Hochwasser-Live-Blog in RLP: Aktuelle Entwicklungen im Überblick

Donnerstag, 12. August

+++ Infrastruktur an Ahr noch immer nicht intakt +++09:15 Uhr

Vier Wochen nach der Flutkatastrophe an der Ahr gibt es noch immer keine intakte Infrastruktur in vielen Gemeinden. Nach Angaben des Krisenstabs sind derzeit noch mehr als 3.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, THW, Polizei und Bundeswehr im Einsatz. Die medizinische Versorgung sei sichergestellt. In den meisten Orten gebe es wieder Strom und Mobilfunk. Zurzeit sei eine der größten Aufgaben die Wiederherstellung der Wasser- und Abwasserleitungen, sagte ein Sprecher der Einsatzleitung. Außerdem sollen weitere Behelfsbrücken über die Ahr installiert werden. Mit Hochdruck arbeitet die Einsatzleitung nach eigenen Angaben an einem Müllentsorgungskonzept, damit der noch vorhandene Müll und Bauschutt bald abgefahren werden können.

+++ Weitere Kreise melden nach Flutkatastrophe Schäden in Millionenhöhe +++07:00 Uhr

Die Kreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und der Eifelkreis Bitburg melden vier Wochen nach der Hochwasserkatastrophe Schäden von mehreren Millionen Euro. Und das betreffe nur die Schäden der öffentlichen Hand. Der Kreis Bernkastel-Wittlich rechnet mit Schäden in der öffentlichen Infrastruktur in Höhe von 26,9 Millionen Euro. Nach einer vorläufigen Schadensermittlung belaufen sich die Schäden der öffentlichen Hand im Kreis Trier-Saarburg auf mindestens 12,2 Millionen Euro. Darin enthalten sind Schäden beim Hochwasserschutz und der Grundschule Kordel sowie an Straßen und Sportanlagen. Der Eifelkreis hatte gestern eine Schadenshöhe von mindestens 54 Millionen Euro genannt. Nicht dabei sind private Schäden.

+++ Städtetag will langfristig Aufgaben aus dem Ahrtal übernehmen +++4:15 Uhr

Der rheinland-pfälzische Städtetag will langfristig Aufgaben von seinen beiden von der Flutkatastrophe im Ahrtal stark betroffenen Mitgliedern Sinzig und Bad Neuenahr-Ahrweiler übernehmen. "Wir stellen uns darauf ein, über Jahre hinweg Unterstützung aufzubauen", sagte der Chef des kommunalen Spitzenverbands, der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). "In Sinzig ist mehr als die Hälfte der Beschäftigten selbst von der Flutkatastrophe betroffen", sagte Ebling. Der Unterstützungsbedarf der Verwaltungen gehe quer durch alle Themen bis zur Öffentlichkeitsarbeit. "Das ist eine Frage der Solidarität in der kommunalen Familie."

+++ Helfende Bauern müssen zu ihrer Ernte zurückkehren +++4:00 Uhr

Rund vier Wochen nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal rechnen Hilfskräfte damit, dass etliche private Helfer bald abrücken und an ihre Arbeitsplätze zurückkehren müssen. Mit Blick auf Schlamm beseitigende Bauern mit Traktoren, die die Ernte nach Hause ruft, sagte der Landwirt Markus Wipperfürth: "Ich könnte mir vorstellen, dass 80 Prozent vielleicht abrücken werden." Auch helfende Bauunternehmer müssten wieder Geld verdienen und Aufträge annehmen. Es gebe allerdings auch Bauern, die bei der Abreise an der Ahr einen Traktor mit einem Fahrer zurückließen, ergänzte Wipperfürth. Der Ahr-Fluthelfer und Landwirt aus der Nähe von Köln hatte kürzlich mit der Versteigerung seiner Baseball-Kappe 80.350 Euro für die Opfer der Katastrophe eingenommen.

Mittwoch, 11. August

+++ Sach- und Geldspenden im Wert von mehr als 750.000 Euro bei Benefizspiel +++23:30 Uhr

Beim Benefiz-Fußballturnier "Hilfe nach der Flut: Das Benefizspiel des Fußballs" im Trierer Moselstadion sind am Mittwochabend Geld- und Sachspenden in Höhe von mehr als 750.000 Euro zusammen gekommen. Darin enthalten ist unter anderem eine Sockelspende der DFB-Stiftungen Egidius Braun und Sepp Herberger in Höhe von 100.000 Euro. In drei Spielen, die jeweils 35 Minuten dauerten, traten ein All-Star-Team des DFB, die Nationalmannschaft der Bürgermeister, in der Bürgermeister aus ganz Deutschland für gute Zwecke spielen, und die Lotto-Elf gegeneinander an. Initiiert hatte die Aktion der Nationalspieler Robin Koch. Er hatte zwölf Jahre in der Region Trier gespielt.

Bei der Aktion "Hilfe nach der Flut: Das Benefizspiel des Fußballs" im Trierer Moselstadion sind Hunderttausende Euro zu Gunsten der Flutopfer gesammelt worden.

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+++ Seelsorger kümmern sich um Flutopfer +++20:15 Uhr

Was im Ahrtal passiert ist, können viele Menschen noch immer nicht richtig begreifen. Das erleben auch die etwa 40 Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger, die vor Ort im Einsatz sind.

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+++ Bürgermeister von der Ahr beraten mit Bund und Land über Wiederaufbau +++19:00 Uhr

Etwa 50 Bürgermeister aus dem Kreis Ahrweiler haben mit Vertretern von Bund und Land am Mittwochnachmittag erste Fragen zum Wiederaufbaufonds für die Hochwassergebiete an der Ahr besprochen. Dabei war auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU), per Video zugeschaltet. Nach Angaben von Guido Orthen, Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler (CDU), habe der Bund zugesichert, Privatpersonen und private Unternehmen ohne Elementarversicherung finanziell zu unterstützen.

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+++ Städtetag fordert mehr Geld für Sirenensystem +++17:45 Uhr

Nach der Hochwasser-Katastrophe fordert der Geschäftsführer des rheinland-pfälzischen Städtetags vom Land mehr finanzielle Unterstützung für ein funktionierendes Sirenensyste in den Kommunen. Michael Mätzig schätzt, dass von den 80 Millionen Euro, die der Bund allen Kommunen dafür in Aussicht gestellt hat, nur etwa fünf Millionen Euro in Rheinland-Pfalz ankommen. Bei einem Besuch der Feuerwehr in Landau bezeichnete Städtetags-Geschäftsführer Michael Mätzig das Sirenensystem der Stadt als vorbildlich.

+++ Gemälde aus Ahrtal können restauriert werden +++17:30 Uhr

Die 55 Gemälde aus dem Ahrtal, die das Stadtmuseum Simeonstift Trier nach dem Hochwasser in Obhut genommen hat, können durch einen Restaurator gerettet werden. Heute wurden erstmals die verschlammten Gemälde begutachtet. Die Rahmen und Leinwände der Gemälde sind verschlammt, die Motive aber noch erkennbar. Dass die Kunstwerke überhaupt noch da sind, freut die Museumsleiterin des Stadtmuseums Ahrweiler, Heike Wernz-Kaiser, nach eigenen Angaben sehr. Der beauftragte Restaurator Dimitri Scher habe solche Schäden in seiner Laufbahn schon gesehen, nur nicht in dieser Vielzahl. Er ist zuversichtlich, die Gemälde vom Schlamm befreien zu können.

+++ Antrags-und Bewilligungsverfahren sollen gestrafft werden +++16:15 Uhr

Die rheinland-pfälzische Wiederaufbau-Beauftragte für das Hochwasser-Katastrophengebiet Nicole Steingaß (SPD) hat angekündigt, die Antrags- und Bewilligungsverfahren zu straffen. Dabei geht es um die Verfahren für betroffene Kommunen, Unternehmen, Privatpersonen und Vereine. Steingaß sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit kommunalen Vertretern im Ahrtal, diese Verfahren müssten verständlich und zügig umsetzbar sein. Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Ahrweiler, Horst Gies (CDU) sagte, die Planungen für den Wiederaufbau müssten zwischen Kommunen, Land und Bund eng abgestimmt werden und die Bewohner einbeziehen. "Es gilt, statt einzelner kleiner Modelle übergreifende Lösungen zu finden, die für unsere Heimat Perspektiven bieten."

+++ Noch sieben Menschen vermisst +++16:00 Uhr

Nach der Flutkatastrophe an der Ahr werden derzeit noch sieben Menschen vermisst. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht hervor. Demnach wurden 766 Personen verletzt und 141 sind verstorben. Mehr als 3.000 Kräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, THW, Polizei und Bundeswehr sind weiter im Schadensgebiet im Einsatz.

Die Infrastruktur an der Ahr ist zerstört, Hunderte Menschen haben ihr Leben verloren. Vier Wochen nach der Flutkatastrophe wird noch immer aufgeräumt. Doch mit der Zeit kommen Fragen: Wie soll man in Zukunft an dem Fluss leben?

