griffigen Schlagzeile wegen – bei der „Wirksamkeit“ der Impfstoffe Werte miteinander vergleichen, die nicht einfach vergleichbar sind, oder die hinsichtlich der „Unwirksamkeit“ von AstraZeneca bei der „südafrikanischen“ Variante unerwähnt lassen, dass es hierzu von Biontech und Moderna einfach gar keine Zahlen gibt und dass von den untersuchten Geimpften niemand ins Krankenhaus musste geschweige denn gestorben ist, tragen eine gewaltige Mitverantwortung an der Verweigerungshaltung von Teilen der Bevölkerung bezüglich AstraZeneca. Es gäbe noch reichlich weitere Beispiele dieses „Skandaljournalismus“, über den man bei einem Bericht zum Länderfinanzausgleich schmunzeln kann, der aktuell aber massive gesellschaftliche Konsequenzen zeitigt. Berichten nicht richten! Das wär doch schon mal was. – Reinhard Friese

Lauch soll vor einer Infektion mit Corona schützen? Als wäre das so einfach: DIE Politik (Frau Merkel!?) muss nur endlich die Verantwortung dafür übernehmen, dass die Bürger besser essen, sich mehr bewegen und für einen guten Schlaf sorgen. Wie soll das gehen? Es leuchtet noch ein, dass diese Themen in der Schule mehr und besser behandelt werden könnten. Aber es bleibt die Frage der Umsetzung. Präventionsprogramme? Ich bezweifle, dass diese zu einer nachhaltigen Umstellung des Lebensstils führen und vermute, dass daran ganz überwiegend nur fittere und bewusstere Personen teilnehmen.

Bessere Aufklärung? Alles ist sattsam bekannt. Die wenigsten setzen es um. Ein märchenhaftes Versprechen: Übergewichtige können innerhalb von drei Monaten ihre Immunabwehr entscheidend verbessern. Vielleicht hilft uns das aus der Pandemie. Viele gesellschaftliche Bedingungen sind für die gesundheitliche Verfassung der Bürger „verantwortlich“. Ob Maßnahmen daran etwas ändern können? P.S. (Ich denke an Gendergerechtigkeit in der Sprache, setze sie aber nicht um) – Brigitte Wolf

Frau Joeres verkauft eine Binsenweisheit als alten Wein in neuen Schläuchen. Das Thema Prävention von Volkskrankheiten wird meiner Meinung nach viel mehr diskutiert, als dieses ihrer Autorin wohl bewusst ist. Sie bemängelt, dass in der hiesigen Medienlandschaft (Talkshows) kaum die wahren Hintergründe einer schweren COVID-19-Erkrankung offengelegt und diskutiert werden. Ich persönlich fühle mich jedoch sehr wohl medial darüber aufgeklärt, dass das Alter, das Geschlecht, das Gewicht, die Blutgruppe, die Viruslast und andere Vorerkrankungen eine Rolle bei einer schweren COVID-19-Erkrankung spielen.

Der Fokus soll hier auf das Übergewicht gerichtet werden, vornehmlich der Grund für viele Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes. Es sei nach Aussagen von Frau Joeres „politisch brisant“ die Prävention von Adipositas in Angriff zu nehmen. In altkluger Manier und einem ironischen und provokantem Ton propagiert die Autorin, dass das Thema Übergewicht und Sedentarismus „ohne Nebenwirkungen“ und „kostenarm“ mit „gesichertem Wissen“ politisch präventiv angegangen werden kann. Sie empfiehlt Präventionsprogramme, die eigentlich ganz simpel auf „Joggen und Gemüse“ herunter gebrochen werden können. „Joggen und Gemüse“, und schon nach drei Monaten kann das eigene Immunsystem enorm im Kampf gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung auf Vordermann gebracht werden.

Was Frau Joeres aber für ein „politisch brisantes und sensibles Thema“ hält, hat meiner Meinung nach gute Gründe. Das Thema Adipositas ist zu komplex, zu wenig wissenschaftlich erforscht und so dermaßen mit Vorurteilen und Plattitüden behaftet, dass diverse derzeitigen Präventionsprogrmme der Krankenkassen nur kurzzeitige oder gar keine Erfolge verbuchen können. Von welchem „gesicherten Wissen“ schreibt Frau Joeres, mit dem sich die Volkskrankheit Adipositas erfolgreich bekämpfen lässt? Wenn es dieses geben würde, warum sollten sich dann unsere Politiker gegen erfolgsversprechende Präventionsarbeit wehren?

Warum Menschen dick werden, liegt an komplexen Zusammenhängen. Eine Nation mehr „joggen und Gemüse essen“ zu lassen, reicht leider oft nicht aus um dieses Volksleiden zu bekämpfen. Die Bildung und Bewegung unserer Kinder diesbezüglich zu verbessern, ist ein guter hier aufgeführter Ansatz, jedoch um Längen nicht ausreichend. Stressfaktoren wie Armut und psychische und physische Belastungen müssen ebenso in den Blick genommen werden. Die in dem Artikel frech aufgepeppte Binsenweisheit, dass eigentlich verstärkt Adipositas mit herkömmlichen Methoden bekämpft werden müsse, mutet erschreckend oberflächlich an, welches durch das Recherchieren von vielen Zahlen und Fakten zu den derzeitigen coronabedingten Infizierungen übertüncht wird. – Merle Mittelstenscheidt

Mein Zustand verdanke ich meiner Ernährung und meinem sportlichen Verhalten. Wenn ich mich im Alltag umsehe, dann treffe ich fast nur auf dickleibige Menschen. In der Politik ist es nicht viel anders. Der Kanzleramtsminister ist ein Beispiel dafür. Die meisten Bürger ernähren sich falsch. In der jetzigen Pandemie, die uns noch lange erhalten bleiben wird, werden die Menschen dafür bestraft. Und wenn ich mir die Schulen ansehe (selbst 3 Söhne), dann fallen mir Schüler auf, die viel zu dick sind. Die Kultusminister interessiert das alles nicht, weil sie selbst davon betroffen sind. – Gunter Knauer

Zuerst, herzlichen Dank Frau Joeres für diesen Artikel der so entscheidende Aspekte enthält und mir aus der verwundeten Seele spricht. Seit April 2020 versuche ich diese Botschaft friedlich und argumentativ in mein Umfeld zu tragen, stoße jedoch nur auf Unverständnis und Beschimpfung. Daher hier meine sich seit fast einem Jahr immer mehr bestätigende Sicht auf die Situation, die von Ihnen endlich öffentlicher angestoßen wurde. Ja, die Transparenz der Daten mit denen die Menschen im Zusammenhang mit dieser Virus Erkankung manipuliert werden ist erschreckend und kein Verantwortlicher hat scheinbar ein Interesse es zu verbessern.

Denn mit Angst regiert man leichter. Ja, die Transparenz der Maßnahmen ist nicht gegeben, wie inzwischen ja auch öffentlich diskutiert, zuviele Beispiele um sie zu nennen, nur eines vielleicht : GroßSchlachtereien mit unkontrollierbaren ArbeitnehmerWegen aus dem In-und Ausland im Vergleich zu Maßnahmenoptimierten Restaurants, Einzelhandel etc. Ist es wirklich so verhängnisvoll, ehrlich mit den vorhandenen Daten umzugehen, wie sie ja auch in diesem Artikel beschrieben werden ? Warum wird z.B. das Testvolumen nicht im Verhältnis zu den postiv und negativ Resultaten angezeigt ? Warum werden die Toleranzen – die Sicherheit der Testaussagen nicht detaiierter dargestellt ? Warum wird nicht über die sogenannte Dunkelziffer der bereits mit dem Virus lebenden Menschen gesprochen und in die Prognosen eingebunden ?

Warum wird nicht deutlich gemacht was so ein Impfstoff wirklich bewirkt – welches Maß an Immunität, welche Sicherheit vor Ansteckung, welchen Schutz vor weiteren Abwandlungen der Viren. Warum nimmt man den Herstellern der Impfstoffe nicht mehr in Haftung wenn doch alle Studien bisher so vielversprechend sind ? Da werden 100e millionen Impfdosen bestellt von denen keiner bisher in belastbaren Studien eine Wirkung garantieren kann die im Verhältnis zum Aufwand und den Risiken steht. Ganz abgesehen von eventuellen Nebenwirkungen oder einer Nachhaltigkeit der Wirkung. Es wird ein Licht ins Fenster gestellt, und ja jeder Todesfall ist auch ein Trauerfall. Aber wo sind all die Kerzen für die anderen ca 900.000 Menschen die jedes Jahr allein in Deutschland sterben und zwar zum Großteil an Krankheiten die durch GesundheitsVorsorge hätten vermieden werden können – ganz zu schweigen von den in Krisengebieten durch deutsche Waffen getöteten Menschen.

Wer ist der Zyniker, der mit der Kerze oder der, der darauf aufmerksam macht, dass jenes Leid ein weit größeres Ausmaß hat, welches im Schatten dieser Kerze verborgen ist. Wo sind die drastischen Maßnahmen zum Wohle der Gesundheit der Menschen in Deutschland in all den Jahrzehnten in denen wir schon gesichterte und belastbare Studien haben was Gifte in Zigaretten, zuviel Alkohol, ungesund produziertes Essen, krankmachende Inhaltsstoffe, verunreinigte Böden und Wasser, zu wenig Fokus auf Vermittlung der Bedeutung von Bewegung in der Natur und permanentes Hochhalten des ImmunKillers Stress verursachen – z.B. durch unsicherere FamilienExistenzen, und spektakulär ausgerichtete NegativBerichterstattung in den Hauptmedien – Angst machen ? Warum wird das Rauchen nicht verboten ? Es wird doch aktuell sogar Demonstrieren verboten, um die Gesundheit der Bevölkerung nicht zu gefährden. Warum wird AlkoholKonsum und Verkauf nicht mehr reglementiert ?

Warum wird bei Lebensmittel der Preis nicht durch eine definierte gesunde Produktion transparent bestimmt – und wo nötig subventioniert ? oder zumindest deutlich verbindlich deklariert, um den Menschen eine echte Entscheidung zu überlassen, basierend auf transparenten, einfachen Informationen. Warum werden die Menschen nicht zuerst auf Mangel an Vitalstoffen, Vitaminen, Mineralien untersucht bevor Medikamente verschrieben werden oder bevor sie überhaupt krank werden ? Warum darf immer noch der Profit Einzelner Menschen/Konzerne über dem Wohl der meisten Lebewesen stehen ? Und die Liste würde sich noch länger fortsetzen lassen. Aber es scheint kein Interesse an der Gesundheit und dem Wohlergehen der Menschen und Tiere zu bestehen, wenn man daraus keinen Profit ziehen kann.

Zeit genug gab es, denn all dies ist sei Jahrzehnten bekannt. Alle Parteien die es schon seit dieser Zeit gibt waren schon in der Regierungsverantwortung und haben es nicht gewollt oder gekonnt – was Beides genauso disqualifizierend ist. Selbst eine von der Regierung vor Jahren in Auftrag gegebene Studie die deutlich aufzeigt was notwendig ist, um ein funktionierendes Gesundheitssystem auch für Ausnahmefälle vorzubereiten wurde nicht berücksichtigt, und auch hier stellt sich die Frage des Versagens oder einer anders gearteten InteressensLage. Verantwortliche können sich scheinbar verständigen wenn es um ResourcenKriege oder MachtInteressen geht, aber wenn es um einen für Alle gesunden Umgang mit der Natur, also um Respekt geht, dann scheinen andere individuelle Interessen eine höhere Priorität zu geniessen; oder warum sonst greift die internationale Gemeinschaft der Verantwortlichen nicht ein wenn z.B. in Brasilien die Wälder abgebrannt werden, oder in Asien der Dschungel dem Palmöl weichen muss oder Wildtiere gehandelt werden.

a scheint dann keiner mehr verantwortlich zu sein weil es ja souveräne Staaten sind, aber das waren Iran, Irak, Syrien, Afghanistan, Vietnam, Jemen etc auch. Ich weiß, ein weiter Bogen der hier geschlagen wurde. Die Botschaft dahinter. Es wird sich nur um das Wohl des Menschen und der Natur gekümmert, wenn damit persönliche/wirtschaftliche oder MachtInteressen von Entscheidungsträgern verknüpft sind. Unter diesem Gesichtspunkt macht das seit fast 1 Jahr andauernde dilettantische oder hoffentlich nicht so gewollte katastrophale Krisenmanagement Sinn. Weil es in diesem gesammten „überhypten“ Katastrophenszenario in erster Linie nicht um die Gesunderhaltung oder Gesundung der Menschen geht (denn für helfende Medikamente/Forschung wird nur ein winziger Bruchteil dessen ausgegeben was für nicht nachhaltige Impfungen investiert wird und wurde), denn das hätte man wie beschrieben schon seit Jahrzehnten tun können, sondern darum sich als Verantwortlicher abzusichern und von den eklatanten, für mich strafbaren Versäumnissen und Machenschaften der Vergangenheit und Gegenwart abzulenken.

Und damit meine ich auch die unerträgliche Nähe der Regierenden (weltweit) zu den sogenannten Big Pharma, Big Money und Big Data Konzernen. Das Alles auf Kosten all derjenigen die keine LobbyStimme haben und sich nicht zur Wehr setzen können, und der Generation, die mit all den Konsequenzen leben lernen muss. Vielleicht, sollte es mal einen journalistisch unabhängig investigativen Blick auf diese Periode unserer Geschichte geben, wird sich eventuell bewahrheiten, dass es nicht der Virus war- der ja nicht so neu ist wie gerne behauptet wird, schließlich gab es ja auch schon einen Sars1 und diverse andere ähnliche Virenstämme weshalb ja auch oben genannte Studie in Auftrag gegeben wurde – der diese massiven Schäden und KollateralSchäden auf Jahre und Jahrzehnte für die Gesellschaft in den Belangen Freiheit, Demokratie, Individualität, Meinungsvielfalt, Gesundheit und vorallem soziale Ungerechtigkeit verursacht hat, sondern die Verantwortlichen, denen das persönliche Wohl und Wehe und die Agenda der großen 3 beschriebenen aktuellen WirtschaftsBestimmer immer wichtiger war als das Gemeinwohl.

Denn sollte es anders sein, warum wurde dann das Gesundheitswesen demontiert, Krankheitsmacher toleriert, Vorsichtsmaßnahmen ignoriert und unverhältnismässig agiert ? Entweder wollte man nicht oder man konnte nicht, was schlimmer ist will ich nicht beurteilen, dass Beides katastrophaler ist als dieses Virus ist deutlich. Man hätte nicht schlauer oder wissender sein müssen, um verhältnismäßig und vorausschauend verantwortlich zu handeln und zu entscheiden. Allein das Interesse am Gemeinwohl, der Respekt vor Natur inkl des Menschen, in der Vergangenheit und Heute, hätte in den Köpfen und Herzen der Verantwortlichen Priorität vor deren persönlichen Wohlergehen und Machterhalt haben müssen, aber das Bild eines wirklich dem AllgemeinWohl (auch über Grenzen hinweg) agierenden Verantwortlichen, Entscheiders ist wohl eine Illusion.

Und damit nehme ich keinen Einzelnen aus der Verantwortung für sich und seine Gesundheit selbst zu sorgen, aber die Rahmenbedingungen dafür müssen geschaffen sein, und zwar unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Möglichkeiten. Und wenn es wie bei den aktuellen Entscheidungen/Einschränkungen angeblich um die Gesundheit und das Wohl der Menschen geht, dann sollte das auch schon die Maxime bei all den Entscheidungen vor diesem Szenario gewesen sein, ansonsten ist es scheinheilig und zynisch. Es sollte absolute Priorität haben eine gesunde Umwelt für jeden zu erhalten und zu restaurieren, allen Menschen alle Möglichkeiten zu geben, sowohl an Mitteln wie auch an Bildung und Information, um sich gesund zu ernähren und zu leben. Die Rahmendaten dafür zu erschaffen ist Sache der Regierenden und Entscheider. Die finanziellen Mittel dafür sind ja offensichtlich da, aber sie werden gerade umverteilt, von Unten nach Oben.

Es wäre soviel günstiger und richtiger den Respekt gegenüber Mensch und Natur nicht nur beruhigend zu verbalisieren, sondern in Taten zu zeigen. Aber mit jedem Tag den ich erlebe was geschieht, schwindet meine Hoffnung dass die dafür fähigen und wollenden Personen in den entscheidenden Positionen sind oder kommen können. Ja, ein gesunder Mensch wird derartige Viren überstehen oder sogar an ihnen wachsen (immuntechnisch gesehen). Warum zu viele heute nicht gesund genug dafür sind liegt an der jahrzehntelangen und aktuellen Priorisierung der Pharma und NahrungsmittelWirtschaft gegenüber der Unterstützung eines gesunden LebensWandels und eines promenschlichen Systems, das ja leider keinen Profit abwirft, aber der Gesellschaft, den Menschen und der Umwelt sehr viel ersparen würde was in Geld kaum aufzuwiegen ist.

Für die Folgen dieser ProLobbyEntscheidungen wird dann im Palast in Berlin eine Kerze entzündet und nichts ändert sich. Dies geht natürlich deutlich über eine Leserbrief zu diesem sehr wichtigen Artikel hinaus, aber manchmal ist es einfach von Bedeutung auch größere Zusammenhänge zu verdeutlichen, um einzelne Situationen verständlicher zu machen. Wissend, oder zumindest ahnend, dass wenn, dann maximale Ausschnitte dieser Zeilen eventuell den Weg in Ihre Zeitung finden, wünsche ich mir doch sehr, dass wenn Sie kürzen müssen, der Sinn, die Aussage erhalten bleibt.

Warum ich dies hinzusätze, weil ich leider schon in öffentlichen Medien (WDR / ARD / ZDF) die Erfahrung machen musste, dass Beiträge von mir derart zusammen- geschnitten wurden, dass sich die inhaltliche Aussage komplett anders dargestellt hat, was leider kein Einzelfall mehr zu sein scheint in der heutigen Situation. Umso mehr hoffe ich da auf Ihre Reputation und Werte. – Norbert Steinke

Vielen Dank für die vielen tollen und spannenden Artikel! Die Zeit bereichert mein Leben, ich kann es nicht anders sagen! Ein Kommentar zum Artikel „Neuer Wirkstoff entdeckt“ von Annika Joeres. Es ist ein seltsamer Artikel, der mich zwiegespalten zurücklässt. Auf der einen Seite schreibt sie sehr viel, dem ich klar zustimmen kann: Wir brauchen eine bessere Datenlage in Deutschland, natürlich differenzierter und natürlich auch schneller. Wir hätten in der Vergangenheit deutlich mehr für gesundheitliche Prävention tun sollen und lernen hoffentlich aus diesem Fehler. Viel mehr Sport in der Schule, Aufklärung und Bildung zur Ernährung, wirkungsvolle gesetzliche Regelungen zu Zucker, Massentierhaltung, industrieller Landwirtschaft. Auf der anderen Seite hat der Artikel einen Unterton der Verharmlosung von Corona, der undifferenzierten Skepsis gegen „die da oben“ und grenzwertig vereinfachende Argumentation.

Es ist für mich seit Beginn der Pandemie klar und immer wieder in der Diskussion, dass unsere Daten zu schlecht sind. Hohn und Spott ergießen sich über die Gesundheitsämter und das RKI: Faxgeräte, die Wochenend-Lücke in Testung und Meldung sowie die fehlende Vernetzung, vor allem in Kombination mit der Warn-App. Christian Drosten schätzte die Dunkelziffer der Infektionen auf die vier- bis achtfache Höhe der gemeldeten Zahlen. Für Länder wie Indien lagen die Schätzungen deutlich höher. Es ist also immer wieder in der Diskussion, dass das wahre Ausmaß der Pandemie gar nicht in genauen Zahlen ausgedrückt werden kann und dass es Jahre der Aufarbeitung brauchen wird, bis fundierte Schätzungen möglich sind. Es wurde oft diskutiert, ob man an Corona stirbt oder mit Corona. Es wurde immer wieder auf zufällige Testfunde bei Krankenhausbesuchen aufmerksam gemacht sowie auf Zufallsfunde von Antikörpern bei Blutspendern.

Woher kommen Aussagen wie: „Offenbar werden mehr Menschen allein mit Corona fertig als bislang angenommen.“ „Das sind sensible Neuigkeiten.“ „....nicht mehr jeder zehnte positiv Getestete, wie das RKI angibt, sondern nur jeder zwölfte bis vierzehnte.“ Es entsteht der Eindruck, dass „die Politik“ und das RKI hier wesentliche Erkenntnisse verheimlichen, eigenes Versagen überdecken und die Bevölkerung belügen. Das es solche Politiker*innen gibt ist klar, aber bestimmt das wirklich den gesellschaftlichen Diskurs? Ich habe allein durch die vielen Artikel in der Zeit und den Podcast von Christian Drosten ein viel differenzierteres Bild der Situation gewonnen. Bin ich damit allein? Außerdem: Auch wenn mehr Menschen aus eigener Kraft durch die Pandemie kommen: Das Ausmaß welches die Pandemie angenommen hätte, wenn wir nicht so entschieden reagiert hätten, das lässt sich nur in den düstersten Modellrechnungen erahnen.

Auch die Recherchen sind grenzwertig vereinfachend präsentiert. 20-30% Doppeldiagnosen nach Schätzungen verschiedener, teilweise nicht genannter Personen. Ist das fundiert recherchiert und argumentiert? Ist das richtiger und aussagekräftiger als die klar abgegrenzten RKI Zahlen, deren Schwächen aber offen genannt und diskutiert werden? Der Finanzleiter der Barmer wird mehrfach als Experte zitiert – aber warum denn der Finanzleiter? Hat die Barmer niemanden, der fachlich eher im medizinischen Bereich zuhause ist? Warum sind seine Daten aussagekräftiger? Sind diese begutachtet? Ich weiß, als Versicherter, dass die Barmer ebenfalls gern noch Faxgeräte nutzt. 20 Krankenhäuser, die genauere Zahlen nicht veröffentlicht sehen wollen?

Vielleicht genau aus der Erfahrung heraus, dass diese viel zu oft vereinfacht und in einen Zusammenhang gestellt werden, der gar nicht da ist? Die aktuelle AstraZeneca-Diskussion entspringt dem selben Quell. Halbfertige Daten, präsentiert in Einzelteilen, aus dem Zusammenhang herausgerissen und plötzlich wollen sich zwei Drittel der Deutschen nicht mehr mit diesem Impfstoff impfen lassen (lt. BR). Wer kann den Krankenhäusern daher diese Zurückhaltung verdenken? Die unterschwellige Behauptung, dass hier etwas verheimlicht wird oder sich die Krankenhäuser nicht trauen, die Wahrheit zu sagen, bilde ich mir die nur ein?

Zusammenfassend kann ich sagen: Im Ergebnis stimme ich dem Artikel voll zu. Ernährung, Sport, Nahrungsmittelproduktion/-vertrieb, allgemeine Prävention, diese Themen werden immer wichtiger werden. Aber die Art der Argumentation und Recherche finde ich nicht in Ordnung. Gerade jetzt, wo die Menschen langsam Müde werden, kann diese Verharmlosung reale Folgen haben. Selbstverständlich steht diese kritische Meinung auf einem Fundament großen Respekts für Frau Joeres und ihre Arbeit sowie für die Zeit. – Karsten Wolf

Haben Sie vielen Dank für Ihren Artikel, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Ihre Darlegung der Zahlen bezüglich der Corona-Versorgung in Krankenhäusern fand ich ungeheuerlich. In meinem direkten Personenumfeld gibt es drei sogenannte Querdenker, denen ich in Diskussionen unter anderem mit dem Argument begegne, dass das RKI eine Einrichtung ist, die eine große Expertise vorzuweisen hat. Eine, die von Spezialisten geführt wird, die viel Erfahrung haben. Eine, die kein Interesse daran hat, Zahlen zu schönen, gar zu fälschen. Bislang war mein Vertrauen in das RKI unerschütterlich. Anders nun nach Ihrem Artikel. Ich bin verwirrt, enttäuscht, fast wütend. Wie kann das sein ? Unser Land spaltet sich gerade an der Corona-Frage.

Ein direkter Weg in die Verschwörungstheorien führt über angeblich falsche Zahlen, die die im Land Verantwortlichen herausgeben. Die Bürger sollen verängstigt und mehr oder minder zu Marionetten gemacht werden, lautet die Erzählung der Querdenker. Nun erfahre ich, dass dies gar kein Verschwörungsmärchen ist, sondern harte Realität. Klar, die böse Absicht hinter einer solchen Zahlen-Schlamperei seitens des RKI unterstelle ich (noch) nicht. Aber ganz ehrlich, was ist das denn ? Das RKI nimmt einfach mal alle Corona-Infektionen, die im Krankenhaus festgestellt werden, egal ob Coronapatient oder Patient mit Corona.

Und das wird dann auch nirgends publik gemacht. Da muss erst eine Journalistin investigativ hinschauen, um hier der Bevölkerung Transparenz zu verschaffen. Ich danke Ihnen sehr, dass Sie uns so klar informieren. Ich bin vom RKI komplett enttäuscht, mein Vertrauen ist erschüttert, was soll ich hier wem noch glauben ? Was soll ich in Diskussionen mit Querdenkern jetzt sagen, wenn mir entgegengeschleudert wird: „Das ist doch alles verlogen.“ ? – Frank Genkinger

Vielen Dank für diesen ausgezeichneten Artikel. Nicht nur, dass Sie sehr elegant den Finger in die „Statistik-Wunde“ der öffentlich verwendeten Zahlen der Corona-Statistiken gelegt haben. Sehr gelungen ist die Darstellung der Präventions-Problematik. Seit fast einem Jahr schaut die Nation wie das Kaninchen auf die Schlange und wartet auf den großen Heilsbringer Impfstoff und darauf, dass irgendjemand vielleicht irgendwann doch noch ein Heilmittel gegen Covid-19 (er)findet. Aber darüber, was jeder Einzelne selbst tun kann, um sein Immunsystem zu stärken und so eine Erkrankung zu verhindern oder zu lindern, dazu schweigt unser Gesundheitsminister.

Eine von vielen Ecken, die man in diesem Zusammenhang einmal ausleuchten könnte, wäre die des Vitamin-Status der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Mit wenig Mühe würde man hier lernen, dass ein ausreichend hoher Vitamin D-Pegel ein ausgezeichneter Schutz gegen jede Art von Infektion ist – gerade in dieser vulnerablen (!) Gruppe und auch gegen Corona. Und die Kosten für so eine – am besten bundesweit durchgeführte – Aktion machten nicht einmal die Nachkommastelle der Beträge aus, die für Tests, Masken und Impfstoffe ausgegeben wird. M.E. wird hier grob fahrlässig eine Möglichkeit ignoriert, erfolgreich mit dem Virus umzugehen. – Gerhard Hinz

Der Artikel weckt große Erwartungen: Man glaubt, es gehe darum, wie unser Gesundheitswesen konsequent auf Gesunderhaltung der Bürger und Stärkung ihrer Widerstandskraft unter anderem gegen Covid 19 umgestellt werden kann, und dann kommt – eigentlich nichts. Bzw. nichts, was nicht längst bekannt ist.

In der Tat weiß die Wissenschaft seit langem, dass man weniger Fett, Zucker, Fleisch essen sollte. Verfolgt die Gesundheits- und Agrarpolitik eine entsprechende Strategie? Allenfalls mit ein paar frommen Sprüchen. Derweil dürfen die Hersteller ungehindert für fettes, übersüßtes, übersalzenes Essen werben. Frau Klöckner verhindert jeden Versuch, die schlimmsten Auswüchse zu verbieten. Solange das so bleibt, ist die Aufzählung wissenschaftlicher Erkenntnisse sinnlos, und man hat eher den Eindruck, es gehe der Autorin darum, das Klima für baldige „Lockerungen“ zu bereiten. Da es ja eigentlich jeder selbst in der Hand habe, sich gesund und widerstandsfähig zu erhalten.

Atemwegserkrankungen, die ebenfalls einen großen Risikofaktor für einen schweren Verlauf einer Covid-Erkrankung darstellen, sind zum großen Teil der Luftverschmutzung geschuldet, gegen die unsere autogerechten Städte so gut wie nichts unternehmen. Überhaupt keine Rolle spielen bei der Autorin auch die großen Einkommensunterschiede in Deutschland. Rechnen Sie mal aus, wieviel gesunde Ernährung mit einem Hartz IV-Budget möglich ist, bevor Sie wieder so einen Artikel schreiben. – Susanne Roether

„Recherchen zeigen“, heißt es im Untertitel Ihres Artikels, „dass mehr Menschen als angegeben ohne medizinische Hilfe mit einer Corona-Infektion zurechtkommen.“ „Was wäre, wenn in der Corona-Epidemie auf die falschen Zahlen geschaut wird, auf die Erkrankten und nicht auf die Gesundgebliebenen? Offenbar werden weitaus mehr Menschen allein mit Corona fertig als bislang angenommen.“ Medizinprofessor Schrappe: Zahlen des RKI sind „nichts wert“ – ZDFheute Medizinprofessor Matthias Schrappe: „Die Bundesregierung ist beratungsresistent“ – YouTube Es gibt offensichtlich eine hohe, auch kreuzreaktive T-Zellen-Immunität unter der Bevölkerung. Das hat man in den letzten Monaten fast völlig aus den traditionellen Medien verbannt, damit die Politik ihr Programm durchfahren kann.

81 Prozent der Deutschen sind vermutlich immun gegen Sars-Cov-2 – Corona Transition Neuer Test auf Corona-spezifische T-Zellen bestimmt Immunität binnen 24 Stunden – Niederösterreich Ihr Artikel zeigt sehr erfreuliche Aspekte auf. Nur, diese Aspekte und Perspektiven wurden seit Beginn der Krise vor einem Jahr von vielen Experten immwer wieder betont und fanden nicht viel Gehör in den alten Medien. Ich denke an die Prof. Stefan Hockertz, Prof. Stefan Hockertz warnt vor millionenfach vorsätzlicher Körperverletzung | VÖ: 17.07.2020 – YouTube Martin, Haditsch, RTV Talk Spezial: Kritik an den Corona-Maßnahmen – YouTube John Ioannidis, Sucharit Bhakdi, „Impfentwicklung bei 80-90% Immunität der Infizierten ist Unsinn.“ – Prof. Bhakdi

| VÖ: 13.07.2020 – YouTube Stefan Homburg, Matthias Burchardt, Hendrik Streeck, Max Otte (17) Der Great Reset ist da! – Max Otte im Gespräch – YouTube Anstiftung zur Gewaltanwendung, COVID 19 ist keine hochwirksame Infektionskrankheit, Doktrin der Autorität, faschistische Technokratie, globales Netzwerk, künftige Generationen, Parasitenklasse, staatlicher Kontrolle, Wir müssen etwas Neues aufbauen | Querdenken-761 Was steckt wirklich hinter der Krise? Was ist unter Berücksichtigung aller relevanten freien Recherchen und Quellen und des sich daraus ergebenden Gesamtbildes im Lichte der Geschichte und aller relevanter Fachgebiete und der allgemeinen menschlichen Erfahrung plausibel? Great-Reset-Gipfel 2021: Corona als Beschleuniger der „vierten industriellen Revolution“ (4IR) ‘Great Reset’ in Davos at the forefront of a ‘great deception’ in the free world – YouTube Gesundheit nur Vorwand:

Eliten instrumentalisieren Corona-Krise für Massen-Manipulation und mehr Kontrolle – deutsche-wirtschafts-nachrichten.de Systemfrage: Haben die Eliten ihr Blatt mit dem „Großen Neustart“ überreizt? | www.konjunktion.info Anstiftung zur Gewaltanwendung, COVID 19 ist keine hochwirksame Infektionskrankheit, Doktrin der Autorität, faschistische Technokratie, globales Netzwerk, künftige Generationen, Parasitenklasse, staatlicher Kontrolle, Wir müssen etwas Neues aufbauen | Querdenken-761 Freie Medien müssten sofort alle diese Aspekte berücksichtigen und mit ihren Lesern und Zuhörern oder Zuschauern gemeinsam diskutieren und bewerten. Inzwischen hat sich der Anteil der Bevölkerung, der den alten Medien noch traut, stark reduziert. Die neuen Medien mit vielen Hunderten von Kanälen, Sendern und Blogs haben bei kritischen, umfassend informierten Bürgern längst die Präferenz gewonnen.

Die wissenschaftlichen Expertisen aus diesen Quellen haben in Bezug auf die Corona-Krise ziemlich übereinstimmende Erkenntnisse, weil sie in der empirischen Wirklichkeit recherchieren und sich nicht an „Great-Reset“-Vorgaben und Ideologien ausrichten. Nur sind kritische Bürger natürlich nicht bereit, Ihre ÖR-Gebühren für Great-Reset-orientierte Vorgaben zu bezahlen. Die Gebühren sind für freie, unabhängige Medien bestimmt. Wir erleben eine SARS-CoV-2-PLANdemie, wie sie uns seit Monaten in Hunderten von Kanälen und Expertisen in neuen Medien von hochqualifizierten Wissenschaftlern als Gesamtbild veranschaulicht wird. Ein bedeutender Teil der Bevölkerung hat sich schon lange von den alten Medien abgewandt. Viele Menschen hierzulande informieren sich über die alten UND die neuen Medien.

Manche Bürger aber konsumieren immer noch fast ausschließlich die alten Medien. Den zwei ersten Gruppen von Medienkonsumenten ist es klar, dass es bei der jetzigen Krise gar nicht im Wesentlichen um eine Gesundheitskrise, sondern um die weltweite Schulden- und Finanzkrise geht, die auch von Experten schon seit über zehn Jahren beschrieben wird und die man jetzt wirklich versuchen sollte, demokratisch zu lösen. Wir sollten dringend zu einer wissenschaftlichen Vorgehensweise, einer demokratischen Basis und einem achtsamen Miteinander finden. (17) Der Great Reset ist da! – Max Otte im Gespräch – YouTube Dr. Markus Krall: Coronavirus ist nicht Schuld an der Krise | WOV Update – YouTube Die Oligarchen nehmen das Heft in die Hand | Christian Kreiß Interview – YouTube Gesundheit nur Vorwand:

Eliten instrumentalisieren Corona-Krise für Massen-Manipulation und mehr Kontrolle – deutsche-wirtschafts-nachrichten.de Der offizielle Lösungversuch in einigen großen Teilen der Welt durch Ablenkung der Bevölkerung mittels einer PCR-Test-induzierten Plandemie und gleichzeitigem möglichst weltweitem Umbau der Finanzwirtschaft, der Wirtschaft und der Gesellschaft hin zu zentral leicht steuerbaren Einheiten, wird schon lange von unzähligen Fachleuten und Wissenschaftlern analysiert und in Frage gestellt. Siehe das Beispiel China. (14) Dr. Daniele Ganser: Corona und China: Eine Diktatur als Vorbild? (Basel 5. Februar 2021) – YouTube Ein internationales Konsortium von Wissenschaftlern hat schon seit langer Zeit auf die wissenschaftliche Faktenlage hingewiesen. Der Corman-Drosten Test, der als Grundlage für die Pandemie gilt, hält wissenschaftlicher Untersuchung nicht standt.

Drosten-PCR Test, Erneute Überprüfung, Eurosurveillance, Fachexperten, Kritik | Mitdenken-761 Die WHO hat bereits am 20.01.2021 in dieser Richtung reagiert und weltweit aufgerufen, die bis dahin üblichen Testverfahren wesentlich zu verändern, indem statt nicht standardisierter PCR-Test-Verfahren professionelle Diagnostik betrieben wird. WHO ändert Leitlinien für Nutzung von PCR-Tests — RT DE WHO beendet Epidemische Lage von Nationaler Tragweite – Vera Lengsfeld Die Anzahl der täglichen Fälle ist laut worldometer-Statistik nun drastisch gesunken, z.B. von 845.696 am 8.Januar auf 265.000 am 15. Februar 2021, Auch die Anzahl der täglich PCR-positiv getesteten Toten ist (natürlich zeitversetzt) von 17.589 am 20.1.2021 auf 6.709 am 15.2.2021 gesunken. Beigefügt finden Sie die Website des Konsortiums:

International Consortium of Scientists in Life Sciences (ICSLS) – CORMAN-DROSTEN REVIEW REPORT Dort heißt es unter anderem: „Die Folgen von falsch positiven Tests [Hervorhebungen von mir, aus: beigefügter Webseite des Internationalen Konsortiums ICSLS] Gast-Beitrag von Howard Steen & Saji Hameed TEIL 1 – HINTERGRUND (HOWARD STEEN) Im Januar schien es, als stünde die Welt vor einer drohenden Epidemie, verursacht durch ein tödliches neues Virus, und als sei eine schnelle Reaktion auf der Grundlage der zwangsläufig begrenzten Daten von größter Wichtigkeit, um eine mögliche globale Katastrophe abzuwenden.

Eines der wichtigsten Werkzeuge in diesem Kampf, das Virus zu erkennen, zu isolieren und zu unterdrücken, ist der PCR-Test. Die Charité in Berlin unter der Leitung von Prof. Drosten hat den äußersten Ernst der Lage früh erkannt und in Rekordzeit das erste PCR-Testprotokoll zum Nachweis des SARS-CoV-2-Virus entwickelt. Dieses wurde gleichzeitig von der WHO ausgewählt und empfohlen und wurde zur weltweiten ersten Verteidigungslinie. Elf Monate nach Beginn der Pandemie haben wir nun viel mehr über das Virus und die Vielzahl der PCR-Testvarianten gelernt, die durch das Corman-Drosten-Protokoll möglich wurden.

Die Mängel des Testprotokolls sind immer deutlicher geworden, und unser Prüfbericht befasst sich mit diesen enormen Bedenken. Zusätzlich alarmierend und besonders relevant für dieses Argument, da der PCR-Test alle Ebenen der globalen Gesellschaft beeinflusst hat wie vielleicht kein Test zuvor, sind die unvorhergesehenen Konsequenzen, die durch den Anstieg der PCR-Fälle verursacht wurden. Mehr als hundert Regierungen haben diese Ergebnisse genutzt, um noch nie dagewesene Maßnahmen zur Kontrolle der Übertragung zu ergreifen, wie z.B. Lockdowns, die sich irreparabel auf Millionen von Leben und Lebensgrundlagen ausgewirkt haben, und direkte Angriffe auf die Grundrechte und persönlichen Freiheiten der Menschen, was wiederum zu katastrophalen Schäden für ganze Volkswirtschaften führte.

TEIL 2 – FOLGEN (SAJI HAMEED) In der Literatur über PCR-Tests ist bekannt, dass es viele Gefahren gibt, wie z. B. operative falsch-positive Ergebnisse, die zu einer Fehlinterpretation der Testergebnisse führen können. Aus diesem Grund wird von Kurkela et al. [1] empfohlen, die PCR immer nur in Verbindung mit einer klinischen Infektionsdiagnose aufgrund von Symptomen einzusetzen. Schließlich gibt es dokumentierte Fälle von Fehlinterpretationen, die zu Phantom-Pandemien geführt haben, z. B. der Ausbruch von Atemwegserkrankungen in den Jahren 2004-2006, der durch die Verwendung von PCR-Tests fälschlicherweise dem Keuchhusten zugeschrieben wurde [2]. Beachten Sie, dass diese Gefahren durch den propagierten großtechnischen Einsatz der PCR zum Screening der gesamten Bevölkerung multipliziert werden.

Um dies in die richtige Perspektive zu rücken, beschreibt das CD-Papier, wie 4 von 310 Tests in den kontrollierten und erstklassigen Expertenlaboreinrichtungen des Chariteé-Instituts falsch-positive Ergebnisse lieferten (d.h. eine Rate von 1,2%). Übertragen auf den aktuellen Stand in den USA (CDC-Bericht vom 21.11.2020 mit insgesamt 178,1 Millionen durchgeführten Tests) bedeutet dies, dass mindestens 2,3 Millionen Menschen fälschlicherweise als „mit Covid-19 infiziert“ bezeichnet wurden, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Aber angesichts der im vorigen Abschnitt dargestellten Fehler ist die tatsächliche Falsch-Positiv-Rate unbekannt und daher müssen 2,3 Millionen als Minimalschätzung betrachtet werden; die beunruhigende Realität ist also wahrscheinlich viel größer. 1. Die Anzahl der PCR-Tests nimmt täglich zu, was zu einer Rekordzahl von PCR-Positiven führt. Regierungen und Nachrichtenorganisationen zitieren diese täglich und benutzen sie, um ihre eigene Politik zu rechtfertigen.

Einige der Konsequenzen dieser Politik sind im Folgenden aufgeführt: Die Fehldiagnose von PCR-Positiven als Infektionen hat in der Vergangenheit „Kasemien“ (FALLDEMIEN) verursacht, die typischerweise durch eine Inkongruenz zwischen positiven PCR-Testergebnissen und Todesfällen gekennzeichnet sind. Ein relativ aktuelles Beispiel war der Ausbruch der Schweinegrippe im Jahr 2009 [3]; 2. Pauschale Lockdowns wurden allgemein eingeführt und in vielen Fällen von Regierungen auf unbestimmte Zeit verlängert, ohne dass zuvor eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt wurde. Die weitreichenden und katastrophalen Auswirkungen dieser nicht evidenzbasierten Maßnahmen werden jetzt nur zu deutlich: Zu den menschlichen Auswirkungen, um nur einige zu nennen, gehören: a) Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, einschließlich einer Zunahme von Selbstmorden [4];

[Referenzen siehe ICSLS-Website]: International Consortium of Scientists in Life Sciences (ICSLS) – CORMAN-DROSTEN REVIEW REPORT b) abgebrochene oder verzögerte wichtige Krankenhausbehandlungen (z. B. Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes usw.), c) Todesfälle unter älteren Menschen aufgrund der Trennung von Angehörigen, d) unmenschliche Einsperrung und Isolierung älterer Menschen in einer Lebensphase, in der sie den Kontakt zur Familie am meisten brauchen, Zunahme von Totgeburten. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind nicht weniger verheerend; a) Lockdowns haben ein erstes finanzielles Desaster verursacht, dessen Auswirkungen bereits als 3-4 mal größer als die der Finanzkrise 2008 eingeschätzt werden, während die längerfristigen Auswirkungen unbekannt sind [5]; b) Der Verlust von Zukunftschancen für die junge Generation wurde von UNICEF hervorgehoben [6]; c) Die Weltbank hat festgestellt, dass aufgrund der Pandemiemaßnahmen 88-115 Millionen Menschen im Jahr 2020 in extreme Armut gezwungen sein werden, wobei die Gesamtzahl bis 2021 auf 150 Millionen ansteigen wird [7];

3. Der Einsatz von Lockdowns und der Glaube an unbewiesene NPIs (nichtpharmazeutische Interventionen), gekoppelt mit dem Auftreten des Phänomens der FALLDEMIE, das durch PCR-Tests ermöglicht wird, hat Regierungen weltweit dazu ermutigt, ihre Bevölkerungen einzuschüchtern, damit sie immer bizarrere und unlogische Einschränkungen befolgen. Der Einsatz psychologischer Techniken, um diese durchzusetzen, umfasst: a) die absichtliche Steigerung der Angst-Taktik über die Medien, um die Einhaltung zu gewährleisten,

b) den exzessiven Einsatz von Polizei und Militär, um eine Atmosphäre der unmittelbaren Bedrohung für das Leben zu schaffen, c) die Suggestion schrecklicher Konsequenzen bei Nichteinhaltung, um Angst einzuflößen, einschließlich der Suggestion an Kinder, dass sie ihre Oma infizieren und töten könnten, d) Die UN hat vor der Tendenz einiger Regierungen gewarnt, die Notstandserklärungen als Deckmantel für repressive Maßnahmen zu verwenden [8]; 4. Verlust von Demokratie und Menschenrechten: Viele Menschenrechte, wie sie in den Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 [9] verankert sind, werden ausgehöhlt oder einfach ignoriert als direkte Folge der neuen Abriegelungsmaßnahmen, die mit PCR-Testergebnissen begründet werden.

