Feta im Öko-Test: Gefährliche Bakterien – zwei Produkte fallen durch

Feta im Öko-Test: Gefährliche Bakterien – zwei Produkte fallen durchFeta im Öko-Test: Gefährliche Bakterien – zwei Produkte fallen durch

Erstellt:

12.08.2021

Aktualisiert:

12.08.2021, 07:03 Uhr

Von:

Klaudia Kendi-Prill

„Öko-Test“ hat 41 Feta-Produkte untersucht. © Kai Remmers/dpa/dpa-tmn

Öko-Test hat 41 in Salzlake gereifte Käse genauer unter die Lupe genommen. Darunter sind 34 Fetas mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Die Gewinner und Verlierer im Überblick:

Feta, Schafskäse oder Manouri – ist das nicht alles das Gleiche? Falsch gedacht! Feta ist seit 2007 eine geschützte Bezeichnung für Salzlakenkäse, der traditionell auf dem griechischen Festland und der Präfektur Lesbos hergestellt worden ist. Die Milch für Feta stammt von Schafen und Ziegen, die auf griechischen Weiden mit spezieller Artenvielfalt gegrast haben. Der Ziegenmilchanteil darf jedoch höchstens 30 Prozent betragen. Nach dem Ausflocken der Milch reift der Feta in Salzlake mindestens zwei Monate lang. Außer Milch, Bakterienkulturen und Salz darf nichts hinzugefügt werden. Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, darf sich ein Salzlakenkäse Feta nennen. Das hat der Europäische Gerichtshof im Jahr 2007 nach einem zehnjährigen Rechtsstreit entschieden.

Schafskäse und Manouri werden mehrheitlich oder ausschließlich aus Schafsmilch hergestellt, die Namen Hirtenkäse oder Balkankäse haben sich für Produkte aus Kuhmilch eingebürgert. Doch welches Feta- oder Schafskäseprodukt überzeugt im Geschmack, beim Tierwohl und bei den Inhaltsstoffen?

Um das herauszufinden, haben die Experten von Öko-Test 34 Original Feta-Käse und sieben weitere Salzlakenkäse im Labor untersucht. 15 der Produkte tragen ein Bio-Siegel, die Preise liegen zwischen 1,39 Euro und 4,32 Euro. Die Ergebnisse präsentiert HEIDELBERG24*:

Öko-Test: So wurden die Käse untersucht

Im Labor wurden die Käse auf Inhaltsstoffe wie Mineralölbestandteile, Schwermetalle, Rückstände von Pestiziden und auf Halogenwasserstoffe untersucht und ein Geschmackstest durchgeführt. Wichtig war Öko-Test auch wie die Tiere gehalten, wie fair die Landwirte behandelt werden und wie transparent und nachhaltig die Lieferkette ist.

Die guten Nachrichten vorweg: Immer wieder kommt es vor, dass Hersteller einen Etikettenschwindel betreiben. Im Frühjahr ist ein Kandidat aufgeflogen, dessen Feta mit reichlich günstiger Kuhmilch gestreckt war. Nach einem ausführlichen Test steht fest: In allen Produkten ist nur Schafs- und Ziegenmilch drin. Die Hälfte der Käse schneidet bei Öko-Test insgesamt mit „gut“ oder „sehr gut“ ab.

Feta bei Öko-Test: Öma Feta der Grieche fällt beim Geschmackstest durch

Die meisten Käse schmeckten so, wie sie auch schmecken sollten. Nur Öma Feta der Grieche fiel beim Geschmackstest mit der Note „mangelhaft“ durch. Ausgerechnet er trägt ein Bio-Siegel. Laut Experten von Öko-Test lassen die Kombination eines fruchtig-bitteren Geschmacks und die hohe Konzentration an Hefebakterien darauf schließen, dass der Feta bereits am Verderben ist. Insgesamt schneidet der Feta jedoch trotzdem mit der Note „ausreichend“ ab.

Bei einer kürzlich durchgeführten Untersuchung von Tomatenmark hat Öko-Test Pestizide in einigen Produkten gefunden*.

Öko-Test untersucht Feta: Kolibakterien in einem Produkt

Bei der Überprüfung im Labor fallen drei Fetas besonders auf: An den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie sind drei von ihnen bakteriell belastet. Im Meandros Feta von Norma sind zu viele Kolibakterien gemessen worden. Die Darmkeime können zu Lebensmittelvergiftungen und zu schweren Infektionen führen. Die Zahl der Enterobakterien in Jeden Tag Feta und in Kourellas Bio Feta geht zwar keine Gefahr aus, trotzdem sollten die Hersteller die Hygienestandards bei der Produktion überprüfen. In Jeden Tag Feta finden die Experten von Öko-Test außerdem Spuren von Trichlormethan, besser bekannt unter dem Namen Chloroform. Es entsteht, wenn Melkanlagen nicht gründlich genug durchgespült werden.

Feta bei Ökotest: Hotos Mansouri Cheese schneidet mit „mangelhaft“ ab

In fünf Käsesorten werden außerdem Spuren von Mineralölkohlenwasserstoffen gefunden, die sich an den Organen anreichern und zu Organschäden führen können. Am höchsten ist dieser Wert in Hotos Mansouri Cheese, der außerdem wegen fehlender Transparenz in der Tierhaltung und Landwirtschaft und fehlender Nachhaltigkeit nur mit „mangelhaft“ abschneidet. Außerdem kann der Hersteller keine Muttergebundene Aufzucht von Lämmern nachweisen und kupiert die Schwänze der Tiere. Das Gleiche gilt für Bulgar Original bulgarischer Schafskäse. In diesem Fall sind der Anteil der Mineralölrückstände jedoch nur leicht erhöht. Alle Ergebnisse gibt es hier kostenpflichtig als E-Paper.

Öko-Test untersucht Feta: Die Gewinner

Alnatura Feta 3 Monate gereift (Note „sehr gut“)

Basic Feta Original griechischer Schafskäse (Note „sehr gut“)

Rewe Bio Feta, Naturland (Note „Sehr gut“)

Patros Original Feta (Note „Sehr gut“)

Rewe feine Welt feta Lesbos (Note „Sehr gut“)

Feta bei Öko-Test: Diese Produkte fallen durch

Bulgar Original bulgarischer Schafskäse (Note „mangelhaft“)

Hotos Mansouri Cheese (Note „mangelhaft“)

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