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+++ Ahr-Bürgermeister sollen Landrat Pföhler frühzeitig zu Katastrophenalarm aufgefordert haben +++14:45 Uhr

Gegen den Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), erheben nun Bürgermeister im Flutkatastrophengebiet schwere Vorwürfe. Der Ortsbürgermeister der Gemeinde Altenahr, Rüdiger Fuhrmann (CDU), sagte den Zeitungen der Verlagsgruppe Rhein-Main (VRM): Nach seinen Informationen hätten bereits um 16 Uhr einzelne hauptamtliche Bürgermeister Pföhler aufgefordert, den Katastrophenalarm auszurufen. "Dass Pföhler die technische Leitung des Krisenstabes in andere Hände gelegt hatte, entlässt ihn nicht aus der Verantwortung." Um 20 Uhr habe an der oberen und mittleren Ahr bereits eine Katastrophensituation geherrscht.

Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand, sagte dem SWR, dass sie schon nachmittags im Landratsramt angerufen und Katastrophenalarm gefordert habe.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hatte am 6. August mitgeteilt, dass sie ein Ermittlungsverfahren eröffnet habe. Bei den Untersuchungen gegen Pföhler und ein weiteres, nicht näher genanntes Mitglied des Krisenstabs geht es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen am Abend des Hochwassers vom 14. Juli. Im Kern wird auch geprüft, ob mit früheren Warnungen oder Evakuierungen Menschenleben hätten gerettet werden können.

Mehrere Bürgermeister des Ahrtals erheben schwere Vorwürfe gegen den Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU). Denn ein Katastrophenalarm sei bereits früh gefordert worden.

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+++ Notfallseelsorge zu Flutfolgen: "Mit Jahren der Begleitung rechnen" +++13:00 Uhr

Betroffene der Flutkatastrophe werden nach Ansicht von Fachleuten noch lange Zeit seelsorgerische Hilfe benötigen. "Nach diesem Ereignis müssen wir mit Jahren der Begleitung rechnen", sagte die Landespfarrerin für Notfallseelsorge Bianca van der Heyden. Viele Betroffene seien hilfsbedürftig. Ob jemand ein Trauma davongetragen habe, könne man erst nach Wochen, manchmal sogar erst nach Monaten feststellen. Wenn Flutopfer unterschiedlich reagierten, so sei das normal, auch über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinweg, sagte die Pastorin nach Angaben der Evangelischen Kirche im Rheinland. Emotionale Reaktionen könnten von einer starken Wut bis zu großer Traurigkeit und Verunsicherung reichen. Bei der Bewältigung der seelischen Folgen der Unwetterkatastrophe brauchen nach Worten der Theologin nicht nur die unmittelbar betroffenen Menschen Unterstützung, sondern auch Einsatzkräfte, freiwillige Helfer oder Augenzeugen. Kirchengemeinden könnten beispielsweise zurückkehrenden Helfern Gesprächspartner anbieten, um sich von dem Erlebten zu erholen.

+++ Warum der Eifel-Zoo nach Flut so schnell wieder öffnen konnte +++12.15 Uhr

Die Parkleitung sagt, man habe aus der Überschwemmung 2018 gelernt und habe deshalb schnell wieder öffnen können. Der Bierbach sei lange nur ein kleiner Strom gewesen. Man habe ihn vor einiger Zeit eigenhändig aufgebaggert. Dadurch hätten die Wassermassen noch eine Weile in den Bach fließen können - das Gelände sei nicht sofort überflutet worden.

Das Hochwasser im Juli war schon das zweite nach 2018 im Eifel-Zoo Lünebach. Aus dem hatte der Zoo aber gelernt, sodass es diesmal nicht so schlimm kam.

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+++ Ausmaß der Schäden in Kordel jetzt erst sichtbar +++ 12:00 Uhr

Die Menschen in Kordel würden jetzt erst sehen, wie groß die Schäden an ihren Häusern seien, was alles gemacht werden müsse. Das drücke derzeit auf die Stimmung im Ort, sagt Ortsbürgermeister Medard Roth (Freie Wähler). Roth schätzt den Schaden mittlerweile auf eine Million Euro, nachdem er vor ein paar Wochen noch mit weniger rechnete. Laut dem Bürgermeister müssen derzeit aber keine Gebäude abgerissen werden.

Vor vier Wochen ist die Kyll auch in der Gemeinde Kordel (Kreis Trier-Saarburg) übers Ufer getreten. Der Pegel des sonst idyllischen Flusses stieg von 70 Zentimeter auf acht Meter - mit dramatischen Folgen für den Ort. Das Ausmaß der Schäden wird jetzt während der laufenden Aufräumarbeiten immer sichtbarer - und größer.

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+++ Wissing fordert Sonderbeauftragten im Bund zur Flutkatastrophe +++10:30 Uhr

Der FDP-Generalsekretär und rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Volker Wissing hat in der Flutkatastrophe einen Sonderbeauftragten im Bund gefordert. Die von den massiven Zerstörungen betroffenen Regionen, vor allem das Ahrtal, bräuchten Ausnahmeregeln für den Aufbau, sagte Wissing. "Diese Sonderregeln müssen gesetzlich abgesichert werden." Dafür seien auch Rechtsfragen mit der Europäischen Union zu klären, etwa Abweichungen bei der Umweltverträglichkeit. Dies könne nur auf der Bundesebene und nicht auf der Landesebene ausgehandelt werden.

+++ Landau warnt mit modernen Sirenen +++10:00 Uhr

Es gilt bundesweit als vorbildlich: Die Stadt Landau hat ein hochmodernes Sirenensystem, das die Bürger bei Katastrophen warnen soll. Nach und nach hat man die alten Rundkopf-Sirenen ersetzt durch 15 hochmoderne Exemplare. Derzeit wird ein "Beschallungskonzept" erarbeitet. Ende des Jahres soll alles fertig sein.

Es gilt bundesweit als vorbildlich: Die Stadt Landau hat ein hochmodernes Sirenensystem, das die Bürger bei Katastrophen warnen soll. Warum Sirenen statt nur Apps eingesetzt werden, erklärt Landaus Katastrophenkoordinator.

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+++ Bilder werden im ZKM restauriert +++7:15 Uhr

Nach der Flutkatastrophe von Ahrweiler wird ein Teil der Bilder aus dem dortigen Stadtmuseum in Karlsruhe erstversorgt. In einem Depot des Zentrums für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM) versuchen Restauratoren seit Anfang August, mehr als 30 Bilder und 250 Zeichnungen zu retten. Die Werke werden zunächst gereinigt und in einen Zustand gebracht, der eine weitere Restaurierung erlaubt. Die Hilfe für Ahrweiler ist der erste Einsatz des Karlsruher Notfallverbunds zur Rettung von Kulturgütern. Dem Karlsruher Verbund gehören inzwischen 15 Institutionen an. Katastrophen wie das Elbhochwasser 2002, der Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 2004 oder der Einsturz des Stadtarchivs Köln im Jahr 2009 waren die Auslöser für die Gründung solcher Notfallverbünde.

+++ Weitere Fähre über die Ahr in Betrieb +++6:30 Uhr

In Bad Neuenahr können die Menschen nun mit einer weiteren Fähre die Ahr überqueren. Wie das Technische Hilfswerk mitteilte, startet das Schiff an der Anlegestelle Ahrtor. Es wird an Drahtseilen über die Ahr gezogen. Bereits vor einer Woche hatte das THW in Bad Neuenahr eine Fähre in Betrieb genommen. Beide sollen vorerst die Brücken ersetzen, die von der Flut vor fast vier Wochen weggerissen wurden. Nach Angaben des THW nutzten in der vergangenen Woche rund 150 Menschen täglich die neue Fähre, die Einsatzkräfte erwarten aber einen Anstieg der Zahl in den nächsten Tagen.

+++ OB Ebling fordert neue operative Landesebene für Katastrophen +++4:00 Uhr

Als Konsequenz aus der Flutkatastrophe muss nach Ansicht des Mainzer Oberbürgermeisters Michael Ebling (SPD) auf Landesebene eine zusätzliche operative Ebene geschaffen werden. "Sie muss die Kräfte schnell mobilisieren können", sagte Ebling, der auch Chef des Städtetags Rheinland-Pfalz ist. Das sei in diesem "riesigen, gewaltigen noch nicht gekannten Ereignis" deutlich geworden. Außerdem müsse das Warnsystem überarbeitet und wieder mehr Sirenen eingesetzt werden. "Die Digitalitätsgläubigkeit führt nicht zum Erfolg. Wenn ich nachts schlafe, sehe ich nicht, ob Warnapps wie Katwarn oder Nina etwas melden", sagte Ebling. "Die Sirenen werden wieder stärker kommen." Allerdings gehöre dazu auch, dass die Menschen den Ton erkennen könnten und wüssten, was zu tun sei, etwa wie schnell und in welche Richtung sie ihr Haus verlassen müssten.