Die Liste umfasst: a) die Freiheit zu protestieren, b) Gedanken- und Redefreiheit (Artikel 18), z.B. prominente Wissenschaftler, die zensiert werden, weil sie ihre Meinungen und Ideen geäußert haben, c) Pressefreiheit, d) die Freiheit, soziale Kontakte zu knüpfen, e) das Recht, wirtschaftliche Geschäfte zu tätigen, f) die Verweigerung von Wahlmöglichkeiten für Verbraucher, g) Beschränkungen beim Zugang zu Bildung, h) Beschränkungen beim Zugang zu medizinischer Behandlung / Wahlmöglichkeiten, unmenschliche Behandlung (Artikel 5), z.B. ältere Menschen, die verlassen und allein gelassen werden, um in Pflegeeinrichtungen zu sterben. TEIL 3 – SCHLUSSFOLGERUNG (Howard Steen) Der PCR-Test allein ist in der Lage, eine Nadel im Heuhaufen zu finden, indem er nur einen Teil der Nadel findet.

Es ist jedoch wichtig, seine Grenzen zu erkennen: ER IST ALS DIAGNOSTISCHER TEST FÜR DEN EINSATZ IN LABORS DES ÖFFENTLICHEN GESUNDHEITSWESENS UNBRAUCHBAR. Wie wollen wir die Leben von Millionen von Menschen schützen, die hier auf dem Spiel stehen? Ist es nicht unsere Verantwortung, die richtigen Entscheidungen zu treffen, auch wenn das bedeutet, frühere Fehlentscheidungen zu korrigieren? Dies scheint ein entscheidender Moment zu sein und die Augen der Geschichte sind auf uns gerichtet. Ist es nicht an uns, dieser Zeit mit Demut zu begegnen und uns des Vermächtnisses bewusst zu sein, das wir hinterlassen? Bei unserer erneuten Überprüfung des Testprotokolls zur Identifizierung von SARS-CoV-2, das im Corman-Drosten-Papier (CD) beschrieben ist, haben wir bedenkliche Fehler festgestellt.

Wie kann die weitere Verwendung des Testprotokolls nach diesen Erkenntnissen gerechtfertigt werden? Sollten wir uns bei dem Wissen um den Missbrauch und die Fehlinterpretation von Testergebnissen auf globaler Ebene nicht auch Gedanken über den Beitrag dieses Tests zu diesen erschreckenden Folgen machen? Die Entscheidung, welche Testprotokolle veröffentlicht und allgemein zugänglich gemacht werden, liegt in den Händen von Eurosurveillance. Eine Entscheidung, die offensichtlichen Fehler im CD-Papier anzuerkennen, hat den Vorteil, dass menschliche Kosten und menschliches Leid in Zukunft stark minimiert werden können. Ist es nicht im besten Interesse von Eurosurveillance, dieses Papier zurückzuziehen?

“ Wenn wir wieder zu einem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs aufgrund aller Expertisen zurückkehren und jede Zensur beenden, öffnen sich realistische Konsens- und Lösungswege. RTV Talk Spezial: Kritik an den Corona-Maßnahmen – YouTube (8) RTV Talk: Corona – Stimmt die Richtung? – YouTube Strategiewechsel nötig: Testen auf T-Zellen-Immunität statt wenig aussagekräftige massenhafte PCR- und Antikörper-Tests Prof. Hockertz: 80.000 Tote durch Corona-Impfung – Blauer Bote Magazin – Wissenschaft statt Propaganda – Gerhard Jahnke

Bewegung und gesunde, nicht vorgefertigte abwechslungsreiche Ernährung sind das Gesundheits- und Lebenselexier seit es Menschen gibt. Wer als couchpotato am Fernsehen chipfressend und Softdrinks in sich hinein kippend lebt kann nicht erwarten dass die Gesellschaft und das Gesundheitssystem ihn „mitnimmt“. Aufstehen und gehen muss er schon selbst. Wenn er das nicht tut, nimmt er in Kauf zum Kollateralschaden unserer Konsumgesellschaft zu werden. Nicht ohne Risiko für die anderen. – H. Giller

Darauf warte ich schon seit vielen Jahren, daß die Prävention in den Fokus gerückt wird. Nicht Gesundheit „verschreiben“, sondern sie leben und fördern in allen Lebensbereichen und allen Bevölkerungsschichten. – Horst Röckemann

Eine Wohltat Ihren Artikel zu lesen! Wie manisch starrt unsere Gesellschaft auf Zahlen, die die vermeintlich unausweichliche Bedrohung durch das Coronavirus belegen (und gibt diese zudem verzerrt wieder, wie Ihre Recherchen zeigen).

Wann akzeptieren wir endlich, dass ein derartiges Virus Teil unseres Lebens ist und bleiben wird, und fördern eine gesunde Lebensweise mit guter Ernährung und mehr Bewegung – die uns ganz nebenbei ohnehin eine höhere Lebensqualität bescheren würde? Man kann kaum umhin, ein politisches Interesse an billiger Industrienahrung und einem hohem Absatz an Pillen (und Impfungen) gegen „Zivilisations“krankheiten zu vermuten. Vielen Dank für diese klare Beleuchtung, welche so oft hinter dem Fokus auf die Apokalypse verschwindet. – Britta Jocham

Ein wirklich interessanter Artikel – was die Fakten angeht. Dass unter „Corona-Patienten im Krankenhaus“ auch Patienten umfasst, die nicht wegen Corona dort liegen, wußte ich beispielsweise nicht. Allerdings muss man sich diese Fakten mühsam herauspicken, weil alles im skandalisierenden und moralisierenden Ton („warum hat das RKI / die Bundesregierung nicht längst...“) untergeht. Und wie genau stellt die Autorin sich das vor, dass wir all die Menschen mit Adipositas in drei Monaten flink zum Abnehmen bringen („vernachlässigte Prävention“)? Können wir bitte zu einer sachlichen Berichterstattung zurück kehren und diesen ständigen Skandalton vermeiden? – Dagmar Kumbier

Herzlichen Dank für Ihren Beitrag „Neuer Wirkstoff entdeckt“. Ich liege schon seit dem Frühjahr mit den Berliner Fraktionen im Clinch und habe ihnen Ihren Artikel zugemailt, dem ich in vollem Umfang zustimme. Reagieren werden sie wie immer nicht, habe ihnen empfohlen, sich nach der Durchsicht endlich vorsichtig aus der Berliner Blase zu entfernen. – Hans Ludwig Scherer

Ihr Artikel trifft den Kern des Immunsystem,speziell Adipositas und Diabetes sind prekär und primär vorrangig,leider verschläft die Regierung absichtlich dieses Thema,weder Bundesgesundheitsamt für Aufklärung noch Landwirtschaftsministerium tun etwas,würde ja auch die Einnahmen des Staates mindern/MWst. Jeder Bürger ist für seine Vorsorge unjd den gesunden Lebensstil eigenverantwortlich.Leider wird das vergessen oder verdrängt,. Gerade in der Pandemie ist beim Volk eine Depression gekommen,weil Sporteinrichtungen und Kultur und das öffentliche Leben sehr eingeengt sind.Daher ist der Rat zum Schluß Elementar wichtig ,die Bewegung. – M.Rakers

Wie ich sehe, liebe Frau Annika Joeres, hätten Sie die Pandemie in drei Monaten besiegt. Abnehmen für die Dicken und die richtigen Zahlen, dann kann man sich einen Lockdown wohl sparen. Am Ende sind die Opferzahlen, so „viele“ Epidemiologen, ja doch gleich, egal welche Politik man ergreift. – Barbara Ostrop

Nach einem Jahr Corona traut sich nun auch die Zeit in einem (übrigens sehr guten) Artikel das mediale Trommelfeuer der Statistik-Daten zu hinterfragen. Bislang nämlich folgte sie dem Trend unserer Gesellschaft, Meinungen zu moderieren anstatt sich selbst ein Urteil zu bilden. Sich ein Urteil bilden heißt: 1. Hinschauen. Bis vor einem Monat kannte ich niemanden persönlich der an Corona gestorben ist, dasselbe galt für alle Leute dich ich gefragt habe. Sieht so eine lebensbedohliche Epidemie aus? Wundert sich da noch jemand über Corona-Leugner? 2. Hinhören. Seit Beginn heißt es „mit Corona“ oder „in Zusammenhang mit Corona“, aber nie „an Corona oder einer Folgekrankheit“ gestorben.

Die Leute brechen nicht im Wald zusammen, sondern sterben im Krankenhaus. Wenn man wollte, könnte man sehr wohl erheben wer „an Corona“ gestorben ist. Wundert sich da noch jemand über Verschwörungstheorien? 3. Nachrechnen. Sind die Todeszahlen hoch? Welche Messlatte legt man an? Das kommt kaum in Presse oder Radio, dabei ist es doch so naheliegend: Der Massstab ist die normale Sterblichkeit. Durchschnittslebensdauer ist überschlagsmässig 80 Jahre, also stirbt die Bevölkerung Deutschlands in 80 Jahren (und wird neugeboren). Das sind ca. 80 Mio. Menschen, macht eine Million pro Jahr oder 20.000 pro Woche.

Corona-Todeszahlen im Dezember: ca. 900 pro Woche. Weniger als 5%. „Mit Corona“, nicht „an“. 4. Informationen vergleichen. Die öffentliche Debatte über die Gefährlichkeit der Krankheit ist eher verwirrend, aber nach den jüngsten Öffnungsstrategien weiß man jetzt wenigstens das: Corona ist in etwa so gefährlich wie eine unordentliche Frisur. – Frank Hrebabetzky

Herzlichen Glückwunsch zu diesem ganz hervorragenden Artikel in Ihrer Ausgabe 8 vom 18.02.2021! Die Autorin fasst hierin sowohl die tagtäglich reproduzierten Ungereimtheiten in der amtlichen Berichterstattung über die Pandemie als auch die seit Jahren bekannten Versäumnisse in der Gesundheitspolitik bezüglich der grassierenden, keineswegs banalen „Volkskrankheiten“ Diabetes, Übergewicht und Herzkreislauferkrankungen – um nur einige zu nennen- nüchtern zusammen und zieht hieraus nach unserer Ansicht auch die richtigen Schlüsse.

Es darf indes bezweifelt werden, dass dies auch die Verantwortlichen in der Politik tun werden, denn wie Annika Joeres zu recht schreibt „ ist es wesentlich bequemer, jemandem eine Tablette zu verschreiben“, als den Menschen eine Änderung ihrer Lebensgewohnheiten- denn nichts anderes würden präventive Maßnahmen ja bedeuten- abzuverlangen. Daher ist es auch nach den Erfahrungen mit der gegenwärtigen Pandemie wenig wahrscheinlich, dass sich an dem gesundheitspolitischen Laisser-faire grundsätzliches ändern wird, zumal hiervon auch ganz wesentliche wirtschaftliche Interessen nicht nur in der Gesundheitsbranche, sondern auch in der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie bis hin zur Automobilindustrie betroffen wären.

Es würde sich also wahrlich um ein gesamtgesellschaftliches Projekt handeln, zu dem den aktuellen Akteuren im politischen Geschäft ganz augenscheinlich sowohl der Mut als auch die Phantasie zu fehlen scheinen. Gleichwohl würde es sich ganz fraglos um ein sehr lohnenswertes Projekt handeln. Und das nicht nur weil die nächste Pandemie wahrscheinlich schon vor der Tür steht... – Dr. med. Thomas Schmitz, Dr. med. Marianne Probst

Prävention und Gesundheitsbewußtsein beschränken sich bei uns auf das Klientel der Reformhäuser, trotz der vielen Gesundheitsthemen in den Medien. Das ist wie beim Kochen, das findet auch im Fernsehen statt. Unser Medizinsystem ist ein Verkaufssystem. Ökonomisierung und Renditeerwartungen haben eine Institution der Daseinsvorsorge zu einem angeblich marktfähigen Wirtschaftszweig deformiert.

Ein solches System muß Umsatz machen, Leistungen erbringen, das kann man nur mit möglichst vielen Patienten, möglichst mit erkrankten Hüft- und Kniegelenken, Endoprothetik ist die Sehnsuchtsprozedur jedes Krankenhausdirektors, die bringt am meisten. Die Covid Pandemie hat gezeigt, wie abhängig das System von Fallzahlen ist. Gesunde sind deshalb weníger im Focus des Systems und Prävention eher störend. Im Grunde wird jeder Raucher dringend benötigt. – Dr. med. Henning Schmidt

Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag! Ergänzend zu den präventiven Maßnahmen möchte ich ein hochwirksames, fast vergessenes Instrument der körpereigenen Infektabwehr erwähnen: das Fieber – eine unangenehme Begleiterscheinung von Erkrankungen, die schnell behoben werden kann. Doch es verdient Beachtung in der Diskussion um das Zusammenwirken unserer natürlichen Ressourcen mit den Möglichkeiten der modernen Medizin. Aktuell jedenfalls brauchen wir dringend

alle

Mittel im Kampf gegen das garstige Virus! – Johanne Schloen

Das Corona-Virus wird oft mit der Spanischen Grippe verglichen, die am Ende des ersten Weltkriegs wütete, und durch die mehr Menschen umkamen als durch die Kampfhandlungen während des Krieges. Nur in Dänemark veränderte die Pandemie die Sterblichkeitsstatistik nicht, die Bevölkerungssterblichkeit blieb auf normalem Vorkriegsniveau – wie haben die Dänen das gemacht und was könnten wir für Corona daraus lernen?

Dänemark war im ersten Weltkrieg neutral, kämpfte also weder auf der Seite von Deutschland und Österreich-Ungarn noch auf der von England, Frankreich und Amerika. Daher hatte keine der kriegführenden Nationen ein großes Interesse daran Dänemark durch Nahrungsmittellieferungen zu unterstützen und Handelsblockaden erschwerten die Versorgung mit Lebensmitteln zusätzlich. Die Dänen waren also, was die Ernährung der Bevölkerung anging, auf sich allein gestellt. Die Verantwortung für die Sicherstellung der Alleinversorgung wurde von der Regierung einem Arzt namens Mikkel Hindhede übertragen.

Dieser verfügte das 80% aller Schweine und 1/3 aller Rinder geschlachtet wurden denn diese Tiere sind schlechte Futterverwerter und man bekommt mehr Menschen satt wenn man die Pflanzen gleich den Menschen gibt anstatt den Umweg über die Tiere zu nehmen. Das Fleisch aus den Schlachtungen wurde an die kriegführenden Nationen verkauft. Vollkornbrot wurde günstig angeboten, Genussmittel wie z.B. Alkohol und Zucker dagegen reduziert und verteuert, Obst- und Gemüseanbau wurden gefördert. Die Butterration betrug 500g pro Woche, die verbleibende Fleischration 40g pro Tag, die Dänen ernährten sich hauptsächlich von Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Eiern und Milchprodukten. Das alles gelang ohne Schwierigkeiten, Warteschlangen, Hamstern und ohne eine Hungersnot wie sie in vielen anderen europäischen Ländern während des Krieges stattfand.

Der Nebeneffekt dieser Ernährungsumstellung war, dass das Niveau der Bevölkerungssterblichkeit von 1916 auf 1917 um 34% sank! Im Grippejahr 1918 stieg die Sterblichkeit wieder auf das Niveau von 1916, was zeigt wie krank die Bevölkerung vor der Ernährungsumstellung im Grunde schon war. Nur wenn die „Grundresistenz“ der Menschen sowieso schon schlecht ist, kann ein Krankheitserreger sich massiv ausbreiten. (Die o.g. Daten wurden von der britischen Ärztezeitung „Lancet“ durch statistische Untersuchungen bestätigt) Auf die heutige Zeit übertragen würde eine Ernährungsumstellung mit dem Effekt einer allgemeinen Steigerung der Widerstandskraft gegen Krankheiten folgender Maßen aussehen: Eine deutliche Reduzierung von -Fleisch -isolierten Kohlenhydraten (Zucker und Auszugsmehl) -hochverarbeiteten Fetten (sogenannte Transfette) -Genussmitteln wie Tabak, Alkohol, Koffein

Sowie ein Verbot jeglicher künstlicher Stoffe die in die Nahrung gelangen können (ganz egal ob Pflanzenschutzmittel, gentechnisch erzeugte Organismen, Mikroplastik,...) Die Basisernährung muss aus Vollkorngetreide, Kartoffeln, Eiern, Milchprodukten, Obst und Gemüse bestehen, mit wenig Fleisch und wenig Genussmitteln. Vor Allem der unverantwortliche Umgang mit dem Zucker ist exemplarisch für das gesundheitspolitische Versagen unserer Zeit und ist eine der Ursachen für die Corona-Pandemie, denn so sind wir zu einer krankheitsanfälligen Gesellschaft geworden.

Wem das Alles als zu gewagt erscheint, wer sagt das der Staat sich nicht so massiv in die Wirtschaft einmischen und seine Bürger bevormunden darf, der übersieht, dass genau das bereits geschieht, nur auf andere Weise. Durch den mittlerweile zweiten Lockdown werden Branchen wie Tourismus, Unterhaltung und Einzelhandel, die ursächlich nicht für die schlechte Abwehrfähigkeit gegen das Virus verantwortlich sind, ruiniert, Schulen und Kitas werden geschlossen während die Wirtschaftszweige die für die Misere verantwortlich sind weiter ihrem Gesundheits- und Immunsystem schädigenden Geschäft nachgehen dürfen.

Der Staat hat nicht das Recht, dem Einzelnen vorzuschreiben was er isst und was nicht? Nun, wenn sich das Verhalten des Einzelnen auf breite Schichten der Gesellschaft negativ auswirkt, dann sollte der Staat eingreifen um seine Bürger zu schützen. Die Corona bedingte Neuverschuldung beträgt 180 Milliarden Euro für 2021, die Gesamtverschuldung Deutschlands liegt mittlerweile bei 2,2 Billionen. Wie oft werden wir uns einen Lockdown noch leisten können, bevor der Staat pleite und der Euro vollends entwertet ist? Die Schulden aus der momentanen Corona-Politik (weltweit 12 Billionen US Dollar) werden an die junge Generation weitergegeben und diese muss sehen wie sie damit klar kommt.

Die derzeitige Strategie gegen die Pandemie besteht darin, die Menschen voneinander fern zu halten und dem Hoffen auf die Impfung. Eine Immunisierung durch ein Impfserum wird uns nur eine mehr oder weniger lange Atempause verschaffen, es sind schon einige neue und noch ansteckendere Versionen des Virus aufgetaucht und es bleibt abzuwarten wann die erste Mutation kommt bei der die aktuelle Impfung nicht mehr wirkt und das Spiel von Vorne los geht. Eine Verbesserung der Abwehrkraft der Bevölkerung durch eine staatlich verordnete Ernährungsumstellung hätte den großen Vorteil, dass sie gegen alle Krankheitserreger wirkt und nicht nur gegen eine bestimmte Version.

Wir würden Synergie Effekte erzielen wie eine Reduzierung des CO2 Ausstoßes durch weniger Tierhaltung, keine Überdüngung des Bodens durch die viele Gülle, keine Abholzung des Regenwaldes zum Anbau von Tierfutter, ganz zu schweigen von der Reduzierung des durch Nutztierhaltung erzeugten Leidens der Kreatur. Durch eine verbesserte Gesundheit der Bevölkerung könnten die Krankenversicherungsbeiträge gesenkt werden und müssten nicht, wie es jetzt Pandemie bedingt bei vielen Krankenkassen der Fall ist, erhöht werden. Kurzfristig ist die Strategie, die Menschen voneinander fern zu halten, richtig, aber das alleinige Hoffen auf die Impfung wird nicht die Lösung des Problems sein weil neue, immune Mutationen auftauchen werden. Wenn nach der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 mit einer wie oben im Text beschriebenen Ernährungsumstellung begonnen worden wäre, dann wäre die zweite Welle weniger heftig verlaufen oder sogar ganz ausgeblieben. Darum sollte als mittelfristig wirksame Maßnahme sofort mit einer Ernährungsumstellung begonnen werden.

Langfristig müssen die Ursachen der Pandemie bekämpft werden, der Klimawandel schafft in Südostasien ein Milieu in dem neue Erreger unter optimalen Bedingungen entstehen können, die wirtschaftliche Not der Menschen zwingt sie dazu mit ihren Tieren unter einem Dach zu leben und immer weiter in den Urwald vorzudringen um ein Auskommen zu haben und so können neue Erreger leicht auf den Menschen übertragen werden. Last not least sorgt die Globalisierung noch für die zügige Verteilung neuer Erreger um die ganze Welt. Somit rücken die Bekämpfung von Klimawandel und Armut auch aus gesundheitlichen Gründen in den Fokus sowie die Reduzierung und Regulierung des globalen Güterstroms.

Wir können es uns nicht mehr leisten unsere Krisen immer nur halbherzig anzugehen, den jedes ungelöste Problem schafft zusätzlich noch ein weiteres und irgendwann kollabiert dann Alles. Die Corona-Krise wird von unseren Politikern oft als „Historische Krise“ bezeichnet, nur leider hatte noch keiner den Mut sich einzugestehen das eine historische Krise eine ebenso historische Lösung benötigt und kein Zaudern auf kleinstem Nenner aus Angst bei den bevorstehenden Wahlen vom Wähler abgestraft zu werden. Die Dänen hatten während des ersten Weltkriegs eine große Krise zu bewältigen die Alle betraf, sie hatten eine mutige Regierung, kluge Leute und den nötigen Gemeinsinn für die Lösung ihres Problems auf unkonventionelle Art.

Eine große Krise hätten wir nun auch, nur fehlt es uns leider an mutigen Politikern die bereit sind nicht das Populäre sondern das Richtige zu tun. Auch ist sich der Einzelne heutzutage seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft nicht mehr bewusst. So bleibt nur zu hoffen das sich mit andauernder Pandemie eventuell doch die Bereitschaft durchsetzt nach Vernunft und Verstand zu handeln – und nicht nach Gelüst und Trieb. „Der

ist keineswegs mehr das größte Problem, sondern es ist der in seiner Abwehrlage dauerhaft gestörte

“ (zitiert aus „Geheimarchiv der Ernährungslehre“ von Dr. Ralph Bircher) Für diesen Text verwendete Quellen: „Geheimarchiv der Ernährungslehre“ von Dr. Ralph Bircher „Lebe Gesund! Lebe Kräftig! Lebe Billig!“ von Mikkel Hindhede Wikipediaeintrag über Mikkel Hindhede – Mark Burgemeister

Danke für diesen Bericht. Wir haben schon überlegt, unser Abo zu kündigen. Aber offenbar gibt es doch noch Hoffnung auf intelligenteren Journalismus. – Bert & Liesl Ehgartner

„Neuer Wirkstoff“ vom 18.2. erweckte mir seit langem eine Zuversicht u ein gutes, schnelles Ende der Pandemie u ihres verursachten Lockdowns. Mit Freude las ich von der objektiv-ungenauen Interpretation der Infektionszahlen vom RKI u der daraus resultierenden, zum Teil unverhältnismäßigen und selten großflächig akzeptierten Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung.(also doch nicht so schlimm, wie die meiste Presse berichtet u dramatisiert).

Auch gut finde ich, dass Frau Joeres im Politikteil schreibt, wo es hoffentlich auch unsere Politiker lesen werden. Ja, die bloße Prävention von Adipositas in allen Altersgruppen würde schneller helfen als die Impfstoffbereitstellung. Wenn da mal nicht die Trägheit der Masse stärker wirken würde als der Verstand, dächt ich, wir wären bald am Ziel. Zum Glück ist jetzt Fastenzeit, da essen die Menschen eher Gemüse u Fisch als Kuchen oder Fleisch. Oder weiß das auch keiner mehr? Fragen sie mal unsere Verbraucherministerin, was sie von Ihrem Artikel hält. Ich finde ihn goldwert. Danke. – Tobias Beschow

Nichts von dem, was die Autorin hier schreibt, ist neu. Im Gegenteil, alles davon wird ständig gebetsmühlenartig wiederholt – und nicht verheimlicht, wie sie suggeriert. Wie kann jemand für so einen schlechten Text eine ganze Seite im Ressort Politik kriegen? – Prof. Dr. Patricia Frericks

Glückwunsch zu dem mutigen Artikel! Endlich einmal eine Stellungnahme weg von der wenig belastbaren RKI-Statistikwelt, den hysterischen Lockdown-Diskussionen und dem -aufgrund der natürlichen Mutationen des Corona-Virus- absehbaren Impf-Marathon hin zu Prävention und Stärkung der eigenen Immunabwehr. Dabei sollte jedoch nicht nur die Rolle von Staat und Regierung betrachtet werde, sondern auch deutlich die Eigenverantwortung jedes Einzelnen für seine Gesundheit betont werden. Der Beitrag von Frau Joeres zeigt in die richtige Richtung für den Einstieg ins „Pandemie-Zeitalter“. – Bruno Möltgen

Ihre Anregung, besser gesagt Mahnung an die Politik, mit natürlichen Mitteln die Resilienz unserer Bevölkerung gegenüber Herausforderungen wie dem Corona-Virus zu erhöhen, können wie nur unterstreichen und unterstützen! Zu recht fordern Sie, dass mehr getan werden muss, um Bewegungsmangel, Fehlernährung und ungesunde Lebensführung als Risikofaktoren für dramatische Folgen von COVID-19 zu reduzieren. Der frisch gebackene bayrische Gesundheitsminister zeigt durchaus Interesse und hat – gemeinsam mit Frau Prof. Oberhoffer, Dekanin an der TUM und anderen – Schritte in diese Richtung unternommen.

Was übrigens die Abbildung eines Lauch-Gewächses unter dem Titel „Neuer Wirkstoff entdeckt“ anbelangt, Sie liegen richtig: Dorsch, W., Ring, J.: Anti-inflammatory substances from onions could be an option for treatment of COVID-19—a hypothesis. Allergo J Int 29, 284–285 (2020). https://doi.org/10.1007/s40629-020-00146-2. Dorsch, W., Ring, J.: Anti-Inflammatory, Anti-Thrombotic and Antiviral Substances from Onions could be an Option for the Treatment of COVID-19: A Hypothesis. https://www.longdom.org/open-access/antiinflammatory-antithrombotic-and-antiviral-substances-from-onions-could-be-an-option-for-the-treatment-of-covid19-a-h.pdf. Schumacher B. Zwiebelsaft gegen COVID-19? Allergo J. 2020;29(8):14-15. – Prof. Dr. med. Walter Dorsch

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen, insbesondere auch die Hinweise darauf, dass die aktuellen Zahlen, die das Robert-Koch-Institut angibt, zu hinterfragen beziehungsweise etwas anders zu bewerten seien. Interessant waren auch Ihre Ausführungen bezüglich der Daten, welche die Barmer Krankenkasse hat. Laut diesen Daten seien 66 Faktoren identifiziert worden, die jenseits des Faktors Alter, einen schweren Verlauf einer Viruserkrankung begünstigen. Sie gehen davon aus, dass diese Zahlen zuverlässiger seien, als die Zahlen des Robert-Koch-Institutes, die ja immer nur Kohorten auswerten können.

Ich bezweifle dass diese Annahme richtig ist. Geht man von der Exaktheit der Wahlhochrechnungen aus, so sieht man, dass bereits bei kleinen, gut ausgewählten Stichproben, eine ziemlich genaue Annäherung an das Endergebnis zustande kommt. Der entscheidende Faktor ist somit nicht die absolute Zahl, sondern die Auswahl der geeigneten Stichprobe. Ich weiß als klinischer Prüfarzt, dass dies bei medizinischen Problemen durchaus ähnlich ist.

Sie weisen richtigerweise darauf hin, dass besonders Übergewicht einen Risikofaktor darstellt, der häufig im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie erhöhter Blutdruck, Zuckerkrankheit, und auch Herzerkrankungen auftritt und kritisieren, dass von den zuständigen Gesundheitsbehörden zu wenige Aktivitäten gesetzt werden, um dieses Problem in den Griff zu bekommen, offensichtlich in der Annahme, dass dadurch die Verläufe einer COVID Erkrankung günstig beeinflusst werden könnten.

Ehe man nun Strategien entwickeln kann, um das Problem des Übergewichts zu bekämpfen, ist es wichtig, zu wissen, welches die Ursachen für Übergewichtigkeit sind: Es ist bekannt, dass das Problem Übergewichtigkeit vor allem ein Problem der ärmeren Bevölkerungsschichten ist, die auf preisgünstige Lebensmittel angewiesen sind und diese zeichnen sich besonders häufig durch einen erhöhten Zucker- und Fettgehalt aus. Dies bedeutet nun, dass besonders das Problem der Armut zu bekämpfen wäre, um den Menschen eine bessere Ernährung zu ermöglichen.

Soweit mir bekannt ist, leiden aktuell gerade die untersten Bevölkerungsschichten am meisten unter den ökonomischen Folgen der aktuellen COVID Krise. Die Voraussetzungen zur Erreichung des von Ihnen richtig erkannten Zieles, Verminderung der Übergewichtigkeit, sind also denkbar ungünstig. Sieht man sich Untersuchungen zur Wirksamkeit von Maßnahmen zur Beseitigung des Problems Übergewichtigkeit an – diese bestehen im wesentlichen aus körperlicher Aktivität und unterschiedlichen diätischen Strategien sowie psychotherapeutischen Interventionen – so zeigt sich, dass die Ergebnisse recht bescheiden sind.

Eine Stunde Vorabend Fernsehprogramm lässt eindrücklich erkennen, wie die Werbung alle Bemühungen, Kindern, aber auch Erwachsenen eine gesunde, nicht auf übermäßigen Kalorien beruhende Ernährung erstrebenswert zu machen, konterkariert. Süßigkeiten werden als „happymachend“ beworben, nicht nur in einem Webespot, sondern von ‚Pinguin Kinderschnitten über Werthers Karamellbonbons, mindestens sechs bis acht mal zur Hauptsendezeit.

Welche Strategien der Gesundheitsbehörden zur Überwindung der Armut – einem Hauptfaktor der Übergewichtigkeit -, der Beeinflussung durch die Werbung und den bekanntermaßen geringen Erfolgsaussichten bei der Bekämpfung des Problems Übergewichtigkeit zur Verfügung stehen könnten, wollen oder können auch Sie nicht beantworten. Darüber hinaus ist klar, dass derartige Maßnahmen im günstigsten Fall, wenn überhaupt, erst in Monaten, eher in Jahren wirksam würden. Wenn auch Ihre Überlegungen grundsätzlich sinnvoll sind, praktische Auswirkungen im Hinblick auf eine Minderung der Bedeutung, des ohne Zweifel wichtigen Risikofaktors Übergewichtigkeit, scheinen mir äußerst unwahrscheinlich.

Unverändert sind die Maßnahmen, Abstand, Testen, Hygiene und nunmehr die Impfungen diejenigen, die praktikabel und nachweislich wirksam sind. Theoretisch sinnvolle, praktisch aber kaum erreichbare Möglichkeiten einer Risikominimierung können durchaus überlegt und diskutiert werden, wichtig ist aber, dass dadurch nicht besser geeignete Strategien in den Hintergrund gerückt werden. – Bernhard Frischhut

Ein Artikel, der den Zusammenhang zwischen Lebensstil und Corona Infektion thematisiert, war längst überfällig. Ich frage mich seit Beginn der Pandemie, warum darüber so wenig berichtet wird. Dass für eine Infektion nicht nur das Virus, sondern der Wirt eine entscheidende Rolle spielt, darauf sollte viel mehr hingewiesen werden. Danke Annika Joeres, mehr davon ! – Dr. med.Gudrun Franke

Der Bericht sprach mich sehr an. Seitdem täglich Todeszahlen „an oder mit Corona gestorben“ veröffentlicht werden, zweifele ich an denselben. Schließlich sind auch vor der Pandemie viele Menschen an den häufigsten Zivilisations-Krankheiten gestorben, die u.a. auf ungesunde Ernährungs- und Lebensweise zurückzuführen sind. Schon seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres veröffentlicht meine Hausärztin auf ihrer website Ratschläge zur Stärkung des Immunsystems. Dazu gehört u.a. tägliches Inhalieren, Spülen der Nebenhöhlen mit Salzwasser, ThymianTee und Bitter-Tee trinken. Gesunde Ernährung, vorwiegend Gemüse, Vollkornprodukte und vor allem Rohkost vorneweg sind total wichtig. Natürlich auch die Bewegung, nicht zu vergessen die seelische Gesundheit mit Gespräch, Lesen, Kunst und Musik.

Als Gesundheitsberaterin bei der GGB im BrukerHaus in Lahnstein sind mir diese Dinge seit mehr als 30 Jahren selbstverständlich. Allerdings ist die Versuchung, an Kuchen und Süßigkeiten, Konserven und Säften vorbeizukommen, nicht immer zu schaffen, wenn man so viele familiäre und soziale Kontakte hat wie ich. Vor Corona habe ich dreimal die Woche in Vereinen Sport gemacht, dazu beinahe täglich getanzt. Ich leitete mehrere Gruppen im Seniorentanz an, habe selbst bei anderen regelmäßig mit getanzt. Der Seniorentanz ist enorm wichtig für Ältere, da er Bewegung, Spaß, Sturzprophylaxe und soziale Komponente beinhaltet. Meine Damen – die meisten zwischen 70 und 90 J. – sind jetzt sich selbst überlassen und erkranken an Einsamkeit und Bewegungsmangel. Grundsätzlich glaube ich, daß wir viel mehr als bisher tun könnten, um die Volksgesundheit zu fördern. Da würde ich mir Rat und Hilfe von Ärzten und der Politik erhoffen. – Marlene Brinkmann

Vielen Dank für diesen Artikel, auf den ich lange gewartet hatte! Die Deutschen können -wie in so vielem- von anderen Ländern lernen, z.B. Irland. Dort hatte mein Sohn in seiner 10. Klasse vor einigen Wochen ein vierstündiges Zoom-Meeting mit einer Krankenkasse zum Thema gesunde Ernährung und gesundes Leben allgemein. Jeden Tag müssen sie übrigens eine Stunde Sport machen, was kontrolliert wird. Sie haben Kochen als Fach. Bei späteren Pandemie gehören diese Schüler*innen sicherlich nicht zur Risikogruppe. – Birte Wientgen

Vielen Dank für Ihren ausgewogenen Artikel. Es ist erfrischend, in diesen Zeiten von politisierter Medizin auch medizinische Fakten zu lesen. Hoffnung, dass Ihre Einsichten Wirkung auf die Politik haben werden, hege ich allerdings nicht. Damit müssten Entscheidungsträger Fehler eingestehen und das gilt ja heutzutage widersinnigerweise als Zeichen der Schwäche statt der Stärke. Proaktive Politik hat im Wahlkampf leider weniger Wirkung als hektisches (und teilweise falsches) Reagieren. – Daniel Radigk

Bravo, Annika Joeres (in “Neuer Wirkstoff entdeckt”,

Die Zeit

, No 8, POLITIK, 18. Februar 2021, p. 6) for signaling the lack of COVID-19 prevention measures to combat the pandemic. The “public health” approach to improve our individual health through better “nutrition, sport, and sufficient sleep” in order to have a healthy body that improves the resistance to a fatal course of the virus is well worth to highlight. Governments in Europe (e.g. Germany or France or Switzerland) have mostly failed one year into this pandemic in addressing comprehensively and with an interdisciplinary approach the essential elements of COVID-19 prevention to balance out the present limited measures of testing, treatment and vaccinations, A. Joeres suggests, in addition to various degrees of lockdowns. The present model is dominated by the “Epidemiologists, Biologists, and Medical Doctors,” as she points out too.

Robust experiences gathered over decades in the HIV/AIDS pandemic response especially concerning prevention activities have been ignored, although these could be transferable and applied to the COVID-19 response. At present, politicians have largely overlooked the involvement of social scientists (in particular social epidemiologists, sociologists, anthropologists, nutritionists, psychologists) to tackle this new pandemic with specific prevention activities, for example: Assessing more closely the application of basic measures(i.e. social distancing, hand hygiene, masks) among vulnerable populations addressing at the same time inequities in our societies: e.g., how come one fourth (24% 1

st

confinement, 30% 2

nd

confinement) of the population in France still resists to wash hands in times of COVID-19 and despite (general) messages (Santé publique France, “Enquête CoviPrev”, November 2020)?

How to overcome this and where to target efforts? Involving communities and the civil societyin planning and implementing prevention measures: community participation is an essential pillar of success to overcome pandemics as experienced and largely documented in Africa in the numerous epidemics and pandemics this continent has been through. A recent survey among youth (Universitäten Hildesheim und Frankfurt am Main, “JuCo – Jugend und Corona”, 21. Februar 2021) in Germany has documented how they feel left out in the discussion of measures that were imposed on them. How to promote, design and use participative methods to plan and intervene at micro-level (i.e. Länder, Regions, Cantons and their communities)? Tailoring messages and campaignsto the populations:

Alexandra Bröhm, a scientific journalist, (Horizons, September 2020, pp. 16-19) has documented that in Switzerland in the first nine months of 2020 information shared was too general and often contradictory instead of tailoring messages and campaigns to the populations in need. She qualified this approach as a “mediatic circus around COVID-19.” In the same context we are wondering why social scientists are absent the general public discussion (e.g. “Talkshows”, media, etc.)? How are messages and campaigns designed to target the populations going far beyond the standard posters or media about basic measures? Supportinginnovative measures, e.g. beyond increasing access to testing with mobile buses (e.g. Tübingen,

Die Zeit

, 5. November, 46/2020), delivering a mobile comprehensive package of prevention measures (e.g. psycho-social support, vaccination, prevention messages) adapted to the population targeted in identified and mapped hotspots (as per HIV/AIDS strategies).

ational planning, evaluations or reviews need to include the social scientists’ expertise, in order to identify deficiencies, inequities and their underlying factors, and address those. In conclusion, the recent announcement that “G7 leaders commit USD 4.3 billion to finance equitable access to tests, treatments and vaccines in 2021” (Joint statement of G7 Leaders/ 19 February 2021), is good news. Beyond pledges, however, Governments need to commit and earmark a minimal amount (e.g. 5-10%) within their national strategic containment plans to support the COVID-19 prevention activities at present and also for potential future waves. – Dr. Cyril Pervilhac, Tina Draser

Lange habe ich einen solchen Diskurs von Journalisten in „Der Zeit“ vermisst. Dieser unprätentiöse Artikel von Frau Joeres macht mir bewusst, dass seit über einem Jahr ein negativer Fokus auf die „Pandemie“ in allen Köpfen und Medien bedient wurde. Es wurde von vorne herein eine Alarmstimmung verbreitet und fast gar nicht auf positive Möglichkeiten, einem Virusgeschehen zu begegnen , eingegangen. Wir steckten Alle in in einer Panikglocke, die es den Meisten von uns unmöglich gemacht hat, in Gelassenheit und mit Bedacht, Dinge zu kommunizieren oder Massnahmen zu ergreifen.

Einige Wenige, u.a. auch die sog. Querdenker, wollten sich davon nicht infizieren lassen, haben aber leider genauso panikartig reagiert. In den letzten Wochen ist mir immer wieder der Spruch meiner Grossmutter in den Sinn gekommen: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wurde. Oder: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Nun ist es Zeit, dass wir uns versöhnen und neue „Wirkstoffe“ gegen ein marodes Gesundheitssystem, gegen unmenschliche Unterbringung von Senioren und gegen eine veraltete Bildungsstruktur finden. Denn Alles ist mit Allem verbunden. – Gaby Brensing

Gerne möchte ich Bezug nehmen, auf Ihren genialen wie ausgewogenen und erhellenden Artikel in der letzten Ausgabe von Annika Joeres, Neuer Wirkstoff entdeckt. Gesunde Ernährung hilft, sogar vorbeugend gegen eine Viruserkrankung. Danke, dass Sie uns dieses einfache wie hilfreiche Mittel nocheinmal ganzseitig vor Augen geführt haben. Lange ist klar, wer sich ungesund ernährt leidet öfter an Übergewicht, ist ärmer, dümmer und auch schneller tot.

Praktisch kann ich die Auswirkungen von ungesunder Ernährung täglich momentan in der Notbetreuung, auf dem Schulhof oder Online sehen, wenn die Kameras mal an sind: Das Übergewicht nimmt drastisch zu, vor allem bei den Kindern, die auch vor Corona schon zu energiereich gefüttert und still vor dem Bildschirm gehalten wurden. Das stimmt momentan noch nachdenklicher als sonst. Eines stimmt in dem Artikel allerdings nicht: „Ernährung muss Schulfach werden“. Das ist es längst. Jedes Bundesland hat hier seine eigenen Bezeichnungen und Schwerpunkte, die sich aber stark ähneln.

Seit 2014 z.B. gilt in Bayern der LehrplanPLus, der seitdem in allen Schularten nach und nach eingeführt wird. Das Thema Ernährung (der gesamte Bereich nennt sich Alltagskompetenzen und Lebensökonomie) ist hier für von Jahrgangsstufe 1-10 (Grunschule, Mittelschule, Realschule, Förderschule) verbindlicher Unterrichtsinhalt. Das verpflichtende Fach Ernährung und Sozialesgibt es in der Mittelschule zum Beispiel für alle Siebten Klassen. Es geht hier darum, wie wir essen, wie wir leben und was das alles mit unserer Umwelt zu tun hat (Lebensmittel kaufen, verarbeiten, Fleischkonsum, Lebensmittelkennzeichnung, Plasktik vermeiden, Bewegegung und Fitness, ...).

Die theoretischen Überlegungen sind gemacht, aber wo bleibt die tatsächliche Bildung von Fähigkeiten in diesem lebensnotwendigen Bereich? Eine Ursache liegt in dem Stellenwert für das Thema Ernährung, selbst in den gebildeteren Schichten unseres Landes: Oder, was würden sie sagen, wenn ihr Sohn verlauten liese, er würde lieber Bäcker werden, als Mechatroniker? Berufe -ebenso wie in der Schule Wahlpflichtfächer- wie Technik und Wirtschaft haben in unserer Gesellschaft einen viel höheren Stellenwert, als die Themen, die sich mit unserer Ernährung beschäftigen.

Ein weiteres Dilemma liegt bei den Fachkenntnissen und der Begeisterung für diese Materie in der Schule selbst: Es gibt sie sogar, die speziell fachlich ausgebildeten Lehrer für den Bereich Ernährung, also, es gab sie. Denn diese Lehrergattung ist vom Aussterben bedroht. Kaum einer möchte diese Ausbildung noch machen, oder die immer schwieriger werdenden Arbeitsbedingungen in diesem vor- und nachbereitungsintensiven Fach auf sich nehmen. EIn Fachlehrer verdient weniger als z.B. eine Krankenschwester und weniger als die Grundschul-/ Mittelschul-/ Realschul/ -Kollegen, er hat mehr Stunden zu unterrichten als jeder andere Lehrer und dafür auch noch meist am Nachmittag in großen Gruppen und an verschiedenen Schulen, Abschlussprüfungen inklusive. Hinderlich ist, das Fachlehrer, an Schulen kaum als Fachleute für Ernährung und Erziehung wahrgenommen werden.