Dienstag, 10. August

+++ Baustoffe werden zur Mangelware +++21:00 Uhr

Nach der Hochwasser-Katastrophe wird im Ahrtal in den nächsten Monaten eine enorme Menge an Baustoffen benötigt. Und die sind im Moment ohnehin schon rar. Schon jetzt gibt es Lieferengpässe unabhängig von der Flutkatastrophe - zum Beispiel in Koblenz. Die Firma Künster baut hier in der neuen Mensa der Handwerkskammer gerade die Elektrik ein. Kabel, Steckdosen, Schalter - überall werden längere Lieferzeiten vorausgesagt.

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+++ Ministerpräsidentin Dreyer dankt für Solidarität +++20:45 Uhr

Nach der Einigung auf einen Wiederaufbaufonds in Höhe von 30 Milliarden Euro für die Flutgebiete hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) Bund und Ländern für ihre Solidarität gedankt. Sie sprach von einem wichtigen Signal für die betroffenen Menschen. Allein in Rheinland-Pfalz habe die Flut geschätzt Schäden in Höhe von rund 15 Milliarden Euro angerichtet.

Für den Aufbau in den Hochwassergebieten soll ein milliardenschwerer Fonds aufgelegt werden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat Einzelheiten dazu erläutert.

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+++ SWR Extra - Hilfe für Flutopfer +++19:30 Uhr

Vier Wochen nach dem Hochwasser hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten über Finanzhilfen für Flutopfer und Kommunen gesprochen. In einem SWR Extra blicken wir auf die Beschlüsse und die Reaktionen.

+++ Landrat Pföhler ruft zu besonnener Beurteilung der Ereignisse auf +++18:45 Uhr

Nach dem Einleiten von Ermittlungen zur Flut im Ahrtal hat sich Landrat Jürgen Pföhler (CDU) jetzt öffentlich zu dem Verfahren geäußert. Es sei wichtig, die Ereignisse vom 14. auf den 15. Juli "besonnen und auf objektiver Grundlage" zu beurteilen, teilte der CDU-Politiker mit. Alle am Einsatz Beteiligten hätten nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, um im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten, ausgehend vom damaligen Wissens- und Erkenntnisstand, Schaden von den Menschen und der Region abzuwenden. Bei dem Ermittlungsverfahren gegen den Landrat und ein weiteres, nicht genanntes Mitglied des Krisenstabs geht es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen am Abend des Hochwassers.

+++ 30 Milliarden Euro für den Wiederaufbau +++17:00 Uhr

Für den Wiederaufbau in den Hochwassergebieten haben Bund und Länder einen Fonds von 30 Milliarden Euro vereinbart. Die Aufbaumaßnahmen allein der Länder werden im Beschluss von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ministerpräsidenten mit 28 Milliarden Euro beziffert. Diese wollen Bund und Länder je zur Hälfte finanzieren. Die Schäden im Umfang weiterer zwei Milliarden Euro betreffen die Infrastruktur des Bundes, für deren Beseitigung dieser allein aufkommt. Dabei handelt es sich vor allem um Autobahnen und Schienenwege. Betroffen sind vor allem Regionen der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

+++ Opferbeauftragter fordert Vor-Ort-Präsenz der Versicherungen +++16:30 Uhr

Der Opferbeauftragte der Landesregierung, Detlef Placzek, hat den Gesamtverband der Versicherer dazu aufgerufen, mehr Präsenz in den Flutgebieten zu zeigen. Es reiche nicht, betroffene Menschen lediglich auf die jeweilige Versicherung zu verweisen, so Placzek. "Auch müssen die gutachterlichen Tätigkeiten der Versicherungen unverzüglich, auch mithilfe externer Gutachter und in Zweifelsfragen zugunsten der Versicherten aufgenommen werden", heißt es in einer Mitteilung. "Ich fordere den Gesamtverband der Versicherten dazu auf, sich aktiv einzubringen und die Koordination der gesamten Versicherungsbranche zu übernehmen." Dringende Fragen müssten persönlich beantwortet werden.

+++ Dreyer unterstreicht Solidarität von Bund und Ländern +++15:30 Uhr

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte dem SWR, alle, die von dem schrecklichen Hochwasser betroffen seien, hätten die Erwartung, dass der Wiederaufbau unterstützt werde. Und das sei auch richtig so. Dieser Fonds werde für die betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aber auch in Bayern zur Verfügung stehen. Dreyer sagte weiter: "Das Allerwichtigste daran, finde ich, ist, dass es ein Signal an die Bevölkerung ist, dass in einer solchen katastrophalen Situation der Bund und die Länder-Gemeinschaft wirklich zusammenstehen und sagen, es ist völlig klar, dass wir zusammen helfen, dass der Wiederaufbau gelingt." Der Wiederaufbaufonds solle ein Volumen von 30 Milliarden Euro haben, so Dreyer. An der hohen Summe sehe man wie immens die Zerstörung sei.

+++ Kreis Ahrweiler versendet gar keine Warnmeldungen +++13:45 Uhr

Der Kreis Ahrweiler hat nach SWR-Informationen keine Warnmeldungen in der Hochwassernacht an ein spezielles Meldesystem des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geschickt. Deshalb konnten regionale Medien - auch der SWR - keine Warnmeldungen und Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung in der Ahrregion weitergeben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen den Landrat des Kreises Ahrweiler sowie ein weiteres Mitglied des Krisenstabes wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen.

+++ SWR Extra zu Bund-Länder-Beschlüssen +++12:15 Uhr

Bund und Länder wollen heute ein Wiederaufbauprogramm für die Hochwassergebiete auf den Weg bringen. Über die Ergebnisse der Beratungen informieren wir in einem SWR Extra um 18:15 Uhr live im SWR Fernsehen und im Internet.

SWR Extra: Hilfe für Flutopfer

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer und die Bundeskanzlerin haben über Wiederaufbauhilfen für die Flutregionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beraten. Über die Ergebnisse informiert das SWR Fernsehen um 18:15 Uhr in einem "SWR Extra". Den Livestream der Sendung können Sie auch hier mitverfolgen.

+++ Hohe Schäden bei Handwerksbetrieben +++11:45 Uhr

Knapp vier Wochen nach der Hochwasserkatastrophe wird bei vielen Handwerksbetrieben in der Region Trier das Ausmaß der Schäden noch deutlicher. Einer Umfrage der Kreishandwerkerschaft zufolge gaben bislang mehr als 60 Betriebe in der Region an, stark geschädigt worden zu sein. Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dirk Kleis, sagte, noch immer seien Gutachter unterwegs. Die Höhe der Schäden erreiche teils sechs-, bei manchen sogar siebenstellige Summen. Etwa nur ein Drittel bis die Hälfte der Betriebe sei versichert, einige sähen keine Perspektive mehr. Die Kreishandwerkerschaft will Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium führen. Sie wünscht sich schnelle und unbürokratische staatliche Hilfe.

+++ Stiftung Denkmalschutz gibt Geld +++9:30 Uhr

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat ein Notprogramm aufgelegt, mit dem der Wiederaufbau denkmalgeschützter Häuser in der Flutregion unterstützt werden soll. Hausbesitzer können bis zu 10.000 Euro erhalten, in Ausnahmefällen auch mehr.

+++ Bürgermeister hofft auf Finanzhilfen +++8.00 Uhr

Auf der Bund-Länder Konferenz heute Mittag geht es neben der Corona-Pandemie auch um die Wiederaufbauhilfe für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Der Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler, Guido Orthen (CDU), hofft auf eine hinreichende Finanzausstattung der Gemeinden, sowie auf Hilfen für Privatpersonen und Unternehmen. Allein die kommunalen Schäden im Kreis Ahrweiler lägen bei 3,7 Milliarden Euro, in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler seien es 1,6 Milliarden Euro.

Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, werden häufiger Corona-Tests vorweisen müssen. Kostenlose Tests wird es nur noch in Ausnahmefällen geben. Was sich für Menschen in Rheinland-Pfalz nach den Beschlüssen von Bund und Ländern ändert.

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+++ IHK hilft Betrieben bei Anträgen auf HIlfsgelder +++6:45 Uhr

Die Industrie- und Handelskammer Koblenz unterstützt heute Betriebe mit mobilen "Hochwasser-Infospots" bei der Beantragung von Hilfeleistungen. Weil die Telefon- und Internetversorgung im Hochwassergebiet nach wie vor stark eingeschränkt ist, will die IHK nach eigenen Angaben die ausgedruckten Anträge mitbringen. Die Anlaufstellen sind von 9:30 Uhr bis 12:30 Uhr in Bad Neuenahr am Rathaus geöffnet und von 13:30 Uhr bis 15:30 Uhr in Ahrweiler am Bahnhofsvorplatz. Auch am Donnerstag sind die Infospots geöffnet, weitere Anlaufstellen entlang der Ahr sollen laut IHK folgen.