Seit ein paar Jahren versucht man, die Ausbildung für die Fachlehrer für Ernährung und Gestaltungeinfacher zugänglich zu machen, um die Absolventenzahl zu erhöhen. Ob das der richtige Weg ist, um unsere Schüler für ein gesundes Leben als mündige Konsumenten fit zu machen, darf bezweifelt werden. Der Masterplan für eine gesunde Volks-Ernährung könnte gelingen. Engagierte und fachkundige Lehrer wären schonmal da. Wir warten auf die Einsicht und den Willen der Politik, dass zum Wohl der ganzen Bevölkerung dringend gehandelt werden muss. Der neue Wirkstoff wäre auch hier so simpel wie hilfreich: nachhaltige Bildung möglich machen. Und übrigens, ein Fünftel des Unterrichtsinhaltes Ernährung und Sozialesist die digitale Grundbildung. Da könnte man jetzt gleich noch mit dem nächsten Irrglauben aufräumen... . Aber das ist dann wohl ein anderes Thema.

Anmerkung: Schon mehrfach habe ich in der Zeit gelesen, dass es keine entsprechenden Unterrichtsfächer in der Schule gibt, was ich einmal klarstellen wollte. Seit Bestehen der Bundesrepublik gibt es das Fach Hauswirtschaft in verschiedenen Schularten. Sicher erinnern sich viele aus der Redaktion daran. Dieses Fach hat viele Veränderungen miterlebt. Eine neue Generation von Lehrerinnen und Lehrern ist hier am Start, denen es um nachhaltige Ernährungs- und Umweltbildung geht, die unsere Schüler so wahnsinnig dringend nötig hätten, die aber oft an den Arbeitsbedingungen im schulischen Alltag scheitern. – Carmen Lau

Leserbriefe zu „Aus dem Häuschen“ von Hanno Rauterberg

Der Flächenverbrauch in Deutschland ist zu groß. Ob der Vorschlag, den Bau von Einfamilienhäuser zu untersagen, eine gute Lösung ist, kann man bezweifeln. Wäre es nicht besser, man würde Vorgaben machen, welche Grundfläche beim Bau eines Einfamilienhauses versiegelt wird und welcher Anteil an Garten bleiben muss? Es könnten ökologisch wertvolle Gärten angelegt werden, mit Hecken, großen Bäumen und Wasserstellen für Insekten, Vögel und andere Kleintiere. Sogar die Nahversorgung mit Früchten, Kräutern und Gemüse lässt sich mit Gärten verwirklichen.

Gekieste Gärten mit Kirschlorbeerhecken müsste man eben verbieten, aber nicht das Einfamilienhaus an sich. Oft sind in Gärten die Flächen, auf denen eine vielfältige Pflanzen- und Tiergemeinschaft noch Lebensraum findet, neben der landwirtschaftlich genutzen Ödnis. Zudem die Frage – warum darf jeder Bürger öffentliche Flächen für Autos inanspruchnehmen? Bis zu 12 Quadratmeter für einen SUV, da ist ein großes Flächensparpotential gegeben, würde man diese Flächen anders nutzen können. – Sabine Kiermaier

Es muß nicht zwangsläufig so sein, dass der Wunsch nach einem Einfamileinhaus duch Landverbrauch u. CO2- Austoß zum ökologischen Sündenfall wird. Jetzt und sofort ist es möglich, dass die Grundstücksflächennutzung für Einfamilienhäuser deutlich erhöht wird, ohne all die Vorteile zu schmälern, die das individuelle Wohnen ausmachen. Die häufig von den Gemeinden/Städten aufgestellten Bebauungspläne schreiben vor, wieviel Grundfläche des Grundstücks bebaut werden darf, wieviel (Voll-) Geschosse errichtet werden dürfen und einiges mehr. Hier gibt es einen „Gestaltungsraum“ bei der Aufstellung des Bebauungsplans, der bis heute nicht weitsichtig ausgenutzt wird.

Hinzu kommt das wahnwitzig, idiologisch begründete Gebäudeenergiegesetz. Es reduziert nicht den CO2- Ausstoß, sondern fördert ihn durch unvorstellbar hohen Baustoffeinsatz,der CO2-schädlich hergestellt wird. Die Häuser werden für sibirische Kälte „eingepackt“ und ausgerüstet,die jeglichen realen Bezug vermissen lassen. Auch durch geringe Veränderungen der Landesbauordnungen, der Pendlerpauschale, des Baukindergeldes lassen sich sofort gravierende Verbesserungen erreichen, die den “ Flächenfrass“ entscheidend begrenzen. – Reinhard Schmitz

Die Idee, Wohnraum anders, verdichteter, zu denken und deshalb den Bau von Einfamilienhäusern zu verbieten, mag in den Büroetagen der Zeit – mitten im urbanen Epizentrum- viele Anhänger finden. Wer den Umzug sowie Genossenschaftsbauten in die und in der Stadt fordert, weil damit der tägliche Individualverkehr gelindert wird und Wiesen, die im übrigen oftmals Monokulturen des Maisanbaus sind und nicht blühende Wiesen für die lebensfrohe Milchkuh, retten möchte, der verkennt, dass auch mehr Wohnraum in Städten nicht immer nur vertikal entstehen kann. Auch hier werden Flächen versiegelt werden, Städte ihre Gebietsgrenzen auf die grüne Fläche erweitern müssen. Genau deshalb werden in Teilen Hamburgs gerade EFH untersagt; nicht wegen des ganz großen grünen Narrativs, das gerade herauf geschrieben wird.

Ressourcensparende Architektur gibt es auch auf dem Land und das Einfamilienhaus dort kann bereits jetzt ressourcenschonend gebaut werden, etwa mit Geothermie und effizienten Bauweisen zur Dämmung, das kann nicht nur die Stadt. Seitens der KfW gibt es diesbezüglich schon zinsgünstige Bedingungen und Fördermittel. Politik sollte vielmehr darauf achten, dass diese Bauweisen konkret umgesetzt werden, etwa durch kommunale B- Pläne. Nebenbei: Warum haben wir im übrigen in manchen Gegenden, selbst auf dem Land, horrende Kaufpreise für Wohnraum? Zu sagen: Da hatten eineinhalb Generationen mal so richtig Gück, sich zu verwirklichen, damit muss jetzt Schluss sein, das ist einfach zu kurz gedacht und wird unserer Gesellschaft und ihrem Ideenreichtum bei weitem nicht gerecht. – Felix Grabowski

Im vorstehenden Artikel wird von CO2 – Belastung der Bauindustrie und vom Flächenverbrauch gesprochen, von Zersiedelung und von Versiegelung der Flächen. Außer Acht gelassen wird, dass die größte CO2 – Belastung beim Bauen bei der Herstellung von Zement entsteht. Festgestellt kann werden, dass bei der Errichtung von Mehrfamilienhäusern derzeit Stand der Dinge ist, dass diese überwiegend in nichtgesundheitsfördernder Betonbauweise errichtet werden. Diese Bauweise benötigt viel Stahl, welcher bekanntermaßen vom Eisenerz bis zur Verhüttung ebenfalls wenig umweltfreundlich ist.

Einfamilienhäuser sind überwiegend von liebevoll gepflegten Gärten umgeben, dort finden die bekanntermaßen ums Überleben kämpfenden Insekten Blüten und Nektar in angepflanzten Beeten und Bäumen, Kinder bekommen Natur vermittelt. Vermutlich ist die Lebensdauer eines Einfamilienhauses grundsätzlich deutlich länger als wie in den 1970er Jahren errichteten Betonbauten als Hochhäuser überall in der Republik, welche heute soziale Brennpunkte sein können und die erfahrungsgemäß spätestens nach 50 Jahren eine extrem aufwendige Betonsanierung benötigen. Von der Versiegelung durch immer neue Autobahnen und Flughäfen wird nicht gesprochen. Einfamilienhausbesitzern sollte daher kein schlechtes Gewissen eingeredet werden. – Peter Wolf

Deutschland hat im Europäischen Vergleich nur wenige Eigenheim Besitzer und die Bauplätze verschlingen bereits 50 % der Baufinanzmittel, auch wenn die Kredite billig sind. Gerade in Coronazeiten mit dem Arbeitsplatz Risiko und Kurzarbeit, kann sich nicht jeder den Hausbau mehr leisten. Leben und Arbeiten braucht kurze Wege und bezahlbares Bauland für Wohnungen und dem Hausbau. Es ist wie mit der Fahrgemeinschaft, günstiger fährt man nicht alleine, sondern wenn das Auto voll besetzt ist. – Thomas Bartsch-Hauschild

Was für ein treffender, geistreicher, pointierter Artikel! Auch ich bin vor Begeisterung ganz „aus dem Häuschen“. Durch Ihre kunstvolle Ausleuchtung des Traumes von Eigenheim wird wunderbar deutlich, welche Herausforderung die menschliche Sozialität mit sich bringt. Oder modern gesagt: „Worauf es wirklich ankommt“, nämlich die Begriffspaare wie Nähe

und

Distanz, Autonomie

und

Intimität, Individualität

und

Gemeinschaft als

eine jeweils gemeinsame Qualität

zu erkennen, und im Lebensvollzug verwirklichen zu können.

Diese aus der Sozialität des Menschen abgeleiteten Bedürfnisse, so gegensätzlich sie erscheinen mögen, gehören zusammen gedacht und zusammen gelebt. Wohnen, arbeiten, lernen, reisen, krank sein, alt werden – im Grunde der gesamte Umgang miteinander – wird von diesen Bedürfnissen durchdrungen. Statt immer weiter zu versuchen, den sozialen Frieden auf Kosten der Umwelt (und wem auch immer) zu erkaufen, geht es darum, ihn gemeinsam, kraftvoll und zuversichtlich in`s Leben zu bringen. – Jürgen Pilz

Wie mobil und immobil wollen wir leben? Diese Frage ist im Raum, nicht nur weil Anton Hofreiter sie stellt. Sehr begrüßenswert, wenn Hanno Rauterberg den Ball in einem ZEIT-Leitartikel aufgreift. Es kommt nun darauf an, weiter die relevanten Fragen richtig zu formulieren, um geeignete, anschlussfähige und nachhaltige Antworten entwickeln zu können. Hier nur einige Stichworte: Baurecht schaffen, Vereinfachung des Bauens, ökologisches Bauen, Wohnungsnot / erschwinglicher Wohnraum, Zersiedelung / Verdichtung, Blockade der Städte durch „ruhenden Verkehr“, Versiegelung / Entsiegelung, Attraktivität der Innenstädte, stationärer Einzelhandel, klimaneutrale Energieversorgung, Kühlung der Städte, Gesundheit.

Immobilität und Mobilität sind eng miteinander verknüpft und sollten unbedingt integriert betrachtet werden. Bei der Mobilität akzeptieren wir inzwischen, dass wir neue Ansätze brauchen, die sich nicht nur in einer neuen Antriebstechnik erschöpfen. Das Thema Immobilität dagegen ist aus der Kulturkampfzone noch nicht befreit. Fatal: Mit der Sehnsucht nach einer alten „Normalität“, die sich längst im Untergang befindet, lassen sich immer noch starke Emotionen mobilisieren. Das Einfamilienhaus, der SUV unter den Immobilien, ist immer noch eine für viele Menschen erstrebenswerte Lösung.

So wie Corona in der breiten Öffentlichkeit als Dauerthema etabliert werden konnte, sollte dies auch bei den Problemthemen Mobilität und Immobilität gelingen. So wie Epidemiologen, Virologen und Modellierer uns regelmäßig über die Pandemie aufklären, sollten auch Experten aus Architektur, Städtebau, Landesplanung und weiteren relevanten Fachplanungen zur Sprache kommen. So wie Politiker und Experten für den Kohleausstieg, für den Klimaschutz und zur Pandemie interdisziplinäre und Bund-Länder-übergreifende Formate gewählt haben, um Lösungen zu entwickeln und abzustimmen, wäre dies auch für die Frage „Wie mobil und immobil wollen wir leben?“ erforderlich. Wie bei Corona, sind alle Bürger von den entsprechenden Fragen betroffen. Wie bei Corona, wird für die benötigte neue Perspektive eine breite Zustimmung benötigt. Die Frage, wie wir leben wollen, gehört duchaus in einen anspruchsvollen Wahlkampf. Nur Mut! – Reinhard Koine

Es kommt darauf an, was man daraus macht. So könnten bestimmte Gebiete mit strengen ökologischen Auflagen zur Bebauung mit Einfamilienhäusern freigegeben werden. Die Häuser müssten überwiegend aus Holz gebaut werden, was sie zu klimafreundlichen langfristigen Kohlenstoffspeichern macht, im Gegensatz zu Betonbauten, die bei der Herstellung viel CO2 freisetzen.

Die Häuser müssten eine sehr gute Wärmedämmung mit natürlichen umweltfreundlichen Dämmstoffen haben. Zudem wären Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung und Solarthermie Anlagen zur Erhitzung von Brauchwasser und zur Wärmegewinnung für die Heizung vorgeschrieben. Erwärmtes Wasser könnte in großen gut isolierten Tanks gespeichert und in der Heizperiode zur überwiegenden Heizquelle werden. Andere Tanks speichern im Winter abgekühltes Wasser, das in heißen Sommertagen zut Kühlung durch die Heizkörper gepumpt wird. Oder es werden Erdsonden zur Heizung und Kühlung tief in die Erde getrieben.

Solche Häuser wären nicht nur energieautark und CO2 neutral, sondern könnten auch noch Ökostrom für die Wirtschaft liefern. Die Grundstücke sollten großzügig bemessen sein, mit der Auflage, pestizitfreie naturnahe ökologisch wertvolle Gärten, mit heimischen Pflanzen, natürlichen Teichen als Refugien für Amphibien und andere kleine Wildtiere, durchlässigen Zäunen oder Dornenhecken als katzensichere Nistmöglichkeiten usw. anzulegen und keine Steingärten und ähnlichen Unsinn.

Solche Häuser und ihre Gärten wären ein Gewinn für die Natur und das Klima und wären kein Problem sondern ein Teil der Lösung für die Umweltkrise. Es wären zudem nur Elektroautos zugelassen, die für eine erholsame Ruhe und saubere Luft sorgen würden. Derartige Wohnsiedlungen wären ökologisch wertvoll, im Gegensatz zu ausufernden Maisfeldern zur Biogasgewinnung, die eine Belastung für die Umwelt sind. – Dirk Führmann

Kein Eigenheimbesitzer braucht sich wegen des Landschaftsverbrauchs von 56 Hektar pro Tag Bauscham einreden zu lassen, er kann ja zur Kompensation etwas für die Umwelt tun: dagegen protestieren dass der böse Bolsonaro der Regenwald abholzt. – Frank Hrebabetzky

Gefühlt alle debattieren über das Einfamilienhaus und das seit vielen Jahrzehnten. Die Analyse, dass Frieden in Gesellschaften teuer mit der Vernichtung von Lebensgrundlagen erkauft wird, erscheint mir einleuchtend. Gerade am Einfamilienhaus entzünden sich oft Diskussionen–auch in meiner Familie. Emotion und Rationalität werden gerne miteinander vermischt. So kommt keine Klarheit in die Diskussion. Verbote helfen nur wenig, weil ja der Wunsch nach den eigenen vier Wänden im Grünen bleibt. Es kommt mithin zu einer Verschiebung des Wohnungsdrucks auf die Vorstädte , Randgemeinden. Die Speckgürtel wachsen. Der Verkehr nimmt durch die notwendigen Fahrten zu. Die Versorgungsnetze (Kanal, Wasser, Strom) werden für die Schlafkommunen zu Fallen, deren Erhalt die Budgets über die Massen belastet.

Leider sind die Angebote in den Städten oft sehr eingeschränkt. Leistbarer Wohnraum, der einigermaßen ausgestattet, die Bedürfnisse der Bewohner*innen erfüllt und auch für ein tage- oder wochenlanges dauerndes Verweilen in ihm geeignet ist–Fehlanzeige! So fehlt vielen gerade jetzt die positive Erfahrung mit dem eigenen Heim. Stichworte: kein Aussenraum, zu wenige Zimmer (weil Fläche zu teuer ist), ständige Geräuschkulisse und dadurch wachsender Stress. Mehrfamilienhäuser in einem genossenschaftlichen Zusammenschluss zu planen und zu errichten ermöglichet, die eigenen Wünsche und Notwendigkeiten, was das Thema Wohnen betrifft, zur Deckung zu bringen.

Ich selbst habe mich bewusst gegen das Wohnen am Land in einem Einfamilienhaus entschieden. Mir sind die fußläufige Erreichbarkeit aller Einrichtungen für meine Kinder und des täglichen Bedarfs wichtiger, als eine Haltung über eine Bauform (die ich persönlich als fehlgeleitet ansehe) zu transportieren. Natürlich bin ich in einem Mehrfamilienhaus am Tor zum Salzkammergut mit kleinem Garten, Balkon und Terrasse (alles südgerichtet) mit Blick auf den Traunstein privilegiert.

Dennoch schwingt in Gesprächen über die persönliche Wohnform oft Mitleid mit, dass ja ein EFH gerade für mich doch selbstverständlich sein sollte. Deshalb ist es wichtig das Thema „Wohnung“ positiv zu transportieren. Die Nobelvillen etwa in Grunewald oder Döbling sind eben keine Wohnform, die in der Breite Vorbild sein können.Das Einfamilienhaus ist die Ausnahme nicht die Regel! Die „Kalkbreite“ in Zürich kann ein Vorbild für ein reiches , differenziertes Wohnen in der Stadt sein. Dies gilt es zu transportieren–Wohnen in der Stadtwohnung kann reich und wertvoll sein. – Michael Rauscher

Ich gehöre zu den rund 70%, die auf dem Land leben. Die Grünen wollen Einfamilienhäuser laut Verlautbarungen ja garnicht verbieten. Ein Mißverständnis!? Herr Hanno Rauterberg beschreibt trotzdem die Hintergründe sehr eluqend, heißt die „Unvernunft“ eines Einfamilienhauses aus heutiger Sicht. „Was bleibt von dem sozialen Frieden übrig, wenn er nicht länger auf Kosten der Umwelt (politisch) erkauft werden kann.“ Dieser Satz vermittelt mittlerweile eine politische Grundeinstellung, nämlich die Infragestellung der sozialen „freien“ Marktwirtschaft durch das Ideologische Diktat der Ökologie.

Was mir nicht nur bei diesem Thema auffällt, ist die völlige Undifferenzierung zwischen Stadt-und Landbevölkerung. In meinem Wohngebiet, ausschließlich Einfamilienhäuser, findet man unabhängig von einem grün über grün Hecken-, Baum-, und Grasbewuchs, keine wie beschriebene Abschottung zum Nachbarn und schon garnicht gefühlt zur „Welt“. Vor 30 Jahren wurde aus einer brach liegenden Wiesenlandschaft ein für Natur und Mensch lebenswerte Wohngegend. Einfamilienhäuser sind in der Stadt im Grunde unbezahlbar geworden. Von welchen in der Zukunft zu bauenden Einfamilienhäuser sprechen wir eigentlich, Herr Rauterberg, welche meinen die Grünen? In der EU liegt Deutschland in der Eigentumsquote an vorletzter Stelle vor der Schweiz. – Walter Schroiff

Dr. Anton Hofreiter und Grün haben recht! Wir wollen das Klima, Flora und Fauna, unser Trinkwasser (...) retten. Dazu muß u.a. der wahnsinnige Flächenverbrauch aufgehalten werden. Denn neue Wohngebiete, der Neu- oder Ausbau verhandener Verkehrswege oder die Errichtung riesiger Logistikzentren auf grünen Wiesen vernichten Wälder, Wiesen und Ackerflächen. Der geforderte ‚Baustopp‘ wäre ein kleiner aber wichtiger Baustein zur Transformation unserer Gesellschaft in Richtung Postwachstumsökonomie.

Es bedarf weiterer, einschneidender und vor allem unpopulärer Regelungen, um diesen Planeten zu retten! Da Menschen auch wählen, müssen sich Parteien überlegen, welche Dinge sie tatsächlich ändern wollen. Verbieten sie neue Siedlungen oder Umgehungsstraßen und geht es an die vermeintliche Freiheit jedes Einzelnen, erhalten sie keine Stimmen und bleiben draußen. Beim Wähler muss es erst noch Klick machen. Und das kann dauern... Ein Dilemma!! – Achim Bothmann

Hanno Rautenberg hat Recht: «Ein Eigenheim verheisst Geborgenheit, Dauer, materielle Sicherheit bis ins hohe Alter...» Aber es verheisst auch ein wenig Unabhängigkeit in wechselnden Wirtschaftslagen. Ich war mal auf Besuch bei einer Verwandten, die ein Reihenhaus in einer Arbeiter-Siedlung bewohnte. Das Haus hat einen grossen Garten, in dem sich auch ein Schweinestall befand. Vermutlich gab’s früher auch mal Hühner.

Die Idee war wohl, dass in einer Wirtschafts-Krise die Arbeiter teilweise auf Selbstversorgung zurückgreifen können (Hühner, ein Schwein gefüttert mit Küchenabfällen, Gemüse, Beeren und Obst). Gewiss, heute ist das nicht mehr so aktuell. Eine Portion Radieschensamen kostet mehr als drei Bund Radieschen beim Discounter. Eine Tube Tomatenmark, ein Salatkopf und anderes kostet meist weniger als ein Euro. Vom finanziellen her ist es nicht mehr lohnend, selbst Gemüse zu züchten. Wichtiger ist solche Arbeit als Ausgleich vom Home-Office oder bei Arbeitslosigkeit.

Ein Haus mit Natur-Garten könnte auch nützlich sein aus ökologischen Gründen. Eine etwas abstrus wirkende Idee wäre das Vorschreiben eines teilweisen Bewuchs mit Brennnesseln (Admirale lieben diese), Brombeeren und Fenchel (geliebt vom Schwalbenschwanz). Dies zusätzlich zu Rhababer, Kürbis, Zuchetti, Blumen etc. Bei Überangebot aus solchen Ernten wäre dies Anlass zum Verschenken an Nachbarn (mehr soziale Kontakte). Ein Garten böte zudem auch Alternativen zu Ferienreisen.

Man müsste sich auch fragen, warum es immer wieder neue Einfamilienhäuser braucht. Bei gleich bleibender Bevölkerung sollte auch der Bedarf gleich bleiben und bei steigendem Anteil an Home-Office müssten sich die Behausungen ja auch nicht im Umland von Städten konzentrieren. Die Diskussion um Einfamilienhäuser könnte Teil sein einer umfassenderen Diskussion um Zielsetzungen der Menschheit. Ist es ein Ziel, dass immer mehr Menschen, mit möglichst gleichem tiefem Lebensstandard auf unserer Erde leben, vor allem in Grossstädten, abseits von der Natur. Oder sollte das Ziel sein, dass die Zahl der Menschen den verfügbaren Ressourcen angepasst ist, wobei zu den Ressourcen auch die Möglichkeit gehört, dass Kinder naturnah aufwachsen können und es naturnahe Freizeitbeschäftigung nahe bei den eigenen vier Wänden gibt.

Allerdings würde das ein Umdenken und Umorganisieren erfordern, weil so auch viele Arbeitsplätze z.B. beim Bau, beim Tourismus, bei der Mobilität, in der Textilindustrie und möglicherweise in der Medizin (weniger psychische Probleme) wegfallen würden.

Natürlich liesse sich mit geeigneter Architektur eine ebenfalls einigermassen passable Lösung finden, die weniger Raum beansprucht. Doch bei weiterem Wachstum der Menschheit wäre diese Lösung genauso in Frage gestellt, wie der Bau von Einfamilienhäusern. Zudem diese Lösung reduziert eben doch die Möglichkeit für Unterhalt (oder naturnahes Verwildern der Grünflächen) Eigenverantwortung zu übernehmen und damit zusätzliche umweltverträgliche Perspektiven zu nutzen. Erinnert sei auch noch, dass grosse Unternehmen ihren Ursprung in Garagen von Einfamilienhäusern hatten. Die Garage, in der Apple ihren Anfang nahm, ist jetzt ein Denkmal. Auch die Firma Hewlett Packard wurde in einer Garage gegründet. – Dr. tech. Gernot Gwehenberger

Die Zeit lese ich (mal regelmäßig, mal seltener) seit meiner Schülerzeit vor ca. 50 Jahren. Ich fand es immer schon interessant, wie unterschiedlich politisch die einzelnen Teile geprägt waren. Redaktionskonferenzen stellte ich mir immer spannend vor. Ich hatte aber eigentlich fast immer das Gefühl, das da eine gewisse Abwägung vorherrschte, v.a. auch bei den wichtigen Aufmacherartikeln. Im vorliegenden Exemplar wunderte ich mich schon über den Begriff ‚Flächenverbrauch‘ sozusagen als Betreff noch über der Überschrift. In langen Berufsjahren in Stadt- und Landesplanung habe ich gelernt, dass die Fläche eines Landes und seiner Untergliederungen zwar endlich ist, sie aber nur anders genutzt wird und einfach unendlich und nicht verbrauchbar ist (nehmen wir mal Sturmfluten etc. aus).

Regelrecht entsetzt war ich aber, als ich zwischen Ihren sinnvollen Ideen zum genossenschaftlichen Wohnen etc. den extrem aggressiven Kampfbegriff ‚Flächenfraß‘ lesen musste. Der kommt nach meinen Recherchen der Jahre 2018/2019 aus der grünen BUND-Provinz Ostwestfalen und wurde schon seit 2017 dort stark verbreitet. Diese Aggression sollte wohl schon zu dieser Zeit in den mainstream ‚eingepflegt‘ werden. Dies ist bis heute weitgehend misslungen. Ich möchte Sie daher bitten, sich aus Sicht der Sprachpflege des ZEIT-Feuilletons von diesem Begriff zu trennen. Er mag ja in die aufgeregt-aggressive Stimmung der Urheber und der social media-Öffentlichkeit passen. Eine seriöse Publikation sollte sich m.E. da eher nicht dran beteiligen. – Rainer Wilking

Die Analysen in dem Artikel sind einleuchtend. Rautenbergs Vorschläge, die er im letzten Abschnitt des Artikels entwickelt, sind jedoch, bis auf die Abschaffung von Pendlerpauschale und Baukindergeld, reichlich wolkig. Ansätze zu den Bauformen, die er andeutet gibt es schon reichlich. Sie entstehen aber nicht durch irgendwelche staatlichen Förderungen und Regelungen , sondern sind Folge von teuren Bauland- und Energiepreisen. Warum also nicht mal ganz andere Denkansätze. Beispiele: Siedlungen mit Häusern für 1-3... Familien auf riesigen Grundstücken.Jedoch keine Rasen ( Rasenmäher verboten), mindestens 2 Laubbäume, sparsame Versiegelung durch Erschließung mit autoreifenbreiten Betonplatten, keine Schottersteinwüsten, Kompostierung der Biomasse, statt Zäune Hecken usw. Das ergäbe eine traumhafte Lebendigkeit, statt fürchterlichen landwirtschaftlichen Monokulturen, lebendige Wohnumgebungen usw.

Wenn in Bauvorschriften Dachneigungen und ähnliche Kleinigkeiten geregelt werden, sind mit Hilfe von Gesetzen solche Lebensformen durchzusetzen. Das geht natürlich nicht, wenn Land unter marktwirtschaftlichen Bedingungen gehandelt wird. Die Menge an Land ist konstant. Angebot und Nachfrage können sich nicht austarieren. Handel mit Land eignet sich nicht für die Marktwirtschaft! Unsere Regierung müsste auf einigen Politikfeldern tatsächlich etwas ändern. Bleibt es bei einer Utopie, oder ist es schon ein Sakrileg, dem Bürger den Verzicht auf seinen Glykosphat-Rasen zuzumuten? – Siegfried Veile

In der Vergangenheit wetterte die Presse, dass man in Deutschland praktisch alles machen dürfe, so lange es nur Arbeitsplätze generiere. Heute kann man wirklich jeden Schwachsinn verbreiten, so lange er mit angeblichem Umwelt- und Klimaschutz begründet wird: Den Kauf und die Nutzung eines Einfamilienhauses aus klimaschädlichen Gründen verbieten zu wollen ist der vorläufige Höhepunkt in einer mittlerweile meterlangen Verbots- Vorschlagsliste der Grünen. Diese ‚Deutschland- schafft- sich- ab- Partei‘ ist weder koalitions- noch regierungstauglich und kann sich bestenfalls Hoffnungen auf einen Satirepreis machen. Wie der Verfasser des Leitartikels mittels ‚schöner, ressourcensparender Architektur und genossenschaftlichem Bauen’ Einfamilienhäuser überflüssig machen will bleibt wohl sein Geheimnis. – Michael Deil

Beim Lesen dieses Artikels hatte ich nicht nur Sehnsucht nach einem Daheim, sondern auch nach einem besseren Journalismus. Während Hanno Rauterberg als renommierter Architekt eine glaubwürdige Analyse mit vernetztem Denken auf spannende Weise präsentiert und konstruktive Vorschläge macht, schreibt er bei Wirtschaftsfragen und der Klimaproblematik linear und laienhaft. Hanno Rautenberg gewinnt das Vertrauen der Leserschaft mit seiner Architektur-Expertise, die dann gefährlich in seine linearen Wirtschafts- und Klimafragen überschwappt. Eine Redaktion mit Anspruch sollte das nicht zulassen.

Als Option hätte die Redaktion seinen Artikel um zwei weitere Autor(inn)en ergänzen können: Jemanden aus der Wirtschaft und jemanden aus der Klimaproblematik. Dann hätte dieser Titelbeitrag eine viel bessere Qualität erreicht. Leider sind Beträge mit mehreren Autor(inn)en hierzulande selten. Hingegen wird in der heutigen New York Times ein Artikel selbst über ein umgrenztes Thema, die winterbedingte Energiekrise in Texas, von ganzen vier Autoren geschrieben, mit einer Qualität, die eine Person allein selten erreichen kann. Ich würde mir auch mehr Artikel mit mehreren Autor(inn)en in der Zeit wünschen, statt halb prima, halb laienhaft. – Pietro Altermatt

Leserbriefe zu „Das Volk testen“ von Holger Stark

Nimmt man den Satzteil „... in einer Endlosschleife aus wiederkehrenden Textbausteinen.“ als zentrale Aussage des Artikels darf der Politik eine andere Absicht als die Überwindung der Pandemie unterstellt werden, weil bestenfalls ein Bemühen, aber nicht ein Können, erst recht keine Absicht erkennbar scheint. Ich erlaube mir, den deutschen Parteien angesichts fehlender sonstiger bzw. schwer verdaulicher politischer Ziele zu unterstellen, das parteipolitische Wertschöpfungspotential der Pandemie erkannt zu haben und es im Superwahljahr 2021 gewinnbringend einzusetzen. Wenn es dafür den letztendlichen Beweis bedurfte, wurde er zum politischen Aschermittwoch durch die Politik-Clownesken geliefert. – Jürgen Dressler

Zeit.de ist meine wichtigste Nachrichtenquelle, weil ich bei Ihnen noch vergleichsweise verantwortungsvollen Journalismus erlebe, der sich nicht allein der Aufmerksamkeitsökonomie beugt. Trotzdem finde ich immer wieder Beiträge wie Ihren Kommentar „Das Volk testen„, die – bitte verzeizhen Sie mir – dahingeplappert scheinen. Ja, Sie haben Recht, natürlich ist Politik vor allem auch Psychologie. Sie stellen Politik in Ihrem Artikel aber dar wie ein monolithisches Gebilde. Dabei agieren hier zig verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Interessen. Da eine langfristig abgestimmte, auch auf psychologischen Kriterien basierende Kommunikation in einer Zeit solcher Unsicherheit zu verlangen, halte ich für realitätsfern.

Was tuen Sie in Ihren Kommentar? Rufen das Mantra der Massentestung aus. Bravo! Großer Applaus! Da haben Sie einen wichtigen Beitrag geleistet. Endlich ist mal jemand auf die Idee gekommen. Ab morgen werden wir das umsetzen... *ironie off* Ich halte das für höchst gefährlich. Sie blasen damit in das Horn derjenigen, die – in welcher Form auch immer – einfache Lösungen verlangen und der Politik Versagen vorwerfen, weil diese Lösungen nicht gesehen (oder schlimmer: aus dunklen Motiven bewusst ignoriert) werden. Damit will ich nicht einmal sagen, dass Massentests nicht ein wichtiger Bestandteil einer zukünftigen Strategie sein könnten.

Ich verwehre mich nur dagegen, dass sie so tun, als könnten Sie in wenigen Absätzen einen Strategiewechsel zur Lösung unserer Probleme präsentieren. Was ich erwarten würde, wäre eine Abwägung der Pros und Cons, eine Beschäftigung mit der Machbarkeit und evtl. Hürden, kurzum: einen Beitrag, der Faktenwissen und kritisches Denken erkennen lässt. In anderen Worten: Werden Sie bitte dem Ansprich ihres Blattes gerecht. – Knut Leiß

Mit dem Wankelmut der politischen Entscheider auf Bundes -und Landesebene können immer weniger „normale“ Menschen (keine Corona-Leugner oder Impfgegner) umgehen. Das Hin und Her der Politik erscheint mehr und mehr Perspektivlos. Wann wird es wieder so wie es vor der Corona-Pandemie mal für viele war: Mit Essen gehen, Theater und Kinobesuche, Freunde treffen und umarmen? Neue Zahlen, politisch oder nicht, ohne echte Begründungen irritieren all die, die bisher die AHA-Regeln beachtet haben. Wo sind die Aussichten für uns Alle = Impfchaos, fehlende Schnelltests aber Frisörbesuche?

Um die Verunsicherung komplett zu machen werden die Coronamüden Menschen durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit Talkshows, ARD-Brennpunkten und Heute-Spezial Sendungen traktiert. Hier könnten Rundfunkgebühren in erheblichen Mengen eingespart werden. Das hat 2005 bereits der Kabarettist Georg Schramm erkannt. Hier abgewandelt: „Anne Will, Sandra Maischberger und Maybrit Illner sind die Klofrauen der öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten, wo politische Hampelmänner wöchentlich ihre Sprechblasen entleeren. Wer dann noch nachtröpfele, der zieht weiter zur emotionalen Pissrinne von Frank Plasberg und Markus Lanz.“ Treffender und bitterböser kann man es nicht auf den Punkt bringen. – Felix Bicker

Mit Ihrem Kommentar in der aktuellen Wochenausgabe der Zeit schlagen Sie einen Weg zur Wiedereinsetzung des öffentlichen Lebens vor und sehen diesen in einer Änderung der Teststrategie. Schnelltests -auch wenn diese sehr unzuverlässig sind (!) – sollen den Besuch von Restaurants und öffentlichen Einrichtungen wieder ermöglichen (Konsequenz bei positivem Test: Freiheitsbeschränkung!)

Ihre Intention in allen Ehren, bekämpfen Sie damit jedoch nur (bewusst oder nicht) das Symptom und nicht die Ursache. Vergessen wird, dass wir uns in einem Dauerzustand der massiven Grundrechtsbeschränkung befinden, die – man glaube es oder nicht – einer validen Rechtfertigung bedarf. Nicht ich als Bürger muss nachweisen, dass ich Anspruch auf die Ausübung meiner Grundrechte habe, sondern der Staat muss rechtfertigen, warum er mir diese Rechte nimmt. Das bedarf dann aber einer kritischen und permanenten Überprüfung unseres Wissenstandes zu den Auswirkungen von Covid19. Mittlerweilen wissen wir sehr viel – siehe auch der sehr erhellende Beitrag Ihrer Kollegin Frau Joeres. Dieser hat es leider nicht auf die erste Seite der Zeit geschafft.

Kann man denn Berufsverbote und Freiheitsbeschränkungen mit diesen Erkenntnissen noch rechtfertigen? Wirklich? Wie wäre es, wenn man Ihnen verbieten würde, als Journalist zu arbeiten, mit der Begründung, sie trügen zur „Ausbreitung des Virus“ bei. Das Berufsverbot würden Sie wahrscheinlich massiv bekämpfen unter Verweis auf die Berufs-und Pressefreiheit. Nun, dann bringen Sie doch einen negativen Corona-Test bei. Und schon können Sie für zwölf Stunden arbeiten. Dass Sie dann Ihre Gesundheitsdaten preisgeben, stört uns nicht, denn es ist ja eine Pandemie.

Das Spiel – sie sehen es – kann man immer so weiter spielen. Grundrechtseinschränkungen kann man dann nämlich immer irgendwie begründen. Dass sich das die Väter und Mütter des Grundgesetzes – gerade vor dem Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte – so nicht vorgestellt haben, scheint nicht mehr zu interessieren. Und solange Sie als Journalist noch arbeiten können, scheint es bei Ihnen auch kein Thema zu sein.

Zum Glück gibt es Kolleginnen und Kollegen von Ihnen, die sich mittlerweile doch recht offensiv trauen, für die Werte unseres Grundgesetzes einzutreten. Auch wenn dies gerade (noch) nicht besonders populär ist. Jedenfalls die Pharma- und Medizinprodukteindustrie wird Ihr Beitrag sehr freuen. Werbung und das kostenlos. Da Sie die Kosten ansprechen, hier mal ein Vorschlag: Wie wäre es mit Artikel 14 Absatz 2 Grundgesetz: Eigentum verpflichtet – und ganz besonders Absatz 3: Enteignung zum Wohle der Gemeinschaft (und zwar der Weltgemeinschaft)? – Dr. Antje Gruneberg

Holger Stark spricht mir aus der Seele (75J. 4 Kinder, 5 Enkel, pensionierter Gymnasiallehrer). Auch Pandemiekriege müssen mit sehr großem Einsatz, Ideenreichtum, ohne Rücksicht auf eigene Befindlichkeiten und Eiteleien geführt werden. Bitte die Kräfte im Sinne einer bisher abgelehnten Testoffensive bündeln. Es wäre schön! Und danach wählen wir wieder die Partei, die unseren sonstigen Interessen am meisten entgegenkommt. – Klaus Timmerbeil

Im April 2020 sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in einem Interview: „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig.“ Dieser Satz wurde vielfach gehört und wiedergegeben, er blieb unwidersprochen – aber anscheinend wusste niemand, wie man eine Diskussion daran anknüpfen könnte.

In der Erwartung, dass sie nur vorübergehend nötig sein würden, wurden weitreichende Beschränkungen eingeführt. Mittlerweile ist fast ein Jahr vergangen und noch immer leben wir im Lockdown. Immer wenn die Befristung von Maßnahmen abläuft, werden neue Gründe gefunden, sie wieder zu verlängern. Es ist kein Ende abzusehen. Wenn aber die Freiheitseinschränkungen zu einem Dauerzustand zu werden drohen, sollten wir einige sehr grundsätzliche Fragen stellen, die wir bisher vermieden haben: Wie stark ist das Leben wirklich bedroht? Wie stark schränken die Schutzmaßnahmen die Freiheit? Wie wirksam sind die Maßnahmen und welche schädlichen Nebenwirkungen haben sie?

Von den Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19 in Deutschland waren 89% 70 Jahre und älter, der Altersmedian lag bei 84 Jahren. Bei den jüngeren Verstorbenen hatte die große Mehrheit Vorerkrankungen oder schweres Übergewicht. Aus diesen Zahlen ergibt sich, dass sich die meisten Menschen für sich selbst keine großen Sorgen machen müssen, denn das Immunsystem von jungen und mittelalten, gesunden Menschen kann den Erreger erfolgreich bekämpfen. Die große Mehrheit der Infektionen verläuft ohne Krankheitssymptome oder mit mildem Verlauf. „Wer sich schützt, schützt andere“ – in diesem Spruch, der an der Automatiktür eines Supermarktes klebt, steckt mehr Weisheit als in einer dramatisierenden Darstellung von Einzelfällen. Er bittet die Mehrheit um Solidarität mit der Risikogruppe, statt den Coronavirusteufel an die Wand zu malen.

Es gibt viele mögliche Sichtweisen auf den Tod. Wie wir unser Leben gestalten und wie wir zum Tod stehen, das ist unsere intimste Privatsache. Der Tod gehört zum Leben, die Frage ist nur wann und wie. Wann sollen wir ihn als Unglück bekämpfen, als Selbstverständlichkeit hinnehmen oder als Erlösung begrüßen? Für alle drei Einstellungen zum Tod können wir Beispiele und Gründe benennen. Den Tod als Erlösung zu sehen, ist keineswegs ungewöhnlich oder unmenschlich. Viele ältere Menschen schreiben eine Patientenverfügung. Jede Patientenverfügung ist eine Einzelstimme, die sagt: Ich akzeptiere den Tod, und der Erhaltung meines Lebens soll nicht alles untergeordnet werden. Manche Menschen wählen klaren Kopfes einen selbstbestimmten Tod.

Freilich, Patientenverfügungen sollen den Fall der völligen Hilflosigkeit regeln, ein Suizid hat immer auch sehr tragische Seiten, beides ist etwas anderes als eine drohende Corona-Erkrankung. Es sind aber Entscheidungen alter Menschen, dass sie den Erhalt ihres Lebens nicht verabsolutieren möchten. Wenn eine Corona-Erkrankung das flackernde Lebenslicht eines alten Menschen im Pflegeheim verlöscht, ist das traurig. Dieser Tod ist aber nicht so tragisch, als wenn Eltern eines ihrer Kinder betrauern. Wie komme ich zu so einer Behauptung? Ich schließe von mir auf andere. Ich hoffe, ich werde zu dem Punkt kommen, dass ich den Tod als selbstverständlichen Endpunkt meines Lebens gefasst erwarte und hinnehmen kann.

Wie weit geht nun die Verpflichtung aller Menschen die mitten im Leben stehen, dem Infektionsschutz ihr Leben unterzuordnen? Ich finde, die Maßnahmen, die wir im zurückliegenden Jahr mitgemacht haben, haben den guten Willen aller Beteiligten bewiesen. Es geht nicht ums Geld. Es geht nicht um Bequemlichkeit. Es geht nicht um das eine oder andere Detail. Die Gesamtheit der Corona-Schutzmaßnahmen können wir sicher für einen gewissen Zeitraum durchhalten, und man könnte einen Teil der Maßnahmen dauerhaft einführen, aber wir halten nicht alles für immer aus. Nach dem Lockdown ist vor dem Lockdown: selbst wenn die Infektionszahlen stark zurückgehen, werden sie nie Null erreichen, und wenn sie wieder eine gewisse Schwelle überschreiten, geht alles von vorne los. Welches Leben würden die Kinder führen, die Eltern, die Arbeitnehmer, die Selbstständigen; wie wollen wir die Welt erleben, was soll unser Leben reich machen?

Die Lebensplanung von Menschen wird durchkreuzt. Wir blicken einander nicht mehr ins Gesicht, sondern sehen uns nur noch auf dem Bildschirm. Studenten können kein Studentenleben führen, Sportler nicht mehr spielen, Musiker nicht mehr musizieren. Großeltern dürfen ihre Enkel nicht mehr sehen. Kinder spielen nicht mehr draußen mit Kindern, sondern drinnen am Computer. Die Maßnahmen, die das Leben von Hochbetagten schützen sollen, beeinträchtigen die Gesundheit der Kinder und Erwachsenen. Das Problem ist das Virus, nicht unsere Bequemlichkeit. Wenn wir die Beschränkungen aufheben, dann nicht, weil wir unwillig sind, sondern weil sie uns überfordern. Freiheit ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht. Zum Glück hat die Impfung begonnen. Es ist ein großartiger Erfolg der Wissenschaft, dass dies innerhalb eines Jahres möglich wurde. Sie wird nicht alle Probleme in Luft auflösen, sie wird sie aber alle erheblich verringern.

Die Langfrist-Strategie für den Umgang mit der Covid-19-Pandemie ist in meinen Augen recht einfach: Die Impfungen, die Ende 2020 begonnen haben, werden fortgesetzt. Zuerst wird die Risikogruppe geimpft, danach alle anderen Menschen, die sich mit einer Impfung schützen möchten. Sobald sich während dieser Zeit ein Rückgang der Infektions- oder Sterbezahlen bemerkbar macht, werden die Schutzmaßnahmen gelockert. Spätestens wenn alle Menschen die Gelegenheit hatten, sich impfen zu lassen, werden alle staatlich angeordneten Beschränkungen aufgehoben. Es wird natürlich weiterhin Maßnahmen geben, die die Risikogruppe unmittelbar schützen. Nur werden diese gezielt im Umfeld der gefährdeten Personen angewendet, und nicht mehr flächendeckend im ganzen Land.