+++ Warnmeldung aus Trier liefen in Katastrophennacht ins Leere +++5:00 Uhr

Zehn Warnungen sind von der Leitstelle Trier in der Nacht der Hochwasserkatastrophe an Medien versendet worden. Sie sind jedoch nicht angekommen, sodass über regionale Medien wie den SWR und RPR1 keine Warnungen erfolgten. Grund dafür sind "missverständliche Informationen" in einem Formular des Meldesystems.

Das rheinland-pfälzische Innenministerium hat angekündigt, das landesweite Formular zu überarbeiten, über das Einsatzleiter im Katastrophenfall Warnungen an die Bevölkerung über die Medien in Auftrag geben. Dienstag war bekannt geworden, dass in der Hochwassernacht auch wegen dieses Formulars offenbar alle Warnmeldungen der Leitstelle Trier ins Leere gelaufen waren.

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+++ THW plant zehn Behelfsbrücken im Katastrophengebiet +++ 4:15 Uhr

Mehr als 60 Brücken sind bei der tödlichen Sturzflut im Ahrtal zerstört worden - mit zehn Behelfsbrücken will das Technische Hilfswerk (THW) gravierende Verkehrslücken schließen. Nach einer schon in Betrieb genommenen ersten zweispurigen THW-Brücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler sei am vergangenen Sonntag eine zweite einspurige Flussquerung in Dernau fertigstellt worden, die im Laufe dieser Woche für den Verkehr inklusive Lastwagen freigegeben werden. Im August will das THW laut einem Sprecher nach Möglichkeit fünf weitere Brücken im Ahrtal schlagen, anschließend sollen noch drei folgen. Eine große Steigerung dieser Zahl sei vorerst wohl nicht möglich: "Das Problem ist, dass es in Deutschland keine Behelfsbrückenbauer mehr gibt."

+++ Dreyer mahnt zur Eile bei Flut-Aufbaufonds +++1:00 Uhr

Unmittelbar vor einem Treffen von Bund und Ländern mahnt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zu Tempo bei der geplanten Schaffung eines Flut-Aufbaufonds. Es sei Eile angesagt, sagte Dreyer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). "Die Menschen sind hart getroffen und brauchen die Sicherheit und Zuversicht, dass sie auch beim Wiederaufbau nicht allein gelassen werden", sagte die SPD-Politikerin. Die Solidarität zwischen Bund und Ländern sei groß. "Je schneller Bundestag und Bundesrat tagen desto besser für die Menschen in den Katastrophengebieten." Nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind Milliardenhilfen heute ein Thema bei dem Treffen der Länder-Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Montag, 9. August

+++ Medien: 30 Milliarden Euro für den Wiederaufbau nach der Flut +++17:00 Uhr

Für den Wiederaufbau der von der Flut betroffenen Gebiete in Deutschland wollen Bund und Länder nach Berichten mehrerer Medien rund 30 Milliarden Euro bereitstellen. Darauf einigten sich den Angaben zufolge am Montag die Chefs der Staatskanzleien sowie Vertreter der Bundesregierung bei einer Schaltkonferenz. Sie sollte das Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Dienstag vorbereiten. Die Länder hätten durch die Flutkatastrophe erhebliche Schäden erlitten. Der Vertreter von Rheinland-Pfalz in der Runde nannte nach "Spiegel"-Informationen eine Schadenssumme von 15 Milliarden Euro für sein Bundesland.

Für den Aufbau in den Hochwassergebieten soll ein milliardenschwerer Fonds aufgelegt werden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat Einzelheiten dazu erläutert.

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+++ Mehr als 1,8 Millionen Liter Öl-Wassergemisch aus Kellern gepumpt +++16:30 Uhr

Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) haben bislang mehr als 1,8 Millionen Liter Öl-Wassergemisch aus den Kellern im Ahrtal gepumpt und nach Sinzig zu einer Trennanlage gebracht. Das sagte ein Sprecher des THW auf einer Pressekonferenz. Mehr als 650.000 Liter wurden den Angaben zufolge bereits getrennt und davon 300.000 Liter Öl entsorgt. Verantwortlich für die Bergung des Öl-Wassergemischs ist eine Spezial-Feuerwehreinheit aus Bayern.

+++ Polizei prüft Verstöße gegen Bestattungsgesetz +++16:15 Uhr

In Bad Neuenahr-Ahrweiler soll ein Bestattungsunternehmen in mindestens einem Fall mehrere Leichen in einem einzigen Sarg in einem Container gelagert haben, meldet das Polizeipräsidium Koblenz. Außerdem seien dort mehrere offene Holzsärge, die jeweils verdreckte Leichensäcke enthalten hätten, übereinander gestapelt worden. Die Polizei habe ihre Zusammenarbeit mit dem betreffenden Bestattungsunternehmen vorerst ausgesetzt und prüfe etwaige Verstöße gegen das Bestattungsgesetz, teilte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Koblenz am Montag mit.

+++ Noch neun Menschen vermisst +++16:00 Uhr

Die Polizei hat in der heutigen Pressekonferenz zur Lage in den Hochwassergebieten erläutert, dass aktuell 141 Todesermittlungsverfahren laufen. 132 Menschen seien dabei bereits identifiziert. 9 Personen gelten weiterhin als vermisst.

Mindestens 141Tote, Tausende sind obdachlos. Hunderte Gebäude sind weggerissen. Satellitenbilder lassen erahnen, wie groß die Zerstörung an der Ahr ist. Eine SWR-Datenanalyse.

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+++ Klöckner will Erleichterungen beim Tierfutter +++ 13:30 Uhr

Bundeslandwirtschaftsminsterin Julia Klöckner (CDU) hat Erleichterungen für die Bauern der Hochwasserkatastrophe angekündigt, um Engpässe beim Tierfutter zu vermeiden. Konkret geht es darum, dass Bauern auf ökologischen Vorrangflächen ausnahmsweise mehr Gras und andere Pflanzen mähen dürfen, als sonst zulässig ist. Auch dürften dort mehr Tiere als üblich weiden. Die Regelung soll auf dieses Jahr befristet werden.

+++ Bereits 120.000 Euro Spendengeld für Fluthilfe-Benefizspiel +++ 13:15 Uhr

Bereits vor Anpfiff des Fluthilfe-Benefizspiels am kommenden Mittwoch im Trierer Moselstadion können sich die Organisatoren über Spendengelder in Höhe von 120. 000 Euro freuen. Wie die Verantwortlichen mitteilten, ist darin eine Sockelspende der DFB-Stiftungen Egidius Braun und Sepp Herberger in Höhe von 100.000 Euro enthalten. Bisher seien knapp 1.000 Tickets im Vorverkauf abgesetzt worden. Zwischen 2.000 und 2.500 Zuschauer seien zugelassen.

+++ DRK: Rettungsdienst im Kreis Ahrweiler gewährleistet +++ 13:00 Uhr

Die notfallmedizinische Versorgung für die Menschen in dem von der Flutkatastrophe betroffenen Kreis Ahrweiler ist laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) weiter gewährleistet. Viele Bürger machten sich Sorgen, wenn Erstversorgungsstellen sich auflösten, teilte der DRK-Kreisverband Ahrweiler mit. Seit dem dritten Tag nach der Hochwasserkatastrophe habe der Kreisverband bis auf weiteres ein Sonderkontingent an Rettungsmitteln im Dienst, das die Versorgung sicherstelle. Zudem sei die Notrufnummer 112 weiterhin kreisweit verfügbar, so das DRK.

+++ Neues Portal zur Wohnungsvermittlung im Kreis Ahrweiler +++12:45 Uhr

Der Kreis Ahrweiler hat für die Betroffenen der Flutkatastrophe ein Portal zur Vermittlung von neuen Wohnungen eingerichtet. Dabei geht es nach Angaben des Kreises nicht um kurzfristige Notunterkünfte, sondern um langfristig zur Verfügung stehende Wohnangebote. Menschen, die freien Wohnraum zur Verfügung haben oder eine Wohnung suchen, könnten sich ab sofort auf dem Wohnraumvermittlungsportal auf der Internetseite des Kreises Ahrweiler registrieren. Der Kontakt zu Wohnungsanbietern oder Wohnungssuchenden werde dann über die Kreisverwaltung hergestellt.

+++ Umzug des Hochwasser-Zentrums am Nürburgring im Gange +++12:30 Uhr

Der "Bereitstellungsraum" am Nürburgring, das sogenannte Hochwasser-Zentrum, zieht vom Fahrerlager auf einen Parkplatz außerhalb des Nürburgrings um. Container, Versorgungszelte und Material werden derzeit auf den Parkplatz B5 verlegt. Neue Helfer würden ab sofort direkt zu dem neuen Standort geleitet, teilte ein THW-Sprecher dem SWR mit. Grund für den Umzug sei, dass der Nürburgring wieder für Veranstaltungen oder Rennen frei werden soll. Der Umzug, der seit dem Wochenende laufe, wird voraussichtlich bis Mittwoch abgeschlossen sein, so das Technische Hilfswerk.