Was spricht für das Ende der Einschränkungen? Zunächst will ich ein paar Selbstverständlichkeit betonen, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen: Jeder Mensch darf seine Persönlichkeit frei entfalten, es gibt das Recht auf Freizügigkeit, Berufsfreiheit, Schulbildung und Versammlungsfreiheit. Es ist keine Großzügigkeit, wenn die Menschen diese Rechte zurückerhalten, sondern eine Selbstverständlichkeit. Es ist großzügig von den 70 Millionen nicht-Risikogruppen-Angehörigen im Land, die kein ernsthaftes Problem durch Covid-19 zu befürchten haben, dass sie sich ein Jahr lang in diesen Rechten stark einschränken lassen haben. Nicht die Lockerungen müssen begründet werden, sondern das Beibehalten der Verbote! Erkrankungswellen, die das Niveau einer schweren Grippewelle haben, rechtfertigen solche Einschränkungen nicht. Sobald wir in diesen Rahmen zurückkehren, entfällt die Grundlage der Einschränkungen, und die Grundrechte, die für uns alle unmittelbar gelten, sind wieder in Kraft!

Das wichtigste Mittel zur Beendigung der Freiheitseinschränkungen ist die Impfung. Sie ist Ende 2020 begonnen worden, und bis jetzt wurden über zwei Millionen Menschen geimpft. Weil die Impfungen bei der Risikogruppe begonnen werden, ist ein starker Rückgang der Sterblichkeit zu erwarten. Weil 89% der Todesfälle aus der Gruppe der über 70jährigen kommt, wird eine Durchimpfung der ca. 10 Millionen Menschen dieses Alters die Sterblichkeit sehr stark verringern. Die Schwelle der Herdenimmunität muss für diesen Effekt nicht annähernd erreicht werden. Die Kennzahl der Infektions-Inzidenz wird dann ihre Aussagekraft verlieren, denn nur die Sterbefälle, nicht aber bloße Infektionen rechtfertigen den Lockdown.

Nach einem knappen Jahr Ausnahmezustand habe ich in meinem erweiterten Bekanntenkreis bisher nur zwei Fälle einer Infektion mitbekommen, es waren leichte Verläufe. Meine Besorgnis hat deshalb nie frische Nahrung erhalten, sondern konnte immer nur vom Trockenfutter aus der Zeitung leben. Gut, ich wohne in Nordfriesland, anderswo war mehr los, aber trotzdem gab es auch hier das ganze Programm der Einschränkungen. Wenn die Leute mit der Zeit immer weniger Disziplin an den Tag legen, liegt das nicht allein am Überdruss mit den Maßnahmen, sondern auch daran, dass sie sich einfach nicht bedroht fühlen.

Da ich nicht erkennen kann, dass die Politik ein konkretes Ausstiegsszenario entwickelt, entwickele ich jetzt mein eigenes. Meine persönliche Bereitschaft, die Corona-Schutzmaßnahmen mitzutragen, ist im Schwinden begriffen. Ich glaube nicht mehr, dass den alarmierenden Zeitungsartikeln zwingende wissenschaftliche Erkenntnisse zugrunde liegen, sondern dass sich die Diskussion verrannt hat. Ich werde noch einige Wochen brav meine Maske tragen und im Großen und Ganzen tun, was von mir verlangt wird. Je weniger von mir verlangt wird, desto eher werde ich es erfüllen. Ich gehe aber langsam dazu über, nur noch den Schein zu wahren.

Wo Bußgelder oder Verweise drohen, werde ich noch mitmachen, aber wo ich kann, werde ich mich entziehen. Ich verspreche, niemanden zu verpfeifen, der sich nicht an die Regeln hält. Wenn sich irgendwo ein Untergrundchor gründet, singe ich dort mit. Ich werde meine Freunde treffen und umarmen wie früher. Im Ernst: Wenn in einem halben Jahr alle, die sich durch eine Impfung schützen wollen, die Gelegenheit dazu bekommen haben, endet meine Kooperationsbereitschaft und ich mache wieder, was ich will. – Roland Fischer

Den Vorschlägen von Holger Stark zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist uneingeschränkt zuzustimmen. Würde man „testen bis der Arzt kommt“, und diese Strategie auch noch mit einer (besser) funktionierenden App verbinden, könnten wir mit dieser und weiteren, gewiß noch auf uns zukommenden Pandemien (vgl. dazu auch das Interview mit Ursula von der Leyen in der gleichen ZEIT-Ausgabe) unser Leben auf Dauer konsolidieren.

Abgesehen aber von unserer unzulänglichen „deutschen“ App bliebe auch bei einer verbesserten Corona-App mit aller Wahrscheinlichkeit eine große Gruppe, deren Angehörige darüber hinaus noch zu den besonders vulnerablen Menschen gehören, ausgeschlossen, nämlich die Älteren, zu denen auch ich gehöre. Wir nützen selten die neuesten I-Phon-Modelle, meist die von unseren Kindern oder Enkeln abgelegten, also Geräte mit älteren Betriebssystemen. Meinen Ansprüchen genügen das vollständig, und vielen meiner Altersgenossen*innen gewiß ebenso.

Mein I-Phone arbeitet mit Android OS 4.3; für die zur Zeit zur Verfügung stehende Corona-App ist die Mindest-Systemvoraussetzung jedoch Android OS 6.0. Die im Auftrag der Bundesregierung entwickelte Corona-App kann also von einer nicht unerheblich großen Gruppe von Bundesbürgen, die darüber hinaus noch zu den besonders Gefährdeten zählt, gar nicht genützt werden. Ich will der Bundesregierung nicht unterstellen, diese Gruppe dadurch zum Kauf eines neuen Gerätes animieren zu wollen, um wenigstens einem Teil der Elektronik-Industrie in der durch die Pandemie verursachten ökonomischen Krise unter die Arme zu greifen, sollen aber die in der Tat sehr zu beherzigenden Vorschläge Holger Starks realisiert werden, dann muß nicht nur die Corona-App selbst verbessert werden, sondern auch ihre Kompatibilität mit älteren Geraten bzw. Betriebssystemen. – Alois Teodoruk

Es geht so schnell. Am letzten Freitag haben meine Kolleginnen /Kollegen und ich noch hitzig über die Zahl 35 diskutiert. Allen war aber klar, dass der Inzidenzwert aus Angst vor Virus- Mutationen heruntergesetzt wurde und alle waren sich darüber einig, dass ein offenes Wort seitens der Politik wünschenswert gewesen wäre. So fühlt man sich eigentlich nur noch ausgeliefert. Wie rasant der Inzidenzwert steigen kann, zeigt sich aktuell in Flensburg, das jetzt mit Ausgangssperren reagiert. Leider habe ich nicht die Hoffnung, dass uns diese Virus-Mutation trotz angezogener Maßnahmen die Freundlichkeit erweisen wird, sich auf Flensburg und den Kreis Schleswig- Flensburg zu beschränken. Das hat woanders auch schon nicht geklappt uns sie wird sich wahrscheinlich nach Süden ausbreiten.

Der Inzidenzwert steigt jetzt wieder bundesweit, von der „dritten Welle“ ist nun schon offen die Rede und über die Impfstrategie soll neu nachgedacht werden. Die 35 rückt wieder in weite Ferne und damit auch die Hoffnung auf umfassendere Lockerungen. Allen Bemühungen zum Trotz. Ja, die Bevölkerung ist müde geworden, z.T. schon verzweifelt und selbst bei den Geduldigsten schwindet die Zuversicht – Unmut macht sich breit. Der Blick auf andere Staaten, die schon weiter mit den Impfungen sind und Lockerungen anbieten können, wird neidvoller. Damit steigt vermutlich auch die Gefahr, dass Verstöße gegen die Schutzmaßnahmen sich mehren.

Perspektiven auf Lockerungen sind dringend nötig. Solange nicht ausreichend genug geimpft werden kann, sind flächendeckende und regelmäßige Corona – Schnelltests unabdingbar und auch Fehlerquoten das kleinere Übel. Der für Laien gut anwendbare „Gurgeltest“ muss zur Routine werden, so wie das tägliche Zähneputzen. – Regina Stock

Glückwunsch zu diesem Beitrag. Nagel auf den Kopf getroffen, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Wenige Tage zuvor, am 14.Februar 2021, sah ich mich gezwungen, unseren Landrat anzuschreiben, wegen der chaotischen Misere der Terminvergabe für Impfungen. Meine Frau und ich sind beide deutlich über 80 Jahre alt. In diesem Zusammenhang fügte ich meine Betrachtung zur aktuellen Corona Lage bei. In diesem Text stehen Sätze wie:

o Darf man noch kritisch sein, oder wird man dann sofort als Corona-Leugner oder ähnliches eingeordnet? ... Der überlauten Minderheit der Querdenker, der Hildemann-Anhänger, auch der AfD-Trittbrettfahrer u. a., die das Corona-Virus immer noch mit einem Grippevirus gleichsetzten, kann nur Überheblichkeit, Unvernunft, Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit bestätigt werden. o Die Absenkung der als kritisch angesehenen Inzidenz von 50 auf 35 ist eine willkürliche Festlegung, die nicht begründet wurde; die eine Zahl kann genauso richtig oder falsch sein wie die andere.

o Ohne Erklärung soll verstanden werden, dass Frisöre, die Kraft ihrer Tätigkeit kein Abstand halten können, schon ab dem 1. März wieder öffnen dürfen, Einzelhandelsgeschäfte aber nicht. Ich kenne recht enge Supermärkte, Apotheken, Metzgereien, Bäckereien und Hofläden, die natürlich systemrelevant sind und geöffnet bleiben müssen. An vielen Orten bilden sich Schlangen im Freien und die Bürger halten sich geordnet an die Bitten, dass nur so und so viele Kunden im Laden sein dürfen. Es ist nicht nachvollziehbar weshalb davon auszugehen ist, dass ... Schuh- und Blumenläden Hotspots sind.

o ... kein Test für Personen, die keine Symptome aufweisen. Markus Söder hat später seinem Volk das Angebot gemacht, dass sich jeder testen lassen kann. ... Schlimmer ist, dass hinter Söders Angebot, das seine Sorge um die Bevölkerung nachweisen sollte, keinerlei Strategie steckte, was die Momentaufnahmen der Tests im Sinne einer Zielführung und eines Erkenntnisgewinns über Infektionswege erbringen sollen. o Boris Palmer, ... hat als einziger Politiker, ... einen Vorschlag unterbreitet, wie man mit prinzipiell vorhandenen elektronischen Möglichkeiten zu einer bessren Nachverfolgung der Infektionsfälle kommen könnte. Sein Beitrag trägt den Titel: Weniger Bedenken, mehr Taiwan (Die Zeit, 30.12.2020).

Keine Frage, Palmers Vorschlag wäre ein Eingriff in den Datenschutz, allerdings nicht im Sinne eines diktatorischen Staats. Ein ganz großer Teil der Besitzer eines Smartphones lassen es zu, dass ihre Standortdaten über die Funkzellen, den Googels und Konsorten zugänglich sind. Der Datenschutz bei uns verhindert, dass mit solchen Daten unser Staat Infektionsketten verfolgt. Nach nunmehr einem Jahr Corona sollte auch dem letzten Politiker klar geworden sein, dass die Nachverfolgung von Hand nicht den entscheidenden Durchbruch bringen wird. Ganz zum Schluss konnte ich mir eine Spitze nicht verkneifen: Erneut, der Böswillige – der ich nicht sein will – könnte auf den Gedanken kommen, die Politik fände langsam Gefallen daran, den Bürger die Macht der Exekutive weiter spüren zu lassen. Zurückweisungen durch Gerichte halten sich in letzter Zeit sehr in Grenzen, was möglicherweise den Glauben an den funktionierenden Rechtsstaat auch nicht stärkt. – Henning Roeder

Sie sprechen mir aus der Seele: ich habe bereits medizinische Masken getragen, als diese zunächst nur empfohlen wurden, und die höherwertigen FFP2-Ausführungen, als ich bemerkte, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften durchaus nicht alle Nutzer oder Kunden dies taten. Meine sozialen Kontakte habe ich auf ein Minimum, und das mit erforderlichem mit Abstand, eingeschränkt. Das ganze dauert jetzt bereits Monate und minimale Lockerungen sind nicht zu erwarten; es reicht!

Die föderal zersplitterte ‘Pandemie-Verwaltung’ starrt wie das bekannte Kaninchen auf die Schlange der Inzidenz-Werte von 50 oder 35, die wir bei der aktuellen Ausbreitung der ‘Großbritannien- oder Südafrika-Mutanten’ sehr wahrscheinlich gar nicht erreichen können und erstickt damit alle Ideen intelligenter Lösungen im Keim. So wird der Lockdown noch Monate andauern mit allen bekannten Folgen. Andere Maßnahmen wären deutlich hilfreicher: Optimierung der Corona-Warn-App dahingehend, dass Infektionsketten schnell und effizient verfolgt werden können und nicht im diffusen Nebel verschwinden. Nach dem Abklingen der Pandemie sind diese Daten natürlich endgültig zu löschen und die App ist zu deaktivieren.

Die von Ihnen angesprochenen Schnelltests, besonders auch die für die Eigenanwendung, erlauben dann auch kontrollierbar zumindest beschränkte Öffnungen im nicht systemrelevanten Einzelhandel, Kulturbereich und in der Gastronomie. Was spricht dann dazu noch bei einer derartigen pandemischen Infektion gegen eine Impfpflicht? In der Schule wurden wir damals in den 1960-er Jahren gegen Pocken und Kinderlähmung geimpft (weil es medizinisch notwendig war). Heute müssen Kinder, die Kitas oder Kindergärten besuchen wollen, gegen Mumps und Masern geimpft sein; und Urlaubsreisende in bestimmte Gebiete benötigen den entsprechenden Schutz gegen Hepatitis etc. – Ulrich Hungar

Das Ringen um die richtige Strategie zur Bewältigung der Corona-Pandemie erschüttert zunehmend das Vertrauen in die handelnden Akteure. Schuld daran sind weniger die Maßnahmen an sich, sondern ein sich immer schneller drehendes Kommunikations-Karussell, das jeglichen Anspruch auf Verlässlichkeit und eine Langzeitperspektive vermissen lässt.

Was sich zu Beginn Krise im vergangenen Frühjahr noch unter Hinweis auf die Neuartigkeit der Situation und auf fehlende wissenschaftliche Erkenntnisse rechtfertigen ließ, lässt heute – knapp ein Jahr danach – leider tief blicken. Das meint nicht das Führen ernsthafter, inhaltlicher Debatten um den richtigen Weg. Die muss es bei einer derartigen Eingriffsintensität zwingend geben und sie gehören in die Herzkammer unserer Demokratie – den Deutschen Bundestag (und in die Landesparlamente).

Allerdings entsteht zunehmend der fatale Eindruck, dass viele Politikerinnen und Politikern in Regierungsverantwortung (sei es nun auf Landes- oder auf Bundesebene) im „Superwahljahr“ 2021 mit möglichst markigen Schlagwort-Strategien zu punkten versuchen („No-Covid-Strategie“; „immer neueGrenzwerte erfinden“). Aber genauso wenig, wie das Coronavirus über Nacht verschwinden wird, wird man mit Äußerungen, deren Halbwertszeiten die nächsten 24 Stunden nicht überstehen, langfristig das Vertrauen der Menschen (zurück)gewinnen können. Stattdessen muss endlich wieder die Verlässlichkeit in den Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung rücken.

So gehört es zum bitteren Teil der Wahrheit, dass es ein Ende des Lockdowns – festgemacht an einem kalendarischen Datum – mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben kann. Das offen auszusprechen ist vielleicht nicht populär, gehört zur Ehrlichkeit aber ebenso dazu, wie auch das Eingestehen von Fehlern im Zusammenhang mit der Pandemiebekämpfung. Dass es auch anders gehen kann, zeigt ein Blick in das nördlichste Bundesland. Hier hat die von einer Jamaika-Koalition getragene Landesregierung in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten verschiedenster Disziplinen konkrete Konzepte vorgelegt, die über bloße Öffnungsdebatten weit hinausgehen. Bedauerlicherweise konnte sie sich damit beim Bund und den anderen Ländern nicht durchsetzen. Anscheinend halten viele die talkshowgerechte Effekthascherei und Kurzzeit-Popularität immer noch für erstrebenswerter.

Gerade in Anbetracht der Virus-Mutationen kann niemand derzeit seriös vorhersagen, welche Haken diese Pandemie noch schlagen wird. Das Coronavirus wird unseren Alltag noch eine lange Zeit unmittelbar und um ein Vielfaches länger mittelbar beeinträchtigen. Wenn die vergangenen Monate uns eines gelehrt haben, dann ist es doch Folgendes: Aussitzen, Verschieben und Phrasen haben zu keinem Zeitpunkt zu einer Verbesserung der Situation beigetragen – im Gegenteil. Mehr denn je ist nun langzeitorientiertes Handeln gefragt. Das wird zwar auch künftig nicht jeden Widerspruch verhindern können, aber es schafft zumindest Verlässlichkeit und würde ein Stück weit verloren gegangenes Vertrauen zurückbringen. – Erik Tiedemann

Vielfältig testen, das ist DIE hilfreiche Strategie. Warum das von Politikern nicht stärker in Konzepte eingebunden wird, verstehe ich nicht. Ich teste mich seit Dezember selbst, bevor ich zu meinen betagten Eltern fahre. 30 Sekunden Unwohlsein für eine sichere Aussage sind doch besser und praktikabler als jedesmal 5 Tage Quarantäne, bevor ich meine Eltern sehen darf. Unser Kindergarten testet sein Personal 2x in der Woche via Gurgeltest in der Poolvariante. Das gibt Erzieherinnen und Eltern Sicherheit. Und wenn was ist, können wir sofort handeln. Ich würde auch gerne vor meinem Lieblingscafé nen Schnelltest machen, ihn sogar bezahlen! – Dr Bianca Schnupp

Ihr Artikel trifft ins Schwarze. Ich bin praktische Ärztin und Betriebsärztin. Seit Monaten können wir dank Schnelltests in den Betrieben ohne größere Schließungen weiterarbeiten. In den verschiedenen Ärzteblättern lese ich, dass auch meine Kolleginnen und Kollegen ein Ende dieser Corona-Politik und das Einbeziehen der praktizierenden Ärzteschaft fordern. Wer verhindert den Wandel im Umgang mit der Pandemie eigentlich? Ich hoffe, Fr. Merkel liest Ihren Artikel! Danke jedenfalls dafür! – Dr. Annette Müller – Leisgang

Für den eingefleischten Lockdown-Fetischisten, mag die Verlockung permanent verlockend sein, den Lockdown immer wieder und wieder in die Verlängerungs-Falle zu locken. Mit einem Dauerlutscher schmeckt der ewige Dauerlockdown bestimmt irgendwann einmal doch ganz pappig süß. „Man kann alle Leute eine Zeitlang an der Nase herumführen, und einige Leute die ganze Zeit, aber nicht alle Leute alle Zeit.“ (Zitat: Abraham Lincoln, 1809-1865, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er fiel einem Attentat zum Opfer) – Klaus P. Jaworek

Leserbriefe zu „Zum Verschleiß bestimmt“ von Jens Jessen

Herzlichen Dank für diesen hervorragenden Artikel, dem man nichts beizufügen braucht. – Dr. Christian Voll

Ich gebe Herrn Jessen vollkommen recht, wenn mit seinem Artikel zum Ausdruck bringen will, dass der Frage, welche Faktoren zu einem höheren Corona-Risiko prädestinieren, viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Ansteckung vermeiden ist gut und richtig, aber was passiert, wenn man sich dann doch angesteckt hat? Warum versagt bei manchen Menschen das Immunsystem und bei anderen nicht? Gibt es vielleicht etwas, was man persönlich tun kann, um sein Immunsystem so fit wie möglich zu halten?

Virologen kennen das Problem, das Virus, in- und auswendig. Über die von der Natur bereitgestellte Lösung wissen aber die Immunologen mehr. Warum kommen sie nicht öfter zu Wort? Ein paar aus der medizinischen Fachliteratur belegbare Zusammenhänge: Rauchen führt bei allen viralen Lungenentzündungen, egal welcher Genese, zu schwereren Verläufen, auch bei Covid-19. Warum wird nicht eindringlicher vor dem Rauchen gewarnt, oder der Verkauf von Zigaretten verboten?

Es ist mittlerweile statistisch ausreichend belegt, dass das Corona-Risiko auch von der Blutgruppe abhängt. Blutgruppe A ist am gefährdetsten. Das ist wissenschaftlich plausibel, weil das Blutgruppenmerkmal A die gleiche Glykosylierung an der Oberfläche aufweist wie das Corona Spike Protein und deshalb unspezifische Antikörper, die das Virus abschwächen können, unterdrückt werden. Die Allermeisten von uns kennen ihre Blutgruppe. Warum werden solche Faktoren nicht z.B. bei Impfplänen mit berücksichtigt?

Im Immunsystem gibt es einen molekularen „Reißwolf,“ das Komplement-System, das infektiöse Partikel sowohl antikörper-abhängig als auch antikörper-unabhängig erkennen und zerstören kann. Es ist immunologisches Lehrbuchwissen, dass der erste Schritt auf beiden Wegen von Ascorbinsäure- (Vitamin C) -abhängigen Proteinen (d.h. C1q und MBL) abhängig ist. Nicht nur das, auch ein ortsständiges Protein in der Lunge, Surfactant Protein D, welches bekanntermaßen Corona spike protein abfangen kann, hat diese Vitamin C- abhängige Struktur. Vitamin C- Mangel ist auch heute nicht selten, ist aber sehr leicht zu beheben.

Das sind nur einige wenige Beispiele für unbeachtete Zusammenhänge. Auf Fragen, die man nicht stellt, kann man keine Antworten bekommen. Politik und Wissenschaft vertun eine Chance, Erkenntnisse zu sammeln. Die Wirksamkeit der Impfungen gegen neue Varianten das Virus ist fraglich. Es ist dringend an der Zeit für einen Paradigmenwechsel, von einem problemorientierten zu einem lösungsorientierten Ansatz, weg vom Kreisen um das Virus hin zum Nachdenken über das Immunsystem. Für alle hier gemachten Aussagen kann ich Fachliteratur zur Verfügung stellen. – Dr. med. Volkmar Günzler-Pukall

Es ist die falsche Debatte: es geht nicht vorrangig um Mann oder Frau zuerst. Es muss um alt oder jung und um zeugungsfähig gehen! Evolutionsgeschichtlich gesehen gilt für alles biologische Leben: Erhaltung der Art. Und darin begründet sich der eigentliche, naturgegebene Sinn des Lebens. Wenn das gewährleistet ist, wird früher oder später gestorben. Wenn also die Zeugungsfähigkeit nicht mehr (bei Frauen) oder nur noch suboptimal (bei Männern) gegeben ist, braucht es die Betroffenen nicht mehr.

Aber wir Menschen wollen alle alt werden (auch alt sein?). Erhalt von Leben um des Lebens willen gibt es nur bei Menschen. Wie sinnvoll ist das? Was wird da den kommenden Generationen zugemutet und wofür?! Für die Zukunft der Menschheit braucht es vorrangig nicht uns Alte, mich eingeschlossen (Jahrgang 1936). Überlassen wir den Impfstoff als erstes den jungen, aktiven, leistungsfähigen Menschen. Sie müssen ihre Lebenszeit und die ihrer Kinder gestalten. Darin liegt die Zukunft der Menschheit. Und erinnern wir uns: der Schutz von Müttern und Kindern hat nicht nur bei Schiffskatastrophen Vorrang! Wenn schon gestorben werden muss: dann bitte wir Alten! – Udo Bauer

Wunderbar! Hintersinnig und amüsant... Hat mir sehr gefallen – Marion Kaßbohm

Hinsichtlich der Statistik ist an Ihrem Artikel nichts zu bemängeln. Auch die Problematik der höheren männlichen Vulnerabilität gegenüber Covid 19 und den daraus evtl. ableitbaren Bevorzugung beim Impfen ist bestimmt diskutabel. Aber Ihrer grundsätzlichen Gleichsetzung der „Männergruppe, die mancherseits für die größten Weltübel – Kriege, Rassismus, Unterdrückung der Frau – verantwortlich gemacht wird“ mit dem „Patriarchat“ möchte ich vehement widersprechen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass in Ihrer Redaktion niemand weiß, dass der Begriff des Patriarchats „Herrschaft der Väter oder des Vaters“ bedeutet. Wenn es für Ihr Anliegen überhaupt ein Wort gibt, müsste es Andriarchat oder Androarchat heißen. Und das ist etwas ganz anderes.

„Mann“ ist nicht „Vater!“ Selbst wenn aus jedem Mann prinzipiell ein Vater werden kann. Ich kann zwar Ihrer Deutung des Mannes als „Verschleißartikel“ oder „Kanonenfutter“ auch grundsätzlich überhaupt nicht folgen, zumal Sie gleichzeig auf die „essentielle Bedeutung von Frauen und Kindern für das unmittelbare Weiterleben der Gattung“ hinweisen. Ja, schön, aber dass dabei im Hintergrund auch der Appell hörbar wird, dem Führer Kinder (v.a natürlich Jungen) zu schenken?! Wofür wohl? Sie wissen das und erwähnen diesen Missbrauch der Mutterschaft im Dritten Reich nicht einmal andeutungsweise. Und was ist mit dem Vater, den Sie in Ihrem Artikel in unzulässiger Weise mit dem Mann gleichsetzen? Was ist denn eigentlich dessen Funktion? Wofür ist er eigentlich da? Erschöpft sich seine Bedeutung in der Zeugung? Ist er eine Drohne? Eine fürchterliche Vorstellung. Aber vielleicht ist die Problematik der väterlichen Funktion im momentanen gesellschaftlichen Diskurs von eher geringerer essentieller Bedeutung als die der Arterhaltung. Nur stimmt da trotz allem etwas nicht, es ist einfach nicht wahr!

Über dieses Thema gibt es reichlich Literatur. Ich möchte hier nur auf die Vaterfunktion als Repräsentanz der Lücke hinweisen, des Mangels. In der Entwicklungsgeschichte des Kindes erscheint er zunächst eher als Fremder, der die vertraute Geborgenheit in der Beziehung zur Mutter in Frage stellt und bedroht. Er zwingt in gewisser Weise das Kind dazu, sich mit ihm als Fremden und Anderen auseinanderzusetzen. Was hast Du hier zu suchen? Hau ab! Aber er haut nicht ab, zumindest dürfte er es nicht, wenn er garantieren will, dass es in der Welt noch etwas anderes gibt als die Sicherheit und Einzigartigkeit der Mutter, die ohne Vater ein Gefängnis ist, selbst wenn es meinetwegen goldene Gitterstäbe hat. Der Vater weist auf das Loch in diesem Käfig hin, das den Zugang zu einen anderen Raum eröffnet, in dem das Kind seine Individualität und auch sein eigenes Anderssein entfalten kann.

Ich glaube, dass das Schwerstarbeit ist, weil es eine ständige Bereitschaft erfordert, sich in Frage stellen zu lassen und das Kind in seinem Streben trotzdem anzuerkennen und zu lieben. Es ist auch überflüssig, an dieser Stell darauf hinzuweisen, das die Vaterschaft absolut nichts mit Machogehabe, Machtdemonstration und Rechthaberei zu tun hat. All das ist natürlich nur bruchstückhaft und verkürzt. Ich glaube aber, dass der Hinweis auf diese Zusammenhänge, die im Grund nichts anderes als das ödipale Konfliktgeschehen zu beschreiben versuchen, in der Diskussion über die Männlichkeit ebenso wie über die Väterlichkeit von struktureller Bedeutung ist. Ich könnte mir übrigens vorstellen, dass Frau Wiesemann, die auf Seite 46 ein Gespräch mit Frau Scholz führt, Interesse an dieser mail haben könnte. – Gerd Schillmöller

Dann läuft es wohl auf eine Hühnerstallpopulation hinaus. Da bleibt uns armen Männern ja nur noch die Hoffnung auf den Fuchs. – Werner Manke

Ist ja schon krass, was sich die Frauen leisten könnten, wenn sie denn wollten: uns Männer wie Drohnen zu behandeln: einmal gebrauchen und dann entsorgen. Gleich dazu die Gegenfrage: Warum tun sie das nicht, haben sie es in der vieltausendjährigen Geschichte nicht genützt, auch nicht teilweise? Ich gehe einmal von einer matriarchalen Vorzeitwelt aus. Warum haben sich die Frauen das Heft aus der Hand nehmen lassen? Könnte es so gewesen sein: Die Männer haben sich emanzipiert, und das in der Weise, dass sie ihre aggressiven Kräfte entgrenzt haben, dass sie den sozial verträglichen, friedlichen und kompromißfähigen Umgang im familiären wie kollektiven Umgang, den Frauen zum Wohl vieler gelenkt hatten, zurückgedrängt haben und so zunehmend Agressivität, Konkurrenz und Durchsetzung mit Gewalt in die sozialen Prozesse eingetragen wurde.

Zu diesem veränderten Umgang in den Familien wie auch den Stämmen und Völkern wurden dann natürlich die geistigen Grundlagen dazu gelegt, bzw. ideologische Aufbauten hoch gefahren, wie neue Wertorientierungen, Ranking und sich verfestigende hierarchische Ordungssysteme, inclusive der dominanten religiösen, monotheistischen Machtstruktur im Himmel wie auf Erden (vgl. Assmann). Dann war es vielleicht so: Dieses männlich-beherrschende Modell hat sich so toll und fortschrittlich gezeigt und vor allem auch sehr schnell als verführerisch, wegweisend und unwiderstehlich weiter entwickelt, gleichsam als eine Verheißung zu der Bewältigung der Gefahren (die man selbst entsprechend zuvor durch kriegerisches und konfliktreiches Verhalten provoziert und verstärkt hat)?

Nachdem man auch den passenden geistigen Überbau hatte, war es nicht schwer, glauben zu machen, dass diesem neuen Weg die Zukunft gehöre. Und die Frauen waren machtlos. Schlussbemerkung: Womit Frauen damals offenbar sich nicht durchsetzen konnten: Das Ganzheitliche von Mensch, Natur und Gemeinschaft sehen und bewahren, das stellen viele heute in den Mittelpunkt. Vom männlichen System ist nur eines noch anerkannt aktiv, allerdings recht hartnäckig: Der Fortschritt wird es richten! Wir werden sehen, ob das das reicht. Wenns denn wirklich reicht, nehmen wir unseren „Verschleiß“ (siehe Titel) gerne in Kauf. – Hermann Emmerling

Gesetzt den Fall die Argumentation wäre richtig, der Schluss (Männer nicht zu priorisieren) jedoch ist falsch: In einem Falle droht der naturalistische Fehlschluss: vom Sein (evolvierter Mechanismus: Frauen und Kinder zuerst) sollte nicht aufs Sollen (Männer nicht zu priorisieren) geschlossen werden. Im anderen Falle wirkte eine äußerst fragwürdiges Rachedenken: die aktuelle Generation (Man) sollte nicht für patriarchale Vergehen früherer Generationen (von Männern) büßen. Ich plädiere für eine aufgeklärte Sichtweise und eines der größten Errungenschaften der Aufklärung ist Gleichheit im Sinne einer Loslösung von (natur-)gegebenen Unterschieden.

In diesem Zusammenhang hat sich das Solidaritätsprinzip bewährt: Starke stehen für Schwache ein – dies ist umso plausibler, wenn Letztere nichts für ihre Schwäche können, wenn diese also nicht selbstverschuldet ist. Hier sollten wir uns an die ursprünglich genetische Argumentation erinnern: Nicht das Risiko-Verhalten (ev. frei gewählt) des Mannes, sondern die genetische Disposition (nicht frei gewählt) macht im thematisieren Zusammenhang den Unterschied im Hinblick auf Vulnerabilität (R. Eisenreich, Ausgabe 07/2021) aus. Aus dieser Perspektive ist ein Ausgleich zufälliger (weil naturgegebener) Ungleichheiten geboten. Und bevor dies zu einem großen Aufschrei führt, hier kann es nicht um eine absolute Priorisierung gehen – das (genetische) Geschlecht ist sicher weder der einzige noch der wichtigste Risikofaktor in diesem Szenario.

Aber gehen wir das vorgebrachte evolutionäre Argument für eine Priorisierung von Frauen und Kinder bez. seiner Konsequenzen durch. Der Argumentation folgend sind Männer verzichtbar, da sie nicht (in großen Maßen) zum Überleben der Art notwendig sind – ähnlich Drohnen wären sie nur zur Befruchtung notwendig. Soweit stimmt es: Frauen können alles was Männer können und sogar noch mehr, Kinder gebären. Wären Frauen diesbezüglich aber nicht einzigartig gälten sie dieser Logik zufolge als ebenso verzichtbar wie Männer – weil: es bräuchte sie nicht notwendig zum Arterhalt. Ein Gedankenexperiment ist in diesem Zusammenhang aufschlussreich: Aktuell gibt es bereits künstliche Befruchtung und es wird an künstlichen Gebärmüttern geforscht. Sollten diese Realität werden wäre der Arterhalt mittels Retorte ex vivo gesichert.

Eine Notwendigkeit, Frauen zu priorisieren entfiele und sie wären ebenso verzichtbar wie Männer. Einzig Kinder blieben als besonders schützenswert zurück was die Frage aufwirft, wer sie dann aber noch schützen könnte. Aber zurück zum Kern der Argumentation. Wollen wir wirklich ein derartig konsequenzialistisches Denken zur Maxime unseres Handelns machen? Zur Orientierung hilft ein Blick auf unser reales Verhalten. Faktisch priorisieren wir Alte in der Impfreihenfolge, welche im Verhältnis zu Jüngeren wenig Zukunft haben und keine evolutionären Vorteile mit sich bringen. An solchem prosozialen Verhalten, das aus der evol. Perspektive eines Gattungserhalts wenig Sinn macht, sollten wir auch in anderen Bereichen festhalten.

Es stimmt im Übrigen nicht, dass Männer aufgrund ihrer evolutionäre Bestimmung, Verschleißobjekte zu sein, beim Schiffbruch nicht priorisiert werden wenn es heißt „Frauen und Kinder zuerst“ – zumindest ist dies sicher nicht die einzige Deutungsmöglichkeit. Dem überlieferten Heldenmythos folgend verfügen Männer als „starkes Geschlecht“ nämlich über besondere körperliche Fähigkeiten, anders als Frauen, welche dagegen als körperlich „schwach“ gelten. Aus dieser Sicht müssen Männer nicht im gleichen Sinne priorisiert werden, weil sie nicht dem gleichen Risiko exponiert sind. Aufgrund ihrer körperlichen Kräfte können Männer sich eher retten als Frauen und bedürfen keiner besonderen Hilfe.

Also eben nicht: Frauen und Kinder sollen überleben, sondern alle. Aber Frauen und Kinder bedürfen eines besonderen Schutzes da sie die erforderlichen körperlichen Fähigkeiten zum Selbstschutz nicht haben. Leider wurden Frauen damit zu Unrecht als „schwaches“ Geschlecht per se gebrandmarkt. Dass es aber körperliche Ungleichheiten gibt ist keine Fiktion – im Sport gälte ein gemischter Wettkampf zu Recht als unfair. Frauen haben Stärken und Schwächen, genauso wie Männer. Entsprechend gilt es diese auch bei allen zu beachten. – Sebastian Schuol

Die Frage, ob Männer als vulnerabler Personenkreis bevorzugt geimpft werden sollten war eine Kopfgeburt von Ralf Bönt, die von der Männergesellschaft gar nicht gestellt wurde. Die Antwort von feministischer Seite war so erwartbar. Nun hat auch Herr Jessen seinen empathielosen evolutionistischen Senf dazu beigetragen. Mit einer Mischung aus Wut und Trauer beobachte ich, wie wir Männer gesellschaftlich wie eine amorphe Knetmasse behandelt werden, die man sich so formt, wie man sie gerade braucht. Mein Herzenswunsch:

Männer sollten dort, wo sie das ausschließliche gesellschaftliche „Monopol“ an der Arbeitswelt haben für 14 Tage die Arbeit niederlegen. Dann würde in Deutschland keine einzige Straße und kein einziges Haus mehr gebaut, nicht eine einzige Mülltonne mehr geleert, keine Heizung installiert und repariert werden, und und und. Dies wäre eine Maßnahme, die jenen arroganten Schnöseln als auch den identitären Opferfrauen und Rachefeministinnen mehr Respekt vor unserem Geschlecht beibringen würde. – Herbert Knappe

Ich habe mit großem Interesse den weitgehend meiner eigenen Überzeugung entsprechenden Beitrag von Jessen „ Zum Verschleiß bestimmt“ gelesen. Wie zufällig lese ich heute zur gleichen Zeit in Spiegel online: »Junge, gesunde Frauen gefährden sich, um älteren Männern das Leben zu retten« Großbritannien rühmt sich diese Woche damit, als erste Nation weltweit Menschen absichtlich mit dem Coronavirus zu infizieren – zu Studienzwecken. 90 Freiwillige sucht das britische Pharmaforschungsinstitut hVivo nun. Man überlege, die Überschrift hätte gelautet: „Junge gesunde Männer gefährden sich, älteren Frauen das Leben zu retten“. Das wäre so selbstverständlich gewesen, dass es dem Spiegel sicherlich kein einziges Wort wert gewesen wäre. – Josef Vogt

Sollte ich mich durch das Etikett „alter weißer Mann“ nicht genauso rassistisch beleidigt fühlen wie die „junge schwarze Frau“? Nein, denn eigentlich sollte ich ja längst von der Bildfläche verschwunden sein! Doch, es gab keinen Krieg, in dem mich der „Heldentod“ ereilt, keine Mönchszelle, in die ich gepaßt, (noch) keine Heimsuchung der Humanpathologie, die mich dahingerafft hätte! Wenigstens haben meine Frau und ich drei Töchter großgezogen und damit einen winzigen Beitrag zur Erhaltung unserer Gesellschaft geleistet!

Nun aber fühle ich mich wie ein überflüssiges Relikt aus dem vorigen Jahrtausend, ein CO2 ausstoßender Klimakiller, der seinen durch seine „Vulnerabilität“ begründeten Coronaimpfanspruch gern (s)einer Frau übertragen würde! Andererseits hänge ich mittlerweile, ganz unsolidarisch, an meinem Drohnendasein! Ich möchte meinen Enkelkindern beim Heranwachsen zusehen, von meiner erlebten Vergangenheit erzählen, die ihnen ziemlich fremd vorkommen dürfte; vom „Patriarchat“, das in ihren Ohren wie eine pandemische Seuche klingen mag, ähnlich wie heute Corona!

Danach möchte ich sanft entschlummern und erst wieder aufwachen, wenn mich der andere weis(s)e Mann willkommen heißt mit einem großen Glas Champagner! (Die 72 Jungfrauen überlasse ich gern den weißen Männern und men of colour, die in unzähligen „heiligen“ Kriegen den Helden- und Märtyrertod gestorben sind!) – Dr. med. Ulrich Pietsch

Vielen Dank für die sehr gut geschriebene Titelgeschichte. Ich persönlich halte jedoch von der Diskussion überhaupt nichts, Männer, also meine Geschlechtsgenossen, in irgendeiner Form „besonders“ zu „schützen“ oder ihnen gar eine Sonderstatus zuzugestehen. Ich hoffe auf den Darwinismus – die cleversten einer Gattung überleben! Und da ich mir sicher bin, dass mind. 50% der männlichen Gesellschaftsglieder ihren wie auch immer gearteten Status im Gesellschaftsgefüge NICHT durch Können, Intelligenz, Warmherzigkeit oder sonst welche Kompetenzen erworben haben, sondern durch Blendung Täuschung Arglist o.ä., hoffe ich auch, dass wir Männer natürlich nicht bevorzugt werden bei der sogenannten Impfpriorisierung.

Sollte es auf eine vierenbedingte signifikante Bereinigung der Bevölkerungsstruktur hinauslaufen, hoffe ich ganzheitlich darauf, dass dann schicksalhaft die miesen Charaktere sich selbst aussortieren, da sie ja schlicht unvernünftig genug waren oder von der Evolution minderbemittelt ausgestattet wurden, im Vierenangriff zu bestehen. In der Aufstellung „Die Schwäche des //starken Geschlechts//„ ist m.E. ein grober Fehler enthalten: eine fettreiche Ernährung ist prinzipiell nicht gesundheitsschädlich! Ich persönlich esse keinen Industriezucker mehr; keinen Weizen; keinen Roggen! Damit habe ich 20Kg abgenommen. LowCarb ist für mich persönlich die Erfüllung! Die sogenannte fettarme Ernährung bedingt schlicht mehr Industriezucker in sogenannten Lightprodukten! Ich finde es nicht zielführend wenn immer noch die selben unsinnigen stereotypen Ernährungsmuster undifferenziert proklamiert werden.

Und das auch noch in der Die Zeit! nicht angemessen. Nach meinen Erfahrungen „fressen“ Männer einfach zuviel Zucker und bewegen sich zu wenig; dass tun Frauen auch, aber offensichtlich auf niedrigerem Niveau. Was nutzt es, wenn Männer ab 50 eine Darmspiegelung für Umme bekommen, wenn der Schulmediziner keine Ahnung von Ernährung hat und eine Weiterempfehlung an ein qualifiziertes Ernährungsprogramm ausspricht. Das ist es was fehlt.... über den Tellerrand schauen! Man muss sich doch nur mal anschauen, was ein Gehabe unter den männlichen Virologen! Die hauen sich über die Medien ihre subjektiven Argumente um die Ohren....werfen sich „Unwissentschaftlichkeit“ vor und wir Bürger stehen erstaunt und frustriert dazwischen. Und dann findet tatsächlich Zensur statt.