+++ Auswirkungen auf Tourismus nicht so schlimm wie befürchtet +++12:15 Uhr

Die Hochwasserkatastrophe an der Ahr und in Teilen der Eifel hat die Tourismusbranche offenbar nicht so hart getroffen wie befürchtet. Wegen der Flut im Ahrtal sind aber vor allem in der Eifel weniger Gäste gekommen. Dort hatte die Branche eigentlich mit einem Rekordjahr gerechnet. Doch viele Gäste wollten nicht in unmittelbarer Nähe zum Katastrophengebiet Urlaub machen, sagte der Leiter der Eifeltourismus GmbH. Inzwischen habe sich die Lage aber wieder etwas gebessert. Ähnlich sieht es auch an der Mosel aus. Dort wurde eine Informationskampagne gestartet, um verlorene Gäste zurückzugewinnen. Derzeit seien die Buchungszahlen wieder zufriedenstellendend, heißt es. Im Hunsrück hatten die Katastrophenmeldungen von der Ahr hingegen kaum Auswirkungen auf den Tourismus.

+++ Wohin gehen die Spendengelder? +++8:30 Uhr

Nach der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz stehen viele Menschen vor dem Nichts. Besonders schwer getroffen hat es das Ahrtal. Die Flutopfer dort sind auf Spenden angewiesen. Spendenmöglichkeiten gibt es eine Menge - wir erklären, wo die Gelder der einzelnen Spendenaktionen genau hinfließen.

Nach der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz stehen viele Menschen vor dem Nichts. Besonders schwer getroffen hat es das Ahrtal. Die Flutopfer dort sind auf Spenden angewiesen.

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+++ Verbraucherschützer für Versicherungspflicht +++6:30 Uhr

Nach der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben sich Verbraucherschützer für eine Versicherungspflicht gegen Extremwetterschäden ausgesprochen, sollte eine bestimmte Quote an freiwillig Versicherten nicht erreicht werden. Aktuell seien 47 Prozent der Hausbesitzer gegen Elementarschäden versichert. Diese freiwillige Quote müsse auf mindestens 80 Prozent erhöht werden, sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, Klaus Müller (Bündnis 90/Die Grünen), den Funke-Zeitungen. Gelinge das nicht, sei eine Pflichtversicherung nötig, die nicht auf Mieter umlegbar sein soll, so Müller.

+++ CDU will U-Ausschuss beantragen +++5:45 Uhr

Die CDU-Fraktion in Rheinland-Pfalz will am Vormittag in einer Pressekonferenz über Konsequenzen aus der Flutkatastrophe informieren. Nach SWR-Informationen will die Fraktion dabei verkünden, dass sie einen Untersuchungsausschuss beantragen wird.

Die CDU-Fraktion in Rheinland-Pfalz wird nach der Flutkatastrophe einen Untersuchungsausschuss beantragen. Die Hauptfrage laute: "Wäre es möglich gewesen, mehr Menschenleben zu retten?".

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+++ Zukunft des Ahrtals - wie kann das Leben für die Menschen am Fluss gelingen? +++ 4:30 Uhr

Nach der Starkregenkatastrophe wird das Ahrtal nicht so bleiben wie es war. Was sich verändern muss, damit Menschen weiterhin am Fluss leben können, erklärt der Biologe Wolfgang Büchs im Interview mit SWR-Redakteurin Iris Völlnagel. "Nur wenn der Schutz vor Hochwassern gewährleistet werden kann, kann man auch an der Ahr weiter wohnen", sagt Büchs. "Allerdings muss man den gesamten Katalog hochwasserreduzierender Maßnahmen konsequent umsetzen. Das betrifft die Landwirtschaft genauso wie den Bau von Wegen und Straßen."

Nach der Starkregenkatastrophe wird das Ahrtal nicht so bleiben wie es war. Was sich verändern muss, damit Menschen weiterhin am Fluss leben können, erklärt der Biologe Wolfgang Büchs im Interview.

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+++ Wirtschaftsministerin Schmitt: Wiederaufbau braucht Solidarität aller im Land +++4:00 Uhr

Die rheinland-pfälzische Landesregierung überlegt, für den Wiederaufbau in den Hochwassergebieten um Fachkräfte aus anderen Bundesländern zu bitten. Nachgedacht werde über einen Aufruf an andere Bundesländer, Rheinland-Pfalz mit Fachkräften aus den eigenen Verwaltungen und landeseigenen Betrieben zu unterstützen, so Schmitt.

Der Wiederaufbau in den Hochwassergebieten wird die Arbeit der Landesregierung für Jahre prägen. Angedacht ist, dafür auch Hilfe aus anderen Bundesländern in Anspruch zu nehmen.

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Sonntag (8. August)

+++ Dreyer weist Kritik an Helfern zurück +++19:00 Uhr

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat Kritik am Krisenmanagement und den ersten Hilfseinsätzen nach der Flutkatastrophe zurückgewiesen. Sie denke, da tue man den Einsatzkräften und dem Krisenstab Unrecht, sagte Dreyer der "Welt". Die Einsätze der unterschiedlichen Organisationen, Einrichtungen und Helfer hätten zuerst koordiniert werden müssen - da könne es schon sein, dass nicht alles so punktgenau ablaufe, wie sich manche Betroffenen das wünschten.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) fordert ein rasches Hilfsprogramm nach der Hochwasserkatastrophe. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir schnell den Wiederaufbaufonds auf den Weg bringen".

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+++ "Puppenmutti"-Suchaktion: vierjährige Besitzerin gefunden +++17:45 Uhr

Ein Helfer hat im Flut-Katastrophengebiet an der Ahr eine Puppe gefunden und per Facebook nach der Besitzerin oder dem Besitzer gesucht. Am Sonntag die gute Nachricht: Die Puppen-Mami habe sich gemeldet, berichtete Michael Schulze vom Malteser Hilfsdienst aus dem niedersächsischen Georgsmarienhütte. Es handele sich um eine Vierjährige aus Dernau im Ahrtal. Die Puppe sei bei der Flut wohl aus dem Familienauto gespült worden. Auch die Polizei in Koblenz hatte bei der Suche geholfen und die Geschichte auf Twitter und Facebook verbreitet. Der Helfer der Malteser hatte die Puppe in einem Gebüsch entdeckt. Er sei selbst Vater und wisse, wie Kinder an Kuscheltieren oder Puppen hängen könnten.

+++ Freie Wähler gegen U-Ausschuss zur Flutkatastrophe +++16:00 Uhr

Die Freien Wähler im Landtag finden es momentan nicht nötig, die Vorkommnisse in der Nacht der Flutkatastrophe im Juli mithilfe eines Untersuchungsausschusses auszuwerten. Fraktionschef Joachim Streit sagte dem SWR, er erwarte, dass Innenminister Roger Lewentz (SPD) von sich aus im Innenausschuss aufkläre. Nach der AfD wird nach SWR- Informationen morgen auch die CDU einen U-Ausschuss fordern. Damit wäre die nötige Mehrheit im Landtag erreicht.

+++ Notfallprogramm des Denkmalschutzes für historische Bauten +++15:30 Uhr

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat ein Notfallprogramm für historische Bauten aufgelegt, die durch die Flutkatastrophe beschädigt wurden. Betroffene können sich demnach bei der Stiftung melden und Nothilfe beantragen. Unterstützt werden damit die Honorare von Fachleuten im Denkmalschutz und die Eigentümer der Bauten. Kosten für Notsicherungsmaßnahmen wie Notabstützungen und Bautrockner werden auch von dem Geld abgedeckt. Das Programm ist in drei Stufen eingeteilt. Für Nothilfen bis zu 2.500 Euro reicht ein Kurzantrag aus. Für größere finanzielle Hilfen von bis zu 10.000 Euro sind ein Kurzantrag, Kostenschätzungen oder Voranschläge sowie ein Finanzierungsplan nötig. Wer mehr als 10.000 Euro erhalten will, reicht einen regulären Antrag auf Förderung bei der Stiftung ein.

+++ Arbeiten an Stromversorgung und Straßen laufen +++14:45 Uhr

Rund dreieinhalb Wochen nach der Flutkatastrophe gehen die Aufräumarbeiten weiter. Die Wiederherstellung der Stromversorgung dauere an, teilte das Pressezentrum Hochwasser Ahr am Sonntag mit. In der Verbandsgemeinde Altenahr sei sie zu mehr als 90 Prozent wiederhergestellt oder es gebe Notstrom. Viele Hausanschlüsse funktionierten allerdings noch nicht. Ein Trafobrand am Samstagabend hatte bis in die Nacht für einen Stromausfall gesorgt. In der Verbandsgemeinde Adenau, in Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie in Sinzig sei die Stromversorgung fast vollständig wiederhergestellt. Auch an beschädigten Straßen und Wegen werde weiter gearbeitet.