Ich habe es def. erlebt! Ich schaue keine Nachrichten mehr ich höre keine Nachrichten mehr! Ich bin es Leid von den Halbgöttern in Weiss permanent nur Symptomeparolen zu hören. in der Zeitung kann ich selektiv auswählen. im TV und Rundfunk besteht entweder der Unwille Gute Nachrichten aufzubereiten oder die Journalisten sind schlicht nicht in der Lage gute Nachrichten zu verbreiten. Und es gibt gute Nachrichten! Gesundheit ist das höchste Gut, welches wir haben! Alles andere findet sich... – Ulf Gunkel

Noch nie habe ich in der Zeit etwas so Herabsetzendes und Erniedrigendes gelesen. Respekt und Gleichberechtigung sind keine Einbahnstraße. Ich verbitte es mir, als Drohne, Zweckding, überschüssig oder Ähnliches betitelt zu werden. Sie ärgern sich doch auch über Männer, die abwertend über Frauen reden oder schreiben. Man muss nicht immer Gleiches mit Gleichem vergelten. – Oliver Laugszims

Leserbriefe zu „Augen zu und durch“ von Stefan Schirmer

Eine kurze Bemerkung zu ihrem Artikel „Augen zu und durch“: Die Intendantin bei Radio Bremen verdient pro 270.000 € im Jahr und damit ist sie in etwa auf Augenhöhe mit der Bundeskanzlerin . Das ist das Gehalt beim kleinsten Sender ... – Herbert Allerheiligen

Eines vorneweg: der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist richtig und wichtig und zentrales Element unserer Demokratie. Allerdings müssen hier schon auch die Fragen gestellt werden, ob wir wirklich X-Talk- und Quizshows, geschweige denn Tatorte, SOKOs, WaPos, usw. benötigen? Und wie kann ich der Bevölkerung vermitteln, dass für Moderatoren und sog. TV-Stars/Experten exorbitant hohe Gehälter gezahlt werden, während das Bruttodurchschnittseinkommen in Deutschland bei knapp 50.000 Euro liegt? Wer mit dem heutigen Rundfunkbeitrag von über 8 Mrd. Euro nicht haushalten kann, sodass Anstalten über kommende Zahlungsunfähigkeiten klagen und mit Investitionsstopps drohen, leidet an Realitätsverlust. Das Programm ist nicht mehr zeitgemäß, das System intransparent und der Rundfunkbeitrag benötigt eine dringende Reform. – Lukas Abberger

Mein Vorschlag zur Verringerung der finanziellen Nöte der Öffentlich-Rechtlichen: Einfach bei Natursendungen den störenden und überflüssigen Krach – die Sender nennen ihn im Abspann Musik – weglassen. Er ist häufig lauter als die gesprochenen Kommentare, oft so laut, dass ich die Verstärkung meiner Hörgeräte immer wieder rauf und runter regeln muß. Spart Geld und macht die Sendungen besser. – Prof. Erwin Klein

„Die Sender ... erwägen Einsparungen im Programm.“ Der NDR ist da schon einen Schritt weiter und hat im Radioprogramm Streichungen vorgenommen. Verschwunden ist u.a. das „Zeitzeichen“, eine wichtige, hochinteressante Sendung, die ich seit vielen Jahren täglich gehört habe und nun sehr vermisse. Was die angestrebten Kooperationen angeht, so gibt es am 22.2.2021 im Fernsehen schon mal einen Vorgeschmack: um 20.15 Uhr dieselbe Reportage gleichzeitig bei 3 Dritten (WDR, BR, SWR), nur die Titel der Sendungen unterscheiden sich, und am 26.2.2021 beim NDR dann noch ein anderer Titel, aber derselbe Inhalt. Da es sich um den Beginn einer Serie handelt, geht es dann wohl so weiter mit der „Programmvielfalt“. – Bettina Ziegler

Das Gejammer des öffentlich rechtlichen Rundfunks empfinde ich wirklich dekadent. Solange Radiosender hohe Geldsummen für Luxusprobleme der Hörer ausgeben, kann es den Sendern ja wohl nicht so schlecht gehen. Zur Zeit verschenkt der Hessische Rundfunk Geld, wenn Hörer sich eine Hochzeit in Island , einen Raketenstart live in USA oder einen Roadtrip mit einer Harley, eine Hobbxwerkstatt und Ähnliches wünschen. Wenn sich der Sender das Geldverschenken sparen würde, brauchte man auch keine Gebührenerhöhung. – Karin Leißner

Der dümmste Burger weiß , Geld das er nicht hat, kann er nicht ausgeben. Da hilft auch kein Jammern und drohen, wem gegenüber denn auch? Es steht nicht im Grundgesetz, dass die Bürger den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten einen aufgeblasenen Apparat bis in alle Ewigkeit zwangsweise finanzieren müssen. – H. Giller

Eine Gebührenerhöhung, die zu einem besseren Kulturprogramm und insbesondere besser recherchierten internationalen Nachrichten führte, wäre mir eigentlich recht. Aber viel zu viel Sendezeit und Geld wird für Fußballberichterstattung verpulvert. Würde genausoviel Sendezeit zB für Nachrichten aus den Entwicklungsländern oder über die Kulturszene oder die Umweltvergiftung eingesetzt, wäre es auch um die politische Allgemeinbildung hierzulande besser bestellt. Stattdessen werden wir von einigen privaten Vereinen und jungen Männern, die sich ihr Hobby aus öffentlichen Kassen vergolden lassen, ausgemolken und wertvolle Sendezeit blockiert.

Leider traut sich nicht einmal die Frauenbewegung zu fordern, dass mindestens genausoviel Sendezeit und Finanzen für die Darstellung weiblicher Hobbies und die Entlohnung dieser Darstellerinnen aufgewandt werden muß. Dabei wissen wir doch, viel öffentliches Geld für Gladiatorenspiele leiteten den Untergang Westroms und die Wagenrennen den Untergang Ostroms ein. Diese Leitkulturen hat kein Zeitgenosse mehr vermisst, als es zu spät war. Ich gönne jedem sein Fußballspiel, aber bitte aus eigener Tasche und im eigenen Zeitbudget genossen und nicht mit unser aller Steuergeld und zu Lasten von allgemeinen Interessen für die Zukunft. – Wolf Fircks

Den o.g. Beitrag habe ich mit Interesse gelesen. Er betrifft die Bürger sowohl als Zahler der Zeche als auch als Konsument dieser Medien. Von dieser Warte betrachtet, kann ich wenig Demut und Bereitschaft zum Sparen bei den Anstalten der ARD erkennen. Die Anstalten der ARD betrifft vor allem das Streichen von Stellen für das technische Personal (Fußvolk). Die Programmschöpfer schöpfen stets aus dem Vollen. Veranstaltungen wie der Fernsehgarten des ZDF werden regelmäßig auf Mallorca durchgeführt. Bei Sendungen wie „Bitte nicht nachmachen“ frage ich mich, ob es Aufgabe der öffentlich rechtlichen Medien ist, mit dem Dschungel-Camp zu konkurrieren. Die hochgezahlten „Manager“ können nur Krimis einkaufen oder produzieren lassen und wundern sich über die steigende Gewalt in der Gesellschaft (oder vielleicht auch nicht, denn die Kasse stimmt). Im „FritzRadio“ vom rbb bekommen Gewalt verherrlichende Rapper ihre Plattform.

Eine junge Moderatorin nimmt drei Monate Urlaub, um an der Weinlese (nicht in Europa sondern) in Australien teilzunehmen und tritt damit ganz nebenbei in der Sendung „Blue Moon“ besonders hervor. Natürlich ist das Privatsache, immerhin jedoch ein Indiz für die „anständige“, großzügige Besoldung, die sich so mancher junger Wissenschaftler mit befristeten Arbeitsvertrag wünschen würde. Ich würde einigen Mitarbeitern vor allem jedoch den Verantwortlichen empfehlen, sich in der Wirklichkeit unserer Gesellschaft umzusehen. Allen würde ich zurufen: „Wo leben Sie denn? Denken Sie einfach in aller Stille darüber nach!“

Die in Rede stehenden Verantwortlichen hören jedoch nichts mehr von „draußen“. Die wahre Antwort müsste darauf lauten: In einer Parralelgeellschaft, außerhalb einer tatsächlichen Kontrolle durch die Regierung, bestimmen wir allein. Begründung: Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (Kef), hatte bei ihrem letzten Finanzbericht das Gehaltsgefüge der öffentlich-rechtlichen Sender als zu hoch kritisiert. Die ARD hatte die Kritik zurückgewiesen. – R. Renaux

Das Gejammer des öffentlich rechtlichen Rundfunks empfinde ich wirklich dekadent. Solange Radiosender hohe Geldsummen für Luxusprobleme der Hörer ausgeben, kann es den Sendern ja wohl nicht so schlecht gehen. Zur Zeit verschenkt der Hessische Rundfunk Geld, wenn Hörer sich eine Hochzeit in Island , einen Raketenstart live in USA oder einen Roadtrip mit einer Harley, eine Hobbxwerkstatt und Ähnliches wünschen. Wenn sich der Sender das Geldverschenken sparen würde, brauchte man auch keine Gebührenerhöhung. – Karin Leißner

Einer der Geburtsfehler unseres ansonsten so grossartigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks bestand in der Nachgiebigkeit der Besatzungsmächte gegenüber den Wünschen der damals neu- oder wiedererstandenen Parteien im Nachkriegsdeutschland. Die Alliierten wollten nach den Erfahrungen der NS-Zeit für Deutschland keinen staatlich kontrollierten-, aber auch keinen kommerziellen Rundfunk nach US-Vorbild und fanden einen Kompromiss im britischen Modell der BBC. Konservative Kreise, namentlich die CDU unter Konrad Adenauer, konnten damit keine Staats- und Regierungsaufsicht erreichen, man gab ihnen aber nach, indem der sich bald dominant entwickelnde Einfluss der politischen Parteien in den Aufsichtsgremien der Anstalten akzeptiert wurde. Statt Staatsferne dann also Politiknähe.

Nach Gründung der BRD mit der Kulturhoheit der Bundesländer wurde der Einfluss der Politik dann weiterhin deutlich, indem die Höhe der Rundfunkgebühren und heutigen Rundfunkbeiträge sämtlichen Ministerpräsidenten und Landesparlamenten zur Zustimmung vorgelegt werden mussten. Schon häufig hatten einzelne Länder wegen parteipolitischer Ziele mit Nichtakzeptanz von Gebührenerhöhungen gedroht oder solche hinausgezögert, und jetzt ist es in Sachsen-Anhalt geschehen. Man muss das nicht dramatisieren, und das angerufene Bundesverfassungsgericht wird hier sicherlich ein Urteil fällen, das auch dem tatsächlichen und auch objektiv ermittelten Bedarf von ARD und ZDF entspricht.

Aber stellt es nicht einen unerträglichen Zustand dar, wenn politische Parteien über das Wohl und Wehe des ihnen sowieso missliebigen -oder sogar wie bei der AfD – verhassten öffentlich-rechtlichen Rundfunks mitentscheiden können? Warum wird nicht der alte Vorschlag einer Bindung der Rundfunkbeiträge an den Preisindex der Lebenshaltung wieder aufgegriffen, der politi sche Einflussnahme über die Gewährung oder Sperrung von Geld verhindern würde? Muss das ein Wunschtraum bleiben? – Prof. Dr. Jan Tonnemacher

Prima Artikel. Es geht in Zeiten von Streaming & Co und sich ändernden Sehgewohnheiten den Öffentlich Rechtlichen darum ihre Pfründe solange und soweit wie möglich dauerhaft zu sichern. Da wird flux eine ausbleibende Zwangsbeitragserhöhung als Untergang des Abendlandes ausgeschmückt. Wer gibt den Anstalten eigentlich das Recht (ja der Rundfunkstaatsvertrag) längst überfällige Reformen in immer neue Debattenrunden zu vertagen und dem Bürger anzudrohen, wenn ihr nicht (mehr) zahlt, dann wird unser Programmangebot (noch) weiter ausgedünnt. Vielleicht könnte man in besonderen Zeiten ja mal auf die Idee kommen die Minisendeanstalten mit den Großen zusammenzulegen – regional ist das dann immer noch.

Radio Bremen, wenn ich nicht lache, dann hätten wir gern auch Radio Leipzig und Radio Dresden als eigene Sendeanstalt. Noch ein Gedanke, was rechtfertigt eigentlich auf Dauer 2 nebeneinander herlaufende öffentlich rechtliche Anstalten. Der Auftrag lautet doch ein weitgehend werbefreies Angebot breitester Natur für alle Bevölkerungsschichten abzubilden. Das kann die ARD mit Integration der Mainzer Kollegen doch stemmen. Oder es können gern weiter zu jeder sportlichen Großveranstaltung ganze Stäbe parallel werkeln. Von den irren Pensionslasten habe ich leider im Artikel dann auch nichts gehört. Man sieht wenn man mal eine richtige Reform wollen wollte, es ließe sich bestimmt einiges ersparen. – Thomas Harnisch

Leserbriefe zu „Ein falsches Wort“ von Kerstin Kohlenberg

Eigentlich ein uraltes Problem: Berichterstattung und Deutungsmacht. In Ihrem Beitrag legen Sie den Fokus darauf, wie unter den heutigen Bedingungen digitaler Medien die Karten neu gemischt werden. Der alte weiße Donald McNeil – Journalist der NYT – gerät in die Schlagzeilen. Dieses Mal nicht wegen seiner kompetenten Reportage als Covid – Experte, sondern – in skandalierender Absicht – wegen einer Rassisimus – Beschuldigung.

Die Hauptrollle dabei spielt das Kulturkampf – Milieu in den US – Medien. Und zum unguten Schluss lesen wir, dass die NYT im Zuge der neuen Machtverteilung in der hauseigenen Redaktion bei der Besetzung neuer Redakteursstellen ( und wohl auch bei der Ausmerzung alter) von rein fachlichen Kriterien Abstand nehmen will und “eher meinungs – und gemeinschaftsgetriebenen” Journalismus favorisiert. Was sich bereits in der Berichterstattung vieler Jungredakteure, die sich an Socialmedia – Likes ausrichten, ablesen läßt, wird jetzt quasi zur redaktionellen Leitlinie der NYT. Sekundiert wird Ihr Beitrag In: NZZ «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Kämpfe, die um die ‹New York Times› geführt werden, auch die deutschen Medien erreichen» – Klaus D. Lubjuhn

Ich finde ein sehr guter Artikel, der mal wieder die gepflegte Doppelmoral herausgearbeitet. Wo war die „New York Times“ in der Intensität, während der Trump – Zeit? – Bernhard Rubner

Ich bin überrascht, eine solchen Beitrag in der ZEIT abgedruckt zu finden. Ein großes Lob an Frau Kohlenberg, die über dieses heikle Thema sehr neutral und ohne Gesinnungsduktus berichtet. Journalisten, die die Besatzung von Positionen in erster Linie von der richtigen Gesinnung abhängig machen wollen, lassen mir die Haare zu Berge stehen. Das sind die Werkzeuge totalitärer, menschenverachtender Systeme. Das gilt im Übrigen nicht nur für den Bereich des Journalismus und der Medien. Auch im universitären Bereich greifen solche Tendenzen vermehrt um sich. Wer nicht auf Linie ist, muss mit gesellschaftlicher Ächtung rechnen. Bekommt Jobs nicht, erhält keinen Studienplatz, darf nicht mehr auftreten. Ein Hoch auf unsere Freiheitsrechte. Andere Meinungen und Positionen gilt es auszuhalten und akzeptieren. Die Diskriminierung Andersdenkender ist ein Tabubruch. – Dietmar Baier

Könnte sich die ZEIT dazu durchringen, im Zitieren anstößiger Begriffe explizit zu bleiben und sich nicht der puritanischen Kultur des angelsächsischen Raums anzupassen? Dass man in Amerika „F*** you“ schreiben muss und „For Cripes‘ sake“ sagt, damit man nur ja nicht den Namen Christi missbraucht, ist ein kulturelles Phänomen, das es so ausgeprägt bei uns nicht gibt. Und dabei sollte es auch bleiben. Wir sollten die Dinge beim Namen nennen, auch die üblen Dinge. Dass die Nazis beispielsweise glaubten, es gäbe „Herrenmenschen“ und „Untermenschen“, war unmenschliches Denken und unmenschliche Sprache, aber es gab diese Begriffe, und wenn man über sich spricht, sollte man sie benennen und sich dann zu ihnen verhalten – und nicht von „dem H-Wort und dem U-Wort“ schreiben.

Beim Lesen des Artikels über Donald McNeil habe ich mich die ganze Zeit gefragt, ob er denn nun eigentlich „Negro“ oder „Nigger“ gesagt hat. Es war ja immer nur von dem „N-Wort“ die Rede. Ich vermute, es war Letzteres, und ich könnte es jetzt natürlich googeln, aber wieso kann es mir in dem Artikel nicht einfach genannt werden? (Das Gleiche gilt übrigens für Artikel zum Thema Rassismus in Deutschland. Als neutrale Bezeichnung für Menschen mit schwarzer Hautfarbe wird das Wort „Neger“ nicht mehr benutzt, natürlich auch in der ZEIT nicht, aber wenn es darum geht, dass jemand das Wort benutzt hat und sich jemand anders davon gekränkt fühlte, finde ich es nicht sinnvoll, dann „das N-Wort“ zu schreiben, wenn über den Sachverhalt berichtet wird. Das tut man bei anderen Beleidigungen, die zitiert werden, schließlich auch nicht.) – Corinna Friesen

Ich habe diesen Beitrag zweimal gelesen, weil ich ihn nach dem ersten Mal nicht glauben konnte: Was für ein Ausmaß an entarteter Political Correctness innerhalb des Newsrooms der New York Times und was für ein Kontrast zu der Realität auf den Straßen der USA! Schon das Zitat des N- Wortes eines nachfragenden Redakteurs führt zu seiner Entlassung! Und was für ein redaktionelles Haifischbecken wenn die „Community“ der Kolleginnen und Kollegen sich ob der ‚Untat’ empören und „verletzt fühlen“. Mehr Heuchelei ist kaum noch möglich oder sollte hier nur ein ungeliebter Kollege herausgeekelt werden? – Michael Deil

Es zeugt von magischem Denken (das man bei einer serösen Zeitung doch eher nicht erwarten sollte), die bloße Aussprache eines Wortes für etwas Böses an sich zu halten. Und es ist erschütternd, dass eine Institution wie die New York Times, eine der großen Ikonen des Journalismus, einen verdienten Journalisten feuert, um auf die Empfindlichkeit einer offenbar unfehlbaren Community Rücksicht zu nehmen. Was ist das für eine Kultur, in der eine Anklage, gleich welcher Substanz, bereits einer Verurteilung gleichkommt. – Stefan Meyer

Ihre Formulierung zur causa James Bennet und Tom Cotton irritiert mich sehr. Sie schreiben, Cotton habe gefordert, die Armee gegen „Anti-Rassimus-Proteste“ einzusetzen. Das stimmt so nicht. Er hat den Einsatz gegen Randalierer und Plünderer gefordert. Zu Gewalttaten und Plünderungen kam es im zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit Anti-Rassismus-Demonstrationen. Cotton unterscheidet jedoch deutlich. Auf der einen Seite bringt er klare Beispiele von Gewalt, z.B. von Polizisten, die durch Schüsse verletzt oder getötet wurden. Alles ist mit klaren Ortsangaben belgt. Gegen solche Gewalt wollte Bennet die Armee einsetzen.

Dafür besteht in den USA eine Rechtsgrundlage. Bennet weist daraufhin, dass die Armee in den 1950-er und 1960-er Jahren gerade auch zur Durchsetzung der Desegration eingesetzt wurde. Auf der anderen Seite macht er deutlich, dass der Tod von George Floyd unrechtmäßig war, die Mehrheit friedlich demonstriert hat und Floyds Verwandte sich von der Gewalt distanziert haben. Es finden sich die Sätze. „A majority who seek to protest peacefully shouldn’t be confused with bands of miscreants.“

„But the rioting has nothing to do with George Floyd, whose bereaved relatives have condemnedviolence.“ (https://www.nytimes.com/2020/06/03/opinion/tom-cotton-protests-military.html) Diese sagen aus, dass Bennet den Armeeeinsatz eben nicht gegen Anti-Rassismus-Proteste forderte. Ich befürchte, dass bei weniger informierten Lesern Ihres Artikels schnell ein falsches Bild der Angelegenheit entstehen kann. Ich begrüße es ausdrücklich, dass sich die ZEIT des weiten Themas „cancel culture“ immer wieder annimmt. Korrekte Formulierungen sind dabei besonders wichtig. – Christoph Schröder

Hoffentlich bleibt uns sowas erspart, dachte ich beim Lesen von K. Kohlenbergs Reportage über die Vorgänge in der Redaktion der New York Times, wo anscheinend die Kultur der offenen, mit Argumenten und spitzer Feder ausgetragenen journalistischen Kontroverse gerade ersetzt wird durch Schreibverbote und Entlassungen. In der „Zeit“ gibt es dagegen schon fast traditionell und erfrischenderweise die Streit-Seite mit den Stellungnahmen „pro“ und „contra“. Als ich jedoch dann später im Text die Analyse las, die NYT „entwickele sich immer stärker zu einer Online-Community, die Leser als Kunden in allen Lebensbereichen an sich binden wolle“, von der die Mitglieder „Trost und Bestätigung“ erwarten, kam mir der Verdacht:

Geht nicht diese Wochenzeitung, die ich seit Jahrzehnten lese, einen ähnlichen Weg, der Leserschaft neben der herkömmlichen Berichterstattung und dem Anstoß von großen Debatten auch Halt in unsicheren Zeiten zu bieten mit der Pflege von Community-Gefühlen? Und aus dieser Parallele ergab sich die Erinnerung an die „Gartenlaube“, die im 19. Jahrhundert mit phänomenalem Erfolg genau solchen community-Journalismus für das verunsicherte und trostbedürftige Bildungsbürgertum betrieben hat. Bleiben mir die zwei Fragen: Wollen Sie das? Und: Brauche ich das? – Peter Sinhart

wenn die „richtige“ Gesinnung bzw. das Verschweigen der eigenen Meinung und letztlich Opportunismus in einer Redaktion und bei der Leserschaft mehr zählen als Sachverstand und das Bemühen um eine wahrheitsgemäße Berichterstattung, macht sich eine seriöse Zeitung meines Erachtens früher oder später selbst überflüssig. Denn Emotionen bedienen und mit Meinungen aufwarten können Facebook, Twitter und die übrigen „sozialen“ Netzwerke allemal besser – und für die Leser*innen kostenlos. Ich hoffe, dass DIE ZEIT nicht den Weg der New York Times geht. – Dr. Ulrich Willmes

Es zeugt doch auf bedenkliche Weise von einer feinen Ironie, dass mit der altehrwürdigen New York Timesdas Frontorgandes publizistischen Widerstands gegen Donald Trump nun selbst Hand an jenes freie Wort legt, welches sie vier Jahre lang gegen antidemokratische Bemühungen von rechts standhaft verteidigte. „Democracy Dies in Darkness“ hatte es geheißen. Um das Ziel einer unabhängigen Presseberichterstattung dürfte es jetzt kaum weniger düster stehen, wenn die Zensur nicht mehr von außen zu kommen droht, sondern bereits im Inneren Wörter schneidet, Sätze wegbiegt und Journalist*Innen ihrer Tätigkeit beraubt, weil diese es wagen verfemte Wörter auch nur zu zitieren (!).

Wenn dann noch offenbar wird, dass der Vorwurf von einer Gruppe überwiegend wohlhabender, vornehmlich weißer und linksliberaler Schüler*Innen geäußert worden ist, die für eine Bildungsreise der New York Timeselitäre 5490 Dollar plus Flugkosten aufbringen konnten, darf man sich fragen inwieweit hier einmal mehr eine neoliberalisierte Linke nicht in Wahrheit einfach nur bequeme Symbolpolitik auf dem Feld der Sprache zu betreiben sucht, um sich den sehr materiellen und beißenden Widerspruch ihrer eigenen Lebensführung nicht vor Augen führen zu müssen. Aber aus dem Penthouse der Upper-East-Side lässt es sich gewiss trefflich über das Panorama Manhattans blicken und über die verletzende Kraft von Wörtern sinnieren, während unerkannt im Schatten der Häuserschluchten Obdachlose kraftlos ihr weniges Hab und Gut schleppen müssen. – Malte Kayßer

Wenn Journalismus, ob nun in 2, 5 oder 10 Jahren, selbst abseits von (bewusster) Kommentierung nur noch meinungsgeprägt sein sollte, dann gute Nacht Aufklärung, Deutschland und die Welt. Das kann kein Mensch, der bereit ist, qua Vernunft sowohl die eigene Identität und Persönlichkeit (weiter-)zuentwickeln, als auch die Integrität der Gemeinschaft zu stärken, ernsthaft wollen; ganz gleich, auf welcher Seite des gesellschaftspolitischen Spektrums er/sie steht. Wir alle sind Menschen, die sich der gleichen Hoffnungen, Rechte und Pflichten willen orientieren (sollten) an Erfahrungen und Wissen. Und sich in einem respektvollen, ehrlichen und offenen Diskurs darüber mit Herz und Verstand austauschen müssen.

Denn nur so werden wir verbindliche, tiefgehende kanonische Bildung, Verständnis und einen tragfähigen, obgleich im steten Wandel begriffenen gesellschaftlichen Konsens finden. Wenn wir also „demnächst“ Journalismus (er-)leben, der die Augen und Ohren aufgrund einer noch breiteren Wissensbasis dementsprechend weiter offenhält, ist das unbestreitbar gut. Nachhaltige Versöhnung und Freiheit kann es ohne Aufklärung und Weitergabe von auch hintergründigem Wissen und ohne die Anerkennung allseits ermittelten Informationen nicht geben.

Mit einseitiger Berichterstattung indes war und ist außer redundanter Radikalität nichts erreicht und niemandem geholfen. Die Zukunft des Journalismus jedenfalls kann mit Cancelung und Oberflächlichkeit ganz sicher nicht erfolgreich gestaltet werden. Diesen Part von destruktiver „Nachrichtenversorgung“ werden die sogenannten sozialen Medien (inklusive konspirativer Unterstützung) als „Fortentwicklung“ des Boulevards immer „besser“ beherrschen. – Matthias Bartsch

Leserbriefe zu „Ist die SPD noch zu retten?“ Streit von Nils Heisterhagen und Ralf Stegner

Der linke Lautsprecher der SPD von der Küste, Ralf Stegner, ein Mann der alten Parteiriege mit einer ausgepägten Phobie gegen rechts, will in den Bundestag. Außer alten Rezepten hat er nichts zu bieten. Wie erfrischend erscheinen dagegen die Ideen und Vorschläge des Herrn Heisterhagen, die auf der Basis einer guten Problemanalyse der Partei entwickelt wurden und Perspektiven aufzeigen. Aber mit dem biederen Führungskader Esken, Walter-Borjahns und Scholz ist da nichts zu machen. Sie führen die SPD mit sicherer Hand in die politische Bedeutungslosigkeit. Bazooka-Scholz erklärte am Aschermittwoch: „Die SPD hat einen Spitzenkandidaten, ein gutes Programm und ist geschlossen.“ Amen. Das reicht aber nur für bestenfalls 15 Prozent Wählerstimmen. – Stefan Kaisers

Ich habe Ihr Interview in der ZEIT gelesen und leider haben Sie mich überhaupt nicht überzeugt. Ihr Eintreten für soziale Gerechtigkeit, scheint sich nur auf Worthülsen zu beschränken. Wenn mich recht erinnere war Ihre Partei (zum Beispiel in Person von Herrn Lauterbach) maßgeblich daran beteiligt die von Ihnen erwähnten Mängel im Gesundheitswesen erst zu ermöglichen. Ihr Einsatz für Kurzarbeitergeld und Mindestlohn in allen Ehren, aber wenn die Lohnsteuernachzahlungsproblematik 2021 nicht behoben wird doch genau diese Klientel vor große finanzielle Belastungen gestellt.

Der jetzige Finanzminister (SPD) ist ja nicht gewillt etwas zu ändern. Das niemand von der ZEIT in der Lage ist Ihre Aussagen zu hinterfragen wirft auch keine gutes Licht auf diese ehemalige Instution. Ich finde auch Ihre Wahlprognose recht optimistisch und sehe eher zwischen 5 und 10 %. Leider habe ich auch einmal SPD gewählt werde es wie soviele andere niemals wieder tun. Wenn Ihre Partei in die Mitte rückt ist Sie für mich uninteressant, wenn Sie linke Positionen vertritt unglaubwürdig. Das ist leider das Schicksal der SPD. – Christian Wegener

Um auf den Titel zurückzukommen: Die SPD ist nicht mehr zu retten. Ihr Interviewpartner Ralf Stegner ist der Grund warum die SPD im Bund in die Bedeutungslosigkeit gefallen ist. Der Mann scheint eine Ideologie in sich hinein gefressen zu haben, die ihn Blind und Sprachlos für Änderungen macht. Der träumt von einen Bundeskanzler Scholz. Möglich wäre das. Aber, das wird nur gelingen wenn Herr Stegner aus der Partei austritt. – Gunter Knauer

das politische Denken in den allgemeinen Kategorien Links und Rechts ist m. E. eine Flucht aus der Wirklichkeit. Politische Entscheidungen müssen sich an der menschlichen Vernunft messen lassen. Wer sich um die Würde der 50.000 auf der Straße lebenden Obdachlosen und der 670.000 Menschen ohne eigene Wohnung nicht kümmert, jedoch das Schicksal der in die Irre geleiteten Migranten an der kroatischen Grenze und in Griechenland beklagt, kann kaum Akzeptanz von schweigenden Mehrheit der Wähler erwarten, die sich von ihrer menschlichen Vernunft leiten lassen. Mit Forderung nach mehr Gerechtigkeit, Wohlstand, Fürsorge werden keine Wahlen gewonnen. Dabei liegen die bisherigen Versäumnisse auf dem Tisch wie z. B.:

– Die Beschränkung der Mitglieder des Bundestages gemäß Grundgesetz. – Die Endlagerung des Atommülls. – Die Vervollständigung der Netze für den Mobilfunk und den Datentransfer. – Die Digitalisierung im Bildungswesen. Was ist falsch an den Maßnahmen der dänischen Sozialdemokraten. Darauf wird mit „Das geht garnicht“, das verstösst gegen unsere „Prinzipien“ reagiert. Wer aus aller Welt gezielt nach Deutschland kommt, weil es sich hier am Besten leben lässt, wem geholfen wird, warum soll diesem nicht eine Gegenleistung abverlangt werden. Schließlich ist das nicht vergleichbar mit einem Arbeitnehmer, der jahrelang in die Sozialsysteme eingezahlt hat und arbeitslos wird. Das betrifft ebenso diejenigen, deren Lebensrhythmus der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit entgegen steht. – R. Renaux

Die SPD kann tun und lassen was immer sie will, was Schröder und seine Basta-Kamarilla angerichtet haben, wird noch lange nachwirken. Schröder und Genossen haben nicht nur die deutsche, sondern in Komplizenschaft mit Tony Blair und dessen neoliberalen Kumpels die europäische Sozialdemokratie zerstört. Daran können weder sich hype gebende Schwätzer noch glaubwürdige Überzeugungstäter wie Ralf Stegner etwas ändern. Eine Partei, deren Ehrenvorsitzender vom „Genosse der Bosse“ zugleich zum bestbezahlten Handlanger Putins und der Kreml-Bosse mutierte, wird niemals wieder jene Stammwählerschaft zurück gewinnen, die einst die 30%-Basis der Partei repräsentierte. Wut und Scham über den Putin-Spezl und der Umgang der SPD mit ihm (bis heute!) sitzen sehr tief und betrifft mehr als nur eine Generation. Mit Schröder hat sich die SPD als eine Volkspartei für immer selbst zerstört. – Karl Heinz Stoll

Vielen Dank für Ihre Position. Wenn die SPD Ihrem Kurs folgen würde, würde ich sie wieder wählen. Was mich am meisten von der SPD geschockt hat, ist, dass sie u.a. die biologischen Frauen im Stich gelassen hat, indem sie ein Selbstbestimmungsgesetz unterstützt. Dieses ist für Frauen und Kinder (und nicht nur für sie) gefährlich und undemokratisch. Siehe bitte Anhörung im Bundestag am 02.11.2020. Wenn die SPD mein biologisches Geschlecht durch dieses Gesetz abschaffen will, wie kann ich für sie weiterhin wählen? Vielen Frauenverbänden und anderen Organisationen z.B. in der Tourismusbranche und in der Pflege geht es genauso. Nochmal vielen Dank! – Dr. habil Rosine Lambin

Danke, Herr Heisterhagen! Sie haben es verstanden. Ich (eingefleischte SPD-Wählerin) bin verzweifelt, weil es „meine“ SPD nicht mehr gibt und die Partei nicht merkt, was ihre Wähler/innen sich von ihr wünschen würden. Es stimmt, dass die SPD viele ihrer Erfolge nicht für sich nutzen konnte, weil die CDU es meisterhaft verstanden hat, diese für sich zu verbuchen. Aber nun wäre es an der Zeit, sich neu zu positionieren und sich ein unverwechselbares Profil zu geben, z.B. mal gegen den linken Mainstream.

Warum zeigt die SPD nicht, dass sie die einzige Partei ist, die 50% der Bevölkerung vertritt, nämlich die Frauen und stellt sich gegen die neue Identitätspolitik der Grünen, Linken, FDP, inzwischen leider auch der CDU, die das neue Selbstbestimmungsgesetz durchpeitschen wollen, gegen die Mehrheit der deutschen Bevölkerung, wie ich ganz stark vermute. Auch bei der Laizität, der Trennung von Staat und Kirche wäre noch ein weites Betätigungsfeld der SPD, sowie bei der Besteuerungspolitk, z.B. Abschaffung des Ehegattensplittings sowie die tatsächliche Umsetzung des Asylrechts aufgrund politischer Verfolgung und eine vernüftige Migrationspolitik. Das würde ich mir wünschen, damit ich meine SPD wieder wählen kann, momentan kann ich es nicht mehr! – Hajnalka Kovac

N.Heisterhagen schildert die zentrale These eines Rechwitzbuches , „dass Deutschland auf dem Weg ...in eine Drei-Drittel-Gesellschaft...ist“. Über das fehlende 1 % der Superreichen der höchsten Einkommensbezieher und Vermögensbesitzer der Milliardäre und Multimillionäre war leider nichts zu lesen. Hier sind zu nennen: Durchführung einer Vermögenssteuer zwischen 5 und 10 %, eine Pandemie-Reichenabgabe, um Niedriglohn- empfängern zu helfen; z.B.allen Armen, die ein Durchschnittsnettoeinkommen von 911€ pro Kopf und Monat haben.( s. Art. in Zeit Nr.8 v. 18.2.21 v. K. Rudzio) Denen könnte man davon 300€ mtl.geben.

Außerdem radikale Erhöhung der Erbschaftssteuer. In Deutschland werden geschätzt jährlich 400 Mrd.€ vererbt, von denen weniger als 10 %, nämlich 39 Mrd.€steuerpflichtig in 2019 vererbt wurden.( s.Zeitart. v. K.Rudzo v. 4.2.21) Außerdem wäre endlich nach über 10 Jahren Ankündigung die Einführung einer Transaktionssteuer auf Wertpapiergeschäfte im Nanosekundengeschäft notwendig. Wenn die SPD, insbesondere auch Ihr Vorsitzender, sich nicht um diese 1 % der Superreichen „kümmert“, hat sie im Bundestagswahlkampf keine Chance. – Hans-D. Grabs

Es geht nicht um rechts oder links! Natürlich ist die SPD aus folgenden Gründen nicht mehr zu retten: 1. Sozialromantik der 70er Jahre verfängt auch nicht mehr bei einer Krankenschwester, einem Müllwerker, der Kassiererin. 2. Völlige Missachtung der „Aufsteiger“, wer freut sich nicht über einen Aufstieg? Nur wird er dann von der SPD argwöhnisch beäugt und diskreditiert. 3. komplett fehlender Leistungsgedanke, Wirtschaftpolitik?- Totalausfall! 4. fehlende Verteidigungspolitik und Verteidigungswille 5. komplette Weigerung, die Zukunfstfähigkeit des Landes anzugehen: – Rentenwohltaten zu verteilen wie die Rente mit 63 Jahren und die Mütterrente, jedoch keinerlei Entlastung von zukünftigen Beitragszahlern wie Familien, Kinder. 6. Steuersubventionen für das sogenannte Baukindergeld.

Glaubt diese Partei, dass eine Familie Eigentum erwirbt, weil sie vom Staat für 10 Jahre umgerechnet ca. 100 Euro pro Monat und Kind erhält? Wenn eine Investitionsentscheidung mit einer durchschnittlichen Belastungsdauer von 25 Jahren in der Niedrigzinsphase von 100 Euro/Monat für lediglich 10 Jahre abhängt, dann musste man seriöserweise von diesem Produkt abraten. Man hat also um im beliebten Marketing-Sprech dieser Partei zu bleiben ein ALIBI-GUTES-WOHNEN-GESETZ produziert. 7. Ein weiteres Beipiel ist das GUTE-UMWELT-NICHT-NACHGEDACHT-GESETZ. Ein Plug-in-Hybrid Auto fährt ganz gut mit fossilem Treibstoff. Derjenige, der diese grottenschlechte Subvention abgreifen möchte, kauft einen Plug-In-Hybrid, schleppt eine schwere Batterie mit dem Auto durch die Gegend und das Auto sieht nie eine Steckdose. Ach ja, und vor welchen Plattenbauten bzw großen Mietshäusern stehen denn Ladesäulen?

Oder handelt es sich – insbesondere auch im Hinblick auf die Förderung voll elektrischer Autos und der Nicht-Verfügbarkeit einer Ladeinfrastruktur eher um das GUTE-UMWELT-FÜR-ELITEN GESETZ? Also der Förderung von Eigenheimbesitzern, die sich die eigene Ladesäule vor die Tür stellen können? 8. Migrationspolitik nach Art: So kommet doch all Ihr Beladenen dieser Welt und dann – Augen zu! Diese Liste der so tollen „Leistungen“ der SPD läßt sich leider noch sehr lange fortsetzen. Es bleibt daher nur zu hoffen, dass die SPD bei der anstehenden Bundestagswahl deutlich unter 15% ankommt und sich hoffentlich schon bald bei unter 10% mit der Zeit selbst marginalisiert. Alles andere würde bei der derzeitigen Verfassung dieser Partei der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft erheblichen Schaden zufügen. SPD? – Nein, danke. – A. Jeske

Solidarität ist ein Grundwert der SPD, der hat aber zwei Gesichter: solidarisch in der Ablehnung von erkennbaren Entwicklungen, aber wo ist die Solidarität bei Veränderungen, die man verfolgen will? SPD-Solidarität bei den Kanzlerkandidaten konnte man schon in Wahlkämpfen studieren. Schröder, Steinbrück, Steinmeier, Schulz sind zu einem großen Anteil an der eigenen Klientel gescheitert. Dabei waren die Gewerkschaften ganz wesentlich beteiligt.

Geht es um die Solidarität bei der Verfolgung angestrebter Veränderungen, sieht man eine andere Facette: alles ist wichtig, um alles will man sich kümmern. Die SPD-Solidarität mit Minderheiten lässt es nicht zu, dass man sich auf ganz wenige große Themen konzentriert. Konkret heißt das: SPD-Solidarität bedeutet „Verzicht“ auf Durchsetzungsfähigkeit. – Dr. F. Kleiner

Leserbriefe zu „»Wir stehen im Sturm«“. Gesrpäch mit Ursula von der Leyen geführt von Bernd Ulrich

ich kann es bald nicht mehr hören oder lesen. Zur Zeit als die Impfstoffe bestellt wurden gab es noch keine Beweise auf Verträglichkeit und Wirksamkeit. Die die jetzt auf die Verantwortlichen einschlagen wären die ersten, die Geldverschwendung anprangern würden, wenn die georderten Vaczine unwirksam wären. – Thomas Miesel

Hier mal einige konkreten Zahlen zum Coronageschehen vom heutigen Tag, aufgezeigt an 3 Beispielen :

Land

7-Tage-Inzidenz

Infektionsrate

Letalität

.

Land

USA

7-Tage-Inzidenz

163

Infektionsrate

8,4 %

Letalität

1,8 %.

Land

SUE

7-Tage-Inzidenz

216

Infektionsrate

6,2 %

Letalität

2,0 %.

Land

D

7-Tage-Inzidenz

57

Infektionsrate

2,8 %

Letalität

2,8 %. Erstaunlich der Vergleich, oder? D hat bei der 7-Tage-Inzidenz und der Infektionsrate die niedrigsten Werte, aber den höchsten Letalitätsgrad.

Das kann nur bedeuten, dass die beiden ersten Werte, von denen in D alle Regierungsmaßnahmen abgeleitet werden, nicht die richtigen sein können. Die Kriterien für verordnete Zwangsmaßnahmen/Einschränkungen können nur sein: Schwere Erkrankungen und Todesfälle. Im Vergleich SUE : D von heute liegt SUE (umgerechnet auf die Einwohnerzahl = Faktor 8,3) beim 7-Tages-Durchschnitt der Toten bei 291, D liegt bei 437. SUE behandelt aktuell etwa die Hälfte der Patienten intensiv im Vergleich mit D. Die beiden Schaubilder im Anhang zeigen die schweren Versäumnisse der Schweden im Frühjahr die Heime betreffend, als in SUE von 5.500 Verstorbenen etwa 5.000 aus diesen Heimen kamen.

Damals war das Verhältnis der Toten – immer umgerechnet – D : SUE 1:4, heute ist es nur noch 2:3, weil es sich kontinuierlich vom Sommer an bis heute zum Nachteil von D verändert hat und sich täglich weiter verändert. Die Zahl der Toten liegt durchgehend in SUE seit dem Sommer unter den Zahlen von D – immer umgerechnet auf die Bevölkerungszahlen. Der Kurvenverlauf (Auf und Ab der Todeszahlen) in beiden Ländern in den letzten Monaten ist sehr ähnlich, einmal ohne Lockdown, einmal mit Lockdown. SUE hat größere Ausschläge, weil dort am Wochenende keine Zahlen veröffentlicht werden.

Da gibt es nur eine plausible Erklärung: Der harte Lockdown ist wirkungslos und damit sinnlos. Mit vernünftigen Hygienekonzepten ist ein Lockdown überflüssig. Dem Vergleich SUE : D wird immer entgegengehalten, dass SUE im Gegensatz zu D ein Flächenland ist, dass also dort weniger Begegnungen stattfinden. Das stimmt so nicht, denn SUE hat einen Urbanisierungsgrad, der sogar um über 10 % höher liegt als in D. Das dürfte sich damit ausgleichen. – Hans Ludwig Scherer

Frau von der Leyen war als Verteidigungsministerin ein Totalausfall und hätte längst entlassen werden müssen. Nach dem Peter-Prinzip hatte sie die Stufe der Unfähigkeit erreicht und stieg trotzdem noch höher – sie wurde Präsidentin der EU-Kommission. Wieso? Frau Merkel war froh, sie nicht entlassen zu müssen und auch nicht von weiteren Unter- suchungsausschüssen behelligt und mit ständigen Veröffentlichungen über Hunderte von Millionen verprasster Steuergelder konfrontiert zu werden. Zudem gab es den windfall profit einer freien Stelle für die als Parteivorsitzende gescheiterte Frau Kramp-Karrenbauer.

Macron bekam, wie gewünscht, eine schwache Kommissionspräsidentin und konnte die für ihn viel wichtigere Stelle der Präsidentin der Europäischen Zentralbank mit seiner Kandidatin Lagarde besetzen. Nur in einer Disziplin ist Frau von der Leyen wirklich unschlagbar – im Erfinden von Ausflüchten: Siehe ihre Antworten auf Ihre wiederholten Fragen nach Fehlern bei der Pandemie-Bekämpfung. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann

Das, was wirklich Deutschland besser bei der Pandemie geholfen hätte, wäre eine bessere Politik in der Einwanderungsfrage. Das wird von fast allen Medien verschwiegen. Deutschland wird dadurch langfristig noch lange mit der Pandemie leben müssen. Ich halte mich zur Zeit in Salzburg auf. Nach Deutschland werde ich sobald nicht mehr kommen. Mein Geburtsland hat sich zu negativ entwickelt. Ob wirtschaftlich oder sozial. Deutschland zahlt die niedrigsten Löhne von allen europäischen Länder. Wie kann das angehen. Das will von den Verantwortlichen keiner wahrhaben, und das ist das eigentliche Dilemma. Armut in Deutschland. Viele Bürger müssten daraufhin ganz anders mit der Politik umgehen. Massenproteste wären angesagt. Stattdessen lassen sich die meisten Bürger von der Politik einlullen. – Gunter Knauer

Eine gute Idee, drei Interviews in einer Ausgabe. Gibt dem Leser die Möglichkeit, einen Vergleich anzustellen. Anstatt die von Bernd Ulrich gestellten Fragen inhaltlich präzise zu beantworten flüchtet sich Frau von der Leyen in Plattitüden, von denen sie eine an der nächsten aufhängt. Dem eine ganze Seite der ZEIT zu widmen halte ich für Ressourcenverschwendung. Peter Altmaier beantwortet Fragen verschiedentlich mit Gegenfragen und scheut sich nicht, darin Zynismen unterzubringen. Arrogant und unwürdig für ein Miglied der Bundesregierung. Wohltuend und intellektuell auf höherem Niveau die Antworten von Bill Gates in dem Gespräch. Lesenswert. – Klaus Grasenick

Die Pandemie wird verglichen mit ....“ Auswirkungen auf das Leben und die Gesundheit der Menschen, wie es das sonst vielleicht nur in Kriegszeiten gibt...“ Was für ein ungeheuerlicher Vergleich der dem Leser suggeriert wird. Mit heute 87 Jahren weiß ich, wie es war. Bombenangriffe, Luftschutzbunker, Hunger und Kälte und,.... .und ...und! Von der Leyen benennt die Situation zurecht als eine bleierne Zeit. Ihre Antworten sind von Optimismus geprägt. Es wird ein langer Marathon sein. Pandemie !!! bitte kein Vergleich mit dem Krieg. – Karl-Heinz Ollek

Frau von der Leyen fasst die ganze traurige Leistung der Europäischen Kommission selbst in zwei Sätzen zusammen: „Wir haben alle unterschätzt, was es für die Industrie bedeutet, aus dem Stand eine komplexe Massenproduktion hochzufahren. Ich wünschte heute, ich hätte das schon im Herbst gewusst.“ Die Herstellung diese Impfstoffe zur Bekämpfung der Covid-19 Pandemie, die – aus leicht nachvollziehbaren – Gründen steril sein müssen, stellt relativ hohe Anforderungen an die Hersteller. Diese Anforderungen sind zu einem großen Teil in Regularien festgelegt, die von der Europäischen Kommission selbst verabschiedet wurden.