+++ Grüne regen Enquete-Kommission an +++4:00 Uhr

Nach der Flutkatastrophe an der Ahr sollte der Landtag Rheinland-Pfalz nach einem Vorschlag der Grünen-Fraktion die Vorkehrungen gegen Katastrophen in der Klimakrise in den Blick nehmen. Dazu regte der Fraktionsvorsitzende Bernhard Braun die Einsetzung einer Enquete-Kommission an. "Bei einer solchen Sturzflut sollte man nicht fragen, wer an Pannen beim Katastrophenschutz schuld ist", sagte Braun. "Die wichtige Frage ist: Wie kann man das in Zukunft verhindern?" Um die Aufarbeitung von Fehlern etwa bei der Alarmierung der Bevölkerung müssten sich Staatsanwaltschaft wie Politik kümmern, sagte Braun.

+++ Bundesamt sieht geringe Seuchengefahr +++2:45 Uhr

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sieht die Gefahr von Seuchenausbrüchen in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen als "gering" an. "Einerseits wird die Gesundheitsversorgung von Tag zu Tag verbessert, andererseits sind die zuständigen Behörden problembewusst und informieren die Bevölkerung entsprechend", teilte eine BBK-Sprecherin den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit. Auch die Beachtung von Hygiene- und Verhaltensregeln im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sei "ein wirksames Instrument der Seuchenprävention" und sollte "Massenanfälle von Erkrankten" vermeiden.

Samstag (7. August)

+++ Stromausfall in der Verbandsgemeinde Altenahr +++21:00 Uhr

In einigen Straßen in Dernau (Landkreis Ahrweiler) gibt es zurzeit einen Stromausfall. Das teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz (ADD) auf Twitter mit. Wie lange der Stromausfall anhält, ist demnach noch nicht klar. Die ADD twitterte: "Der Stromausfall wird voraussichtlich in einigen Straßen in Dernau andauern!" Ursache sei ein Brand in einem Trafo. Die Einsatzkräfte und der Stromversorger seien im Einsatz.

Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion,Twitter, 7.8.2021, 19:14 Uhr

+++ CDU will Einsetzung von U-Ausschuss beantragen +++17:45 Uhr

Die CDU-Fraktion im Landtag befürwortet offenbar eine parlamentarische Aufarbeitung der Hochwasserkatastrophe. Nach Informationen aus Parteikreisen will sie die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses beantragen. Die Fraktion hat für Montag zu einem Pressegespräch eingeladen. Dann soll auch über einen Antrag entschieden werden. Zuvor hatte die "Rhein-Zeitung" berichtet, dass die Fraktion diesen Weg gehen will.

+++ Kreis Ahrweiler: Geschätzt 3,7 Milliarden Euro Schäden an kommunalen Einrichtungen +++14:55 Uhr

Die Flutkatastrophe hat allein im besonders getroffenen Kreis Ahrweiler an kommunalen Einrichtungen einen Schaden von geschätzt mehr als 3,7 Milliarden Euro verursacht. Dies betreffe unter anderem Teile der Infrastruktur, Schulen, Kindertagesstätten und Sportanlagen, teilte die Kreisverwaltung am Samstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit. Es handele sich dabei um eine vorläufige Schadenshöhe.

Nach der Hochwasserkatastrophe im Juli hat der stark zerstörte Kreis Ahrweiler eine erste geschätzte Schadenssumme genannt. Die Rede ist von mehr als 3,7 Milliarden Euro - alleine bei kommunalen Einrichtungen.

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+++ Weigand rechnet mit zweistelliger Milliardensumme +++11:45 Uhr

Der Wiederaufbau des Ahrtals könnte nach Schätzung der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand, eine zweistellige Milliardensumme kosten. Weigand bekräftigte am Samstag im Deutschlandfunk ihre Forderung an den Bund, schnellstmöglich einen Sonderfonds zur Unterstützung zu bilden. Einige Dörfer hätten weiter keinen Zugang zu Trinkwasser. Zudem würden viele Häuser lange nicht bewohnbar sein, weil es etwa keine Heizung mehr gebe oder die Abwasserversorgung nicht funktioniere.

+++ Hochwasser-Zentrum am Nürburgring zieht um +++9:30 Uhr

Das sogenannte Hochwasser-Zentrum am Nürburgring zieht am Wochenende um - und zwar vom Fahrerlager auf einen Parkplatz außerhalb des Rings. Das teilte das Technische Hilfswerk mit. Grund für den Umzug ist, dass der Nürburgring wieder frei werden soll, damit dort wieder Rennen vorbereitet werden können. Das ganze Wochenende wird das neue Lager auf dem Parkplatz aufgebaut - dazu gehören unter anderem Container und Versorgungszelte. Neue Helfer werden bereits ab dem heutigen Samstag direkt zum neuen Standort geleitet.

+++ Dobrindt: Kein Finanzlimit für Wiederaufbauhilfe +++01:30 Uhr

Für die Hilfen beim Wiederaufbau der von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Regionen sollte es nach Ansicht von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt kein finanzielles Limit geben. "Dafür darf es weder eine zeitliche, noch eine finanzielle Begrenzung geben", sagte Dobrindt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Bund werde sich erheblich daran beteiligen, dass man die Schäden beseitige. "Das, was mit Geld an Schäden beseitigt werden kann, wird mit unserer Unterstützung beseitigt werden", versicherte Dobrindt. Der Wiederaufbaufonds soll am kommenden Dienstag von den Ministerpräsidenten der Länder zusammen mit der Bundesregierung beschlossen werden.

Freitag (6. August)

+++ Wehrleiter kritisiert Kreis Ahrweiler +++23:00 Uhr

"Der Kreis Ahrweiler hat den Katastrophenalarm zu spät ausgelöst", kritisiert der Wehrleiter der freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Altenahr, Frank Linnarz. Bereits am Abend des 14. Juli, als in Altenahr schon Menschen wegen der Flut auf den Hausdächern saßen, habe er von der technischen Einsatzleitung des Kreises Ahrweiler gefordert, den Katastrophenalarm auszulösen.

Wehrleiter Frank Linnarz aus der VG Altenahr kritisiert: "Der Kreis Ahrweiler hat den Katastrophenalarm zu spät ausgelöst."

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+++ Mobile Wahlbusse für Bundestagswahl +++16:00 Uhr

Trotz der Extremsituation nach der Flutkatastrophe soll die Bundestagswahl im Ahrtal sichergestellt werden - und dort unter anderem in Bussen gewählt werden können. Eine Reihe von besonderen Vorkehrungen sei vereinbart worden, teilte der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz am Freitag in Bad Ems mit. Viele der üblichen Wahllokale stehen für die Stimmabgabe nicht zur Verfügung, da die Gebäude beschädigt wurden oder für andere Aufgaben benötigt werden.

Rathäuser, Kitas oder Sporthallen sind den Fluten zum Opfer gefallen, viele Menschen haben weder Ausweis noch Briefkasten. Gewählt wird im Ahrtal und den anderen Flutregionen trotzdem - sogar in Bussen.

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+++ Baldauf: Wiederaufbau darf kein Feldversuch werden +++15:15 Uhr

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christian Baldauf, hat angesichts der Probleme der betroffenen Menschen vor Ort davor gewarnt, den Wiederaufbau an der Ahr zu einem großangelegten Feldversuch zu machen. Die Bilder der Zerstörung zeigten, "es eilt, es muss schnell gehen". Die Fehler der Anfangsphase mit einer völlig überforderten ADD dürften jetzt nicht fortgeschrieben werden. Die Krisenbewältigung im Land brauche jetzt dringend ein Gesicht. Deshalb sei es so wichtig, umgehend einen echten Sonderbeauftragten auf Landesebene zu benennen.

+++ Teil der Eifelstrecke erst deutlich nach 2021 wieder befahrbar +++14:45 Uhr

Der Wiederaufbau des Teiles der Eifelstrecke zwischen Trier-Ehrang und Euskirchen wird deutlich länger als 2021 dauern. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, hat das Hochwasser im Juli die Infrastruktur dort komplett zerstört. Für konkrete Prognosen müsse die Strecke erst noch weiter begutachtet und die Reparaturen und Neubauten detailliert geplant werden. Die Bahn hatte bereits im Juli mitgeteilt, dass sie 80 Prozent der beschädigten Strecken bis Ende des Jahres wiederherstellen will, dass die Eifelstrecke aber nicht dazu gehöre.

+++ Scheuer-Einladung in Hochwassergebiete +++13:45 Uhr

Der rheinland-pfälzische Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer (SPD) hat Bundesminister Andreas Scheuer (CSU) zu einen Gespräch über die Folgen der Hochwasserkatastrophe eingeladen. Es gehe um den Wiederaufbau der Telekommunikationsinfrastruktur. Schweitzer sagte, Bund und Land stünden hier gemeinsam in der Pflicht. Ziel müsse es sein, die betroffenen Regionen zu einer Modellregion für den Glasfaserausbau und einen krisenfesten Mobilfunk zu entwickeln.