Und dennoch sollen „wir alle unterschätzt haben, was es bedeutet“? Es ist doch nicht glaubwürdig, dass das bei der Kommission niemand weiß. Weiterhin gab es ja offensichtlich Gespräche mit den Herstellern im letzten Sommer, aber in diesen Gesprächen wurde nicht geklärt, bis wann und unter welchen Bedingungen, diese die EU versorgen können? Es sieht doch eher danach aus, dass Frau von der Leyen hier in einem Beispiel von unfassbarer Naivität versäumt hat, sich angemessen zu informieren.

Das zweite Problem mit dem Handeln der Kommission ist, dass sie offensichtlich erst im Herbst 2020 ernsthaft aktiv geworden sind und bis dahin mit den Bestellungen abgewartet wurde. Das steht im krassen Gegensatz zu den USA, die bereits im Juli letzten Jahres 100 Millionen Dosen bei BioNTech/Pfizer bestellt hatten. Durch diese Zögerlichkeit stellt sich die EU jetzt hinten an und muss warten bis sie an der Reihe ist, den dringend benötigten Impfstoff zu bekommen.Den Preis für diese fatale Mischung aus Naivität und Zögerlichkeit zahlt jetzt die Bevölkerung in Form von mehr Kranken, Toten und all den wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen eines verlängerten Lockdowns.- Dr. Matthias Dormeyer

Das Interview mit Frau Dr. von der Leyen macht mich nahezu sprachlos. Unsere ehemalige Verteidigungsministerin, die in dieser Position durch besonders viele Aufträge an externe Berater aufgefallen ist, behauptet tatsächlich, dass es im Kreis der Mitgliedstaaten im Sommer 2020 viele Fragezeichen bei der Auswahl und Beschaffung von Impfstoffen gegen SARS-Cov2 gab. Das ist nur schwer vorstellbar und erscheint retrospektiv sogar geradezu unglaublich. Pfizer / Biotech hat im Juli 2020 angekündigt, den Impfstoff BNT1626b2. der jetzt überall verimpft wird, in einer Phase 2/3 Studie weiter zu testen. D.h., man wusste im Juli 2020, dass BNT1626b2 eine gute Immunantwort gegen das Coronavirus spike Protein macht.

Am 30. September publizierten Ugur Sahin, Özlem Türici und Coautoren die Ergebnisse ihrer Phase I/Ii Studie zur Impfung in Nature. Spätestens dann war auch dem skeptischten Immunologen klar, dass das ein sehr guter Impfstoff ist. Zu dieser Zeit gab es auch noch keine Informationen zu Impfstoffen von AstraZeneca, und erst recht nicht zu Sanofi / Pasteur. Die Experten und Beratern in London, Washington und Jerusalem hatten das offensichtlich verstanden. Bei der EU Kommission in Brüssel unter der Präsidentschaft von Frau Dr. med. von der Leyen hat das anscheinend niemand realisiert. Dort sorgte man sich währenddessen um eine dem EU Proporz gerecht werdenden Verteilung der Aufträge für Impfstoffe und um den Preis dafür. Dabei hat die EU Kommission vermutlich übersehen, dass ein Impfstoff gegen SARS-COVZ kaum zu teuer sein kann.

Denn selbst wenn eine Dosis 50€ gekostet hätte, dann hätte man mit 1 Mrd. Dosen jeden EU Bürger zum Gesamtpreis von 50 Mrd. € zwei mal impfen können. Und was sind 50 Mrd. € gegen die Kosten der ganzen lockdowns in den EU Ländern? Oder im Vergleich zu den weiteren zehntausenden (oder hunderttausenden) die an Covid-19 gestorben sind, bis jeder geimpft wurde? Nachdem die EU Kommission es also versäumt hatte, zum richtigen Zeitpunkt genügend viel Impfstoff zu bestellen, die supply chains zu sichern, und die Produktionsanlagen aufzubauen, begann man im Dezember 2020 bei der EMA mit der „sehr gründlichen“ Prüfung von BNT162b2, allerdings erst nachdem der Impfstoff bereits von der FDA in den USA und in Grossbritannien durch die MHRA zugelassen wurde. Weshalb die EMA bis zum 21.12. 2020 brauchte, bleibt irgendwie ein Rätsel, denn weder die Mitarbeiter der FDA noch der MHRA sind verantwortungslose Ignoranten.

Ende Dezember konnten in Deutschland dann die ersten geimpft werden. In der Zeit dieser „gründlichen Prüfung“ sind alleine in Deutschland 20’000 Menschen am Coronavirus gestorben. Aber das ist bzw. war nicht genug. Denn anstatt von da an alles an Impfstoff zu verimpfen was vorhanden ist, hat man bei uns die Hälfte der Dosen für die 2. Impfung aufgehoben, um 3-4 Wochen nach der 1. Impfung die 2. zu setzen. Nach 4 Wochen sind die Antikörpertiter gegen das spike Protein jedoch immer noch hoch genug, um einen Teil des bei der 2. Impfung applizierten Impfstoffs zu neutralisieren, d.h. die Wirksamkeit wird vermindert. Würde man länger warten, wäre die Wirkung der 2. Impfung besser. Und bekäme man eine SARS-CoV2 Infektion nach der ersten Impfung, dann hätte man eine unangenehme Erkältung aber keinen tödlichen Verlauf und auf die 2-Impfung könnte man sogar verzichten.

Diese Strategie verfolgt man in UK und hat so 27% der Bevölkerung geimpft. Bei uns wären es jetzt mit dieser Strategie 10 anstatt 5 Millionen, d. h. 12% anstatt 6%. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies bei einer Inzidenz von 61/100 000 ein Mehr an 75 Toten täglich. Das kann man auch nicht durch „Testen, testen, testen“ verhindern, solange nicht klar wird, wo Infektionen entstehen. Helfen würde hier eine App, die es wie die App aus Südkorea erlaubt, durch GPS Verfolgung nachzuvollziehen, von wo aus sich kleine und grössere Infektionsherde ausgebreitet haben. Aber eine derartige App wird auf Grund der Datenschutz Grundverordnung hier kaum öffentlich diskutiert. Südkorea hat 51 Millionen Einwohner, 87 Tausend SARS-CoV2 Infektionen, und 1500 Covid-19 Tote.

Nicht nur, aber nicht zuletzt auch deswegen, weil man dort jede Infektion zum Ursprung zurückverfolgen kann. Im Vergleich dazu operieren unsere Gesundheitsämter im Blindflug. Aber alles hat seinen Preis, auch der amtliche Datenschutz. Die „privaten“ Daten nutzen gleichzeitig viele von uns um mit Google Maps Staus zu umfahren. Ebenso könnte man damit die Ausbreitung von SARS-CoV2 eindämmen. Anstatt also flexibel zu agieren, hält sich unsere Exekutive und deren EU Pendant krampfhaft am „Bewährten“ fest. Das kostet Zeit, die es jedoch nicht gibt, weil das Virus sich schneller verbreitet und mutiert, als dass die Exekutive darauf reagiert. So läuft man der Pandemie immer hinterher, ohne dass man mit effizienten Impfkampagnen und Nachverfolgen von InfektionsAusbrüchen „vor die Welle“ kommt.

In der Öffentlichkeit wird parallel dazu zum wiederholten Mal der gleiche Kanon diskutiert: „Einschränken, schliessen, lockdown, lockern, öffnen, einschränken...“.Angesichts dessen, dass das Oberste Ziel der Präsidentin der EU Kommission war, sich mit ganzer Kraft für „Schutz von Leben und Lebensgrundlagen in Europa, der Gesundheit unserer Bürger, und der Stabilität unserer Wirtschaft“ einzusetzen, hätte ich von Frau Dr. med. von der Leyen mehr Sachverstand, Professionalität und vor allem wirkliche Einsicht in Fehler erwartet. So aber ist es jetzt aber an der Zeit zu gehen. – Prof. Dr. Hermann Eibel

„Man fällt nicht über seine Fehler. Man fällt immer über seine Feinde, die diese Fehler ausnutzen.“ (Kurt Tucholsky, 1890-1935, deutscher Journalist und Schriftsteller) „Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“ (Bertold Brecht, 1898-1956, deutscher Dramatiker, Librettist und Lyriker) Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben einen Fehler zu machen.“ (Dietrich Bonhoeffer, 1906-1945, Theologe) – Klaus P. Jaworek

Ursula von der Leyen hat die richtige Einstellung. Sie stellt nämlich den globalen Anspruch der EU in Zusammenhang mit der globalen Notwendigkeit der Impfstoffversorgung. Erst dann, wenn ein Großteil der Weltbevölkerung durchgeimpft ist, werden wir diese Pandemie im Zaum halten können. Vielleicht bringt das soziale Engagement der EU bei der Versorgung des Globalen Südens (Covax) und der „kleinen“ EU Länder mit den Impstoffen langfristig ja deutlich mehr als die ausschließlich schnelle Durchimpfung der reichsten Nationen? Ich habe daran keine Zweifel. – Benedikt Schwickert

Leserbriefe zu „Mehr Staat, weniger Markt?“ von Robert Pausch und Mark Schieritz

Es muss wohl an den leicht zu merkenden wenigen Buchstaben und der abstrakten Vorstellung vom bösen Auto liegen dass es stets der Essjuwie, kurz SUV genannt, ist der möglichst umgehend weg von der Straße muss. Kaum ist vom Pick Up, vom Van, von Luxuslimousinen oder Sportwagen die Rede die mindestens so viel Platz wie Sprit verbrauchen. Die meisten Fahrer eines SUV fahren ihn nicht um andere zu ärgern oder aus Leichtsinn sondern weil es ein bequemes und übersichtliches Fahren ist.

Mal ein Vorschlag zur Rettung von Klima und sterbenden Innenstädten: Man sollte das Widerrufsrecht reformieren dass es erlaubt alles kostenlos zurück zu schicken was einem nicht gefällt. Rückgabe nur aus berechtigtem Grund, nicht nur wegen Nichtgefallen oder aus Spaß. Das würde Millionen Tonnen Abgase und Verpackungsmüll einsparen. Es würden viele Rücksendungen aber auch sinnlose Käufe wegfallen. Manch einer würde doch wieder in einen stationären Laden gehen wo man vor dem Kauf entscheidet und nicht danach, was man kauft. Selbst den Grünen ist dieses Thema anscheinend nicht so wichtig. Hauptsache der SUV ist Schuld und der Einfamilienhausbesitzer. – Bernd Nasner

Verschiebt sich das wirtschaftliche Denken wirklich in den „linken“ Schubkasten oder sonst irgendwo hin? Ich denke nicht. Linkes ökonomisches Denken würde Alternativen zur Gegenwart aufzeigen. Die bisherigen Konzepte (soweit überhaupt erkennbar) sind nicht mehr in der Lage, die aktuellen Probleme der Zeit zu lösen. Die im Grundgesetz verankerten Aufgaben des Staates, insbesondere große Bereiche der Daseinsfürsorge, wurden in die private Wirtschaft ausgelagert. Damit einhergehend hat sich eine Bequemlichkeit im Denken verbreitet, die auf Konzepte und Strategien zu deren Umsetzung weitgehend verzichtet.

Ursache dieser Entwicklung ist m. E. die Unfähigkeit, bewährte Wege zur Vorbereitung von Entscheidungen zu nutzen. Das menschlich verständliche Machtbewusstsein spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Politiker sind nun einmal berufliche Quereinsteiger zur Durchsetzung der politischen Ziele ihrer Parteien. Diese Aufgabe nehmen sie unabhängig von ihrer Ausbildung ressortübergreifend wahr (Arbeit und Soziales / Familie u. Senioren.../ Verteidigung / EU-Päsidentschaft).

In der Zeit der Pandemie entscheiden die Bundeskanzlerin in Bundesangelegenheiten und die Ministerpräsidenten in Ländersachen allein über tiefgreifende Maßnahmen mit schwerwiegenden Folgen für die Zukunft des Landes. Es werden teilweise einzelne fachliche Experten gehört. Von bewährten Mitteln der Vorbereitung von Entscheidungen ist nichts zu hören. Wenn die Folgen der Massnahmen gegen die Pandemie alle Bereiche der Gesellschaft betreffen, sollten diese gemeinsam in einer offenen, sachliche Debatte alle Argumente abwägen (Denkfabrik, Think-Tank, Schwarmintelligenz).

Aus meiner Sicht gibt es kein tatsächlich linkes Denken, das Alternativen aufzeigt. Das zeigt sich z. B. beim scheinbar „linken“ Mainstream der politischen Öffentlichkeit. Er beklagt emotional und publikumswirksam die in die Irre geleiteten Migranten an der kroatischen Grenze und in Griechenland. Er übersieht, dass seit Jahrzehnten Obdachlosen in Deutschland auf der Straße leben. Gegenwärtig sind es rd. 50.000 Personen. (die „Elenden“ unserer Zeit). Diese „linke“ Denkweise übersieht die über 670.ooo Menschen in Deutschland, die über keine eigene Wohnung verfügen. – R. Renaux

Mir wurde bei dem Artikel richtig warm ums Herz. Gegen die gigantische Schuldenmacherei der Staaten sieht doch der größte Konzern wie ein Zwerg aus. Der Mietendeckel sorgt jetzt endlich für die fehlenden Wohnungen in den begehrten Gegenden und Projekte wie Berliner Flughafen, Elbphilharmonie, Ludwigsparkstadion Saarbrücken usw. beweisen, dass auch die öffentliche Hand richtig effektiv sein kann! – emer. Prof. Werner Koetz

Der Markt ist ein Warenangebot für die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens und der Staat zum Schutz der Bürger, Sicherheit und Gesundheit. Diese Aufgabenteilung ist normiert in zahlreichen Gesetzen und Vorschriften festgestellt und klar geordnet. Die Coronapandemie und andere Krisen zeigen auf, dass der Staat die allerletzte Rettung bei Marktversagen einen Ausgleich schafft. Die Formel ist einfach und und logisch; je mehr gesellschaftliche Krisen es gibt, je mehr muss der Staat Eingreifen. Das aussetzen der Schwarzen Null und die Billionen Euro Schulden der EU sind die Folgen. – Thomas Bartsch-Hauschild

Wo die Substanz aufgezehrt ist, finden Gewinn, Wettbewerb, Rendite als Triebkräfte des Kapitalismus immer weniger Nahrung. Gewinne lassen sich häufig nur noch durch Kostensenkung darstellen. Die Gewinnzone kann durch Privatisierungen und Globalisierung kaum mehr ausgeweitet werden. Zuletzt sollten die Unternehmen sich im Hinblick auf die Risiken, mit denen sie die Welt immer weiter überschwemmten, sogar durch Selbstverpflichtungen selbst regulieren. Der Punkt ist erreicht, wo der Kapitalismus den Wirt, von dem er lebt, aufzehren würde, wenn er ungehemmt fortfahren würde. Er würde sich selbst zerstören und die Welt dabei mitnehmen. Allen ist jetzt klar: Der Kapitalismus ist nicht die Lösung, sondern das Problem.

Sicherlich ist es so, dass die Reparaturaufgabe, die dem Staat nun zufällt, so groß ist, wie noch nie. Auch sind die mit der Reparatur einhergehenden Umbaumaßnahmen so umfassend, wie noch nie. Und es wird so teuer, wie noch nie (was allein schon die Kosten der Pandemiebekämpfung zeigen). Geht es nun um die Schaffung neuer Rahmenbedingungen, damit wieder etwas aufgebaut werden kann, was den Triebkräften Gewinn, Wettbewerb und Rendite für ein Aufblühen des Kapitalismus wieder viel Nahrung liefern kann (wie beim Wiederaufbau nach den Zweiten Weltkrieg)? Oder gibt jetzt, wo der Rückweg zu den alten Mustern durch die Trümmer des letzten „Normalitäts-Weltkriegs“ verschüttet ist, tatsächlich die Chance, ein Regime zu entwickeln, das Strukturen schafft, die für das Wohl aller Menschen da sind? Ein Regime z.B. ohne Kinderarmut? Ein Regime, das die Triebkräfte Gewinn, Wettbewerb, Rendite so domestiziert, dass sie allen Menschen dienen? – Es wird wohl so etwas wie die soziale Marktwirtschaft sein müssen. – Reinhard Koine

In dem Artikel bin ich an einer Stelle gestolpert: „In Deutschland wurde nach dem Ersten Weltkrieg der Sozialstaat ausgebaut, nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Regierung die Vermögensbesitzer über einen Lastenausgleich an den Kosten des Wiederaufbaus beteiligt.“ Hätte man hier nicht wenigstens sechs Buchstaben erübrigen können, um „Bundesregierung“ zu schreiben?

Ich bin ja nun Wessi durch und durch (Wohnsitze in meinem über 50-jährigen Leben bislang in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen – westlicher geht es kaum), aber wenn ich so etwas lese, frage ich mich immer, wie sich das für jemanden anfühlt, der viele Jahre in der DDR gelebt hat und ständig diese Gleichsetzung von „Deutschland“ und „Bundesrepublik“ in den Medien erlebt, als hätte es die DDR überhaupt nicht gegeben. Ich glaube, es würde mich nerven. Und eigentlich nervt es mich auch als Wessi. – Corinna Friesen

Diese Eloge auf eine staatlich gesteuerte Wirtschaft kann ich nicht nachvollziehen. Wo auf der Welt hat ein solches System jemals bessere Lebensbedingungen für die Menschen geschaffen? Die Theorien des Sozialismus und des Kommunismus haben in der Praxis immer versagt, brachten für die große Mehrheit der Menschen in solchen System Unfreiheit und keinen materiellen Wohlstand. Zwischen libertärer Marktwirtschaft und Sozialismus gibt es das Feld der sozialen Marktwirtschaft. Und dort sind die in der Praxis besten Modelle zu finden. Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer! – Dietmar Baier

Ich möchte mich für den interessanten und gehaltvollen Artikel „Mehr Staat, weniger Markt?“ bei Ihnen bedanken. Als Studentin der internationalen BWL beschäftige ich mich auch gerne mit Themengebieten der VWL. Ihr Artikel schafft es, ohne großes Ausschweifen, die aktuelle Bewegung und Verschiebung des Ökonomischen Konsens in der Gesellschaft anschaulich und spannend darzustellen. Ihr Artikel hat mir große Freude beim Lesen bereitet und nebenbei noch wichtiges Wissen vermittelt.

Ein fortführender Artikel über die Ausschüttungspolitik von deutschen und internationalen Unternehmen würde mich sehr interessieren. Auch in meinem Unternehmen sind bereits Stimmen laut geworden, welche die Dividendenausschüttung des Konzerns (zu Recht?) kritisierten oder zumindest in Frage stellten, da sich einige Arbeitnehmer seit März 2020 Kurzarbeit befinden. Dieses Thema sollte in der Zeit einen Platz finden, da es sowohl aus gesellschaftlicher als auch unternehmerischer Sicht noch zu wenig behandelt/kommuniziert wurde und durchaus Aufklärungsbedarf herrscht. – Nina Brosig

Wer entwickelt Impfstoffe und andere innovative Produkte? Der Staat oder die Wirtschaft? Wer sorgt für volle Regale und die Grundversorgung der Bevölkerung? Wer baut Wohnraum in Deutschland? Der Staat oder die Wirtschaft? Der Staat als Organisator von Bildung,Wissenschaft , Gesundheit ( Impfungen),Digitalisierung,Verteidigung..... versagt an allen relevanten Stellen. Siehe Max Weber:,Die Macht der Bürokratie ‚. Und sie wollen allen Ernstes unser Schicksal dem Staat anvertrauen? – Peter Knappmann

Wer im Besitz der absoluten Wahrheit ist wie so mancher Redakteur der Zeit braucht sich mit den Argumente Andersdenkender nicht mehr auseinanderzusetzen. Der lässt ihnen nur noch das „Anschreien“, die Schreifloskeln der Wutbürger. – Barbara Ostrop

Leserbriefe zu „»Da sind wirklich Fehler passiert, für die ich Verantwortung trage. Aber: Wir wollen Aufklärung«“ von Evelyn Finger und Wolfgang Thielmann

Ihre ansonsten trefflicher Bericht endet leider mit einem unvollständigen Satz. Richtig muss es heißen: Pfeiffers Fazit:“ Nicht nur die Kirche hat hier ein Problem sondern auch der Staat, wenn er Vertuschung zulässt UND AUCH DIE KATHOLIKEN HABEN EIN PROBLEM, DIE DIESER HEIL – LOSEN KIRCHE NICHT DEN RÜCKEN KEHREN“. – Lutz Landorff

Ein so altes wie demoliertes Gebäude wie die katholischen Kirche kann man nicht reparieren. Gebäude in der realen Welt werden dann abgerissen im besten Fall noch recycelt. – H. Giller

„Wir suchen die Wahrheit, finden wollen wir sie aber nur dort, wo es uns beliebt.“ Dieser Satz von Marie von Ebner- Eschenbach trifft für mich voll und ganz auf die Entscheidung von Kardinal Woelki zum Missbrauchsgutachten zu. Das Gutachten und die darin festgestellten Wahrheiten der Kanzlei Westphal Spilker Wastl liegen scheinbar nicht im Belieben von Kardinal Woelki, auch beliebt es ihm nicht, dem Betroffenenbeirat das Gutachten zur Verfügung zu stellen.

Der Eindruck, dass die hiesigen Amtsträger den Täterschutz über den Opferschutz stellen, ist nicht von der Hand zu weisen. Die von Kardinal Woelki versprochene lückenlose Aufklärung erscheint mehr als zynisch, wenn man sich die jetzige Vorgehensweise betrachtet. Der Schaden für die Kirche ist immens und wird billigend in Kauf genommen, bislang gibt es seit Dezember 2020 mtl. 1000 Anfragen beim Amtsgericht Köln zum Kirchenaustritt. – Helga Tillmann

Erlebe ich es noch, dass in der ZEIT auch nur ein kritischer Artikel zur Missbrauchs-Thematik erscheint, der beiden Seiten äquidistant gerecht werden will? Was seit Monaten zu diesem Thema zu lesen ist, ist einseitig kritisch und somit unkritisch. Manisch, neurotisch, dämonisch. Das ist nicht die aufgeklärte ZEIT, wie ich sie ansonsten kenne und schätze. – Kurt Schäfer

Zuletzt war zu hören, der Kardinal habe die Kurie gebeten zu begutachten, ob er wegen der Schonung eines inzwischen verstorbenen mutmaßlichen Täters zu verurteilen sei. Meine persönliche Entrüstung über diesen Fall hält sich in Grenzen. Die missbräuchlichen und zerstörerischen Übergriffe von Klerikern gegen Kinder waren gewiss nicht harmlos. Aber nach 45 Jahren, einer schweren Demenz des mutmaßlichen Täters und dem Eintreten seines Todes könnte man die stellvertretende Verurteilung des Kardinals gut sein lassen. Es gibt genügend Kinder im Jahr 2021, die der Fürsorge der Allgemeinheit bedürfen. – Dr. Wolfgang Hachtel

Vor über 50 Jahren musste ich als Grundschüler mit ansehen, wie unser Ortspfarrer und Religionslehrer zwei meiner Mitschüler (sie hatten am Sonntag den Gottesdienst geschwänzt) vor der ganzen Klasse übel misshandelte – und das sollte kein Einzelfall bleiben. Noch heute sehe ich meine Mutter vor mir, wie sie mir, als ich ihr das noch tief erschüttert geschildert hatte, etwas hilflos erklärte, der Pfarrer hätte einen „heiligen Zorn“. Kritik an einem Priester war für das normale Kirchenvolk damals noch kaum vorstellbar. Nach mehr als 50 Jahren sind wir jetzt zwei Schritte weiter. Öffentlich wird nicht nur das Fehlverhalten von einzelnen Priestern als Männer, sondern auch die katholische Kirche als Institution kritisiert. Nur die Justiz ist bis heute noch nicht so weit.

Doch die, die missbraucht und vergewaltigt haben, sind nicht nur Männer und Funktionäre der katholischen Kirche, sondern – wovon ich ausgehe – zumindest in der überwiegenden Mehrheit auch tief gläubige Christen. Die naheliegende Frage, was dieser Glaube mit den Missbrauchsfällen zu tun hat, wird aber nicht gestellt. Zumindest noch nicht. Aber dieser nächste Schritt wird nicht ausbleiben können. Irgendwann wird es den Christen nicht erspart bleiben, dass man ihre Religion in dieser Hinsicht hinterfragt. Ich hoffe bis dahin werden nicht nochmals 50 Jahre vergehen. – Kurt Geischberg

Diese Betrachtung habe ich mit grossem Interesse gelesen. Hier offenbart sich das Problem einer staatlich anerkannten und geförderten Parallelgesellschaft mit eigener Rechtsordnung. Eine Absetzung des Kardinals Woelki lösst nichts aber auch garnichts. Seine Bezüge aus Mitteln aller Steuerzahler sind ihm weiterhin sicher. Sieht so Verantwortlichkeit aus? Vor einem ordentlichen Gericht würde ein vom Beschuldigten vorgelegtes Gutachten als parteiliches Vorbringen umbesehen beiseite gelegt werden. IM vorliegenden Fall bestellt der Beschuldigte selbst ein Gutachten. Dann entscheidet er, das Gutachten sei nicht „korrekt“ und beauftragt ein weiteres Gutachten. Da er dem zweiten Gutachter das erste Gutachten zur Kenntnis gibt, wird dessen Gutachten ein Gegengutachten. Wenn es um Musik geht, sagt die Erfahrung: Wer die Kapelle bestellt und bezahlt, bestimmt auch, was gespielt wird.

Jenseits jeder demokratischen Prinziepien hat die Autokratie der katholischen Kirche lange Zeit durch Verschweigen und Vertuschen den Missbrauch von Kindern gedeckt. Nun, wo es um die Frage der Entschädigung der Opfer geht, sollen alle Steuerzahler unabhängig von ihrer Konfession bzw. Ihrer Konfessionslosigkeit zur Kasse gebeten werden. Das widerspricht m. E. jeder Rechtsstaatlichkeit. Jeder Bürger, der Hilfe aus Steuermitteln beansprucht, muss nachweisen, dass er nicht über Vermögen verfügt. Die katholische Kirche verfügt über umfangreiches Vermögen und über die Erträgnisse daraus. Im Jahre 2013 war das eine Summe von 3,35 Milliarden Euro.

Andere Religionsgemeinschaften stehen bereits „vor der Tür“ und erwarten Gleichbehandlung durch den Staat und damit Unterstützung durch die Steuerzahler. Wer wundert sich nun immer noch über Politikverdrossenheit? Die Verantwortlichen in der Politik verkennen vollkommen, dass sie selbst es sind, die den Nährboden schaffen für die AfD und für den Extremismus. Die Mehrheit der Nichtwähler ist weder taub, blind oder dumm. Sie erkennen schnell, wo gegen jede Vernunft gehandelt wird und suchen wirkliche Alternativen. In der so entstehenden Stimmung geraten zunehmend Menschen in die Fänge der AfD und des Extremismus. – R. Renaux

Vertuschung sexualisierter Gewalt, Benachteiligung von Frauen, Machtmissbrauch! Immer wieder wird in jüngerer Zeit über Missstände in kirchlichen Organisationen berichtet sowie über die Probleme der Kirchen, mit diesen umzugehen. Immer wieder wird versucht, die Schuld dafür einzelnen Personen zuzuordnen, erst war es Kardinal Meissner, zzt. ist es Erzbischof Woelki. Dabei sind doch systemische Probleme der Kirche die Ursache. Eines davon ist m.E. die dort fehlende unabhängige Justiz. Und ich stelle mir die Frage, ob die nicht durch die deutsche Gesetzgebung hätte geschaffen werden müssen. Bisher wird diese Frage offenbar nirgends erörtert.

„Kirchen“ gehören in Deutschland zu den „Körperschaften öffentlichen Rechts“, genau wie Behörden des Bundes, der Länder oder der Gemeinden. Das Handeln der Letzteren kann jedoch durch Gerichte überprüft werden. Auch das Handeln von Rechtssubjekte des privaten Rechts (Vereine, Firmen) oder von Privatpersonen und Personengruppen kann einer gerichtlichen Überprüfung unterzogen werden, nur Kirchliche Körperschaften öffentlichen Rechts, Anstalten, Stiftungen und Vereine nicht: sie sind in Deutschland die einzigen Rechtssubjekte, für die keinerlei gerichtliche Überprüfbarkeit des Handelns vorgesehen ist. Das erscheint mir als ein Mangel im Rechtssystem, denn schon seit Erschaffung der Menschheit wird ein eingeräumter Handlungs- rahmen (Erlaubnis, Früchte aller Bäume, außer eines ausdrücklich bestimmten, zu verzehren) durch Sanktionsmöglichkeiten (Vertreibung aus dem Paradies) vor Verletzung geschützt. Beides gehört „rechtssystematisch“ stets zusammen. Diese Regel wird im deutschen Recht nicht eingehalten.

Dieser Mangel könnte relativ leicht behoben werden. Es brauchte lediglich bestimmt zu werden, dass kirchliche Einrichtungen nur dann noch als „Körperschaften/Anstalten/Stiftungen öffentlichen Rechts“ bleiben oder werden können, wenn sie die gerichtliche Zuständigkeit für entsprechende staatliche Behörden für sich akzeptieren. Die zuständigen Gerichte müssten dann ggf. statt Bundes-/Landes-/Kommunalrecht das jeweilige Kirchenrecht anwenden. Mit einer Auseinandersetzung über strittige Fragen vor unabhängigen Gerichten würde Öffentlichkeit hergestellt und einer Vertuschung entgegen gewirkt. – Horst Würdemann

Wer will denn in der Katholischen Kirche, mal ganz ernsthaft nachgedacht, etwas aufklären, was außerdem schon „Ewig“ her, und längst verjährt ist? Wer pinkelt denn schon einem seiner „katholischen Arbeitskollegen“ gerne ans Bein. In Köln, da soll auch der „Kölner Klüngel“ daheim sein, eine Art von System, so hört man, das auf gegenseitiger Hilfeleistungen und Gefälligkeiten beruhen soll! Viele dieser kirchenoberen Männer halten auch zusammen wie „Pech und Schwefel“, sitzen dabei immer im selben „Boot“, und lassen den Herrgott weiterhin einen guten Mann sein. Übrigens hat der Bischof Rainer Maria Woelki auch den Rang eines Kardinals, der muss doch vertuschungsresistent sein, denn schließlich darf er auch bei einer Papstwahl „mitklüngeln“. – Klaus P. Jaworek

Leserbriefe zu „Das Ende des Lenkrads“ von Claas Tatje

Daraus wird nichts. Versuche sind immer gut. Die Verbesserung im überlasteten Straßenverkehr wird jeder begrüßen. Das autonome Fahren wird aber immer an Grenzen stoßen. Die Asiaten waren auch Feuer und Flamme. Die haben das wieder aufgegeben. Es kann nicht alles umgesetzt werden, das ist auch völlig normal. –Gunter Knauer

In diesem Artikel wird der „Digitalchef“ von Mercedes-Benz, Herr Sajjad Khan, mit der „Erwartung“ zitiert, dass schon in der zweiten Jahreshälfte (offenbar 2021) eine S-Klasse auf der Autobahn selbstständig die Spur wechseln könne. Mit Verlaub: Was soll der Unsinn ? Ich fahre einen MB E-Klasse 300, Erstzulassung am 02.12.2019, der bei eingeschalteten entsprechenden Assistenzsystemen diesen Spurwechsel bereits einwandfrei beherrscht. Es sieht nur für den Beifahrer nicht so aus, weil man die Hände am Lenkrad behalten muss (ansonsten würden sich die aktiven Fahrassistenzsysteme abschalten). Aber wenn ich den Blinker betätige, dann wechselt das Auto ganz selbstständig entsprechend die Spur. Es erstaunt mich sehr, daß dies die S-Klasse – angeblich – nicht schon längst beherrscht. Normalerweise werden solche Innovationen doch immer von „oben nach unten“-, also zuerst in der S-Klasse angeboten. – Herbert Rein

Die große Frage, die in dem Artikel nicht gestellt wird, lautet, ob der Nutzer eines Autos mit Selbstfahrtechnologie überhaupt noch selbst fahren darf ? Muss er nicht bei dem geballten Einsatz und der Fähigkeit intelligenter elektronischer Hilfsmittel logischerweise auf seine nur noch begrenzten menschlichen Fähigkeiten zum Fahren eines Autos verzichten ? Das autonome Fahrzeug kann ja jede noch so kleine Abweichung oder Fehlentwicklung im dynamischen Ablauf des Fahrverlaufs verbessern bzw. korrigieren. Da der Mensch nie über eine Bündelung solcher Fähigkeiten verfügen wird -ausgenommen vielleicht der Formel-I Pilot-, wird ihm das autonome Auto immer überlegen sein.

Genau hier könnte der Gesetzgeber eingreifen und ihm das bisher zugestandene eigenständige Führen und Lenken eines Autos in Zukunft verbieten da die Unfallzahlen mit der Technik des autonomen Autos immer niedriger wären als in den bisher bekannten Größenordnungen. Auch die Versicherungen würden lieber Fahrer mit einem Auto versichern das mit seiner Selbstfahrtechnik extrem unfallsicher und somit schadensärmer wäre. Das Autofahren würde für den (fast) arbeitslosen Fahrer in etwa so langweilig wie für einen Nachtwächter, der nur hin und wieder einen Blick aus seinem Wachhäuschen werfen muss. Also drängt sich hier die Frage auf, ob der Autofahrer in Zukunft auch noch selber fahren darf oder sich nur noch vom selbstfahrenden Auto von A nach B kutschieren lassen muss. – Klaus Reisdorf

Autonomes Fahren wird, wenn überhaupt, nur durch nationale, besser internationale, Kraftanstrengung ähnlich der Mondlandung mit unbegrenztem Budget nach oben zu realisieren sein. Hierzu einige Aspekte: Man stelle sich eine kurvenreiche Bundesstraße mit viel Verkehr, landwirtschaftlichen Fahrzeugen, vielen Ein- und Ausfahrten, Ortsdurchfahrten, komplexen Überholvorgängen, Alleebäumen vor. Den Menschen möchte ich sehen, der sich entspannt auf die Rückbank legt und den Sensoren das Fahren überlässt. Das ständige Entscheiden, die Sensoren fahren zu lassen oder einzugreifen und selbst zu fahren, erzeugt nicht weniger sondern mehr Stress.

Die erforderliche Software von privaten Unternehmen schreiben zu lassen führt dazu, dass diese innerhalb einer bestimmten Frist fertig sein muss, weil diese Unternehmen wie alle anderen dazu gezwungen sind, ihre Produkte zu verkaufen um Gewinne zu erwirtschaften und die Gehälter ihrer Mitarbeiter zu bezahlen. Diese unter Zeitdruck erstellte Software könnte versteckte Fehler enthalten, was beim autonomen Fahren aber nicht sein darf. Weitere komplexe Fragestellungen sind das Nebeneinander von autonomen und nicht- autonomen Fahrzeugen, die erzwungene Vereinheitlichung aller Fahrzeuge egal welchen Herstellers, Einspielen neuer Softeware-Versionen, um nur einige zu nennen. – Jörg Weddigen

Ein System, dass ein lückenloses G5-Netz vorraussetzt soll in einem Land, das nicht mal ein normales Handynetz ohne Lücken hinbekommt in vier Jahren Realität sein? Eine Fahrzeugflotte, die sich genau dann abschaltet, wenn man auch nicht mehr telefonisch Hilfe rufen kann (und dann wahrscheinlich nicht mal eine Rettungsgasse hinbekommt), soll eine Hoffnung sein? Ein Auto, dass seine Zulassung verliert, wenn der Hersteller kein Update mehr liefert, soll unser Vertrauen bekommen? Unwahrscheinlich. – Ulrich Karthäuser

Es gibt gar keine Notwendigkeit, selbstfahrende Autos in unsere Städte zu bringen. Das sagt und lese ich bei dem Philosophen und Buchautor David Prescht. So lange nicht jeder Verkehrsteilnehmer, die Autos, Radfahrer, die Fußgänger, komplett überwacht wird, bzw. miteinander kommunizieren können, ist an ein autonomes Fahren z.B. in der Stadt nicht zu denken. Wer will denn diese Überwachung pur, wie etwa in China.

Es gibt noch einen weiteren gravierenden Punkt für mich, der in der öffentlichen „Meinungsbildung“ garnicht mehr vorkommt. Die Wünsche der Konsumenten. „Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind“. Dieser offensichtlich altmodische Satz beinhaltet all das, was die Beziehung Mensch – Auto ausmacht? Der Spaß am Auto und am Autofahren. Speziell auf dem Autosektor hat sich eine seltsame Umkehr zwischen Angebot und Nachfrage entwickelt, nicht zuletzt durch die destruktive Grenzwert EU Politik. Ob die ca. 250.000 Taxifahrer in Deutschland die tecn. Revolution des autonomes Fahren auch begeistert, glaube ich eher nicht. – Walter Schroiff

Andreas Scheuer macht Dampf: „Die Zeit ist einfach reif, und der rechtliche Rahmen passt dazu.“ Weder noch. Der Weg von der Fahrerassistenz und „überschaubaren Situationen“ zum „sich morgens ins Büro chauffieren lassen“ ist elend weit, möglicherweise zu weit. Kritische Stimmen sagen, dass die letzten Prozent der Vision gar nicht erreichbar sein werden. Ein Themenfeld, über das noch reichlich zu diskutieren ist. Mein persönlicher Aufreger ist jedoch der rechtliche Aspekt. Da wird doch der Paragraf 1 e des vorgelegten Gesetzentwurfs, der nur eine konkrete Beschreibung der Dilemmata in Grenzsituationen ist, gefeiert als Durchbruch. Sie soll „eine Art Rezept für künftige Programmierungen“ sein und die Erwartung ist groß: „Kommt die Regelung, dann sind die Unternehmen dran“.

Wie soll denn auf Basis der Feststellung, dass „keine Gewichtung anhand persönlicher Merkmale“ vorzusehen ist, der Algorithmus aussehen? Ich hätte schon eine Idee: In Grenzsituationen, in denen das Leben Dritter gefährdet ist, hat das System konsequent gegen sich selbst und den Fahrer zu entscheiden. Oder würde ein derartiges Kalkül die Begeisterung für die Technik Autonomes Fahren zu arg dämpfen? Andreas Scheuers „Begeisterungsfähigkeit für Innovationen“ würde ich eher als Faszination für ein Männerspielzeug sehen, der offenbar auch der Autor verfällt. Ich hätte im Artikel etwas kritische Distanz erwartet, den ich eher in einem Organ des Verbandes der Automobilindustrie als der ZEIT verortet hätte. – Gerhard Lösl

In Ihrem Beitrag zum Thema „Autonomes Fahren“ schießen Sie weit über das Ziel hinaus! Warum propagieren Sie das Ende des mündigen Autofahrers? Autonomes Fahren heißt, den Fahrer total zu entmündigen! Autofahren soll keinerlei Freude mehr machen, der Fahrer soll keinerlei Verantwortung mehr übernehmen, das macht alles der Computer, der bekanntlich notorisch unzuverlässig ist! Was soll das für einen Sinn haben? Wer sich in Zukunft ein Auto kauft, der kauft einen Computer, der über alles bestimmt. Keine Eigenverantwortung mehr. Keine Entscheidungsfreiheit mehr. Der Fahrer/ die Fahrerin ist kein Fahrer/ keine Fahrerin mehr, er ist nur mehr Passagier! Da fahre ich lieber mit dem Zug. Oder von mir aus mit dem Bus.

Wer soll sich dann noch ein Auto kaufen? Sind schon die E-Autos ein Unsinn sondergleichen, die nicht einmal den ökologischen Fußabdruck eines normalen Benziners oder Diesels erreichen, so sind die Autonomen der Unsinn zum Quadrat! Wer ist auf diese Schnapsidee eigentlich gekommen? Ich bin entsetzt über diese Entwicklung, der Titel „Das Ende des Lenkrads“ nimmt einem jegliche Freude, er lässt das Damoklesschwert der Entmündigung gnadenlos auf jeden fallen, der sich noch ein kleines bisschen Entscheidungsfreiheit bewahrt hat. Die Zukunft ist düster, schwarz, sinnlos und unerfreulich. Und das verkaufen Sie als eine Errungenschaft! – Siegfried C. Strasser

Leserbriefe zu „Eine Perspektive ohne Auf und Ab“ von Sandra Ciesek et al.

Wie wäre es, wenn die Medien (auch die Zeit) die Wissenschaftler bei ihren Bemühungen, eine Bekämpfung der Pandemie aufzuzeigen, positiv zu unterstützen und nicht nur überwiegend negativ zu berichten. Auch auf die Menschen einzuwirken sich an die Regeln zu halten, und nicht nur immer mit dem Finger auf die da oben zu deuten. Auch wenn sich negative Berichterstattung besser verkauft, sollte in Zeiten der Pandemiedarauf verzichtet werden. Dazu ist die Lage zu ernst. – Wolfgang Großheim

Über diesen klugen und hilfreichen Beitrag, der „eine produktive öffentliche Debatte über die Strategie der Pandemiebekämpfung“ mit durchdachten Argumenten befeuert, habe ich mich sehr gefreut. – Klaus Timmerbeil

Und ich dachte: am Ende des Artikels gibt es einen konkreten Plan! – dr. Salvatore Algieri

Vielleicht wäre ein Abo der ZEIT für die Politiker eine Idee?? Ganz ehrlich: ich, Otto-Normalfrau ohne wissenschaftliche Ausbildung habe diesen Artikel gelesen und alles auf Anhieb verstanden. Jetzt frage ich mich: Woran liegt es, dass die Politiker noch immer nicht angemessen reagieren? Konzepte dieser Art sind ja nicht zum ersten Mal in dieser Sch....zeit von Menschen mit Köpfen entwickelt worden. Bedenkenträgertum und damit verbunden Mut- und Kreativtätslosigkeit sind leider auch ausgeprägte Eigenschaften unserer Politiker. – Annette Haagen

Diese Initiative begrüße ich. Es ist ein lobenswerter Versuch, von dem bisherigen Handeln zu einer Strategie des Handelns zu gelangen. Allerdings sollte die Umsetzung dieses Denkanstosses in einer „Denkfabrik /ThinkTank mit den Betroffenen debattiert werden. Es genügt nicht, die notwendige Debatte den Runden der Kanzlerin mit den Damen und Herren Ministerpräsidenten zu führen. Dieselbe muss m. E. mit den Fachleuten der betroffenen Bereiche der Gesellschaft geführt werden.

Diese Notwendigkeit ergibt sich allein aus einem vermeintlichen Randgeschehen. Seit einem Jahr wird beklagt, dass sich die Fenster von Klassenräumen nicht öffnen lassen. Hygienevorschriften sind daher nicht einhaltbar. Die politisch Verantwortlichen haben darauf nicht reagiert. Im Einzelfall haben jetzt Schulen Lüftungsanlagen nachgerüstet. Die Umsetzung dieser Vorstellungen bedarf einer praktischen Initiative und einer Führung im Handeln. – R. Renaux

Der Beitrag ist sehr interessant und sicher wichtig. Dennoch wirft er eine Reihe Fragen auf, die sich nicht nur an die Autoren und Autorinnen richten: 1. Warum ist unter den Autorinnen und Autoren niemand mit einem epidemiologischen Hintergrund zu finden, obwohl der Beitrag ausdrücklich auch das epidemiologisch Notwendige zu betrachten sucht? 2. Ist die Inzidenz die geeignete Maßzahl, anhand derer über Maßnahmen entschieden werden soll, obwohl diese Inzidenz ganz offensichtlich von der Anzahl der durchgeführten Tests abhängt? 3. Worin unterscheidet sich das Ziel einer Wocheninzidenz von 10 vom Ziel der Nullinzidenz außer in der Dauer der dafür erforderlichen strikten Beschränkungen?

Diese Frage stellt sich insbesondere vor dem Hintergrund, dass dieses Ziel zunächst überhaupt erreicht werden müsste. Die aktuellen Entwicklungen zeigen aber bereits die Schwierigkeiten, eine Inzidenz von 50 oder auch 35 zu erreichen und das trotz bereits erheblicher Einschränkungen. 4. Warum sollte man daran glauben, dass bei einer erreichten Inzidenz von 10 ein stabiler Zustand erreichbar ist, in dem Lockerungen möglich sind? Dieser Zustand war bereits einmal erreicht und konnte nicht gehalten werden. Warum sollte es im zweiten Versuch anders sein? 5. Die Langzeitfolgen von Long Covid in die Überlegungen mit einzubeziehen ist richtig.

Warum wird aber nicht auch über die Langzeitfolgen der aktuellen Strategie der Beschränkungen und Schließungen diskutiert, auch vor dem Hintergrund, dass diese in großem Umfang die jüngere Generation betreffen, die an diesen Folgen auch noch am längsten zu tragen haben wird. 6. Warum wird nicht auch die Frage zumindest diskutiert, was getan werden sollte, wenn sich die Krise mit Kontaktbeschränkungen allein nicht eindämmen lässt, wenn also klar wird, dass wir trotz Einschränkungen die geforderten Maßzahlen nicht erreichen? 7. Warum beschränkt sich die Diskussion nur auf Beschränkungen und nicht auf auf mögliche Alternativen? – Gernot Schullerus

Leserbriefe zu „Helden der Selbstverzwergung“ von Charlotte Parnack

In Ihrem Artikel schreiben Sie, wir Ärzte hätten in 16 Bundesländern 17 Landesärztekammern, über die wir uns unter anderem Geld und Gehör sichern würden. Als niedergelassener Facharzt für Orthopädie würde ich gern wissen, in welcher Weise wir uns über unsere Ärztekammer Geld sichern können. Ein kleines Beispiel würde genügen. – Dr. Frank Goebels

Der Schluss-Satz ist bemerkenswert. „Wer nicht organisiert ist, ist politisch weder bedeutend noch sichtbar.“ Bei der Frage der Bezahlung für Pflegearbeit geht es aber gar nicht um Politik, sondern um den Preis für ein knappes Gut. Ein Gut überdies, ohne das viele andere ihr Geld nicht verdienen könnten. Seit wenigstens einem halben Jahrhundert wird uns gebetsmühlenhaft erzählt, dass der Preis von etwas durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Die Nachfrage ist da und nimmt zu, das Angebot wird immer dünner. Läge die Gebetsmühle richtig, würde der Preis für die Pflegearbeit von ganz alleine steigen, ohne Organisation und ohne Politik. Und damit sind wir am Punkt. Die Bezahlung der unorganisierten Pflegekräfte legt offen, dass die Erzählung von den selbstregulierenden Marktkräften nicht stimmt. In Konsequenz hat das Auswirkungen auf das ganze Wirtschaftsgeschehen. Und es sollte Auswirkungen haben auf die Wirtschafts-, Sozial und Gesellscahfts-Politik. Sollte ... – Hans List

Es handelt sich um ein Standartthema das in vielen unserer etwas weiterführenden Fortbildungen behandelt wird. Seit 40 Jahren. Alleine es ist eine Forderung . Die heftige Berufsanklagekeule hierzu schwingen finde ich allerdings nicht angebracht. Sie erwecken damit den Eindruck mit letzter Gewerkschaftskraft nachzubrüllen. In diesem Zusammenhang erinnere ich jedoch an ein Parallelthema: warum hat es die Frauenwelt, die z.B. auch Männerberufe,insgesamt jedoch ein breites und z.T. sehr hochqualifiziertes Spektrum besetzt, bislang nicht geschafft bei gleicher Qualifikation gleiches Geld zu erhalten?

Wir in den Pflegeberufen haben es mit einer doppelten Hypotheke zu tun: Frauen- und Pflegeberuf; seit immer. Mit der Selbstorganisation haben sie im Grunde recht, und wir könnten wahrscheinlich Erfolge verbuchen wenn wir ein anderes Standing hätten. Woher soll das kommen? Und jetzt kommt das leidige Thema „Frau und Pflege“. Die Geschichte zeigt uns, dass die unverheiratete Frauen von ihren Familien an z.B.Klöster „verschoben“ z.T. kann man sogar sagen verkauft wurden. Ich würde sagen wir tragen eine soziale Erblast . Mit Sicherheit fehlte uns zudem oftmals eine stärkende Sozialisation. Wichtiger ist jedoch: durch die herrschende gesellschaftliche Ordnung( ich nenne es „Feudalordnung“), wird diese Last auf unserer Berufsgruppe aufrechterhalten . Berufspolitisch werden wir von einer grossen Lobby gedeckelt, gleichzeitig werden hohe soziale und ethische Ansprüche an uns gestellt ohne dass wir letzlich gehört werden.

Von diesen alltäglichen Reibungen, Kämpfen, Verletztheiten sind wir ausgelaugt, resigniert, klein geworden bzw. geblieben. Es ist nicht einfach an einem Arbeitsplatz zu bestehen wo mit weiteren Berufsgruppen die Pflegenden in erster Linie nicht gehört und nicht beachtet zu werden. Da nützt die Systemrelevanz leider nichts. Derzeit kann man sogar wieder Leserbriefe in der ZEIT sehen die annähernd so formulieren, dass eine Krankenschwester, jawohl, zur Verfügung zu stehen hat. Es gab in der ZEIT Nr.3 einen sehr erhellenden Beitrag der ehemaligen Krankenschwester Monja Schünemann:“Weisse Wut“. Anhand der nachfolgenden Leserbriefe musste ich schliessen, dass fast die Hälfte der Leser unser Grundproblem nicht verstanden haben oder gar nicht verstehen können.

Wissen sie, wir erlebten z.B. nach o.g. Fortbildungen bereits einen ,aha, Bewustseinserfolg wenn wir erkannt haben....und dann kommt erst die Wut. Wir sind noch weit weg vom selbstverständlichen Fordern. Oder haben sie je gehört, dass eine examinierte Krankenschwester die jetzt Covid19Impfungen durchführt eine adäquate Vergütung verlangt hätte? Anders gefragt: warum lässt der Staat (Gesundheitsministerium) folgende Ungleichbehandlung zu:pro Std. erhält die Krankenschwester 18.- bis ca.27.-Euro, je nach Bundesland. Der Arzt erhält bis zu 120.-Euro die Stunde. – Renate Zehelein

In ein korporatistisches System, welches sich über Jahrhunderte entwickelte und ausdifferenzierte, kann man sich weder Einlass erbitten, noch über ein Kunstprodukt, wie eine von oben bestimmte Kammer, hineindefiniert werden. Es brauch dazu keine, einem Virus geschuldete Formulierung der ‚Systemrelevanz‘, sondern einen gesellschaftlich akzeptierten Stallgeruch. Dieser ist zu aller erst aus sozialgeschichtlichen Gründen bei der Pflege nicht vorhanden. Hier bitte ich Sie, und dies ist der Grund warum man über die Pflege meist nur kurze Texte schreibt, oder die langen Texte meist mit emotionalen Wechselwirkungen füllt, die entsprechende Literatur zu lesen.

In der Kürze jetzt nur drei Schlüssel zum Verständnis gegenüber dem Verhalten der Pflegekräfte mit Blick auf ein Kammerwesen. Dies liegt nach meinem Befinden, zum ersten im Rekrutierungs- und Ausbildungshintergrund in der Pflege, der entweder noch aus Resten ethischer Mobilisierung wider dem Primat der mit einem Beruf verbundenen Lebenshaltungskosten funktioniert, oder aber, dem seit der Pflegeversicherung zunehmenden, neuen Jobgedanken, der mit Vokabeln, wie ‚Intimität auf Abstand’ oder ‚Coolness in der Pflege’ den kompletten Widerspruch zu jeder Pflegeethik darstellt. Bevor dieser Widerspruch nicht geklärt ist, wird die Pflege nicht einheitlich handlungsfähig.

Zum Zweiten driften die Interessen von Arbeitnehmern in der Pflege bei massiver Ausdifferenzierung auseinander! Funktionsbereiche (OP, Ambulanz; Intensiv), Stat. Krankenhaus, Stat. Altenheime, Stat. Kinderkrankenpflege, betreute Wohngruppen, Tagespflegen, Ambulante Intensivpflege, Stat. Hospiz, Ambulante Palliativpflege, Ambulante Altenpflege, Behindertenheime, Betreuungsdienste, Beratungseinheiten, etc., mit weniger werdenden Schnittmengen in Finanzierung, Standardisierung, Handlungsschwerpunkten, Sprache und Verortung, entwickeln schneller Unterschiede als Gemeinsamkeiten. Dem kann weder die Politik, der Journalismus noch die Wissenschaft oder der Korporatismus folgen!

Drittens sind Berufsverbände und Pflegewissenschaften sofort auf einen systemimmanenten Kurs eingeschwenkt, der sich in Deutungshoheit begründet, diese beansprucht, damit aber meist Akteuren, wie Kostenträgern und Medizinischen Diensten die Möglichkeit gibt, Anforderungen an die Ausführenden zu stellen, die i.d.R. Effizienz, Mehrwert, Fremd- und Letzverantwortung (gesetzliche oder rechtsverordnete Aufgaben der Ärzte, Tätigkeit der Sicherstellung der Pflege die bei Kranken- und Pflegekassen liegen, Aufgaben von Betreuern, Angehörigen usw.) bedeuten. Den emotionalen und finanziellen Stress, der jede Talkshow zum Thema Pflege bestimmt, spare ich mir.

Der in Pflegekammern übliche Kontext von hochqualifizierter Pflege, Gleichschaltung mit dem Handwerk, politische Mitbestimmung, spiegelt höchstens 10 Prozent der Pflegenden wider. Es gibt halt nicht ‚die Pflege’! Provokativ gesagt, gilt häufig in der Pflege die selbe Einstellung zu den pflegerischen Fürsprechern, welche Soldaten haben, deren Befehlshaber den Schützengraben nur aus der Militärhochschule kennen. Im übrigen: Ärzte stehen ihren Verbänden längst nicht so nahe, wie im Artikel geschildert....und, Ihre geschichtliche Reputation war immer der Gebrauchswert, anders, als in der bis vor 50 Jahren durch ‚Almosen’ definierten Pflege. Das zeigte sich nicht zuletzt daran, dass Medizin nach Theologie, Jura und Philosophie früh ein Studienfach wurde. Wenn Sie dann auf die Pflege schauen, und gleichsam auf dessen, tatsächlichen, auf dem freien Markt am Gebrauchswert bemessenen Wert, wird Ihnen klar, warum Ihr Fingerzeig auf die Ärzteschaft hinkt. – Rolf Zander

Die Analyse stimmt größtenteils, nur fehlt ein zentraler Aspekt: es ist die Gewerkschaft Verdi, die mit allen Mitteln die Verkammerung der Pflege zu verhindern sucht, leider mit zunehmendem Erfolg. Und dafür arbeitet Verdi gerne Seit an Seit mit dem Bund privater Anbieter bpa, der jeden Flächentarif ablehnt. Und die SPD macht wegen Verdi in vielen Bundesländern dieses unsägliche Spiel mit. Und die Pflegenden selbst interessieren sich kaum für politische Zusammenhänge. – Irmgard Hofmann

Gestatten Sie mir wieder einmal ein kritisches Mit-Denken mit Artikeln vom 18.2., Nr. 8. V.a. geht’s mir um die „Helden der Selbstverzwergung“, Frau Parnack, S. 20. Nein, die Kammer-Zugehörigkeit darf hier nicht als

einziges

Manko genannt und dies notabene allein den Pflegekräften in die Schuhe geschoben werden. Es ist wirklich nicht die Zeit, darauf herumzureiten. Das „kollektive Versagen“ spielt auf einer anderen Ebenen. Und ob nicht der Chirurg oder wer sonst aus diesem Berufsstand eine ganz andere Ausgangsposition im Interessengeflecht der stationären Krankenversorgung hat, ist dann noch einmal ein Thema. Es ist wahrlich nicht die Zeit, so zu fokussieren! Und die Gründe für die Misere der Verkammerung (die auch in anderen Berufsgruppen zu finden ist, so dass man doch wohl auch die politisch gegebene Struktur dieser Interessenvertretung zu reflektieren ist), sind wahrlich jetzt nicht ein Thema für uns eventuelle Patienten.

Anmerkungen: S. 25, das Futter für die Haustiere, Herr Rohwetter: Da fehlt doch Wissen. Ich besorge das Fleisch für meinen Hund (das ich ihm neben BARF gebe) in Form von Hühner-Karkassen beim Metzger. Warum? Weil diese dort Abfall sind und andernfalls verbrannt werden. Wissen Sie, wie viele Tonnen das pro Tag sind? Man frage die Metzger. S. 23, die Wohlstandsunterschiede, Herr Kolja Rudzio: Mir fehlt da ein Rest in den Bevölkerungsanteilen: 12+40+11 macht 63%, und verbleibende 37% sind doch ein ziemlich grosser Teil und wäre eine Information wert. Im übrigen sehr gut, dass Sie diese Forschungsarbeit bringen! Und insgesamt wie immer: ganz, ganz herzlichen Dank für „Die Zeit“! – Marelli-Simon

Leserbriefe zu „Der Richter und das Kiffen“ von Thomas Melzer

Es liegt mir fern, das Kiffen generell zu empfehlen oder abzulehnen. Auch kann ich mich nur bezüglich der von mir selbst erlebten Zeit äußern, also die 1960er und 70er Jahre. Über die aktuell juristische Angelegenheit hinaus möchte ich aber sagen, dass damals nicht wenige junge Leute durch das Kiffen zu mehr Gelassenheit, Sanftmut und fundierter Kommunikationsbereitschaft anstatt unreflektiertem Konfrontationsgehabe gekommen sind. Natürlich gab es auch damals Leute, die sich nur zudröhnen wollten, aber eben auch die anderen, die das Kiffen als Methode bzw, Hilfsmittel sahen, erstarrte Verhaltensmuster der vorherigen Generation in Frage zu stellen und sich davon zu befreien. „Entkonditionierung“ war damals ein geläufiges Schlagwort unter Hippies. Die hat zwar nicht immer zu brauchbaren Lösungen geführt, war aber vom Ansatz her gar nicht so falsch. – Christoph Müller-Luckwald

ich lese Ihre Beiträge stets mit großem Interesse. Nicht nur die Themen, sondern speziell Ihre Art und Weise der Darstellung gefällt mir. Dies trifft auch für „Der Richter und das Kiffen“ zu. Warum Cannabis verboten ist, Alkohol und Nikotin nicht, hat sich mir noch nie erschlossen. Nach Cicero frage ich mich: Cui bono? Ich habe bisher keine Antwort gefunden. Ein Alkoholiker bekommt eine neue Leber, ein Raucher eine neue Lunge. Wer Cannabis, Kokain oder Heroin nimmt, kommt ins Gefängnis. Das versteht keiner. – Hartmut van Meegen

Es ist in meinen Augen unangemessen, in welcher Ausführlichkeit Thomas Melzer in seinem Artikel Müllers Person, seine Familiengeschichte und seine Psyche darstellt, um den Kontext des Befangenheitsantrags wiederzugeben. So halte ich es für grenzwertig, wie detailliert Melzer die Depressionen seines Kollegen schildert und diese obendrein mit persönlichen Kommentaren spickt: „Eine gesunde richterliche Psyche sollte gegen solche Schläge imprägniert sein, doch nach dem Suizid seiner Berliner Richterfreundin Kirsten Heisig verkraftet Müllers Seele keine Selbsttötungen mehr.“ Im Kontext der Textstelle hatte ich durchaus den Eindruck, dass so etwas wie ein geringschätziger Vorwurf darin mitschwingt.

Vor allem der Ton, in dem Melzer über das Auftreten seines Kollegen schreibt, ist aus meiner Sicht in einem nach Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit strebendem journalistischen Text nicht angebracht. Formulierungen wie „Das ist es, was an Müller gelegentlich nervt, dieses provokative Herausstellen seiner Street-Credibility.“ wirken eher wie Lästersprüche denn überlegte Beurteilung. Ich vermisse in diesem Artikel die richterliche Objektivität und Distanziertheit, um die sich der Autor gerade vor dem Hintergrund seines persönlichen Streits mit Müller hätte bemühen müssen. In dieser Hinsicht bewegt sich Melzer, wie ich finde, an der Grenze des Vertretbaren. – Georg Zerbe

Leserbriefe zu „Sieht knapp aus. Ist es aber nicht“ von Matthias Geis

Dass Söders Zögern als Schwäche erscheint, könnte durchaus gewollt sein. In einer längeren Perspektive ist dieser Anschein machttaktisch durchaus schlüssig. Indem er sich jetzt scheinbar nicht entscheiden kann, dehnt er den Spannungsbogen bis zu dem Punkt, an dem er sagt: „Ich habe es immer gesagt, mein Platz ist in Bayern.“ Sein Ziel hat er dann freilich erreicht: Laschet geht als Kanzlerkandidat von Söders Gnaden geschwächt ins Rennen. Söder sagt ihm volle Unterstützung zu und treibt Laschet gerade damit vor sich her. Das programmatische Voranschreiten von Söder und seine gleichzeitige Rückkopplung in die Merkel-Tradition gehören schon in diese Strategie. Laschet wird damit regelrecht in die Zange genommen. Söder wird immer wieder Sätze sagen, die mit „Ich habe es immer schon gesagt...“ beginnen. Im Schatten dieser Sätze ist sichergestellt, dass Laschet im Verhältnis zu Söder immer schlecht aussieht. Angesichts der Schwäche der Kanzlerschaft von Laschet baut sich in der CDU die Sehnsucht nach einem Retter auf, als der sich Söder wie von alleine anbietet. Der Tag wird kommen, an dem er nur noch offene Türe ins Kanzleramt durchschreiten muss. – Reinhard Koine

Diese Analyse habe ich mit Interesse gelesen. In einem Punkt ist eine andere Betrachtungsweise möglich. In der ersten Abstimmung über die drei Kandidaten erhielt der eher moderierende Laschet gerade einmal eine knappe Mehrheit der abgegebenen Stimmen. In der Stichwahl kamen dann die Stimmen des ebenfalls zum Moderieren neigenden Drittplatzierten Röttgen hinzu. Seine Befürworter entschieden sich als Kompromiss eher für Laschet als für März.

In der Frage des Kanzlerkandidaten geht es m. E. um Macht und persönlichen Ehrgeiz denn um Eignung, Vorstellungen, Konzepte und Führungsqualitäten. Wer gegebenenfalls die Richtlinienkompetenz für die Bundespolitik erhält, wird am Souverän vorbei von den politischen Repräsentanten hinter verschlossenen Türen entschieden. – R. Renaux

Markus Söder, der nach meinem Verständnis politisch verantwortliche Mann für die anhaltende demokratische und steuerfinanzierte Unwucht im Bundesverkehrsministerium, dem Ressort eines Parteifreundes, ein seriös-verlässlicher Kanzlerkandidat für Deutschland? Nach bayerischem Gutdünken mag das so sein, ist doch das durchweg fatale Wirken und Unterlassen des Herrn Ministers Andreas Scheuer für die CSUler offensichtlich nur eine Banalität. Für mich ist dieser Werdegang indes relevant und ein starkes Zeichen für Führungsschwäche. Und nicht zuletzt deshalb gilt zu recht: Advantage Armin Laschet. – Matthias Bartsch

Leserbriefe zum Titelthema „Der große Unterschied“ von Jens Jessen et al.

Ich finde es verdienstvoll, dass sich die ZEIT an prominenter Stelle dieses gewichtigen und ernsten Themas annimmt. Man darf es ja wohl als „gewichtig und ernst“ bezeichnen, da es 50% der Bevölkerung betrifft und im Einzelfall eine Angelegenheit von Leben und Tod darstellt. Es ist auch ein komplexes, hochgradig aufgeladenes Thema. Natürlich tönen bei der Frage, ob man in dem Fall der Corona-Impfungen gezielt zugunsten der Männer diskriminieren sollte, sofort die Geschichte und heutige Ausprägung des Patriarchats und der strukturellen männlichen Dominanz, gar des Sexismus, an. Wahrlich ein interessantes und relevantes Problem! Umso enttäuschender, dass sowohl in dem Artikel von Jens Jessen als auch in dem Interview mit der Medizinethikerin Claudia Wiesemann die Flasche der Klärung eilends verstöpselt wurde, bevor der Geist des Zweifels an der herrschenden Betrachtungsweise entweichen konnte.

Jessen kommt zu der Schlussfolgerung, „der Mann“ sei „auch in der Corona-Krise gut beraten, nicht auf seiner ‚Vulnerabilität‘ zu bestehen“ und argumentiert hierfür vor allem (evolutions-)historisch und mit einem Appell zur „Verbeugung vor dem männlichen Ehrgefühl vergangener Epochen“. Im Übrigen arbeitet er mit der Karikatur des „zur Furcht befreiten und zagenden und um sein Leben bettelnden Softie“. Da ist offenbar bei der Bemühung, das Problem, um das es hier geht, nicht zu behandeln, sondern zu vernebeln, ein ganz anderer Geist entwichen, der ziemlich zynische Züge trägt.

Gar noch enttäuschter bin ich von den Äußerungen der Medizinethikerin Claudia Wiesemann, inklusive der Gesprächsführung durch Anna-Lena Scholz. Von wem, wenn nicht von einer Medizinethikerin (eben zumal von einer Frau!) könnte man wohl in dieser Frage klärende Worte erhoffen? Aber schon der Titel „In der Falle des Patriarchats“ verheißt nichts Klärendes. Unmittelbar nachdem Frau Wiesemann bestätigt, dass Männer ein signifikant höheres Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken und zu sterben, dass es rechtlich möglich wäre und sogar ethisch geboten sein könnte, Männer prioritär zu impfen, verstöpselt sie die Flasche mit dem Rundumschlagargument, dass die Gruppe der Männer als Priorisierungsgruppe viel zu groß wäre und daher ihre geschlechtsbezogene Priorisierung nicht in Frage kommen kann.

Und bei diesem Standpunkt bleibt sie – sogar auf Kosten simpler Logik: Sie begründet ihre Haltung, Männer in der Impfstrategie nicht zu bevorzugen mit den Richtlinien zur Triage-Entscheidung in der Intensivmedizin, dass nämlich „bei gleicher Dringlichkeit“ (einer Beatmung) „das wesentliche Kriterium die Erfolgsaussicht sein“ soll. Und an dieser Stelle hätten ja die Männer regelmäßig die schlechteren Karten. Ist das nicht ein überzeugender Ausdruck der erhöhten Schutzbedürftigkeit der Männer und spräche tatsächlich dafür, Männer bevorzugt zu impfen?

Die wahren Hintergründe der von Claudia Wiesemann (und Anna-Lena Scholz?) vertretenen Haltung kann man wohl in Äußerungen finden wie „Die Gleichberechtigung von Frauen ist längst nicht auf allen Ebenen durchgesetzt. Und das Engagement der Männer dafür könnte größer sein.“ Oder in dem Gedankenspiel „die Impfzentren wären voller Männer. ... Frauen und Kinder säßen derweil zu Hause. ... Wie wäre wohl die Stimmung im Land?“ Aus meiner Sicht werden hier Ebenen und Argumentationen vermischt, die für die Beantwortung der Grundfrage nicht zusammengehören. Ich spüre deutlich, dass mächtige Tabus und Denk- und Sprachregelungen am Werk sind. Tatsache ist, dass die STIKO die besondere Vulnerabilität von Bevölkerungsgruppen zu einem Hauptkriterium für die Priorisierung in der Impfreihenfolge erklärt hat.

Claudia Wiesemanns zentrales Argument der zu großen Gruppe und der potenziellen Mehrfachprivilegierung der Männer könnte ich sofort mit einem pragmatischen Vorschlag kontern: Innerhalb der von der STIKO festgelegten Prioritätsgruppen (nach Alter, besonderen Risiken, etc...) werden Männer bevorzugt geimpft. Das wäre medizinisch vernünftig, rechtlich möglich und ethisch geboten. Aber haben wir den Mut, etwas so schwer Vermittelbares wie eine begründete, systematische Bevorzugung von Männern überhaupt nur anzudenken und offen zu besprechen? Ich bin gespannt.

Fast ebenso gespannt bin ich, wie wohl die in teils unanständiger Weise zur Wahlkampfkeule gegen die Grünen hochgepimpte Frage der Zukunft der Einfamilienhäuser weiter diskutiert werden wird. Hier geht es zwar nicht um Leben und Tod, aber auch um ein tiefgreifend emotional aufgeladenes Thema. Meine These: Nur wenn wir bereit sind, offene Diskurse über tabubesetzte, gesellschaftlich relevante Themen zu führen, wird unsere Demokratie gegen die Verlockungen eines gefälligen und letztlich zerstörerischen Populismus gefeit sein. Alter weißer Mann und Feminist – Rudolf A. Müller

Die Artikel zum Titelthema machen mich fassungslos. Ich empfehle die Lektüre des Buches „Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez. Danach können wir gern darüber diskutieren, wessen Leben (und übrigens auch wessen Lebensleistung) unserer Gesellschaft weniger wert ist. – Susanne Di Ninni

Das gewählte Thema „Der große Unterschied“ finde ich gut ausgearbeitet. Es ist ein gelungener Mix. Wobei mir das sehr sachliche Interview mit der Medizinethikerin Claudia Wiesemann am Besten gefallen hat. Auch der Artikel „Immer auf die Mütze“ gefiel mir sehr. Bitter ist der Artikel „Zum Verschleiß bestimmt“. Die Aussage ist jedoch leider im Grunde wahr. Spätestens bei meiner Musterung vor 30 Jahren zum Wehrdienst wurde mir das als junger Mann klar. – Marko Becker

Leserbriefe zu „Ihre Wut ist kostbar“ von Ijoma Mangold

„Flüchtlinge aus dem Irak gehören auf die Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten“. Hengameh Yaghoobifarah schreibt so über Polizisten und wird dafür gefeiert. Wer als Deutscher ohne Migrationshintergrund solche Sätze veröffentlichen würde (die Idee zur Persiflage stammt von Boris Palmer), würde zu Recht als Rechtsradikaler klassifiziert und womöglich strafrechtlich belangt. Wenn eine Person, die mit ihren Eltern aus dem Irak nach Deutschland eingewandert ist, solchen Blödsinn von sich gibt, ist ihre Wut „kostbar“, die herabwürdigenden Sätze werden als „Humor“ bezeichnet. Ihre anderen Kolumnen in der TAZ sind übrigens nicht besser, und Satire oder Humor sucht man dort vergebens.

Von den Medien wird sie trotz ihrer nervtötenden, plumpen Deutschfeindlichkeit in drögem Denglisch als „schriftstellerische Begabung“ gefeiert, obwohl sich die Handlung ihres Romans recht langweilig anhört. Ich habe mich fünf Jahre lang viele hundert Stunden lang intensiv für Flüchtlinge engagiert, darunter übrigens auch für eine Familie aus dem Irak. Man kann mich weder in die rechte noch in die nationalistische Ecke stellen, und ich kann mit anregender scharfer Kritik, Satire, Ironie, gut leben. Ich bin kein Polizist und deshalb nicht betroffen. Aber ich wehre mich dagegen, dass man auf dem linken Auge blind ist und jemanden im Feuilleton feiert, der/die/das solche menschenverachtenden Artikel publiziert. Wie weit ist unser Land gekommen? – Dr. Eberhard Fritz

Gefühle sind fürwahr kostbar. Wenn Gefühle dazu motivieren, Zwischentöne und Ambivalenzen, die Gefallsucht von Stolz und die Vermessenheit von Vorurteil, in ihrer ganzen Bandbreite glaubhaft aufzuzeigen, sind sie noch kostbarer. Will sagen, dass sich gute Literatur wie auch guter Journalismus mittels Sachbezogenheit und Meinungsvielfalt als Schlagader aufgeklärter, demokratischer Verfasstheit auszeichnen. Der individuelle Hintergrund gehört deshalb gleichberechtigt in die dialogische (und dialektische) Mitte einer Gesellschaft eingebracht. Denn wenn wir Fakten und Bewusstsein transparent in den Vordergrund unseres sodann vermittelnden Denkens, Bekundens und Handelns stellen, werden Hintergründe allenthalben sichtbar.

Klar ist: Die vermeintlich „beste und ausgewogenste“ Meinung und Moral wird Sachinformationen nicht ersetzen können; aber sie beschreibt und erklärt den gebildeten Weg dorthin. Kurzum, anstatt Cancel Culture brauchen wir Connection Culture. Mit dem Roman „Ministerium der Träume“ scheint Hengameh Yaghoobifarah, folgt man dem versierten Urteil des Literaturkritikers Ijoma Mangold, genau das – ganz im Gegenteil zu der ordinären und darum ärgerlich wertlosen taz-Kolumne – gelungen zu sein. – Matthias Bartsch

Leserbriefe zu „Eine Kuh macht noch keine Wende“ von Georg Etscheid

Vielen lieben Dank für diesen differenzierten Artikel und auch die Beschreibung der Nachteile auf Umstellung auf Ökolandbau, auch in Bezug auf das Klima und den Appell an die Verantwortung jedes Einzelnen. Ich bin, auf grund des Grundinteresse als Bürger und auch beruflicher Natur, seit einigen Jahren mit Landwirten bzw. mit Landwirtschafts nahen Menschen in Kontakt. Einige sind davon überzeugt, dass die Landwirtschaft Teil der Lösung ist für unsere Herausforderungen als Menschheit (Anpassung an klimatische Verhältnisse, Klimastabilität, Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, Versorgung generell mit Lebensmittel und damit auch gesellschaftliche Stabilität durch Befriedigung von Grundbedürfnissen, sauberes Wasser, saubere Luft,...).

Wie auch immer, hier gibt es viel aufzulisten – und das was ich aus diesen Kreisen auch vernehme, dass der Ökolandbau ein guter Schritt ist, danach jedoch noch viel mehr Verbesserungspotenzial wartet. Und dass es Zeit wird, dass der Landwirt und die Farm wieder in den Mittelpunkt gestellt wird – auch was das Geld verdienen betrifft. Und natürlich den Aspekt zu reflektieren, die Natur (und den Menschen) zu kontrollieren. Ich kann zum Thema und auch als Kontakt unter anderem Alexander Klümper empfehlen, er ist gut vernetzt und einer der bekanntesten Direktsäer von Deutschland und hat bereits viele Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft bei ihm auf den Betrieb umgesetzt.

In dem Kontext der Direktsaat und in Anbetracht entsprechender Dosis kann sogar Glyphosat eine Rolle spielen und Vorteile gegenüber der mechanischen Vorfrucht Behandlung des Bodens bieten. (zumindest mittelfristig, bis wir eine Landwirtschaft haben, die generell ursachenorientiert arbeitet und nicht einfach Symptome unterdrückt – in dem Falle die Unkräuter). Ich selber habe eine Ausbildung bei Earthfort angefangen, einem Bodenbiologie Labor in den USA. – Anja Wagner

ich habe gerade den oben genannten Artikel gelesen und dort ist geschrieben: „Für die biologische Landwirtschaft gelten strengere Regeln als für die konventionelle. ... Nutztieren dürfen keine Antibiotika verabreicht werden.“ Diese Aussage ist leider komplett falsch und unterstützt falsche Vorurteile über die ökologische Landwirtschaft. Gerade durch solche Aussagen gibt es von einigen Menschen grundlose Kritik und ein komplett falsches Verständnis von der ökologischen Landwirtschaft. – Fabio Kascherus

Leserbriefe zu „Laborfleisch für Miezi“ von Marcus Rohwetter

Könnten Sie eine Fortsetzung schreiben, die Informationen über die Öko-Bilanz für Laborfleisch enthält? Auch die Hühnerzellen außerhalb des Huhns brauchen ja Rohstoffe, Zuwendung und Energie. Für mich ist das noch eine Black Box, über die ich gerne mehr wüsste. – Dr. Christian Voll

Ich bin – das haben Sie ja nun schon gemerkt – ein Fan Ihrer Kommentare und Formulierungen. In Ihrem aktuellen Kommentar kam mir sehr spontan ein „wie geil“ laut über die Lippen als ich diesen Satz las: Wie Tierliebe und Tiergleichgültigkeit so nah nebeneinander liegen können, ist eines der großen Rätsel der Menschheit. Hierzu fällt mir eine heftige Auseinandersetzung mit meiner Cousine ein, der ich genau das vorwarf. Für ihren Köter (Anmerkung: die Bezeichnung Köter oder auch Töle aus meinem Mund ist keine Beleidigung. Ich hatte selbst 10 Jahre lang ein großes schwarzes Hundetier aus dem Tierheim, das ich sehr geliebt habe) war nichts gut genug. Aber alles andere waren ja nur „Nutztiere“.... Wie geht das zusammen? Seit diesem Streit haben wir keinen Kontakt mehr. Deshalb meine – natürlich nicht ganz ernstgemeinte – Frage, nicht an ELLA, sondern an Sie: haben Sie noch Freunde? Wenn ja, wie schaffen Sie den Spagat? – Annette Haagen

Leserbriefe zu „»Wir müssen die Verfassung ändern«“ Gespräch mit Anja Karliczek geführt von Jeannette Otto und Martin Spiewak

Man muss kein Freund dieser eigentlich völlig überforderten Ministerin zu sein, um ihre Forderung zu bejahen. Was sich die Länder unter dem Deckmantel ihrer Kulturzuständigkeit für das deutsche Bildungswesen derzeit erlauben, rückt in die Nähe strafrechtlich relevanter Unterlassung zum Nachteil unserer Kinder. Den nachfolgenden Generationen eine überzeugende und hochwertige Bildungslandschaft zu gewährleisten, verpflichtet alle zu einer staatlichen Vereinheitlichung, und zwar dringend. Mit der verbleibende Zuständigkeit im sonstigen Kulturbereich ist eine Vielschichtigkeit und Vielfältigkeit von Kulturlandschaften reizvoll und landespolitischen Kompetenzen adäquat. – Jürgen Dressler

Wie wäre es, so ganz still und heimlich das Grundgesetz an das Pandemie- und Impfgeschehen im Lande anzupassen. Die beste Gelegenheit dazu ist der nächste Treff unserer „Hinterzimmer-Regierung“ in einem Hinterzimmer in Berlin, genau dort, wo ständig die beliebten Sanktionen (wie die Verlängerung von Lock-/Shutdown) beschlossen werden. Nehmen wir uns einmal das Grundgesetz vor und blättern zum Art. 3 Absatz 1: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Hier fügen wir das Wörtchen „geimpfte“ zwischen „Alle“ und „Menschen“ ein, auf die Schnelle würde das eh niemand merken; und ratzfatz wäre (pandemie- und impfmäßig) alles wieder im grünen Ampelbereich! – Klaus P. Jaworek

Leserbriefe zu „Fehlende Regler“ von Alard von Kittlitz

Nein,das Impeachment ist nicht an 13 leider uneinsichtigen Rep-Senatoren gescheitert.Sondern selbst ein US-Historiker hatte in einem Interview in irgendeiner dtsch Zeitung dafür plädiert, Trump laufen zulassen. Weil das nicht gut wäre fuer das Land (!) und wie sieht denn das aus,bla,bla. Recht und Wahrheit sind unter Trump zu etwas geworden,dessen Definition man je nach Interessenlage verabreden kann.Diese Atmosphäre hat den Freispruch bewirkt,nicht 13 uneinsichtige Senatoren.

In Deutschland ist das gsd noch nicht so, aber an selbstgerechtem Starrsinn und der weitgehenden Verweigerung jeder selbstkritischen Prüfung mangelt es unserer Justiz ja auch nicht.(Mollath zb) Da lässt man Leute 15 Jahre im Knast verrotten,die unentwegt ihre Unschuld beteuern,ignoriert Mehrarbeit erfordernde Indizien, weil Wiederaufnahmeverfahren ja das Eingeständnis von Fehlern wären,zu teuer sind,zu lange dauern.Man kritisiert doch keine Kollegen,also....ts,ts. Aber wie die USA machen wir es ja noch lange nicht,stimmt schon. Ich finde beides so schlimm,dass mir die Worte fehlen. Aber meine Meinung interessiert ja zum Glück auch niemanden. – Susann Hartwich

Googeln Sie mal die „Yerkes-Dodson-Regel“, die ich noch aus dem erziehungswissenschaftlichen Studium kenne. Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen Aktivationsniveau und Leistungsfähigkeit sehr viel präziser als das 85-Prozent-Gesetz. – Marcel Haldenwang

Leserbriefe zu „Abgehängt im Warmen“ von Kolja Rudzio

Dieses Thema ist einfach so bedeutend, dass ich darüber nicht hinweg sehen konnte. Ich habe diesen Beitrag mit Interesse gelesen. Bei der Betrachtung der Statistiken dürfen wir jedoch nicht die Obdachlosen und die Wohnungslosen vergessen. Hier sind nicht die Prozente sondern die absoluten Zahlen von Bedeutung. Das sind die „Elenden“ vor unserer Haustür. Hier steckt hinter jedem einzelnen Betroffenen eine menschliche Tragödie.

Rd. 50.000 Obdachlose leben auf der Straße in Deutschland. 570.000 Menschen haben keine eigene Wohnung. Sie leben in Heimen und Gemeinschaftsunterkünften. Wo bleibt hier die Würde des Menschen? Währenddessen werden Schicksale von Menschen im Ausland und von Migranten, die sich mit falschen Hoffnungen in die Irre führen liessen, beklagt. Haben hier jemals die Hilfsorganisationen zu Spenden aufgerufen? Sich um Fremde kümmern, ist publikumswirksam. Das ist jedoch in meinen Augen kein Alibi! – R. Renaux

Eine Gruppe von Menschen hat keine Existenznot mehr, wird aber relativ ärmer, weil andere (bspw. deutlich höher qualifizierte Fachkräfte) besser zulegen. Zur Vielzahl der Erklärungsfaktoren spekuliert der Soziologe nur. Wachsender Anteil von Studenten, Älteren oder schlecht Qua-lifizierten etc.: Mangels Wissens auch keine Hilfe zur Problemlösung! Ist er eher an der „schlechten Botschaft“ interessiert? Warum für derart ziemlich dünne „Wissenschaft“ (schwache Zahlenlage, unzureichende Erklärungen, ...) fast eine halbe Seite der ZEIT? – Prof. Emeritus Dr. Wolfgang Ströbele

Leserbriefe zu „Eine haarige Geschichte“ von Tina Hildebrandt und Lisa Nienhaus

Die Sonderstellung der Friseure dürfte Haupt sächlich aus dem weitgeteilten Bedürfnis erwachsen sein, den durch die Pandemie bedingten, durchaus offensichtlichen Dissonanzen der Menschen in und auf ihren Köpfen ein wenig mehr Fasson zu geben. Wenngleich manche für die Friseur-Öffnung bemühte Begründung doch sehr an den Haaren herbeigezogen ist. Rechtsbruch und Rechtsbeugung jedenfalls vorzugsweise als autoimmunitäre Reaktionen auf Gesetze und Normen zu definieren, erscheint mir mitnichten als eine lässliche Haarspalterei. – Matthias Bartsch

Vielen Dank für den Bericht über die Öffnungen der Friseursalons, der gerne auch schon früher begleitend hätte erscheinen können. Man darf auch Kosmetikerinnen die Umsetzung von Hygienebedstimmungen zutrauen, das ist nicht nur ein Einzelmerkmal der Visagistin von Frau Merkel. Auch Schulleitungen werden die Fähigkeit besitzen, Hygieneregeln umzusetzen. Ist die Teambildung/-bindung in Fußballmannschaften wertvoller als in Schulklassen? Gerne können auch die Schulen mit gutem Beispiel vorangehen. Die zukünftige Politik braucht gut ausgebildete Frauen und Männer. Wahlen stehen an.

Es bleibt wohl trotz eigener Abwehr und dann verlorener Jahre keine andere Möglichkeit als eine Protestpartei zu wählen, so könnten die etablierten Parteien Zeit gewinnen, sich zu besinnen und über ihre eigentlichen Aufgaben (z. B. gerechte Politik zu gestalten, zur Abwechslung mal familienbezogen) einmal nachzudenken, anstatt nur persönliche Machtkämpfe auszutragen oder darüber zu berichten, dass die Ehefrau glücklicherweise beim Einschränken von Spielen auf dem Smartphone unterstützt. – Sabine Meyer

Leserbriefe zu „»Ich esse immer noch Cheeseburger, da bekenne ich mich schuldig«“. Gespräch mit Bill Gates geführt von Manuel J. Hartung et al.

Bill Gates beschreibt «was die Menschheit tun muss, um die Klimakrise zu entschärfen». Sein diesbezüglicher Einsatz und sein Vorbild sind grossartig. Er ist ein Vorbild in Bezug auf drei Massnahmen, die er mit Geld und Einsatz fördert. Erstens, er nutzt die Technik, um das Klimaproblem zu entschärfen. Zweitens, er nutzt sein Geld und seinen Einfluss für äusserst wichtige Ziele. Drittens, er verbessert die Situation vieler Menschen, etwa durch Förderung von Impfprogrammen. Nun ist es so, dass es die kompakte Menschheit nicht gibt. Denn da gibt es gewaltige demographische Gräben (Geburtenraten zwischen knapp 1, etwa in Südkorea und über 7, etwa in Nigeria), ökonomische Gräben (Jahreseinkommen, Jugendarbeitslosigkeit) und ökologische (Fussabdruck) Gräben.

Um der Menschheit eine gute Zukunft zu ermöglichen, ist daher ein gemeinsames, passendes Weltbild nötig, auch um den Massnahmen den Erfolg zu sichern. Für die Bereitschaft ein solches Weltbild zu entwickeln und zu akzeptieren, gibt es nun leider drei Hindernissen, die irgendwie auch mit den genannten drei Massnahmen zu tun haben. Man muss auf diese eingehen, um den langfristigen Erfolg zu sichern. Zum ersten Hindernis: In meinem Buch „die Technik reicht nicht“ (BoD 2016) wird gefragt, ob die Probleme der Menschheit gelöst wären, wenn die Erde zehnmal mehr Menschen tragen könnte und begründet, warum das nicht der Fall wäre. Die Technik kann die verfügbaren Ressourcen nur vergrössern und daher nur Zeit gewinnen, aber sie reicht nicht, die eigentlichen Probleme nicht lösen. Zum zweiten Hindernis: Es gibt da den Graben zwischen Arm und Reich.