+++ Pegel an Ahr und Mosel wiederhergestellt +++12:30 Uhr

Im Einzugsgebiet von Ahr und Mosel sind Pegel, die bei der Unwetterkatastrophe beschädigt worden waren, wiederhergestellt. Insgesamt handele es sich um 18 von 20 hochwasserrelevanten Pegeln, die wieder funktionierten, so die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord. Somit kann das Landesamt für Umwelt an der Ahr wieder ausreichend aktuelle Wasserstandsdaten für seinen Hochwasservorhersagedienst verwenden. Bürgerinnen und Bürger können über die App "Meine Pegel“ wieder aktuelle Informationen zu den Pegelständen erhalten und sich gegebenenfalls individuell warnen lassen. Einzig die beiden Pegel Kreuzberg und Müsch konnten bisher nicht wieder in Betrieb genommen werden.

+++ Rheinland-Pfalz setzt Landesbeauftragten ein +++12:15 Uhr

Rheinland-Pfalz wird einen Landesbeauftragten für den Wiederaufbau in den Flut-Katastropengebieten einsetzen. Das hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Deutschlandfunk angekündigt. Wer den Posten übernimmt und welche Aufgaben damit verbunden sind, soll nach SWR-Informationen am Nachmittag bekannt gegeben werden. Dann wollen sich Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) auf einer Pressekonferenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler zum Wiederaufbau äußern.

Drei Wochen nach dem Hochwasser fordern die Menschen aus dem Ahrtal mehr Hilfe von Bund und Land, etwa einen Sonderbeauftragten. Die Politik reagiert unterschiedlich. Zum Wiederaufbau im Ahrkreis gibt es am Nachmittag eine Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Dreyer und Innenminister Lewentz.

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+++ In Mendig sind Notunterkünfte in Betrieb +++11:30 Uhr

Die Eifel-Gemeinde Mendig hat am Freitag Notunterkünfte für Betroffene der Flutkatastrophe in Betrieb genommen. Seit vergangener Woche sei das Containerdorf bezugsbereit, teilte die für den Katastrophenschutz zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mit. Zunächst war demnach die Nachfrage gering, da die Betroffenen bei Freunden oder Verwandten untergekommen seien. Inzwischen sei der Bedarf an den Notunterkünften aber stark gestiegen.

+++ Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren ein +++11:00 Uhr

Im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe im Ahrtal hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Ermittlungsverfahren eingeleitet. In einer Mitteilung heißt es, es gehe um den Verdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen. Die polizeilichen Ermittlungen habe das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz übernommen.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat nach der Flutkatastrophe im Ahrtal Ermittlungen gegen Landrat Pföhler aufgenommen. Es geht um den Verdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen.

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+++ Grüne: Kurzarbeit auch im Flutgebiet +++09:00 Uhr

Die Grünen wollen die Kurzarbeiter-Regelungen auch für Flut-Betroffene im Hochwasser-Gebiet anwenden. Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn sagte, Menschen, die wegen des Hochwassers im Moment nicht zur Arbeit könnten, bräuchten unbürokratische Unterstützung. Bisher können nur betroffene Firmen Kurzarbeit anmelden, aber keine Einzelpersonen.

+++ ADAC Mittelrhein stellt Arbeit mit Sachspenden am Nürburgring ein +++07:45 Uhr

Der ADAC Mittelrhein zieht sich von der Arbeit mit den Sachspenden am Nürburgring zurück. Sachspenden würden aber weiter angenommen, sortiert und an die vom Hochwasser betroffenen Menschen verteilt. Die Aufgabe der Gesamtkoordination werde in Zukunft aber von Freiwilligen übernommen, nicht mehr von Mitarbeitern des ADAC und des Nürburgrings, sagte ein ADAC-Sprecher. Der ADAC wolle sich wieder dem eigentlichen Tagesgeschäft widmen.

+++ Landrätin im Vulkaneifelkreis will mit Technikern sprechen +++07:30 Uhr

Nach der Hochwasserkatastrophe im Landkreis Vulkaneifel plant Landrätin Julia Gieseking (SPD) in der kommenden Woche Gespräche mit der technischen Einsatzleitung. Sie sagte, dass zum Beispiel die Kommunikation im Katastrophenfall besprochen werde. Im Kreis war wegen des Hochwassers der Digitalfunk ausgefallen und man musste sich mit analogen Geräten behelfen.

Erst kurz im Amt und schon die zweite Krise nach Corona: Julia Gieseking (SPD), Landrätin der Vulkaneifel, über den Katastrophenfall, richtige Entscheidungen und etwas Glück.

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+++ Dreyer für Sondersitzungen noch im August +++06:15 Uhr

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und ihr sächsischer Kollege Michael Kretschmer (CDU) plädieren für Sondersitzungen von Bundestag und Bundesrat zur geplanten Wiederaufbauhilfe für die Hochwasserregionen. Dreyer sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Deutsche Bundestag sollte noch im August dazu tagen. Das Desaster habe ein nationales Ausmaß. Kretschmer sagte dem Redaktionsnetzwerk, es bestehe Einigkeit, dass der Bund die eine Hälfte finanziere und die Länder entsprechend ihren Bevölkerungsanteilen die andere trügen.

Donnerstag (5. August)

+++ Gesichter der Flut - Eine Familie aus Insul erzählt +++20:00 Uhr

Familie Gründler aus Insul an der Ahr ist nur knapp mit dem Leben davongekommen. Drei Wochen nach der Flut sitzt der Schock immer noch tief. SWR Aktuell Rheinland-Pfalz zeigt die Gesichter hinter der Hochwasserkatastrophe - und ihren Blick in die Zukunft.

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+++ Krisenstab an der Ahr weist Kritik zurück +++19:30 Uhr

Der Leiter des Krisenstabs für das Katastrophengebiet im Ahrtal, Thomas Linnertz, hat Kritik an den Organisatoren des Einsatzes zurückgewiesen. Die Lage lasse keinen der 200 Mitarbeiter des Krisenstabes, die rund um die Uhr arbeiteten, kalt. Er warnte vor einem "Schwarz-Weiß-Denken", wonach die einen die "Drecksarbeit an der Front" machten und die anderen "im Warmen und Sauberen" säßen.

Der Leiter des Krisenstabs für das Katastrophengebiet im Ahrtal, Linnertz, hat Kritik an den Organisatoren des Einsatzes zurückgewiesen. Man arbeite ständig daran, Reibungsverluste zu beseitigen.

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+++ Rechtsmedizin untersucht 130 Flutopfer +++17:30 Uhr

Experten der Mainzer Rechtsmedizin arbeiten gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt an der Identifizierung der Opfer der Flutkatastrophe. 130 Leichen seien im rechtsmedizinischen Institut der Mainzer Uni untersucht worden, sagte die stellvertretende Leiterin Barbara Fliß. Die ersten Toten seien bereits am zweiten Tag nach dem Hochwasser nach Mainz gebracht worden. Die Rechtsmediziner versuchen, die Opfer zu identifizieren; dabei werden laut Fliß Aspekte wie Zahnstatus, DNA-Proben aber auch mögliche OP-Narben, Muttermale oder Tattoos berücksichtigt. Das BKA gleiche diese Daten dann ab mit den Angaben der Angehörigen von Vermissten. In der Regel dauere eine Identifizierung ein bis zwei Tage.

Rechtsmediziner der Mainzer Uni haben 130 Leichen aus dem Ahrtal untersucht. Sie müssen die Menschen, die durch die Flut ums Leben kamen, identifizieren.

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+++ A61 nach Flutschäden wieder voll befahrbar +++17:00 Uhr

Der Streckenabschnitt auf der A61 zwischen dem Autobahnkreuz Meckenheim und dem Autobahndreieck Bad Neuenahr-Ahrweiler ist wieder ohne Einschränkungen befahrbar. Das teilte die Autobahn GmbH mit. Die beiden Fahrstreifen mussten wegen Schäden bei der Flutkatastrophe vom 14. Juli verengt werden. Nun ist die Strecke wieder zweispurig befahrbar. Lediglich der Standstreifen bleibt weiterhin gesperrt. Durch die Flut hatte sich eine Stützmauer am Böschungsfuß der Fahrbahn gelöst, deren Reparaturarbeiten erst in den kommenden Wochen abgeschlossen werden können.

+++ Psychologische Hilfe für Flutopfer dauert womöglich Jahre +++15:15 Uhr

Die psychosoziale Unterstützung von Opfern der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal wird nach Einschätzung des Opferbeauftragten der rheinland-pfälzischen Landesregierung Jahre dauern. Man stehe vor einer großen Herausforderung, sagte Detlef Placzek in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viele Menschen seien jetzt noch mit Aufräumen beschäftigt und merkten erst später, dass sie professionelle Hilfe brauchen. Placzek kündigte deren Begleitung "auch morgen und übermorgen" an. Er habe dieses Angebot allen Angehörigen der Toten in einem Brief mitgeteilt und auch die Verletzten angeschrieben. Insgesamt habe er 750 Briefe verschickt, die Anfang dieser Woche angekommen seien. Neben der Hotline, die angeboten werde, helfe das Land auch bei der Vermittlung von Therapieplätzen.

Schon Außenstehenden fehlen angesichts der Flutkatastrophe im Ahrtal die Worte. Wie mag es erst den Menschen gehen, die unmittelbar betroffen sind, die Angehörige und ihr Zuhause verloren haben?

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+++ Brücke in Sinzig noch gut zwei Wochen unbefahrbar +++12:30 Uhr

Die B9-Brücke in Sinzig im Kreis Ahrweiler bleibt noch für mindestens zwei Wochen unbefahrbar. Der Landesbetrieb Mobilität bestätigte einen entsprechenden Bericht der Rhein-Zeitung. So lange brauche es, bis die durch das Ahr-Hochwasser vor drei Wochen eingeknickte Fahrbahn in Südrichtung abgerissen und entfernt sei. Erst dann könne die noch intakte Fahrbahn in Richtung Norden genau untersucht werden. Sollte diese dann keine Schäden aufweisen, werde der Verkehr in beide Richtungen einspurig über diese Brücke geleitet.

+++ DRK kocht täglich 10.000 warme Mahlzeiten +++12:00 Uhr

Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kochen derzeit täglich bis zu 10.000 warme Mahlzeiten für Betroffene der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. Dazu sei in der Gemeinde Grafschaft ein großes Verpflegungszentrum in Betrieb genommen worden, sagte eine Sprecherin des DRK. Das Essen werde von dort an rund 15 Ausgabestellen im Kreis Ahrweiler ausgefahren und verteilt. Mit dem Kochen der Mahlzeiten würden 110 Helferinnen und Helfer um 2 Uhr nachts beginnen. Zudem würden weitere bis zu 10.000 Lunchpakete gepackt. Das Ausfahren der Mahlzeiten übernehmen demnach 70 weitere Helfer.

Das Deutsche Rote Kreuz hat in Grafschaft-Ringen sein Verpflegungszentrum in Betrieb genommen. Dort wird warmes Essen für die Menschen gekocht, die momentan keine Wohnung haben.

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+++ Hilfsaktion "Flutwein": mehr als 2,5 Millionen Euro +++11:45 Uhr

Die Hilfsaktion "Flutwein" für Weingüter und Restaurants im Katastrophengebiet an der Ahr hat bis Donnerstag mehr als 2,5 Millionen Euro eingebracht. Die Kampagne ist eine Initiative des Ahrwein-Vereins mit örtlichen Gastronomen. Dabei kann von der Flutkatastrophe gezeichneter Wein gekauft werden. Die Aktion ist eine von mehreren Initiativen für die schwer getroffene Weinbauregion.

Das Hochwasser hat viele Winzer an der Ahr in eine Existenzkrise gebracht: In Niederzissen im Kreis Ahrweiler wollen Winzer am Freitag und Samstag Weinflaschen verkaufen, die das Hochwasser überstanden haben.

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+++ Keine funktionierende Sirene in Zweibrücken +++10:00 Uhr

In Zweibrücken gibt es nach wie vor keine funktionierende Sirene im Stadtgebiet. Nach der Hochwasserkatastrophe in Teilen des Landes lassen nach Angaben der Stadtverwaltung die Ersatzlieferungen auf sich warten. Dass im Ernstfall die Sirenen in Zweibrücken stumm bleiben, hatte schon der bundesweite Warntag im vergangenen Jahr deutlich gemacht. Weil keine der noch sieben verbliebenen Sirenen funktionstüchtig war, konnte Zweibrücken erst gar nicht teilnehmen. Zwar sicherte der Bund dann im Zuge eines Förderprogramms Unterstützung zu, nach der Hochwasserkatastrophe haben inzwischen aber noch mehr Kommunen Interesse angemeldet. Zudem sind die Fachfirmen aktuell vor allem an der Ahr im Einsatz. Zweibrücken ist dennoch zuversichtlich, die neuen Sirenen Anfang nächsten Jahres in Betrieb nehmen zu können.

+++ So viel Sperrmüll wie noch nie auf Deponie Mertesdorf +++09:15 Uhr

Nach der Unwetterkatastrophe im Land ist nach Angaben des zuständigen Zweckverbandes ART auf der Mülldeponie in Mertesdorf bisher mehr als doppelt so viel Sperrmüll angeliefert worden wie sonst im ganzen Jahr. Insgesamt seien es 60.000 Kubikmeter Sperrmüll.

Nach der Unwetterkatastrophe Mitte Juli ist der Sperrmüll auf der Mülldeponie in Mertesdorf gelandet. Doch die Kapazitäten dort reichen nicht aus.

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+++ Wiederaufbau: Die wichtigsten Antworten und Anlaufstellen +++04:00 Uhr

Nach der Flutkatastrophe sind die Herausforderungen und Aufgaben für die betroffenen Menschen vielfältig. Wie komme ich an Soforthilfen oder verloren gegangene Unterlagen? Was passiert mit meiner Post? Wo bekomme ich psychologische Hilfe? Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen und Kontakte zu wichtigen Anlaufstellen:

Nach der Flutkatastrophe in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli ist der Wiederaufbau der Infrastruktur in vollem Gange. Die Herausforderungen und Aufgaben sind dabei vielfältig.

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+++ Campingplatz-Besitzerin: "Es gibt eigentlich nichts, was noch zu retten ist" +++00:45 Uhr

SWR Aktuell zeigt die Gesichter und Geschichten hinter der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz. Campingplatz-Besitzerin Claudia Suringh hatte alles frisch renoviert in der Pizzeria des Campingparks Eifel. Dann kam das Wasser und verschonte praktisch nichts. Aufgeben will sie nicht. Aber sie sorgt sich um das Tourismus-Geschäft der ganzen Region im nächsten Jahr.

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Mittwoch (4. August)

+++ Klöckner will de Maizière als Sonderbeauftragten +++19:45 Uhr

Die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner ist für einen Sonderbeauftragten des Landes für den Wiederaufbau im Ahrtal. Dem SWR sagte Klöckner, sie schlage für diese Aufgabe Thomas de Maizière vor. Der CDU-Politiker war zwischen 2005 und 2018 Chef des Bundeskanzleramts, Bundesinnenminister und Bundesverteidigungsminister. Bei der kommenden Bundestagswahl tritt er nicht mehr an. Die Bürgermeisterin der besonders von der Flutkatastrophe betroffene Verbandsgemeinde Altenahr hatte in einem Offenen Brief an Bund und Land gefordert, einen Sonderbeauftragten der Bundesregierung für den Wiederaufbau des Ahrtals einzusetzen.

+++ Bundestagswahl auch in den Flutgebieten +++18:15 Uhr

Bundeswahlleiter Georg Thiel hat bekräftigt, dass die Bundestagswahl am 26. September auch in den Katastrophengebieten stattfinden wird. Möglicherweise werde es vereinzelt andere Rahmenbedingungen geben, teilte Thiel dem SWR mit. Problematisch sei der Wahlkreis 198 in Rheinland-Pfalz, in dem unter anderem Ahrweiler liegt. Dort würden vielerorts für die Wahl wichtige Strukturen nicht mehr existieren. Das Wahlgesetz habe für solche Fälle aber Regeln. Wo Wahllokale fehlten, könnten möglicherweise Zelte oder Container aufgestellt werden. Für Menschen, die keinen Briefkasten mehr haben, könne die Wahlbenachrichtigung postlagernd hinterlegt werden. Thiel kündigte eine breite Medienkampagne an, um die Bevölkerung in den nächsten Wochen zu informieren.

+++ Fußball-Benefizspiel am 11. August in Trier +++18:00 Uhr

Fußball-Nationalspieler Robin Koch hat nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu einem Fußball-Benefizspiel eingeladen. Am 11. August treffen im Trierer Moselstadion die DFB-All-Stars auf die Lotto-Elf sowie die deutsche Bürgermeister-Nationalmannschaft. Wie der DFB mitteilt, wird die Partie unter dem Motto "Hilfe nach der Flut" um 20:30 Uhr angepfiffen und auf Sport1 übertragen. Robin Koch steht derzeit in der Premier League unter Vertrag, er spielte von 2009 bis 2015 in den Jugendteams und der Oberligamannschaft von Eintracht Trier. "Die Bilder aus meiner Heimatregion, die mich in den vergangenen Tagen und Wochen in Leeds erreicht haben, sind schrecklich. Für mich war es von Anfang an klar, dass ich den Leuten vor Ort helfen und diese unterstützen will", sagte Koch.

+++ Einsatzzentrale auf dem Nürburgring wird aufgelöst +++17:30 Uhr

Knapp drei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe an der Ahr sind nach Angaben des Krisenstabes noch immer mehr als 4.000 Kräfte im Einsatz, um