Dies begünstigt eine Art Opferhaltung. Schuld sind die Reichen. Als Armer ist man nicht verantwortlich.. Dazu folgendes, zur teilweisen Begründung von Unterschieden. Ein ungelöstes Problem ist der Widerspruch zwischen den Menschenrechten auf Lebensunterhalt (Asyl, Medizin, Wohnung, Nahrung, Familiengrösse, etc.) und dem Recht auf Eigentum. Dieser Widerspruch ist deshalb bedeutsam, weil das Recht auf Eigentum (passend angewendet) ein Mittel ist gegen eine Entwicklung, die mit dem Wort «Tragik der Allmend» bezeichnet werden kann und die eine Ursache ist fürs Plündern des Planeten (auch als Folge zu hoher Geburtenraten).

Im genannten Buch wird speziell auch auf die Opferhaltung eingegangen, mit historischen Beispielen aus Europa, die mit Zwang die Geburtenrate senkten. Damit zum dritten Hindernis: Die grossen Unterschiede im Vermögen beruhen nicht auf Raffgier sondern sind eine Folge des technischen Fortschritts, der eine Entwicklung in Richtung „The winner takes it all“ fördert. Das macht Transferleistungen nötig. Damit diese nicht auf ein Fass ohne Boden treffen, muss nachhaltige Familieplanung gefördert und gefordert werden.

Ein Problem ist, dass die drei eingangs genannten Massnahmen teilweise unberechtigte Hoffnungen wecken und daher teilweise kontraproduktiv sind. Was wäre zu tun? Man muss sich auch um ein Gegengewicht (ein umfassendes, realistisches Weltbild) bemühen. Wie beim Brombeerpflücken. Um an die besten Beeren ranzukommen, muss man sich weit nach vorne strecken und als Gegengewicht den Hintern so weit in die andere Richtung recken, wie nötig, um nicht in die Dornen zu kippen. – Dr. tech. Gernot Gwehenberger

Da macht sich eine der (einfluss-) reichsten Privatpersonen der Welt glaubhaft Sorgen um die Zukunft der Erde, schreibt sogar ein Buch darüber, um dann festzustellen: Der Co2- Ausstoß ist über eine Verhaltensänderung der Menschen nun mal leider nicht auf Null zu bringen. Tja, dies hat auch niemand behauptet! Zumindest in diesem Interview nicht. Eher dürfte folgendes gemeint gewesen sein. Ob nicht der Gedanke plausibel wäre, dass nur eine Kombination von Technikfortschritt UND Verhaltensänderung noch eine Chance im Kampf für eine lebensfreundliche Biosphäre bietet. Wir stehen auf der Erde vor einer unermesslich großen Problematik und Bill Gates wischt das Argument, unsere Lebensweise hier und da zu überdenken, mal eben so müde-einfallslos („calvinistisch“ findet er das!) vom Tisch. Da ist ja FDP-Chef Lindner schon weiter! Ein blinder Fleck in einem Weltbild. Ich finde der Begriff „Lebenslüge“ ist auch nicht ganz unpassend. – Philipp Anton

Leserbrief zu „Herr Altmaier, warum kommt das Geld nicht an?“ Gespräch mit Peter Altmaier geführt von Roman Pletter und Mark Schieritz

Es ärgert mich stets, wenn man die fatale Einschätzung von Journalisten erkennt, dass sie Politikern stets eine grundsätzliche Fähigkeit der ihnen anvertrauten Aufgaben zubilligen. Allein der parteipolitische Werdegang der allermeisten Politikern ist die geringste Garantie für Kompetenz. Deswegen dürfen wir in der aktuellen Krise ein redliches Bemühen unterstellen, um gleichzeitig aber auch und überwiegend eine fehlende Eignung festzustellen. Es liegen jedoch auch andere Gründe vor. Die überwiegende fachliche Qualifikation der Abgeordneten hat sich in den letzten Jahren von einer Wiederspiegelung der Gesellschaft zu einer Einseitigkeit von Politologen, Soziologen und Juristen gewandelt. Diese Entwicklung verstärkt die Abkehr der Regierenden vom Volk. – Jürgen Dressler

Leserbrief zu „Immer auf die Mütze!“ von Urs Willmann

Wenn ich ihren Artikel lese, denke ich die letzte Wahl in den USA hat uns vor einem Flaschenhalseffekt wie vor 7.000 Jahren bewahrt. Weltweit die vielen Handfeuerwaffen, die Verbreitung von Hass, Hetze und Lügen im Internet und Donald Trump der mächtigste Mann auf Erden als Speerspitze dieser Bewegung. Andererseits hätte, bei Erfolg dieser Bewegung die Menschheit vor dem Untergang bewahrt werden können, wenn es am Ende drei Mrd Männer weniger auf Erden und kein Patriarchat mehr gibt. – H. Giller

Leserbrief zu „Er hat das Sagen, immer und überall“ von Matthias Naß

Sollte dieser Artikel Herr Naß‘ neues Buch fair wiedergeben, kann man ihn nur als Anti-Werbung verstehen. Ohne nennenswert Neues zu einer informierten China-Debatte beizutragen, reiht der Artikel propagandistische Klischees, wie die Mär der fünftausend Jahre alten chinesischen Zivilisation, an alarmische Fehlbeobachtungen. Unter Xi werde heute unverhüllt top-down regiert. Die KP habe das Sagen, immer und überall. Was hier als neu dargestellt wird, ist eine der einzigen Konstanten in Chinas Gegenwartsgeschichte.

Den Tiefpunkt des ohnehin oberflächlichen Artikels stellt die direkte Entlehnung des Neologismus „Princeling“ als „Prinzling“ aus offensichtlich englischsprachigen Quellen dar, um Xi Jinping zu beschreiben. Die hier zugrundeliegende chinesische Phrase bedeutet „Thronfolgerfraktion“, eine sowohl kollektive als auch durchaus subversive Fremdbezeichnung. – Alban Schmid

Leserbrief zu „Aber immer mit Leidenschaft“ von Marlen Hobrack

Zu Ihrem letzten Satz „Wahrscheinlich spricht Isabel Allende mit ihrem Feminismus des Herzens weit mehr Frauen an als manche Theoretikerin.“ fällt mir der bekannte Spruch eines Mannes ein: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Ich darf noch anmerken, dass ich Pilcher-Filme trortdem nahezu unerträglich finde. – Christian Voll

Leserbrief zu „Das muss hier weg!“ von Nina Piatscheck

Ein aufgeblasenes System! Die Textilindustrie ist seit Jahren eines schmutzigsten Wirtschaftssysteme unserer Zeit. Koste es was es wolle. Die Offerten von Primark, Outlets aller Prominenz und schmutziger „sales policy“ machen es nun in Corona Zeiten sehr deutlich: Zu viel zu zum kleinsten Preis. Die Ware ist zum „Schrumpfwert“ verkommen – egal welche Marke – ohne Respekt im Arbeitsplatz (Kinderarbeit, Arbeitszeit, Vertragsbindung und Schutzvorkehrungen) Kinder, wie auch Erwachsene arbeiten ohne korrekte Verträge, Masken und Abluftfilter. Fußsohlen lösen sich auf, Handflächen sind stets entzündet – das ist der Preis, den der Verbraucher dieser Produkte nicht bezahlt.

Ganz zu schweigen der CO2 Belastung der enormen Verkehrswege. Ganze Produktionen wurden schon vor der Corona-Pandemie verschrottet – dafür haben Menschen gearbeitet – der Wert ist uns egal – Hauptsache billig! Wann werden wir verstehen, dass wir selbst dieses System füttern indem wir alles für „lau“ einkaufen wollen. Wir brauchen ein Umdenken – einige wenige Hersteller arbeiten schon in Richtung Zukunft – aber die breite Masse ist sich dieser Textilpolitik noch nicht bewusst. Hier gilt es eine saubere Aufklärung nach vorne zu treiben! – Jutta Simon

Leserbrief zu „Ende Gelände“ von Andreas Reckwitz

Ein typischer Reckwitz mit grober Vernachlassigung der materiellen Verhältnisse. Ja, die Mittelschicht hat sich verändert „kulturell“) aber sie bleibt Mittelschicht und ja, die Unterschicht hat sich verändert aber sie bleibt Unterschicht. Entscheident ist: Die materiellen Unterschiede zwischen den Schichten sind gewachsen. Der Reichtum der Gesellschaft hat sich ganz oben konzentriert. Die letzten Güter“Baugold“ und Anbauflächen werden gerade nach oben verteilt (siehe z.B. „Das teuere Nest“ Zeit Nr. 6).

Man kann wohl sagen, alle bisherigen zivilisierten Gesllschaftssystheme liefen genau auf diese Spaltung zu und sind daran gescheitert (nach mehr oder weniger langer Stagnation).. Schon die ersten Städte der Menschheit vor 6000 Jahren sind genau daran zugrunde gegangen. Nun hat die Moderne der gesellschaftlichen Spaltung die „Gleichheit“ entgegengesetzt! Alle Menschen sind gleich – vor dem Gesetz und an pölitischer Macht (one man one vote). Nichts führt daran vorbei als Ziel für Fortschritt und Frieden (innerhalb der Gesellschaft) die Gleichheit der materiellen Güter anzustreben! – Dieter Herrmann

Leserbrief zu „Narrenfreiheit ohne Masken“ von Michael Allmaier

Der oben benannte Artikel von Michael Allmaier ist ja amüsant zu lesen. Er zeugt auch von der Intelligenz des Autors. Um so bedauerlicher, dass ihm anscheinend nicht in den Sinn kommt, dass bei aller „lockeren“ Art des Auftretens die allermeisten der Akteure, ob es bei den großen Demonstrationen des Vorjahres oder nun bei den Autokorsos, die nicht so einfach administrativ zu behindern oder ganz zu verbieten sind, sich um sehr ernsthaft nachdenkende, meist junge Menschen handeln könnte, die in echter Sorge um unsere Demokratie sind.

Ich selbst, obwohl ich mit 87 Lenzen zur Gruppe mit dem höchsten Risiko gehöre, bin ebenfalls empört über die nonchalante Art, wie einfach mal die lange dem „Volk“ vorgehaltene „politische“ Grenzmarke von 50 nachgewiesenen Infektionen pro Woche und 100 000 Einwohner mit leichter Hand auf 35 heruntergestzt wird, um das Schreckens-Szenario aufrecht zu erhalten. Dabei ist die insbesondere in Großbritannien aufgetretene Mutation des Coronavirus llange genug bekannt und dort auch verbreitet genug, um inzwischen fundierte Aussagen über deren Gefählrichkeit machen zu können – wenn man denn wollte. Sie beklagen dies ja selbst in Ihrem Leitartikel „Das Volk testen“ ! Da kommt einem wie von selbst die alte Parabel vom Hund in den Sinn, dem eine Wurst an einem Stecken vor die Nase gehalten wird, den man dann schnell hochreißen kann, wenn der Hund danach schnappt. Mit dem Wunsch nach mehr zu Mut zu weniger „Linientreue“ Ihres geschätzten Blattes – Walter Emmrich

Leserbrief zu „Augescheucht“ von Manuel Stark

Dem Wild gehört der Wald, der Mensch ist Gast und sollte sich auch so benehmen. Im Land der mit Argusaugen bewachten Jägerzäune könnte man mehr Verständnis erwarten. Da dem nicht so ist, wird es endlich Zeit das Bundeswaldgesetz im Sinne der natürlichen Waldbewohner zu novellieren. – Monika Beck

Leserbrief zu „Die Schwäche des »starken Geschlechts«“ von Christian Heinrich

„Jungen, die heute geboren werden, leben durchschnittlich 4,8 Jahre kürzer als gleichaltrige Mädchen: Sie haben 78,6 Lebensjahre zu erwarten, Mädchen kommen auf 83,4.“ Solche irrigen Aussagen finden sich immer wieder. Basis sind die „Stebetafel“-Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Diese beruhen aktuell aber immer auf Querschnittsdaten. D. h. sie sagen überhaupt nichts aus über die Lebenserwartung heute geborener Jungen oder Mädchen oder Diverser. Nur wenn die jetzigen Sterbeverhältnisse unverändert den Rest ihres Lebens gelten würden, wäre die Aussage richtig. Es ist also eine Modellberechnung, die in 70 Jahren, diese Prognose wage ich, von den bis dahin herrschenden Gegebenheiten überholt sein wird. – Udo Kroschewski

Leserbriefe zu „Über eine Regel, die Männer zum Schweigen bringt, und einen gesundheitspolitischen Aufruf“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Sprachterror, das beweist die Geschichte, ist nicht nur Ausdruck des Bösen, sondern bisweilen leider auch Ausdruck eines Zuviel an Gutgemeintem in Zeiten der Veränderung. Die beruhigende Botschaft dabei: Es beruhigte sich irgendwann wieder. Bis dahin bleiben uns die Hoffnung und Harald Martenstein. – Kurt Eimers

Kann niemand bei diesem Thema mehr bei klarem Verstand bleiben? Jeder redet den Wischiwaschi des anderen, was ich in einigen Artikeln aus verschiedenen Presseerzeugnissen sehen konnte. Wie kann man Frauen in einer Kategorie nennen mit Black, Indigenous, People of color und Menschen mit Migrationshintergrund. Bei Black, Indigenous, People of color und Menschen mit Migrationshintergrund gibt es Frauen und Männer und zwar zu

annähernd

gleichen Teilen wie bei der Weltbevölkerung.

Auch biologische und soziale LGBTIQA und LSTIQA wird man zu irgendwelchen Prozentsätzen von Männern und Frauen subtrahieren können. Es gibt sie und fertig. Die Mail des Studierendenparlaments ist also der Gipfel der Frauendiskriminierung und genau das hätten Sie darlegen sollen. Ich bin nicht mehr jung, hatte aber als Frau schon immer das Selbstbewusstsein, dass sich für eine Rede melden sollte, wer sich am besten gewappnet fühlt und dass dessen Wissen am meisten zählt. – Brigitte Faber

Ich bin seit ca. 30 Jahren treue und begeisterte Abonnentin der Zeit und lese im Prinzip jede Woche und mit großer Freude das Zeit-Magazin. Auch die Kolumne von Herrn Martenstein hat mir sehr lange Zeit viel Freude bereitet. Daher bereitet es mir nun um so mehr Sorge, dass sich die Kolumne in letzter Zeit für mein Gefühl sehr monothematisch damit befasst, dass Herr Martenstein sich als älterer, weißer und (das nehme ich jetzt mal an) heterosexueller Mann scheinbar von allen möglichen Leuten angegriffen fühlt. Früher ging es auch manchmal um den Hund oder das Kind oder die Stadt. Das fand ich interessanter.

Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass der Begriff „Flint“ (wie ja eigentlich auch in der aktuellen Kolumne zutreffend übersetzt) auch Frauen umfasst. Da ich selbst zu dieser unerheblichen Randgruppe zähle, war mir das wichtig. Aber ich sehe ein, dass ein zwingendes Rederecht für Frauen auf Antrag (!) für manche zu viel ist.

Ich fänd es irgendwie schade, wenn Herr Martenstein das Schicksal von Dieter Nuhr teilen würde, dessen Shows ich inzwischen trotz ernsthaften Bemühens meinerseits leider aufgrund fortgeschrittener beleidigter Leberwurstigkeit auf Seiten von Herrn Nuhr nicht mehr ansehen kann (insbesondere seit er über Bücher lästert, die er ganz offensichtlich nicht gelesen hat, nur weil sie (o Gott!) von einer schwarzen Frau geschrieben wurden). Ich würde mir wünschen, dass so etwas Herrn Martenstein nicht passieren würde, bin mir aber leider inzwischen nicht mehr so sicher. – Alexandra Meyen

In den letzten Jahren lese ich nur noch wenig, kaufe derzeit nur noch etwa zweimal pro Jahr eine ZEIT. Heute war es wieder so weit. Und erstaunt stellte ich fest, dass Harald Martenstein immer noch immer wieder das Gleiche schreiben darf, wenn auch in anderen Worten – letztes Mal ging es um Rassismus, dieses Mal geht es ums Gendern, immer geht es darum, dass Martenstein sich von irgend etwas bedroht fühlt, das in Uni-Asta-Subkulturen passiert, und unsinnige Schreckgespenster an die Wand malt wie die Befürchtung, dass Männer eines Tages keine Jobs mehr bekommen, weil der Kieler Asta in Stellenausschreibungen Flint-Personen bevorzugt. Ist es ein Zufall, habe ich einfach zwei sehr ähnliche Kolumnen erwischt? Oder schreibt er wirklich immer das Gleiche? Wird das nicht auch Ihnen langweilig? Soll das Humor sein? Oder relevant (für wen)?

Ich war nie Asta-Mitglied, gendere mal, mal aber auch nicht, habe keine Rassismus-Erfahrung. Mir sind diese ganzen Themen relativ egal. Bin aber genervt davon, immer das Gleiche zu lesen – von einem Kolumnisten, den ich mal inspirierend und witzig fand. Was mich interessieren würde: Hat Martenstein im ZEIT-Magazin einen Kolumnisten-Vertrag auf Lebenszeit, ist er nicht loszukriegen – oder steht die ZEIT-Redaktion noch hinter ihm?

Dies gerne zur Beruhigung: Es gibt – außerhalb von Journalisten- und Großstadtblasen – die gute, alte politische Unkorrektheit noch zu Hauf. In dem Ort, an dem ich lebe, gibt es ein Restaurant „Mohreneck“ und eine Fasnachts-Clique „Kongo-Neger“. Bei meinem vorletzten Arbeitgeber – einer Werbeagentur auf dem Lande – wurden meine transsexuelle Kollegin fröhlich mit „Würstchen-Witze“ bedacht, als sie einmal Suppe ohne Würstchen bestellte, weil sie sich ihres ja hatte abschneiden lassen.

Ein gehörloser Kollege durfte dort arbeiten, eine finanzielle Förderung des Arbeitsamts für seinen „inklusiven Arbeitsplatz“ wurde gern genommen – aber niemand kam auf die Idee, neue Kollegen auf seine Behinderung hinzuweisen, was zu Verwirrungen führte. Bei beiden Kollegen atmete man auf, als sie gingen, weil sie als „schwierig“ wahrgenommen wurden. So sieht der Alltag in einer süddeutschen Kleinstadt aus, politisch ganz unkorrekt. Und weit davon entfernt, dass Männer keinen Job bekämen. Vielleicht will Martenstein ja einfach mal wieder über seinen Tellerrand rausschauen? Gibt ja noch andere Themen. Und andere Kolumnisten... – Rebekka Sommer

Die von Harald Martenstein angesprochene Debatte über die korrekte Charakterisierung von Geschlecht, über das man sich anscheinend definieren muss, sollte auch aus der Eindimensionalität hinausgeführt werden und müsste politisch korrekt dann auch die zweite Dimension der Hautfarbe mit einbeziehen, damit verhindert wird, dass sich eine schwarze Homosexuelle, sagen wir erst nach einem weißen Transgender, zu Wort kommt. Die dritte Dimension der Klasse mit einzubeziehen wäre zwar m. E. wichtig, allein etwas aus der Mode gekommen, zumal dann alle weißen Oberschichtsschreiber die Klappe halten müssten und dann wären zumindest die Zeitungen leer. Sich schlicht über seinen Namen zu definieren und es dem Gegenüber zu überlassen, was er von einem hält, das scheint nachgerade utopisch. Aber damit fängt die Freiheit eigentlich an.

PS Nur am Rande, ich habe einem deutschen Verlag ein französisches Buch über Diskriminierung vermittelt und die Übersetzung angeboten. Aber die sollte dann eine „POC Person“ machen, musste ich nachschlagen. Der Verantwortlichen habe ich geschrieben, meine Enkelin sei halbe Afrikanerin und, was ich von ganzem Herzen wünschen würde, sei, niemals als POC bezeichnet zu werden. Ich habe nichts mehr davon gehört. – Dieter Schöneborn

In Ihrem Furor haben Sie ganz übersehen, dass ‚männlich“ als einziges Merkmal explizit genannt wird – das muss Sie doch beruhigen, es geht Ihnen ja gar nichts ab! Damit Sie sich nicht weiter aufregen müssen, hier ein Vorschlag zur Vereinfachung: „männlich‘ und „Aa“ für „Alles andere“. Das verstehen sogar Kinder. Vielleicht geht auch den jungen Damen im Studentenparlament (keingenerisches Maskulinum) von Kiel ein Licht auf. Vielleicht sogar den Studierenden (wenn sie das denn tun). – Dr. Elke Nowak

Danke für Ihre Kolumnen – wenn die ZEIT kommt, packe ich sie an einem Ende, schüttle sie, das Magazin fällt heraus und ich lese als erstes Ihren Beitrag. Die aktuelle Kolumne beschäftigt mich besonders – vielleicht hat sie wie ein Tropfen das Fass zum Ueberlaufen gebracht... Denn: Bei uns in der Schweiz rufen Exponenten der Schweizerischen Volkspartei zum Widerstand gegen unseren Bundesrat und dessen Coronapolitik auf! Der Bannon-Intimus Roger Köppel und Alt-Bundesrat Blocher und seine Tochter Martullo-Blocher sprechen von der Diktatur von Alain Berset, dem zuständigen Bundesrat für die Gesundheit. Es tönt ähnlich wie drüben zu Trump-Wahlkampfzeiten und seine späteren Anstacheln zum Kapitol-Sturm.

Was hat das mit Ihrer Kolumne zu tun? Da ist einmal meine Frage, warum diese Aktionen, diese FLINT und LBQTG Organisationen solche Macht haben. Die Macht Aemter zu veranlassen, die LBQTG-Forderungen 1:1 zu übernehmen, die Macht unsere Schriftsprache mit Sternchen zu versehen und im Gesprochenen dies mit einen „Knacks“ auszudrücken (Knacks!). Dabei spielen diese Leute doch nur in der Teil-Promille-Liga. Da müssten vergleichsweise Minderheiten wie Behinderte, oder surch den Verkehr Geschädigte phänomenalen Einfluss haben! Da kommt dann die Frage ob da starke Lobbies dahinter stecken müssten. Mir kommt dabei die identitäre Bewegung in den Sinn – einer der Exponenten der begnadigte Bannon. Oder andere, unsere westliche Kultur bedrohende Lobbies.

Dann das Motiv: Was ist das Motiv im HIntergrund, unsere Gesellschaft und den Staat so zu zersetzen? Wohin soll das führen? Zur oben erwähnten SVP – dieser geht es grundsätzlich um Macht. Ihr Einfluss ist am Schrumpfen, die Zuwanderungsfrage ist ausgelutscht, die Klimafrage hat sie immer negiert und nun beackert sie Corona – um die Gunst des Gewerbes und der Wirtschaft. Dies in der bewährten Form der Verunglimpfung der „Classe Politique“ um beim thumben Volk andocken zu können. Beruhigenderweise haben die SVP-Bundesratskollegen klar für Alain Berset gesprochen und seine Entschlüsse als Kollegiumsentschlüsse bezeichnet und die eigene Partei kritisiert. So – genug der Worte! Vielleicht vermische ich gewissen Dinge, vielleicht haben die aber einen Zusammenhang. Einer, den zu erforschen sicher interessant wäre. Ich freue mich weiterhin auf das Herausfallen des Magazins aus dem dicken Bund der ZEIT. – Thomas Schaltegger

Im Zeit Magazin lese ich meist als erstes Ihren Beitrag. Oft amüsiere ich mich sehr, aber zu der letzten Kolumne möchte ich Sie besonders beglückwünschen! Auf den Punkt getroffen, all diesen Unfug in Sprache und Denken um Gender und Co. Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden können, selbstverständlich, aber dieses gesammelte Gewese macht nichts besser, schafft keine gesellschaftliche Akzeptanz oder Gleichstellung. – Christa Breidert

Ich bin selbst Studentin eines naturwissenschaftlichen Fachs an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und bin stolz und dankbar, ob des exzellenten Niveaus auf dem dort Wissensvermittlung und Forschung stattfinden. In diesem Sinne wird dort gleichzeitig ein zukunftsgerichtetes Denken und Handeln ermöglicht und erprobt. Auch ich habe die e-Mail des Studirendenparlaments gelesen, von der in dem Text die Rede ist.

Diese stellt neben der Möglichkeit einen Antrag auf paritätisch quotierte Rednerlisten zu stellen, ebenfalls Konzepte zu den Themen Nachhaltigkeit und Vernetzung, sowie Zugang zu kostenlosen Menstruationsartikeln in Toilettenräumen auf dem Campus in Aussicht (Die ausgesprochen unaufgeklärte Meinung von Herrn Martenstein zu letzterem ist in einer früheren Kolumne zu lesen, welche bezweifeln lässt, dass jener die physiologischen Prozesse der Menstruation auch nur in Ansätzen kennt, da er diese mit dem Bartwuchs bei Männern und dem Fellwuchs von Hunden vergleicht).

Es mag einem alten weißen Mann bitter erscheinen, dass die seinerzeit uneingeschränkt geltenden Privilegien als überholt gelten und der Gerechtigkeit zum Opfer fallen. Das ist verständlich. Deswegen sämtliche Einrichtungen der Uni Kiel in ein schlechtes Licht zu rücken finde ich traurig. Sogar das Uniklinikum, in dem täglich Leben gerettet werden und gegen COVID-19 gekämpft wird? Diese Form von Humor scheint mir doch sehr realitätsfern. Außerdem ist der Titel der Kolumne ungünstig gewählt: Es geht dem Studirendenparlament in keinster Weise darum irgendwen zum schweigen zu bringen, sondern ganz im Gegenteil, darum alle zu Wort kommen zu lassen. – Deborah Stoll

Nicht zum ersten Mal macht sich Martenstein über Quoten lustig und prangert diese unter dem Deckmantel des Qualitätsjournalismus und der Redefreiheit an. Aber bei dieser Kolumne bin ich ob dieser Trivialisierung und Selbstbezogenheit nicht mehr willens, sie als eine andere als die meinige Meinung zu akzeptieren. Sich als weißer, nicht-behinderter, heterosexueller Mann zu sorgen, aufgrund von Quoten nicht mehr genügend vom Kuchen abzubekommen und dazu zu raten, deswegen zu lügen, dass man von einer Diskriminierungskategorie betroffen sei, ist keine Meinung.

Will es Martenstein nicht verstehen oder kann er es nicht? Diese Quoten, die ihm als so lästig erscheinen, sind doch nur die Konsequenz aus der strukturellen, schon viel zu lange währenden Bevorteilung von Personen wie ihm. Nun Angst zu haben, benachteiligt zu werden, ist schlichtweg dumm und ignorant. Eine solche unreflektierte Perspektive passt in meinen Augen nicht zur ZEIT. Wie lange schreibt Martenstein eigentlich schon fürs ZEIT-Magazin? Werden dort die anderen Kolumnist*innen nicht auch regelmäßig ausgewechselt?! – Daria Fesser

Leserbriefe zu „Isoliert betrachtet“. Text von Christoph Amend und Fotos von Ingmar Björn Nolting im ZEIT Magazin

Als Abonnent möchte ich zuerst ein Lob für Ihre Zustellung loswerden. Seit der Zustellung über den Vertrieb der Tageszeitung MZ finde ich in meinem Briefkasten kein zerfranstes Exemplar mehr vor. Nun zu einer Kritik: auf Seite 23 des aktuellen Magazins ist die Bildunterschrift schlichtweg falsch. Zwickau hat noch nie an der B 96 gelegen, es muss Zittau heißen. Es wäre ungerecht Zwickau in die braune Ecke Deutschlands zu schieben. – Dr. Ludwig Stephan

Ich bin ein begeisterter Leser, aber immer mal wieder schlecht recherchiert oder redigiert. Seite 23, schönes Foto..... Aber Bundesstraße 96, nicht Zwickau sondern Zittau. Ist aber auch weit im Osten. – Axel Dyck

meine empörung lässt mich diese zeilen tippen: in der aktuellen ausgabe des zeitmagazin ist ein sehr peinlicher fehler. das kann zwar mal passieren, ist aber in dem punkt leider unverzeihlich: auf seite 23 (im beitrag: isoliert betrachet) führt die bundestsraße b 96 von bautzen nach zwickau. korrekt ist: nach zittau (übrigens eine ganz und gar tolle kleine, alte stadt mit geschichte). um das zu wissen, muss man die menschen dort nicht kennen oder gar mögen, sondern einen blick in die karte werfen. und das darf man von journalistinnen und journalisten durchaus erwarten... wenn es daran schon scheitert, lässt das leider sehr tief blicken... – silke domasch

Die B96 verläuft von Hamburg aus gesehen sicherlich weit im Osten, aber nicht zwischen Bautzen und Zwickau, sondern Zittau. – Frank-Rainer Kretschmer

In o.g. Ausgabe veröffentlichten Sie ein Foto von den Corona-Demos an der B96 (Seite 23) und schreiben „...Bundesstraße 96 zwischen Bautzen und Zwickau...“. Wenngleich mich diese Aktionen zutiefst beschämen, zeigt aber auch Ihre Bildunterschrift, wie wenig Aufmerksamkeit den Menschen dieser Region zuteil wird. Zum wiederholten Male zeigen Sie völlige Unkenntnis von ostdeutscher Geographie: Zwickau wird von der B96 gar nicht berührt und liegt ca. 200km westlich. Vermutlich meinten Sie Zittau. Irgendwas mit „Z“ im Osten – reicht aus Hamburger Perspektive für die Leserschaft... – Matthias Raasch

Wessi bleibt eben Wessi. Auch wenn er durch Reisen „bewegt“ wird. . (ZEIT Magazin No 8, S. 23: .... „an der Bundesstraße 96 zwischen Bautzen und Zwickau ...) Denn wenn man eines als Ossi weiß, dann dass die B96 nie durch Zwickau ging. Obwohl: Passt schon, alles super paletti, muss ja nicht immer Zittau sein, wenn man als rasender Reporter auf die Suche nach möglichst viel Rückständigkeit und Reichsbürgern geht. Vielen Dank! Und einen Extra-Punkt für das Etikett mit der ... na Sie wissen schon, diese Presse. – Prof. Dr. Albert Löhr

Leserbriefe zu „Irgendwas in mir will abhauen. Und irgendein Teil in mir will mehr davon“ von Ria Roth im ZEIT Magazin

Ich bin kein Befürworter der Gender-Sprache. Trotzdem, oder deswegen, habe ich mich durch den, in meinen Augen, überwiegend sinnfreien Artikel von Luise F. Pusch in der vergangenen Ausgabe der Zeit gequält. Düsseldorfer sind für mich alle in Düsseldorf lebende Menschinnen und Menschen. Deutsche und Deutschinnen braucht auch niemand, um von in Deutschland lebenden Personen mit XX- oder XY-Chromosomen zu sprechen. Den Arbeiter- und Arbeiterinnen und Bäuerrinnen- und Bauernstaat gibt es Gott sei Dank nicht mehr. Ist die Reinigungs- oder Führungskraft weiblich? Ist mein männlicher Chef nun ein Führungskrafter? Sinnvoll ist bestimmt die *mann/*frau Trennung, also Kauffrauen z.B. Der Rest ist dümmliche Bubu-Sprache. Aber soll jetzt so sein, bitte...

Dann schlage ich, ein Woche nach Luise F. Pusch, das aktuelle Zeit-Magazin No. 8 auf und traue meinen Augen nicht. Dort steht: „...Nähe zu einem Lehrer...“, „Dass Lehrer Fehler machen...“, „Auch andere Lehrer wussten...“, „Warum kein Lehrer eingegriffen hat...“, „Was denken denn die anderen Schüler und Lehrer...“ und so weiter und so fort. Das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus! Da wird zurzeit rumgegendert bis an die Grenze der, Entschuldigung, Sprach-Onanie, aber wenn es um das Thema Missbrauch geht, sind Gendersternchen und Binnen-I plötzlich weg.

Auch wenn Missbrauch bestimmt weit überwiegend von Männern begangen wird, finde ich zwei Dinge unanständig: 1. Wenn es um negative Assoziationen geht, belassen wir es gerne bei der männlichen Form (z.B. dem „Täterwissen“ oder siehe oben „Warum kein Lehrer eingegriffen hat...“), bei positiven Assoziation reicht die weibliche Form (z.B. „Muttersprache“). Und 2. Wie kann es sein, dass der Artikel von Ria Roth zurzeit, in der das Thema wirklich in aller Munde ist, so durchgewunken wird? Wir sind noch sehr weit weg von der Gleichberechtigung der Geschlechter. – Berend Detsch

Danke an die Autorin. Für den Mut sich auch mit dem eigenen Anteil an dem Geschehen auseinanderzusetzen und für die Klarheit mit der sie die dennoch eindeutige Schieflage benennt. – Heda Kvakan

Die Story ist tatsächlich ambivalent – man möchte auch als Leser keine unbedingte Position nehmen. Aber : wie immer mit diesen moralischen Geschichten – ABER ! Der Kerl war wahnsinnig – leichtsinnig – totaler Idiot ! Dem Mädel Mails zu schicken bessere Beweismittel gibt`s ja garnicht ; und sie hätte ihn ruck zuck auffliegen lassen können – auch , nur ein Date auf einer Parkbank , um dann im richtigen Moment um Hilfe schreien ! Man kann heutzutage nicht alles mit Unerfahrenheit bagetellisieren : Im jungfräulichen Alter von 18 Jahren sind schon viele Frauen voll im Beruf – manche gar im trefflichen Nachtgewerbe – so naiv ist selten jemand ! Also , die Frau Roth oder wie sie auch hieße hat zumindest ein gutes Zeilenhonorar verdient – dieser Lehrer kann froh sein , daß er unbeschadet seine Pension bezieht ... unglaublich wie blöd der sein muß ? – Klaus Schindler

Um es mit persönlichen Worten zu schreiben: Der Artikel hat mich in vielerlei Hinsicht berührt. Einerseits beruflich, andererseits ist meine Tochter in etwa der Jahrgang von „Ria Roth“ und ich bin heute im Alter des Lehrers Schubert. Und ich habe Lehrer/innen in der Verwandtschaft und im Freundeskreis.

Beruflich arbeite ich therapeutisch mit Kindern und Jugendlichen. Und arbeite in einer gGmbH, die Schulbegleitung anbietet. Aus den Schilderungen von Frau Roth sind gut die inneren Konflikte zu erkennen, die durch die Initiative und die folgenden Handlungen des Lehrers entstehen. Schlimm und belastend. Jahrelang nachwirkend. Es tut gut den Satz zu lesen: „Es geziemt sich für eine Schülerin nicht, mit ihrem Lehrer privat etwas zu unternehmen.“ Hierin steckt die vollkommen richtige und gesunde Haltung der Schülerin, ihre Intuition zeigte von Anfang an, dass etwas nicht stimmig ist. Und natürlich müssen wir den Satz umformulieren in: „Es geziemt sich für einen Lehrer nicht, mit seiner Schülerin etwas privat zu unternehmen“.

Schüler und Schülerinnen sind Schutzbefohlene, die Lehrkräfte sollen auf sie achten und Ihnen ein Vorbild sein. Die Verantwortung liegt auf der Seite des Lehrers. Er muss darauf achten, ob sich etwas ziemt oder nicht. Im Artikel wird alles gesagt, was es zu sagen gibt. Negative Nähe und Manipulation, die Gefühle, die entstehen (Scham, Ekel, Schuldgefühle), wie lange die Nachwirkungen sind, bzw. wann endlich die Kraft da ist zu handeln („Warum kommen Sie erst jetzt?“). Und dass Missbrauch nicht bei Berührung beginnt.

Außerhalb der Verstrickung, die durch die Manipulation des Lehrers entsteht, mit einer erwachsenen, reflektierenden Haltung kann entschlossen festgestellt und gesagt werden: Ja, es ist Missbrauch und es ist ein Täter- und Opfer-Verhältnis. Wir müssen aufmerksam und sensibel sein gegenüber Verhaltensweisen, die unangenehme Gefühle in uns auslösen, weil Grenzen überschritten werden. Im beschriebenen Fall hätte bereits im Lehrerzimmer eine Alarmglocke leuten sollen. Das bedeutet, dass parallel zu Kollegialität in einem Team auch eine Wachheit für das, was geschieht, gepflegt wird.

Herr Schubert hätte einer Therapie zugeführt werden oder vom Dienst suspendiert werden müssen. Das hätte viel Leid erspart. „Rede mit jemandem. Und wenn du zweifelst – sag Nein.“ Im Wesentlichen wollte ich nicht viel schreiben, sondern mich bei Ihnen „Ria Roth“ bedanken. Vielen Dank dafür, dass wir ZEITMAGANZIN-Leser ihre Worte, die Ihre ganz persönliche Erfahrung schildern, lesen durften. Sie haben geredet und wir Leser reden – davon angestoßen – auch. Und es ist davon auszugehen, dass Sie für etliche bzw. viele andere Menschen gesprochen haben. – Rolf M. Seemann

Ich habe Ihren Artikel im Zeit-Magazin gelesen u mich an meine Schulzeit erinnert. Es fing bei mir auch mit 13 Jahren an und es waren bei mir mehrere Lehrer: mein Chemie-, Französisch- und später kam noch mein Spanischlehrer dazu. Und leider hörte es im Studium nicht auf. Auch im Job ging es weiter. Jetzt bin ich 46 Jahre alt u so langsam (!) wird es weniger u nicht mehr ganz so übergriffig. Ein Vorteil des Alters. Ich habe als junge Schülerin diese verbalen Übergriffe, wie: „Du hast so schöne Augen“, „ meine Frau u ich leben in einer offenen Ehe“, etc. so gehasst. Schlimm waren auch die abendlichen Anrufe nach Hause (damals gab es noch keine Mails), um mir zu sagen, wie gerne sie sich mit mir unterhielten u wie interessant sie dieses o jenes an mir fanden.

Meine Eltern saßen übrigens daneben. Ich sprach mehrfach mit meiner Mutter, meiner Vertrauenslehrerin, meinen Freundinnen. Ich wollte, dass es aufhört. Ich fühlte mich belästigt. Ich fand kein Gehör. Und es ging weiter. Aber gegenüber den Lehrern hab ich auch nicht „STOP“ gesagt, konnte ich nicht. Dafür war ich „zu gut erzogen“. Einem Lehrer widersprach man/frau nicht. Ich erinnere mich auch zu gut an das ständige Ausweichen/Verstecken, wenn der besagte Lehrer kam.

Warum schreibe ich Ihnen? Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit darüber, dass Sie erst viel später Ihre Grenze ziehen konnten u, dass diese Erfahrung sie immer noch beschäftigt. Ich bin mir sicher – im Rückblick-, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen Juristin geworden bin, die sich für Rechte anderer stark macht. Eine Frau, die NIE, auch nicht nur ansatzweise, einen älteren Mann attraktiv gefunden hat. Ihnen, sehr geehrte Frau Roth, wünsche ich alles erdenklich Gute. Toll, dass Sie jetzt so stark sind. – Julia Schermann

Leserbriefe zu „SCHACH“ von Helmut Pfleger im ZEIT Magazin

Ich bin ein treuer Leser der ZEITund der „Schach“ Ecke im Zeit Magazin. Leider ist Ihnen in der letzten Ausgabe hinsichtlich der Auflösung aus Nr. 7 ein Fehler unterlaufen. Nach Txc2+, folgt nicht (wie in der Lösung angegeben) Lxc2, sondern Kxc2. Auf Lxc2 würde Schwarz mit De3+ antworten und nach Kb1 den Bauer mit Dxg5 erobern und damit die Mattsituation aufheben. Weiß hätte nach Txc8 allerdings immer noch ein Gewinnspiel. – Siegfried Ruppert, Ph.D., JD

Brett vorm Kopf Allseits ist das Bemühen erkennbar, der Gleicheit von Mann und Frau auch sprachlich nachzuhelfen. Umso irritierender, was wir in der jüngsten Schachkolumne von Helmut Pfleger über die lettische Schachgrossmeisterin Dana Reizniece-Ozola erfahren. Sie kommt, heisst es da, immer wieder in das deutsche Schachdorf Löberitz, „um dessen Damen-, aber auch Herrenmannschaft (!) zu verstärken“. Wir kennen die Spielstärke der Löberitzer Herrenmannschaft nicht, gehen aber davon aus, dass eine Frau auch ohne anerkennendes Ausrufezeichen eine Bereicherung derselben dazustellen vermag. Wer Frauen im Schach für mindertalentiert hält, hat ein Brett vorm Kopf. – Jochen Schmid

Leserbriefe zu „Neuerdings sind wir auch sehr an anderen Meinungen interessiert“ von Sophie Passmann im ZEIT Magazin

Arme Sophie Passmann! Ihre Kindheit („Scheißkindheit“, in ihren Worten) muss schrecklich gewesen sein, „eine einzige abgeschnittene Brotkruste“ – und dann noch „Tupperdosen voller Gurkenscheiben“. Vielleicht hilft ihr in ihrem Leiden an den Freunden, die versuchen, mit dem Besitzer vom Späti ins Gespräch zu kommen („als würde das gegen die Spaltung der Gesellschaft helfen“), ein Blick herüber nach Österreich: da schreibt der Chef des Glückspielkonzerns Novomatic, der sicher tausende Existenzen ruiniert hat, wiederholt sehr fragwürdige WhatsApp-Nachrichten an den amtierenden Finanzminister, dem das wiederum eine Hausdurchsuchung eingebrockt hat:

Termin beim Kanzler, Job für die Freundin, Spende, bitte Hilfe bei der Steuer in Italien usw. usf. Leute wie diese – „Freunderl“ heißen die in Österreich – lachen sich bestimmt halbtot über Passmanns Text: solange man sich aufregt, dass es Pizzen mit karamellisierten Walnüssen drauf gibt, bleibt der Blick schön im Teller, und die echten Widerlinge machen weiter wie bisher. Hauptsache, die kritischen Linken zerfleischen sich gegenseitig. Anke Stelling wiederum, die in einem Interview über Leute klagte, die Putzkräfte beschäftigen, könnte doch gern in einen gesichtslosen Moskauer Schlafbezirk ziehen, wenn es in Kreuzberg so schlimm ist:

„Es wäre am besten, es gäbe keines (Geld), oder alle hätten genau gleich viel und auch genau den gleichen Umgang damit.“ So haben das die frühen Sowjets auch gesehen, dann wurden eben die Kulaken ermordet, die sich erdreisteten, einen Bauernhof zu besitzen. Nicht gleich genug! Der sozialdemokratische Bundeskanzler Bruno Kreisky soll in den Siebzigern einmal einem Reporter empfohlen haben: „Lernen’S Geschichte, Herr Redakteur!“ Dasselbe möchte man den an ihrer grün-bürgerlichen Umgebung ach so leidenden Linken empfehlen. – Katharina Tiwald

Was für ein grandioser rhetorischer Amoklauf durch die eigene Echokammer. Respekt. – Kurt Eimers

Leserbrief zu „Stil. In neuen Schläuchen“ von Tillmann Prüfer im ZEIT Magazin

Ich, ein Ameisenbeintätowierer, gebe zu bedenken, der Fehler wurde eher von einer Strickmaschine gemacht – Webmaschinen machen sicher auch Fehler aber Schlauchkleider, noch dazu vulgär elastische – das kriegen die nicht hin. Klaro, ich trage als Textilmaschinenbauingenieur kariert-gewbte Hemden :-) – Udo Dietrich